85er 911 Targa aus Freiburg

Porsche

http://suchen.mobile.de/.../196688212.html

Wenn ich diese Anzeige lese, kommen bei mir gewisse Erinnerungen hoch...

Der Wagen wurde im Vorfeld bereits von privat angeboten, damals noch für VB 33.500. Es waren im Netz nur wenige Fotos zu sehen. Der Besitzer - ein Freiburger Geschäftsmann - war nach eigener Aussage Mitglied im dortigen Oldtimerclub und wolle sich nun wegen seines fortgeschrittenen Alters von einem seiner Schätzchen trennen. Das PZ sei bei ihm um die Ecke und er erweckte den Eindruck, dass der Wagen auch dort gepflegt worden war. Der Wagen habe angelich während der US-Zeit in Florida und in Texas gestanden, ein Carfax läge jedoch nicht vor. O-Ton am Telefon: "Carfax, was ist denn das?".

Nachdem ich aus der deutschen Fahrgestellnummer die amerikanische VIN rekonstruiert hatte, habe ich ein Carfax angefordert. Ergebnis: Der Wagen stand die ersten acht Jahre (um den Dreh) in Illonois im Saltbelt und kam dann nach Umwegen über die Südstaaten nach Texas. Zumindest rostfrei sollte er jedoch sein und eine Motorrevision gab es angeblich auch.

Vor Ort zeigte sich das Fahrzeug in einem Zustand, den ich jedenfalls nicht mit "sehr gut", sondern eher mit "starke Gebrauchsspuren" bezeichnen würde. Ok, insoweit mögen die Ansichten auseinander gehen.

Die Einfassungen der vorderen Scheinwerfer wirkten, als seien sie mit Plakkafarbe bemalt worden, jedenfalls war die Farbe viel zu dick aufgetragen und blätterte bereits stellenweise ab.

Im Kofferraum befand sich eine Querstange, die an eine Domstrebe erinnert. Dort war angeblich die "Nachrüstklimaanlage" befestigt, die sich jedoch als Blaupunkt-Verstärker herausstellte. Zudem wurde ein Schalter installiert, mit dem sich die Batterie abklemmen ließ.

Der Wagen hat einige Dellen, unter anderem auf der Motorhaube, dem vorderen rechten Kotflügel und auf der Heckklappe. Der Schweller hinten links dürfte gespachtelt gewesen sein, jedenfalls fiel der Magnet ab. Rost konnte ich keinen sehen, aber dafür ziemlich schlechte Nachlackierungen. Der Rahmen des Targadachs war verrostet und der Bezug hatte ein Loch.

Im Innenraum fällt auf, dass der Fahrersitz ein Loch im Durchmesser von ca. 3cm hat - kann auch größer gewesen sein. Es wirkt, als habe jemand mit einem Schraubenzieher reingestoßen und ihn mehrmals dabei gedreht. Vielleicht war es auch ein Einschussloch, keine Ahnung. Jedenfalls war es auf den Fotos vom Sitz natürlich nicht zu sehen.

Beim Anlassen produzierte der Motor eine Weile lang weiße Wolken, was wohl auf Kondenswasser zurückzuführen ist. Gebläut hat er nicht, aber der Preis der "Motorrevision" lag jedenfalls weit unter dem, was die üblichen Fachbetriebe für sowas ansetzen.

Der Wagen hat in Deutschland nur einen Vorbesitzer, nämlich ihn. Davor hatte er Vorbesitzer in den USA. Gekauft hat er den Wagen angeblich von einem Griechen, der einen US-Import aufbauen wollte, aber mittlerweile wieder geschlossen hat. Er selbst hatte den Wagen seit 3-4 Jahren und in der Zeit mit dem Wagen gerade mal 900 km gefahren. Einmal nach Italien und zurück angeblich.

Ein Scheckheft war zwar nicht vorhanden, er hatte aber angeblich bei Porsche ein neues nachbestellt...

Bei der Probefahrt - ich ließ ihn fahren - bekam er den dritten Gang mehrfach nicht rein. Ok, kann auch am 915 gelegen haben. Zudem leuchtete eine Bremsanzeige auf, was irgendwas mit der Handbremse zu tun hatte. Er hat jedenfalls an der Handbremse rumgefummelt, dann ging das Licht für ein paar Sekunden aus.

