Drei Generationen Mercedes S-Klasse im Test: W116, W126, W140
Der tiefdunkelblaue 350 SE der Classic-Abteilung von Mercedes hätte vielleicht ein fröhlicheres Jubiläum für diese Ausfahrt verdient. Aber er war ja nicht dabei, er wurde 1979 gebaut. Blaue Karositze, blauer Kunststoff am Armaturenbrett und in den Türverkleidungen, dazwischen und in der Mittelkonsole braunes Wurzelholz. Restauriert wurde das Auto nicht, nur in Schuss gehalten. Er wirkt etwas abgenutzt. Nicht mehr wie ein glänzendes Symbol des Kapitalismus und Imperialismus.
Viele Erinnerungen sind heute mit Autos verbunden. Und viele Autos mit Erinnerungen. Die S-Klasse prägt das kollektive Gedächtnis, weil sie regelmäßig in den Nachrichten vorkam, im Fernsehen und in Zeitungen. Als Vorstands-Limousine oder als Staatskarosse. Bundespolitiker fuhren bis in die 1990er fast nur Daimler, Bank-Chefs und Industrielle auch. Das Topmodell von Daimler war deshalb zwangsläufig ein Symbol der herrschenden Klasse. Und gehörte zum linksextremistischen Feindbild.
Mercedes 350 SE W116: V8 mit Dreigang-Automatik
Der W116 wirkt fast zierlich neben seinen Erben, dabei übertraf er mit 4,96 Metern Länge schon als Kurzversion fast alles, was damals auf den Straßen rollte. Chromstoßstangen, Fensterrahmen, Zierleisten - und natürlich der senkrecht aufragende Kühlergrill. Die S-Klasse machte keinen Hehl daraus: Wer hier drin saß, hatte es geschafft.
Dabei fühlen sich die Sitze an wie die in unserem Familien-W123 aus den frühen 1980ern. Ein bisschen zu weich und nach Federkern. Die Bedienung der elektrischen Fensterheber belegt ein Drittel des Mitteltunnels. Die Klimaanlage mit ihren vier Schiebereglern und zwei Drehknöpfen nimmt die Hälfte der Mittelkonsole ein. Immerhin: Zwei-Zonen-Regelung.
Unter der Haube sitzt ein 3,5-Liter-Benziner mit mechanisch geregelter Saugrohreinspritzung. Maximal 205 PS und 285 Newtonmeter Drehmoment erreichen das Getriebe. Viel davon kommt nie wieder raus. Die Dreigang-Automatik ist zudem kein Muster an Spontaneität. Trotzdem gibt es keinen Grund, über mangelnde Leistung zu klagen. Der 350 SE schiebt klaglos vorwärts.
Der V8 war in der Blüte seiner Jahre mal gut für eine Sprintzeit von rund 10 Sekunden auf 100 km/h, bei 200 km/h war Schluss. Mit Vierganghandschalter wäre es noch etwas schneller gegangen. Nicht schlecht. Dabei bollert der Motor nur ganz verhalten. Mercedes hat bei der Abstimmung auf Komfort und Laufruhe Wert gelegt. So rauscht man dahin, das große Lenkrad mit dem dünnen Kunststoff-Kranz zwischen den Fingern. Um die Mitte passiert sehr wenig, alles danach passiert mit leichter Verzögerung.
Der W116 war das erste Serienauto mit ABS
So war das damals. Geradeaus liegt der 350 SE satt und souverän. Er federt komfortabel und stoisch, Kanten schlucken die 205er-Reifen mit 70er-Flanken auf 14 Zoll einfach weg. So schiebt man sich durch den Herbst, vor der Windschutzscheibe die Konturen der Motorhaube. Sie rahmen die Landschaft ein, geben ihr eine Basis mit Mercedesstern in der Mitte. Man sieht ihn bis zum Sockel. Und fühlt sich erhaben. Natürlich kommt einem der Witz mit dem Mercedes-Stern als Zielvorrichtung in den Sinn.
Es setzt Regen ein. Ein Dreh am Ende des Lenkstocks auf der linken Seite, die silbernen Wischer quietschen leicht asynchron die Tropfen von der Scheibe. Ein bisschen ungelenk wirkt das. Damals war es Stand der Technik.
