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Bremssattel kaputt nach Werkstattbesuch

Themenstarteram 11. Januar 2020 um 10:28

Hallo, da ich von Autos wenig Ahnung habe würde ich mich über eine Einschätzung von Euch freuen.

Situation ist folgende:

Nachdem die Bremsbeläge ziemlich runter waren würden in der Werkstatt vorne und hinten neue Scheiben und Beläge eingebaut. Nach der Abholung des Auto fuhr ich ca. 25km und an einer Ampel sah ich im Rückspiegel wie das hintere Rad qualmte. Die Felge war sau heiß und es stank gewaltig. Ich musste mich abschleppen lassen.

In der Werkstatt sagte man mir, dass der Bremssattel kaputt sei und getauscht werden müsste. (Die gegenüberliegende Felge wurde auch leicht warm.)

Der Mechaniker sagte er hätte vorher nicht sehen können, dass mit dem Bremssattel etwas nicht stimmt. Nun sollen beide Bremssattel getauscht werden. Wie seht ihr das?

Schon msl herzlichen Dank

Beste Antwort im Thema

...das Problem ist, es kann gut gehen, muß aber nicht.

Und wenn es schief geht, dann hast du als Werkstatt gerade mit den heutigen Kunden massive Probleme... erst alles so günstig wie möglich haben wollen, läßt man sich als Handwerker -bewußt Handwerker, weil das Phänomen gibts nicht nur in Werkstätten sondern zieht sich durch sämtliche Gewerke- drauf ein, erklärt dem Kunden vielleicht sogar noch, was man macht und versucht für den Kunden zu sparen...

Gehts aber schief und entstehen am Ende weitere Kosten z.B. Auto bleibt liegen / Abschleppkosten / nochmal Werkstatt / usw. usw., dann haut dir heutzutage die Masse brutal das Messer in den Rücken... dass er es günstig hat haben wollen, daran erinnert er sich dann nicht mehr, sondern überlegt akribisch am besten gleich noch zusammen mit einem Reechtsanwalt was er noch so alles fordern könnte.

Daher muß man heutzutage als Handwerker sehr vorsichtig sein... nie auf irgendetwas einlassen, sondern immer volles Rohr fachmännisch auch wenns dem Kunden Geld kostet.

Es ist ein Unterschied, ob man als Mechaniker sein eigenes Auto oder das Auto eines guten Bekannten / Verwandten nach Feierabend repariert oder ob es offiziell mit Gewährleistung usw. läuft... wer bei letzterem spart schneidet sich schnell ins eigene Fleisch.

Ich hatte in einer fühereren Baufirma mit dem Bau einer Kinderkrippe zu tun, die Statik hat ein dort ortsbekanntes Statikbüro gemacht... die Hütte war nicht einmal groß, das waren im Prinzip von der Grundfläche und den Ausmaßen 2 Einfamilienhäuser nebeneinander über einen Durchgang verbunden.

Der Statiker hat uns Fundamente, eine Bodenplatte, usw. bauen lassen... wow, bei den Gründungstiefen, Ausmaßen, dem Baustahl der da rein kam und der Ausführung von statisch bedeutsamen Details... das war nicht mehr Lehrbuch, sondern 1000%... da hätte man vermutlich schon fast einen Wolkenkratzer draufstellen können. Hat den Bauherrn, also dieser Stadt auch eine Menge an Geld gekostet... Gesamtprojektkosten inkl. Innenausbau usw. waren se am Ende irgendwo bei 2,5 bis 3 Mio. Euro.

Parallel haben wir ein paar Meter weiter, also ähnliche Baugrundverhältnisse, usw. für den Chef des Statikbüros ein altes Gebäude in der Innenstadt saniert - war sein Elternhaus, das er saniert haben wollte... ich dachte ich bin im falschen Film, was da alles ganz einfach, günstig, ohne viel Aufwand ausgeführt worden ist. Da kam im EG eine neue Bodenplatte rein, dazu hatte er nicht einmal eine eigene Baustahlposition ausgeschrieben... da stand nur in der "Betonposition" drin, dass eine Bewehrung aus leichten Baustahlmatten Q257 einzubauen ist.

