Die vier Sorten Motorradfahrer

"Wir unterscheiden 4 Spezies von Motorraddeppen:

1) der Rudelfahrer
Der Rudelfahrer ist die angenehmste Sorte der Motorradfahrer. Er holt das gute Stück nur Samstags aus der Opel-Astra-Kombi-besetzen Doppel-Garage, um mit seinen Kumpels einen Motorradausflug zu machen. Im Pulk hat er Spaß und gefährdet weder sich noch andere.
Allerdings bekommt der Rudelfahrer Panikattacken, wenn sich ein Auto in den Pulk schiebt. Da hat der Rudelfahrer Angst, er könnte den Anschluss an die Herde verlieren, weswegen sich in seinem Gehirn dann ein Schalter mit der Aufschrift „einholen“ umlegt und alle anderen Gehirnfunktionen unterdrückt. Jetzt überholt der Rudelfahrer links oder rechts oder vor Kurven oder in Kurven, mit Gegenverkehr, ohne Gegenverkehr, alles egal, das Ziel ist. die eigene Staffel wieder einzuholen, um sich nicht solch widerwärtigen Sätzen wie „wo bleibste denn?“ aussetzen zu müssen.

2) den Kradmelder
Der Kradmelder ist meist mittleren oder fortgeschrittenen Alters und fährt ein kleines bis mittelschweres Motorrad. Der Kradmelder ist der Ansicht, dass er eine RIEEEESIGE Fahrpraxis hat und deswegen „schon irgendwie rechtzeitig vom Bock kommt“, sollte es eine Krisensituation geben.
Der Kradmelder glaubt unbedingt, dass Gott ihm zu diesem Zeitpunkt einen Weiher oder einen Heuhaufen sendet, damit er weich fällt. Deswegen trägt der Kradmelder auch Jeans und T-Shirt, bestenfalls Windjacke, da es für ihn völlig ausge-schlossen ist, dass er unter seiner Maschine mit 100 km/h über den Strassenasphalt schmirgeln könnte. Der Kradmelder ist so eher der lockere Typ, der Kinder bis 6 Jahre schon mal ohne Sturzhelm auf dem Sozius hat, denn da er bisher unfallfrei gefahren ist, bleibt das schließlich auch in Zukunft so und stellt kein Risiko dar.

3) das hoffnungsvolle Renntalent
Das hoffnungsvolle Renntalent ist ständig im Training. Es trägt einen augenbeleidigend gemusterten Kasperanzug aus Leder, der günstigerweise zur Farbe seines mittelschweren bis schweren Selbstmordinstruments passt. Das Renntalent sucht die Herausforderung vor jeder Kurve und vertraut darauf, dass die Autofahrer schon irgendwie auf die Bremse treten, wenn es zwecks überraschendem Gegenverkehr panisch nach rechts ziehen muss. Über-haupt hält das hoffnungsvolle Renntalent solche Dinge wie „Geschwindigkeitsbegrenzungen“ oder „Spielstrasse“ für Einschränkungen seiner persönlichen Freiheit und Hinweisschilder für Weicheier, die nicht fahren können.
Schließlich hat das hoffnungsvolle Renntalent seine Maschine auch noch bei 200 Sachen im Griff und es ist auch in einem Baustellenbereich völlig ausgeschlossen, dass Steine oder Sand auf der Fahrbahn liegen könnten und dass Eltern selbst schuld sind, wenn sie ihre Kinder in Spielstrassen unangeleint herumlaufen lassen.

4) der Nightrider
Schwarz. Alles Schwarz. Beim Nightrider sind das Motorrad schwarz, die Ledermontur schwarz, der Helm schwarz, das Visier schwarz, die Fingernägel schwarz.
Der Nightrider hält sich für das Phantom der Phantome, den Schrecken der Landstrasse, den Vollstreckungsbeamten des jüngsten Gerichts und den Top Gun der himmlischen Heerscharen. Deswegen steht der Nightrider darauf, mit irrem Karacho durch die Landschaft zu brettern, überraschend hinter PKW aufzutauchen, wie blöd zu überholen und andere zum Abbremsen zu zwingen. Der Nightrider weiß nämlich: wer bremst, verliert.
Genauso wenig wie Strassenverkehrsregeln gelten für den Nighrider physikalische Gesetze.
Für ihn existieren Worte wie „kinetische Energie“ oder „Gravitation“ oder gar „Masseträgheit“ oder „Fliehkraft“ einfach nicht, weswegen wenigstens er sehr angstfrei durch die Gegend donnert. Er schlängelt sich in Staus gerne auf der Mittelspur durch (wer will schon warten?) und ist bereit, jedem die Fresse zu polieren, der dabei so dreist ist und die Fahrertüre aufmacht. Und weil der Nightrider so unsagbar lässig ist, fährt er bei 160 auch schon mal einhändig mit seinem Bock und demonstriert kleine Kunststückchen wie „die Füße auf dem Asphalt schleifen lassen“.

Fazit: Herr, lass es regnen. Dann hüllen sich nämlich die ganzen Motorradschwachmaten in ihre orangenen Regenkombis, sehen ganz uncool wie Strassenbauarbeiter auf Streife aus und fahren ganzganz vorsichtig und rücksichtsvoll, wie das eigentlich sein sollte. Und während den Helden der Asphaltbahn das Regenwasser in den Stiefeln steht, sitze ich im warmen Auto, höre Musik und zünde mir ein Zigarettchen an."

