Betrugsopfer, wie geht es weiter?

Hallo zusammen,

ich muss mir mal den Frust von der Seele schreiben, ich hoffe dies wenigstens im richtigen Unterforum zu tun.

Ich habe Ende vorletzten Jahres einen Kaufvertrag mit Privat geschlossen. Unfertiges Auto, muss noch einiges gemacht werden, Vertrag war inkl. Aufbereitung und Überführung. Haben uns dann noch entschieden Fahrwerk und Motor zu machen, daher gab es nie ein genaues Datum. Da ich das Fahrzeug nur als Saisonfahrzeug nutzen wollte und es dann letzten Herbst klar wurde dass das zeitlich alles nicht mehr hinhaut haben wir uns darauf geeinigt alles auf Februar diesen Jahres zu schieben.

Gegen eine Anzahlung von 3500 Euro habe ich den Fahrzeugbrief und Zweitschlüssel erhalten.
Nun habe ich seit Ende Oktober nichts mehr von dieser Person gehört, vor 2 Wochen habe ich noch ein Einschreiben geschickt mit bitte um kurze Rückmeldung. Nichts gehört.

Nun würde ich gerne rechtliche Schritte einleiten. Wie genau ist da das Vorgehen? Gehe ich zur Polizei und erstatte Anzeige wegen Betrugs? Konsultiere ich einen Anwalt?

Viele Grüße
Christian

Beste Antwort im Thema

Hier muss man die strafrechtliche Seite von der zivilrechtlichen Seite trennen. Ein (strafrechtlich relevanter) Betrug ist es, wenn der Andere nie vorhatte, das Auto fertigzustellen und Dich nur um Dein Geld bringen will. Ob das heute schon nachweisbar ist, bezweifle ich. Aber natürlich kann man eine Betrugsanzeige immer in der Hinterhand halten.

Im Moment bewegen wir uns hier noch im Bereich des Zivilrechts. Um vom Anderen etwas fordern zu können, muss man ihn in Verzug setzen. Ich würde hier eine letzte Frist setzen, und ankündigen, dass ich sonst vom Vertrag zurücktrete. Nach Ablauf der Frist kann man dann zurücktreten und hat dann eine Forderung (Anzahlung zurück und ggf. Kosten), die man gerichtlich durchsetzen kann (Mahnbescheid, Titel, Vollstreckungsbescheid, ggf. Klage).

Leider heißt das natürlich nicht, dass man das Geld auch zurück bekommt, wenn der Andere nichts hat. Aber ein Titel verjährt erst nach 30 Jahren. Es wäre zu prüfen, ob Du vielleicht wenigstens das Auto pfänden kannst. Eigentümer geworden bist Du leider noch nicht, da die Übergabe noch nicht stattgefunden hat.

Einen anderen Weg gibt es nicht, wenn nicht der Vertragspartner wunderbarerweise das Auto doch noch fertigstellt.

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Und von der Freundin hast Du keine Telefon-Nr. oder Mail-Adresse...?

-🙂

Genau. Nur die Anschrift. Und auch nur, weil diese als Absender auf dem Briefumschlag stand, den ich immernoch in meiner Schublade liegen habe.

Und die wohnt auch in Bielefeld...?
Vielleicht sind die jetzt ja zusammengezogen...?
Oder sie ist jetzt wieder solo...?

-🙂

In Bielefeld? Alles klar. In eine Stadt, die es nicht gibt, kann man auch nichts schicken 😁

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Wer, bzw. welche ladungsfähige Adresse steht denn als letzter Eintrag im Fahrzeugbrief drin...?

-🙂

@princeton
Interessante Theorien. Ich schau mal was ich daraus machen kann. Das habe ich natürlich alles nicht bedacht!
Das Fahrzeug war nie auf ihn angemeldet. Letztes Datum im Brief ist 2009 von jemandem in Nürnberg, den könnte ich eigentlich auch mal anschreiben und fragen wie das damals abgelaufen ist. Ich denke das Fahrzeug wurde nicht abgemeldet, hatte Standzeit und wurde dann auch nicht mehr angemeldet.

Fassen wir mal zusammen.

Seit über einem dreiviertel Jahr keine Kontakt zum Verkäufer.
In der Zulassung ist er auch nicht eingetragen gewesen.
Letzter Eintrag von 2009.
Einschreiben kommen immer wieder zurück.
Verkäufer hat, wenn denn, nur über die Adresse der "Freundin " mit dem TE kommuniziert.

