Benzin verbrennen

Ich habe ein Problem. In Paris ist gerade Umwelt-Gipfel.
Da denke auch ich immer mehr über meine Lebensweise nach.
Was mich ausmacht, ist dass ich Benzin verbrenne.
Das hat mich schon als Junge interessiert, das Fahren.
Je schneller, weiter, länger, desto besser.
Theoretisch weiss ich, dass das Scheisse ist.
Autos und Motorräder sind ja eine tolle Sache, wenn nur ich eins hätte.
Leider haben aber alle welche, und verstopfen die Strassen damit.
A propos: Die ganzen Strassen existieren nur dafür, für die Fahrzeuge.
Wir sind das schon so gewohnt, wir können uns eine Welt ohne gar nicht mehr vorstellen.
Gestern nach der Arbeit stand ich zwei Stunden im Stau.
Selbst die Moppeds kamen nicht mehr durch.
Da fragt man sich doch...

Aber meine ganze Welt dreht sich nur um Fahrzeuge, Touren, meinen MC, meine
Tourenkumpels. Ein Dilemma.

Beste Antwort im Thema

Ich wollte heute eigentlich ein Hoverboard für meine Neffen kaufen. Aber einmal im Laden stand ich davor und konnte nicht...dieses glänzende Plastik, diese Batterien und Ladegeräte...ich schaffe es nicht mehr. Ganze Regale von Drohnen, um "Selfies" zu machen, E-Roller, Hoverboards, Kameras mit zig Pixeln. Diese chinesisschen Bedienungsanleitungen, in 35 Sprachen übersetzt...Arschlecken, ich bin von jetzt ab ein Anti-Konsument! habe mir gerade den neuen Kondensateur geholt, um meinen 27 Jahre alten Kompressor zu reparieren, anstatt einen neuen zu kaufen. Und wenn der nicht mehr laufen sollte, gehe ich zur Handpumpe über...ich habe es einfach satt, mit meiner Kaufkraft sinnlose Sachen zu kaufen, die irgendwann zu Müll werden.

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Zitat:

@Lewellyn schrieb am 6. April 2016 um 11:58:24 Uhr:


Zitat:

Indien will ab 2030 nur noch Elektroautos

Indien will dieses ehrgeizige Ziel etwas später ebenfalls umsetzen: Bis 2030 soll der Anteil der Elektroautos bei 100 Prozent liegen. Eine Gruppe aus Mitgliedern von Umwelt-, Verkehrs- und Energieministerium soll bereits an der Umsetzung des Plan arbeiten.

Der Schlüssel, berichtet Klimatretter.info, soll in der Finanzierung der Elektroautos liegen: Sie sollen zunächst kostenlos erhältlich sein, ein Kaufpreis soll nicht fällig werden. Die neuen Eigentümer zahlen den Wert des Fahrzeugs über eine Art Ratenzahlung über einen langen Zeitraum ab. Fällig wird immer nur der Betrag, den das Elektroauto an nicht benötigten Benzinkosten einspart. Diese Methode habe die Regierung schon bei der flächendeckenden Einführung von LED-Leuchtmitteln erfolgreich angewendet.

„Indien könnte das erste Land seiner Größe werden, das 100 Prozent Elektrofahrzeuge betreibt“, sagte der indische Minister für Energie, Kohle und erneuerbare Energien Piyush Goyal dem Magazin zufolge. „Wir versuchen, dieses Programm selbstfinanzierend zu gestalten. Wir brauchen keine einzige Rupie an Unterstützung von der Regierung. Wir brauchen keine einzige Rupie an Investition vom indischen Volk.“

Tolles Konzept. Wenn die Finanzierung von Glühbirnen funktioniert hat, dann ist das nur noch ein kleiner Schritt bis zum Elektrofahrzeug für alle.
Und in 14 Jahren hat Indien garantiert auch die Strominfrastruktur soweit ausgebaut, dass man diese Fahrzeuge vor jedem Haus laden kann. Strom kommt ja bereits aus der Streckdose.