Beste Antwort im Thema

"Wir unterscheiden 4 Spezies von Motorraddeppen:

1) der Rudelfahrer
Der Rudelfahrer ist die angenehmste Sorte der Motorradfahrer. Er holt das gute Stück nur Samstags aus der Opel-Astra-Kombi-besetzen Doppel-Garage, um mit seinen Kumpels einen Motorradausflug zu machen. Im Pulk hat er Spaß und gefährdet weder sich noch andere.
Allerdings bekommt der Rudelfahrer Panikattacken, wenn sich ein Auto in den Pulk schiebt. Da hat der Rudelfahrer Angst, er könnte den Anschluss an die Herde verlieren, weswegen sich in seinem Gehirn dann ein Schalter mit der Aufschrift „einholen“ umlegt und alle anderen Gehirnfunktionen unterdrückt. Jetzt überholt der Rudelfahrer links oder rechts oder vor Kurven oder in Kurven, mit Gegenverkehr, ohne Gegenverkehr, alles egal, das Ziel ist. die eigene Staffel wieder einzuholen, um sich nicht solch widerwärtigen Sätzen wie „wo bleibste denn?“ aussetzen zu müssen.

2) den Kradmelder
Der Kradmelder ist meist mittleren oder fortgeschrittenen Alters und fährt ein kleines bis mittelschweres Motorrad. Der Kradmelder ist der Ansicht, dass er eine RIEEEESIGE Fahrpraxis hat und deswegen „schon irgendwie rechtzeitig vom Bock kommt“, sollte es eine Krisensituation geben.
Der Kradmelder glaubt unbedingt, dass Gott ihm zu diesem Zeitpunkt einen Weiher oder einen Heuhaufen sendet, damit er weich fällt. Deswegen trägt der Kradmelder auch Jeans und T-Shirt, bestenfalls Windjacke, da es für ihn völlig ausge-schlossen ist, dass er unter seiner Maschine mit 100 km/h über den Strassenasphalt schmirgeln könnte. Der Kradmelder ist so eher der lockere Typ, der Kinder bis 6 Jahre schon mal ohne Sturzhelm auf dem Sozius hat, denn da er bisher unfallfrei gefahren ist, bleibt das schließlich auch in Zukunft so und stellt kein Risiko dar.

3) das hoffnungsvolle Renntalent
Das hoffnungsvolle Renntalent ist ständig im Training. Es trägt einen augenbeleidigend gemusterten Kasperanzug aus Leder, der günstigerweise zur Farbe seines mittelschweren bis schweren Selbstmordinstruments passt. Das Renntalent sucht die Herausforderung vor jeder Kurve und vertraut darauf, dass die Autofahrer schon irgendwie auf die Bremse treten, wenn es zwecks überraschendem Gegenverkehr panisch nach rechts ziehen muss. Über-haupt hält das hoffnungsvolle Renntalent solche Dinge wie „Geschwindigkeitsbegrenzungen“ oder „Spielstrasse“ für Einschränkungen seiner persönlichen Freiheit und Hinweisschilder für Weicheier, die nicht fahren können.
Schließlich hat das hoffnungsvolle Renntalent seine Maschine auch noch bei 200 Sachen im Griff und es ist auch in einem Baustellenbereich völlig ausgeschlossen, dass Steine oder Sand auf der Fahrbahn liegen könnten und dass Eltern selbst schuld sind, wenn sie ihre Kinder in Spielstrassen unangeleint herumlaufen lassen.

4) der Nightrider
Schwarz. Alles Schwarz. Beim Nightrider sind das Motorrad schwarz, die Ledermontur schwarz, der Helm schwarz, das Visier schwarz, die Fingernägel schwarz.
Der Nightrider hält sich für das Phantom der Phantome, den Schrecken der Landstrasse, den Vollstreckungsbeamten des jüngsten Gerichts und den Top Gun der himmlischen Heerscharen. Deswegen steht der Nightrider darauf, mit irrem Karacho durch die Landschaft zu brettern, überraschend hinter PKW aufzutauchen, wie blöd zu überholen und andere zum Abbremsen zu zwingen. Der Nightrider weiß nämlich: wer bremst, verliert.
Genauso wenig wie Strassenverkehrsregeln gelten für den Nighrider physikalische Gesetze.
Für ihn existieren Worte wie „kinetische Energie“ oder „Gravitation“ oder gar „Masseträgheit“ oder „Fliehkraft“ einfach nicht, weswegen wenigstens er sehr angstfrei durch die Gegend donnert. Er schlängelt sich in Staus gerne auf der Mittelspur durch (wer will schon warten?) und ist bereit, jedem die Fresse zu polieren, der dabei so dreist ist und die Fahrertüre aufmacht. Und weil der Nightrider so unsagbar lässig ist, fährt er bei 160 auch schon mal einhändig mit seinem Bock und demonstriert kleine Kunststückchen wie „die Füße auf dem Asphalt schleifen lassen“.

Fazit: Herr, lass es regnen. Dann hüllen sich nämlich die ganzen Motorradschwachmaten in ihre orangenen Regenkombis, sehen ganz uncool wie Strassenbauarbeiter auf Streife aus und fahren ganzganz vorsichtig und rücksichtsvoll, wie das eigentlich sein sollte. Und während den Helden der Asphaltbahn das Regenwasser in den Stiefeln steht, sitze ich im warmen Auto, höre Musik und zünde mir ein Zigarettchen an."

196 weitere Antworten
196 Antworten

Nu ? Fällt niemandem noch etwas ein ?

Nr. 46.

SATIREMODUS AN.

Der Wiedereinsteiger.

