"Heckschleuder vom alten Schlag" - wie bändigen?

Ich fahre einen alten BMW 528i, Modell E28. - Mir ist nun mehrfach aufgefallen, dass der Wagen gerne und dann auch sehr plötzlich zum Übersteuern neigt. Letztes Wochenende hatte ich beispielsweise auf einer Autobahnauffahrt (Kurve, feucht, 2. Gang, gut 3'000 U/min, Beschleunigung) bei Regen unbeabsichtigt einen leichten Drift produziert.

Soweit so gut, ich denke mal, mit den Fahreigenschaften der alten Heckschleuder, die im Normalfall sehr gutmütig und angenehm sind, werde ich leben müssen und können. Die Frage ist einfach, wie reagiere ich richtig, wenn das Heck wieder mal den Rest des Wagens überholen möchte? Auskuppeln oder nur vom Gas?

70 Antworten

Zitat:

Original geschrieben von BIENZLE


Das Schöne am Heckantrieb ist eigentlich die immer vorhandene Trkation, zumindest auf trockener Strasse. Ich habe mein bisheriges Autoleben immer mit Saab zugebracht (Frontantrieb + Turbo); da hatten die Vorderräder jeweils gut zu tun, leider 🙁 , andererseits war das nie gefährlich, sondern einfach lästig.

-> Gleicher Fahrzeugtyp, war aber nicht BIENZLE:

http://youtube.com/watch?v=NrxtcYvpno8

Bei meinem Dicken wissen die Antriebsräder manchmal auch nicht trotz trockener Fahrbahn wohin mit der Kraft. Am schlimmsten sind Spurrillen bei Autobahnauffahrten, da brauchste echt beide Hände FÈST am Lenkrad.

Die Jungs in dem BMW sind aber auch richtige Adrenalinjunkies. Da denkste beim Zusehen schon daß einige Driftwinkel zu arg sind. Aber als Zuschauer kann man das Popometer ja auch nicht benutzen.

Moin,

Ob und wie weit man einen Hecktriebler auf Regen oder Schnee bändigen muss ... hängt massiv mit der Beschaffenheit der Fahrbahn zusammen, mit der vorhandenen Bereifung, dem Zustand der Stoßdämpfer und nicht zuletzt mit der Gewichtsverteilung des Fahrzeuges zusammen.

Am kritischsten sind in dieser Sichtweise ausgelutschte Reifen auf der Hinterachse und eine ungünstige Gewichtsverteilung mit einem "leichten" Heck. Je mehr Gewicht auf der Hinterachse lastet, desto weniger Probleme hat man damit. Sehr kriminell fühlt sich z.B. ein E21 323i an (ca. 58% Masse auf der Vorderachse), sein Nachfolger der 325i (51% Masse auf der Vorderachse) ist wesentlich angenehmer unter gleichen Bedingungen zu fahren. Auch wenn es logischweise für jemanden der bisher Fronttriebler gefahren ist ... seltsam ist. Das Gefühl ist halt generell anders.

@UBC ... wenn es vom GASFUSS abhängig ist ... dann ist es ganz eindeutig der FAHRSTIL. Ordentliche Winterreifen, anfahren im 2. Gang mit wenig Gas ... und selbst heckgetriebene 180 PS drehen sich nicht...

@C20NE-Cruiser ... völlig korrekte Beschreibung, auch wenn es in Realität sicherlich seltener so HART kommt. Kann im Grunde jeder ausprobieren, das er recht hat. Fahrt mal in eine Kurve rein (mit dem Fronttriebler) und dann geht bei einsetzendem Untersteuern sanft oder schlagartig vom Gas. Dann dreht sich nahezu jedes Auto in eine Kurve rein. Bei Fronttrieblern ist dieses Charakteristikum durch die größere Masse auf der Frontachse sogar besonders ausgeprägt. Selbst mit meinem Panda kann man das machen 😉

MFG Kester

es soll ja hier auch "Spezialisten" geben, die montieren beim Fronttriebler die besseren Reifen nach vorne, um sich beim Untersteuern durch Gasgeben aus dem Schlammassel zu ziehen - vor allem auf Schnee

auweia

Moin,

Lass sie doch machen ... Versuch macht Kluch ... spätestens wenn sie mit dieser Fahrweise vorm Bordstein kleben und ne platte Achse haben ... sind sie schlauer geworden. Wer im Winter mit platten Reifen fährt ... dem kann eh keiner Helfen.

