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Breite Reifen sinnlos?!

Themenstarteram 21. März 2004 um 12:10

Hallo,

ich habe bei der Knoff Hoff Show einen ganz interessanten kurzen Bericht zu breiten Reifen gesehen:

Gewicht ist entscheidend

Mit einem Experiment kann man das prüfen. Zwei gleichschwere Holzklötze werden von Gewichten über eine Ebene gezogen. Ein Klotz liegt auf der breiten Seite, der andere auf der schmalen Seite. Die Klötze simulieren also breite und schmale Reifen. Das Ergebnis: Beide Klötze bewegen sich gleich schnell.

Die Haftreibung ist also nur vom Gewicht und der Beschaffenheit des Untergrundes und nicht von der Größe der Auflagefläche abhängig. Mit den breiten Reifen können Rennwagen nicht besser bremsen, sondern sie dienen der größeren Wärmeableitung - sie bleiben kühler. Das hat den Vorteil, dass ihre Oberfläche bei der hohen Belastung nicht so leicht schmilzt und dann rutschig wird.

Quelle: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/23/0,1872,2113047,00.html

Wenn der Klotz auf der breiten Seite leigt hat er zwar mehr Fläche zum bremsen, aber pro Flächeneinheit weniger Gewichtsskraft, die auf den Flächeneinheit wirkt.

Ähnliches habe ich auch schon mal in einem Forum gelesen.

Also kann man sagen der größte Vorteil von breiten Reifen ist die Optik! Okay und im wirklich sportlichen Einsatz sind sie natürlich auch von nutzen Aufgrund der besseren Wärmeableitung.

Wäre mal interessant zu wissen, ob ein 185er zu einem 205er Reifen wirklich einen längeren Bremsweg aus 100km/h hat. Ich meine jetzt bei einer Vollbremsung und nicht wie in den Tests immer 10 Vollbremsungen, dass ist ja nicht realistisch.

Ich werde mir jedenfalls keine dicke Reifen mehr zu legen (hatte ich bisher auch nicht). Im Winter fahre ich meine 75PS Karre mit 155er 13" Reifen und konnte auch noch nicht festellen, dass moderne Autos mit dicken Reifen und ASR schneller wären (ich weiß moderne Autos sind schwerer und brauchen deshalb breitere Reifen)

Beste Antwort im Thema

und um uns diesen quatsch zu verklickern gräbst du ein 8 (ACHT!!!) jahre altes thema aus?

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Der Unterschied beim Bremsverhalten wird weniger von der Reifenbreite, als vielmehr von der verwendeten Gummimischung abhängen. Da schmalere Reifen einer höhere Kraft pro Flächeneinheit standhalten müssen, werden härtere Gummimischungen verwendet, die gegenüber den weicheren Mischungen bei breiteren Reifen weniger Verzahnung mit dem Untergrund ermöglichen. Daher ist bei einem breiteren Reifen mit einem kürzeren Bremsweg zu rechnen.

Gruß

Derk

Themenstarteram 21. März 2004 um 14:21

@der_Derk

Das mit der Gummimischung macht Sinn.

 

Ist bekannt wie stark der unterschied zwischen einem pauschal Reifen der Größe 185er zu 205er ist?

Hans

am 4. Mai 2004 um 11:06

Das Expiremt mit den Klötzen ist richtig, solange es um Festkörperreibung geht. Beim Reifen liegt aber ein Grenzfall der Festkörperreibung bzw. der Flüssigkeitsreibung vor, in dem die (einfachen) Gesetze der Festkörperreibung nicht bzw. nur noch tw. gültig sind.

Neben der (Festkörperreibung) treten Adhäsions- und Kohäsionseffekte (ugs: Verzahnung und Kleben) auf, die sehr wohl mit der Aufstandsfläche zunehmen. Auf nasser oder verschneiter Fahrbahn sieht's dann schon wieder gaaaanz anders aus.