Niemand weiß was ihn dazu treibt sich wieder aufs Motorrad zu setzen.
Er, der ja eigentlich schon mal Möp Aussteiger war, am allerwenigsten.
Mag sein daß die Kinder aus dem Haus sind, die Frau abgehauen, das Haus bezahlt oder daß er plötzlich erkennt das Karriere eben nicht alles ist.

Der Wiedereinsteiger ist zunächst, eine Gefahr für sich selbst und andere.....
Was auch immer sein Grund ist wieder Motorrad zu fahren, letztendlich ist er schlimmer als jeder blutige Anfänger. Er ist nämlich fest davon überzeugt, er könne noch genauso "gut" Fahren wie früher.

Auch wenn er vor 25 Jahren lediglich mit einer 27 PS 250er herumgegurkt ist, jetzt müssen es mindestens 750cc und 100 PS sein.
Der Händler hat ihm gesagt daß die, neuen Fahrwerke und Bremsen spielend leicht zu beherrschen seien und für "Ihn" mit seiner "Erfahrung", gar kein Problem.

Da eiert er nun zum ersten mal seit 1981 mit seiner GSX 1200 nach Hause, traut sich nicht höher als bis zum dritten Gang. Er ist so damit beschäftigt alte Reflexe und Fahrautomatismen wieder zu entdecken das er fast vom Stadtbus überrollt wird. Die panischen Schreie und das wilde Winken der Schüler an der Haltestelle hält er für frenetische Beifallsbekundungen. Bis er plötzlich die Schulbusfront riesenhaft, im Rückspiegel aufragen sieht.

Bei Hein Louis holt er sich noch den Sonderangebotshelm und eine nette Papageienjacke. Dann gehts auf große Tour.

Sein Schutzengel sitzt mit, zur Angstfratze verzerrter Miene auf dem Sozius, steckt sich die Hand in den Mund und Betet: " Herr, warum ausgerechnet Der ?...Hilfääh.....!!!"

Er tut gut daran zu beten. Für unseren Wiedereisteiger ist nämlich jeder andere Motorradfahrer ein Grund sein persönliches Rennen zu fahren.

Irgendwie scheint er auch richtig schnell zu sein. Jetzt nach dem er es wieder "drauf" hat. Zackzack "Rrooarrr...., den schnapp ich mir noch...Hahaah.., Ging doch wie geschmiert."

Er kommt gar nicht darauf daß ihn, die erfahrenen Piloten, einfach Fahren (überholen) lassen damit sie ungefährdet weiter touren können. Daß, falls sich mal einer tatsächlich mit dem Wiedereinsteiger anlegte, dieser eine kleine Überraschung erleben würde.....

Lassen wir ihn also Fahren. Aufhalten können wir ihn nicht.

Eins von drei Dingen wird passieren: Er lernts wieder, Er rennt sich das Hirn ein, Er lernt eine Frau kennen die auf Autos steht.

SATIREMODUS ENDE.

Gruß

Schraubär

Nr. 46 a

Neee, neee, neee ....
Wiedereinsteiger sind bei mir andere Typen ..... Ich kenn da einige und das sind durchaus nette Leute, die mitten im Leben stehen und wissen, was sie wollen.

Wiedereinsteiger hatten eine Pause. Eine Pause vom Motorradfahren. Der eine hatte eine längere Pause, der andere eine kürzere. Die Dauer der Pause lässt sich errechnen, indem man das zur Verfügung stehende Familieneinkommen durch die Zahl der Kinder dividiert, mit dem Anspruchsfaktor der Frau multipliziert und hiervon die Rate für die Doppelhaushälfte abzieht. Weitere Faktoren können hinzukommen (Leasing Zafira, Nachhilfe für blonde Tochter, Zahnspange Sohn)

Betrachtet man nicht die Einkommensseite, sondern das Lebensalter des Mannes, so erstreckt sich die Pause überwiegend auf die Jahre zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr (+/- 5). Ein Alter, in dem Männer zu Herren werden, eine Frau sich Untertan machen, die Karriere vorantreiben, mit der Tochter zum Turnen und mit dem Sohn zum Fußball fahren. Wo bitte soll da Platz für ein Motorrad sein. .... und mal ehrlich, bevor so ein wichtiges Teil vernachlässigt wird, sollte es doch gar nicht erst angeschafft werden.

Jenseits der 40 scheint dann alles getan zu sein. Es ist wieder Raum da, nicht nur für die Familie zu arbeiten, sondern auch mal an sich selbst zu denken. Der Unanständige Mann beginnt dann ein Verhältnis mit seiner Sekretärin (25), der anständige Mann kauft sich ein Motorrad. Häufig sind es Maschinen im oberen Preissegment, gerne solche aus Berlin-Spandau oder jene aus Amerika. Am Geld mangelt es meist nicht. So sind diese Teile dann auch Scheckheft gepflegt, denn zum Schrauben reicht das Erfahrungswissen doch nicht.

Mit zunehmender Erfahrung und der Erinnerung aus der „Spritzer-Zeit“ zwischen 16 und 25 wird der Wiedereinsteiger dann auch ein passabler Motorradfahrer, der von den Kollegen mit den schmutzigen Händen argwöhnisch betrachtet wird. Die durchgeführten Touren sind immer komfortabel, manchmal luxuriös und beinhalten häufig die Sicht auf einen der oberitalienischen Seen.

Ist der Wiedereinsteiger dann erst mal 70, wird er als Wiedereinsteiger längst nicht mehr erkannt sondern mit Respekt gegrüßt.

