Dieselmotor für intensives Kurzstreckenfahren
Moin liebe Community,
Meine Mutter wird endlich nach einem weiteren harten Jahr voller Reparaturen an ihrem mittlerweile 13 Jahre alten, 240tsd km weit gefahrenen, Seat Alhambra, diesen abgeben.
Das Problem, laut dem Mechaniker sowie meinem Halbwissen über Motoren, sind die Kurzstrecken. Sie ist selbstständig und fährt am Tag mindestens 8 mal, wenn es hoch kommt 14 mal Kurzstrecke, i.d.F. weniger als 6km, und das 6 mal die Woche.
Jetzt war der Vorschlag unseres Mechanikers ein E-Auto, was für meine Mutter jedoch überhaupt nicht in Frage käme, weshalb ich einen Hybrid vorgeschlagen habe, genauer, den BMW 225xe.
Sie und mein Vater sind jetzt jedoch drauf und dran ihr den nächsten Diesel, ebenfalls vw motor, zu holen.
Ich würde mich sehr freuen, eure Gedanken zu dem Thema zu hören, ob mich jemand in meiner Ansicht, dass der Diesel hier einfach zu vergessen ist, bestätigen kann, ob ein Hybrid eine gute Lösung wäre, da man einen Teil der Kurzstrecke auf einfach elektrisch fahren kann und ob dieser auch über mehrere Jahre sich als zuverlässig erweisen kann.
Vielen Dank im Vorraus!
17 Antworten
Wenn ein reines E-Auto keine Option ist, dann einen PHEV. Auf kurzen Strecken rein elektrisch und weiter weg dann im Hybridmodus.
Der Diesel wird nicht alt. Das AGR wird sich massiv zusetzen und dann ist Schicht im Schacht. Ein Diesel ist für lange Strecken konzipiert.
Dazu dann die Problematik mit dem Rußpartikelfilter. Dieser muss auf Temperatur kommen, um effektiv zu arbeiten.
Passiert das nicht, setzt der Filter sich zu und dann wird es richtig teuer.
https://www.carwow.de/.../...ken-mit-dem-auto-besonders-schaedlich?...
Konkrete Argumente gegen den Diesel müssten sich aus den Reparaturen am Antrieb resp der Abgasreinigung ergeben. Zudem würde ich auch den realen Verbrauch auswerten, ein kalter Motor e.g. auch Diesel ist nicht sonderlich sparsam wg Gemischanreicherung. Wobei hier erste Fragen auftauchen: ist der Motor immer kalt oder liegen die Fahrten tw so nah aufeinander, dass zumindest ein kleiner Benziner nicht übermässig gestresst sein müsste?
Davon ab:
- was sind die Anforderungen ans neue Auto? Höher sitzen, ein Van wg warum?
- Was sind die Gründe gg E-Antrieb? Da vllt mal mietweise ausprobieren und Vorurteile bestätigen/widerlegen lassen.
- Budget?
- Wäre als Kompromiss auch ein Vollhybrid (Toyota, Honda, evtl Ford) verhandelbar?
Zitat:
@timbuss schrieb am 14. Januar 2024 um 09:59:24 Uhr:
Ich würde mich sehr freuen, eure Gedanken zu dem Thema zu hören, ob mich jemand in meiner Ansicht, dass der Diesel hier einfach zu vergessen ist, bestätigen kann, ob ein Hybrid eine gute Lösung wäre, da man einen Teil der Kurzstrecke auf einfach elektrisch fahren kann und ob dieser auch über mehrere Jahre sich als zuverlässig erweisen kann.Vielen Dank im Vorraus!
Hallo Tim,
grundsätzlich: moderne Diesel können heutzutage auch problemlos Kurzstrecke. Das ist nicht das Problem. Insbesondere das frühere Problem, dass die DPF verstopfen ist weggefallen. Allerdings sehe nicht so Recht den Sinn eines Diesel auf Kurzstrecke. Er wird nicht weniger verbrauchen (eher mehr) und ist tendenziell wartungsintensiver als ein Benziner. Diesel sind tendenziell eher großvolumiger (z.B. VAG 1.5 TSI vs. 2.0 TDI mitt jeweils 150 PS). Sie brauchen vergleichweise länger um warm zu werden und verbrauchen kalt auch mehr.