Pauschalurteile sind deshalb (fast) immer falsch. Speziell auf trockener Fahrbahn wird ein breiter Reifen gegenüber einem schmalen aber (bei sonst gleichen Bedingungen) einen kürzeren Bremsweg bewirken - auch bei nur einer Vollbremsung.

Der Grund liegt darin, daß durch den höheren Anpreßdruck des schmalen Reifens die gleiche Wärmemenge über eine kleinere Fläche abgeführt wird, diese erwärmt sich also stärker, der Reifen (und die Fahrbahn) kommt früher an die termische Belastungsgrenze und die Grenze zwischen Haftreibung und Gleitreibung wird schneller erreicht.

Gruß

Joachim

am 4. Mai 2004 um 11:37

Naja Breitreifen sehen meiner Meinung nach nur an sehr wenigen Autos gut aus und ein unschöner Effekt ist die Erhöhung vom Verbrauch... ich wär net dafür

Joachim schrieb:

Der Grund liegt darin, daß durch den höheren Anpreßdruck des schmalen Reifens die gleiche Wärmemenge über eine kleinere Fläche abgeführt wird, diese erwärmt sich also stärker, der Reifen (und die Fahrbahn) kommt früher an die termische Belastungsgrenze und die Grenze zwischen Haftreibung und Gleitreibung wird schneller erreicht.

...hmm. Dank ABS sollte es doch nie (jedenfall bei Geschwindigkeiten über 6 km/h) zum Gleireibungsfall kommen.

Wenn sich der schmalere Reifen beim Bremsen stärker erwärmt, stell mal die These auf das die Rollreibung (liegt zwischen der Haftreibung und der Gleitreibung) ansteigen, weil das Material 'weicher' wird. Dann aber könnten der schmale Reifen wieder besser bremsen, weil die Verzahnung mit dem Untergrund besser wird.

Gruss

Trambolubi

am 4. Mai 2004 um 13:47

Die Reifenbreite

 

Die Reifen müssen mindestens so breit sein, das beim Bremsen die Haftungsgrenze der Gummimischung nicht überschritten wird.

Breiter macht keinen Sinn, sondern bringt meines Erachtens nur Nachteile.

-höherer Verbrauch

-höheres Aquaplanigrisiko

-durch den höheren Rollwiederstand Einbußen bei ber Höchstgeschwindigkeit

und bei Winterreifen:

-die geringe Auflagekraft bewirkt ein nicht so tiefes Absinken in die Schneedecke und damit eine geringere Haftung.

 

Florian

Zitat:

Breiter macht keinen Sinn, sondern bringt meines Erachtens nur Nachteile.

Kommt auf den Einsatzzweck an: Eine breitere Aufstandsfläche verhindert tiefes Einsinken in Sand, Schlamm und Schnee und sichert damit das Fortkommen ;)

Auch bei Winterreifen: In tiefem Schnee ist man mit einem breiten Reifen und abgesenktem Luftdruck besser dran...

am 5. Mai 2004 um 11:36

Grundsätzlich hast Du je Recht, für den Offroad-Einsatz ist dieser Vorteil der größeren Aufstandsfläche aber auch nicht immer gegeben.

Zum Beispiel beim Fahren auf Lehm, sinkt man dann nicht weit genug ein, damit das Reifenprofil Gripp kriegt, geht auch nichts...

Für die Straße (Alltagseinsatz) gelten sowieso andere Bedingungen...

 

Florian

am 6. Mai 2004 um 8:43

"Rollreibung liegt zwischen Haft- und Gleitreibung" *staun*

"Rollreibung" entsteht aus Verlusten durch sog. "Walken" des Reifens beim Abrollen und hat mit dem Thema (fast) garnix zu tun.

ABS verhindert den Übergang haften->gleiten (soll es jedenfalls), wenn der Reifen früher anfängt zu gleiten (wegen thermischer Überlastung) regelt das ABS eben früher, d. h. weniger Bremskraft, ergo längerer Bremsweg.