(Vielleicht schreibt eine Frau mal etwas über Wiedereinsteigerinnen)

Es war einmal ein Mitglied des Internet Forums Motor-Talk, das immer heftig am Computer saß und durch eine rege Beteiligung zu den einzelnen Themen auffiel.

Plötzlich wunderten sich viele der Motor-Talk Mitglieder, warum mehrere der sonst so aktiven Motorradfahrer nicht mehr am screen waren. Was war passiert? Hatten mehrere Satiriker den Bogen überspannt? Fühlten sich die Leute betroffen und beleidigt von den spitzen Schreibern? Hatten sie einfach genug davon, immer den Spiegel vorgehalten zu bekommen? Oder ist einfach nur Winter und wenn man nicht Motorrad fahren kann, dann kann man auch nicht über Motorräder schreiben .....
Fragen über Fragen ..... doch die Antwort liegt so nahe...

Schuld ist einer der größten deutschen Stromanbieter. Dadurch, dass Masten für die Hochspannungsleitung nicht ausreichend stark dimensioniert wurden, hatte der „Blanke Hans“ leichtes Spiel. Die Statik versagt immer dann, wenn Wetterereignisse von besonderer Bedeutung nicht in die Berechnung mit eingeflossen sind. So sitzen die Motorradfahrer im Münsterland vor ihren PC´s und sehen schwarz. Was mich mal wieder an den uralten und unpassenden Spruch erinnern lässt: „Atomkraftgegner überwintern - bei Dunkelheit mit kaltem Hintern“.

Bleibt die Frage zu klären ob Motor-Talk auf das Fachwissen aus dem Münsterland für mehr als fünf Tage verzichten kann .....

- Vorsicht Satire -

Der Realist

Er (niemals sie) ist 38, saß bereits mit 3 Jahren auf einem Honda Monkeybike und ist seit dem nicht mehr vom motorisierten Zweirad abgestiegen und besitzt somit 35 Jahre Fahrpraxis vom leichten Vollcrosser im Gelände bis hin zum 178 PS Racer. Er macht nicht unter 50000 km im Jahr, meist sind es um die 100000. Er fährt jeden Winter durch, aber niemals bei Glatteis oder Schnee (wie noch in seiner Jugend). Sein Auto ist 18 Jahre alt und hat 21000 km auf dem Tacho. 2 leichte und 1 schwerer Unfall (alle verursacht von unaufmerksamen Autofahrer) sind zu verzeichnen, alle vor seinen 25 Lebensjahr, mit einem halbjährigen Krankenhausaufenthalt.

Seit dem fährt er jede Sekunde mit 100 % Aufmerksamkeit, besonders seit seine Frau ihn, in den letzten 12 Jahren, auf seinen Ausfahrten begleitet, immer den Blick fest auf der Strasse und jede Ein- und Ausfahrt unter Kontrolle, immer 100% Bremsbereit und auf jedes Ausweichmanöver vorbereitet, jedes Zucken Anderer von wird registriert, das finden der Lücke ist tausendfach geübt und automatisiert. Er fährt für alle anderen Verkehrsteilnehmer mit.
.
Seine Sicherheitsausstattung und die seiner Frau, ist vom Allerfeinsten, das neue Bike ist ein V2 von Honda hat ABS und schafft auch die 150000 km in den nächsten 2 Jahren ohne Defekte, die Rukka Schutzkleidung ist funktionell, 100% wasserdicht, atmungsaktiv, mit den besten Protektoren, ebenso die Handschuhe Die Stiefel von Daytona sitzen perfekt und bieten den besten Schutz. Der Shoei Helm sitzt perfekt und beschlägt nie. Er fährt niemals ohne komplette Schutzkleidung auch nicht bei 40 Grad. Er trägt Funktionsunterwäsche.

Sein Fahrstil ist absolut rund, keine Verbremser, keine wilden Überholmanöver, keine Behinderung und Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. Geschwindigkeitsbeschränkungen in Ortschaften und Sicherheitsabstände werden strikt eingehalten, trotzdem ist er meist als erster am Ziel, auch mit Sozia. Bei jährlich 15 Motorradtreffen fährt er den Einheimischen auf deren Hausstrecken davon, ohne dabei Risiken einzugehen, er kann jede noch so komplexe Kurvenkombination lesen und fährt, trotz extrem unspektakulärer Fahrweise, auf 15 km Kurvenstrecke mindestens eine Minute raus.

Er ist immer der Tourguide, für Gruppen von bis zu 40 Motorräder, kann sie intuitiv auf das Fahrvermögen auch der Nr. 38 in der Gruppe einstellen und die Gruppengeschwindigkeiten auf Sicherheit ausgerichtet anpassen, ohne anderen den Fahrspass zu verderben und führt diese durch die schönsten Landschaften Europas, Plätze von atemberaubender Schönheit mit perfekten Kurven und Straßenbelägen, kennt die besten Rastplätze und Bikermotels und wird dort immer freudig begrüßt, da ihn (fast) jeder kennt, oder von ihm gehört hat. Die vielfältigen Funktionen der GPS Systeme an den Motorrädern der Mitreisenden erklärt er den Mitreisenden, die sich erstaunt fragen was IHR System so alles kann und warum das nicht in der Bedienungsanleitung steht. Er selbst hat kein GPS, wozu auch, er kennt jede Kurve mit zweitem Vornahmen von Norwegen, bis Portugal von Litauen bis Irland.

