Auto für den Außendienst
Hallo zusammen,
Ich habe das letzte Jahrzehnt durch Wohnorte in verschiedenen Großstädten kein Auto gebraucht und muss mir jetzt beruflich ein Auto zulegen (mein Arbeitgeber zahlt monatlich ca. 800€ brutto dafür die ich als Single versteuere). Pro Jahr kämen beruflich und privat sicher über 40.000 km zusammen. Ich tendiere zu einem Jahreswagen, da Leasing durch die gefahrenen Kilometer schwierig wird. Da ich viel fahre und eine Kilometerpauschale erhalte, wird es ein Diesel werden. Welche Empfehlung kann man hier abgeben? Ich bin kein Autonarr und möchte einigermaßen günstig davonkommen. Das Auto soll mich in erster Linie von A nach B bringen. Gleichzeitig ist aber auch klar, dass man solche Strecken besser nicht im VW Polo zurücklegt. Momentan gefällt mir die Kategorie "größerer Kleinwagen" (z.B. Skoda Scala), aber ich bin mir nicht sicher, ob das in meinem Fall empfehlenswert ist Vielen Dank im Voraus und lasst mich wissen, falls noch etwas fehlt um eine Empfehlung abzugeben.
116 Antworten
Zitat:
@xis schrieb am 11. Juni 2021 um 11:44:18 Uhr:
@Rookie2021 und wo liegt Deine Priorität:
1. Vom Geld möglichst viel behalten oder
2. Mit dem Geld möglichst komplett auskommen oder
3. Mit dem Geld die beruflichen km abspulen und anteilig eigenes Geld für private Fahrten zuschießen oder
4. Zuschuss kassieren und Geld raushauen, was nur geht?Der Übergang von 1 nach 4 ist fließend.
Anfang von 1.: Fiat Stilo
Deutlich unter 2: Kompaktklasse wie Astra, Civic
Zwischen Kompakt und Mittelklasse: Diverse Golf und so...
Im oberen Drittel des Weges zu 2: BMW 3er, Superb usw.
Kratzt sich bis an die Grenze von 2 heran: Mitteklasse, z.B. BMW 5er, auch Tesla
Anfang von 3: ABM Oberklasse Diesel
Anfang von 4: ABM Oberklasse Benziner
Am Ende von 4.: Bugatti Chiron Super Sport(Unvollständige Übersicht)
Beschaffung: junger Gebrauchter mit langer Garantie (außer Stilo - den in neu).
Vielen Dank für die Übersicht. Ich sehe mich eher zwischen Kategorie 1 und 2. Ich habe kein Problem damit, wenn am Ende Geld übrig bleibt, aber die Kaufentscheidung ist nicht maßgeblich dadurch motiviert, möglichst viel als Extragehalt einzustecken. Ein gewisser Puffer sollte aber natürlich bleiben, um unvorhergesehene Autokosten zu decken
Wenn das Auto eine umfassende Garantie hat (z.B. BMW Premium Selection, VW Weltauto, Mercedes Junger Stern, Toyota Geprüfte Gebrauchtwagen), und solange Du verlängern kannst, brauchst Du nicht viel Rücklagen.
Aber Du brauchst in dem Fall das volle Programm an Versicherungen und Kosten:
1. Haftpflicht für maximale Kilometerzahl (HUK: 40.000++ gleicher Preis), Vollkasto max. 500 SB
2. GAP-Versicherung bei Leasing/Finanzierung
3. Rabattschutz
4. Auslandsschadenschutz (wenn eindeutig ist, dass Du nicht schuld bist - laut Polizeibericht oder Deiner Dashcam-Aufnahme - gibt es "Vollkasko" ohne Deine Prozente anzugreifen, aber nur nach ausländischem Recht, also ggf. keinen Mietwagen gratis usw.)
5. Garantieverlängerung nach X Jahren (X=1 oder 2)
6. Jede Wartung in der Markenwerkstatt
Bleiben noch die restlichen Kosten: HU, Steuern, parken, Pflege und Sprit.
Anmeldung/Abmeldung sollte jeder in der Portokasse flüssig haben, so etwas zähle ich jetzt nicht auf.
Beispiel:
Anzahlung: 7000 EUR
Kaufpreis: 22.000 EUR
Monatsrate: 150 EUR (alles ganzganz grob gerundet - meine Werte)
Restrate nach 5 Jahren: 7.000 (für mich irrelevant, das Auto kommt vorher weg oder wird weiter gefahren, jenachdem, wie ich spontan entscheide. Aktuell tendiere ich zum Prius in 2022 statt des 3ers).
