Anhänger-Raserei - ein neues Massenphänomen?
Hi,
als Fernpendler mit hohem Autobahnanteil ist mir seit diesem Frühjahr besonders aufgefallen, daß sich eine zunehmende Zahl an PKWs, welche einen Anhänger hinter sich führen, nicht mehr an die für Gespanne geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen halten und diese teilweise recht deutlich überschreiten, unabhängig davon, ob das jeweilige Gespann über eine Tempo-100-Zulassung verfügt oder nicht.
Geschwindigkeiten von 120 - 140 km/h sind da keine Seltenheit, unabhängig von der Größe des Anhängers.
Ich frage mich da wirklich, ob die jeweiligen Probanden glauben, daß hier Risiko und "Nutzen" in einem vertretbaren Verhältnis stehen oder ob sie schlichtweg nicht in der Lage sind, öfters mal auf den Tacho zu schauen und die Geschwindigkeit ggf. wieder anzupassen.
Sehe ich das nur so oder habt ihr ähnliche Erfahrung gemacht?
Beste Antwort im Thema
Hi,
als Fernpendler mit hohem Autobahnanteil ist mir seit diesem Frühjahr besonders aufgefallen, daß sich eine zunehmende Zahl an PKWs, welche einen Anhänger hinter sich führen, nicht mehr an die für Gespanne geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen halten und diese teilweise recht deutlich überschreiten, unabhängig davon, ob das jeweilige Gespann über eine Tempo-100-Zulassung verfügt oder nicht.
Geschwindigkeiten von 120 - 140 km/h sind da keine Seltenheit, unabhängig von der Größe des Anhängers.
Ich frage mich da wirklich, ob die jeweiligen Probanden glauben, daß hier Risiko und "Nutzen" in einem vertretbaren Verhältnis stehen oder ob sie schlichtweg nicht in der Lage sind, öfters mal auf den Tacho zu schauen und die Geschwindigkeit ggf. wieder anzupassen.
Sehe ich das nur so oder habt ihr ähnliche Erfahrung gemacht?
353 Antworten
Zitat:
Original geschrieben von matzhinrichs
Natürlich müssen diese asozialen in ihren Pdeudo-Geländewägen sehr viel häufiger kontrolliert werden.
Auch wenn es nur dazu gut ist, die neidische Spiesserseele zu befriedigen.
Es geht doch gar nicht darum, hier ein Feindbild zu schaffen. Für solche Aktionen gibt es den hierin sehr erfahrenen Verlag der Axel Springer AG.
Vielmehr muß darauf abgezielt werden, die Fahrer gerade der leistungsfähigen Fahrzeuge für Gefahren zu sensibilisieren und zu informieren. Gerade nämlich für Fahrer, die nur relativ wenig bzw.einmal im Jahr mit Anhänger unterwegs sind, ist ein Bewußtsein für bislang unbekannte Gefahren nötig.
Zitat:
Mensch Leute, probiert es doch einfach einmal aus. Dann noch eine spezielle Ausbildung für das Fahren mit einem Anhänger, was nun wirklich jeder Blinde innerhalb einer Stunde erlernen kann, zu fordern, passt zwar ins typisch deutsche Bild des völlig unmündigen Bürgers, macht deshalb aber noch lange keinen Sinn.
Ich bin in einer Familie mit Sportpferden und Opel-Zugfahrzeugen des obersten Preissegmentes aufgewachsen. Ich weiß durchaus um die Gefahren, die ganz unabhängig von der physikalischen Theorie auftreten können.
(In meinem Beispiel) Tiere lassen sich nicht festgurten wie ein Sofa oder ein Stapel Brennholz - und auch bei letzerem gibt es teils großen Nachholbedarf in Bezug auf "Ladungssicherung" und "Grundlagen der Massenträgheit".
Auch stand ich in diesem Jahr schon in zwei Staus aufgrund Unfällen mit Wohnanhängern, die sich in ihrem Verlauf über zwei oder drei Autobahnspuren hinzogen und mit dem vollständigen Zerstören des gesamten Gespanns endeten, einmal durch unfallbedingten Fahrzeugbrand. Es waren eben nicht die von Dir angesprochenen Fahrzeuge, bei denen man gewisse Vorsichtsmaßnahmen durch den Fahrer erwartet, sondern ein modernes bmw-nissan-ähnliches Geländefahrzeug und ein nicht mehr zu identifiziernder Kombi.