Er ist sich jederzeit bewusst, das er selbst oder Gruppenteilnehmer durch sehr unglückliche Umstände selbst in einen Unfall verwickelt werden kann, daher trägt er für sich persönlich einen Organspenderausweis, an der Maschine befinden sich Verbandstasche und Helmwarndreieck. Die Maschine hat Warnblinklicht. In seinem Handy sind alle Notrufnummern gespeichert die es gibt, eine Kurbel sorgt bei leerem Akku für Notstrom. Reifenpilot und 1 Liter Reservebenzin sind an Board und er kann jedes Motorrad mit dem Bordwerkzeug zerlegen und wieder zusammenbauen und findet auch den Fehler in der Elektronik.

Ungeübte und unsichere Fahrer aus der Gruppe nimmt er abends am Lagerfeuer beiseite und gibt ihnen die Adresse und die Telefonnummer des ADAC- Sicherheitstrainingsexperten am Heimatort des Betreffenden.
...

Ja, es gibt solche Motorradfahrer, auch sie können Pech haben und von Autofahrern, die alle Motorradfahrer für Rowdys und Idioten halten und sich dementsprechend ihnen gegenüber verhalten, oder auch Autofahrern die einfach nur unaufmerksam sind, getötet werden.

Meine Aufruf an alle Autofahrer ist: Schaut nach Motorräder, schaut am besten zweimal hin, und auch wenn der Motorradfahrer zu schnell ist oder sich falsch verhält, aus Dummheit oder Unsicherheit, DAS ist doch egal, denn es geht um Menschenleben.

Viele Grüße

Heiner

Ähnliche Themen

... ok nach dem "Moralischen" oben 😉 ... will ich euch den hier aber nicht vorenthalten ...

Der Männliche

Ich war männlich, verwegen, ich war frei und hatte lange Haare.

Meine Frau lernte mich kennen, nicht umgekehrt. Sie stellte mir förmlich
nach. Egal wo ich hinkam, sie war schon da. Es ist nun zwölf Jahre her.
Damals war ich eingefleischter Motorradfahrer, trug nur schwarze
Sweat-Shirts, ausgefranzte Jeans und Bikerstiefel, und ich trug lange
Haare.

Selbstverständlich hatte ich auch ein Outfit für besondere Anlässe. Dann
trug ich ein schwarzes Sweat-Shirt, ausgefranzte Jeans und weisse
Turnschuhe.

Hausarbeit war ein Übel, dem ich wann immer es möglich war aus dem Weg ging.
Aber ich mochte mich und mein Leben. So also lernte sie mich kennen.

"Du bist mein Traummann. Du bist so männlich, so verwegen und so frei."
Mit der Freiheit war es alsbald vorbei, da wir beschlossen zu heiraten.
Warum auch nicht, ich war männlich verwegen, fast frei und ich hatte
lange Haare.

Allerdings nur bis zur Hochzeit. Kurz vorher hörte ich sie sagen:" Du
könntest wenigstens zum Frisör gehen, schliesslich kommen meine Eltern
zur Trauung." Stunden, - nein Tage später und endlose Tränen weiter
gab ich nach und liess mir eine modische Kurzhaarfrisur verpassen, denn
schliesslich liebte ich sie, und was soll`s, ich war männlich, verwegen,
fast frei und es zog auf meinem Kopf. Und ich war soooo lieb.

"Schatz ich liebe Dich so wie Du bist" hauchte sie.

Das Leben war in Ordnung obwohl es auf dem Kopf etwas kühl war.
Es folgten Wochen friedlichen Zusammenseins bis meine Frau eines
Tages mit einer grossen Tüte unterm Arm vor mir stand. Sie holte ein
Hemd, einen Pollunder ( Bei dem Wort läuft es mir schon eiskalt den
Rücken runter ) und eine neue Hose hervor und sagte:
" Probier das bitte mal an."
Tage, Wochen, nein Monate und endlose Papiertaschentücher weiter
gab ich nach, und trug Hemden, Pollunder ( Ärrrgh) und Stoffhosen.
Es folgten schwarze Schuhe Sakkos, Krawatten und Designermäntel.

Aber ich war männlich, verwegen, todchic und es zog auf meinem Kopf.
Dann folgte der grösste Kampf. Der Kampf ums Motorrad.
Allerdings dauerte er nicht sehr lange, denn im schwarzen Anzug,
der ständig kneift und zwickt lässt es sich nicht sehr gut kämpfen.
Ausserdem drückten die Lackschuhe, was mich auch mürbe machte.
Aber was soll`s, ich war männlich, spiessig, fast frei, ich fuhr einen
Kombi, und es zog auf meinem Kopf.

Mit den Jahren folgten viele Kämpfe, die ich allesamt in einem Meer von
Tränen verlor. Ich spülte, bügelte, kaufte ein, lernte Deutsche Schlager
auswendig, trank lieblichen Rotwein und ging Sonntags spazieren. Was
soll`s, dachte ich... ich war ein Weichei, gefangen, fühlte mich scheisse
und es zog auf dem Kopf.

Eines schönen Tages stand meine Frau mit gepackten Koffern vor mir und sagte:
" Ich verlasse Dich."
Völlig erstaunt fragte ich sie nach dem Grund.

"Ich liebe Dich nicht mehr, denn Du hast Dich so verändert.
Du bist nicht mehr der Mann den ich mal kennengelernt habe."

Vor kurzem traf ich sie wieder.
Ihr "Neuer" ist ein langhaariger Biker mit zerrissenen Jeans und
Tättowierungen der mich mitleidig ansah.

... ich glaube, ich werde Ihm eine Mütze schicken...

