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wollvo22

Belangloses von mir und meinem perlblauen Babybenz.

15.01.2020 10:55    |    wollvo22    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: 190er, Mercedes, W201

Das letzte Jahr war mittlerweile schon das fünfte mit dem Perlblauen. Bis auf einen ungeplanten (kosmetischen) Werkstattaufenthalt gab es technisch nichts wirklich gravierendes zu berichten. Trotzdem war es das bisher kostenintensivste Jahr. Zeit also, um eine kleine Rückschau finanzieller Natur auf 2019 zu unternehmen.

 

Teure Kosmetik

 

Im Februar war mir im Dunkeln auf einem Parkplatz ein weißer Transporter oder SUV in die rechte Seite gefahren, was ich erst später in der heimischen Tiefgarage bemerkt habe. Das Ganze hat mich nicht nur sehr geärgert, sondern war auch die bisher teuerste Reparatur am Benz und auch der Grund dafür, weshalb 2019 so viel Geld in die Erhaltung floss. Da ab Beifahrertür alles neu lackiert, ausgebessert und neue gebrauchte Sacco-Bretter besorgt werden mussten, lag die Rechnung hier für bei gut 1.600 Euro.

 

Asymmetrisches Gummi

 

Beim Wechseln von Winter- auf Sommerbereifung im April auf dem elterlichen Grundstück und dem eher versehentlichen Tausch der Achsen (Vorn nach Hinten und umgekehrt) fiel mir bei der Probefahrt auf, dass in Rechtskurven sich eine deutliche Unwucht vorne rechts bemerkbar machte. Nachdem ich die Achsen wieder getauscht hatte, lief es wieder.

Trotzdem war ich verunsichert und suchte nach meiner Rückkehr meine Werkstatt auf. Dabei wurde schnell klar: Spur war in Ordnung und die Aufhängung ebenfalls.

Die eigentliche Grund: Die Sommerreifen hatten ein asymmetrisches Profil, was bei weniger modernen Aufhängungen wir der meines W201 dazu führt, dass die Reifen unregelmäßig abgefahren werden. Ein Tasten über die Laufflächen machte dies deutlich spührbar. Als ich mir 2016 die Gullideckelfelgen gekauft hatte und meine Werkstatt in Erfurt diese nebst neuer Pneus aufzog, hatte man davon wohl schlichtweg keine Ahnung und so wurden neue Reifen fällig. Kostenpunkt: 350 Euro.

 

Neue alte Kardanwelle

 

Da ich 2019 ja eh schon in Geberlaune war und mich die knarzende Kardanwelle auf unserer Tour nach Koratien, die ohne Probleme verlief (meine Freundin würde jetzt sagen, dass die fehlende Klimaanlage ein Problem war, aber was nicht da ist, kann nicht kaputt gehen...), entschied ich mich nach Ersatz für die Kardanwelle Ausschau zu halten. Bei der HU/AU im März hatte ich das schonmal angesprochen. Technisch gab es nichts auszusetzen, aber wenn mir eine Kardanwelle über den Weg liefe, solle ich mal zuschlagen.

Also hab ich mich an Oliver Stork in der Rödermark gewandt. Wie es der Zufall wollte, hatte er gerade einen W201 mit meiner Motor-Getriebe-Kombination geschlachtet. Für einen Hunderter gab's die Welle. In der Werkstatt wurde diese überarbeitet und eingebaut. Was jedoch leichter geschrieben ist, als es tatsächlich war. Das Problem war, dass der Lochkreis des hinteren Teils der Kardanwelle nicht zu dem Lochkreis des Differnzials passte. Kurzerhand machte mein Werkstattmeister aus zwei Kardanwellen eine, nahm den vorderen Teil der "frischen" Welle und den hinteren Teil meiner "alten" - fertig. Kostenpunkt 250 Euronen.

 

 

Service bei 264.000km

 

Die Weihnachtsfeiertage verbrachten wir wieder bei meinen Eltern, was Anlass für mich war, den Benz zum fälligen Service zum bringen. Die kleine Ein-Mann-Werkstatt am Ortseingang mit dem Kfz-Meister und Elektriker in Personalunion hatte ja Ende letzten Jahres schon den Fehler im Zündsystem gefunden, den selbst zwei Mercedes-Meister überfordert hatten und diesen für knapp 200 Euro erfolgreich behoben.

Daher brachte ich den Benz zum Service dorthin. Der Meister öffnete dafür und für einen Bora aus meinem Familienkreis extra am Freitag zwischen Weihnachten und dem Silvesterwochenende. Wagen einmal druchgeprüft, Flüssigkeiten getauscht und eine Stelle am Unterboden entrostet macht 160 Euro.

Nach der Probefahrt, bot mir dann der Meister an den Wagen zu kaufen, sollte ich mit dem Gedanken spielen. Ich lehnte dankend ab und ernetete Verständis, würde er auch nicht tun. :)

 

Was hat's nun gekostet?

 

Ziehe ich einen Strich unter die Kosten, addiere noch die HU/AU, kommere ich auf gut 2.500 Euro. Lässt man die Lackerung außen vor, die erstmal nicht technischer Natur war, ergeben sich 900 Euro, die notwendig waren, um den Perlblauen am Laufen zu halten.