Zitat:
Prüft Euch mal dahingehend, ob nicht eher der Neid Euch antreibt, als weniger die technische und fahrerische Kompetenz, ein großes Gespann auf dem aktuellen Stand der Technik pauschal beurteilen zu können.
Ich kann Dir versichern, daß ich völlig neidlos bin. Neid widerspricht meinem Verständnis von Moral, Sozialverhalten und Maslowschem Status.
Es gibt m.E. in der Realität des Straßenverkehrs keine Pauschalierung der Aussetzung der Physik mittels Vorsprung durch Technik. Jede Situation ist, wenn auch vllt. ähnlich, anders.
Deshalb fände ich es wichtig, die Fahrer schon im Vorfeld zu informieren und ggf. den von Dir angesprochenen einstündigen Fahrkurs für Blinde (man verzeihe mir an dieser Stelle bitte die Polemik) anzubieten.
Das Problem ist doch, daß, wenn etwas passiert, man die Situation nicht mehr zurückdrehen kann und die Sequenz sozusagen nochmal im langsamen Modus durchfahren kann.
Wer sich immer für zu schlau hält, ist später oft der Dumme.
Zitat:
Original geschrieben von 3L-auto-ja
2 erlebnisse:
eines war vor ca einem jahr, da fuhren wir sehr schnell (200+) auf der AB (linke spur) und ploetzlich heftige bremsung.
Eine e-klasse stand links in der leitplanke, sein pferdeanhaenger (zum glueck ohne pferd) lag quer auf der linkesten spur von dreien hinter ihm.Gesehen habe ich es selbst nicht, aber wir waren sozusagen 5 sekunden spaeter vor ort. Alle fahrzeuge haben die scharfe bremsung geschafft!
(kann natuerlich sein das spaeter im entstehenden stau noch was passierte, das weiss ich nicht, wir sind direkt weitergefahren.)Das andere war vor ein paar tagen,
recht dichter verkehr den man so mit 180 auf der ganz linken spur noch fahren konnte. (wieder drei spuren)
Ploetzliches kollektives heftiges bremsen!
Ich sehe weiter vorne schmutz hochwirbeln....
Erkenne dann, bereits stark abgebremst, dass ein pkw mit anhaenger (ich wuerde sagen boot, vielleicht auch flugzeug) auf dem pannenstreifen ausrollt und dem haenger das linke hinterrad komplett fehlt. Ich dachte die gefahr schon umschifft zu haben und wunderte mich noch warum die beiden anderen spuren fast stehen bis ich dann sah das dort vor diesen pkws und gleichermassen rechts von meiner beifahrertuer das verlorene rad noch rollte.
Auch nicht schlecht die nummer, haben aber wieder alle geschafft rechzeitig anzuhalten. Sicher wars auch glueck, dass das rad so brav gradeaus rollte und sich nicht etwa ueberschlug und sprang...Spaetere unfaelle im stau weiss ich nicht, aber bis dahin haben es alle geschafft.
Kann zufall sein, aber 2 kritische sitauationen waren im letzten jahr durch anhaenger verursacht (was mich betrifft). Ich hatte nur eine andere noch die aehnlich gefaehrlich war im zusammenhang mit einem LKW.
3L
und was führte zu den unfällen?
man das ist ja dummquatschen hoch 10 und alle machen mit
ich dränge einen ford von der straße und fahre weiter und jeder denkt die fordfahrer sind zu blöd
Zitat:
Original geschrieben von ladafahrer
Vielmehr muß darauf abgezielt werden, die Fahrer gerade der leistungsfähigen Fahrzeuge für Gefahren zu sensibilisieren und zu informieren. Gerade nämlich für Fahrer, die nur relativ wenig bzw.einmal im Jahr mit Anhänger unterwegs sind, ist ein Bewußtsein für bislang unbekannte Gefahren nötig.
Eben.
Genau darumgeht es und nicht um irgendwelche Neiddebatten. Das Thema Neid scheint immer auf den Tisch zu kommen, wenn irgendwo die sachlichen Argumente ausgehen...
