Benötigt ein Diesel-Motor Strom zum ordnugsgemäßen Betrieb?
Vorweg, ich weiß selbst, dass ein Dieselmotor keine Zündkerzen hat und solange läuft, wie ihm Treibstoff zugeführt wird.
Und hier setzt meine Frage an. Angenommen, ich starte ein Auto mit Diesel-Motor, und trenne ihn dann von der Batterie. Vermutlich stände dem Auto immer noch Strom durch die Lichtmaschine zur Verfügung. Aber nehmen wir weiter an, diese wäre kaputt, oder würde aus anderen Gründen nicht genügend Strom liefern. Was würde mit dem Motor passieren? Beim Benziner klar, er würde nicht mehr zünden, er würde keine Leistung mehr erzeugen, und würde das Auto langsamer werden.
Aber wie sieht es beim Diesel aus. Denn ein Diesel-Motor an sich benötigt in der Theorie keinen Strom zum Laufen, so ist er jedoch in heutigen Fahrzeugen mit Elektronik vollgestopft. So könnte ich mir vorstellen, dass die ganze Einspritzung Probleme machen könnte, was jedoch in dem Falle nicht zum Motorschaden, sondern wieder zum Wegfall der Leistungsabgabe führen würde (da kein Treibstoff mehr vorhanden).
Wäre es vorstellbar, dass der Diesel-Motor in solch einem Szenario (Unterbrechung der Stromzufuhr an sämtliche Komponente) Schaden nehmen würde, er zum Beispiel weiterlaufen würde, aber ohne unterstützende Elektronik, und demnach der plötzliche Wegfall der Stromzufuhr zu z.B Synchronisationsfehlern oder was weiß ich führen könnte, Schäden an Nockenwelle, Keilriemen, oder was auch immer entstehen könnten; sich Teile verbiegen würden, verformen, was weiß ich? Wäre ein Schaden des Motors in dem unwahrscheinlichem Fall auszuschließen, also dem plötzlichem Wegfall der Stromzufuhr während dem Betrieb?
Beste Antwort im Thema
Unterdruckerzeugung für den Bremskraftverstärker.
Kraftfahrzeuge mit Ottomotoren erfordern bei Teillast den Einsatz einer Drosselklappe,
um ein brennfähiges Kraftstoff-Luft-Gemisch zu erzeugen.
Als Nebeneffekt entsteht hinter der Drosselklappe im Ansaugtrakt (Ansaugkrümmer) ein Unterdruck,
der als pneumatischer Energielieferant für den Bremskraftverstärker dient.
Bei Dieselmotoren und einigen aktuellen Ottomotoren mit Benzindirekteinspritzung,
wie z. B. BMW-Fahrzeugen mit Valvetronic,
wird durch den systembedingten Entfall der Drosselklappe eine separate Saugpumpe erforderlich.
In der Verbindungsleitung zwischen Bremskraftverstärker und Unterdruckquelle
ist ein Rückschlagventil eingebaut,
das dazu dient,
den Unterdruck bei Volllast und stehendem Motor aufrechtzuerhalten.
43 Antworten
Zitat:
@Mark-86 schrieb am 26. Juli 2017 um 18:54:15 Uhr:
Trennst du einen laufenden Motor von der Batterie, können die Spannungsspitzen aus dem Generator nicht mehr abgefangen
Stimmt, nicht bedacht. Aber ich denke mal, dass selbst die Batterie von der ich spreche noch über genügend Kapazität verfügt, um diese kleine Schwankungen zu puffern. Ich kenne mich mit Bleiakkus jetzt nicht so gut aus, aber frage ich mich jetzt tatsächlich spontan, wo überhaupt der Strom der eigentlich die Batterie laden sollte hingelangt, in dem Falle. Für gewöhnlich, wenn die Abnahme geringer ist als die Stromerzeugung (sollte meistens der Fall sein, bei korrekter Dimensionierung der Batterie), dann wird diese Überproduktion halt einfach dazu verwendet, die Batterie zu laden. Was überhaupt passiert dann mit dem überschüssigem Strom, bei einer gesunden Batterie, einer nagelneuen Batterie, wenn diese bereits voll geladen ist? Dann müsste die Energie als Abwärme beim Laden verpuffen. Oder aber (was ich bezweifle) müsste die Lichtmaschine in dem Falle automatisch vom Akku getrennt werden.