Das finde ich für eine Jahreslaufleistung von gut 12.000 km für ein 28 Jahre altes Auto eigentlich ganz in Ordnung.

 

Was sagt ihr dazu? Beziehungsweise, welche Kosten steckt ihr jährlich in den Erhalt eures Young- oder Oldtimers?

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12.11.2019 12:56    |    wollvo22    |    Kommentare (12)

Eurer Favorit

Rückblick auf einmal Probesitzen

 

Im Februar 2018 hatte mich der Drang nach einem sportlichen Zweitwagen gepackt. Wechsel des Arbeitgebers verbunden mit etwas mehr Lohn und wohl auch etwas lange Weile hatten dazu geführt, dass ich die fixe Idee hatte, einen Porsche 924 anzuschaffen. In der Nähe des Wohnorts meins Bruders stand zufällig einer - ähnlich wie drei Jahre zuvor auch schon der Perlblaue Babybenz.

Mehr als ein kurzes Probesitzen war aber aufgrund eines Schadens am Kühler nicht möglich. Kurze Zeit später war der 924 verkauft und ich hatte meine bessere zweite Hälfte gefunden. Die Prioritäten änderten sich etwas und ein zweiter Wagen rückte in die Ferne.

 

Hinzu kommt, dass mein Arbeitgeber hält am Ort zwei Dienstwagen vor, die sich auch mal für einen Ikea-Besuch entführen lassen - und dieser ist mit einem Golf Varinat zwar deutlich langweiliger als mit dem Benz oder gar einem 924, aber um sprichwörtliche Längen praktischer.

 

Zweiter Anlauf für Nummer Zwei

 

Mit Blick auf das nächste Jahr sieht es nun wieder so aus, dass eine Nummer Zwei in greifbare Nähe kommt. Der Grund hierfür: Meine Freundin erwirbt gerade die Lizenz auch in Deutschland ein Auto fahren zu dürfen. Da sie nicht aus dem EU-Ausland kommt, muss dafür die Fahrschule besucht werden.

 

Ein 924 wird es wohl nicht werden, aber wir wollen in der sportlichen Richtung bleiben. Seit geraumer Zeit suchen wir unregelmäßig nach möglichen Kandidaten. Als Rahmen soll es ein Wagen oben ohne sein, vier Sitze wären toll und Klimaanlage. Das Budget liegt bei maximal 3000€.

 

 

Bisher haben wir drei Modelle herausgefiltert, die wir mangels des noch ausstehenden Führerscheins aber noch nicht probegefahren sind. Es macht wenig Sinn, wenn sie selbst vor dem Kauf nicht fährt.

 

Klarer Favorit ist ein MX-5. NA gefällt uns mit den Klappscheinwerfern am besten, hinsichtlich der Features tendieren wir allerdings zum NB.

 

Nummer zwei auf der Liste ist ein Peugeot 306 Cabrio. Hat zwar keinen Heckantrieb, dafür aber zwei Sitze mehr und liegt preislich etwas unter dem Mazda.

 

Als dritte Varinate hat sich vor kurzem der Fiat Barchetta ins Blickfeld verirrt. Der hat zwar weder Heckantrieb noch vier Sitze, gefällt aber optisch.

 

Erste Recherchen zu Schwachstellen gab es schon, trotzdem würden uns eure Meinungen zu den Modellen beziehungsweise auch Alternativvorschläge (gern in die Kommenatare) interessieren. :)

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22.08.2019 19:43    |    wollvo22    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: 190E, 190er, Mercedes, Perlblau, W201

Seitdem ich den Perlblauen habe, bin ich im Sommer regelmäßig auf großer Tour mit ihm. Erst Polen, dann zweimal Österreich und in diesem Jahr ging es noch weiter über die Alpen gen Süden - Kroatien hatten wir uns für den Sommerurlaub 2019 auserkoren. In Kamanje gleich hinter der Grenze zu Slowenien am Grenzfluss Kupa hatten wir ein nettes Holzhaus mit einem großen Pool und einem Garten voller Gemüse gebucht.

 

15 Stunden auf dem Bock

 

Los ging es um halb drei nachts in Weimar. Kalt duschen, Gepäck ins Auto laden und den USB-Stick mit Musik ins Radio gesteckt. Mit meinem Bruder hatten wir eine Raststätte hinter München als Treffpunkt ausgewählt. Insgesamt sollten es an diesem Tag knapp 1.000 km Strecke werden.

 

Auf der freien Autobahn kamen wir schnell bis nach München, umfuhren einen Stau und waren um kurz nach sieben am Treffpunkt. Ab dann wurde es wärmer und staulastiger. Etwas unglücklich hatten wir den Samstag als Reisetag ausgewählt - Ende Juli in der Hochzeit der Ferien. Dementsprechend staute es sich auf dem Weg gen Süden.