Die S-Klasse galt Mercedes schon damals als Technikträger. Bei Sicherheit, Telematik, Elektronik. Der W116 war das erste Serienauto mit ABS, ab 1978 wurde es als Extra angeboten. Was Generaldirektoren und Amtsträger schützte, sollte später weiter unten ankommen. Allerdings gab es damals beim Daimler kein echtes „unten“.
Oben löste 1979 der W126 den W116 ab. Er kam ab 1981 gegen Aufpreis mit Fahrerairbag und Gurtstraffer, auch ein Novum. Die Chromstoßstangen wurden durch Kunststoffstoßfänger ersetzt. Bruno Sacco war für das Design verantwortlich, das im Vergleich zum Vorgänger klar und nüchtern wirkt. Weniger prunkvoll, weniger protzig. Die Plastikplanken reichten um den kompletten Wagen - praktisch bei Remplern, die den Lack ganz ließen.
Außerdem waren Leichtbau und Aerodynamik Thema. Schließlich war der W126 unter dem Eindruck der ersten Ölkrise entwickelt worden. Der 300 SE verbrauchte bei besseren Fahrleistungen rund zehn Prozent weniger als der 350 SE der Vorgänger-Baureihe. Außerdem kam der Katalysator. Mehr Vernunft, weniger Prunk. Feindbild der Linken und Vorstands-Transportmittel blieb die S-Klasse. Auch der W126 hat seine RAF-Geschichte: Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen kam 1989 bei einem Bombenanschlag auf seine gepanzerte Limousine um.
Im Inneren des W126 merkt man vom Technikzeitalter zunächst wenig. Das Cockpit wirkt kaum moderner als das im W116. Der gleiche blaue Kunststoff spannt sich auf dem Armaturenbrett, das Holz wirkt wie aus derselben Charge. Für die billigen Plastikschieber der elektrischen Sitzverstellung würde sich Dacia heute schämen. Wenn Dacia eine elektrische Sitzverstellung anbieten würde. In der S-Klasse saß sie schon 1981 da, wo man sie heute noch findet. In der Tür, nicht am Sitz.
Mercedes 300 SE W126: Fahrdynamisch in die 1990er
Den Fortschritt spürt man erst, wann man fährt. Dieser W126 wirkt schon auf den ersten paar Metern locker um die 11 Jahre moderner, die er neuer ist. Der weiße 300 SE stammt von 1990. Der 3,0-Liter-Reihensechszylinder leistet nur 188 PS (mit Kat bleiben 179 PS) und 260 Nm Drehmoment, trotzdem geht er besser als der W116.
Die Viergang-Automatik reagiert spontaner, die Lenkung vermittelt mehr Gefühl. Die Solidität des 116ers spürt man im 126er trotzdem noch. Dabei wiegt er deutlich weniger. Um fast 200 Kilo ist der 300 SE (1.570 kg) leichter als der 350 SE (1.765 kg). Den deutlich schwächeren 280 SE der Vorgängergeneration schlägt er um fast einen Zentner.
Der Sauger säuselt seinen Sechszylinder-Sound und schiebt den 300 SE nicht brachial, aber nett nach vorne. Die Bremsen packen fast bissig zu. Den W126 kann man sich gut im Alltag vorstellen. Warum auch nicht. Er bekommt ja noch nicht mal ein H-Kennzeichen.
Mit dem Kohl-Panzer schwindet der Charme
Zwölf Jahre lang baute Mercedes den W126. Länger als jede andere S-Klasse. Gut 818.000 Exemplare wurden verkauft, bis heute schaffte das kein Nachfolger. Allerdings wurde auch nie wieder eine S-Klasse so lange gebaut.
Beim Umstieg in den W140 merkt man das sofort. Kaum zu glauben, dass nur zwei Jahre zwischen den beiden liegen. Es ist das damalige Topmodell 600 SEL, Baujahr 1992. Der Kohl-Panzer. Dieser Trumm von Auto ist gebaut wie eine Trutzburg, ausladend und abweisend. So ähnlich wie Kohl. Und ähnlich kontrovers. Für Kritiker stand der W140 sinnbildlich für eine Politik, die Mitte bis Ende der 1990er den Kontakt zum Volk verloren hatte.
Über 5,21 Meter streckt sich der W140 in der Langversion, von Radlauf zu Radlauf misst er fast 1,89 Meter. Der Vorgänger (W126) war sieben Zentimeter kürzer und beinahe sieben Zentimeter schmaler. Erst mit der aktuellen Baureihe W222 hat Mercedes es geschafft, das wieder zu übertreffen.