Ich bin wie erwähnt kein Experte, aber bezweifle ich im übrigen stark, dass die Lichtmaschine Schaden nehmen würden, bei Fahrt aber fehlen der Batterie. Ich schätze, dass die Lichtmaschine IMMER den Akku lädt, und der benötigte Strom vom Auto IMMER aus der Batterie gezogen wird, NIE direkt von der Lichtmaschine. Demnach wäre hier (bei Fehlen der Batterie) der Stromkreis nicht geschlossen, könnte die Lichtmaschine schlecht Schaden nehmen ohne belastenden Stromkreis (worin soll bitte dieElektrizität induziert werden), und Dioden im Schaltkreis ebenfalls nicht. Möglich aber das ich hierbei falsch liege. Ist aber sowieso off-topic.
Kann sich jemand von euch vorstellen, wie sich ein solch alter, tiefenentladener Bleiakku während der Fahrt in einem Diesel verhalten würde (Annahme: Motor erhielt Starthilfe, stromfressende Komfortfunktionen wie Sitzheizung oder Radio und Klimaanlage deaktiviert). Meine ursprüngliche Frage: Kann der Motor Schaden nehmen?
Zitat:
@Mark-86 schrieb am 26. Juli 2017 um 18:54:15 Uhr:
Die ist dann kaputt. Trennst du einen laufenden Motor von der Batterie, können die Spannungsspitzen aus dem Generator nicht mehr abgefangen werden und dann ist oft schonmal der Generator kaputt, weil der seine Sperrdioden durchbrennt... Das passiert auch bei nem /8er Mercedes Diesel. Der Motor läuft weiter, aber ohne Batterie ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Lichtmaschine danach hin...
ja watt denn nu?
in dem thread
war unser homo electricus moderatorii
gänzlich anderer meinung?
wobei ich nach wie vor zu marks scenario tendiere...
macht doch watt ihr volt🙂
Soo schnell geht 'ne LiMa auch wieder nicht hopps.
Abblendlicht + Heckscheibenheizung an (normaler Radio ist kein "Stromfresser" und Klima auch nicht, ist ja außer Elektromagnetkupplung riemengetrieben), und schon sind die Spannungsspitzen abgepuffert, selbst beim popeligen Vergasermodell (ohne elektrische Kraftstoffpumpe/Einspritzung samt Steuergerät, "Eierwärmer" und anderen Verbrauchern). Mach ich immer, wenn die Leute keinen Radiocode mehr haben, aber die Batt getauscht werden soll. Funktioniert.
Zitat:
Dann müsste die Energie als Abwärme beim Laden verpuffen.
Nein, wenn die Batterie voll ist, also die Ladeschlussspannung erreicht hat, wird die Feldwicklung einfach nicht mehr erregt und dann liefert die Lima einfach keinen Strom mehr...
Zitat:
Soo schnell geht 'ne LiMa auch wieder nicht hopps.
Abblendlicht + Heckscheibenheizung an (normaler Radio ist kein "Stromfresser"😉, und schon sind die Spannungsspitzen abgepuffert, selbst beim popeligen Vergasermodell (ohne elektrische Kraftstoffpumpe/Einspritzung samt Steuergerät und anderen Verbrauchern). Mach ich immer, wenn die Leute keinen Radiocode mehr haben, aber die Batt getauscht werden soll. Funktioniert.
Kann man machen, kann gehen, kann schief gehen. Ich lass in dem Fall die Karre aus und speise über eine ext. 12V Batterie Strom ins Bordnetz.
Ich hab schon 2 gekillte Lichtmaschienen gehabt, 1x hat der Kunde am 111er Cabrio bei laufendem Motor den Batteriehauptschalter aus gemacht, Minusdiode kaputt...