Man, da müssen doch alle Alarmglocken leuten.
Da kann, m.M.n., nur noch ein Anwalt helfen. Warst du schon bei einem?

Gruß,
der_Nordmann

Jou. Das riecht ganz eindeutig fischig. Will sagen: Betrugsverdacht.

Anwalt brauchst du nicht, Betrug inkl. Versuch ist Offizialdelikt, darum kümmern sich Staatsanwaltschaft und Polizei von allein, sobald sie Kenntnis davon haben. Also: Anzeige.

Hallo zusammen,

ich habe heute mit der Anwaltshotline meiner RSV gesprochen. Wirklich ausgekannt scheint sich der Typ nicht zu haben, war wohl auf Betrugsfälle auf ebay-Kleinanzeigen "spezialisiert". Der meinte jedenfalls ich soll Anzeige erstatten. So in der Kurzversion.

Jedenfalls habe ich heute alle Unterlagen die ich habe (Vertrag, Überweisungsnachweise, Chatverläufe etc.) zusammengestellt, dass ich für die Anzeige alles habe.

Und von wem bekomme ich heute Nachmittag eine Mail als ich mal in aller Ruhe mit dem Hund das Wetter genießen wollte? Richtig. Von der Person von der ich seit einem halben Jahr nichts gehört habe. Er hat tatsächlich auf meine Mail von Ende November geantwortet. Ich möchte hier nicht näher auf den Inhalt eingehen, zumindest nicht im Detail, da ich weder von Anprangern noch Bloßstellen, noch Schlechtreden etwas halte.

Jedenfalls hat er mir versprochen, dass er sich nächste Woche ausführlich meldet, er sei momentan wohl unterwegs und kommt Anfang nächste Woche nach Hause.

Ich habe darauf jetzt erstmal nicht geantwortet. Wie ich persönlich über die ganze Art und Weise denke habe ich ja weiter oben erläutert. Ich muss das jetzt erst mal sacken lassen. Auf der Arbeit ist bis 28.2. auch die Hölle los, danach habe ich hoffentlich wieder einen klaren Kopf.

Ich sehe das ganze momentan noch relativ emotionslos, ich bin glaube ich einfach nur enttäuscht.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch für eure rege Anteilnahme und Hilfe bedanken, hier wird einem wirklich geholfen. Zumal mir viele ja auch Mut zugesprochen haben.

Ich werde die Woche erst mal rumgehen lassen, warten ob er sein Versprechen hält und falls nicht, die Unterlagen sind gerichtet.

Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Viele Grüße
Christian

Vielleicht wegen guter Führung entlassen oder MT-Leser.
Toi toi toi

@adenosin lass dich nicht weiter hinhalten!
Er hatte lange genug Zeit seinen Teil euer Vereinbarung zu erfüllen. Oder aber sich bei dir zu melden!
Wird nur Hinhaltetaktik sein.

Gruß,
der_Nordmann

Der liest hier mit ??

Die Schlinge um Bielefeld zieht sich langsam zu...!!!

-🙂

Zitat:

@der_Nordmann schrieb am 13. Februar 2018 um 21:50:16 Uhr:


@adenosin lass dich nicht weiter hinhalten!
Er hatte lange genug Zeit seinen Teil euer Vereinbarung zu erfüllen. Oder aber sich bei dir zu melden!
Wird nur Hinhaltetaktik sein.

Ganz genau so!

Absolut typisches Verhalten von Vertröstungs-Verschleppungs-Betrügern. Für die bedeutet Zeit gewinnen alles.

Anzeige erstatten und den Rest der Arbeit die Behörden machen lassen.

Welcher konkrete Vorwurf sollte denn die Anzeige definieren?
Bei diesen schwammigen Rahmenbedingungen und nicht vertraglich konkretisierten Übergabezeitpunkten bewerte ich das nicht unbedingt als zielführend.
Die Tatsache, dass der Verkäufer ggf. umgezogen ist und sich aus welchen Gründen auch immer "einige Zeit" nicht gemeldet hat, reicht nicht unbedingt für einen vorsätzlichen Betrugsvorwurf!
Wenn er sich jetzt gemeldet hat, eine verifizierbare Adresse mit Festnetznummer benennt und eine zeitnahe Übergabe zusichert, würde ich das dabei belassen.
Denn so ganz unschuldig am Verlauf ist der TE auch nicht...!
Über so große Entfernungen eine Restauration in Auftrag zu geben, nur via WhatsApp zu kommunizieren und das dann über die Adresse einer Freundin des Verkäufers abzuwickeln ist nun mal etwas „blauäugig“...!

-🙂

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