Mercedes 600 SEL: Der erste Mercedes-V12 nach dem Krieg
Mercedes setzte im 140er erstmals nach dem Krieg einen V12 ein. Mit sechs Litern Hubraum und 408 PS. Die kann er gut vertragen. Rund 2,2 Tonnen bringt der 600 SEL auf die Waage – fast eine halbe Tonne mehr als das W126-Topmodell 560 SEL. Die Fenster waren doppelt verglast, nicht nur mit aufgeklebter Folie, sondern mit zwei vollwertigen Glasscheiben.
Sogar der Innenspiegel ließ sich elektrisch verstellen. Ein unnützes Extra, von dem selbst der langjährige Baureihenleiter Frank Knothe sagt, da habe man es eventuell zu weit getrieben. Trotzdem ist er überzeugt, dass der Sprung vom 126 zum 140 einer der größten in der S-Klasse-Geschichte ist. Zumindest, was Komfort und Elektronik betrifft.
Man muss das nicht unbedingt vom Fahrersitz aus erleben. Fahrdynamisch stellt der 600 SEL keine Offenbarung dar. Er wirkt vom Lenkrad aus genauso schwer und breit, wie er ist. Die Bremse braucht mehr Druck als die im W116 und vermittelt quasi kein Gefühl. Ein Fahrerauto war diese S-Klasse nur geradeaus. In 6,3 Sekunden war sie auf Tempo 100.
Das ESP kam vom 600 SEL in die A-Klasse
Der W140 ist ein Hintensitzer-Auto. Die Sitze im MB-Classic-Exemplar sind mit dickem beigen Velours bezogen. Damals mochte man das, es war der Bezug der Wahl für die Topausstattung. Leder galt als kühl. Allerdings brauchte man jemanden, der das empfindliche Material sauber hielt. Es altert nicht gut, auch dieser 600 SEL wirkt schmuddelig.
Dafür verstecken sich überall Elektromotoren. Es gibt eine Mehrzonen-Klimaautomatik, elektrisch verstellbare Außenspiegel und Sitze mit Memory-Funktion. Die Neigung der Rückbanklehne lässt sich elektrisch justieren. Das klingt zwar, als würde man eine Zugbrücke herunterlassen, aber den Komfort erhöht es. Auch die Kopfstützen klappen elektrisch nach hinten.
Damit war der W140 durchaus Zeichen seiner Zeit. Schließlich brachten uns die späten 80er so unnütze Features wie Tapedecks mit Autoreverse-Funktion, bei der die komplette Kassette umgedreht wurde. Zeitgeistig war der W140 allerdings nicht. Er war zu breit für eine Normgarage und passte nicht auf den Autoreisezug. Der Innenraum mit Velours und Wurzelholz wirkt spießig. Eher wie Oggersheim als wie Berlin Mitte.
Die Zeiten, als die S-Klasse die Nachrichten bestimmte, neigten sich ohnehin rapide dem Ende zu. Der 7er von BMW war zwischenzeitlich zum ernsthaften Konkurrenten aufgestiegen - auch außerhalb der bayerischen Landespolitik und 1994 kam der erste Audi A8 auf den Markt. Kurz nach dem Ende von Kohls Amtszeit drängte sogar Volkswagen in die Oberklasse. Gerhard Schröder machte den Phaeton kurzzeitig populär. Als eine Art bodenständige Oberklasse, wenn man so will. Inzwischen bestehen die Politiker-Fuhrparks aus einer bunten Mischung aller Hersteller.
Eine ziemlich wichtige technische Neuerung hatte der W140 aber noch in petto. Er war der erste Mercedes mit ESP. Ab 1995 gab es den Schleuderschutz in den V12-Modellen serienmäßig, für die V8-Versionen war er optional. Das erste Fahrzeug, dass das System in allen Varianten serienmäßig erhielt, war keine S-Klasse: die 1997 neu eingeführte A-Klasse wurde damit ausgerüstet. Jetzt gab es ein "unten" beim Daimler. Zuvor war sie beim Elchtest umgefallen. Übrigens am 21. Oktober, als vor ziemlich genau 20 Jahren. Auch kein schönes Jubiläum.