Und einmal hat mir einer nicht geglaubt, dass seine neue Lichtmaschiene die ich eingebaut habe in Ordnung ist und bei laufendem Motor die Batterie abgeklemmt, weil wenn die neue Lichtmaschine läuft, dann muss der Motor ja weiter laufen, hat aber nicht lange geklappt, also wäre meine Lichtmaschine kaputt.
Dummerweise stand der Herr vom Tüv daneben, Fachbuch und Anweisung von Bosch aufn Tisch, Kunde superingenieur, pech gehabt, zu den 450€, eben nochmal 450€...
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Dann war aber in beiden Fällen zu wenig Last/Verbraucher an der LiMa, um da was abpuffern zu können.
Bei Hauptschalter aus gar kein Puffer mehr und wenn nur der Motor läuft und sonst nix an ist oder an der Klemme dann Kabel nicht mehr so richtig fest mit dran sind . . . kann's natürlich knapp werden ;-)
Man muß halt wissen, was man macht, möglich ist vieles.
Zitat:
@Hegamma schrieb am 26. Juli 2017 um 16:29:16 Uhr:
Vorweg, ich weiß selbst, dass ein Dieselmotor keine Zündkerzen hat und solange läuft, wie ihm Treibstoff zugeführt wird.
Und hier setzt meine Frage an. Angenommen, ich starte ein Auto mit Diesel-Motor, und trenne ihn dann von der Batterie. Vermutlich stände dem Auto immer noch Strom durch die Lichtmaschine zur Verfügung. Aber nehmen wir weiter an, diese wäre kaputt, oder würde aus anderen Gründen nicht genügend Strom liefern. Was würde mit dem Motor passieren? Beim Benziner klar, er würde nicht mehr zünden, er würde keine Leistung mehr erzeugen, und würde das Auto langsamer werden.Aber wie sieht es beim Diesel aus. Denn ein Diesel-Motor an sich benötigt in der Theorie keinen Strom zum Laufen, so ist er jedoch in heutigen Fahrzeugen mit Elektronik vollgestopft. So könnte ich mir vorstellen, dass die ganze Einspritzung Probleme machen könnte, was jedoch in dem Falle nicht zum Motorschaden, sondern wieder zum Wegfall der Leistungsabgabe führen würde (da kein Treibstoff mehr vorhanden).
Wäre es vorstellbar, dass der Diesel-Motor in solch einem Szenario (Unterbrechung der Stromzufuhr an sämtliche Komponente) Schaden nehmen würde, er zum Beispiel weiterlaufen würde, aber ohne unterstützende Elektronik, und demnach der plötzliche Wegfall der Stromzufuhr zu z.B Synchronisationsfehlern oder was weiß ich führen könnte, Schäden an Nockenwelle, Keilriemen, oder was auch immer entstehen könnten; sich Teile verbiegen würden, verformen, was weiß ich? Wäre ein Schaden des Motors in dem unwahrscheinlichem Fall auszuschließen, also dem plötzlichem Wegfall der Stromzufuhr während dem Betrieb?
Wenn wir über moderne Autos sprechen, sicherlich bleiben die ohne Strom stehen und sogar auch mit Schaden.
Aber ein "ORIGINALL" Diesel wie die auch noch bei uns viele und kleine Fischerschiffe an der Küste tragen, werden sogar per Hand im Laufe gesetzt und laufen ohne weiteres Stundenlang, manche tragen eine Lichtmaschine die nur für das Licht an Bord zusteht, und das ist alles.
Also meiner Meinung nach, ein Diesel braucht nicht einmal Strom zum Anlassen und weiterlaufen.
Gruss aus Spanien, Spanienland
Nicht vergessen:
Wir haben gerade Ferienzeit. Und wenn da sich jemand frisch anmeldet und so ein Thema erstellt, möchte er doch wohl Forenmitgliedern eine Beschäftigungstherapie verabreichen.
Auf so etwas springe ich jedenfalls nicht an.
Genau, n Dieselmotor mit mechanischer Einspritzanlage läuft einfach wenn man ihn anschubbst.
