Drosselung schlecht fürs Bike?
Hallo!
Habe mir die neue Ducati Monster 696 zugelegt (bzw. kommt sie Ende April). Sie ist mein absoluter Traum - leider muss ich sie auf 25kW drosseln lassen, da ich erst 21 bin. Fahre aber bereits Motorrad seit dem ich 16 bin (allerdings jetzt mit 2 Jahren Pause weil das Auto kam).
Für mich kam diese Maschine u.a. in Frage, da sie so klein ist (ich bin nur 1,60m). Auf der BMT gab es fast kein anderes Motorrad für meine Zwergenlänge. ;-)
Eine Freundin meiner Eltern meinte ihr blutet das Herz, wenn ich diese Maschine drosseln lasse. Zudem wäre sie, wenn ich sie dann in 2 Jahren wieder offen fahre, nicht mehr wie früher und ich werde nicht mehr so gut fahren können!? Recht, Unrecht? Meinungen, Erfahrungen?
Letzendlich kann ich jetzt eh nichts mehr daran ändern würde aber gerne den technischen Hintergrund verstehen, warum es schlecht für eine Maschine sein könnte.
Danke im Voraus!
27 Antworten
Stimmt, die grundsätzliche Diskussion darüber fände ich auch hochinteressant. Eher auf theoretischer Ebene, weniger wegen dem Praxisbezug. Weil Unterschiede bringt eine Drosselung via Blende garantiert, wenn auch nicht "Schäden".
Es gab z.B. auch mal die Zeit als die wirklich starken Japan Reihen 4er aufgekommen sind. Denen wurde nach gesagt sie würden tendenziell Schaden nehmen wenn sie NICHT ausgesprochen hochtourig gefahen würden..
Aber eben, der Alltag zeigt klar dass Schäden zumindest nicht bekannt sind, und allles andere wäre ein theoretisches Diskutieren wie es ja nicht hier hin gehört...😉
Zitat:
Original geschrieben von Selwischjunge
Bei der Drossellung durch Ansaugblenden, wird das Gemisch verringert. 3% der Motorkühlung kommen vom Sprit, die restlichen 97% von der Luft- oder Wasserkühlung, wobei das Gemisch auch keine 100% Sprit umfasst. Es ist also ein sehr geringer Anteil. Dadurch, dass nun das Volumen verkleinert wird, werden auch die 3% Kühlleistung die im Motor vorhanden sein muss, geringer. Diese Verringerung ist aber so minimal, dass sich mögliche Verschleiße oder andere Veränderungen diesbezüglich nicht nachweisen lassen, ausser durch theoretische Berechnungen, also praktisch nicht nachvollziehbar! Dies ist die einzig bekannte "Benachteiligung" des Motors durch eine Drossellung per Ansaugblenden.
Du vergisst aber, dass der Motor mit verringerter Leistung auch weniger belastet wird und somit weniger gekühlt werden muss xD
Zitat:
Original geschrieben von voodoo44
Du vergisst aber, dass der Motor mit verringerter Leistung auch weniger belastet wird und somit weniger gekühlt werden muss xD
Falsch, du veränderst nur das Volumen im Zylinder, nicht das Gemisch, dementsprechend veränderst du nicht deine Verbrennungstemperatur und der Verbrennungsraum bleibt ja auch.
@tec-doc, hast schon recht, aber ich wollte eigentlich nicht so tiefgründig werden 😁
Einigen wir uns drauf, wenn man das Möps pfleglich behandelt und alles richtig einstellt, ist alles im Lot 😁
Zitat:
Original geschrieben von Selwischjunge
Falsch, du veränderst nur das Volumen im Zylinder, nicht das Gemisch, dementsprechend veränderst du nicht deine Verbrennungstemperatur und der Verbrennungsraum bleibt ja auch.Zitat:
Original geschrieben von voodoo44
Du vergisst aber, dass der Motor mit verringerter Leistung auch weniger belastet wird und somit weniger gekühlt werden muss xD
Auch falsch, wenn nur 34 PS Leistung abgefordert werden, so müssen auch nur 34 PS gekühlt werden.