Wenn Ihr sinnvoll auf der Strecke laden könnt, kann der Plugin Hybrid eine sinnvolle Variante sein.
Hier würde ich aber auch vorallem auf die Akkugrößen achten. Die ersten Generationen kannst Du vergessen. Denn bedenke der Akku ist etwas anderes als ein Tank. Seine Haltbarkeit hängt mäßgeblich vom Ladeverhalten ab. Also 70% Belastung, durchschnittliche Akku-Stand usw... Sinnvoller PHEV die auch im Winter mit 70% des Akkus nennenswert weit kommen sind die aktuelle Generation von VAG und Mercedes - Akkus, insbes. Mercedes hat hier mit über 100km aus dem Akku unter idealen Bedingungen diese Nase sehr klar vorn.
Gerade wenn das Fahrzeug länger gefahren wird, ist der PHEV natürlich eine Schwachstelle (ganz schnell teuer werden) und vereint wartungstechnisch die Nachteile von e-Autos und Verbrennern.
Im 4 Vier-Jahres-Rückgabe-/Wegwerf-Leasing könnte das sinnvol sein.
Wenn der wieder 15 Jahre halten soll, würde ich die Finger davon lassen.
Ich würde den klassischen Benziner nehmen; ggf. kombiniert mit Erdgas.
Hier Mercedes und VAG auf jeden Fall was im Angebot.
So zumindest meine Gedanken.
Viele Grüße
Das moderne Diesel heutzutage auch problemlos Kurzstrecke können, halte ich für eine Mär. Diesel wollten schon immer Langstrecke. Ansonsten stimme ich zu - auch ich würde für das beschriebene Nutzungsprofil einen klassischen Benziner nehmen, bevorzugt einen Saugmotor, der aufgrund seiner einfachen Aufbauart relativ langlebig und zuverlässig ist. Allerdings würde ich bei einem solchen extremen Kurzstreckenbetrieb das Motoröl mehr als regelmäßig wechseln.
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Dass Diesel „schon immer Langstrecke wollten“ können nur die Jüngeren von sich geben.
Die etwas Älteren, also diejenigen, die noch mit richtigen Saugdieseln a la Vorkammer oder Wirbelkammer groß geworden sind, wissen noch das jedes (Mercedes) Taxi nahezu ausschließlich im Kurzstreckenbetrieb das beste sonst nichts waren.
Langstrecken mit solch einem OM waren eine Strafe bzw. nur etwas für Hartgesottene. Und das Heck der Autos war übrigens mit einer schwierigen und schwarzen Schicht überzogen- Briketts statt Feinstaub halt. 😉
Viele Kurzzstrecken dicht hintereinander ergeben eine Langstrecke, die Taxis wurden nie richtig kalt, haben sie gestanden, liefen sie meist im Standgas (daher auch die berühmte Taxi-Nocke).
Zurück zum Thema:
Dieselmotoren produzieren weniger Abwärme als vergleichbare Benziner, sind aber bei gleicher Leistung grösser, das heißt sie müssen mehr Material erwärmen (Motor, Öl, Kühlwasser).
Deshalb werden sie nicht so schnell warm wie Benziner.
Das Problem dabei:
Kalte Motoren haben mehr Verschleiß und verbrauchen mehr Sprit, dazu weitere Probleme mit Kondenswasser im Öl und in der Abgasanlage, mehr Probleme mit Verkokung und Versottung im Bereich der Abgasrückführung.
Dadurch, dass der Diesel nicht so schnell warm wird, ist er von diesen Problemen bei absoluter Kurzstrecke noch mehr betroffen.
Dazu noch beim Diesel das Problem mit dem Partikelfilter, dieser muss regelmäßig frei gebrannt werden, dazu müssen bestimmte Temperaturen erreicht werden, bei reinen Kurzstrecken passiert das nicht.
Deine Mutter ist eigentlich prädestiniert für ein E-Auto.
Hybrid ist gut und schön, wer sich nicht nicht damit beschäftigen will, ladet ihn aber sowieso nicht, dann kann man sich den Mehrpreis auch sparen.
Benziner umgerüstet/kombiniert mit Gas macht meiner Meinung auch kein Sinn, der Motor läuft erst mit Benzin, auf Gas wird erst umgeschaltet, wenn eine gewisse Betriebstemperatur erreicht ist. Was bei obigem Fahrprofil oft nicht der Fall sein wird.
