Bremsversagen an BMW R1200RT
Hallo Forum,
Ich habe mir am 05.05.2011 eine gut gebrauchte, scheckheftgepflegte R1200RT gekauft (Erstzulassung 2007 Garagenmotorrad). Das Motorrad hatte 16300km gelaufen und ist optisch in einem Top- Zustand. Nach ein paar Fahrten im flachen Land hatte ich vergangenes Wochenende erstmals Gelegenheit die BMW im Harz auf einer Kurvenreichen Strecke auszuprobieren. Bis dahin ist die Fahrt ohne Beanstandungen verlaufen und ich hatte mich an die guten Fahreigenschaften und auch Bremseigenschaften gewöhnt. (insgesamt ca. 1500km) Dann befuhr ich eine besonders Kurvenreiche wenig befahrenen etwas abschüssige Strecke etwas zügiger. Ich beschleunigte aus den Kurven raus und bremste in die nächsten Kurven hinein. Nach einigen Kurven und der ca. dritten Spitzkehre bekam ich das Gefühl das die Bremse etwas weicher wurde, ich dachte aber es könnte auch noch eine Täuschung sein. Vor der nächsten Spitzkehre kam dann aber die Gewissheit die Bremse fühlte sich total schwammig an, lies sich bei geringerer Bremswirkung viel weiter durchziehen. Ich war sehr enttäuscht über die schlechte Bremse von BMW und fuhr die nächste Spitzkehre schon wesentlich vorsichtiger an, was sich denn auch als mein großes Glück bestätigte. Bei der Bremsung musste ich den Bremshebel schon ganz bis an den Lenkergriff durchziehen und die Bremswirkung war nur noch hundsmiserabel.
Nur mit viel Glück und meiner großen Erfahrung kam ich mit schleifendem Fuß und Fußraste durch die Spitzkehre. Nach einer ca. 2 minütigen Abkühlung und ein paar Mal pumpen funktionierte die Bremse wieder einwandfrei.
Das ist Lebensgefährlich. Das Motorrad war fristgerecht beim Original BMW Händler beim Kundendienst, die Bremsflüßigkeit 07.2009 gewechselt, so dass ich davon ausgehe das die Bremsflüssigkeit OK. Ist. Die Bremsbeläge und Bremsscheiben sind auch in einem sehr guten Zustand.
Jetzt beschäftigen mich Fragen:
1. Was kann das führ ein Fehler sein?
2. Ist dieser Fehler bekannt?
3. was kann ich dagegen tun?
4. Gibt es vielleicht eine Rückrufaktion?
5. Ist das vielleicht gar kein Fehler, sind die Bremsen Serienmäßig so schlecht und der Kauf war ein Griff ins Klo?
Eigentlich habe ich keine Lust direkt nach dem Kauf von so einem modernen hochwertigen Motorrad, für eine eventuelle Fehlersuche viel Geld auszugeben und dann doch nicht genau zu wissen ob die Bremse das nächste Mal in den Alpen versagt und ich damit verunglücke.
Kennt jemand das Problem bei der R1200Rt oder BMW mit vergleichbarer Bremse
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von Mutantentreiber
... und bremste in die nächsten Kurven hinein.... bekam ich das Gefühl das die Bremse etwas weicher wurde, ich dachte aber es könnte auch noch eine Täuschung sein. Vor der nächsten Spitzkehre kam dann aber die Gewissheit die Bremse fühlte sich total schwammig an, lies sich bei geringerer Bremswirkung viel weiter durchziehen. ... Bei der Bremsung musste ich den Bremshebel schon ganz bis an den Lenkergriff durchziehen und die Bremswirkung war nur noch hundsmiserabel.
Nur mit ... dank meiner großen Erfahrung
Das ist Lebensgefährlich.
Die Bremsbeläge und Bremsscheiben sind auch in einem sehr guten Zustand.
Jetzt beschäftigen mich Fragen:
1. Was kann das führ ein Fehler sein?
Antwort: der Fahrer ist eingeschränkt intelligent
2. Ist dieser Fehler bekannt?
Antwort: seit dem Existieren von Bremsen generell
3. was kann ich dagegen tun?
Antwort: Nachdenken !
4. Gibt es vielleicht eine Rückrufaktion?
Antwort: Man sollte Führerscheine rückrufen
5. Ist das vielleicht gar kein Fehler, sind die Bremsen Serienmäßig so schlecht und der Kauf war ein Griff ins Klo?
Antwort: Die RT-Bremsen sind bekanntermaßen saumäßig. Bei meiner RT habe ich einen Bremsweg von 300 Metern ... bei 5o km/h
Ratschlag: Immer Vollgas und dann gleich wieder Vollbremsung, nur so kriegt man raus, welches das beste Motorrad ist ... am besten auf Landstraßen im Harz und (!) am Wochende !!!
Vermutung: Du bist ein erfahrener Troll !
Allsquare
19 Antworten
Guten Tag,
hatte gestern das gleiche Problem,
komplettes Bremsversagen an der Vorderbremse, Handbremshebel konnte komplett ohne Bremswirkung durchgedrückt werden.