Auf eine eigene Fahrt habe ich verzichtet und mich direkt zum Bahnhof bringen lassen. Er wollte mit dem Preis noch auf 30.000 € runtergehen, aber ich hätte den Wagen nicht mal für 20.000 € genommen. Mein subjektiver Eindruck war, dass es in Holland für die Hälfte des Preises noch bessere Fahrzeuge gibt, aber vielleicht waren meine Erwartungen auch einfach zu hoch. Immerhin war es kein Neuwagen...

Wochen später kam dann sogar nochmal ein Anruf, da wollte er noch weiter mit dem Preis runtergehen, aber ich habe dankend abgelehnt. Daraufhin ging der Wagen in den Kundenauftrag. Wo sich beim Vierspeichen-Lenkrad der Fahrerairbag verbergen soll, muss mir die Firma mal erklären. Die angebliche Servolenkung überrascht mich auch ein wenig. Vielleicht ist der Wagen besser als ich dachte.

Mich hat die Aktion 29.95 € für das Carfax, einen kompletten Tag und einmal ICE von Frankfurt nach Freiburg und zurück gekostet.

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von RNeville


Es kann natürlich auch daran liegen, dass mir als Rechtsanwalt, wenn es um's Geld geht, einfach berufsbedingt die nötige Naivität fehlt.

Naja, es ist schon naiv hier seitenweise Texte zu verfassen, während Du in der Zeit die 10.000.- Aufschlag als Rechtsanwalt schon dicke wieder drinnen hättest.

Rechtsanwaltsrechnungen sind übrigens auch nicht immer günstig (ums mal milde auszudrücken).

Also: mal hier ne´Woche Pause machen, dafür ein paar Leute antwaltlich vertreten und dann den Traumelfer für ein paar Euro mehr kaufen. Guter Vorschlag?

Gruß AiG

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Zitat:

Original geschrieben von RNeville



Zitat:

Original geschrieben von flieger65


Ein 89er G-Modell mit 50000 km kostete z.B. im PZ Bensberg 50000 Euro (gesehen vor 1/2 Jahr).
Das sind umgerechnet 100.000 DM und ist damit der Neupreis. Nicht schlecht, aber man muss ja nicht gleich in der Apotheke kaufen. Aus demselben Grund lässt man übrigens auch nicht im PZ reparieren. Im Zweifel steht der Lehrling an der Karre, der verzweifelt nach dem Servicestecker sucht. Da sind mir die freien Spezialbetriebe schon deutlich lieber.

Gehts noch?

Das Auto 1.Hand wurde im Kundenhauftrag verkauft!

Selbst wenn das PZ 5000 Euro daran verdienen würde bleib es bei 45000 Euro für ein Auto im Zustand 2 von Privat!

Das die alten Elfer fürher oder später mehr als ihren damaligen Neupreis kosten ist ein alter Hut!

Z.B.:

Die 356er Cabrio haben zu ihrer Zeit um 16000 DM gekostet,der Speester sogar nur 120000 DM - heute kosten normale gute 356 nicht unter 70000 Euro und der Speedster wird je nach Zustand nicht unter 200000 Euro gehandelt!

Das Elfer Ur-Modell hat damals mit ca.21000 DM (130 PS) angefangen und 1973 hat schon ein einfacher 911 T mit 130 PS ca.27000 DM gekostet,heute sind solche Autos im brauchbaren Zustand nicht unter 50000 Euro zu haben!

Wenn das Auto tatsächlich aus erster Hand war und regelmäßig nur in der einen Werkstatt gewartet und repariert wurde, dann war er die 50 k€ schlicht und einfach wert. Auch und gerade gemessen an den Grotten, die Du uns ständig unter die Nase reibst.

Der Vergleich mit dem ehemaligen Neupreis sagt schlicht und einfach genau gar nicht aus. Schau mal, was heute eine Ente im Neuzustand kostet. Vor 12 Jahren hättest Du die noch für 2000 DM bekommen. Merkste was?

Achja: Wirf Deine Classic Data Liste weg!

Ich will mich nicht an einem Einzeljuwel mit 50kkm aufhängen. Mag sein, dass das Goldstück den Preis wert ist. Mit großer Sicherheit ist das sogar der Fall. Ich rede hier die ganze Zeit vom 08/15-Wagen, der bisweilen vom Fähnchenhändler, für 35.000 € angeboten wird. Es geht hier auch nicht um 356er oder Benz SL-Flügeltürer, also bitte schön beim Thema bleiben.

Den Hinweis, dass ich die Liste wegschmeißen soll, erscheint mir auch eine viel zu einfache Lösung zu sein. Der Spruch ist so dämlich, er könnte von einem Händler stammen.

