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Anfahren Diesel und Turbobenziner

Themenstarteram 22. Oktober 2018 um 14:44

Hi,

ich habe eine Frage zu heutigen modernen Autos. Früher war es ja so, dass Diesel besser gezogen haben als Benziner. Aber woran lag das? Ist der Dieselmotor an sich schon so gebaut, dass er mehr Drehmoment aufbaut gegenüber dem Benziner, oder hat das auch was mit dem Turbolader zu tun? Neue Fahrzeuge sind ja so gut wie alle mit einem Turbo ausgestattet. Man sagt ja, dass sich die heutigen Benziner genau so fahren wie Dieselfahrzeuge. Stimmt das wirklich? Ich bin noch nie einen Diesel gefahren und daher will ich das mal genau wissen. Ich hab da ein kleines Beispiel, um dem besagten so zu sagen zu widersprechen.

Golf 7 GTI vs. GTD.

Der GTD zieht beim Anfahren und eine kurze Weile dem GTI davon. Aber wieso ist das so? Der GTI (wir nehmen den normalen) hat 220 PS und 350 Nm ab 1500 Umdrehungen.

Der GTD mit seinen 184 PS leistet 380 Nm ab 1750 Umdrehungen.

Sind nun also diese 30 Nm entscheidend für die schnellere Beschleunigung, oder liegt es auch am Motor selbst? Beide haben ja einen 2l Motor. Mal angenommen GTI und GTD würden ohne Turbo gegeneinander fahren. Wer würde da das Rennen machen? Früher war es ja so, dass Diesel ohne Turbo die totalen Krücken waren. Wäre das zu vergleichen zu Benzin Saugmotoren?

 

Also: Fahren sich heutige Turbobenziner FAST wie Diesel, oder ist das trotz der Mehrleistung des Turbos nicht zu vergleichen?

 

Bin gespannt auf Antworten :)

Beste Antwort im Thema

Viel zu hoch gegriffen. Der BMW 35d Motor hat mit 2.8bar gerade mal 313PS und das ist eine 3l-Maschine.

Ein Saugdiesel kommt auf etwa 35PS/l und 70Nm/l. Damit kann man sich in etwa ausrechnen, wieviel Ladedruck man braucht.

Ein 2l-Diesel mit 3.5bar wäre bei 315PS und etwa 630Nm, wenn er dann nicht die Kurbelwelle über Bord schmeißt.

Ein 2l-Benziner (70PS/l und 100Nm/l als Sauger) kommt mit 3.5bar in etwa hin: 630PS und 900Nm

Grüße,

Zeph

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Kanntest du den Fahrer des Diesel-Fahrzeuges ? Du weißt ansonsten nicht, ob er möglicherweise dem Motor eine höhere Leistung spendiert hat.

Ansonsten würde ich sagen

Getriebe/Gesamtübersetzung

Fahrzeuggewicht

sind hier die ausschlagebenden Faktoren für eine bessere Beschleunigung.

Halte ich aber bei dem Diesel bei einem Leistungsdefizit von 36 PS bei fast gleichem Drehmoment für unmöglich.

Hier findet man bereits reichlich Lesestoff dazu, mit Links zu weiteren das Thema vertiefenden Seiten:

https://www.motor-talk.de/forum/drehmoment-und-leistung-t5279441.html

https://www.motor-talk.de/.../...leistung-max-drehmoment-t4804700.html

Da ist eigentlich schon alles gesagt worden, aber vielleicht noch nicht von allen ;)

Noch ein Vorschlag:

Googel mal "Diesel vs. Benzin", da hast Du eine ganz große Auswahl.

Einen 2 Ltr. Diesel kann man bis 3,5 Bar aufladen, dann hat der 750-800 PS. Ohne Turbo hätte ein moderner 2 Ltr. Diesel etwa 75-90 PS.

Viel zu hoch gegriffen. Der BMW 35d Motor hat mit 2.8bar gerade mal 313PS und das ist eine 3l-Maschine.