Folglich ist der Wertverlust nach z.B. 5 Jahren angesichts der Tatsache dass ich am Ende ca. 2000 EUR draufzahle und noch ~8000 EUR Anzahlung brauche: 10.000 EUR = 170 EUR/Monat (wieder eine grobe Rundung!) = Rücklage
(Theoretisch. Praktisch kann man sich das Geld kurz vor dem Wechsel zusammensparen oder aus den sonstigen Rücklagen nehmen)
Steuern und Versicherungen für mich: 190 EUR/Monat
Sprit mit meiner Fahrweise für 40.000 km mit 12 EUR/100 km (billiger Sprit: 10 EUR/100 km) = 400 EUR
Wartung/Verschleiß (Reifen, Bremsen, Scheibenwischer usw.): 150 EUR/Monat (BMW ist nicht billig), bei Fiat würde ich 50 EUR/Monat ansetzen. Keine 225-er V-Reifen, keine Bremsungen von 250 km/h, keine ~6 l Öl im Motor usw.)
Sonstiges: Waschen, parken usw: sagen wir 50 EUR/Monat, großzügig.
Summe:
150 EUR Monatsrate
170 EUR Wertverlust
190 EUR Versteuert und umfassend versichert
150 EUR Verschlissen und verbraucht
50 EUR gewaschen und geparkt
---------------------------------------
710 EUR/Monat für Dich in einem 3er BMW Leasingrückläufer mit mindestens 190 PS Diesel.
Damit steckst Du flockige 700 EUR Gewinn ein (1000 EUR Kilometergeld + 400 EUR versteuerten Fahrzeugzuschuss - 700 EUR Autokosten = 700 EUR Reingewinn).
Mit Stilo kannst die Kosten locker halbieren, un ddamit einen tausender pro Monat einstecken. Ich würde die Kosten mit einem Stilo halbieren (was Du wegen mir nicht tun musst! :-D Ebensowenig musst Du BMW fahren - das war nur eine Beispielrechnung anhand meiner SEHR ähnlichen Fahrdaten).
Aber mach einfach Deine eigene Rechnung auf! Wobei meine Werte alle ganzganz grob nach oben gerundet sind! In Wahrheit dürfte ich bei 500 EUR im Schnitt liegen. Die 700 sind dann, wenn Wartung und Verschleiß in einem Jahr zusammenkommen (Große Wartung, viele Reifen, viele Bremsen und sogar auf einer Achse Scheibe wechseln).
Außerdem zahle ich nicht alles selbst (Ehefrau, Eltern, Mitfahrer zahlen immer wieder etwas dazu, z.B. zahlt meine Frau die nächsten 1200 km, die wir für IHRE [durch mich organisierte] Zweitimpfung in Süddeutschland verfahren).
Ich habe den verschleiß und den verbrauch des BMW allerdings durch einen Fiat LPG Punto reduziert. Von den 50.000 km, die ich mit dem BMW fahre, entfallen seit 2021 10.000 km/Jahr auf den Punto. Dort kostet eine Achse Bremsen mit Scheibe so viel, wie eine Achse scheiben bei BMW, und die Bremsen halten länger, da der Punto selten über 60 km/h fährt, wenn er gebremst wird (z.B. vor Ampeln)... Aber das nur als Funfact. Für Dich gilt die Rechnung mit EINEM Auto.
Du kannst die Sache natürlich auch verkomplizieren.
Du kaufst einen einfachen LPG-Wegwerf-Wagen für die Dienstfahrten (viele km), und ein SCHÖNES Auto privat (was Dir gefällt, und sei es eine E-Klasse), und das Geld vom Chef finanziert BEIDE! Wenn Dein LPG-Wegwerf-Wagen zickt, kannst Du temporär mit Deinem privaten Traumwagen fahren - bis ein Ersatzfahrzeug wieder bereitsteht oder Dein Wegwerf-Wagen wieder fahrbereit ist.
Der Wegwerf-Wagen sollte aber kein Endschrott sein. Wenn er zickt, sollte er trotzdem noch bis zur Heimatwerkstatt kommen.
Beispiel Wegwerffahrzeug: Dacia. Eine super Wahl übrigens für Dein Projekt! Zwei-drei Jahre sorgenfrei! Dieser ist leider aus Italien, aber als Grundidee kommt man damit gut hin.
Beispiel Privatfahrzeug: Nur als Inspiration, keinerlei Vorschlag meinerseits.
Auf Seite 3 wurden schon einmal von DumbTrump ein paar wichtige Fragen bezüglich Unfall, BG und Forderungen des Arbeitgebers genannt. Diese würde ich noch um den Punkt Versicherung ergänzen ... wer eine fünfstellige km-Zahl mit seinem eigenen Fahrzeug dienstlich fahren will, sollte seinen Vertraag sehr gründlich kennen. Das wird sonst im Falle eines Unfalls sehr interessant für den TE.