Ich hab ihn dann direkt mal drauf angesprochen... seine Antwort, wenn oben in der Kinderkrippe irgendwo auch nur ein kleiner Riß kommt, dann hab ich als Statiker die ganzen Eltern, die heutzutage sowieso nicht mehr ganz dicht sind am Hals und ziehen sie mein Statikbüro mit Schlagzeilen ala "Kinderkrippe einsturzgefährdet, Kinder in Gefahr, usw." durch den Kakao, hier in meiner Bude, da mache ich wie ich es für richtig halte... kommen da Risse und die werden auch kommen, das ist mit normalen bezahlbaren, rationalen Mitteln nicht zu verhindern, dann bekommt der Maler der das nächste mal zum Streichen kommt den Auftrag die Risse zuzuspachteln und fertig.

Wie ich oben schrieb gibts das Problem nicht nur in der Werkstattbranche sondern überall... das entwickelt sich seit Jahren / Jahrzehnten, die Leute / Kunden sind heutzutage oberschlau, wissen hinterher alles besser, Anstand / Charakter / Ehrlichkeit ist abgeschafft, jeder weiß nur noch was ihm zusteht und wie er dem Ausführenden das Messer in den Rücken hauen kann... da muß man als Handwerker / Ausführender / Beteiligter, der überleben will reagieren... inzwischen massiv, indem man nicht nur fachmännisch arbeitet sondern zur "1000%"-Lösung greift... auch wenn es den Kunden richtig Geld kostet, das so mancher auch nicht hat... da muß man solche Aufträge eben auch mal komplett ablehnen.

Z.B. in dem Fall, was hätte der TE gesagt, wenn die Werkstatt die Sättel von vorneherein als defekt reklamiert und von ihm im Zuge der 1. Reparatur die Freigabe für einen Satz neuer gewollt hätte?

Die Werkstatt war genau genommen schön blöd, hat einen Reparaturversuch unternommen und das alte Zeug wieder eingebaut... wärs gut gegangen hätte der Kunde den Kostenvorteil einfach mitgenommen. Jetzt ists aber blöderweise schief gegangen... als Werkstatt biste jetzt der Depp und trägst zumindest anteilig die Folgekosten - in jedem Fall unterm Strich ein Draufzahlgeschäft... man kann nur für die Werkstatt nur hoffen, dass se beim nächsten mal schlauer sind und gleich neue Bremssättel mit verkaufen.

Edit:

@rpalmer ... genau richtig

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Da hat man dir einen schönen Sch.... erzählt.

Wahrscheinlich bist du bei einer Schlappsau gelandet, die die hinteren Kolben nicht anständig zurückgesetzt und die Beläge "irgendwie" in die Bremsschächte reingequetscht hat. Ist nichts Neues.

Was hast du für ein Fahrzeug und was hat der Spaß gekostet?

Alte Beläge raus, Bremskolben zurück gedrückt, neue Beläge rein und gut. Nichts sauber gemacht und kein Teil auf Beweglichkeit geprüft. Hauptsache schnell schnell und jetzt noch neue ET verkaufen wollen. Der soll das Zeug zerlegen, sauber und gangbar machen, bei Bedarf neue Kolbendichtungen verbauen und gut. Aber das ist ja nicht mehr schick in heutiger Zeit. Da wird weggeworfen und neu eingebaut, ist ja auch mehr verdient dran.

Zitat:

@HD-Moos schrieb am 11. Januar 2020 um 18:36:23 Uhr:

Der soll das Zeug zerlegen, sauber und gangbar machen, bei Bedarf neue Kolbendichtungen verbauen und gut. Aber das ist ja nicht mehr schick in heutiger Zeit. Da wird weggeworfen und neu eingebaut, ist ja auch mehr verdient dran.

Ich bezweifle sehr stark, dass erstere Variante wirklich günstiger ist.

Wahrscheinlich nicht gemerkt, daß der Kolben klemmt. Kann passieren, aber die Beläge und die Scheiben sind jetzt erstmal für die Tonne. Nen überholter Bremssattel is ja sowieso billiger als wenn nen Mechaniker da selber Hand anlegt.