Zur Entspannung trug dann jedoch wie auch schon die beiden Jahre zuvor die österreichische Autobahn bei. Mit Tempo 130 und bei strahlendem Sonnenschein genossen wir das Alpenpanorama und brachten uns in Urlaubsstimmung. Wohlfühlstimmung auch für den Perlblauen, der sich an diesem wie auch dem Tag der Rückreise mit 6,4 l/100km zufrieden gab.

 

Unangenehm waren an diesem Tag jedoch zwei Tatsachen. Zum einen war es die heißeste Woche des Jahres (und wir kamen mit 34°C noch glimpflich davon). Mangels fehlender Klimaanlage war es also gut warm in Benz, was meiner Freundin trotz ihrer Herkunft vom indischen Subkontinent zu schaffen machte - "Nächstes Jahr mit Klimaanlage!". (Fußnote: Heißt ein zweites Auto, aber dazu in einem der nächsten Beiträge mehr ;) ).

Auf der anderen Seite staute es sich kilometerlang vor den Mautstationen für die Transitstrecken durch die Alpenrepublik. Durch den Karawankentunnel an der slowenischen Grenze ging es in diesen Tagen sogar nur einspurig durch eine Röhre. Entsprechend lang war der Stau vor dem Tunneleingang.

 

Ins Slowenien selbst war es nach wie vor heiß ,doch die Autobahn war (stau-)frei. Die Fernstraßen sind dort ebenfalls mautpflichtig. Allerdings ist die Vignette in Österreich 10 Tage gültig, in Slowenien nur 7, was zu Folge hat, dass man sich für einen 7-tätigen Urlaub zwei Vignetten kaufen muss.

 

Als Schmackl gab es gewissermaßen als Ausgleich vor der kroatischen Grenze zwischen dieser und Novo mesto eine sehr kurvig und schön durch Hügel und Dörfer verlaufende Strecke. Auch die nahm der Benz bis auf ein bisl Geruch von den Bremsscheiben am Ende ohne Murren.

Nach einer Passkontrolle an der Grenze (ja Koratien gehört zur EU, wendet Schengen aber nicht voll an), einen Stempel in den Reisepass meiner Freundin und einer kleinen Odysse bei der Suche nach dem Feriendominzil, erreichten wir nach gut 15 Stunden Unterwegssein unser Ziel.

 

Die Woche in Kroatien stand der Benz dann bis auf den letzten Tag. Der Sharan meines Bruders hat sieben Sitze und Klimaanlage - was für sechs Personen mehr als ausreichend und zudem sehr kühl ist. Während unserer Touren in der Woche, bei denen eine uns nach Zargreb (sehr, sehr zu empfehlen!) führte, konnte ich dann gegenüber des Museum Of Broken Relationships (ebenfalls sehr zu empfehlen) noch ein Schnappschuss einen Ponton ergattern.

 

A Stop in München

 

Der Rückweg bestand dann in zwei Etappen. Auch wieder an einem Samstag, dafür mit weniger Stau, erträglicheren Temperaturen dank Wolkendecke über den Alpen und als Ziel München. Dort haben wir Freunde von uns besucht und konnten standesgemäß in der Tiefgarage neben einem R109 SL und einem 911 G-Modell parken. Wir waren uns schnell einig, dass diese Kombination unserer Traumgarage sehr nahe kommt.

 

Einen Abstecher ins BMW Museum gab es auch noch. Es ist nicht ganz so opulent wie das Mercedes-Pendant, aber einen Besuch in jeden Fall. Es gibt dort zahlreiche tolle Exemplare der Bayern zu sehen. Mir hat insbesondere natürlich alles mit Baujahr vor 1990 gefallen. Vor allem die die Farbenpalette der 70er lange vor der grau-schwarzen Leasingzeit ist grandios. Da ist der Abteilungsleiter dann einfach mal im orangen oder giftgrünen 3er zur Arbeit gefahren. :D

 

Zurück ging es am Montag unter grauer Wolkendecke, Regen und Berufsverkehr zurück. Nicht spannend aber zügig. Wieder daheim stand nun eine größere geplante Reparatur an.

 

Auf der Suche nach der perfekten Welle

 

Vor etwas weniger als einem Jahr hat der Perlblaue angefangen, beim Schalten bei niedrigen Geschwindigkeiten und Drehzahlen ab und an vom Mitteltunnel her zu schnarzen. Außerdem gab es ein schepperndes Geräusch, wenn ich über unebenen Grund fuhr. Fahrtechnisch hatte all das keine Auswirkungen - es klang nur nicht nett. Nachdem das Schnarzen dann auch Lastwechseln ab und an zu hören war, bin ich zu meiner Werkstatt in der Nachbarschaft gefahren, die sich seit Anfang des Jahres liebevoll und preislich fair um den Benz kümmert.

Nach einigen Mutmaßungen (Hardyscheiben, Getriebe,...) nahm sich der Meister etwas Zeit und kam zu dem Ergebnis, dass der vordere Teil der Kardanwelle die Ursache sei. Er meinte, ich solle mir keine Sorgen machen, in den Urlaub fahren und mich dann um Ersatz bemühen.