Aus diesen Gründen würde ich zu Elektro oder wenn das absolut nicht geht, zum Benziner raten.
Leasing könnte interessant sein. Bevor der erhöhte Verschleiß durch Kurzstrecken zum tragen kommt, wird das Auto wieder abgegeben. Bei beruflicher/gewerblicher Nutzung ist das Leasing eventuell absetzbar?
Es wäre auch eine Möglichkeit, mal ein E-Auto je nach Leasingvertrag für 2-4 Jahre zu testen.
Auf jeden Fall KEINEN Diesel. Macht einfach keinen Sinn.
Ehrlicher Rat: Halte dich raus. Wenn deine Eltern einen Diesel wollen, dann sollen sie ihn auch nehmen (und sich damit rumärgern). Nehmen sie einen Hybrid oder Elektro und sind dann damit nicht zufrieden, bist du der Gekackmeierte.
Dass ein Diesel keinen Sinn macht, wurde eh schon gut beschrieben. Dem schließe ich mich an.
Der Kolben hat gesprochen.
Sehe ich auch so, Du bist dann schuld wenn der Akku "leer" ist ist oder wenn ein Vollhybrid "sich komisch fährt" und überhaupt das Fahrgefühl vom Diesel vermisst wird. Rein logisch betrachtet wäre ein vollelektrischer die erste Wahl, aber mit Logik kommt man nicht immer weiter. Einen Plugin würde ich persönlich meiden, ich bin mir sicher, dass es der Verbrennereinheit unter der Haube nicht gerade gut tut wenn die "alle Jubeljahre" mal läuft.
Nebenbei gefragt, wie hoch war der Verbrauch des Alhambra, falls der überhaupt korrekt erfasst wurde? 😁
Ich weiß von meiner Schwester, die einen S-MAX mit 150PS-Diesel in einem ähnlichen Betrieb fährt, dass sie um die 8.5l/100km braucht .
Der Kolben hat gesprochen.
Zitat:
@DerSprechendeKolben schrieb am 15. Januar 2024 um 07:44:19 Uhr:
Ehrlicher Rat: Halte dich raus. Wenn deine Eltern einen Diesel wollen, dann sollen sie ihn auch nehmen (und sich damit rumärgern). Nehmen sie einen Hybrid oder Elektro und sind dann damit nicht zufrieden, bist du der Gekackmeierte.
Dies. Meine Eltern fahren auch ihren Kurzstreckendiesel im Zafira. Seit nun bald 6 Jahren in ihrem Besitz auch sorgenfrei. Obwohl es der anfällige 1.6CDTI von Opel ist [der bei mir im Langstreckenprofil nach einem Jahr zum Sorgenkind wurde]. Da aber auch kaum Kilometerleistung entstehen sind die zu erwartenden Probleme eben trotzdem irgendwie immer in weiter ferne. Wenn dann die 100.000km geknackt werden (im 8. Autojahr) kommt allmählich der Wunsch nach einem neuen Auto und die erzeugten Probleme beim AGR und DPF bekommen sie gar nicht erst mit.
Was soll ich denen dann einen Honda Jazz aufschwatzen mit angeblich haltbarerer Technik? Mutter möchte das Motorvibrieren hören als akustische Schaltunterstützung und Vattern möchte ein großes Auto. Den lieb gemeinten Rat abgeben aber mehr sollte man sich nicht einmischen, wie über mir schon geschrieben wurde.
Zitat:
@HHH1961 schrieb am 14. Januar 2024 um 22:46:06 Uhr:
Das moderne Diesel heutzutage auch problemlos Kurzstrecke können, halte ich für eine Mär. Diesel wollten schon immer Langstrecke. Ansonsten stimme ich zu - auch ich würde für das beschriebene Nutzungsprofil einen klassischen Benziner nehmen, bevorzugt einen Saugmotor, der aufgrund seiner einfachen Aufbauart relativ langlebig und zuverlässig ist. Allerdings würde ich bei einem solchen extremen Kurzstreckenbetrieb das Motoröl mehr als regelmäßig wechseln.