+ Radlager ....

...welches Auto / Modell, etc.? Wie sieht es bei dem Auto mit der Feststellbremse aus? Muß man die Kolben beiden Sätteln der HA zurückdrehen, statt nur zu drücken?

@HD-Moos ...Reparatursätze verbaut heutzutage fast keine Werkstatt mehr. Bei den meisten Fahrzeugmodellen kommen i.d.Regel neue Bremssättel... und an der HA mit der integrierten Feststellbremse schon garnicht.

Zitat:

@gast356 schrieb am 11. Jan. 2020 um 20:29:02 Uhr:

und an der HA mit der integrierten Feststellbremse schon garnicht.

Na gut, das ich keinen Werkstatt betreibe. Ich hab das bei unserem i30 gemacht. Neue Sättel kosten 500€ mehr, wie die Dichtungen und Manschetten.

 

Verbockt hat das beim TE die Werkstatt. Will natürlich nicht dafür gerade stehen. Wenn du das selbst zahlen sollst, würde ich überlegen, ob ich das nicht woanders machen lasse!

 

Oder mal überlegen, ob du da nicht auf Stur machst und die Rep. als Gewährleistung verlangst! Du bist ja kaum von der Werkstatt weg und das Ding ist Schrott. Da würde ich behaupten, da wurde nicht kontrolliert bzw. bei der Arbeit geschlampt!

 

So gravieren wie du das beschrieben hast, hätte das sofort bei der Endkontrolle auffallen müssen. Zudem hätte vor der Rep. schon mal was auffallen müssen.

 

Kannst auch versuchen, das sie die Dinger überholen. Material zahlst du, Arbeitszeit die Werkstatt. (Als Vergleich!) Sollte wesentlich billiger als der Sattel sein. Mit neuen Scheiben und Belägen solltest du unter 250€ bleiben.

 

Wenn es ein Innungsbetrieb war, kontaktiere die Schiedsstelle. (Oder sag zum. du hast das vor! Reicht oft schon aus.)

 

Wenn die Werkstatt auf Stur schaltet: Auto abholen... 2-3 Straßen mit klemmender Bremse fahren, Automobilclub rufen und in andere Werkstatt bringen lassen. Dem würde ich kein Geld mehr in den Rachen werfen!

 

MfG

...deshalb hab ich nach dem Automodell gefragt.

Es gibt welche, da lohnt ein Reparatursatz absolut nicht, es gibt welche da muß man sichs überlegen und richtig teure... naja da muß man die Kröte schlucken und die Dinger irgendwie wieder gängig kriegen... ergo Rep.-Satz...

V.a. mit integrierter Feststellbremse ist das eine Technik, eine Scheiß-Technik, wo sich viele Mechaniker / Werkstätten garnicht dran trauen.

Entweder die Bremssättel waren vorher sch verschleißbedingt Schrott und hätten getauscht gehört oder, ja das ist auch mein Verdacht, da war einer dran der das mit dem Drücken und Zurückdrehen nicht so ganz drauf hatte. Vielleicht war da ein Grobmotoriker dran der erst mal mit Gewalt in die falsche Richtung (der garnicht) gedreht hat bis er drauf gekommen ist oder er von einem Kollegen eingebremst wurde... es vielleicht mal in der anderen Richtung zu versuchen, etc., etc. wer weiß... wer weiß.

Gerade bei Sättel mit intergrierter FSB rentiert sich das überholen, da diese recht teuer sind und ein Reparatursatz bestehend aus Dichtring und Staubmanschette in der Regel reicht und das gleiche kostet wie bei herkömmlichen Sätteln. Was da jetzt überbordende Technik sein soll weiß ich nicht. Habe beides schon mehrmals erfolgreich überholt.

Jeeiin, die Bremszangen der HA von meinem Rentnergolf kosten beim Vertragshändler 250 € / Stück. Im Netz dagegen original TRW Bremszangen unter 60 €.

Ob sich da eine Überholung mit ungewissem Ausgang lohnt, wage ich zu bezweifeln.