 

Nachdem der Urlaub ohne Probleme verlief, begann die Suche nach einer geeigneten Kardanwelle für den Perlblauen: 5-Gang, M102, Bj 1992. Dank Hilfe vom vdh ging ich mit der Teilenummer auf die Suche und wurde bei Oliver Stork in Rödermark fündig.

Bestellt, geliefert und am Dienstag zur Werkstatt gebracht. Teil sollte passen. Heute habe ich den Benz abgeholt und er läuft 1A. Trotzdem hat die Welle dem Meister einige Kopfschmerzen bereitet: Der hintere Teil der Welle passte nicht in das Diff, der Lochkreis war ein anderer. Also hat er die Welle wieder ausgebaut und kurzerhand aus zwei Wellen eine gemacht und nur den vorderen Teil - der auch der Grund des Übels war - ersetzt.

 

 

Demnächst müsste der Perlblaue mal zum Lackierer, eine Roststelle an der C-Säule behandeln. Und Mike Sanders soll eigentlich auch noch in die Hohlräume...es gibt immer was zu tun! :D

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02.04.2019 17:03    |    wollvo22    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: 190E, 2.0, Mercedes, Mercedes-Benz, Perlblau, W201, Youngtimer

Die Uhren wurden zurückgedreht und mittlerweile hat "die Saison" begonnen. Dieses Jahr sind wieder einige Touren mit dem Perlblauen geplant, doch zuvor soll ein kurzer Blick zurück geworfen werden:

 

Auch wenn ich in den vergangenen Monaten nicht allzu viel mit dem Benz unterwegs war, gibt es doch einiges zu berichten.

 

 

250.000 KM und Pannendienst...

Im Oktober hatten wir die 250.000er-Marke geknackt. Um den Benz etwas zu schonen hatte ich mich entschlossen, ihn im Winter nur selten zu bewegen - außerdem ist die Strecke Magdeburg - Weimar - Magdeburg, die ich zumeist an den Wochenende fahre mit dem Zug kaum langsamer als mit dem PKW. Zudem lief er bei niedrigen Temperaturen und feuchten Wetter spührbar schlechter und hatte den ein oder anderen Aussetzer.

 

Anfang November startete er dann morgens in der Tiefgarage auch nicht mehr. Also den Pannendienst angerufen und den Benz in einer spannenden Aktion aus der Tiefgarage geschleppt, die nur über eine enge Kurve nach unten befahrbar ist. In einer freien Werkstatt, die von zwei ehemaligen Mercedes-Mechanikern betrieben wird, tauschte man ein Relais, führte gleich noch einen Service durch und der Benz lief wieder - vermeintlich. Später sprang er nämlich ein weiteres Mal nicht an, erst nach längerem Warten lief der M102 wieder.

 

Um die Weihnachtsfeiertage dann wieder das selbe Spiel, nur ohne Erfolg. Wieder Pannendienst gerufen und in einer ähnlich spannenden Aktion den Benz durch die enge Zufahrt des Hauses meiner Eltern rückwärts zum Abschleppwagen geschoben.

Wie es dann manchmal so spielt, fand sich dann in meiner ehemaligen Heimatstadt eine kleine Ein-Mann-Werkstatt mit einem sympathisch schrulligem Schrauber, der sowohl KFZ-Mechaniker wie auch Elektriker ist. Dieser fand dann auch relativ schnell das eigentliche Problem: Teile der Zündanlage waren porös und Wasser sammelte sich im Zündverteiler. Die Zündanlage wurde komplett ersetzt und seitdem läuft der M102 wieder top.

 

Das wird teuer

Dies waren noch alles kostengünste Reparaturen. Die kostspieligste gab es dann vor gut einem Monat. Die Crux - ohne diese würde der Benz immer noch so gut laufen wie vorher. Der eigentliche Grund für diese war ein Rempler auf einem Parkplatz, den wir erst später bemerkten.

 

Die Folge war, dass die gesamte rechte Fahrzeugseite ab Fahrertür neu lackiert werden musste. Ich habe nicht schlecht geguckt, als ich erfahren habe wieviel die Plastikpins kosten, die die Saccobretter an der Karossiere halten! Das Saccobrett an der Hecktür musste komplett ersetzt werden. Glücklicherweise habe ich bei ebay ein günstiges ergattern können, das wir dann passend lackiert haben. Nun ist mein Konto um eine kleine vierstelle Summe kleiner und erstrahlt der Benz wieder in alter Frische - jedenfalls von Steuerbord aus. :D

 

 

(Fast) Bereit für 2019!

Letztes Wochenende gab's dann die erste Frühlingswäsche (natürlich mit Hand!) und nächste Woche bekommt er frisch HU/AU, zu Ostern werden dann die Gullideckel aufgezogen - damit sind wir bereit für den Sommer. Es steht nicht nur ein Urlaub in Kroatien an, sondern der Perlblaue wird im Juni zum ersten Mal Hochzeitswagen sein. Mein bester Kumpel hat sich entschlossen, im Babybenz vom Standesamt zu fahren und den Benz auf dem ein oder anderen Hochzeitsfoto zu verewigen.

