Diverse Fragen zum Anschaffen eines Audi 80

Audi 80 B2/81/85

Hallo Leute,

ich hatte ja schon mal mit dem Gedanken gespielt, mir einen Youngtimer zu holen. Es soll ein Audi 80 werden. Entweder einer der „ersten“ B1 oder B2. Da ich selbst was die Reparatur von Fahrzeugen Null auskenne, sollte es einer sein, der in einem sehr guten optischen und technischen Zustand ist. Eigentlich muss das ja jeder selbst wissen, aber welchen Typ würdet Ihr mir empfehlen?

1. Bei so alten Fahrzeugen fällt ja mit Sicherheit trotzdem immer mal etwas an. Ist es bei so einem alten Audi 80 (Baujahr 1972 – 1985, je nachdem, welcher es wird) möglich, diesen einfach zwecks „Kundendienst“ und Service zu einem Audi-Händler zu bringen?

2. Um das Fahrzeug möglichst lange zu erhalten, möchte ich, dass bei dem eine Hohlraumkonservierung gemacht wird. Ist das sinnvoll? Und kann dies mit jedem alten Fahrzeug, also auch mit dem Audi 80, gemacht werden?

Danke!

DANIEL.

10 Antworten

Alles was älter als 30 Jahre ist, wird als Oldtimer bezeichnet. Da der Audi 80 B 2 bis 1986 produziert wurde, handelt es sich mittlerweile bei allen B1 und B2 um Oldtimer.

Zwangsläufig sind diese dann auch mind. 30 Jahre alt. Wenn Wagen diesen Alters technisch und optisch in einem guten Zustand sein sollen, muss zwangsläufig viel an den Wagen gemacht wurden sein. Fahrzeuge mit geringen Laufleistungen erscheinen zwar im ersten Moment als gute Wahl, bergen aber das Risiko von allerhand "Standschäden", weil sie kaum bzw. nur wenig bewegt wurden und sich Undichtigkeiten und Versprödungen in dieser kurzen Betriebszeit nicht zeigen.

Soll das denn ein Wagen für Schönwetterausfahrten am Wochenende oder für den Alltag werden?

Den Audi-Vertragshändler kannst Du Dir zur Wartung mit großer Wahrscheinlichkeit sparen. Bei den frühen 80ern muss regelmäßig der Vergaser und das Ventilspiel eingestellt werden, vielleicht gibt es auch noch ein paar Abschmiernippel am Fahrwerk und Lenkung. Von daher sollte man zu spezialisierten (Oldtimer-) Werkstätten fahren.

Eine Hohlraumkonservierung ist dringend anzuraten und ohne weiteres möglich.

Gut, dann soll es also ein Oldtimer werden, da dieser ja schon mind. 30 Jahre alt ist🙂

Achso, das wusste ich auch nicht, dass es dafür spezielle Oldtimerwerkstätten geben. Das heißt, diese sind auch so ziemlich auf alle Fabrikate spezialisiert? Also wenn es ein „Problem“ mit dem Audi geben sollte oder der TÜV etwas feststellen sollte, dann könnte ich in so eine Oldtimerwerkstätte gehen.

Was würde grob so eine Hohlraumkonservierung für das komplette Fahrzeug kosten? Nur ein ungefährer Richtwert. Also sprechen wir da im Hunderter-Bereich? Und eine Hohlraumkonservierung bedeutet also, dass das Fahrzeug an „Schwachstellen“ gegen Rost geschützt ist und somit auch nicht anfällig sein sollte. Korrekt?

Nein, als Alltagsauto soll das Auto nicht verwendet werden. Ich habe einen Audi A4 (Baujahr 2011), welcher mein Alltagsauto ist. Ich fahre allerdings täglich mit dem Auto zur Arbeit, was einfach 30 km sind. Und eine lange Standzeit wäre für den Audi 80 ja auch nicht optimal, von daher würde der schon regelmäßig bewegt werden. Zum einen „normale“ Ausfahrten und zum anderen würde ich diesen halt dafür nutzen, um auch in die Arbeit zu fahren.

