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6 Jahre gestanden

Kawasaki GPZ 500S
Themenstarteram 26. Juli 2020 um 11:46

Hallo. Ich habe ein Motorrad der Marke Kawasaki GPZ 500ES Baujahr 1992 geschenkt bekommen. Das Motorrad stand 6Jahre im Schoppen. Worauf muss ich achten wenn ich das Motorrad zum laufen bringen möchte. Im Tank ist etwas Rost. Wie kann ich den Rost beseitigen. Danke schonmal.

Beste Antwort im Thema
am 26. Juli 2020 um 12:31

Bei den alten Schätzchen und “Scheunenfunden”, die lange nicht bewegt (und in den seltensten Fällen ordentlich für so eine lange Standzeit konserviert) wurden, gilt immer das gleiche:

Im vorgefundenen Zustand auf keinen Fall starten!

Die folgende Reihenfolge hat sich eigentlich bewährt, da sie die teuersten und aufwändigsten Instandstellungsarbeiten gleich zu Beginn in Angriff nimmt. So kannst du bei einem “wirtschaftlichen Totalschaden” früh genug wieder abspringen und das Krad zur Not für Export oder in Einzelteilen verkaufen.

1) Benzin vollständig ablassen und Tank innen so gut es geht gründlich auf Rost und Ablagerungen/Ausflockungen kontrollieren (Benzin hält sich ohne zusätzlich beigemischte Stabilisatoren nur ca. 1 Jahr, danach verdunsten die flüchtigen Bestandteile vollständig, der Tank zieht Feuchtigkeit aus der Luft nach und rostet). Merke: Rost im Tank wird dir später im besten Fall andauernd den Bezinfilter zusetzen, im schlimmsten Fall zu einem schleichenden Motorschaden führen.

Falls zu viel Rost oder Ablagerungen vorhanden sind, Tank fachmännisch reinigen und konservieren lassen (klappt nicht immer und geht u.U. ziemlich ins Geld), alternativ den Tausch gegen einen “neuen” (einwandfrei erhaltenen) Tank in Betracht ziehen. Hier siehst du schon, ob das ganze sich irgendwie rechnet oder eher ein finanzielles Grab wird. Generell sind Tank und Verschalungen teilweise extrem teuer.

2) Motorenöl/Kupplungsöl/Kühlflüssigkeit wechseln und Zündkerzen kontrollieren (ggf. gleich neue nehmen, kostet nicht die Welt).

3) Mit neuer Batterie (oder einer Spenderbatterie aus einem anderen Krad) sowie frischem Benzin (je nach Resultat aus Schritt 1 aus einem Spenderbehälter) den ersten Startversuch unternehmen und schauen, ob der Vergaser das Gemisch noch halbwegs sauber aufbereitet.

4) Vergaser kontrollieren, ggf. reinigen und revidieren und synchronisieren. Wenn er vor dem jahrelangen Stillstand nicht entleert wurde, ist er vermutlich innen stark verharzt.

5) Lenkkopflager und Federgabel/Stossdämpfer kontrollieren, ggf. Verschleissteile, Dichtungen und Gabelöl ersetzen.

6) Bremsflüssigkeiten und Leitungen unbedingt ersetzen (am besten gleich Stahlflex rein, dann musst du in Zukunft nur noch die Bremsflüssigkeit wechseln).

7) Kette und Zahnräder kontrollieren, ggf. erneuern

8) Reifenzustand überprüfen und ggf erneuern (Risse, poröse Stellen)

9) Elektrik und Lichtmaschine (Ladestrom) kontrollieren

Erste und VORSICHTIGE Probefahrt auf trockenem Untergrund

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am 26. Juli 2020 um 12:31

Bei den alten Schätzchen und “Scheunenfunden”, die lange nicht bewegt (und in den seltensten Fällen ordentlich für so eine lange Standzeit konserviert) wurden, gilt immer das gleiche:

Im vorgefundenen Zustand auf keinen Fall starten!

Die folgende Reihenfolge hat sich eigentlich bewährt, da sie die teuersten und aufwändigsten Instandstellungsarbeiten gleich zu Beginn in Angriff nimmt. So kannst du bei einem “wirtschaftlichen Totalschaden” früh genug wieder abspringen und das Krad zur Not für Export oder in Einzelteilen verkaufen.