Die zittern schon. Da kannste mal sicher sein. Die Saudis wollen ja einen 2 Billionen-Staatsfond gründen, der dann überall auf der Welt investiert und von der Rendite leben sie dann. So ungefähr. Ob das klappt, sei mal dahingestellt, da sie im Moment keine Kohle übrig haben. Der Iran spuckt ihnen gehörig in die Suppe.

http://www.welt.de/.../...igen-Staatsfonds-fuer-Zeit-nach-dem-Oel.html

Der Knackpunkt ist nämlich, sie müssen 2018 jemanden finden, der noch daran glaubt, das investieren in Öl wäre eine lohnende Kiste.

Da gibt es nämlich auch heute schon andere Meinungen zu.

http://www.bloomberg.com/features/2016-ev-oil-crisis/

edit: @ Vulkanistor: Dass das erstmal für die Städte ist, ist klar. auf dem Land gibts neben "kaum Strom" auch "kaum Autos".

Wenn sie den Bauern dann zum E-Auto noch ne PV-Anlage vorstrecken, ist das alles kein Problem...😉

Ich weiß nicht, ob das was ich jetzt schreibe schon ein anderer vor mir geschrieben hat. Hab den Thread nicht komplett gelesen.

Für mich ist das eine Milchmädchenrechnung.
Der Weg geht dahin alles stromsparender zu machen, damit die Umwelt entlastet wird. Atomkraftwerke werden ohne wirkliche Alternative abgeschaltet. Erneuerbare Engergien decken nur den Spitzenstrombedarf ab. Kernfusion ist in weiter Ferne. Falls was fehlt, wird über das Europäische Netz Strom aus dem Ausland zugekauft. Das dieser Strom z.T. aus Atomkraftwerken kommt ist egal. Hauptsache man hat Strom aus seiner Steckdose. Milchmädchendenkweise.
Und was glauben die linksgrün-geprägten Mitbürger (egal ob Privatmann oder Politiker) nun, die alle auf die Spritschleudern schimpfen, was passiert, wenn sich alle in D ein Elektroauto kaufen?!
Soviel Windräder und Solarzellen könnt ihr euch gar nicht in die Landschaft stellen, damit dieser enorme Strombedarf irgendwie abgefedert wird.
Ganz davon abgesehen, daß E-Motoren für LKW's, Fernfahrer (Vertriebsaußendienst) und Urlaubsfahrer mangels Reichweite nach wie vor unrealistisch sind.

Es gibt sehr viele Meinungen und Expertisen dazu. Seit Jahren ist angeblich auch schon der Punkt der maximalen Ölförderung überschritten. Und solange ich zurückdenken kann lautet die gängige Prognose, dass die förderbaren Ölreserven in 20-25 Jahren (ab Prognosedatum) erschöpft sind.
Zum Thema "Peak Oil" kann man hier nachlesen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Globales_%C3%96lf%C3%B6rdermaximum

Davon hat sich bis jetzt nichts bewahrheitet. Ein Problem bei diesen Prognosen ist, dass niemand genau weiss, wie gross die Ölreserven der Saudis wirklich sind. Das ist nämlich ein sehr gut gehütetes Staatsgeheimnis. Natürlich sind diese Reserven endlich, nur ob das schon in 5 oder in erst 100 Jahren sein wird, das weiss man nicht. Gegen 5 Jahre spricht allerdings die momentane Förderpolitik der Saudis.

Trotz allem ist es natürlich kein Fehler, bereits jetzt ernsthaft Alternativen dazu in Angriff zu nehmen. Wenn das Öl mal wirklich knapp wird - und das wird es unweigerlich -, dann ist es zu spät.

Wie schreibt Bihumi so schön:
"Grabe den Brunnen wenn Du Kraft hast, nicht wenn Du Durst hast."

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Die Milchmädchenrechnung ist, dass es Unmengen an zusätzlichen Kraftwerken bedürfe.

Der Austausch aller PKW gegen E-Autos führt zu 16% Mehrverbrauch an Strom.

