Drehzahlabfall / ausgehender Motor beim Eingeschalten von Verbrauchern / Lastwechsel
Hallo zusammen,
habe leider ein relativ merkwürdiges Problem: Betägige ich im Leerlauf einen großen Strom-Verbraucher (Fensterheber, Klimaautomatik, Heckscheibenheizung ...), fällt die Motordrehzahl für einen kurzen Moment deutlich bzw. von ca. 750 auf ca. 500 U/Min. ab. Teilweise, z.B. bei Betätigung aller 4 Fensterheber gleichzeitig, geht dabei der Motor sogar fast aus. Schalte ich die Verbraucher ein, während die Frontscheinwerfer an sind, flackern Letztere kurz.
Ich weiß nicht, ob es damit zusammenhängt, aber dieses "Verschlucken" des Motors zeigt sich übrigens auch oft, wenn ich beschleunige (insbesondere beim Rückwärtsfahren) und dann abrupt vom Gas auf die Kupplung wechsle. Hierbei passiert es sogar relativ häufig, dass der Motor ausgeht, was insbesondere, wenn das Ganze in einer Kurve passiert, durch die anschließend ausfallende Servo-Unterstützung wirklich kein Spaß ist.
Hat jemand hierzu eine Idee? Die Spannungsanzeige steht ständig auf 14 Volt und verändert sich bei Betätigung der Verbraucher nur minimal (kaum sichtbar). Die Batterie ist erst 4 Jahre alt, eigentlich ausreichend dimensioniert (Banner Power Bull P7405, 74Ah) und zeigt ansonsten keinerlei Auffälligkeiten. Diverse Sensoren (Lamdasonden, LMM, Doppeltemperaturgeber) und Ventile (Leerlaufregelventil, Rückschlagventile Unterdrucksystem) wurden innerhalb der letzten 3 Jahre gewechselt, und seitdem hat sich keine Verbesserung eingestellt. Falschluft wurde von mehreren Werkstätten geprüft und ausgeschlossen, nachdem in der Vergangenheit der Bremskraftverstärker aufgrund einer Undichtigkeit Falschluft gezogen hatte und erneuert wurde.
Vielen Dank mal wieder für eure Hilfe!
57 Antworten
so, nach einigen weiteren Anläufen bin ich leider noch immer nicht weiter. 1. Boschdienst: "Wir können gern ein bisschen messen, aber wenn Sie uns nicht sagen was und wo...wir wissen es auch nicht". 2. Boschdienst: "Da habe ich auch keine Idee."
Zu allem Überfluss ist ein weiteres Problem dazugekommen: https://www.motor-talk.de/.../abs-esp-ausfall-t6180572.html?... - keine Ahnung, ob es da einen Zusammenhang gibt.
Habe mir jetzt mal das Motorsteuergerät näher angeschaut: Im Gehäuse eigentlich alles trocken, auch nix verrostet o.ä. Allerdings sieht es zwischen Steuergerätebox und Innenraum ziemlich wild aus - jede Menge Dreck und auch ziemlich nass (vgl. Foto), wahrscheinlich noch vom klassischen Bremskraftsverstärker-Überflutungsproblem, das vor ein paar Jahren auch bei mir auftrat. Zwar hatte ich damals die daran schuldigen Gummi-Ablauftüllen aus dem Wasserkasten entfernt, allerdings verhindert das wohl nicht, dass sich der Dreck wie auf dem Foto zu sehen sammelt.
Da ich die Kabelstränge hinter der Box nicht wirklich gut einsehen kann und da ja vielleicht der Hund begraben liegt (macht das Sinn?!), wäre meine Frage wäre jetzt: Wie bekomme ich die ganze Steuergerätebox ausgebaut, so dass ich mir das mal vernünftig anschauen und ggf. auch gleich reparieren kann?
Danke euch, einmal mehr...
Wischerarme ab, Windabweiser ab und Wischergestänge raus. Letzteres muß sowieso mal demontiert, gereinigt und gefettet werden. Und dann kommst Du an den Dreck und die Kabel hinter der Box ran. An den Kabeln wird aber bestimmt nichts sein, die liegen da einfach nur rum und haben mit der Motorsteuerung nichts zu tun.
danke für die schnelle Rückmeldung. Was ist mit Massepunkten? Habe hier und da gelesen, dass hinter/unter der Box einer sein soll?!
BTW: Hast du deinen Motorraum mit der Zahnbürste geschrubbt? :-)
Zitat:
@chabar schrieb am 1. Dezember 2017 um 22:24:17 Uhr:
[...] Was ist mit Massepunkten? Habe hier und da gelesen, dass hinter/unter der Box einer sein soll?!