...und wenn man dazu noch die Arbeitszeit bezahlen und hinterher Gewährleistung geben muß schlägt das Pendel weit in Richtung "Neu / Ersatzteil" statt Überholen aus.

Dazu kommt beim Überholen noch das Risiko, dass man beim Zerlegen weitere Schäden findet... ich hab z.B. meine vorderen Bremssättel auch mal mit Rep.-Sätzen gemacht. Da tauchten dann leichte Korrosionsschäden an den Kolben auf... also was machste Samstag Nachmittag, wenn das Auto Montag wieder gebraucht wird?

Zeit um die Kolben nachzubestellen ist nicht... also die alten wieder hinpfuschen und hoffen, dass es hält.

Bei der Reparatur in einer Werkstatt will der Kunde sein Auto so schnell wie möglich wieder haben und die Werkstatt kann sich nicht leisten die Hebebühne mit einem Auto für das weitere Ersatzteile nachbestellt wurden zu blockieren bzw. das Ding provisorisch rollfähig zu machen um am nächsten Tag (24 Std. Ersatzteilservice) weiter zu machen.

Selbst wenn neue Bremssättel auf den ersten Blick nicht billig sind, aber mit all den Risiken und dem Aufwand die Alten wieder zusammen zu flicken ist man auch ganz schnell in solchen Preis-/Kostenregionen...

Und am Ende haste wieder das alte verdreckte Gelumpe drin... obendrein jammert der Kunde wegen der Mechanikerstunden bzw. wenns ein Schuß in den Ofen war und doch neue Sättel her müssen, dann erklär mal dem Kunden, dass er die Arbeitszeit trotzdem zahlen muß, weil der Mechaniker den Reparaturversuch nicht aus Lust und Laune gemacht hat sondern trotzdem seinen Arbeitslohn haben will.

Mit Reparatursätzen, zerlegen und Stück für Stück wieder zusammenbauen, das können Leute machen, die Zeit haben, wenns auch mal länger dauert und nicht auf das Auto angewiesen sind... aber wenns wirtschaftlich, rentabel und schnell gehen muß hauts dir die Kalkulation ganz schnell zusammen.

Themenstarteram 12. Januar 2020 um 1:08

Vielen Dank für für die vielen Feedbacks.

Ich fahre einen Octavia 1z5 Bj 2011. Nachdem ich alle möglichen Szenarien durchgespielt habe, haben wir uns auf folgendes geeinigt. Ich Material:Bremssattel, Scheiben - er Bremsbelag und Arbeitszeit. (300€)Alle anderen Szenarien hätten viel Zeit und Nerven gekostet, ohne ein klares Ergebnis erwarten zu können. Letztlich ziehe ich jetzt noch den TÜV um 3 Monate vor und lasse das ganze in diesem Zuge nochmal anschauen - falls es dann noch Mängel geben sollte (was ich mal nicht hoffe) bekomme ich es frühzeitig...

Richtig, das hat meine Werkstatt auch schon einem Kunden vorgerechnet.

Wenn Er die Sättel selbst überholt, hat der Meister öfters gemacht, und seine 70€/Stunde ansetzt kann man sich ausrechnen wann der Punkt kommt wo es sich nicht lohnt. Bei den Letzten die er machte saß er pro Sattel gut drei Stunden an der Werkbank und dann kommen noch Teilekosten dazu. Das hat dann rein an Arbeitszeit mehr gekostet als Überholte von Bosch und dann kommt noch die Gewährleistung dazu.

Wenn man die Überholung machen würde wie die Hersteller würden schon die Teilekosten höher liegen als die überholten Sättel da im Werk im Grunde nur der Sattel an sich wiederverwendet wird aber alle Innereien ohne sie anzuschauen im Schrott landen, sie sind dann bis auf das Gehäuse Neu und haben eine Garantie.

Die Stundensätze sind schlicht zu hoch um diese Arbeit einen Mechaniker machen zu lassen.

Beide Sättel und Scheiben kosten ohne Firmenkundenrabatt in brauchbarer Qualität im Endkundenpreis ca. 180,- €, der Belagsatz hinten 35,- € ...

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