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Auto von Privat gekauft - Nachträglich Unfallschaden herausgefunden

Themenstarteram 11. Oktober 2022 um 3:32

Guten Tag,

vor ein paar Tagen habe ich einen Wagen (W202/C180/1995) aus zweiter Hand von Privat gekauft.

Dieser wurde als Unfallfrei beschrieben, steht auch so im Kaufvertrag.

Dazu gab es eine Dicke Mappe mit allen Rechnungen sie seit Neukauf angefallen sind.

Nun habe ich diese Mappe mal aus Interesse durchgeblättert und habe gesehen dass ein Unfallbericht von 2002 über ca. 3000€ vorliegt. Sieht nach Blechschaden an der rechten Seite aus.

Jetzt ist meine Frage, welche Möglichkeiten habe ich nun?

Vom Kauf zurücktreten muss ich nicht unbedingt, allerdings hätte ich niemals den vereinbarten Preis gezahlt, wenn ich von dem Unfall gewusst hätte.

Inwiefern kann ich den Vorbesitzer dafür zur Rechenschaft ziehen?

Auf der einen Seite hatte er besagte Rechnung in Besitz und hätte davon wissen können, auf der anderen Seite lag die Rechnung auch vor als ich den Wagen gekauft habe und ich hätte es selber sehen können.

Natürlich bin ich nicht jede einzelne Seite des Ordners beim Kauf durchgegangen.

Logischerweise könnte der Verkäufer auch nichts davon gewusst haben, weil er sich auch nicht durch 200 Seiten Rechnungen gewühlt hat.

Anhand der Dokumentation würde ich aber davon ausgehen dass der Erstbesitzer das nicht unbedingt verschwiegen hätte. Der Kaufvertrag von 1. zu 2. Hand war auch nicht im Ordner, auch wenn ich keine Ahnung habe ob man sowas überhaupt unbedingt dem Käufer vorzeigen würde.

 

Wie würdet ihr vorgehen?

Anwalt einschalten?

Kontakt zum Verkäufer aufnehmen?

Wie sieht es da rechtlich aus?

Falls ich nicht im richtigen Unterforum bin, bitte ich um Entschuldigung. Dieses hier wirkte am passendesten.

Ich will mich im vornherein für alle hilfreichen Antworten bedanken.

Grüße, CraBz

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36 Antworten

Zitat:

@Px200ELusso schrieb am 23. Oktober 2022 um 10:59:43 Uhr:

Der Grundfehler sind die 5.000 Eur für einen W202.

Ein gut reparierter Vorschaden rechtfertigt eine Wertminderung von ein paar Prozentpunkten. 100-300 Eur sind es, worüber man hier also sprechen kann, selbst bei dem völlig überzogenen Kaufpreis für so ein Auto.

Was das Thema Historie und Werterhalt/-Zuwachs betrifft: ein W202 wird niemals einen nennenswerten Liebhaberwert erreichen. Er war das rostende, hässliche Entlein aus der traurigsten Ära der Marke Mercedes mit langweiliger Technik, uraltem, biederen Design und unterdurchschnittlicher Qualität.

Einzig die raren AMGs könnten irgendwann mal den einen oder anderen Sammler jucken, aber auch hier wird der Erhalt den Gewinn übersteigen.

Vielleicht wäre es keine schlechte Idee, eine Wandlung des Kaufvertrages aufgrund einer unerfüllten vereinbarten Eigenschaft anzustreben, um diesen schlechten Deal (unabhängig von dem Unfall) rückgängig zu machen.

Dann suchst du dir einen ordentlichen w203 oder gar 204 mit etwas Aufpreis.

Bei so einer alten Kiste ein Fass aufzumachen wird zu nichts führen. Auch eine Wandlung nach so langer Zeit bei einem alten Auto halte ich für ausgeschlossen.

Alles was P200ELusso geschrieben hat ist richtig.

Bis auf eine Ausnahme: Die W 203 der ersten Serie waren nicht viel besser als der W202.

Zitat:

Alles was P200ELusso geschrieben hat ist richtig.

Alles, was P200ELusso geschrieben hat, bezeichnet man bei uns in Hessen als "Dummgebabbel" (durchaus liebenswert gemeint).

Ein W202 wird genau so seinen Weg machen und seine Liebhaber finden wie die anderen Mercedes-Fahrzeuge. In meiner Jugend wurden /8er (und später die W123) als Winterhuren verheizt, oder von cleveren Menschen genutzt, die den Gebrauchswert zu schätzen wussten.

Wer damals 5.000 DM für ein rostfreies (oder rostarmes) Top-Auto ausgegeben hat, wurde genau so belächelt. Heute hört er auf Oldtimertreffen den Satz "alles richtig gemacht".

Und der Kaufpreis ist nur eine Momentaufnahme. Was hilft es, einen für 1.000€ zu kaufen, in den man die nächsten 10 Jahre pro Jahr im Schnitt 1.000€ investieren muss, während das Top-Auto pro Jahr nur 250€ Wartungskosten verschlingt?