Jeder Reifen, genauer: jede Reifenmischung hat ein Temperaturfenster, in dem er optimal arbeitet, d. h. bestmöglichen Grip aufbaut. Ist er zu kalt, haftet er schlechter, ist er zu heiß, ebenfalls. Ein schmaler, hochbauender Reifen wird beim Rollen durch Walkarbeit relativ stark erwärmt, kommt dann noch die Belastung durch Bremsen dazu, ist die "Wohlfühltemperatur" schnell überschritten. Deshalb haben diese Reifen eine vergleichsweise harte Mischung. Ein breiterer, flacherer Reifen walkt deutlich weniger, erhitzt demzufolge nicht so stark und kann die aufgenommene Wärme über eine größere Fläche abgeben, kann also mit einer weicheren Mischung gebaut werden. Grenzen beim Reifenbau werden u. a. gesetzt durch Komfortmerkmale und die Zeit, die der Reifen braucht, um auf Betriebstemperatur zu kommen.

Gruß

Joachim

am 10. Mai 2004 um 23:35

neben optik verkürzen breitreifen den bremsweg. lass ich zwei klötzchen einen berg runter rollen verhalten sich beide gleich. bei höherer gewschwindigkeit aber schieben die klötzchen mit schmaler auflage über die bremswerte des breiteren.

breutreifen sind für extremere belastung ausgelegt.

 

war aber sonst ganz witzig....

IMHO ist die Breite ist für mein empfinden nicht das Ausschaggebende. Die Höhe/Querschlitt des Reifens ist für mich der Kasus Knacktus in Sachen Kurfenlage/Kurfengeschindigkeit. Ob ich mit xxx/70er oder mit xxx/40 um die Kurfe sause ist der Unterschied. Brett oder nicht Brett ist hier die Frage :D

Zitat:

Brett oder nicht Brett ist hier die Frage

Bzw. Bordstein oder nicht Bordstein...

Lebensdauer oder Wegwerfartikel...

Ankommen oder Steckenbleiben... (jaaa, ich weiß, nicht relevant auf der Straße)

:D :D :D

... Aber bremsen kannste besser ...

Zitat:

neben optik verkürzen breitreifen den bremsweg. lass ich zwei klötzchen einen berg runter rollen verhalten sich beide gleich. bei höherer gewschwindigkeit aber schieben die klötzchen mit schmaler auflage über die bremswerte des breiteren.

Wurde nicht gerade dieses Verhalten von dem Knoff-Hoff-Experiment widerlegt...?

Wir hatten uns doch schon auf die Gummimischung als Hauptursache geeinigt ;)

Zitat:

Original geschrieben von Karloenzo

IMHO ist die Breite ist für mein empfinden nicht das Ausschaggebende. Die Höhe/Querschlitt des Reifens ist für mich der Kasus Knacktus in Sachen Kurfenlage/Kurfengeschindigkeit. Ob ich mit xxx/70er oder mit xxx/40 um die Kurfe sause ist der Unterschied. Brett oder nicht Brett ist hier die Frage :D

Moin.

Zustimmung - wo weniger Gummi ist, kann auch weniger walken, wenn's in die Kurven geht. Beim R19 habe ich den Unterschied zweimal im Jahr recht deutlich gespürt - von 155/??r13 auf 195/50r15. Und bitte fragt nicht, was sich "besser" angefühlt hat :)

@derk: was meinste, ob wir dem "insider" ein paar Stündchen bei Mühlhoff verschreiben? :) :)

Gruß,

Markus (derzeit mit 45'er Querschnitt unterwegs und damit recht zufrieden)

am 11. Mai 2004 um 15:42

tatsächlich hat das Höhen/Breitenverhältnis nix mit der Haftung zu tun *g*

lediglich die Lenkpräzision steigt, dafür entfällt ein "Federelement" nahezu vollständig, mit dem Ergebnis, daß die Haftung auf unebenem Belag sogar REDUZIERT wird, da der Reifen "springt"

Bretthart & Niederquerschnitt macht nur auf (ebenem) Rennstreckenbelag wirklich Sinn - überall sonst: Haftungsverlust + Komforteinbußen...

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