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15.09.2018 14:24    |    wollvo22    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: 2 (5J), Autokauf, Chevrolet, Fabia, Gebrauchtwagen, Kalos, Skoda

Im Fahrzeugschein steht "Blau metallic", doch wenn man ihn im Licht betrachtet ist er ziemlich Orange - "Sunset Orange" um ganz genau zu sein. Die Klima funktioniert nicht und das Lenkrad steht immer schief. Die Vorderachse poltert eigentlich ständig, der Reifen hinten rechts ist merklich abgefahren und das Getriebe hakelt.

 

Fehlkauf

 

Eigentlich könnte man an dieser Stelle den Satz "Und trotzdem wird ihm das alles verziehen!" erwarten. Doch das ist nicht wirklich der Fall. Der schrecklich orange Chevrolet Kalos, den meine Mutter nach dem Tod meiner Großerltern übernommen hat, war schon von Anfang an ein Fehlkauf.

 

Jahrelang waren meine Großeltern mit einem silbernen Suzuki Baleno der ersten Generation unterwegs. Stufenheck, kleiner 1.3 L Motor und mit mehr als genug Platz für zwei Personen das ideale Rentnerauto für Touren zum Garten, in den Harz oder zum Einkaufen. Nach einem Unfall beim Ausparken, bei dem eine Dame den Baleno mit gut 30 km/h erwischt hatte, war er jedoch ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Mein Opa, der stets großen Wert darauf legte, mobil zu sein, kaufte sich umgehend einen "neuen" Wagen beim Stamm-Autohaus. Das dachte sich wahrscheinlich: halbwegs solventer Rentner, braucht unbedingt ein Auto, dem drehen wir einen Wagen an, der unbedingt weg muss. Das Ergebnis war dann der orange Kalos, mit eben jenen schon genannten Mängeln, die kurz nach Kauf schon sicht- und erfahrbar waren. Der Preis von gut 10.000 EUR damals anno 2010 war - man kann es nicht anders sagen - unverschämt.

 

So sollte also der Kalos bis zum Tode meiner beiden Großeltern ihr letzter Wagen sein, der dann 2013 an meine Mutter vermacht wurde und diese ihn - mehr aus Sentimentalitätsgründen - im Alltag fuhr. Seit 2015 liegen mein Bruder und ich ihr in den Ohren, doch bitte einen vernünftigen und zuverlässigeren Wagen zu kaufen, anstatt jedes Jahr gut 500 - 800 € in Reparatur und Instandhaltung zu stecken. Wir suchten und fuhren Probe. Anfang diesen Jahres fiel nun auch bei meiner Mutter der Entschluss, einen neuen Gebrauchten zu kaufen. Zu unpraktisch wurde der Dreitürer, zu teuer die Reparaturkosten.

 

Orange zu Grün

 

Der finale Hammer fiel letzte Woche, als ich zusammen mit ihr und meiner Freundin in Halberstadt zwei Händler abfuhr. Die erste Händlerin war so freundlich (oder wohlmeinend) und bot uns noch vor genauerer Inspektion des orangen Deliquenten an, diesen mit 600 EUR zu vergüten und vom Kaufpreis des anvisierten Dacia Duster abzuziehen. Während dieser stellten sich graviernde Mängel heraus, die ihr eigentlich erlaubt hätten, die 600 EUR nocheinmal nach unten zu revidieren. Nach der Probefahrt stand für meine Mutter jedoch fest, dass es der Duster nicht sein sollte. Es war ein Raucherfahrzeug, im Innenraum sichtlich mitgenommen und das Geräusch beim Schließen der Türen lies mir als W201 Fahrer wohl zu sehr die Gesichtszüge entgleißen.

 

Also weiter zum nächsten Händler, der sich auf Skoda Neu- und Gebrauchtwagen sowie Ladas spezialisiert hatte. Auf dem Hof ignorierte meine Mutter ersteinmal alle Fabias, die ich eigentlich in die nähere Auswahl gefasst hatte und lies sich vom Händler in einen Yeti setzen, weil das Modell ihr bei der Recherche schon sehr zugesagt hatte. Der lag natürlich weit über dem Budget und im Preisrahmen lag eigentlich nur ein Uniblauer Yeti, den weder der Händler noch ich ihr empfehlen konnten. So gingen wir dann doch zu den Fabias über. Nach kurzem hin und her, ob Fließheck, Kombi oder nicht doch Roomster entschieden wir uns einen Artic Grünen Fließheck Fabia Baujahr 2013 mit knapp 49.000 KM auf dem Uhr, Klima, Sitzheizung, großem Radio, Parkpiepsern und dem 1.2 TSI mit 86 PS probezufahren - mit dem Ergebnis, dass es an dem eigentlich nichts auszusetzen gibt und meine Mutter während der Fahrt beschloss, der solle "es werden"!

 

Die anschließende Verhandlung mit dem Händler war kurz: Der Fabia würde frische Inspektion und HU/AU bekommen, Kleinigkeiten werden repariert, ein frischer Satz Winterreifen kommt hinzu, der Kalos wurde mit 500 EUR großzügig verrechnet und meine Mutter unterschriebt den Kaufvertrag in Höhe von knapp unter 8000 EUR. Der Händler kümmerte sich weiterhin um Zulassung und eine Woche später sollte der Fabia abholbereit sein.