Unter der Box geht es in den Fahrgastraum, da sind die nächsten Massepunkte m.W. an der A-Säule und den Relais-/Sicherungsträgern. Im Wasserkasten kenne ich nur den Massepunkt von der Batterie.
Zitat:
BTW: Hast du deinen Motorraum mit der Zahnbürste geschrubbt? :-)
Kann sein 🙂. Habe mir viel Mühe gegeben, weil ich dort vermutlich nie wieder rankomme. Vorher sah es so aus:
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also ich bleibe dabei, das alles regelt das MSG mit der Drosselklappe.
Insofern keine Falschluft anliegt und die Drosselklappe intakt sowie korrekt angepasst ist, sollte das funktionieren.
Habe nun nochmal die Drosselklappe wie hier beschrieben per registriertem VCDS Lite angelernt - leider keine Verbesserung.
Zudem habe ich erneut das gesamte Ansaugluft-/Unterdrucksystem abgedrückt - leider wieder ohne Auffälligkeiten. Anschließend habe ich mir auch nochmal die Luftmassen- und Lambdawerte im Leerlauf und mit warmgefahrenem Motor angeschaut, wobei ich auch hier keine Ungereimtheiten feststellen konnte. Die Lambda-Werte lagen so bei -4% und die -Spannung um 1,4V, die LMM-Werte bei ca. 4g/s. Falschluft würde ich daher wirklich mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen.
"Spaßeshalber" habe ich auch nochmal die Einspritzventile gewechselt (inkl. Dichtungen) - seit dem habe ich zwar keine Startprobleme mehr und die Gasannahme des Motors ist etwas besser, aber der Drehzahlabfall beim Einschalten von elektrischen Verbrauchern bleibt.
Was ich neulich noch zufällig festgestellt habe: Selbst wenn ich einen stärkeren Verbraucher während einer Autobahnfahrt betätige, flackert das Abblendlicht kurz. Bei voller Fahrt sollte doch wirklich direkt genug Strom zur Verfügung stehen, oder? Liegt vielleicht doch irgendwo eine Problem mit der Verkabelung vor?
Ach so, nachdem ich mein ABS-Problem gelöst habe, bleibt der Fehlerspeicher übrigens komplett leer. Von dieser Seite gibt's also leider keine weiteren Hinweise.
Also, wenn irgendjemand noch 'nen guten Tipp für mich parat hat?! Ist doch quasi noch Weihnachten :-)
erneutes Update: Habe mich heute nochmal per E-Zigaretten-Rauchtest auf Falschluftsuche gemacht (so ähnlich wie der Kollege hier) und dabei festgestellt, dass am Ölpeilstab ganz leicht Rauch austritt und man es da auch ganz leicht zischen hört. Ich habe daraufhin mal testweise versucht, den Ölpeilstab mit Isolierband ein wenig abzudichten - ohne nennenswerte Besserung oder Veränderung.
Was mir dann aber auffiehl war, dass ich den Ölpeilstab im Motor-Leerlauf ziehen kann, ohne dass sich die Drehzahl in irgendeiner Weise ändert. Müsste der Motor sich nicht einigermaßen "verschlucken"? Falls ja, kann das doch nur daran liegen, dass der Motor an andere Stelle bereits so erheblich Falschluft ansaugt, dass der Peilstab nicht mehr ins Gewicht fällt, oder?
Hallo zusammen,
nochmal ein kleines Update, denn ich befürchte, dass langfristig irgendetwas zu Bruch geht, wenn ich das Problem nicht behebe:
- vor ca. 4 Wochen Dichtung von Ansaugbrücke und Drosselklappe erneuert
- dabei Riss in Kurbelgehäuse-Entlüftungsschlauch unter Ansaugbrücke entdeckt; keine Ahnung, ob ich den beim Abbau der Ansaugbrücke beschädigt habe, in jedem Fall habe ich diesen und den daran anschließenden Schlauch jetzt erneuert (s. Anhang)
- heute zur Sicherheit nochmal Kompressionsmessung durchgeführt (Ergebnis: alle Zylinder zwischen 11 und 12 bar)
- dabei Zündkerzenbild geprüft (m.E. auch i.O.; s. Anhang)
- G62 per VCDS geprüft; liefert für warmen Motor plausible Werte bzw. pendelt um 90 Grad
- habe dann bei !warmem!, laufenden Motor im Leerlauf nochmal einen Blick auf LMM- und Lambda-Werte geworfen; Fazit: Die LLM-Werte Motor sind ähnlich wie oben bereits erwähnt (ca. 2,5 g/s). Die Lambda-Werte sind zwar ebenfalls ähnlich wie oben erwähnt bzw. pendeln um 0%, allerdings fiel mir jetzt auf, dass diese in unregelmäßigen Abständen plötzlich auf -15% bis -20% springen. Und das obwohl der Motor während der Messung kontinuierlich im Leerlauf lief. Kann mir jemand bei der Interpretation dieses Phänomens helfen?