Zitat:
Original geschrieben von Drahkke
Eben. Genau darum geht es und nicht um irgendwelche Neiddebatten. Das Thema Neid scheint immer auf den Tisch zu kommen, wenn irgendwo die sachlichen Argumente ausgehen...Zitat:
Original geschrieben von ladafahrer
Vielmehr muß darauf abgezielt werden, die Fahrer gerade der leistungsfähigen Fahrzeuge für Gefahren zu sensibilisieren und zu informieren. Gerade nämlich für Fahrer, die nur relativ wenig bzw.einmal im Jahr mit Anhänger unterwegs sind, ist ein Bewußtsein für bislang unbekannte Gefahren nötig.
Wie wahr.
Gerade mit Hänger aber ist man ein regelrechtes Geschoß, das deutlich schwerer zu kontrollieren ist als das Zugfahrzeuig allein. Dieses sollte eher durch zu viel als zu wenig Vorsicht sowie entsprechende Sensibilisierung ausgeglichen werden.
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Das Ergebnis leichtsinniger Fahrweise sieht dann schon mal so aus....
Zitat:
Original geschrieben von Drahkke
Das Ergebnis leichtsinniger Fahrweise sieht dann schon mal so aus....
Und deswegen hab ich darauf geachtet, dass im neuen Auto das ESP auch mit Anhängern umgehen kann. Bei derartigem Geschlinger würde das ESP bremsen und gut wärs.
Gute 100kg die beim Ausweichen in der Bordwand einschlagen geben einen leichten Ruck und ESP kann die Physik zwar nicht überlisten aber kein noch so guter Fahrer, kann eine (kurzzeitige) Vollbremsung einzig mit den zwei linken Rädern auslösen. 😁
Jetzt mal keine Fragen bitte zur Ladungssicherung, mit solchen Situationen wird man ja schließlich klüger.
So ein ordentlicher 600kg-Tandemachser hüpft auch ohne Stoßdämpfer nicht. Der Scheppert nur wie die Hölle um 23Uhr in der Altstadt von Ingolstadt aber auf der Autobahn liegt der auch bei 130kmh wie ein Brett.
Schlingern wird sowieso absolut überbewertet. Viel gefährlicher sind doch zu alte Reifen, falsche Beladung oder Ausweichmanöver.
Gerade bei Anhängern sind die 80kmh einzig als der Kleinste gemeinsame Nenner zu verstehen aber die Streuung sicher fahrbahrer Geschwindigkeiten ist extrem hoch und wird beim Anhänger überdramatisiert.
Anders ist nicht zu erklären, warum es keine Sonderregelung dagegen gibt, dass 15 Jahre alte Kleinwagen ebenso 150kmh fahren dürfen wie moderne Mittelklassewagen (oder besser).
Zitat:
Original geschrieben von citius
Und deswegen hab ich darauf geachtet, dass im neuen Auto das ESP auch mit Anhängern umgehen kann. Bei derartigem Geschlinger würde das ESP bremsen und gut wärs.Zitat:
Original geschrieben von Drahkke
Das Ergebnis leichtsinniger Fahrweise sieht dann schon mal so aus....
Gute 100kg die beim Ausweichen in der Bordwand einschlagen geben einen leichten Ruck und ESP kann die Physik zwar nicht überlisten aber kein noch so guter Fahrer, kann eine (kurzzeitige) Vollbremsung einzig mit den zwei linken Rädern auslösen. 😁
Und wenn du trotzdem irgendwo einschlägst kommt ein neuer Jammerthread "Das doofe ESP kann noch nicht mal einen lausigen Anhänger abfangen"?
Die Gefahr liegt doch darin, daß bei überhöhter Geschwindigkeit die Möglichkeiten der elektronischen Helfer überschätzt werden.
Zitat:
Original geschrieben von BluesBrother1973
Und wenn du trotzdem irgendwo einschlägst kommt ein neuer Jammerthread "Das doofe ESP kann noch nicht mal einen lausigen Anhänger abfangen"?Zitat:
Original geschrieben von citius
Und deswegen hab ich darauf geachtet, dass im neuen Auto das ESP auch mit Anhängern umgehen kann. Bei derartigem Geschlinger würde das ESP bremsen und gut wärs.