Bei einer Hohlraumkonservierung wird in alle Träger und Hohlräume am Auto Wachs oder Fett gespritzt.

Bei einem so altem Auto würde ich immer zu meinem Mittel auf Fettbasis raten. Ich bin davon überzeugt dass ein 30 Jahre alter Wagen zumindest Flugrost angesetzt hat. Das ist aber nicht weiter schlimm wenn man Fett als Konservierungsmittel benutzt.

Das Fett durchdringt den Rost und schließt ihn zuverlässig vom Sauerstoff ab und verhindert so das weiter Rosten, oder verlangsamt es zumindest so sehr, dass es zu vernachlässigen ist. Vom Rost zerfressene Bleche sind aber auch dadurch nichtmehr zu retten.
Fett hat auch den Vorteil dass es eine deutlich höhere und länger anhaltende Krichfähigkeit hat, wodurch es sich besonders an heißen Tagen nach und nach im gesamten Auto verteilt, und so auch an kaum zugängliche Stellen kommt. Der Nachteil eben dieser Krichfähigkeit ist jedoch, dass es an Türen z.B. aus den Wasserabläufen tropfen kann, was dann auf dem Schweller landet und einem die Hose versaut. Genauso wird der Wagen die ersten paar Wochen nach der Versigelung immer Fettflecken auf dem Parkplatz hinterlassen vor allem an heißen Tagen, weil das überschüssige Fett abläuft.
Bei Fett sind auch große Schichtdicken kein Problem.

Wachs dagegen ist bei neuen rostfreien Blechen besser geeignet, weil es an senkrechten Flächen besser haftet und so etwas höhere Schichtdicken möglich sind. Wachs bildet aber nur eine geschlossene Schicht über dem Material. Vorhandener Rost wird so nur abgedeckt, aber kann unter umständen weiter rosten.
Solange das Wachs noch Heiß ist, bzw. sich die Lösemittel nicht verflüchtigt haben ist es in gewissen Grenzen auch noch Krichfähig, aber nicht so gut wie Fett.
Bei den angesprochenen hohen Schichtdicken ist zu beachten dass dicke Schichten bei Austrocknung eher zur Rissbildung neigen, wodurch wieder Feuchtigkeit an das Blech gelangen kann.
Der Vorteil ist dass es keine bzw. weniger Sauerrei auf Parkplatz oder Schwellern (wie das Fett oben beschrieben) hinterlässt.
Über die Haltbarkeint weiß ich aber nichts genaues.

Genaue Infos gibt es aber genug wenn man bei Google einfach mal diverse Langzeittests einschlägiger Oldtimerzeitschriften sucht.

Ich in meinem Fall habe für ca. 60€ 5L Fluidfilm NAS gekauft und in eigenregie mit einer vom Kumpel geliehenen Druckbecherpistole die ganze Karosse bis auf die Türen behandelt. In die Türen habe ich Hohlraumwachs gespritzt, eben um meine Hosen nicht zu versauen wenn Fett auf dem Schweller ist.
Laut Fluidfilm sollte ich den Schutz nach 6-8 Jahren erneuern.

Druckbecherpistolen gibt es glaub ab ca. 110€ was brauchbares, oft auch mit den benötigten Sonden. Ein Kompressor ist natürlich auch notwendig.

Sehr von Vorteil ist es auch wenn der Wagen weitgehend Zerlegt ist, vorallem Gummiteile und der Innenraum sollten nichtmehr am Fahrzeug sein. Wie Fettflecken auf den Sitzen aussehen kann sich jeder selber denken. Bei den Gummiteilen kann es zu Reaktionen mit dem Fett und dem Gummi kommen, worduch das Gummi kaputt gehen kann (Aufquellen/Aufweichen etc.)

Es gibt Firmen welche die Arbeit für einen Übernehmen, aber da befindet man sich dann auf jeden Fall im 3- wenn nicht 4-Stelligen Kostenbereich. Zumindest war das mein letzter Wissensstand.