Je mehr Gasvolumen angesaugt und zur Zündung gebracht wird desto höher die Verbrennungstemperatur und damit der Verbrennungsdruck - dazu kommt durch höhere Reibung erzeugte Wärme bei erhöhten Drehzahlen.
Die Leistung hängt nun mal wenn man denn nicht den Hubraum verändern kann eben mit der Erhöhung der Drehzahl zusammen.
Bei gedrosselten Motoren wird der umgekehrte Weg eingeschlagen, nämlich halt durch Drosseln / Blenden im Motor die die Drehzahl und damit die Leistung auf das gewünschte Niveau zu senken, damit sinkt das innermotorische Temperatruniveau.
Genau das kann zu Problemen führen, z.B. weil die Freibrenntemperatur der Zündkerzen nicht erreicht wird, sie verrußen und müssen etwas öfter kontrolliert und gereinigt oder ersetzt werden.
Genauso können sich durch denselben Effekt Kolbenböden und (Auslass-)Ventile zusetzen.
Ist aber alles kein Problem wenn man nach Öffnung des Motors eine gewisse "Einfahrzeit" einhält, ggf. vorher noch einen Oelwechsel durchführt. Von Schäden durch eine verlängerte "Einfahrzeit" habe ich aber auch noch nicht gehört.
Gruss Titus
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Also die allermeisten Motorräder (ausser der 125er klasse) werden nicht über die Drehzahl begrenzt sondern über das Drehmoment, ausdrehen lassen die sich eigentlich alle, aber im Prinzip ist es als ob man den Hahn halt nie aufreißen würde.
Zitat:
Original geschrieben von D696
Na hier habe ich ja jetzt was losgetreten... 😉 😁
So schlimm ist es nicht, nur zur Erklärung => die Leistung ist das Produkt aus Drehmoment und Drehfrequenz / Drehzahl.
Deshalb liegen deine 34 PS gedrosselt auch bei 5500/min an und nicht wie bei voller Leistung (glaube um die 80 PS) bei 10.000/min. Die Drehzahlen sind jetzt mal beispielhaft angenommen.
Deshalb nützt es dir garnichts den Motor in einen höherer Drehzahlbereich zu bewegen, da im gleichen Verhältnis das Drehmomnet sinkt, du hast eben immer nur max deine 34 PS selbst bei 10.000/min.
Mein Vorredner hat aber Recht weil du den gedrosselten Motor eben im Bereich des höhsten Drehmomentes bewegen solltest, damit reduzierst du Verschleiß und Verbrauch.😉
MfG Titus
😛 .. ach du hl. Sch*** , jetzt gehts gleich ab wie beim Öl *lach*
r2t2... jain. Aber einigen wir uns an der Stelle doch einfach darauf:
....wenn man das Möps pfleglich behandelt und alles richtig einstellt, ist alles im Lot 😁
Nur einen noch oben drauf: Warum wurde wohl von den mal üblichen Reduzierungen im Auslasstrakt wieder abgewichen? 😁
Technisch sauber ist nur der Weg über andere Nockenwellen oder Mappings... nur nebenbei.
Und wem das alles zu viel Kopfweh bereitet... einfach ein Bike kaufen, dessen Motor für den gewünschten Leistungsbereich gebaut wurde - aus verschiedenen Gründen schlauer. Das mit dem pfleglich behandeln usw. gilt aber auch dann 😉
Um mal das Krasse Beispiel zu nennen :
Eine bekannte von mir hat sich eine R1 gekauft und dje Drosseln lassen. Die R1 fährt immer noch.
Ist glaub ich nur recht peinlich mit ner r1 nicht ausm Arsch zu kommen :P
Zitat:
Original geschrieben von tec-doc
😛 .. ach du hl. Sch*** , jetzt gehts gleich ab wie beim Öl *lach*r2t2... jain. Aber einigen wir uns an der Stelle doch einfach darauf:
....wenn man das Möps pfleglich behandelt und alles richtig einstellt, ist alles im Lot 😁Nur einen noch oben drauf: Warum wurde wohl von den mal üblichen Reduzierungen im Auslasstrakt wieder abgewichen? 😁
Technisch sauber ist nur der Weg über andere Nockenwellen oder Mappings... nur nebenbei.Und wem das alles zu viel Kopfweh bereitet... einfach ein Bike kaufen, dessen Motor für den gewünschten Leistungsbereich gebaut wurde - aus verschiedenen Gründen schlauer. Das mit dem pfleglich behandeln usw. gilt aber auch dann 😉
Hi,
jetzt mal ehrlich, wer wechselt denn neuerdings für eine Leistungsreduzierung die Nockenwellen ???😁 -- oder anders herum gefragt, wer ist bereit sehr viel Geld für eine kurzfristige Leistungsreduzierung mit anschliessendem Rückbau in Kauf zu nehmen??