Ein Saugdiesel kommt auf etwa 35PS/l und 70Nm/l. Damit kann man sich in etwa ausrechnen, wieviel Ladedruck man braucht.

Ein 2l-Diesel mit 3.5bar wäre bei 315PS und etwa 630Nm, wenn er dann nicht die Kurbelwelle über Bord schmeißt.

Ein 2l-Benziner (70PS/l und 100Nm/l als Sauger) kommt mit 3.5bar in etwa hin: 630PS und 900Nm

Grüße,

Zeph

Zitat:

Der GTD zieht beim Anfahren und eine kurze Weile dem GTI davon.

Tut er das?

Übrigens hängt es von Übersetzung, Ladergröße, Laderart und natürlich Hubraum ab.

Heutige Turbobenziner sind mittlerweile die besseren Diesel(die Aussage berücksichtigt nicht die Abgasthematik).

Oft ist mir aufgefallen, das der (gleichstarke) Diesel im 1. Gang gleich (im Sinne von demselben Übersetzungsverhältnis) übersetzt ist wie der Benziner. Während der Benziner hier bis 60km/h hochziehen kann (6000U/min) und der Diesel bei spätestens 40km/h (4000U/min) schalten muß, ist klar das hier der Diesel mit seinen 380Nm etwas besser zieht als der Benziner mit 350Nm. Ab dem 2. Gang hat sich das allerdings erledigt.

Grüße,

Zeph

Themenstarteram 23. Oktober 2018 um 10:25

Also ich meine damit GTI und GTD von der Stange. Nichts dran gemacht. Hab mir auch einige Videos im Internet angeschaut. Da war es genau so, aber da ist nicht klar, ob was dran gemacht wurde.

Zitat:

@Zephyroth schrieb am 23. Oktober 2018 um 10:24:00 Uhr:

Oft ist mir aufgefallen, das der (gleichstarke) Diesel im 1. Gang gleich (im Sinne von demselben Übersetzungsverhältnis) übersetzt ist wie der Benziner. Während der Benziner hier bis 60km/h hochziehen kann (6000U/min) und der Diesel bei spätestens 40km/h (4000U/min) schalten muß, ist klar das hier der Diesel mit seinen 380Nm etwas besser zieht als der Benziner mit 350Nm. Ab dem 2. Gang hat sich das allerdings erledigt.

Grüße,

Zeph

Das ist so, im 2/3 ist das meist noch ähnlich, ab dem 4. allerdings weniger.

Wobei man bei maximaler Beschleunigung sich eben nur im 1. Gang in dem Bereich kurz aufhält... dann ist es wieder nicht relevant.

Interessanter wird es eher bei Vergleichen wie 150PS TSI vs 150PS TDI. Der TSI fährt besser an, in Gang 1-3 hat der TDI einen etwas höheren Radzugpeak und ab Gang 4 liegen trotz 90NM Differenz die Durchzugswerte auf fast gleichwertigem Niveau.

Die Drehmomente sind im Peak schon auch heute noch sehr unterschiedlich.

Beispiel BMW F30:

20i und 20d, beide um die 190 PS bei grob vergleichbarer Maximaldrehzahl

Der Benziner 270Nm, der Diesel 400Nm.

Während aber der Benziner sein maximales Moment bis 4250 U/min halten kann, fällt der Diesel bereits bei 2250 wieder ab.

Sind die beiden im unteren Gang also halbwegs ähnlich übersetzt, ist es klar dass der Diesel zunächst besser beschleunigt, da zunächst wesentlich mehr Drehmoment am Rad anliegt. Dafür geht im viel früher "die Puste" aus.

Denn mit steigender Drehzahl verschwindet dieser Vorteil, bzw. muss das schmalere nutzbare Band in höheren Gängen durch eine längere Übersetzung ausgeglichen werden.

Zitat:

20i und 20d, beide um die 190 PS bei grob vergleichbarer Maximaldrehzahl

Das kann ich mir nicht so richtig vorstellen.

