Chaos zum Alfa-Jubiläum
Hallo miteinander!
Also, als ich gestern die AutoBild Klassik aufschlu, auf die Seite 36-37 hats mir ja fast die Sprache verschlagen.
Ende Juni fand ja in Mailand auf dem ehem. Werksgelände der Alfa-Romeo Werke die 100 Jahr Feier statt. Mit 3000 Autos und 6500 Alfisti aus aller Welt. Doch die Feier versank im Organisationschaos: endlose Staus, kaum Getränke, keine Highlights.
Dabei hatte es viele gute Ideen gegeben. Doch Fiaat war früh aus den Planungen ausgestiegen.
Fiat reagierte Fix: Am Tag der Feier, kam um 18.00 Uhr ein Fax aus Turin. Sergio Marchionne ließ mitteilen: "Marken, die kein Geld verdienen, brauchen auch nicht feiern!" und ließ die gesamte Veranstaltung abblasen.
Also ich hab den Marchionne auch noch nie gemocht. Aber was der da wieder abgezogen hat, ist in meinen Augen schon ziemlich traurig, und stimme dem Kommentar des AutoBild Kommentators Claudius Maintz ausnahmsweise mal zu:
"Fiat steht nicht zu seiner Vergangenheit - und das wird sich in Zukunft rächen. Mit starken Marken lassen sich höchst unterschiedliche Käuferschichten gewinnen. Renault macht es mit Dacia vor. VW mit einer Palette von Bugattie bis Skoda. Turin aber schwächt seine ruhmreichen Namen: Lancia verkommt zum Label auf Chrysler Importware und Alfa soll verödet werden wie eine Krampfader. Manche Therapien sind Todesurteile."
Gruß
Lanciadriver
Beste Antwort im Thema
Hallo miteinander!
Also, als ich gestern die AutoBild Klassik aufschlu, auf die Seite 36-37 hats mir ja fast die Sprache verschlagen.
Ende Juni fand ja in Mailand auf dem ehem. Werksgelände der Alfa-Romeo Werke die 100 Jahr Feier statt. Mit 3000 Autos und 6500 Alfisti aus aller Welt. Doch die Feier versank im Organisationschaos: endlose Staus, kaum Getränke, keine Highlights.
Dabei hatte es viele gute Ideen gegeben. Doch Fiaat war früh aus den Planungen ausgestiegen.
Fiat reagierte Fix: Am Tag der Feier, kam um 18.00 Uhr ein Fax aus Turin. Sergio Marchionne ließ mitteilen: "Marken, die kein Geld verdienen, brauchen auch nicht feiern!" und ließ die gesamte Veranstaltung abblasen.
Also ich hab den Marchionne auch noch nie gemocht. Aber was der da wieder abgezogen hat, ist in meinen Augen schon ziemlich traurig, und stimme dem Kommentar des AutoBild Kommentators Claudius Maintz ausnahmsweise mal zu:
"Fiat steht nicht zu seiner Vergangenheit - und das wird sich in Zukunft rächen. Mit starken Marken lassen sich höchst unterschiedliche Käuferschichten gewinnen. Renault macht es mit Dacia vor. VW mit einer Palette von Bugattie bis Skoda. Turin aber schwächt seine ruhmreichen Namen: Lancia verkommt zum Label auf Chrysler Importware und Alfa soll verödet werden wie eine Krampfader. Manche Therapien sind Todesurteile."
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Lanciadriver
58 Antworten
Wurde das schonmal gepostet?? http://www.faz.net/.../...68A7D3AB07F7DBE50~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Man fragt sich schon, was VW mit Alfa will. Werke und Kapazitäten dürfte man selbst genug haben, Technologie ebenso, mittlerweile sogar ItalDesign für das Design, das einzig interessante an Alfa dürfte der Markenname und damit die Fangemeinde sein. Aber was macht man dann mit den Arbeitern und Werken, was passiert mit der aktuellen Produktion und den Garantieansprüchen der Bestandskunden? Ich kann mir kaum Vorstellen, daß Fiat im Falle eines Verkaufs diese 'Probleme' behalten möchte. Wenn man die Artikel liest, könnte das ein heißes Eisen werden für VW. Andererseits hat VW in den letzten Jahren die meisten seiner Marken sehr gut aufgestellt, was allerdings wiederum zu internen Querelen führte (siehe Skoda). Ob da noch ein weitere Marke wirklich Not tut? Schlechter als derzeit bei Fiat dürfte es allerdings kaum gehen.
