911 im Winter - Winterräder notwendig? Oder auch mal mit den Sommerreifen ausfahren
Hey zusammen,
ich habe mir einen 991.2 GTS zugelegt. Da ich in Berlin lebe ist er kein Daily Driver und erst recht im Winter wenn es richtig matschig und zugeschneit ist, lasse ich das Auto in der Garage.
Ich würde ihn (in der kalten Zeit von z.B. Dezember bis Februar) nur mal ausfahren, wenn kein Schnee liegt und die Temperaturen nicht eisig sind. (To be discussed, nur über 0 Grad z.B.?). Natürlich kann es dann auch mal spontan anfangen zu regnen.
Ist es trotzdem empfehlenswert Winterräder zu kaufen? Ein Satz Reifen ist ja preislich nicht ohne und auch 2 Reifenwechsel inkl. Einlagerung kosten dann 500€ pro Jahr. Hinzu kommt das von Porsche für den GTS nur die silbernen Turbofelgen zugelassen sind und die stehen ihm in meinen Augen gar nicht.
Auf der anderen Seite will ich ihn aber auch nicht 5 von 12 Monaten stehen lassen, dann hätte ich mir direkt ein Saisonkennzeichen holen können.
Wie machen es die anderen 11er Fahrer? Hat wirklich jeder, der kein Saisonkennzeichen hat auch Winterräder? Oder fahrt ihr im Winter bei gutem Wetter auch mal mit den Sommerreifen raus?
Und ab wann fahrt ihr nicht mehr mit den Sommerrädern raus? Die Winter werden ja auch irgendwie immer softer und teilweise hat man an Weihnachten noch plus 10 Grad.
Es gibt keine richtige Gesetzeslage dazu, außer das man im Winter öfter mal Teilschuld bei einem Unfall bekommt.
LG
89 Antworten
Für unseren ehemaliges 991.2 4S Cabrio hatte ich einen Satz Winterräder. Diese kamen Ende Oktober/Anfang November drauf und blieben dort bis Ende März/Anfang April. Der Elfer wurde aber auch im Alltag gefahren, unabhängig von den Witterungsverhältnissen.
Beim GTS sind Winterräder sauteuer, da der GTS m. W. über einen Zentralverschluss verfügt. Bei uns haben es damals die günstigsten WR getan, die lagen aber immer noch bei 4.500€ der Satz.
Wir Wohnen allerdings im Mittelgebirge, wo es auch mal kräftig schneien kann und winterliche Verhältnisse herrschen.
Die Sportreifen beim Elfer haben bei kühlen Temperaturen und im kalten Zustand die Eigenschaft, dass sie beim starken Einschlagen "springen"; d. h. sie verlieren immer mal wieder kurz die Haftung. Merkt man sehr schön beim Rangieren. Das Phänomen hatte ich nicht nur bei 991.2, sondern auch beim 992 (allerdings beide Allrad getrieben).
Zitat:
@Ralf997 schrieb am 6. Oktober 2022 um 06:05:15 Uhr:
Zitat:
@tuskg60 schrieb am 05. Okt. 2022 um 22:30:51 Uhr:
Man bedenke auch, wenn das Winterfahrzeug wegen z. B. Inspektion/Ausfall/usw. des Frauenfahrzeuges mit der Frau unterwegs ist, will man ja schon mit dem Porsche flexibel sein.
Da sollte dann auch die Frau noch ein eigenes haben. 😁
???
Im Thread will man an Winterreifen sparen und du wirfst ein viertes Fahrzeug ins Rennen.
Zitat:
@benzmunich schrieb am 5. Oktober 2022 um 21:41:03 Uhr:
Es heißt immer ab unter 7 Grad sind die Winterreifen besser als die Sommerreifen (auf trockener und nasser Fahrbahn). Lies mal bei google.
diese Regel ist nirgendwo festgelegt noch physikalisch bewiesen, findet man auch bei Google.
Sie ist eher als "Faustformel" zu verstehen, siehe auch:
https://www.kfz-auskunft.de/lexikon/siebengrad.htmlZitat:
Die 7-Grad-Regelung soll als Orientierung für die Umrüstung auf Winterreifen dienen, dies ist jedoch längst überholt
Es wurde zwischenzeitlich mehrfach in Reifentests nachgewiesen, dass bei Nässe und trockener Straße ein Sommerreifen immer besser als ein Winterreifen ist, unabhängig von der Temperatur:
https://www.handelsblatt.com/.../2571082.html
Zitat:
Beim Winterreifentest der Zeitschrift „Auto Bild“ beispielsweise fährt zum Vergleich immer ein Fahrzeug mit Sommerreifen mit. Das Ergebnis: Bei Vollbremsungen auf nasser und trockener Fahrbahn stoppt ein Fahrzeug mit Sommerreifen deutlich früher als eines mit Winterreifen
Lediglich bei Schnee und Eis ist ein Winterreifen deutlich besser, das ist unbestritten.
Daher würde ich - sofern ich bei entsprechenden Witterungsverhältnissen das Auto wirklich stehen lassen kann - auf Winterreifen verzichten. Lediglich einmal pro Jahr die Seite wechseln (oder diagonal, wenn keine Mischbereifung) um Sägezahn vorzubeugen.
VG, Markus.