Und wer bei einem Liebhaberfahrzeug auf "Wertzuwachs" spekuliert, ist auf dem falschen Dampfer. Spaß und Lebensqualität stehen im Vordergrund. Wertstabil bleiben alle guten Autos. Der Wertzuwachs kommt im Hintergrund von alleine, ist aber nicht wirklich wichtig.

Also, Hirn einschalten und nicht Dinge verurteilen, die man (noch?) nicht versteht.

Zitat:

@jof schrieb am 23. Oktober 2022 um 21:21:10 Uhr:

Zitat:

Alles was P200ELusso geschrieben hat ist richtig.

Alles, was P200ELusso geschrieben hat, bezeichnet man bei uns in Hessen als "Dummgebabbel" (durchaus liebenswert gemeint).

 

Und wer bei einem Liebhaberfahrzeug auf "Wertzuwachs" spekuliert, ist auf dem falschen Dampfer. Spaß und Lebensqualität stehen im Vordergrund. Wertstabil bleiben alle guten Autos. Der Wertzuwachs kommt im Hintergrund von alleine, ist aber nicht wirklich wichtig.

Also, Hirn einschalten und nicht Dinge verurteilen, die man (noch?) nicht versteht.

Das erzählst du dem Richtigen. Schau dich auf den Straßen um dann wirst du feststellen dass noch mehr Mercedes der Typen W201 rumfahren als W202, vom 124er ganz zu schweigen.

Ich bin Rentner und bevor ich das wurde habe ich 32 Jahre meines Lebens im Autogeschäft verbracht, davon wiederum fast 29 Jahre beim Stern. Ich kann diese Autos nach wie vor gut einschätzen und kenne die meisten Stärken und Schwächen. Auch sind mir die Qualitätseinbrüche bei manchen Baureihen noch in guter Erinnerung. Besonders beim W202, leider auch beim W210, der jedoch besser war als sein Ruf.

Was mich noch interessieren würde: Welcher Mercedes verschlingt im Jahr nur 250 € Wartungskosten ???

Zitat:

@Kunipfuhl schrieb am 23. Oktober 2022 um 23:36:22 Uhr:

......

Was mich noch interessieren würde: Welcher Mercedes verschlingt im Jahr nur 250 € Wartungskosten ???

Na, als Beispiel kann ich da meinen MB 300 SL (R107) mit EZ 11/1987 anführen. Der wurde allerdings die letzten 25 Jahre nur von April bis Ende Oktober als Saisonfahrzeug bewegt und absolvierte in diesem Zeitraum ca. 140tkm.

Dieser ehemalige Nobel-Benz, vor gut 25 Jahren allerdings als Ärztegattinnensparmodell ohne Wertpotential belächelt, ob des kleinen R6-Zlindermotors, bekam von meinem Spezl (bei MB angelernter Kfz-Meister) stets alle 2 Jahre eine Grundwartung (Öl-, Bfl-, ATF-, ZK-, LuFi-Wechsel usw. - soweit jeweils erforderlich) und die Kosten beliefen sich in diesen 25 Jahren auf insgesamt bei knapp 3500 € (ohne HU-/ASU-Gebühren), d.h. pro Jahr lag ich bisher in diesem Zeitraum bei unter 200 €. Das ganze sogar mit einigen kleineren Reparaturen, wie z.B. neue Gleitschienen, neuer Lenkungsdämpfer und eine neue Stabistrebe.

Liegengeblieben bin ich mit dem SL-Cabrio noch nie und der M103 R6-Zylinder läuft, wie gerade frisch eingefahren ;).

Da oben auch noch on Wertentwicklung bei älteren MB die Rede war:

Mein 300 SL ist heute, nach 25 Jahre Eigenbesitz, in etwa das doppelte des damaligen Kaufpreises wert, was sich allerdings dadurch etwas relativiert, dass wir seitdem auch gut 50% Inflation hatten.

Zitat:

@jof schrieb am 23. Oktober 2022 um 21:21:10 Uhr:

Zitat:

Alles was P200ELusso geschrieben hat ist richtig.

Alles, was P200ELusso geschrieben hat, bezeichnet man bei uns in Hessen als "Dummgebabbel" (durchaus liebenswert gemeint).

Ein W202 wird genau so seinen Weg machen und seine Liebhaber finden wie die anderen Mercedes-Fahrzeuge. In meiner Jugend wurden /8er (und später die W123) als Winterhuren verheizt, oder von cleveren Menschen genutzt, die den Gebrauchswert zu schätzen wussten.

Wer damals 5.000 DM für ein rostfreies (oder rostarmes) Top-Auto ausgegeben hat, wurde genau so belächelt. Heute hört er auf Oldtimertreffen den Satz "alles richtig gemacht".