Ich habe für die ganze Aktion ca. einen Tag gebraucht. Rein das Spritzen, ohne Demontage oder Montage, bei gemütlicher Arbeitsweiße.

Vielen Dank schon mal für Deine ausführlichen Erläuterungen. Da ich eigentlich wirklich ein Laie bin, werde ich das vermutlich - wenn es denn so weit ist - machen lassen. Dann werde ich mich mal informieren, was so eine Hohlraumversiegelung kostet.

Kann mir jetzt noch jemand einen Tipp geben, welche die bessere Wahl ist? Der Audi 80 B1 oder B2? Ich weiß, man kann das ja nicht verallgemeinern, aber ist z. B. bekannt, dass der B1 "unzuverlässiger" oder reparaturanfälliger ist? Oder kann man das so nicht sagen?

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Zitat:

@Audi-100-Avant schrieb am 17. Juni 2016 um 12:22:17 Uhr:


Von daher sollte man zu spezialisierten (Oldtimer-) Werkstätten fahren.

Zitat:

@Audi-100-Avant schrieb am 17. Juni 2016 um 12:22:17 Uhr:


Von daher sollte man zu spezialisierten (Oldtimer-) Werkstätten fahren.

Zitat:

@Audi-100-Avant schrieb am 17. Juni 2016 um 12:22:17 Uhr:


Von daher sollte man zu spezialisierten (Oldtimer-) Werkstätten fahren.

Zitat:

@Audi-100-Avant schrieb am 17. Juni 2016 um 12:22:17 Uhr:


Von daher sollte man zu spezialisierten (Oldtimer-) Werkstätten fahren.

Zitat:

@Audi-100-Avant schrieb am 17. Juni 2016 um 12:22:17 Uhr:


Von daher sollte man zu spezialisierten (Oldtimer-) Werkstätten fahren.

nein! 🙂 In der Regel sind Werkstätten, die sich "Oldtimer" auf das Schild schreiben Geldverschwendung.

Wenn man sich einen Oldtimer in die Garage stellt, dann besorgt man sich jede verfügbare Lektüre, studiert diese und setzt sich mit dem Auto auseinander. Am Ende kennt man sich mit dem Auto besser aus als jede Werkstatt. Das macht Spaß.

Wenn irgendwelche Mängel auftreten, versucht man die Ursache zu finden. Auch das macht Spaß.

Wenn die Ursache gefunden ist, versucht man die Teile zu finden. Auch das macht Spaß.

Und wenn man dann nicht in der Lage ist das Teil selber zu tauschen oder zu reparieren, so geht man nicht zu "Oldtimer Scheffel & Geld", sondern zu "Ali umme Ecke" und sagt, was er machen soll.

Bezüglich Vergaser kann man sich ebenso informieren, und es ist auch nützlich, um diverse Mängel zu verstehen, aber in den meisten Fällen ist es sinnvoller einen schlecht funktionierenden Vergaser zu einem Menschen zu schicken, der sich mit genau diesem Modell auskennt. Mal davon abgesehen, dass Vergaser nur selten wirklich kaputt sind. Meist ist es die Summe aller technischen Schulden...

Alles andere am Audi ist uralt simpler Kram, die jede Hinterhofwerke für wenig Geld macht.

Mit dem Text spreche ich für mich. Jeder mag das anders empfinden. Für mich sind die Alltagsautos von früher einfach zu langweilig, um sie einfach nur zu fahren. Für mich ideal ist immer ein fahrbares Projekt, wo immer etwas gemacht werden muss.

Meine Meinung.

Mein Tipp: machs nicht 🙂.