Grüße

Der Hein

Heiner, Du bist raus ....
Du sollst Dich hier nicht outen, sondern Satire schreiben ... 🙂 aber wenn ein thread zur psychotherapeutischen Selbstheilung dient, find ich es schade, dass diese Möglichkeit der Genesung nicht noch mehr Teilnehmer nutzen... 🙂

... aber im Ernst: haste heute wieder lange Haare und ein Motorrad?

@heiner

Hallo Du armer Hund,
bis jetzt musste ich immer lachen oder wenigstens schmunzeln! Jetzt meine erste TRÄÄÄÄNE!
Man macht manche Fehler im Leben, die kann man einfach nicht wieder gut machen🙁😉.
Vor meiner Heirat haben mir ältere Kumpel folgenden Tip gegeben:
"In der Hochzeitsnacht muß die Frau ihren ersten Arschvoll bekommen, damit sie weiß wer der stärkere ist.
Dann mußt Du Dich vors Bett stellen und ona....., damit sie weiß, es geht auch ohne sie!
Dann lass sie ruhig die GROSSEN Dinge entscheiden, z.B. die Schuhmarke und dessen Farbe, welches mind. drei Gänge Menü sie täglich für Dich kochen DARF, den Kombi für die Großfamilie (Kinder). Die KLEINEN Entscheidungen darfst Du Dir nicht nehmen lassen: .. was fürn Moped steht vorm Haus, wieoft gehe ich mit Kumpels ein Bierchen trinken und wann und wo fange ich den dritten Weltkrieg an!!"
Jeden Morgen geht die Sonne auf🙂🙂🙂

Gruß

Tach,

na, ich habe zwar keine langen Haare mehr, aber das ist rein genetisch bedingt 😁

Ansonsten bin ich vom Profil her "Der Wahre, echte Biker !" und ein bischen "der Realist" (ok, die Beschreibung ist "etwas geschönt", es waren dieses Jahr nur 36000 km 😉 ) und habe das Glück gleichzeitig in die Kategorie "Das Bikerpärchen." zugehören. Eine Stoffhose habe ich nicht ! 😉

Meine Frau hat sich gestern köstlich amüsiert, denn die Beschreibung der Performance an der Tanke vom Bikerpärchen kommt, dem Ganzen schon ziemlich nahe. 😁 (Ansonsten hat sie es nicht leicht hinten drauf, denn z.B. bei 2 Grad durch den strömenden Regen fahren, Nachts um drei, auf einem der 12 Stunden Nonstop "Flüge" nach Süd Frankreich (mal eben ans Mittelmeer) machen nur wenige Frauen jahrelang mit) In den letzten 2 Jahren waren wir in 13 europäischen Ländern.

Der alte 91er BMW aus meinem Profil hier hat die 270000 km zumeist von meiner Frau bekommen (sie arbeitet ausserhalb), ich nutze das Teil nur um ihn wieder freizublasen und wenn es wirklich nicht mit dem Mopped geht. (Aber "schön" muss der BMW trotzdem sein, da besteht meine Frau drauf 😉

Grüße

Der Hein

Hallo Hein,
ist es nicht wunderbar son Weib zu haben???
Meine ist auch so eine, ab und zu mal Mecker, ab und zu mal von hinten einen oder auch zwei auf meinen Helm wenn es ihr zu bunt wird. Wir sind nur Schönwetterfahrer!! Die Zeit wo ich mir beweisen mußte das ich bei Regen u. o. Schnee nicht einlaufe, die ist lange vorbei! Aber mal eben an den Atlantik oder ans Mittelmeer, so verrückt sind wir beide auch. Vielleicht lags ja doch an die Einhaltung der Regeln in der Hochzeitsnacht😉

Gruß

SATIREMODUS AN.

Der Träumer.

Der Träumer hat nicht viel Geld. Das heißt nicht daß er nicht genügend Arbeiten würde sondern nur, daß er nicht Wutz genug ist es anderen Leuten gewissenlos aus der Tasche zu ziehen.

Seine Maschine ist deswegen auch nicht der neueste Sportreisser.

Wenn er Sonntags um 0400h auf Tour geht, tut er das meist mit einer älteren Mittelklassemaschine oder dem, selbst aufgebautem Oldie.

Seine Highways sind die Strassen zweiter und dritter Ordnung, seine Sahara ist der nicht gesperrte Schotterweg zwischen "Roßbach" und "Gräfendorf".

Er kehrt gerne mal zur Brotzeit ein. In seinen Gedanken ist er bereits auf dem Basar In Marrakesch auch wenn er erst im Eiscafe in Ochsenfurt, sein Bananensplt schnabuliert.

Selten gehen seine Touren weiter als 300 Km einfach. Abends muß er ja wieder zuhause sein. Am nächsten Tag ruft die Pflicht und da muß er schon ausgeschlafen und Teamfähig sein.

Sein Leben lang fragt er sich wie das die richtigen Fernreisenden Machen. Woher nehmen Die das Geld ? Woher nehmen Die die Zeit ?
Er selbst hat unter der Woche oft nicht einmal die sprichwörtliche Zeit "aufs Klo zu gehen".

Nur am Wochenende hat er seine kleinen Fluchten. Sein Schottland ist die Rhön, seine Alpen die fränkische Schweiz. Für diese paar Stunden am Wochenende lebt er. Da ist ihm seine ER5 oder GS 500 oder seine MZ soviel wert wie Anderen, eine HD Road-King oder eine Rocket III.
Und wo Andere "1150 GS Weltreisen" unternehmen ist er glücklich mit einer DR 350.

Trotzdem, er würd schon mal gern wissen wo andere Leute das Geld für ihr Übermoped herbekommen.