Allein letztes Jahr hat Deutschland Überschußstrom, der für zig Millionen E-Autos ausgereicht hätte, zu teilweise Negativpreisen ins Ausland verscheuert.

Das E-Auto ist kein Problem, es ist Teil der Lösung der Energiewende. Mit Millionen E-Autos und intelligenten Stromzählern, die Zweiwegefluss zulassen, ist die dezentrale Stromspeicherung von Überschüssen kein Problem mehr. genauso wie der kurzfristige Abruf für Lastspitzen. Das durchschnittliche Auto wird eine Stunde am Tag bewegt. Den Rest des Tages dient es als Pufferspeicher. In dem Rahmen, den der Besitzer zuläßt.

10 Mio. E-Autos, die 10kwh Kapazität als Puffer freigeben, regeln jede Produktionsspitze und jede Windflaute weg.

Wenn der Preis hoch genug ist rentiert sich auch wieder Öl aus Algen. Sagen wir bei 2 € den Liter? Bisher tun sich die Unternehmen in der Richtung schwer weil sie halt noch nicht rentabel genug sind. Aber bin mir sicher das wird noch. Wäre auch eine Option für die Saudis, genug Sonne haben sie ja. Wäre dann auch CO2 neutral.

Ich glaube, so absolute schwarz-weiss-Aussagen wie "In 15 Jahren wird es keine Verbrenner-Autos mehr geben", sowie "Das Elektromobilität ist nicht machbar und bleibt etwas für Öko-Träumer" werden definitiv falsch sein.

Es wird ein sanfter Übergang werden. Es spricht nichts dagegen, dass typische Kurz- und Mittelstreckenfahrer langsam auf Elektroautos umschwenken. Typische Langstreckenfahrzeuge wie LKWs werden noch länger mit Diesel fahren. Wieso auch nicht?
Und Nischenprodukte wie Motorräder werden wahrscheinlich auch noch lange mit Benzin herumfahren. Sie sind in Europa zu unbedeutend.

Die Überlebenschancen von Alternativen zu arabischen Ölquellen sind schwer zu beurteilen. Die Saudis bekämpfen gerade mit Dumpingpreisen erfolgreich amerikanische Ölsand-, Ölschiefer- und Frackingquellen. Wenn diese Firmen erst einmal pleite sind wird es einige Zeit dauern, bis sich neue Investoren für solche Projekte finden lassen.

Natürlich können die Saudis auch nicht beliebig oft und beliebig lange solche Aktionen durchziehen.

Immer mehr Länder ziehen Deadlines. "Ab 2030 werden nur noch Elektroautos zugelassen."

Natürlich verschwinden die Verbrenner damit nicht sofort. 20 Jahre hält ein moderner Verbrenner locker.

Nur, wenn es in Deutschland so festgelegt würde, wer würde 2025 noch einen Verbrenner kaufen mit dem Wissen, dass der mit dem Kauf praktisch wertlos ist, weil er nie wieder zu verkaufen sein wird? Die ganze Infrastruktur um die Verbrenner wie Tankstellen und Werkstätten werden doch langsam mit sterben. Und zwar schon vor dem Termin.

Mit 40% weniger Benzin rechnet BP/Aral bis 2025. Und fängt schon heute mit dem Arbeitsplatzabbau an.

Das meiste Öl liegt nicht unter Saudi Arabien sondern unter Venezuela.

Zitat:

Und solange ich zurückdenken kann lautet die gängige Prognose, dass die förderbaren Ölreserven in 20-25 Jahren (ab Prognosedatum) erschöpft sind.

Während meiner Schulzeit wurde geschrieben, dass die Ölvorräte noch ca. 50 Jahre
reichen würden. Das wäre also bis heute. Verdammt, ich muss mal sehen dass ich noch irgendwo
Sprit kriege. 😁

Ja, Club of Rome ... gibt's die noch?

Die spannende Frage ist, schaffen wir es bewusst Kohle und Öl nicht zu verbrennen, sondern im Boden zu lassen?