MFG Kester

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Zitat:

Original geschrieben von Rotherbach


@UBC ... wenn es vom GASFUSS abhängig ist ... dann ist es ganz eindeutig der FAHRSTIL. Ordentliche Winterreifen, anfahren im 2. Gang mit wenig Gas ... und selbst heckgetriebene 180 PS drehen sich nicht...

Anfahren im II.Gang ist etwas für die, die absolut kein Gefühl in den Füßen haben. Einfach beim Anfahren die Kupplung kommen lassen und wenn er rollt sachte Gas geben.

Zitat:

Original geschrieben von Rotherbach


wenn es vom GASFUSS abhängig ist ... dann ist es ganz eindeutig der FAHRSTIL.

Wenn für dich das "Fahren" schon im Stillstand beginnt, dann ja. (Meine Definition ist da etwas anders, aber das kann man natürlich so oder so sehen.)

Zitat:

Ordentliche Winterreifen, anfahren im 2. Gang mit wenig Gas ... und selbst heckgetriebene 180 PS drehen sich nicht.

Richtig --- wenn man nur immer wüßte, wie glatt es ist... (Aus diesem Grunde hat sich ja auch das abschaltbare ABS nicht durchgesetzt.)

In der Praxis wird man mit einem Hecktriebler den einen oder anderen unfreiwilligen Dreher aus Stand oder Schrittgeschwindigkeit produzieren (zumindest ansatzweise), bis man sich schließlich angewöhnt, bei möglicherweise glatter (oder auch schon nasser) Fahrbahn mal einen kurzen heftigen Gasstoß als "Test" zu machen --- dann weiß man, wie glatt es ist, und was man zu tun hat.

Zitat:

Original geschrieben von J.Ripper


es soll ja hier auch "Spezialisten" geben, die montieren beim Fronttriebler die besseren Reifen nach vorne,

Ja, mache ich auch so.

Zitat:

um sich beim Untersteuern durch Gasgeben aus dem Schlammassel zu ziehen - vor allem auf Schnee

Nein, nicht deshalb.

Sondern, um bei Aquaplaning im Vorteil zu sein (Lenkfähigkeit), und natürlich wegen des stärkeren Verschleißes der Vorderreifen. (Idealerweise gleicht sich der unterschiedliche Verschleiß vorne/hinten bei regelmäßigem Tausch wieder aus.)

Aber das ist ein anderes Thema.

Zitat:

Original geschrieben von patti106


Anfahren im II.Gang ist etwas für die, die absolut kein Gefühl in den Füßen haben. Einfach beim Anfahren die Kupplung kommen lassen und wenn er rollt sachte Gas geben.

Es ging hierbei um glatte Straßen, womöglich noch begauf --- und da geht im ersten Gang mitunter gar nichts.

Zitat:

Original geschrieben von ubc


Wenn für dich das "Fahren" schon im Stillstand beginnt, dann ja. (Meine Definition ist da etwas anders, aber das kann man natürlich so oder so sehen.)

Zum Fahren gehören für mich viele Dinge, u.a. auch das abschätzen der Fahrzeugabmessungen und dazu muss ich mich auch nicht bewegen.

Genauso gehört das Anfahren zum Fahren dazu wie das Gasgeben, wenn ich schon im Stand nicht in der Lage bin das Gas gefühlvoll zu nutzen dann kann ich das beim echten Fahren auch nicht.

Fahren kann man als die Bewegung an sich auslegen oder aber als Tätigkeit und zu der gehört nunmal auch der Gefühlvolle Umgang mit dem Gas.

(Sprache ist echt etwas schönes, man kann sie fast immer falsch auslegen und verstehen.)

Zitat:

Original geschrieben von ubc


Es ging hierbei um glatte Straßen, womöglich noch begauf --- und da geht im ersten Gang mitunter gar nichts.

Ich bin der Meinung, dass gefühlvolle Fahrer das auch auf glatten Straßen mit viel Motorleistung im I. Gang hinbekommen.