Technische Daten W116, W126 und W140
Modell | 350 SE (W116) | 300 SE (W126) | 600 SEL (W140) |
---|---|---|---|
Motor | 3,5-Liter-V8-Benziner | 3,0-Liter-Reihensechszylinder | 6,0-Liter-V12-Benziner |
Leistung | 205 PS (151 kW) b. 5.750 U/min | 188 PS (138 kW) b. 5.700 U/min | 408 PS (300 kW) b. 5.200 U/min |
Drehmoment | 287 Nm b. 4.000 U/min | 260 Nm b. 4.400 U/min | 580 Nm b. 3.800 U/min |
Antrieb | Dreigang-Automatik, Hinterräder | Viergang-Automatik, Hinterräder | Viergang-Automatik, Hinterräder |
Geschwindigkeit | 205 km/h | 200 km/h | 250 km/h |
0-100 km/h | 10,3 s | 9,1 s | 6,3 s |
Verbrauch | 13,0 l | 11,8 l | 13,7 l |
Länge/Breite/Höhe | 4,96 m/1,87 m/1,43 m | 5,02 m/1,82 m/1,44 m | 5,21 m/1,89 m/1,49 m |
Gewicht | 1.765 kg | 1.570 kg | 2.190 kg |
Stückzahlen | 51.100 (W116 ges.: 473.035) | 105.422 (W126 ges.: 818.036) | 32.517 (W140 ges.: 406.717) |
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492 Antworten
Zitat:
@tw.ghost schrieb am 28. Oktober 2017 um 16:39:14 Uhr:
Hallo,
und das ist sicherlich auch von Mensch zu Mensch ein wenig anders.
Z.B. bin ich 1,91m lang und sitze im V220 vergleichsweise zu hoch und nahezu perfekt im C140......
Am besten allerdings in meinem W221.
Mit Abstand am schlechtesten, wenn man das bei einer S-Klasse überhaupt so formulieren darf, ohne der Blasphemie beschuldigt zu werden, sitze ich im W126. Das "Federkerngestühl" ist doch schon eher furchtbar, jedenfalls für meine Körperstatur (Sitzfläche zu kurz, zudem natürlich wenig Seitenhalt und zu weich....). Alles über 100km versuche ich zu vermeiden![]()
Gruß,
Th.
Dann setz dich mal in einen W 210 mit den serienmäßigen Stoffsitzen.
Das war ein schlechtes Auto und hatte noch schlechtere Sitze.
Zitat:
Die Sitze des W126 hatten tatsächlich einen Federkern und waren mit Kokosfasern bespannt. Anekdote: Es gab auch ein Schildchen an der Unterseite mit dem Namen des Fließbandarbeiters, der diesen Sitz gefertigt hatte.
In 20 Jahren oder 200.000 km und je nach Gewicht des Fahrers gab der Federkern extrem nach. Damals gab es von Mercedes einen Reparatursatz. Heute wohl nicht mehr. Da muss dann ein Sattler dran.
Aber im nahezu Neuzustand waren die Sitze klasse und kein "furchtbares Federkerngestühl".
Das gleiche gilt für alle Fahrwerkgummis: Wer den Aufwand betreibt - ich habe es getan - und alle Fahrwerkgummis tauscht, wird seinen 126er kaum wiedererkennen.
Man tut den Autos unrecht, wenn ihnen, völlig runtergerockt, eine schlechte Qualität zugesprochen wird.
Hallo,
ich freue mich immer, wenn Menschen einfach Annahmen in den Raum stellen und in ihrer Wahrnehmung dann alles andere ausblenden.......

Nun, ich denke schon, dass ich beurteilen kann, dass mein W126 nicht wirklich "völlig runtergerockt" ist, aber man kann das natürlich erstmal so in den Raum stellen

Zudem habe ich schon manch Sitz (Stoff/Leder/Velour/wenig km/viel km/orthopädisch) von diversen W126 und C126 ausprobieren dürfen und auch etliche vom W123, der übrigens in seiner Struktur sehr ähnlich ist. Verstärkt, nicht verstärkt, mit und ohne "Taxiklötze" ..... alles schon getestet und ich bleibe dabei, für mich sind die Sitze "furchtbares Federkerngestühl". Das mag ja jeder für sich anders beurteilen, aber ich habe nun mal den Vergleich zu 3 Baureihen danach (C140, V220, W221) und da merkt man eben, dass sich in Sachen Sitz gewaltig viel getan hat und ja, es hat sicher auch was mit dem unterschiedlichen Körperbau zu tun (hatte ich, glaube ich, auch so geschrieben

).