 

Finales Goodbye

 

Gestern war es dann soweit: Die letzte Tour im Orangen-Fehlkauf führte uns zum Händler. Ich durfte als letzter nochmal in den Genuss des schief stehenden Lenkrads kommen, bevor Goodbye sagten und meine Mutter die Heimreise mit ihrem Neuen antrat - sichtlich begeistert und zufrieden.

Es ist schließlich das erste Auto, dass sie sich selbst ausgesucht und gekauft hat.

 

Entsprechend pfleglich wird er in den nächsten Jahren umsorgt werden. Heute morgen habe ich ihn dann selbst das erste Mal kurz bewegt, als ich von der Garage zum Haus meiner Eltern gefahren bin. Der kleine Tscheche fährt sich super und insbesondere der 1.2 TSI macht echt Spaß. Dem Vormittag über gab es eine kleine Einweisung rund um die diversen Funktionen im Innenraum bis hin zu wichtigen Dingen unter der Haube, am Nachmittag gab es dann eine kleine Tour durch den Harz.

 

In den nächsten Jahren können meine Geschwister und ich also wieder beruhigt sein, wenn es darum geht, dass die eigenen Eltern sicher unterwegs sind. Ich ich freue mich schon, den Kleinen das ein oder andere Mal zu bewegen - auch wenn nach wie vor im Grunde genommen nichts über den perlblauen Benz geht. :D

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29.08.2018 17:03    |    wollvo22    |    Kommentare (20)    |   Stichworte: 190E, 190er, Babybenz, BER, Berlin, Flughafen, fünfskommasechs, Mercedes, Mercedes-Benz, W201

Berlin, 25.08.2018, 20.30 Uhr

 

Knapp 5.841.000.000,00 EUR hat der Ort bisher gekostet, an dem wir an diesem Abend mit dem Perlblauen ein paar Runden drehen - ich staunend über die leeren zwei- und dreispurigen Straßen, meine Freundin (Architektin) beeindruckt vom kolossalen Mismanagement. Das macht ungefähr 1.947.000 Mal den Preis von 3.000 EUR, welchen ich anno 2015 für meinen W201 bezahlt habe. Trotzdem (oder gerade deswegen) ist die Baustelle des BER einen Umweg wert.

 

(Fast) Postapokalyptische Ruhe

 

Unser Abstecher am Samstag dorthin war eher sponanter Natur. Nach dem Besuch einer Freundin in Berlin erinnerte ich mich an ein älteres fünfkommasechs Video das #mbpolarsun 2015 begleitet hat und in dem Herr Dreikommanull und Herr Fünfkommasechs mit einem weißen GLE Coupe auf dem Melli-Besse-Ring (benannt nach der ersten deutschen Frau, die anno 1912 einen Privatpilotenschein erwarb) vor dem Hauptterminal des BER standen. Also fiel der Entschluss, auf dem Heimweg einen Abstecher dorthin zu unternehmen - und um festzustellen, dass sich seitdem bisher rein optisch wenig verändert hat.

 

Die Anfahrt kennzeichnete sich dadurch, dass die sechsspurige Schönefelder Allee, die von der A113 zum BER führt, gänzlich leer war. Bei den Ausmaßen wird einem erst bewusst, mit wie viel Verkehr hier täglich gerechnet wird, wenn der Flughafen tatsächlich eröffnet wird.

 

Je näher man an das Hauptgebäude heranfährt, umso unwirklicher wird - jedenfalls bei einsetzender Dunkelheit - die ganze Szenerie: Alles ist hell erleuchtet, doch weder Personen, Flugzeuge oder irgendwelche Flughafenfahrzeuge sind auf den ersten Blick auszumachen. Nur ein paar mittelgroße Baumaschienen stehen verlassen am Rand, ab und dreht ein Kleinwagen einer Sicherheitsfirma seine Runden. Alles ist still. Etwas später fahren drei Autos auf den Vorplatz. Kofferräume werden geöffnet, Campinstühle aufgebaut und ein Bier in der untergehenden Sonne genossen.

 

Wir nutzen das schwindene Tageslicht, um ein paar Aufnahmen zu machen. Wirklich postapokalyptisch wirkt das ganze dennoch nicht. Dazu ist alles einfach viel zu aufgeräumt. Der Platz vor dem Haupteingang ist quasi besenrein, der Asphalt der Straße weist kaum Nutzungsspuren auf, das Terminal strahlt hell erleuchtet mit seiner sauberen Glasfassade in die aufkommende Nacht.

 

Nachdem wir zwei Runden auf dem Ring gedreht haben, parken wir den Benz vor dem Hauptterminal, machen mit dem Handy ein paar Bilder und wir begeben uns zu Fuß auf Erkundungstour: Alles sieht aus, als könnte es demnächst eröffent werden. Uns Steuerzahlern und dem Land Berlin wäre es angesichts der täglichen Kosten von etwa 1,3 Millionen Euro zu wünschen - doch der Brandschutz macht dem an sich sehr ästhetischem Bauwerk ein Strich durch die Rechnung.