Ohne auto sind Gedanken um eine hohlraumkonservierung noch belanglos

Da kannst genauso Informationen über das Thema schweißen sammeln ^^

Autos wie diese sind zudem auf technischen Niveau wie alte Volkswagen, dafür Spezialisten und raketentechniker ans Auto zu lassen, finde ich auch recht üppig

Der B3 steht übrigens auch auf der Schwelle zum Oldtimer, viele Modelle der Baureihe sind sogar noch voll alltagstauglich,motoren wie der PP,JN,SD oder 3A dank g-kat zur not auch noch 1-2jahre im Unterhalt ohne H-Nummer tragbar

Wenn es doch eh nur für gelegentliche Fahrten vielleicht sogar ein kultiger 5Zylinder ¿

Kämen dann allerdings eh nur noch B2 oder B3 in frage

Wobei z.b. so ein audi 80 CD oder früher quattro echt schneidige oldies sind 🙂

Wahrscheinlich soll es jetzt doch ein B1 werden, da dieser einfach noch etwas kultiger ist🙂

Auf dem angehängten Bild ist der Innenraum eines B1 zu sehen. Bei diesem ist u. a. das Radio UNTERHALB vom Armaturenbreit und unweit der Gangschaltung. Normalerweise kenne ich das von den B1ern so, dass das Radio IM Armaturenbrett, ziemlich auf Beifahrerseite neben dem AUDI-Schriftzug angebracht ist.

So wie hier auf dem Bild habe ich das noch nicht gesehen. Jetzt Frage an die Experten: Gibt es das wirklich von Original aus bei dem B1, dass das Radio so unterhalb angebracht ist oder sieht das wie ein nachträglich, selbstgemachter Einbau aus?

Das soll ein Audi 80 LS sein. Oder hat das etwas mit der Ausstattungsvariante zu tun, ob das Radio im Armaturenbrett verbaut war?

Freue mich über Aufklärung!

Danke!

-20

Ein Audi 80 ist ein ziemlich unspektakuläres Auto, was keine besonderen Kenntnisse vom Schrauber verlangt, außer sauberer Arbeit. Und da liegt die Problematik. Markengebundene Neuwagenhändler mit angeschlossener Werkstatt würde ich grundsätzlich meiden mit einem Auto, was länger halten soll. Ein teurer Oldtimerspezialist ist aber auch nicht nötig. Auch wenn es ab 30 Jahren ein H-Kennzeichen gibt, ein Oldtimer ist dann doch was anderes. Geh zu einem guten Meisterbetrieb, meistens sind das die kleinen, nicht markengebundenen Werkstätten, hier gibt es in jedem Dorf mindestens einen davon. Wichtig ist, dass die Leute da noch schrauben können und auch mal Teile reparieren statt nur zu tauschen, wenn es irgendwas nicht mehr gibt.
Und bevor Du größere Mengen brennbarer Substanzen in einem Auto versenkst, was nach 2 Jahren geschweißt werden muss: Erst versiegeln, wenn kein Rost mehr dran ist. Ein rostfreier Audi B1 ist fast unmöglich und beim B2 auch selten. Die legendäre Blechqualtät, für die Audi heute noch überall gelobt wird, gab es nur bei den Baureihen B/C 3 und 4. Besonders in den 70ern waren die echt übel, aber auch die späteren Modelle hatten mal das eine oder andere Loch.

mal abgesehen vom Rost und dem Radio: die vielen Risse im Dashboard sind sehr teuer, wenn sie stören, denn Innenraumteile gibts nicht mal für Geld oder nur sehr selten.

spät aber doch - vielleicht kann wer die infos brauchen:
B1 und B2 hatte (habe) ich selber. B1 BJ 76 war hinsichtlich rost schlecht geschützt.
wenns einer sein muß: unter hinterer sitzbank nachschauen, da rostete bei meinem die hinterachsaufnahme durch.
eine mittelkonsole gabs bei besseren austattungen oder zum nachkaufen.
B2 BJ 1982 war rostmäßig unaufällig, den hatte ich wie den B1 10 jahre lang und insgesamt eine vietelmillion kilometer gefahren.
aktuell habe ich noch einen B2 BJ 1986 mit 300t km, derzeit stillgelegt. die kiste ist bereits hohlraumversiegelt und hat kaum mehr als kantenrost (und vom steinschlag im radbereich). rostproblem gibts nur im kofferraum, weil der im bereich der hinterräder doppelwandig ist, das untere blech nach unten mit offenen loch - ist wohl eine sollroststelle.
technik ist bei allen anspruchlos

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