Wir haben durchaus objektive Kriterien, an denen solche Fahrzeuge gemessen werden. Vor Gericht ist das übrigens genauso. Wer dort versucht, einen Liebhaberpreis als Schadensersatz einzuklagen, fällt auf die Nase. Nur weil ich in einer kostenlosen Internetanzeige 100.000 € für meine alten Socken verlangen kann, heißt es noch lange nicht, das sie das auch wert sind.

Wir wollen an dieser Stelle auch mal kurz die Interessenlage beleuchten. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann hast du dir einen 930 zugelegt, um damit in ein paar Jahren den Mega-Rendite-Coup durchzuziehen. Natürlich ist es nicht in deinem Interesse, wenn dann einer kommt und sagt, die Kiste sei den Preis nicht wert. Kann ich alles verstehen, aber deine Interessen sind mir leider völlig wurscht. Es geht hier um mein Auto, nicht um deines und einen Turbo suche ich ohnehin nicht.

Ich zahle für ein 207-231 PS Auto mit 5 Vorbesitzern, Kratzern, Dellen, Rost und absehbaren massiven technischen Problemen keine 35.000 €. Es kann eine Charakterschwäche sein, aber ich schmeiße nunmal für Schrott kein Geld zum Fenster raus. Wenn jedoch der Schrottpreis die Basis bildet, um die gut erhaltenen Fahrzeuge einzupreisen, dann liegt eine Fehlentwicklung vor, die ich auch nicht unterstütze. Insoweit kann mir der 911 schlicht und einfach gestohlen bleiben. Andere Eltern habe auch schöne Autos.

Was sich bei mir jedenfalls massiv verändert hat, ist die Einschätzung der 911-Besitzer. Früher habe ich sie bewundert, mittlerweile sehe ich sie als Betrugsopfer.

Zitat:

Original geschrieben von RNeville



Wir wollen an dieser Stelle auch mal kurz die Interessenlage beleuchten. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann hast du dir einen 930 zugelegt, um damit in ein paar Jahren den Mega-Rendite-Coup durchzuziehen.

Wie kommst Du denn auf dieses schmale Brett?

Ich habe ein 996 turbo cabrio, wie in meinem Profil zu sehen, und ich freue mich jeden Tag aufs Fahren, weil es das so toll tut. Dieses Auto habe ich vor ein paar Jahren als nicht mehr ganz jungen Gebrauchten aus erster Hand mit perfekter Historie gekauft.

Nun freue ich mich über einen geringen bis nicht vorhandenen Wertverlust und wenn in ein paar Jahren das Wägelchen sogar im Wert etwas steigen sollte, dann nähme ich das erfreut zur Kenntnis. Allerdings hätte ich gar nix davon, weil ich das Auto behalten, fahren und zum Klassiker reifen lassen will.

Inzwischen jedoch fahre ich die Rendite in Form von Lebensqualität durch Fahrspaß ein.

Du hingegen jammerst hier nur rum, dass Dir keiner ein G-Modell in Zustand eins oder zwei für 20.000 €ier verkaufen will. Wer hat nun mehr Spaß am Leben?

Deinen letzten Satz mit der Beleidigung wollen wir mal überlesen. Heut scheint die Sonne zu schön 😉

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Zitat:

Original geschrieben von RNeville


Wir haben durchaus objektive Kriterien, an denen solche Fahrzeuge gemessen werden. Vor Gericht ist das übrigens genauso. Wer dort versucht, einen Liebhaberpreis als Schadensersatz einzuklagen, fällt auf die Nase. Nur weil ich in einer kostenlosen Internetanzeige 100.000 € für meine alten Socken verlangen kann, heißt es noch lange nicht, das sie das auch wert sind.

Ich persönlich würde nie und nimmer für ein 20 Jahre altes oder noch älteres Auto 35000 Euro oder mehr ausgeben auch nicht im tollen Zustand,leider sieht der Markt welchen du nicht begreifen willst das anders als das deine DATA vom Tüv bewertet.

Hätte ich keinen luftgekühlten Elfer würde ich mir heute für diesen Preis keinen kaufen!

An deiner Stelle würde ich mir mit 35000 Euro einen gebrauchten Cayman Facelift ab 2009 mit dem neuen Motor kaufen.

ich finde gebrauchtwagenkäufer sind zuoft das letzte...
wollen ALLES haben, immer im topzustand, wollen aber NIX dafür zahlen.
mäkeln über die farbe, mäkeln über ausstattung, meckern das dies und jenes fehlen würde.
ich musste das in den letzten jahren zum glück nur noch einmal mitmachen, als ich den geerbten wagen meines dads verkaufen musste.

ich gebe meine wagen nur noch an händler ab.

ey was letzte preis?