1) Benzin vollständig ablassen und Tank innen so gut es geht gründlich auf Rost und Ablagerungen/Ausflockungen kontrollieren (Benzin hält sich ohne zusätzlich beigemischte Stabilisatoren nur ca. 1 Jahr, danach verdunsten die flüchtigen Bestandteile vollständig, der Tank zieht Feuchtigkeit aus der Luft nach und rostet). Merke: Rost im Tank wird dir später im besten Fall andauernd den Bezinfilter zusetzen, im schlimmsten Fall zu einem schleichenden Motorschaden führen.

Falls zu viel Rost oder Ablagerungen vorhanden sind, Tank fachmännisch reinigen und konservieren lassen (klappt nicht immer und geht u.U. ziemlich ins Geld), alternativ den Tausch gegen einen “neuen” (einwandfrei erhaltenen) Tank in Betracht ziehen. Hier siehst du schon, ob das ganze sich irgendwie rechnet oder eher ein finanzielles Grab wird. Generell sind Tank und Verschalungen teilweise extrem teuer.

2) Motorenöl/Kupplungsöl/Kühlflüssigkeit wechseln und Zündkerzen kontrollieren (ggf. gleich neue nehmen, kostet nicht die Welt).

3) Mit neuer Batterie (oder einer Spenderbatterie aus einem anderen Krad) sowie frischem Benzin (je nach Resultat aus Schritt 1 aus einem Spenderbehälter) den ersten Startversuch unternehmen und schauen, ob der Vergaser das Gemisch noch halbwegs sauber aufbereitet.

4) Vergaser kontrollieren, ggf. reinigen und revidieren und synchronisieren. Wenn er vor dem jahrelangen Stillstand nicht entleert wurde, ist er vermutlich innen stark verharzt.

5) Lenkkopflager und Federgabel/Stossdämpfer kontrollieren, ggf. Verschleissteile, Dichtungen und Gabelöl ersetzen.

6) Bremsflüssigkeiten und Leitungen unbedingt ersetzen (am besten gleich Stahlflex rein, dann musst du in Zukunft nur noch die Bremsflüssigkeit wechseln).

7) Kette und Zahnräder kontrollieren, ggf. erneuern

8) Reifenzustand überprüfen und ggf erneuern (Risse, poröse Stellen)

9) Elektrik und Lichtmaschine (Ladestrom) kontrollieren

Erste und VORSICHTIGE Probefahrt auf trockenem Untergrund

Der Vorredner hat ja schon Alles gut erklärt

Wurde vor 6 Jahren der Vergaser geleert, bevor die Maschine eingemottet wurde?

Wahrscheinlich nicht. Dann wird man wahrscheinlich den Vergaser zerlegen und reinigen müssen.

Tankrost kann man grundsätzlich mit Säure entfernen. Z.B. Zitronensäure oder Phosphorsäure und dann einwirken lassen. Da gibt es bestimmt Videos bei You tube. Ist es aber nur ein bisschen Rost, würde ich einfach entleeren, grob mit ein bisschen Benzin reinigen und wieder montieren.

Und vorher vielleicht ein kleinwenig Öl in die Kerzen löcher. Selten springen die sofort an und so hat er gleich einwenig Schmierung.

am 26. Juli 2020 um 13:01

Hier noch ein Video auf Youtube zur Inspiration:

https://youtu.be/6LVv6B6xspo

Themenstarteram 26. Juli 2020 um 13:35

Das ist Motor-Talk. Immer schnelle und gute Antworten. Ich werde es langsam angehen lassen .Vielen Dank an alle.

am 26. Juli 2020 um 13:43

Zitat:

@400.000km schrieb am 26. Juli 2020 um 12:48:40 Uhr:

Tankrost kann man grundsätzlich mit Säure entfernen. Z.B. Zitronensäure oder Phosphorsäure und dann einwirken lassen. Da gibt es bestimmt Videos bei You tube. Ist es aber nur ein bisschen Rost, würde ich einfach entleeren, grob mit ein bisschen Benzin reinigen und wieder montieren.

Ein Bild der Roststellen im Tank wäre sicher hilfreich - die Ausprägung “ein bisschen” ist bei jedem ja “ein bisschen” anders ;-) Bei zu viel Rost (oder Rost an der gesamten Tankinnenfläche) kommt man um eine odentliche Reinigung und Konservierung nicht rum.

Ansonsten sollte das von @400.000km empfohlene Vorgehen absolut ausreichend sein.

Generell ist der schlimmste Zustand zu erwarten, wenn der Tank vorher noch nicht einmal randvoll gefüllt war sondern jahrelang eine Pfütze Sprit vor sich hin verdunstete. Dann hast du auch oben und seitlich am Tank grössere Roststellen, die man womöglich gar nicht sieht. Daher ist eine schnelle Runde mit Rostlöser/Säure empfehlenswert.