Zitat:

@BMWBernd320d schrieb am 22. Oktober 2018 um 17:54:27 Uhr:

Einen 2 Ltr. Diesel kann man bis 3,5 Bar aufladen, dann hat der 750-800 PS. Ohne Turbo hätte ein moderner 2 Ltr. Diesel etwa 75-90 PS.

Zitat:

@Zephyroth schrieb am 22. Oktober 2018 um 18:56:04 Uhr:

Viel zu hoch gegriffen. Der BMW 35d Motor hat mit 2.8bar gerade mal 313PS und das ist eine 3l-Maschine.

Ein Saugdiesel kommt auf etwa 35PS/l und 70Nm/l. Damit kann man sich in etwa ausrechnen, wieviel Ladedruck man braucht.

Ein 2l-Diesel mit 3.5bar wäre bei 315PS und etwa 630Nm, wenn er dann nicht die Kurbelwelle über Bord schmeißt.

Kommt drauf an wie groß der Turbo ist.

Mein Opel-Motor kann mit 1.7bar Ladedruck die selbe Literleistung erzielen wie der 35d mit 2.8bar, von daher pauschal sinnlose Aussage.

Baust dir nen großen Turbo drauf dann schaufelt der mit 1bar da Luftmassen durch wo sich nen Spielzeuglader mit deutlich höheren Ladedruck schon längst völlig tot gedreht hätte.

Das so ein Lader dann ein fürchterliches Ansprechverhalten hat steht natürlich auf einem anderen Blatt

Zitat:

@Leon596 schrieb am 25. Oktober 2018 um 01:52:45 Uhr:

 

Baust dir nen großen Turbo drauf dann schaufelt der mit 1bar da Luftmassen durch wo sich nen Spielzeuglader mit deutlich höheren Ladedruck schon längst völlig tot gedreht hätte.

Das so ein Lader dann ein fürchterliches Ansprechverhalten hat steht natürlich auf einem anderen Blatt

Schön wärs, aber die blöde Physik hat da leider eine andere Meinung.

Da machst Du einen Denkfehler: Die Volumina, also die wie Du sagst "durchgeschaufelten Luftmassen" sind bei gleichem Ladedruck gleich und unabhängig von der Größe des Turboladers.

Der einzige Unterschied ist: Der größere Lader kann seinen Druck noch bei Motordrezahlen halten, bei denen der kleine das nicht mehr kann.

Mit einem größeren Lader kann man also in der Theorie höhere Leistungen erzielen, wenn der Rest darauf abgestimmt wird.

Was dein Beispiel angeht: Ein größerer Lader bräuchte geringere Laderdrehzahlen, um den gleichen Druck einzustellen, das wars dann aber auch.

Zitat:

@Leon596 schrieb am 25. Oktober 2018 um 01:52:45 Uhr:

Mein Opel-Motor kann mit 1.7bar Ladedruck die selbe Literleistung erzielen wie der 35d mit 2.8bar, von daher pauschal sinnlose Aussage.

Stimmt. Mein Fehler. Die 2.8bar waren absolut, also mit dem Luftdruck. Der 35d-Motor liegt also bei 1.8bar Ladedruck, dann stimmt alles.

Zitat:

@Leon596 schrieb am 25. Oktober 2018 um 01:52:45 Uhr:

Baust dir nen großen Turbo drauf dann schaufelt der mit 1bar da Luftmassen durch wo sich nen Spielzeuglader mit deutlich höheren Ladedruck schon längst völlig tot gedreht hätte.

Das ist schon richtig, aber dahinter muß auch ein Motor sein, der diese Volumina bei diesem Ladedruck auch durchlässt. Das ist allerdings durch Hubraum und Drehzahl bestimmt. Hubraum ist fix, also bleibt nur die Drehzahl. Ein großer Turbo kann also den Ladedruck in höheren Drehzahlbereichen halten.

Grüße,

Zeph

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