Oder nochmal andersherum gefragt wer baut denn überhaupt Nockenwellen zur Leistungsreduzierung, nach meinem Kenntnisstand werden eher Nockenwellen für eine Leistungssteigerung hergestellt - da ist vllt. sogar noch Nachfrage vorhanden.
Ob es deutlich schlauer ist eine 125er mit 34 Ps zu kaufen als eine Ducati 696 kurzfristig drosseln zu lassen wage ich zu bezweifeln.
Die Aussage "Pflegliche Behandlung = lange Lebensdauer" gilt für alle Fahrzeuge und ist somit allumfassend oder global-gallaktisch.😁
Gruß Titus
Es gibt Modelle, die werden nunmal über die Nockenwellen gedrosselt - ferner die Aussage sich ja nur auf die technische Ausführung bezog 😉
Wir sind ja beim Theoretisieren... nicht bei der Grobmotorik oder pers. Geldmangel und daraus resultierenden "zweite Wahl" Lösungen 😁
125er... welch glückliches Beispiel 🙄
Globale Aussage... joa, stimmt. Umso fsazinierender, wie früh viele am Hahn drehen, welches Öl sie reinkippen, wie locker sie ohne weitere Anpassung z.B. den Auspuff verändern usw. usf. 🙂
Jaja... manchmal sind es die selbstverständlichen Dinge, die man so übersieht.. 😁
@ Tec-doc
Hast schon Recht, Nockenwellen tauschen wäre konsequent, aber weiter gedacht könnte man sogar die Ventiltellerdurchmesser reduzieren, somit neuer Zylinderkopf - im Prinzip passt bei gedrosselten Motoren das ganze Konzept nicht mehr.😁
Richtig schon angedeutet halten die Motoren das bei guter Pflege aus😉
Und naja, manche provozierte Antworten waren auch schon sehr aufschlussreich, dazu gehörte natürlich auch z.B. meine Frage nach dem Gabel"Oel", aus deren kontrovers gegebenen Antworten ich auch nach 30 Jahren Motorraderfahrung gelernt hab, wie aus vielen anderen Themen und Antworten eben auch.😉
Wünsche allgemein ein gutes Wochenende - gönn mir heute Abend einen Willi
Gruss Titus
Zitat:
Original geschrieben von D696
ihr blutet das Herz, wenn ich diese Maschine drosseln lasse. Zudem wäre sie, wenn ich sie dann in 2 Jahren wieder offen fahre, nicht mehr wie früher und ich werde nicht mehr so gut fahren können!? Recht, Unrecht? Meinungen, Erfahrungen?Letzendlich kann ich jetzt eh nichts mehr daran ändern würde aber gerne den technischen Hintergrund verstehen, warum es schlecht für eine Maschine sein könnte.
Na dann versuch ich's mal in Anlehnung an "Stelln wer uns mal vor mer wär'n en Dampfmaschin" aus Rühmanns Feuerzangenbowle...
Am Anfang des von fremdlichen Schreibtischtätern aufdoktrinierten Drosselwillens waren die Motorräder vorgefertigt und wurden vom deutschen Generalimporteur nachträglich für die Einstufung in die Versicherungsklasse gedrosselt.
Honda hat bei der XL500 Reduzierungsbuchsen in den Doppelkrümmer eingeklopft und mit einem leicht rückzubauenden Schweißpünktchen versehen.
Yamaha hat die XT500 ab Mitsui-Import 1977 mit einem querschnittverjüngten Ansaugstutzen ausgerüstet. Perfiderweise wurde auf das Gummiteil auch "1U6" (das war der europäische Untertyp und wurde 27PS-mäßig nach Deutschland importiert) geprägt, sodaß bei Kontrollen der Bauzustand jederzeit von Ordnungshüterseiet überprüft werden konnte.