Okay um ehrlich zu sein hatte ich den Gedanken, einen Sauger zu nehmen schon vollends verworfen, da ich dachte, heutzutage würden in der Autoklasse ohnehin keine mehr verbaut. Jetzt bin ich aber auf die Skyactiv Motoren von Mazda gestoßen, die in den CX-30 und anderen Modellen verbaut werden und auch von dem Platzangebot (wir haben 4 Hunde) perfekt passen. Ich bin zwar auch der Meinung, dass das E-Auto für das Fahrprofil meiner Mutter das mit Abstand beste wäre, aber wären diese Modelle mit diesen Motoren dann die einzig nicht elektrische Option?
Viele Grüße
Ich bitte den TE die Regeln der Kaufberatung zu lesen.
Zitat:
Diskussionen bitte immer am konkreten Beispiel
Bitte eröffnet Threads nur, wenn ihr eine konkrete Kaufberatung wünscht. Hypothetische Threads wie "Was ist geiler, Lamborghini Aventador oder Ferrari Enzo?" sind nicht erwünscht und werden umgehend gelöscht.
Das schließt auch die Frage nach Benziner / Hybrid / Diesel mit ein.
Das Thema wurde hierher von Motorer/Antriebe zurückverschoben - ich denke Antworten kamen genug.
Also entweder wird hier konkret an Marke/Modell beraten - oder hier ist dicht.
Zitat:
@timbuss schrieb am 14. Januar 2024 um 09:59:24 Uhr:
weshalb ich einen Hybrid vorgeschlagen habe, genauer, den BMW 225xe.
Wenn ihr laden könnt ist der eigentlich ideal. Für Kurzstrecken eine gute Reichweite. Ansonsten ein Benziner der das gut mitmacht. Und sogar Allrad falls es gefällt. Alternativen gibt es bei kleineren Autos nicht so viel. Kia Niro, Hyundai Kona kann man erwägen wenn der BMW zu teuer ist.
Zitat:
ob ein Hybrid eine gute Lösung wäre, da man einen Teil der Kurzstrecke auf einfach elektrisch fahren kann und ob dieser auch über mehrere Jahre sich als zuverlässig erweisen kann.
Wenn eine Aversion gegen das Laden eines PHEV besteht (oder einfach die Möglichkeit fehlt) wäre ein Vollhybrid auch sinnvoll. Toyota hat das breiteste Programm und die Verbräuche sind echt beeindruckend niedrig (den Yaris habe ich als Leihwagen mit 4l gefahren). Wenn wem Toyota nicht zusagt (geht mir leider so) kann man auch bei Honda oder Hyundai/Kia schauen. Die haben auch einzelne Modelle mit ebenfalls sehr guten Verbräuchen. Im Stadtverkehr machen die sogar Spaß.
Anstelle eines 225Xe würde ich mal einen Rav4 Hybrid in den raum werfen. Klar ist wesentlich länger als ein Active tourer aber wenn der Alhambra bisher kein Problem war. Gutes Hybridsystem bei Toyota und wenn man das Fahrzeug regelmäßig warten läßt eine sehr lange Fahrzeuggarantie.
Ich seh aber auch beim Diesel kein zu großes Problem. Die vielen Kurzstrecken allein können ein Problem sein, ja - das löst man am besten damit, dass er ab und an auch mal Langstrecke sieht. Also den Wochenendausflug mal etwas länger ausfallen lassen usw.
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Mehrverbrauch in der Warmfahrphase ist beim Diesel sicher nicht höher als bei einem Benziner. Eher ist es so dass im gleichem Fahrzeug der Diesel sparsamer ist als der reine Verbrenner und das oft um mehr als ein kalter diesel gegenüber einem betriebswarmendiesel an mehrverbrauch hat. Benziner im Kaltlauf nimmt da nochmal mehr.
Inzwischen ists auch so, dass nicht nur Diesel elektrisch zuheizen müssen um brauchbar Heizleistung in den innenraum zu bringen (insbesondere in der warmfahrphasse aber teils auch länger je nach aussentemperatur) sondern benziner diese elektrischen zuheizer auch haben.
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Vielleicht schaut man auch einfach wieder nach einem Alhambra mit TDI oder einfach einen alten 2.0er Benziner Sauger oder 1.8T (wobei die halt nicht ganz so sparsam sind wie ein TDI....aber der wertverlust eines neuen autos, die wartung um die garantie zu erhalten, die vollkasko weil die karre fünfstelligen wert hat...das alles ist Geld das kannst auch einfach vertanken).