Ähnliche Themen
Da siehste mal wie lange diese 7-Grad Regel bereits widerlegt ist. Ich kann gerne noch neuere Artikel raussuchen in denen das gleiche steht n
Das gilt aber nur für Reifen niedriger Geschwindigkeitsklassen, welche eine weichere Gummimischung haben. Hochgeschwindigkeitsreifen müssen oben bei hohen Temperaturen und Geschwindigkeiten Reserven haben. Deshalb härtet bei diesen die Gummimischung deutlich mehr bei tiefen Temperaturen aus. Und viel weniger Rillen haben sie auch, was die Anpassung gerade bei hartem Gummi an die Fahrbahnoberfläche noch weiter vermindert. Mit einem Reifen bis 210 km/h zugelassen oder noch für geringere Geschwindigkeiten geht das, aber alles was darüber ist hat da mehr oder weniger Probleme richtig Grip aufzubauen.
Wenn Du den Reifen nicht auf Temperatur bringst, dann hast Du beim 11er im Ernstfall schlechte Karten.
Das geht auch bei 3 Grad aber er kühlt auch sofort wieder runter, wenn man etwas kommoder fahren will oder verkehrsbedingt muß. Die 7 Grad sind nicht der Maßstab. Dir geht mit kalten Reifen auch bei 20 Grad der Wagen weg.
Warmer Reifen = alles gut
Kalter Reifen = nicht alles gut
ist gar nicht schwer zu begreifen, oder?
So eine Diskussion kann es nur in Deutschland geben 😁 😁 😁
Wenn es schneit, nass ist und friert lässt ihn stehen oder ziehst Winterreifen auf und gut ist 😁
Zitat:
@Ralf997 schrieb am 6. Oktober 2022 um 13:20:28 Uhr:
Ich denke mal wenn man hier im Porsche Forum liest, das der 911er nicht allein in der Garage steht.
???
Nochmal nur Fragezeichen!
Bei meiner Einwand, das die Frau den Winterwagen als Ersatz für ihren fährt, sind ja schonmal 3 Fahrzeuge im Bestand!
Zitat:
@Ralf997 schrieb am 6. Oktober 2022 um 19:38:54 Uhr:
Ja warum nicht. Bei dir stehen doch auch 3 in der Garage 😉 und haben die alle Winterreifen?
Ja, genau aus dem benannten Grund!
Zitat:
@Hulper schrieb am 6. Oktober 2022 um 15:06:50 Uhr:
Da siehste mal wie lange diese 7-Grad Regel bereits widerlegt ist. Ich kann gerne noch neuere Artikel raussuchen in denen das gleiche steht
Falls es interessiert, hier weitere Artikel zum Thema.
Dieser Artikel ist auch von 2005 und bezieht sich teilweise auf diesselben Quellen wie der Artikel im HB:
https://www.spiegel.de/.../...1f8b601f-0002-0001-0000-000042736577?...Dennoch bringt es der Artikel auf den Punkt:
Zitat:
»Der Sommerreifen hat entscheidende Vorteile auf trockener und nasser Straße, auch bei niedrigen Temperaturen«, sagt Ruprecht Müller, Reifenexperte des ADAC. Die sieben Grad seien »völlig willkürlich« gewählt und durch keinen Testwert belegt.
Dieser Artikel ist von 2010 mit derselben Aussage:
https://www.welt.de/.../...erreifen-koennen-Bremswege-verlaengern.htmlZitat:
Die aufwändigen Tests der Fachmagazine haben auch die früher verbreitete „Sieben-Grad-Regel“ widerlegt. Unter sieben Grad Außentemperatur hätten Winterreifen stets Vorteile, verbreiteten die Hersteller früher. Heute ist davon keine Rede mehr. Aber wann sind Winterreifen überhaupt zu empfehlen? Eindeutige Antwort: Bei Schnee, Eis und Reifglätte
Dieser Artikel vom TÜV aus dem Jahre 2022 sagt dasselbe:
https://tuev-thueringen.de/.../...er-den-reifenwechsel-nicht-verpassenZitat:
Einige Autofahrer halten sich beim Reifenwechsel an die 7-Grad-Grenze. Der Mythos sagt, dass Sommerreifen unter sieben Grad Celsius weniger Grip als Winterreifen aufbauen. Dies ist heutzutage nur bedingt richtig. „Moderne Sommerreifen können auf Nässe und bei trockenen Bedingungen auch noch knapp über dem Gefrierpunkt Vorteile gegenüber den Winterspezialisten hinsichtlich Traktion und Bremsverhalten aufweisen“
Zitat:
Den entscheidenderen Einfluss auf den Reifengrip hat aber vielmehr die witterungsbedingte Straßenbeschaffenheit, also ob schneebedeckte, reifüberzogene oder vereiste Fahrbahnverhältnisse vorherrschen
VG, Markus
„Moderne Sommerreifen können auf Nässe und bei trockenen Bedingungen auch noch knapp über dem Gefrierpunkt Vorteile gegenüber den Winterspezialisten hinsichtlich Traktion und Bremsverhalten aufweisen“
Dann sollte man besser nichts morgens, abends oder über Brücken etc. fahren, selbst wenn die Tageshöchsttemperatur knapp über dem Gefrierpunkt liegt, von sportlicher Fahrweise und den Hochgeschwindigkeitsreifen auf einem 11er ganz zu schweigen.
Aber jeder wie er mag…