Zitat:

Original geschrieben von craze


Ich habe ein 996 turbo cabrio, wie in meinem Profil zu sehen, und ich freue mich jeden Tag aufs Fahren, weil es das so toll tut. Dieses Auto habe ich vor ein paar Jahren als nicht mehr ganz jungen Gebrauchten aus erster Hand mit perfekter Historie gekauft.

Sorry, dann war das ein Missverständnis/Fehlinformation. Jedenfalls macht es deine Argumentation nicht besser. Jedenfalls erübrigt sich bei deinem Wagen die Oldtimer-Perspektive, denn keines dieser modernen Fahrzeuge wird jemals das 30. Lebensjahr erreichen. Da ist nach 100.000 km regelmäßig der erste Austauschmotor fällig.

Zitat:

Du hingegen jammerst hier nur rum, dass Dir keiner ein G-Modell in Zustand eins oder zwei für 20.000 €ier verkaufen will. Wer hat nun mehr Spaß am Leben?

Genau an dieser Stelle zeigt sich das intellektuelle Problem. Ich habe nie geschrieben, dass ich nicht bereit bin, 35.000 € zu zahlen. Ich zahle nur nicht 35.000 € für ein Auto, das 25.000 € wert ist und schenke dem Verkäufer 10.000 € dafür, dass er mich mit dummen Geschwätz verarscht. Ich zahle den vollen Preis für den vollen Wagenwert, deshalb suche ich in erster Linie bei Privatverkäufern und nicht beim Händler. Privatleute müssen idR keinen Händlergewinn machen.

....um in der Hauptgeschichte fortzusetzen. Ab und zu verfolgt man doch noch Händlerangebote, die auf den ersten Blick zumindest ansatzsweise fair wirken. Aus diesem Grund habe ich eben mit einem Russen telefoniert. Es ging um ein 95er 993 Cabrio für 36.000 €. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass das Fahrzeug in Illinois zugelassen war, einen Unfall hinten links hatte und komplett nachlackiert wurde, war die Sache für mich beendet.

Das bringt mich zu einer interessanten Frage: Welchem Händler vertraut man beim 911er-Kauf mehr? Dem Russen, dem Türken, dem Italiener, oder dem deutschen Ex-Zuhälter aus der Muckibude? Das ist wirklich interessant! Wo sind die Vorurteile am stärksten ausgeprägt? Ich weiß es nicht. Vielleicht sollte man mal eine Umfrage machen.

Abschließend noch eine Zusammenfassung für Leute mit Verständnisproblemen: Ich rege mich darüber auf, dass man für 35.000 € nur Schrott angeboten bekommt. Dieser Schrott müsste billiger sein, aber es geht mir nicht darum günstig Schrott zu bekommen. Ich suche ein gutes Auto für ca. 35.000 €. Wenn diese Voraussetzung passt, gibt es Cash! Offensichtlich gibt es das nicht am Markt, also kaufe ich nicht.

Wenn jeder so diszipliniert wäre, dann bekämen wir auch eines Tages wieder vernünftige Angebote, denn kein Händler überlebt auf Dauer ohne Kunden. Da aber so viele Schwachköpfe unterwegs sind, die ihr Geld für Mist zum Fenster rauswerfen und damit gewaltige Profite generieren, können die Händler auf den Homerun warten.

Eine kleiner Erklärungsversuch, warum der Markt so versaut ist:

Als Beispiel dient ein Porsche 944 S2, der seit fast drei Jahren auf Autoscout für 19.900 € angeboten und natürlich nicht verkauft wurde. Als zwei weitere Anbieter ähnliche Fahrzeuge für 19.900 € anboten geschah folgendes: Der Händler erhöhte den Preis für sein Fahrzeug auf 23.500 €. Es ging im also die ganze Zeit einzig darum, das teuerste Auto am Markt zu haben. Er spekuliert dabei offensichtlich auf ein gesellschaftliches Phänomen, nämlich "teuer" mit "gut" zu assoziieren. Wenn "teuer" für "gut" steht, dann ist das teuerste Auto das beste Auto. Das ist sein ganzes Verkaufsmodell. Damit fährt er zwar gegen die Wand, wie es sich die letzten Jahre gezeigt hat, aber das ist ihm egal. Er hofft mit einem Verkauf soviel Profit zu machen, dass sich das Warten gelohnt hat.