Dabei scheint Alfa im Konzern keine allzugroße Rückendeckung mehr zu genießen, was auch die Einstellung diverser Baureihen wie Brera und Spider sowie die Ereignisse und Zitate rund um das 100 Jährige Jubiläum unterlegen. Es hat mich geradezu gewundert, daß man sich dieses Jahr in Stuttgart auf der Retro Classics einen großen Stand geleistet hat. MiTo und und Guiletta sind aus meiner Sicht nur leidlich aufgehübschte Fiats, damit kann man die meisten Alfisti nicht hinterm Ofen herlocken, und Neukunden kann man eigentlich nur über herausragende Merkmale oder den Preis gewinnen, aus meiner Sicht beides nicht wirklich gegeben. Also was will Fiat überhaupt noch mit der Marke? Wenn der Einstieg in den nordamerikanischen Markt kein Riesenerfolg wird für Alfa (und indirekt auch für Lancia), was ich bezweifle, sehe ich da ziemlich schwarz, dann wird Marchionne vermutlich bald ernst machen und unrentable Marken und Werke aussortieren bzw. schliessen.
Vielleicht sollte ich mir doch noch mal einen der letzten Breras anschauen, der war mir zwar ursprünglich für einen Sportwagen zu pummelig geraten, außerdem die Innenhöhe zu gering, aber er verkörpert (neben dem 159) doch noch mehr Alfa als aus meiner Sicht in den nächsten Jahren von einem Modell aus Mailand bzw. Turin wohl zu erwarten ist. Als Golf-GTI oder Scirocco Konkurrent kann er sich allemal sehen lassen, und einen 210PS 5-Zyl Diesel gibt es dort schon gar nicht.
Zitat:
Original geschrieben von Donnerschlag
Vielleicht sollte ich mir doch noch mal einen der letzten Breras anschauen, der war mir zwar ursprünglich für einen Sportwagen zu pummelig geraten, außerdem die Innenhöhe zu gering, aber er verkörpert (neben dem 159) doch noch mehr Alfa als aus meiner Sicht in den nächsten Jahren von einem Modell aus Mailand bzw. Turin wohl zu erwarten ist. Als Golf-GTI oder Scirocco Konkurrent kann er sich allemal sehen lassen, und einen 210PS 5-Zyl Diesel gibt es dort schon gar nicht.
Ach echt. Also rein fahrdynamisch sind Mito und Giulietta doch deutlich mehr Alfa als Brera und 159.
Die Optik mal aussen vor.
Und Alfa ist schon seit 20 Jahren aufgehübschte Fiats.
Und das ist dann vllt die Krux bei den Verkaufszahlen. Würde bei gleichem Preis der Golf VI drunter stecken - so behaupte ich mal- würde der Wagen sich ganz anders verkaufen. Obwohl er objektiv wahrscheinlich kaum besser wäre. Das ist halt Image.
Zitat:
Original geschrieben von Alfitsch
Ach echt. Also rein fahrdynamisch sind Mito und Giulietta doch deutlich mehr Alfa als Brera und 159.
Die Optik mal aussen vor.Na so der Brüller in Sachen Fahrdynamik ist der Mito jetzt aber auch nicht 🙄
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Zitat:
Original geschrieben von Donnerschlag
Aber was macht man dann mit den Arbeitern und Werken, was passiert mit der aktuellen Produktion
Was soll damit passieren? Die bleibt bei Fiat. Es gibt keine "Alfa-Werke" mehr. Der Mito entsteht im Fiat-Werk Mirafiori auf dem Band des Punto. Giulietta wird in Casino neben Bravo und Delta gebaut. Im alten Alfa-Werk bei Neapel startet ab nächstes Jahr die Produktion des Panda Nachfolgers. Brera und Spider wurden schon immer extern bei Pininfarina in Turin gebaut.
Im abwegigen Fall, dass die Marke Alfa Romeo an VW gehen sollte, erwerben die nur das Recht, das Alfa Markenzeichen auf langweilige Polo- und Golf-Derivate made in Wolfsburg bzw. Pamplona zu kleben. Da wird nichts Italienisches dran sein, außer mediterran angehauchte Scheinwelten in Werbespots.
Zitat:
MiTo und und Guiletta sind aus meiner Sicht nur leidlich aufgehübschte Fiats
Beim Mito ja, der ist ein gepimpter Grande Punto, was nichts Schlechtes bedeutet.