Ich sitze im W126 nicht wirklich gut, vorne nicht, hinten erst recht nicht

. Das redet mir auch niemand schön......

Gruß,
Th.
Zitat:
@Kunipfuhl schrieb am 7. November 2017 um 17:58:42 Uhr:
Zitat:
@tw.ghost schrieb am 28. Oktober 2017 um 16:39:14 Uhr:
Hallo,
und das ist sicherlich auch von Mensch zu Mensch ein wenig anders.
Z.B. bin ich 1,91m lang und sitze im V220 vergleichsweise zu hoch und nahezu perfekt im C140......
Am besten allerdings in meinem W221.
Mit Abstand am schlechtesten, wenn man das bei einer S-Klasse überhaupt so formulieren darf, ohne der Blasphemie beschuldigt zu werden, sitze ich im W126. Das "Federkerngestühl" ist doch schon eher furchtbar, jedenfalls für meine Körperstatur (Sitzfläche zu kurz, zudem natürlich wenig Seitenhalt und zu weich....). Alles über 100km versuche ich zu vermeiden![]()
Gruß,
Th.
Dann setz dich mal in einen W 210 mit den serienmäßigen Stoffsitzen.
Das war ein schlechtes Auto und hatte noch schlechtere Sitze.
Hallo,
naja, meine Erfahrung mit W210 beschränkt sich auf einen S210 (allerdings Mopf) und Leder.
Das (dieses konkrete) Auto ist a) nicht wirklich schlecht, b) objektiv sogar richtig gut (nur nicht von der Karosserie

) und c) sitze ich (ich, nicht automatisch jeder .... ) da aber sowas von viel besser als in jedem W126



Gruß,
Th.
Ich habe nicht behauptet, dass dein Auto runtergerockt ist, aber auf so manchem W126-Treffen war es halt so, wie ich beschrieben hatte. Minimalistische Wartung in Kombination mit allerhöchsten Ansprüchen führte dann zum Meckern. Damit habe ich jetzt wieder nicht gesagt, dass du dein Auto minimalistisch wartest...
Ich bin 1,80 m und wiege 82 kg. Den Fahrersitz hatte ich bei 224.000 km bei Mercedes mit einem neuen Federkern aufarbeiten lassen und bin ihn bis 365.000 km gefahren. Dann habe ich das Auto verkauft. Ich muss allerdings dazu sagen, dass das Auto diese pneumatische Lordosenstütze hatte, die man sowohl in der Höhe als auch in der Druckstufe verändern konnte. Der Seitenhalt war nicht so pralle, aber es war angenehm, kuschelig, beschwerdefrei.
Die längste Fahrt ohne Pause am Stück waren 16 Stunden nach Südfrankreich. Hatte mir in diesen Sitzen nichts ausgemacht.
Die Sitze in meinem jetzigen W211 haben Heizung, Lüftung, Pneumatik, elektrische Verstellungen der Beinauflage, der Lehne und und und... Sie sind damit nicht besser als im W126 - sie sind anders ...
Zitat:
@tw.ghost schrieb am 7. November 2017 um 18:49:17 Uhr:
@Oelbrenner320CDI schrieb am 7. November 2017 um 17:13:00 Uhr:
Zitat:
@tw.ghost schrieb am 7. November 2017 um 18:49:17 Uhr:
Zitat:
Die Sitze des W126 hatten tatsächlich einen Federkern und waren mit Kokosfasern bespannt. Anekdote: Es gab auch ein Schildchen an der Unterseite mit dem Namen des Fließbandarbeiters, der diesen Sitz gefertigt hatte.
In 20 Jahren oder 200.000 km und je nach Gewicht des Fahrers gab der Federkern extrem nach. Damals gab es von Mercedes einen Reparatursatz. Heute wohl nicht mehr. Da muss dann ein Sattler dran.
Aber im nahezu Neuzustand waren die Sitze klasse und kein "furchtbares Federkerngestühl".
Das gleiche gilt für alle Fahrwerkgummis: Wer den Aufwand betreibt - ich habe es getan - und alle Fahrwerkgummis tauscht, wird seinen 126er kaum wiedererkennen.
Man tut den Autos unrecht, wenn ihnen, völlig runtergerockt, eine schlechte Qualität zugesprochen wird.