 

Aktuell wird als wahrscheinlicher Eröffnungstermin der Oktober 2020 kommuniziert. Im Mai 2018 wurde jedenfalls bekannt, dass die Abnahme durch den TÜV Rheinland negativ verlief und 2020 auch schon wieder fraglich ist.

Man hat also mindestens zwei Jahre (...oder mehr) Zeit, dem größten Mismanagement-Wahrzeichen der Republik einen Besuch abzustatten.

 

Zwei Desaster an einem Ort

 

Während wir unsere dritte und vierte Runde drehen und ich versuche, die Navi-Haltung vom Handy dazu zu nutzen, um ein Video davon zu drehen, fällt mir auf, dass das Parkhaus 8 an der Nordseite des Gebäudekomplexes nahezu voll besetzt ist. Noch auffälliger ist jedoch, dass sämmtliche dort abgestellten Fahrzeuge mit weißen Schutzfolien versehen sind - und ein VW Logo haben.

 

VW hat aufgrund der Diesel-Krise Stellplatzprobleme für jene vorproduzierten Fahrzeuge, die das neue WLTP-Prüfverfahren schaffen, jedoch noch keine Zulassung haben. Für 1 Million Euro wurden daher die Stellplätze auf dem Gelände des BER angemietet. So hilft eins der größten wirtschaftlichen Desaster der deutschen Nachwendezeit ein anderes temoprär mitzufinanzieren. Die Zahlen dazu mag man sich gar nicht ausrechnen.

 

Alternative Nutzungsideen kommen uns in den Sinn, je länger wir vor Ort sind. Meine Freundin will das Terminal für Veranstaltungen nutzen, ich überlege, ob man den Ring nicht für Motorsport nutzen könnte... :D

 

Mit der Idee bald wieder zu kommen, machen wir uns auf den Heimweg.

Ob wir dann von dort aus fliegen werden? Eher unwahrscheinlich. Das nächste Mal haben wir eine Spiegelreflexkamera und eine Actioncam dabei - und vielleicht auch zwei Campingstühle!

 

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17.07.2018 22:36    |    wollvo22    |    Kommentare (80)    |   Stichworte: 190E, 190er, Babybenz, M102, Mercedes, W201, Youngtimer

Zwei moment- und kilometerreiche Wochen liegen hinter uns und dem perlblauen Babybenz.

Der diesjährige Sommerurlaub führte uns von der Mitte Deutschlands ausgehend in die Alpen und an die Ostsee – und damit einmal durch die Republik. Auch auf die Gefahr hin, dass der Spannungsbogen gleich wieder abfällt: alles verlief ohne technische Problem, lediglich einen Liter Motoröl wollte der Perlblaue auf der letzten Etappe nach gut 2500 Kilometern haben.

 

Wieder in die Berge...doch voher schnell in die USA

 

Nach Jobwechsel, Umzug und dem letzten richtigen Urlaub im Sommer des vergangenen Jahres legten meine Geschwister und ich vor den Weihnachtsfeiertagen fest, dass es mit unseren Familien und Partnern in die Alpen gehen sollte. Nach meinem letzten Trip dorthin habe ich fleißig Werbung gemacht, so fiel dann auch der Entschluss im Lungau gleich ein ganzes Ferienhaus zu mieten, schließlich sollten wir 7 – 8 Personen werden.

 

Ein gutes halbes Jahr später machte ich an einem Freitagmittag im Büro klar Schiff, packte Koffer und Wanderequipment ins Auto und fuhr zu meiner Freundin nach Weimar. Kurz vorher hatte es sich noch ergeben, dass ich am darauffolgenden Montag einer dienstlichen Einladung ins US-Konsulat nach Leipzig folgen durfte – der 242. Independence Day stand an und der Generalkonsul lud zur Sommerfeier. Also wurde der Benz nochmal gewaschen und wir legten die feine Garderobe zurecht.

 

Ohne Stern

 

Während des Wochenendes hatte ich den Benz unweit des Zentrums Weimars und der Bauhausuni geparkt. Dort stand er auch oft, als ich selbst noch in Weimar gewohnt habe und quasi bei jedem meiner Besuche in den letzten Monaten. Weil es am Montag nicht nur nach Leipzig, sondern von dort auch gleich mit meiner Schwester und ihrem Freund zu viert mit Gepäck nach Österreich gehen sollte, fuhr ich am Sonntagabend nochmal zur Tankstelle zum Tanken und Luftdruck erhöhen.

Dort stellten wir erschrocken fest, dass man mir in der Nacht zuvor mit viel roher Gewalt den Stern von der Haube geklaut hatte. Für mich war es das erste Mal. Mit Weimarer Kennzeichen und dem gehobenen Alter des Wagens habe ich bisher nie Neid auf mich gezogen. Nun war er aber weg – dafür hatte ich eine Schramme auf der Motorhaube. :/

 

Das konnte ich natürlich so nicht lassen! Ohne Stern auf der Haube die nächsten zwei Wochen mehr als 2000 Kilometer durch die Landschaft fahren! Also am Montag gleich in der Mercedes Niederlassung in Weimar angerufen und erfahren, dass der Stern auf Lager war – welch Glück! Bevor es also ins Konsulat nach Leipzig ging noch schnell Ersatz besorgt. In Anzug und Krawatte wurde ich vor Ort gut umsorgt; man bot mir sogar gleich an, den Austausch vorzunehmen.