Strom brauchen die nur für den Anlasser, bzw. für die Vorglühanlage oder Flammstartanlage...
Es gibt aber auch Dieselmotoren (wie in meinem Wohnmobil) die keine elektrische Kaltstarteinrichtung haben.
Den kannst du anschieben und der läuft... Das ist aber eben alles nur bei "alter Technik" der Fall...
Off Topic, aber dazu fällt mir ein, dass man die Autos "früher" umgangssprachlich mal freigeblasen hat, also auf der Autobahn gerast. Dann hieß es immer, der zieht jetzt wieder richtig. Will nicht absprechen, das dabei auch tatsächlich irgendwelche Ablagerungen freigebrannt wurden, aber Hauptgrund wird dann sicherlich die richtig volle Batterie gewesen sein. Die Lima nicht mehr erregt und prompt mehr Leistung...
Ich habe zu Hause einen Hatz 673 LHK. Der benötigt weder Strom zu starten, noch für den Betrieb. Er hat weder Batterie noch Lima. Und das Ding läuft seit Jahrzehnten ohne jeden Mucks.
Zitat:
@Hegamma schrieb am 26. Juli 2017 um 16:51:24 Uhr:
Okay... nehmen wir einen nagelneuen VW Golf der neuesten Generation, Diesel. Ein Allerweltsauto. Wie sähe es wohl hier aus?
Es würde bei dem Wagen wegen mehrerer Dinge ohne Strom nicht funktionieren:
- die Wegfahrsperre
- die elektrische Vorförderpumpe im Tank
- die CR-Injektoren
- keine Signale vom Motorsteuergerät
Und dazu kommt beim Golf 7 (und quasi allen modernen Pkw-Motoren, auch Diesel):
* das e-Gas fällt weg (wichtigster Input von Fahrerseite)
* alle elektrischen Aktoren fallen weg: Drosselklappenstellmotor, Mengenregelung an der CR-Pumpe, Magnetventile (auch für Turboverstellung), Injektoren, Kühlerlüfter, elektrische Zusatzkühlmittelpumpe, elektronisch zusatzbeheizbares Thermostat
Und paar kleine "Katastrophen" drumrum kämen dazu:
* die elektromechanische Servolnkeung fällt weg -> dann nur noch mechanische Rückfallebene der Lenkung
* die Unterdruckpumpe für den Bremskraftverstärker fällt weg -> dann nur noch hydraulische Rückfallebene der Bremse ohne Verstärkung
* sogar die elektronische Parkbremse (wenn verbaut im konkreten Golf 7) wäre nicht mehr bedienbar
Die Betrachtung geht dann weg vom Dieselmotor, aber zeigt die generelle Abhängigkeit von einer zuverlässigen Onbord-Stromversorgung.
Zitat:
@Grasoman schrieb am 28. Juli 2017 um 15:11:48 Uhr:
die Unterdruckpumpe für den Bremskraftverstärker fällt weg
Wird die elektrisch angetrieben? Sicher bin ich mir nicht, aber ich meine, dass sie mechanisch angetrieben wird.
Unterdruckerzeugung für den Bremskraftverstärker.
Kraftfahrzeuge mit Ottomotoren erfordern bei Teillast den Einsatz einer Drosselklappe,
um ein brennfähiges Kraftstoff-Luft-Gemisch zu erzeugen.
Als Nebeneffekt entsteht hinter der Drosselklappe im Ansaugtrakt (Ansaugkrümmer) ein Unterdruck,
der als pneumatischer Energielieferant für den Bremskraftverstärker dient.
Bei Dieselmotoren und einigen aktuellen Ottomotoren mit Benzindirekteinspritzung,
wie z. B. BMW-Fahrzeugen mit Valvetronic,
wird durch den systembedingten Entfall der Drosselklappe eine separate Saugpumpe erforderlich.
In der Verbindungsleitung zwischen Bremskraftverstärker und Unterdruckquelle
ist ein Rückschlagventil eingebaut,
das dazu dient,
den Unterdruck bei Volllast und stehendem Motor aufrechtzuerhalten.