Giulietta ist aber deshalb mit zwei Jahren Verspätung fertig geworden, weil es eine weitgehende Neuentwicklung war. Die C-Evo Plattform ist gegenüber Bravo/Delta zu 90% neu konstruiert bzw. geändert worden, siehe hier. Der Wagen ist voll von Neuentwicklungen, siehe hier. Die Karosserie hat unter allen Wettbewerbern den größten Anteil an hochfestem und ultrahochfestem Stahl - nur noch 3% bestehen aus herkömmlichen Stahl, siehe hier. Weitere kontruktive Merkmale und die Einordnung in den Wettbewerb findet man in der Gesamtpräsentation. Sind aber natürlich alles Dinge, die ein 0815 Autobildleser nicht wissen kann. 😉
Giulietta beinhaltet mehr Innovationen als jeder andere Alfa der letzten Jahre: Das ausgewogendste Fahrwerk der Klasse, Leichtbau, modernste sparsame Multiair und Multijet2 Motoren, Doppelkupplungsgetriebe (in Kürze), etc. Manchmal frage ich mich, wo die Leute ihr Wissen hernehmen, bevor sie so was vom Stapel lassen.
Zitat:
Original geschrieben von Eue
Na so der Brüller in Sachen Fahrdynamik ist der Mito jetzt aber auch nicht 🙄
Das hatte ich
aus Vergleichstestsanders in Erinnerung:
Zitat:
Sportliche Kleinwagen: Alfa Romeo MiTo QV und Seat Ibiza Cupra
[...]
Für den kleinen Mailänder gibt es elektronisch geregelte Stoßdämpfer – die den Insassen wahlweise ein sportliches Fahrgefühl oder einen guten Reisekomfort bieten. Das Dynamic Suspension-Fahrwerk (Aufpreis 600 Euro) ist mit der Motorsteuerung vernetzt und wird über die Dynamikregelung angesteuert. In jedem Fall minimiert es die Karosseriebewegungen.Bei sportlicher Gangart im Modus „d“ unterstützt das System fahraktives Handling. Der Alfa giert jetzt nach Kurven – so wie es sportliche Fahrer mögen. In der Hebelstellung „n“ wie Normal sorgt die Dämpferregelung dagegen für spürbar mehr Komfort. Kleinere Unebenheiten bügelt die Fahrwerksregelung aus. Dann rollt der MiTo QV komfortabel über den Asphalt.
Mit so viel Variabilität kann der Seat nicht mithalten: Er ist ein Sportler durch und durch mit straffem Fahrwerk. Sicher meistert er auch schnell angegangene Kehren. Doch Fahrbahnunebenheiten gibt der kleine Spanier deutlich spürbar an die Insassen weiter.
Ich bin den Cooper S mit 174 PS und den MiTo mit 155PS gefahren, der MiTo hatte da in meinen Augen keine Chance. Vielleicht kommt der bei einer Pylonengasse auf ähnliche Werte, aber auf der Landstraße hat der Mini viel, viel mehr Spaß gemacht. Weniger Seitenneigung, direktere Lenkung. (Wobei der MiTo im Alltag sicher komfortabler ist).
Aber ein besseres Fahrwerk als ein Ibizas oder Corsa wird er sicherlich haben.
Ok, wenn ich sage typisch Alfa, meine ich in erster Linie die Optik, während 156, 159 und Brera optisch noch sehr eigenständig und dynamisch daherkamen, können MiTo und vor allem Guilietta ihre optische Verwandschaft zu Fiat-Modellen nur schwer leugnen (ok, zu den erstgenannten gab es ja im Prinzip auch gar kein äquivalentes Fiat-Modell). Auch wenn die Guilietta unterm Blech weitgehend neuentwickelt sein mag, von außen sieht sie in meinen Augen aus wie eine Kreuzung aus MiTo und Fiat Bravo, vielleicht noch eine Prise Seat.
Zu den Fahreigenschaften kann ich nicht soviel sagen, ordentlich, aber bestimmt nicht herausragend, wobei ich dem vielgescholtenen 159 sein 'viel zu hohes' Gewicht nicht angemerkt habe.
Das klingt natürlich so schon ganz anders. Mir gefällt im Übrigen das Frontdesign des 159 auch besser als Giulietta und vorallem Mito.
Was noch kommen mag aus Turin ist natürlich schwer zu sagen. Bisher haben sich aber die Modellreihen also 147 zu Giulietta und 156 zu 159 immer bestimmte Designelemente übernommen, deswegen vermute ich mal das sich die Front des 159 Nachfolger (Giulia?) sich am 159 orientiert und z.B. die Querstreben in höhe des oberen Scudettos übernimmt, und die Scheinwerfer eher schlitzig statt oval werden. Also ein etwas gerundeter 159.