Hallo,
ich freue mich immer, wenn Menschen einfach Annahmen in den Raum stellen und in ihrer Wahrnehmung dann alles andere ausblenden.......![]()
Nun, ich denke schon, dass ich beurteilen kann, dass mein W126 nicht wirklich "völlig runtergerockt" ist, aber man kann das natürlich erstmal so in den Raum stellen![]()
Zudem habe ich schon manch Sitz (Stoff/Leder/Velour/wenig km/viel km/orthopädisch) von diversen W126 und C126 ausprobieren dürfen und auch etliche vom W123, der übrigens in seiner Struktur sehr ähnlich ist. Verstärkt, nicht verstärkt, mit und ohne "Taxiklötze" ..... alles schon getestet und ich bleibe dabei, für mich sind die Sitze "furchtbares Federkerngestühl". Das mag ja jeder für sich anders beurteilen, aber ich habe nun mal den Vergleich zu 3 Baureihen danach (C140, V220, W221) und da merkt man eben, dass sich in Sachen Sitz gewaltig viel getan hat und ja, es hat sicher auch was mit dem unterschiedlichen Körperbau zu tun (hatte ich, glaube ich, auch so geschrieben).
Ich sitze im W126 nicht wirklich gut, vorne nicht, hinten erst recht nicht. Das redet mir auch niemand schön......
![]()
Gruß,
Th.
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Zitat:
@Kunipfuhl schrieb am 7. November 2017 um 17:58:42 Uhr:
Zitat:
@tw.ghost schrieb am 28. Oktober 2017 um 16:39:14 Uhr:
Hallo,
und das ist sicherlich auch von Mensch zu Mensch ein wenig anders.
Z.B. bin ich 1,91m lang und sitze im V220 vergleichsweise zu hoch und nahezu perfekt im C140......
Am besten allerdings in meinem W221.
Mit Abstand am schlechtesten, wenn man das bei einer S-Klasse überhaupt so formulieren darf, ohne der Blasphemie beschuldigt zu werden, sitze ich im W126. Das "Federkerngestühl" ist doch schon eher furchtbar, jedenfalls für meine Körperstatur (Sitzfläche zu kurz, zudem natürlich wenig Seitenhalt und zu weich....). Alles über 100km versuche ich zu vermeiden![]()
Gruß,
Th.
Dann setz dich mal in einen W 210 mit den serienmäßigen Stoffsitzen.
Das war ein schlechtes Auto und hatte noch schlechtere Sitze.
Das man in einem W210 schlecht sitzt ist ja wohl völliger Unsinn und gehört in's Reich der Fabeln!
Dem W210 wird ständig alles schlechte angedichtet, und das völlig zu Unrecht
schreibt einer der bereits fünf W210, zwei w211 und einen W212 gefahren ist, bzw fährt.
Man kann am W210 sicherlich viel kritisieren, aber rein von den Platz- und Komfortverhältnissen ist das m.E bis heute die beste E Klasse.
Insbesondere der 124er wirkt dagegen wie eine C Klasse.
Zitat:
@S Klasse Fan schrieb am 7. November 2017 um 23:28:29 Uhr:
Man kann am W210 sicherlich viel kritisieren, aber rein von den Platz- und Komfortverhältnissen ist das m.E bis heute die beste E Klasse.
Insbesondere der 124er wirkt dagegen wie eine C Klasse.
So was zu lesen schmerzt. Ich weiß nicht wie man einen heiligen W124 mit so einer Rübe vergleichen kann. Diese No-go Scheinwerfer in diesen fetten Damenschenkel-Kotflügeln, es ist einfach eklig.
Ich hab ihn nie gefahren, das Auge ist ja mit, und man hat nur zwei Augen.
Die C-Klasse W202 ist auch von der Verarbeitung eine Nummer höher. Ich hab einen und ich kann ihn nicht verkaufen, weil er zu gut ist. Da sind noch Ähnlichkeiten zum 123 und 124, und rechteckige Scheinwerfer, nicht diese Ochsenaugen die blöder nicht gucken könnten.
Sorry, musste mal gesagt werden.
Gruß
Ja, dann les das am besten nochmal und diesmal richtig.
Ich habe mich auf die Platzverhältnisse bezogen. Und da ist eben Fakt, dass der W124 irgendwie dann doch näher am W202 dran ist als am W210....