Man war aber zu jener Zeit nicht dümmer als die Polizei erlaubte und so
- wurde bei der XL500 der Krümmer entweder entbuchst oder, da bei späteren Ausführungen die Schweißnaht umlaufend war, ein "richtiger" Krümmer verbaut.
- bei der XT500 hat man den Ansaugstutzen mit Stickstoff gekühlt, damit er sich in die Drehbank einspannen ließ und den Innendurchmesser auf 32 bzw bei Verwendung eines TT500-Vergasers auf 34mm aufgedreht...ohne daß die 1U6-Kennzeichung entfernt wurde.
Ergebnis: Bei Polizeikontrollen oder TÜV-HUs war alles in bester Ordnung, man durfte nur nicht anfangen zu lachen...
Aahjetzja, worauf ich ja hinaus wollte...
Es gibt diverse Möglichkeiten, einen Motor zu drosseln:
Z.B.:
- Im Auslaßtrakt (Querschnittverjüngung)
- Im Einlaßtrakt (Querschnittverjüngung, in Verbindung mit veränderter Vergaserbedüsung)
- In der Füllungsmechnanik (andere Nockenwelle mit geringerem Hub)
Nun kann man sich ja vorstellen, daß, wenn durch den regulären Vergaser Gemisch in den Hubraum einströmt nach dessen Verbrennung auch ein adäquater Rückstand ausgestoßen werden muß. Durch die Reduzierung im Krümmer kommt es aber zu einem Hitzestau, der zu Schäden am Zyl.-kopf, Auslaßventil, Kolben oder Dichtungen führt.
Damals traten tatsächlich regelmäßig Schäden an den Motoren auf.
Anders bei dem z.B. von Yamaha verwendeten Drosselungstrick. Hier kam nur eine abgespeckte Menge Gemisch durch den kleineren Ansaugquerschnitt. Damit der Gemischwert unter Vollast stimmte, wurde auch die Hauptdüse verringert. Wenn die geringere Menge Benzin-Luft-Gemisch dann gezündet wurde, kam, vereinfacht ausgedrückt, einfach nur weniger Maximal-Leistung als Ergebnis raus. Der Motor wurde niemals in irgendeiner Form überlastet.
Deshalb, vor allem aber wegen der leichten Rückbaubarkeit der Drosselung, gibt es sowas bei modernen Motoren nicht mehr.
Natürlich kam der Gesetzgeber in irgendeinem politschen Sommerloch auf die Idee, daß die Drosselungen technisch so auszuführen seien, daß sie nur unter erheblichem technischen und finanziellen Aufwand demontierbar sind. Das war dann die Zeit der Abrißschrauben an Vergasern und Krümmeranlagen, an geringerhubigen Nockenwellen oder Zylinderköpfen, wo die Ventile so unsichtbar klein waren, daß man dachte, man hätte einen Zweitakter 😁
Natürlich kostete die Wiederherstellung der vollen Leistung dann echt viereckiges Geld, wenn sie überhaupt noch gesetzlich möglich war. Just um Anfang 90er Jahre herum wurde nämlich das Fahrgeräusch bei Neuzulassungen nicht mehr im dritten Gang gemessen sondern im zweiten (und damit bei gleicher Geschwindigkeit lauter war), sodaß das einstige "Einsteigermopped SR500 gar keine Zulassung mehr für die ehemals 34PS bekam. Ach ich schweif ja schon wieder mal ab...sorry...
Wenn die Drosselung an einem modernen Mopped ordentlich im Bereich des Einlasses oder der Ventilsteuerung gemacht ist, brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Bei modernen Moppeds mit Jenseitselektronik drin dürfte auch eine Chipdrosselung funzen. Mit den Mega-Papageien-Reiskochern kenn ich mich aber nicht aus.
Es gibt aber Leistungs-/Drehmomentkennlinien der gedrosselten Motoren, wo man sehen kann, ob irgendwelche Strömungsabrisse auftreten würden. Entweder für die Konformitätserklärung oder bei Abnahme per Einzelgutachten in demselben.