Gute 100kg die beim Ausweichen in der Bordwand einschlagen geben einen leichten Ruck und ESP kann die Physik zwar nicht überlisten aber kein noch so guter Fahrer, kann eine (kurzzeitige) Vollbremsung einzig mit den zwei linken Rädern auslösen. 😁
So sieht es aus. Viel zu sehr wird sich auf die elektronischen Helfer verlassen. Mir ist schon mal jemand ins Auto gefahren, weil sich auf die Helferlein verlassen wurde. Das ist noch nicht einmal ein Jahr her.
Irgendwie haben hier manchen Leute noch nicht so recht verstanden, dass ein ESP den physikalischen Handlungsspielraum erweitert innerhalb dessen Situationen noch glimpflich ausgehen.
Nicht mehr aber auch nicht weniger.
Zitat:
Original geschrieben von Drahkke
Die Gefahr liegt doch darin, daß bei überhöhter Geschwindigkeit die Möglichkeiten der elektronischen Helfer überschätzt werden.
Hi Drahkke, diese Diskussion hatten wir vor drei oder vier Jahren schon einmal, wenn ich mich recht erinnere.
Ich vermutee, Du hast zwischenzeitlich Deine Meinung über ESP und dessen `Gefahren´ schon anders erfahren.
Hallo,
bevor hier über die Technischen Möglichkeiten von modernen Zugfahrzeugen diskutiert wird, sollte man mal überlegen das die meisten Anhängerfahrwerke u. Bremsanlagen (Auflaufbremse) noch aus der Automobilen Steinzeit sind.
Da kann das Zugfahrzeug so modern sein wie es will, das ändert nichts an der antiquirten Technik der Anhänger.
Minimum wäre eine Hydraulische Anhängerbremse, welche wenigstens den Einsatz eines ABS Systems ermöglichen würde.
MfG Günter
Zitat:
Original geschrieben von Tempomat
Ich vermutee, Du hast zwischenzeitlich Deine Meinung über ESP und dessen `Gefahren´ schon anders erfahren.
Ich hatte bisher noch nicht das "Vergnügen", ein Gespann im kritischen Bereich zu bewegen, so daß das (vorhandene) ESP hätte eingreifen müssen.
Zitat:
Original geschrieben von 4matic Guenni
Hallo,
bevor hier über die Technischen Möglichkeiten von modernen Zugfahrzeugen diskutiert wird, sollte man mal überlegen das die meisten Anhängerfahrwerke u. Bremsanlagen (Auflaufbremse) noch aus der Automobilen Steinzeit sind.
Da kann das Zugfahrzeug so modern sein wie es will, das ändert nichts an der antiquirten Technik der Anhänger.
Minimum wäre eine Hydraulische Anhängerbremse, welche wenigstens den Einsatz eines ABS Systems ermöglichen würde.MfG Günter
Jupp. In Zeiten von OBD-II usw. könnte sogar via Steckdose das Bremssignal vom PKW an den Anhänger weiter geleitet werden.
Blöd nur, dass das der kabellosen Steuerung entsprechen würde, die derzeit zulassungstechnisch nicht in Frage kommt.
Zitat:
Original geschrieben von patti106
Jupp. In Zeiten von OBD-II usw. könnte sogar via Steckdose das Bremssignal vom PKW an den Anhänger weiter geleitet werden.Zitat:
Original geschrieben von 4matic Guenni
Hallo,
bevor hier über die Technischen Möglichkeiten von modernen Zugfahrzeugen diskutiert wird, sollte man mal überlegen das die meisten Anhängerfahrwerke u. Bremsanlagen (Auflaufbremse) noch aus der Automobilen Steinzeit sind.
Da kann das Zugfahrzeug so modern sein wie es will, das ändert nichts an der antiquirten Technik der Anhänger.
Minimum wäre eine Hydraulische Anhängerbremse, welche wenigstens den Einsatz eines ABS Systems ermöglichen würde.MfG Günter
Blöd nur, dass das der kabellosen Steuerung entsprechen würde, die derzeit zulassungstechnisch nicht in Frage kommt.
Auch würde ein solcher Hänger ein Zugfahrzeug erfordern, das dieses unterstützt. Meine Kisten unterstützen so etwas definitiv nicht.