Und der Kaufpreis ist nur eine Momentaufnahme. Was hilft es, einen für 1.000€ zu kaufen, in den man die nächsten 10 Jahre pro Jahr im Schnitt 1.000€ investieren muss, während das Top-Auto pro Jahr nur 250€ Wartungskosten verschlingt?

Und wer bei einem Liebhaberfahrzeug auf "Wertzuwachs" spekuliert, ist auf dem falschen Dampfer. Spaß und Lebensqualität stehen im Vordergrund. Wertstabil bleiben alle guten Autos. Der Wertzuwachs kommt im Hintergrund von alleine, ist aber nicht wirklich wichtig.

Also, Hirn einschalten und nicht Dinge verurteilen, die man (noch?) nicht versteht.

Ich kann es ja auch dir gerne noch einmal erklären:

/8, 124, 126 waren Traumautos einer Generation von Männern, die mit dem Wunsch nach großen Benzinern und Autos als Statussymbol aufgewachsen sind. Dies sind heute die Kunden für Autos aus den 80ern und 90ern, von denen sie damals als Jungs geträumt haben.

Wer hingegen um 1990 geboren wurde und sich somit vielleicht an der Scheiben eines W202 die Nase hätte plattdrücken können, ist Teil der Generation "1st digital natives" und hing nicht mehr an Autofenstern, sondern PC-Monitoren und Spielekonsolen.

Es fehlt somit der Nachwuchs für die Oldtimerei.

Wer sich wirklich mit dem Thema befasst (ich hatte knapp 30 Jahre lang verschiedene Oldtimer-PKW, auch Mercedes) sieht das schon lange. Fast nur noch Graubärte in überrestaurierten Autos.

Hinzu kommen Abgasnormen, Einfahrverbote, gewaltige Spritkosten und, nicht zu vergessen, sozialer Druck zu umweltfreundlichen Produkten in der "Jugendblase".

Im jenseits der USA stärksten Oldtimermarkt Deutschland wird es deshalb keine W202-Oldtimer zu hohen Preisen geben. Die jungen Leute finden diese Kisten einfach nur hässlich und durstig. Die Älteren wissen, dass diese Dinger im Alltag mit der Qualität z.B. eines W123 nichts zu tun haben.

Du machst einfach den großen Fehler der Alten und übersetzt die Regeln und Gebräiuche deiner Jugend in die aktuelle Zeit. Unsere Väter wurden von der Wertsteigerung eines S124 ("hätte ich den doch bloß weggestellt damals"), du nun eben vom Wertverlust des W202 überrascht.

Ich habe noch einen W204 V6 Diesel mit toller Ausstattung. Der kommt bestimmt im Wert auch wieder. Da bin ich ganz, ganz fest von überzeugt. In 20 Jahren kann ich ihn gegen eine Ferienwohnung an der Cote d´Azur eintauschen. Ganz sicher....

Ach ja, noch etwas: ein Alltagsauto, das auch benutzt wird, lässt sich in Deutschland unmöglich mit 250 Eur Wartungs-/Reparaturkosten pro Jahr fahren. Egal welches Modell.

Selbt 500 Eur wären schon extrem knapp kalkuliert. Ein neuer Wischerarm, ein Achsträger, zwei Querlenker, 4 neue Bremsen, schon war´s das.

Mein 204 (1. Hand) war ein Pendlerauto. Perfekte Bedingungen. In 14 Jahren liegt er bei ca. 700 Eur Wartung/Reparaturen pro Jahr. 170.000 Km. Ordentliche Pflege, verständiger, zügiger Fahrstil.

Der o.g. SL wird nur bei schönstem Wetter im Schleichgang benutzt, nehme ich an. Der Mechaniker ist ein Spezi. Da mag das einige Zeit lang gehen. Da ich aber die W126, die dem 107 technisch nicht so ganz unähnlich sind, noch aus dem Alltag kenne weiß ich, dass so etwas im realistischen Alltagsbetrieb eher 2.000 Eur im Jahr kostet als 250.

@Px200ELusso

Du hast ja richtig Ahnung und pauschalisiert ja Gott sei Dank überhaupt nicht. Lass mich raten, Du warst im (Neu)wagenverkauf tätig. Richtig?

Ich war bis vor 1 1/2 Jahren ebenfalls in der Autobranche tätig und hatte zuletzt ein Ersatzteillager in einem Markenautohaus geleitet. Zu mir sind die Old- und Youngtimerliebhaber an den Schalter gekommen und glaub mir, die wenigsten waren friedhofsblonde Männer. Die meisten bei Youngtimern waren Männer bis Mitte 30. Die haben normale Fahrzeuge, mit denen sie damals groß geworden sind.

Ich mach hier mal dicht, bevor das weiter eskaliert.

Einige Teilnehmer sollten sich überlegen, ob es gut ist, immer Öl ins Feuer zu gießen.

Sollte der TE eine Weiterführung des Themas wünschen, soll er sich an mich wenden.

Gruß Olli

MT-Moderation

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