Zurück zum 911er: Auch hier ist die Regel, dass hoher Preis hohe Qualität bedeutet, schon lange außer Kraft gesetzt. Händler bieten gezielt 3er Wagen für 2er Preise an, um von mangelnder Qualität abzulenken und mangelnde Qualität gibt es reichlich.

Der gesamte Markt läuft, was das G-Modell anbetrifft, nach diesem Schema. Mit hohen Preisen wird versucht, Zustand 2 vorzutäuschen, und da von den Kunden kaum einer Ahnung hat, kann man denen alles aufschwätzen und jeden Mangel runterspielen. Rostlauben werden in den höchsten Tönen gelobt, so dass man sich als Kunde fragt, von welchem Auto der Händler eigentlich spricht. Das gesamte Angebot ist eine einzige Luftnummer, mit der unerfahrene Kunden exploitet werden sollen.

In den USA gibt es überall Empfehlungen, einen Porsche nie ohne pre-purchase-inspection zu kaufen. Ich bin mir sicher, dass in Deutschland amerikanische Autos angeboten werden, die in den USA unverkäuflich waren, weil die Käuferschicht dort besser sensibilisiert ist.

Bei uns hingegen wird die gefährliche Paarung von Arroganz und Ignoranz auch noch gefördert. Mir wurde mal beim PZ auf die Frage, was denn eine große Inspektion für einen 944 koste, geantwortet (O-Ton): "Unsere Kunden fragen nicht nach dem Preis". Klar, wer vorher nicht nach dem Preis fragt, bezahlt die Rechnung, egal wie hoch sie ausfällt.

Festzuhalten bleibt: Es wird hier eine besondere Käuferschicht herangezüchtet und systematisch deren kritiklose Passivität ausgebeutet. Ähnlich wie bei dem Märchen "Des Kaisers neue Kleider" gilt der, der die Faszination dieser Fahrzeuge nicht erkennt, als dumm oder inkompetent. Deshalb ist es besser, lieber nicht nachzufragen und alles zu akzeptieren. Das setzt sich mittelbar im Gebrauchtwagensektor fort, wo durch hohe Preise gute Ware vorgetäuscht und auf dasselbe Verhalten der Kunden gehofft wird.

Zitat:

Original geschrieben von mister-white


ich finde gebrauchtwagenkäufer sind zuoft das letzte...
wollen ALLES haben, immer im topzustand, wollen aber NIX dafür zahlen.
mäkeln über die farbe, mäkeln über ausstattung, meckern das dies und jenes fehlen würde.

Ich verkaufe meine Autos seit zig Jahren alle selbst und kann deine Erfahrungen nicht nachvollziehen. Wenn einer blöd kommt, gleich rausschmeißen und Ruhe ist. Bilde mir ein, dass ich das nicht nötig habe, da es hier nicht um 1000-Euro-Autos geht.

Beim letzten Mal habe ich mir sogar vor der Probefahrt den kompletten Kaufpreis aushändigen lassen, damit ich gleich weiß woran ich bin. Das war vorher so abgemacht. Der Erste hatte das Geld leider nicht dabei. Aber er durfte sich das Auto wenigstens mal ansehen. Der Zweite hat es dann mitgenommen. War mir allerdings vorher klar, bei 800 km Anreise. 😉

Zitat:

Original geschrieben von Bim Bam Boris



Zitat:

Original geschrieben von mister-white


ich finde gebrauchtwagenkäufer sind zuoft das letzte...
wollen ALLES haben, immer im topzustand, wollen aber NIX dafür zahlen.
mäkeln über die farbe, mäkeln über ausstattung, meckern das dies und jenes fehlen würde.
Ich verkaufe meine Autos seit zig Jahren alle selbst und kann deine Erfahrungen nicht nachvollziehen. Wenn einer blöd kommt, gleich rausschmeißen und Ruhe ist. Bilde mir ein, dass ich das nicht nötig habe, da es hier nicht um 1000-Euro-Autos geht.