Diese Seitenansicht würde schon in die momentane Formensprache passen.
http://image.motortrend.com/.../2011-alfa-romeo-guilia-rendering.jpg
Zitat:
Vielleicht kommt der bei einer Pylonengasse auf ähnliche Werte, aber auf der Landstraße hat der Mini viel, viel mehr Spaß gemacht. Weniger Seitenneigung, direktere Lenkung. (Wobei der MiTo im Alltag sicher komfortabler ist).
Ohne den Mito jetzt probegefahren zu haben. Es wundert mich nicht, dass Du den Mini als "spaßiger" empfindest. Das ist das Resumé Deiner Probefahrt und da hat mich der Mini auch beeindruckt.
Ich habe mich als u.a. Classic-Mini-Fahrer mal (ziemlich anfangs der New-Mini-Zeit) mit dem Gedanken gespielt, mir einen neuen Cooper (oder S) als Alltagsfahrzeug zuzulegen, was ich nach einigen Probefahrten verworfen habe.
Die Probefahrten machten mir schon auch sehr viel (Coopoer S 😁) Spaß, aber diese "aufgesetzte" Sportlichkeit um jeden Preis (ich nenn das jetzt mal so, ohne Wertung für jeden "New-Mini"-Fahrer) war mir schon nach kurzer Zeit eingfach "zuviel".
Das ist halt was anderes, als in den alten Minis, wo dieses "direkte" Fahrgefühl eher nebenbei und unabsichtlich entstanden ist...
Insofern würde ich einen Mito (und das behaupte ich ohne Probefahrt) im Alltag wohl einem New Mini (auch das, ohne, dass ich ein "New-Mini-Hasser" wäre), vorziehen...
es grüßt
audax
So etwas knackig sportliches hätte ich aber auch von Alfa erwartet. Wenn eine Marke sportliche Werte verkörpert dann Alfa. Der MiTo ist da für mich zu sehr Punto. Diese DNA Spielerei macht den Kohl auch nicht fett. Bischen Gaspedal und Lenkungstuning, naja. Mein Händler wollte mir den MiTo im Rahmen der Abwrackprämie aufs Auge drücken, aber das war einfach ein normales Auto mit leisem Motor. Da macht mir mein oller 2.0TS mehr Spaß wenn er ab 4000rpm kernig loszieht.
Im Mini hingegen habe ich mich lebendig wie nie gefühlt. Go Kart Pur, Auspuffplopp........ Der ist nur leider so ein stylo "look at me" Fahrzeug das es schwer ist den ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Obwohl, in Dunkelgrau mit schwarzem Dach und Zusatzscheinwerfern..............
Zitat:
Original geschrieben von Gunmetal
Ich bin den Cooper S mit 174 PS und den MiTo mit 155PS gefahren, der MiTo hatte da in meinen Augen keine Chance.
Gemeint war auch der Mito Quadrifoglio Verde (170 PS) mit Dynamic Suspension. Beim QV wurde nicht einfach nur Multiair für mehr Leistung implantiert, sondern dass Fahrzeug wurde umfassend überarbeitet, z. B. hinsichtlich Fahrwerksabstimmung und Lenkung. In unserer durch deutsche Marken dominierten Presselandschaft dringt so was leider nicht bis zum Verbrauch durch, wohingegen neue Kühlergrills aus Wolfsburg sofort als nächste Modellgeneration akzeptiert werden. Anderswo ist man da besser informiert:
Zitat:
Equally impressive was the improvements this second generation MiTo offers in the way of ride comfort and much improved stability and handling. The original MiTo received some negative comment from the motoring media regarding the ability of the suspension to soak up the potholes and bumps which unsettled the car’s balance, ride comfort and handling. Detailed damper changes have improved this performance a great deal. The electronically controlled ‘smart’ variable suspension used in the Cloverleaf version again brings improvements - but at a price.
Zitat:
Original geschrieben von mfr
In unserer durch deutsche Marken dominierten Presselandschaft dringt so was leider nicht bis zum Verbraucher durch,
Vielleicht sollte man sich auch mal an die eigene Nase fassen und die Marketingbemühungen einschließlich Händlerschulungen verbessern? In kaum einem Verkaufsraum kann man ungestörter flanieren ohne beachtet zu werden als bei Alfa (und Audi).
Ist ja nun auch nicht so als der MiTo nicht laufen würde, bzw. er im Ausland der totale Renner wäre nur "der böse Deutsche" ihn nicht kauft.
Die deutschen Fahrzeuge sind ja auch alle sooo viel besser und schöner 🙄😁
Frei nach dem alten Sprichwort: Was der Bauer nicht kennt frisst er nicht 😉