Bremswirkung nur mehr mit Fußbremse hinten
BMW R 1200RT Bj. 04.10
Km 4435
ich habe das genau gleiche verhalten wie der themeneröffner erlebt. bei der etwas flüssigeren (nicht rasenden!) bergabfahrt am ende des tages wurde meine vorderbremse sehr weich, d.h. ich konnte den griff bis zum gasgriff durchziehen und die bremswirkung war praktisch nicht vorhanden. hinterradbremse (die ich äusserst selten dezidiert verwende) und angepasste geschwindigkeit und viel glück halfen, dass ich am hohtennjoch nicht über den abgrund in die tiefe fuhr.
soviel zu den fakten.
inzwischen habe ich mich schlau gemacht, vorallem nachdem mein 🙂 sagte, das sei nicht möglich, da ich a) kein bremskraftverstärker habe (ab modelljahr 2006 werden keine solche verbaut -> nur noch teilintegralsysteme = abs generation 2) und b) die rückrufaktion mit dem leitungstausch am druckmodulator vor knapp 8 monaten durchgeführt wurde -> alos das öl neu ist (bmw schreibt 2 jahre intervalle für den wechsel vor).
somit sind fehler wie ölverlust und wasser im öl praktisch und auch theoretisch auszuschliessen. möglich bleibt eine luftblase und dies meinte im übrigen auch der techniker von bmw, welchen ich natürlich sofort für die mobilitätsgarantie angerufen habe. erster kommentar: maschine sofort stehen lassen, sie werden abgeholt.
nun gut, als ing. bin ich ja nicht ganz fachfremd und mir war klar, dass wenn da eine kleine luftblase im system ist und etwas anderes ist grundsätzlich beim neuen abs von conti/teves nicht denkbar, dann kann man eigentlich via autobahn durchaus nach hause fahren. bei gemässiggter autobahnfahrt sollte die luftblase keine wirkung haben (immerhin bin ich mit dieser blase über 4000km gefahren, ohne das ich etwas bemerkt hätte).
eines habe ich aber verloren: das vertrauen in die bremsen. nachdem mein freundlicher luft kategorisch ausschliesst (obwohl keine andere möglichkeit besteht), habe ich das vertrauen in werkstätten verloren und habe nun als erstes die bremsen komplett (selbst) entlüftet. zudem habe ich zum einfacheren entlüften an den bremssätteln stahlbusventile eingebaut und mir ist inzwischen durchaus klar, dass man sehr viel vertrauen in die werkstatt haben muss. wenn man korrekt und vollständig entlüften will, braucht das seine zeit und man ist rasch versucht da etwas eile an den tag zu legen...so lässt sich leicht auch mehr verdienen.
was ich noch nicht geschafft habe: der bremsgriff ist im vergleich zu einer 2009er GS immer noch weich. ich hätte da aufgrund der stahlflexleitungen eigentlich ein sehr hartes verhalten erwartet. dem ist nicht so, man hat eher das gefühl von herkömmlichen bremsleitungen, der druckpunkt ist relativ weich und der griff lässt sich bei meiner maschine (baujahr 2009) weit zum gasgriff ziehen.
entlüften ist gemäss bmw-servicemanual beim neuen abs problemlos. wenn man dazu noch ein gs-911 besitzt (tue ich natürlich), dann kann man sogar den druckmodulator aktivieren und auch dort noch mögliche luft herausholen. nötig wäre es nicht, jedenfalls im servicehandbuch von bmw nicht vorgesehen, da das neue abs ein reines ventilsystem ist.
für die zweifler:
beläge sind noch bei 80%, ölverlust keiner erkennbar (im reservoir), kein pulsieren am bremsgriff - nur einfach wie butter oder teig. maschine hat derzeit knapp 8'000km auf dem zähler, also praktisch neu. ich bin erstbesitzer = neu gekauft im sept. 2009.
so....
jetzt muss ich auch mal.... R1200 RT MJ 2011 - geliefert Juli 2011
bisher 3500km Arbeitsweg/pendeln und mal nach feierabend über ein paar hügel.
dieses wochenende 1022.9 km süd-tirol/dolomiten =) artgerechter (hoffte ich) auslauf (ohne koffer, gepäck und sozius)
Schon am ersten Pass (Albula) beginnendes fading vorne... ich wollte es gar nicht glauben... doch an der in Zernez angekommen..... Bremswirkung = 0 !!!!
Mal einen Café bestellt und Händler angerufen :
1. Kann nicht sein!
2. Rasen Sie ?
3. Luft im ABS Kästchen
4. Allenfalls kann man Dot 5.1 anstatt 4 nehmen - höherer Siedepunkt
Nach der Pause war wieder gut.... bis zum nächsten Pass.... das ganze hat sich wiederholt (und nein, mein Fuss parkt nicht auf dem Bremshebel) Ich hab dann einfach weniger gebremst =) - die Tour war trotzdem wunderschön - es kann jedoch nicht sein, dass ohne Zuladung die Bremsen zügige Passfahrten nicht überstehen.....
Ich habe letzthin noch das Motorrad-Alpenmasters gelesen... Frage mich nun wie die mit den Bikes über die Pässe sind... und das sie das nicht bemerkten... geschoben ? kann ich mir nicht vorstellen.
Gehe jetzt dann mal zum freundlichen..... und wenn nix hilft - muss ich wohl doch zurück zur KTM SuMo....