Autos heilig sprechen ist auch völliger Unsinn, das sind Haufen aus Stahl, Plastik und Gummi, keine Ahnung was daran heilig sein soll.
Ich fahre auch gerne W124 und mag den auch lieber leiden als den W210. Das ändert aber nix daran, dass so Dinge wie Platzverhältnisse und auch Qualität des Gestühls im W210 besser sind....
Und um mal eine Lanze zu brechen... Von der Materialqualität und Verarbeitung des Innenraums her hab ich beim W210 auch nicht viel auszusetzen... Wer wissen will, wo der Hammer im negativen Sinne hängt, der soll mal in einem Vormopf W203 oder W220 Platz nehmen....
Die Verbrauchsangabe beim W116 350 SE entspricht nicht der Realität. Mit 13 Liter kann dieses Auto niemand fahren. 15 Liter bei sehr sparsamer Fahrweise, 20 Liter im Normalbetrieb und 30 Liter bei der sehr sportlicher Fahrweise. Der 350 SE hat nicht zu letzt die schlechteste Performance, also Leistung im Vergleich zum Verbrauch. Der 280 SE ist am Sparsamsten mit ca. 13 Liter, der 450 SE braucht nicht mehr als der 350 SE bei besseren Fahrleistungen.
...Das schreibt zumindest der eine beim anderen ab
Wer einen 350 SE mit 20 Litern im Normalbetrieb fährt, wird mit einem 280 SE kaum mit 13 Litern auskommen.
Das sind alles recht sinnlose Pauschalaussagen....
Und was heißt Preis/Leistungsverhältnis... Wenn man fernab der Datenblatttheorie solche Autos mal fährt, dann stellt man fest, dass ein 350 SE - auch mit Automatic - doch ziemlich gut geht, dagegen ist der 280 SE relativ schwach auf der Brust.
Zitat:
@sniffthetears schrieb am 25. Dezember 2017 um 02:46:20 Uhr:
Die Verbrauchsangabe beim W116 350 SE entspricht nicht der Realität. Mit 13 Liter kann dieses Auto niemand fahren. 15 Liter bei sehr sparsamer Fahrweise, 20 Liter im Normalbetrieb und 30 Liter bei der sehr sportlicher Fahrweise. Der 350 SE hat nicht zu letzt die schlechteste Performance, also Leistung im Vergleich zum Verbrauch. Der 280 SE ist am Sparsamsten mit ca. 13 Liter, der 450 SE braucht nicht mehr als der 350 SE bei besseren Fahrleistungen.
Stimmt zu 100%!
Zitat:
Die Verbrauchsangabe beim W116 350 SE entspricht nicht der Realität. Mit 13 Liter kann dieses Auto niemand fahren. 15 Liter bei sehr sparsamer Fahrweise, 20 Liter im Normalbetrieb und 30 Liter bei der sehr sportlicher Fahrweise. Der 350 SE hat nicht zu letzt die schlechteste Performance, also Leistung im Vergleich zum Verbrauch. Der 280 SE ist am Sparsamsten mit ca. 13 Liter, der 450 SE braucht nicht mehr als der 350 SE bei besseren Fahrleistungen.
Ich bin meinen 450 SE mit 12 Litern gefahren. Minimum allerdings.
Hier treffen sich die, die das Fahrzeug besitzen und Leute die automatisch glauben, dass ein V8 aus den 70ern IMMER über 20 Liter brauchen muss, weil Verbrauch = Leistung.
Und jetzt werf ich noch in die Runde, dass ein 280 S Vergaser MEHR verbraucht als ein 450 SE.
Zitat:
@S Klasse Fan schrieb am 25. Dezember 2017 um 09:46:14 Uhr:
...Das schreibt zumindest der eine beim anderen ab![]()
> Sind auch meine Erfahrungen aus dieser Zeit! <
Und was heißt Preis/Leistungsverhältnis... Wenn man fernab der Datenblatttheorie solche Autos mal fährt, dann stellt man fest, dass ein 350 SE - auch mit Automatic - doch ziemlich gut geht, dagegen ist der 280 SE relativ schwach auf der Brust.
>Der Doppelnocker passt von seiner Charakteristik überhaupt nicht in dieses Auto. Das war eine Daimler-Benz-Notlösung, weil sie nichts anders hatten. Hat in Deutschland sowieso keiner gekauft.<