Eine kleine Ahnung hat er ja, denn seine KFZ-Briefe liegen immer zuhaus im Schrank. Derletzt wollten Sie mal wissen ob die neue Reifengrösse an Berties BMW zulässig ist. Aber der Bertie druckste rum. "Der Brief" Ja, "Der Brief", daß wisse er gar nicht so genau...aber da komme er jetzt grad nicht dran. Müsste das nicht auch im Schein stehen ?

Wo immer auch Bertis Brief gerade ist. Eins ist sicher. Unser Träumer ist am Wochenende wieder on the Road. Im "Schottischen Hochland", in den "Alpen" oder der "Sahara"

SATIREMODUS ENDE

Gruß

Schraubär 42

Ich seh das ungefähr so wie unser Träumer! Lieber das Vor- oder Vorvorjahresmotorrad fahren und den Brief zuhause
haben als das neueste auf dem Markt fahren und den Brief bei der Bank liegen haben! Wer will schon ein Moped fahren was einem nicht gehört.

Zitat:

Original geschrieben von GSX-R Jupp


Ich seh das ungefähr so wie unser Träumer! Lieber das Vor- oder Vorvorjahresmotorrad fahren und den Brief zuhause
haben als das neueste auf dem Markt fahren und den Brief bei der Bank liegen haben! Wer will schon ein Moped fahren was einem nicht gehört.

da bin ich auch ganz der Träumer! ...denn alles was Du hast

hat irgendwann Dich!

Der Tragische

Mitte der Achtziger, mit 17, kurz vor seinem 18 Geburtstag, ein Mofa oder eine Achziger waren bisher finanziell nicht drin und er hatte daher dafür auch keine Führerscheine gemacht, hatte er von seinem Schüler-Taschengeld und als Zeitungsausträger gespart und bereits eine 10 Jahre alte XS400 in der Garage stehen, dazu astreine Lederschnürklamotten im Heavy-Metal Stil mit passender Jeans-Kutte und Motörhead Patch. Die Proberunden auf dem elterlichen Hof waren seine Lieblingsbeschäftigung für viele Monate. Die Yamaha erstrahlte vom den intensiven täglichen Streicheleinheiten, wie direkt aus der Verpackung.

Den Autoführerschein machte er mit seinem Kumpel gemeinsam, der ihn 2 Jahre lang hintendrauf auf der 80er jeden Tag zum Gymnasium und auf jedes Moppedgangtreffen mitgenommen hatte, er brauchte nur 10 Fahrstunden und schaffte es im ersten Versuch.

Jedoch bei seiner ersten Motorrad-Prüfung Ende November, nach 15 Fahrstunden, bei der es seinerzeit noch galt dem Fahrschulwagen zu folgen, setze die Angst ein und das Gehirn aus. Während der Fahrt durch die kleine Kreisstadt, konnte er die Maschine gerade noch auf der Strasse halten, das entsetze Gesicht des Prüfers, das ihn mit großen Augen hinten aus dem Fahrschul-Golf anstarrte, steigerte seine Angst in Panik.

Sie erreichten den großen Parkplatz, der Prüfer forderte die Notfallbremsung und das Ausweichmanöver und es kam was kommen musste, Sturz, die LTD 440 schlidderte über den Asphalt, Ende, Aus... die Prüfung nicht geschafft, seine Lederklamotten zerrissen, sein Selbstbewusstsein am Boden, die finanziellen Ressourcen fast am Ende.

Aber er gibt nicht auf, zur Jahreswende tritt die neue Regelung in Kraft, er muss jetzt vor dem Fahrschulwagen fahren und bekommt per Funk seine Anweisung. Eine neue Herausforderung ein neues Ziel, er absolviert erneut 5 Fahrstunden, diese verlaufen alle unspektakulär und sein Fahrlehrer meldet ihn erneut zur Prüfung an.

Es ist Januar, es ist kalt, der Prüfer ist der gleiche wie beim letzten mal. Die Reise beginnt. Der Prüfer fordert ihn nach 400 Metern über Funk auf : „Fahren sie die nächstmögliche Strasse rechts ab“ ... Er befolgt die Anweisung sofort... AUS AUS AUS ... das „Spiel“ ist aus. Es war die einzige Einbahnstrasse der kleinen Kreisstadt und er fuhr in die verkehrte Richtung. Der Prüfer fordert ihn auf die Maschine am Straßenrand zum Halten zu bringen, die Prüfung ist beendet.

Traurig sitzt er zu Hause, es ist Ende März, ein sehr grauer März, seine XS hat er schon seit 3 Wochen nicht mehr aus dem Geräteschuppen geschoben, seine finanziellen Mittel sind am Ende, in der Oberstufe seiner Schule geht es auch nicht voran, die Klausurnoten sehen schlecht aus, sehr, sehr schlecht.

Aber er will nicht aufgeben, er will nicht warten. Als die ersten Sonnenstrahlen den Frühling ankündigen und seine Kumpels ihn mit ihren neuen großen Maschinen besuchen, entschließt er sich seine Mutter um das Geld für weitere Fahrstunden und die erneute Prüfung zu bitten. Sie hat ihre Bedenken, aber sie willigt ein.