Und bis auf Hausmeisterdienste, Bauleistungen und ähnliches wird es auch auf das Fahrzeug an sich ankommen. Ein Verkäufer in einer rostigen, alten Karre wird nicht ernstgenommen. Und bei der erstgenannten Gruppe verschleißt man auch leicht den Innenraum urch schmutzige Arbeitskleidung- oder mitgeführte Arbeitsmittel. Davon ausgenommen sind eigentlich nur Lieferdienste oder Pflegeberufe.
Meine Schwester hatte damals den Scala aufm Schirm,als der neu raus kam
Sie hatte auch mal kurz einen zum probieren,die sind geräumig,bequem und im Gegensatz zum Vorgänger auch recht solide
Bei ihr war das Thema Automatik aber ein anderes,sie wollte unbedingt einen Handschalter und den Scala gab es in der 1.5 Motorisierung zumindest anfangs eben nur mit Automatik
Deswegen ist es am Ende doch nen Seat Leon geworden
Wenn nen Neuwagen drin sein sollte und Re-Import möglich sind Skoda und Seat eigentlich auch so gute Tipps,da bekommt man viel Auto für relativ wenig Geld
Im Bekanntenkreis haben wir mittlerweile viele Leute,die auf Dacia setzen
Wegwerfautos mag ja möglich sein,allerdings halten die schon mehr als nur 2-3 Jahre und auch nicht wirklich weniger als andere Wegwerfautos mit bekannteren Markenemblemen auch 🙄
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Zitat:
@xis schrieb am 11. Juni 2021 um 13:41:41 Uhr:
Beispiel Wegwerffahrzeug: Dacia. Eine super Wahl übrigens für Dein Projekt! Zwei-drei Jahre sorgenfrei! Dieser ist leider aus Italien, aber als Grundidee kommt man damit gut hin.
Mein Schwager fährt sein "Wegwerfauto" (Dacia Düster) jetzt seit 2017, damals sogar neu in Italien gekauft. So wie ich meinen Schwager kenne, fährt der den auch in 2027 und 2032.
Wie kommt man nur auf so eine bescheuerte Bezeichnung für eine Marke welche einem offensichtlich nicht gefällt 🙄 😕
Ich wiederhole mich noch Mal, ein moderner kompakter ist bequem genug für 40.000 KM im Jahr, wir reden ja nicht mehr vom Golf 1.
Einen Kleinwagen sehe ich da etwas kritischer, wegen des Geradeauslaufs und den Geräuschen, außerdem haben kompakte meist die deutlich besseren Sitze.
Zitat:
@remarque4711 schrieb am 13. Juni 2021 um 12:21:00 Uhr:
Zitat:
@xis schrieb am 11. Juni 2021 um 13:41:41 Uhr:
Beispiel Wegwerffahrzeug: Dacia. Eine super Wahl übrigens für Dein Projekt! Zwei-drei Jahre sorgenfrei! Dieser ist leider aus Italien, aber als Grundidee kommt man damit gut hin.Mein Schwager fährt sein "Wegwerfauto" (Dacia Düster) jetzt seit 2017, damals sogar neu in Italien gekauft. So wie ich meinen Schwager kenne, fährt der den auch in 2027 und 2032.
Wie kommt man nur auf so eine bescheuerte Bezeichnung für eine Marke welche einem offensichtlich nicht gefällt 🙄 😕
Sorry für ein mögliches Missverständnis.
Mit "Wegwerfauto" meine ich einen Kompromiss, der nicht gefällt, aber in Moment als wirtschaftlich sinnvoll erscheint.
Hat nichts mit der Marke, dem Alter oder der Qualität zu tun, sondern mit der Haltedauer auf Grund persönlicher Entscheidung.
Dacia LPG Neuwagen ist definitiv eine bessere Wahl als ein Gebrauchter mit nachträglichem LPG-Einbau.
Ich würde auch ziemlich klar zu einem Kompakten als Diesel raten...
Sogar komplett neu mit halbwegs vernünftiger Ausstattung für knapp unter 20t€ neu zu bekommen...
Aufgrund der langen Garantie würde ich mal den Kia Ceed näher anschauen; bei HVT (u.a.) gibt es den neu (7 Jahre Garantie) mit dem 136 PS-Diesel-Motor als Fresh ab 18830€. Dazu noch 16er Alus (320€), das Connect-Paket (RFK, 8-Zoll-Touchscreen etc. für 540€) und ggfs. noch das Winterpaket (Sitz-+Lenkradhzg. für 360€) ist man dann bei 20050€ bzw. 19690€ (ohne Winterpaket)...
Du kannst auch einen Astra, i30, Leon und wie Sie nicht alle heißen, nehmen...
Die kosten alle ca. gute 25t€ laut Liste und die bekommst Du für um die 20t€ neu (manchmal auch ~2t€ weniger)...