Um bergauf im II. Gang anzufahren, braucht es sicherlich noch mehr Gefühl um den Motor nicht abzuwürgen.

Es geht dabei um das Drehmoment am Rad.
Das ist im 2. Gang selbst mit etwas Gas kleiner als im 1. ohne, darum klappt es dann besser.

Zitat:

Original geschrieben von andyrx


Hallo,

also auf öffentlichen Strassen ist das driften via Gaspedal doch eher unrealistisch (vorallem bei Nässe auch riskant) da nicht mit allen Autos machbar (ein paar PS brauchts schon auf trockener Fahrbahn) und wirklich nur für Könner mit entsprechender Routine.... siehe hier RX-7 Drift

Andy

Wobei so ein RX7, ohne ABS, eine ganz schöne Zicke ist, wenn man mal ein wenig stärker aufs mittlere Pedal haut!!

Da kommt ja gern das Heck mit...

Ansonsten ist mir das Heck nicht wirklich oft gekommen, das schlimmste war, als ich die Hauptstraße hier im Winter leicht Quer gefahren bin weil ging nicht anders (Straße ist nicht ganz gerade)...

Moin Patti,

Du wirst auch schon noch in eine Situation kommen ... wo du dich an diesen Trick erinnern wirst 😉 Es ist manchmal echt hilfreich das Raddrehmoment reduzieren zu können. Wir reden ja nicht von es liegt ein bisschen Rauhreif auf der Strasse ... sondern von z.B. Blitzeis bei welligem Terrain.

Davon abgesehen ... lass mal nen 3 Liter 6 Zylinder bei glatter Strasse auf die Hinterreifen los 😉 Das ist dann in der Tat einen HECKSCHWENK provozieren (geht echt gut), und ausserdem muss man bei nem Automatikbenz fast Vollgas geben, um im 1. Gang anzufahren 😉 Der fährt nämlich grundlegend IMMER im 2. an 😉 *zwinker*

MFG Kester

Zitat:

Original geschrieben von patti106


Ich bin der Meinung, dass gefühlvolle Fahrer das auch auf glatten Straßen mit viel Motorleistung im I. Gang hinbekommen.

Geht sogar mit einem handgeschalteten V12 mit Sommerreifen. Nein, nicht im Verkehr, in der Einfahrt.

Praktisch nehme ich beim Handschalter im Winter trotzdem gern die II, weil man im Ersten wirklich sehr viel Gefühl braucht, wenn es mal richtig glatt ist. Im Zweiten ist es halt wesentlich einfacher 🙂

Bei einem Benz mit Automatik sieht es nochmal anders aus, da der Hinterradantrieb und keine Handbremse hat.
Ergebnis: Gehst du vorsichtig von der Bremse drehen die Reifen hinten durch, bevor sie vorne losgelassen werden. Anfahren durch Lösen der Feststellbremse ist auch keine richtig Lösung, weil die sich in Löserichtung nicht wirklich dosieren lässt 😉
Da ist es nicht schlecht, wenn der Karren eine Stellung W oder C kennt und im Zweiten gemütlich das Losrollen anfängt.

@ Rotherbach
Für Drehungen aus dem Stand reicht schon ein kleiner Diesel im Sprinter, wenn man ihn "loslässt" 😁

Zitat:

Original geschrieben von Rotherbach


Moin Patti,

Du wirst auch schon noch in eine Situation kommen ... wo du dich an diesen Trick erinnern wirst 😉 Es ist manchmal echt hilfreich das Raddrehmoment reduzieren zu können. Wir reden ja nicht von es liegt ein bisschen Rauhreif auf der Strasse ... sondern von z.B. Blitzeis bei welligem Terrain.

Davon abgesehen ... lass mal nen 3 Liter 6 Zylinder bei glatter Strasse auf die Hinterreifen los 😉 Das ist dann in der Tat einen HECKSCHWENK provozieren (geht echt gut), und ausserdem muss man bei nem Automatikbenz fast Vollgas geben, um im 1. Gang anzufahren 😉 Der fährt nämlich grundlegend IMMER im 2. an 😉 *zwinker*

MFG Kester

Dann muß mir mal jemand von euch seinen Wagen leihen damit ich das "erfahren" kann.

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