Mitte April, die Sonne scheint, die 6 Fahrstunden haben ihm neuen Mut gegeben, der Prüfer ist neu, die Fahrschulmaschine ist jetzt eine rot leuchtende LTD 450. Die Fahrt beginnt seine Gehirn setzt aus, sein Blutdruck sackt ab, ihm ist schlecht, die Panik steigt, er erinnert sich an nichts .... Er hört den Prüfer sagen...“Leider habe sie hier einen Fehler gemacht, die Prüfung ist somit nicht bestanden“ ... sein Wahrnehmung kehrt zurück, er blickt sich um und sieht sich am Ende der Einbahnstrasse am Straßenrand stehen, er kann sich nicht erinnern, wie er dort hingekommen ist ... sein Fahrlehrer gibt ihm einen Klaps auf die Schulter ... Fassungslos, Schweiß gebadet sitzt er hinten im Golf, Ende aus ...
Der Sommer ist quälend lang, die 12te hat er geschafft, gerade so ...

Auf seine XS hat sich eine Staubschicht gelegt, das neue Schuljahr der Oberstufe beginnt und sein Kumpel holt ihn weiterhin jeden Morgen ab, aus der 80er wurde eine GSX-R 750, er füllt sich lächerlich hinten auf dem Rennsemmel, es ist unwürdig. Er gibt eine Kleinanzeige auf.

Es ist September die XS ist verkauft, damit ist neues Kapital vorhanden, er wagt den Gang in die Fahrschule, 5 neue Fahrstunden, ... der Tag der Prüfung, er fühlt sich gut, die Nerven im Griff, der Körper spielt mit... der Prüfer ist neu, er blickt in die Unterlagen...“So, sie machen also heute ihren 4 Anlauf, ich wünsche ihnen alles Gute“ ... Aus... seine Hände fangen an zu zittern, sein Hautfarbe wechselt nach Grau, kalter Schweiß rinnt an ihm herab... die Fahrt beginnt, es klappt, es klappt ... nur noch durch das kleine Wohngebiet, dann der Parkplatz mit den Übungen, er bereitet sich innerlich schon mal vor.... Quitschhhhhhhhhhh ... vor ihm steht ein Ford Taunus sein Vorderrad ist nur 10 cm von der Fahrertür entfernt, er hat ihn nicht gesehen, Rechts vor Links, Vorfahrt genommen, seine Beine zittern, der Taunusfahrer blickt ihn mit entsetzen Augen an, der Fahrlehrer dreht langsam und vorsichtig den Schlüssel um, die Maschine ist aus, ...es ist aus...

Der Winter ist hart, mehr Schnee als sonst, die Weihnachtsfeierlichkeiten sind beendet, vor ihm liegt ein Gutschein, sein Vater schenkt ihm die nächsten Fahrstunden und die nächste Prüfung. Er überlegt, und überlegt... es wird Frühling, es kommt ein wunderschöner Frühsommer, seine Kumpels sind auf dem ersten Moppedtreffen des Jahres, er wollte nicht mit und fährt jetzt auch mit der Bahn zur Schule ... und überlegt ... Die Abiturklausuren sind gelaufen, er hat ein gutes Gefühl, es stehen nur noch die mündlichen Prüfungen an, in der Schule läuft nicht mehr viel, er macht einen Termin mit seinem Fahrlehrer.

Die Maschine ist neu, es ist eine BMW R80, die Sitzposition, das Fahrverhalten, die Bremsen, der Kardan ... er nutzt den Gutschein aus und macht erneut 10 Fahrstunden... es wird Juli, das Abi hat er in der Tasche, sein Zivildienst wurde anerkannt, seine Stelle bei einem kirchlichem Jugendverein tritt er im September an... ES ist der Tag der Prüfung ...

Der Prüfer ist ein alter Bekannter, er hat bereits die ersten 2 Prüfungen abgenommen, er beobachtet wie Fahrlehrer und Prüfer miteinander tuscheln, seine Nervosität steigt, die Panik klammert sich wie Schraubstock um sein Kleinhirn... er kommt kaum auf die BMW... „Weit entfernt hört er eine Stimme, „Die nächstmögliche Strasse rechts ab“ ... er befolgt den Befehl ... ES ist die Einbahnstrasse und er fährt in die falsche Richtung !!!

Er gibt auf, er wiederholt die Prüfung nicht, er beendet seinen Zivildienst, Studiert und gründet eine Familie, hat Frau und 2 Kinder ... er wird bald 40 ... aber vielleicht schlummert in ihm doch noch der echte Motorradfahrer und er wagt es noch mal, den zu alt ist man bekanntlich nie !!!

(es ist eine wahre Geschichte ! Er hat innerhalb von 2 Jahren über 40 Fahrstunden gemacht und ist fünfmal durch die Prüfung gefallen und tatsächlich 3 mal verkehrt in die selbe Einbahnstrasse gefahren. Ich widme diese Geschichte meinem Kumpel „Gerhard“ (Name von der Redaktion geändert 😉 ), den ich 3 Jahre lang im Rücken hatte und immer gerne abgeholt habe, ich hätte ihn auch ans Ende der Welt gefahren, wer weiß wozu es gut war, dass er nie den Führerschein gemacht hat)

Grüße

Der Hein

Zitat:

Original geschrieben von heinerprahm


Der Tragische

wer weiß wozu es gut war, dass er nie den Führerschein gemacht hat)

Grüße
Der Hein

Hallo Hein,

...das er nie den Führerschein gemacht hat!!!???, dass kein Prüfer ihm ein ausgehändigt hat wäre besser formuliert!

Wer solche Freunde hat, der kann auf Feinde verzichten😉!

Gruß
Wohli

Zitat:

dass kein Prüfer ihm ein ausgehändigt

... jaaa 😉 ... ich wollte es ja nicht so sagen, aber das war was ich meinte 😉 😁

Grüße

Heiner

Ps.: Aber er ist ein ganz Netter !!!

Deine Antwort
Ähnliche Themen