Wenn Du das Auto von mir aus 4 Jahre fahren/kalkulieren möchtest, hat das Auto gute 150tkm runter und wird dann vermutlich noch ca. 11t€ (Stand heute) einbringen...
Das bedeutet ca. 9t€ Wertverlust in 4 Jahren...; bzw. knappe 6cent/KM...
Je nach Modell (Garantie) kommt neben den obligatorischen Sachen wie Steuern, Versicherung, Inspektionen und Treibstoff im Grunde "nur" noch Verschleißteile dazu...
Summasummarum hast Du so ein recht komfortables Auto, neu, mit viel Sicherheit bzgl. überschaubarer Folgekosten, recht günstigem Unterhalt und am Ende des Tages gehst Du mit einem recht deutlichen Plus aus der Sache heraus...!
Für gut 25.000 Euro bekommt man aber auch schon einen ca. 4 Jahre jungen BMW 520d, der mit rd. 50 tkm gerade eingefahren ist und mit großer Wahrscheinlichkeit ebensowenig Probleme bereiten wird. Durch den geringeren Wertverlust wird der etwas höhere Verbrauch ausgeglichen und die Wartungskosten können durch Wahl einer freien Werkstatt gering gehalten werden.
Unter dem Strich fürs gleiche oder sogar weniger Geld deutlich mehr Komfort und Freude am Fahren.
Aber das ist nur meine Meinung, da ich mir nie einen Neuwagen kaufen würde.
Ok, und dann soll der 5er mit dann ~200tkm und 8 Jahren auf dem Buckel noch 16t€ bringen?!?
Glaube ich nicht...
Ferner wäre er ja auch in allen anderen Bereichen (Versicherung, Treibstoff, Verschleißteile) noch mal ein ganzes Stückchen teurer...
Dazu kommen Reparaturen, die beim von mir genannten Beispiel die Garantie abdecken würde...
In Summe wird der nicht günstiger sein!
In Sachen Komfort hast Du sicherlich Recht... ; aber genau darauf legt der TE ja fast gar keinen Wert...
Ja, deswegen schrieb Ich "meine Meinung. Wahrscheinlich ist der TE deutlich jünger als ich ;-)
Ich fahre die Autos noch etwas länger, dann rechnet es sich. Gerade, weil man nicht an die Herstellerwerkstatt gebunden ist, sind Wartung und Reparaturen erheblich billiger.
Vielen Dank an alle! Gerade die Rechnungen sind wirklich hilfreich.
Den Kia Cees hatte ich auch schon angeschaut.
Ich hätte noch eine Frage bezüglich der Versicherung. Was kann hier empfohlen werden, vor allem unter dem Aspekt, dass man mit seinem Privatauto beruflich unterwegs ist und der Arbeitgeber, abgesehen von den besprochenen Zahlungen keine Verpflichtung hat? Hier kommt dann eigentlich nur Vollkasko mit Mietwagenabdeckung in Frage (insofern es das gibt), oder?
Frag bei Deinem Arbeitgeber, ob der eine Dienstreisekaskoversicherung für seine AD-Mitarbeiter abgeschlossen hat.
Wenn ja, kannst Du Dir überlegen, ob Du für die privaten Fahrten eine Voll- oder nur eine Teilkasko abschließt. Was Du dann ebenfalls versuchen könntest, ist mit Deinem Versicherer auszuhandeln, dass da nur die privat gefahrenen km zugrunde gelegt werden, da die beruflich gefahrenen ja anderweitig versichert sind. Wäre aber reines Entgegenkommen.
Tipp doch das ganze mal online bei ner Versicherung ein mit und ohne Firmenfahrten. Da siehst Du was der unterschied ist! Nur solltest du die Fahrten entsprechend versichern inkl Personenschutz, Schutzbrief und Vollkasko. Damit du im Falle abgesichert bist allerdings eine Verkehrsrechtsschutz bei den Kilometern ist nie verkehrt ob einzelnd oder nur aufs Auto gebunden deine Überlegung.
Zitat:
@Rookie2021 schrieb am 14. Juni 2021 um 20:46:11 Uhr:
Hier kommt dann eigentlich nur Vollkasko mit Mietwagenabdeckung in Frage (insofern es das gibt), oder?
Sowas gibt es nicht.
Es gibt eine sogenannte Mallorca-Police, diese schließt Haftpflich-Schäden mit gemieteten Fahrzeugen ein - mit dem Versicherungsschutz Deines Vertages.
Und das ein AG das Fahrzeug seiner MA, welches beruflich genutzt wird, Vollkasko versichert wäre mir auch neu. Was es gibt/gab, dass Mitarbeiter von Versicherungen bei einem Kaskoschaden nicht hochgestuft werden/wurden. Das trifft für Dich aber wohl eher nicht zu.