Mit im Voraus dankbaren Grüßen
Zitat:
@chabar schrieb am 25. Juni 2018 um 21:09:52 Uhr:
[...] - dabei Riss in Kurbelgehäuse-Entlüftungsschlauch unter Ansaugbrücke entdeckt; keine Ahnung, ob ich den beim Abbau der Ansaugbrücke beschädigt habe, in jedem Fall habe ich diesen und den daran anschließenden Schlauch jetzt erneuert (s. Anhang) [...]
Geht der Motor immer noch bei Lastwechsel aus?
naja, wirklich ausgehen tut er nur noch ganz selten. So gesehen hat sich dieses Problem etwas gebessert - was in Anbetracht der Vielzahl neu verbauter Teile aber vielleicht auch kein Wunder ist.
Was jedoch nach wie vor an Problemen auftritt ist:
- schlechter Kaltstart (3-4 Umdrehungen und dann relativ schleppendes Anspringen)
- Drehzahlabfall beim Betätigen starker Verbraucher (Fensterheber, Klima ...), egal ob Motor warm oder kalt
- sporadisch unrunter Leerlauf ("Sägen"😉; bei warmem und kaltem Motor, wobei stärker nach Kaltstart
Du hast ein Problem mit schwankender Drehzahl bei zugeschalteten Verbrauchern. Meinem Verständnis nach kompensiert das die DK- Stellung und hier würde ich den Fehler suchen ( lassen) Das findet ein guter KFZ Elektriker sicher heraus. Ursache unrunder Leerlauf und schlechtes Anspringen kann auch durch eine defekte Spritpumpe kommen, der Druck im System ist schnell geprüft. Irgendwo hast du den Wurm drin, echt ätzend. Überleg dir halt wie lange es Sinn macht den Fehler zu suchen und Teile zu tauschen, wenn nicht, in den sauren Apfel beißen und ab in die Mülltonne damit. Grüße
irgendwie habe ich ja den Eindruck, dass es nur (noch) eine Kleinigkeit sein kann, die die Probleme verursacht. Die Drosselklappe hatte ich übrigens auch schon gegen eine gebrauchte ersetzt, die ich für ein paar Euro gebraucht gekauft hatte. Danach die DK per VCDC angelernt, aber: keinerlei Veränderung, geschweige denn Besserung. Benzindruck wurde leider bereits schon geprüft und für gut befunden.
Was haltet ihr denn von den schwankenden Lamda-Werten im Leerlauf? Spricht das nicht wieder für Falschluft? Und hat jemand ggf. eine schematisch Darstellung des luftführenden Systems, so dass ich die einzelnen Schläuche besser identifizieren und auf Undichtigkeiten prüfen kann?
Die schwankenden Lambdas sind bis zu einem gewissen Punkt völlig normal.
Hast ja weitere Falschluft Quellen gefunden und abgedichtet.
Drehzahl geht logischerweise runter, wenn Verbraucher benutzt werden.
Fängt sich die Drehzahl dann wieder - oder bleibt die Drehzahl eindeutig zu niedrig?
Zu Bruch... geht deswegen nix.
Also das fänd ich doch sehr komisch, wenn sowohl das Sägen des Motors als auch der Drehzahlabfall und der schlechte Kaltstart normal wären. Hatte beides anfangs bzw. vor ein paar Jahren noch nicht.
Die Drehzahl wird i.d.R. innerhalb einer Sekunde wieder auf Normalniveau geregelt. Dass die Drehzahl länger im Keller bleibt, habe ich noch nicht erlebt. (Wenn dann geht eher der Motor aus.)
Zitat:
@chabar schrieb am 25. Juni 2018 um 22:13:58 Uhr:
[...]
- schlechter Kaltstart (3-4 Umdrehungen und dann relativ schleppendes Anspringen)
- Drehzahlabfall beim Betätigen starker Verbraucher (Fensterheber, Klima ...), egal ob Motor warm oder kalt
- sporadisch unrunter Leerlauf ("Sägen"😉; bei warmem und kaltem Motor, wobei stärker nach Kaltstart
[...]
Prüfe auch mal alle Rückschlagventile. Ich hatte kürzlich eins von der Tankentlüftung ausfindig gemacht, welches nicht mehr sperrte. Hast du mal mit dem Diagnosegerät die Ausgänge getestet (Stellglieddiagnose)? Tankentlüftungs-, Sekundärluft-, Schubumluftventil...