Mit solchen Aussagen läßt sich eine Menge Kohle machen.
Das Kapital, richtig investiert, in den richtigen Aktien und Optionsscheinen, kann dadurch enorme Gewinne bringen.
Ob die Aussagen letztendlich umgesetzt werden, ist eine ganz andere Geschichte. Es geht um Hoffungen, in welche die Leute, die nicht wissen, was sie mit ihrer Kohle machen sollen, dieselbe reinstecken.

Viel, was geschrieben wird, hat m.E. genau nur diesen Grund.

Zitat:

@kandidatnr2 schrieb am 6. April 2016 um 14:11:20 Uhr:


Das meiste Öl liegt nicht unter Saudi Arabien sondern unter Venezuela.

Das gehört aber in einen anderen Thread!

http://www.motor-talk.de/forum/unnuetzes-wissen-t4680667.html

😉

Zitat:

@Marodeur schrieb am 6. April 2016 um 13:06:02 Uhr:


Wenn der Preis hoch genug ist rentiert sich auch wieder Öl aus Algen. Sagen wir bei 2 € den Liter?

Die Optionen müssen beide verfolgt werden. Biosprit aus Algen wird auch mit der Elektromobilität weiterhin für Flugzeuge und LKWs benötigt.

Die Technologien für einen weitgehenden Ersatz von Benzin und Diesel durch Strom aus regenerativen Quellen sind da.
Es gibt Solarthermie, Photovoltaik, Windkraft, Akkus, Biogasanlagen, KWK-Anlagen, Power-to-Gas, Pumpspeicherkraftwerke, Gezeitenkraftwerke, Elektrofahrzeuge, Smartmeter, Smartgrids, Smart living und vieles mehr.
Die Technik ist mittlerweile weitgehend ausgereift und bereit für den Masseneinsatz oder ist teilweise schon im Masseneinsatz.

Es gibt zurzeit nur keinen Anreiz, diese einzusetzen.
Elektrofahrzeuge rechnen sich nicht, weil Öl billig ist.
Stromspeicher lohnen sich nicht, weil es in kleinen Leistungsbereichen keine lastgemessenen Stromtarife gibt. In großen Leistungsbereichen auch nicht, weil es auch da nicht die entsprechenden Tarife gibt. Bei PV auch nicht, weil es sich durch die EEG-Förderung immer lohnt, einzuspeisen.
Smartmeter und Smartgrids werden in dem Moment spannend, wenn es darum gehr, Lastspitzen aus dem Netz zu nehmen. Dann kommen plötzlich lastgemessene Stromtarife ins Spiel und damit auch Stromspeicher, Smart living und Co.
Zurzeit gibt es da aber keinen nennenswerten Leidensdruck.
Das wird sich schlagartig ändern, wenn eine Vielzahl von Elektrofahrzeuge das Stromnetz belasten.
Das bestehende Stromnetz, das oft aus den tiefsten 60ern stammt, ist dafür - außer vielleicht in Gegenden, in denen es viele Nachtspeicherheizungen gab - in vielen Fällen nicht leistungsfähig genug. Da kann, überspitzt gesagt, nicht ein ganzer Straßenzug gleichzeitig seinen Tesla an die Drehstromdose stöpseln und mit 22kW laden. Die Ladeleistung muss entsprechend der freien Netzkapazität geregelt werden.
Die Technik dafür ist existent. Sie muss jedoch erstmal zum Einsatz kommen. Das ist das wirklich spannende an dem Thema.
Die einzelnen Technologien für sich sind keine Herausforderung. Die liegt darin, diese ganzen Technologien dazu zu bringen, sinnvoll miteinander zu funktionieren.

Der Gedanke, von dem man sich verabschieden muss, ist allerdings der, dass es durch die ganze Geschichte billiger wird.
Das alles lässt sich nur durch Förderungen, Umlagen, Subventionen und so weiter finanzieren.
Die werden direkt oder indirekt alle belasten.

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