Beim letzten Mal habe ich mir sogar vor der Probefahrt den kompletten Kaufpreis aushändigen lassen, damit ich gleich weiß woran ich bin. Das war vorher so abgemacht. Der Erste hatte das Geld leider nicht dabei. Aber er durfte sich das Auto wenigstens mal ansehen. Der Zweite hat es dann mitgenommen. War mir allerdings vorher klar, bei 800 km Anreise. 😉

ok, aber du hast es dann ja konsequent durchgezogen, ich glaube das ist auch unerlässlich für die nerven. hier wurde in anderen threads aber auch schon vor dem neukauf immer wieder das wiederverkaufsargument gebracht. ich habe überhaupt keine lust beim kauf an den gebrauchtkäufer zu denken, der ist mir völlig egal.

in welcher preisklasse bewegen sich deine verkäufe dann wenn du verkaufst?

Zitat:

Original geschrieben von RNeville



Zitat:

Original geschrieben von craze


Ich habe ein 996 turbo cabrio, wie in meinem Profil zu sehen, und ich freue mich jeden Tag aufs Fahren, weil es das so toll tut. Dieses Auto habe ich vor ein paar Jahren als nicht mehr ganz jungen Gebrauchten aus erster Hand mit perfekter Historie gekauft.
Sorry, dann war das ein Missverständnis/Fehlinformation. Jedenfalls macht es deine Argumentation nicht besser. Jedenfalls erübrigt sich bei deinem Wagen die Oldtimer-Perspektive, denn keines dieser modernen Fahrzeuge wird jemals das 30. Lebensjahr erreichen. Da ist nach 100.000 km regelmäßig der erste Austauschmotor fällig.

Und wieder ein Beweis, dass Du keine Ahnung hast wovon Du schreibst. Der 996 Turbo hat einen Mezgermotor und mit aktuell 130.000 km blicke ich den 400.000 entspannt entgegen 😉

Zitat:

Original geschrieben von mister-white


in welcher preisklasse bewegen sich deine verkäufe dann wenn du verkaufst?

Die werden immer teurer. Für den TT 2002 habe ich noch 20000 bekommen. Meinen Pana werde ich für 55000 anbieten. Zwischendurch hatte ich mal einen alten A4. Der war für 1 Euro bei ebay, ohne Mindestpreis. Das wollte ich mal probieren. Ging für etwas über 4000 weg.

Eigentlich frage ich mich warum man sich sowas antut, die Autos die man besichtigt sind ausnahmslos alle Mist ,weiß man ja schon vorher, die Händler alle Betrüger, warum in Gottes Namen macht man sowas wenn man so drauf ist ????

Das ist der Markt! Es geht schlichtweg nicht anders. Alle vermeindlich fair eingepreisten 911er, die auf mobile.de länger als 1 Tag stehen, sind erfahrungsgemäß absoluter Schrott. Dennoch versucht man als Idealist (Träumer) immer wieder die Stecknadel im Heuhaufen zu finden und deshalb heißt es tagtäglich: Jedes neue Angebot muss geprüft werden! Ignorante Zahnärzte, die ihr PZ-gepflegtes Schätzchen für 30.000 € ins Internet stellen, gibt es immer mal wieder und die nächste Gesundheitsreform kommt bestimmt!

Plan B wäre, einfach mal für 1.500 € eine Tour nach Costa Mesa zu buchen und sich direkt an der Quelle einen Wagen raussuchen, an dem nur ein Händler - nämlich der Ami vor Ort - Gewinn macht. Wagen aus Texas könnten sogar noch besser sein.

Übrigens sei an dieser Stelle angemerkt, dass wir bei diesem Markt ein schönes Beispiel für Marx haben. Der hat schon vor 150 Jahren erkannt, dass Zwischenhändler den Preis versauen und letztlich dafür sorgen, dass schlechte Ware völlig überteuert angeboten wird. Wenn man die ganzen Schmarotzer in der Verkaufskette eliminiert, gibt es wieder gute Ware zu vernünftigen Preisen. Wer einen preiswerten Porsche will, muss Marxist werden 🙂

Zitat:

Original geschrieben von RNeville


Wenn man die ganzen Schmarotzer in der Verkaufskette eliminiert, gibt es wieder gute Ware zu vernünftigen Preisen. Wer einen preiswerten Porsche will, muss Marxist werden 🙂

Ich würde meinen 1.Hand 964 z.B. noch nicht mal für 50000 Euro verkaufen,denn so ein Auto gibt es so gut wie nicht mehr!

Das Auto welches du bei deiner Preisvorstellung suchst gibt es schlichtweg nicht mehr auf dem Markt!

Du bist einfach 10 Jahre zu spät was deine Vorstellung von Preis-Leistung betrifft und die wird in der Zukunft nicht besser sondern noch wesentlich schlechter werden!

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