Ich habe meinen Tank mit Billig Cola vollgetankt und 3 Tage stehen lassen. Die Phosphorsäure in der Cola bearbeitet dann den Rost. Voher den Tank leeren und ordentlich aus spülen.

Den Vergaser reinigen, Ansauggummi's kontrollieren, Luftfilter kontrollieren ggf austauschen und neues Öl rein. Das sollte für den Erweckungsstart reichen. Wenn es dann weitergehen soll alle Flüssigkeiten tauschen und alles Durchführen was für Sicherheit und TÜV notwendig ist.

Dann kann man sich um die Optik kümmern.

Themenstarteram 26. Juli 2020 um 16:32

Ich habe Bilder vom Tank gemacht

P1000986
P1000987
P1000991
am 26. Juli 2020 um 17:31

Sieht auf den ersten Blick ermunternd aus, grösstenteils nur oberflächlicher Rost.

Ich würde hier versuchen, nach dem Ausbau des Tanks die festen Rostbestandteile erst einmal gründlich auszuwaschen. Kannst einen handelsüblichen Motorradreiniger und warmes Wasser verwenden. Zwischendurch einwirken lassen und mehrmals schwenken. Danach ausschütten, mehrmals gut ausspülen (zuletzt mit destilliertem Wasser) und ein paar Tage ausgebaut durchtrocknen lassen.

Nach der Trocknung dann mit einer leichten Säure rangehen. Die Cola-Methode ist gut, wenn auch klebrig ;-) Es gibt auch spezielle Rostlöser auf Säurebasis. Solche einfach nicht länger als angegeben drinlassen und Spritzer auf dem Aussenlack so schnell als möglich abwischen.

Den Benzinhahn und Tankdeckel vorher aber ausbauen und den unteren Auslass mit auf Mass zugeschnittenen Kunststoffplatten (Holzplättchen gehen auch) und einem Schraubgewinde verschliessen, in die Tanköffnung einen gewöhnlichen Korken. Da gibts auch gute YT-Videos zu. Der Tankdeckel und Teile des Benzinhahns sind normalerweise aus Alu, die vertragen die Säure erfahrungsgemäss nicht so gut, daher der Aufwand.

Danach wieder gründlich ausspülen und trocknen.

Kann sein, dass du nicht allen Rost rausbekommst, daher ist die Versiegelung des Tanks wichtig, dafür eignen sich benzinresistente Harze hervorragend. Einfüllen, die angegebene Aushärtungszeit permanent gut schwenken damit sich das Harz überall verteilt, anschliessend gut auslüften lassen. Verbliebene Roststellen sind so vor weiterer Ausbreitung konserviert.

Aber achtung, es kann natürlich sein, dass an einigen Stellen nur noch der sich durchgefressene Rost und der Aussenlack den Tank dichtgehalten haben und der Tank nach der Behandlung wie ein Sieb ist. Einen Versuch ist es aber jedenfalls wert, falls es schiefgeht, kannst du (musst du :-) noch immer einen neuen Tank suchen.

Mein Tank sah wesentlich schlimmer aus. Die günstigste Lösung ist in dem Fall die Cola. Gibt aber auch Rostumwandler und Tank Versiegelung im Set zu kaufen.

Habe ich auf Google gefunden.

Bei dem bisschen würde ich mir das Geld aber sparen.

Ich habe meinen Tank geleert getrocknet ausgesaugt und mit Cola versorgt. Dann ordentlich getrocknet mit einem alten Fön und danach waren die Roststellen dunkel Grau und keine losen Rost Krümmel mehr vorhanden.

Themenstarteram 28. Juli 2020 um 7:58

Hallo. Ich habe heute Billig Cola im Tank gegossen ,und dann schauen wir mal . Hab da noch eine Frage. Am Tank ist da ein kleines Röhrchen hat das mit dem Unterdruck zu tun.

Tank Kawa
Tank Kawa

Wenn ich mich nicht irre ist das die Tank Entlüftung. Da müsste bei eingebauten Tank ein Schlauch dran der nach unten in Richtung Schwinge führt.

Der Unterduck wird vom Vergaser mit Schlauch zum Benzinhahn hergestellt. So ist das bei meiner 900er Gpz.

Themenstarteram 29. Juli 2020 um 6:59

Hallo. Ich kann aber kein Schlauch finden der da zugehört

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