Das nahm ich natürlich gern an. Mein Wagen stand „um die Ecke“ und vom Kundentresen nicht einsehbar. Ich denke man rechnete damit, dass ich in einer C- oder E-Klasse nicht ganz so alten Baujahres vorfahren würde. Das Lächeln des Werkstattmitarbeitern als ich mit dem Perlblauen vorfuhr, lies jedenfalls eine solche Vermutung zu.

 

Mit Stern und später auch zahlreichen Gepäck ging es dann voll beladen in der Nacht nach Österreich. Zuvor hatten wir uns beim Besuch des Konsulats noch mit Hamburgern und Süßspeißen gestärkt.

Das Fahren bei Nacht erwies sich dann als ganz eindeutiger Vorteil. Zwar sahen wir bei der Hinfahrt kein malerisches Bergpanorama, weil es schlichtweg zu dunkel war, aber dafür hatten wir auch keine Staus oder sonstigen Probleme bei den diversen Baustellen gerade um München herum.

 

Sichtlich müde aber zufrieden kamen wir dann gegen zwei Uhr nachts in St. Margarethen an. Mit knapp 800 Kilometern war dies meine bisher längste „Tages-Tour“. Insbesondere die Sitze und meine im letzten Jahr neu angeschaffte gebrauchte Armlehne haben mit und meinem Rücken bei dieser Fahrt gute Dienste geleistet.

Während des tollen Urlaubs dort fungierte der Perlblaue dann als zweiter Reisewagen wann immer der Sharan meines Bruders mit sieben Sitzen zu klein war.

 

Viel heiße Luft in Bayern

 

Auf der Rückfahrt am Sonntag waren Stau und Hitze die größten Ärgernisse. Für dieselbe Strecke wie am Montag brauchen wir nun neun statt sieben Stunden. Gleich zu Beginn standen wir aufgrund eines gesperrten Tunnels in Österreich im Stau. Bis zur Grenze ging es dann flüssig. Gänzlich überflüssig war im Anschluss jedoch die knappe dreiviertel Stunde Stop-and-Go vor der deutschen Grenze. Die Angst bayrischer Würdenträger vor illegal Einreisenden führte dazu, dass an diesem – und anderen Tagen – viel heiße Luft vor der bayrischen Grenze produziert wird: weder den genervten Autofahrern noch den in der der prallen Sonne schwitzenden Bundespolizisten scheint diese Situation sonderlich viel Spaß (und vielleicht auch Sinn?!) zu machen.

 

Für uns hieß es dann von Zeit zu Zeit die Fenster runterkurbeln, die Lüftung auf maximale Wärme stellen, um den Motor etwas zu entlasten. Dieses Spiel wiederholten wir dann einige Male, bis wir dann endlich auf der Höhe Ingolstadt auf der Autobahn fahren konnten, ohne alle paar Kilometer mit Schrittgeschwindgkeit voran zu kommen.

Auch die Rückfahrt lief damit ohne technische Probleme ab. Einzig bemerkenswert war der Spritverbrauch an diesem Tag: Einmal in Österreich vollgetankt haben wir die Strecke bis nach Weimar zu zweit samt Gepäck mit etwas mehr als einer halben Tankfüllung (der Perlblaue hat die SA des 70l Tanks) geschafft.

 

Sonne und etwas Öl

 

Die anschließenden Tage verbrachten wir in Weimar bevor es für das Wochenende als Urlaubsabschluss zu Verwandten an die Ostsee ging. Die Temperaturen waren mittlerweile gestiegen und im Stau vor Hamburg ging dann das bekannte Lüftung-an-Spiel wieder los. Ebenso wie auf der Rückfahrt. Hier melde sich dann nach knapp 2.500 Kilometern die Ölwarnleuchte und forderte Nachschub. Nach einer kurzen Auffüllpause in der schleswig-holsteinischen Pampa ging es ohne Probleme zurück nach Magdeburg.

Ganz besonders entspannend war dabei das nördliche Teilstück der A14, das wir fast für uns allein hatten. Bis der Anschluss durch den Norden von Sachsen-Anhalt an die bestehende von Süden kommende A14 geschafft ist, dürfte das wohl eine der einsamsten Autobahnen der Republik sein.

 

 

Was zum Schluss zu sagen bleibt?

Wohl dass auch die dritte Urlaubs-Saison mit dem Perlblauen ein Genuss war und die Erkenntnis immer weiter verfestigt, dass man mit einem 25 Jahre alten Youngtimer zuverlässiger, entspannter und nicht selten auch hübscher unterwegs ist, als mit einem jungeren Wagen.

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17.05.2018 20:14    |    wollvo22    |    Kommentare (4)    |   Stichworte: 190, 190E, 924, Babybenz, Klassiker, Mercedes-Benz, W123, W126, W201

Das neue Jahr brachte für mich eine berufliche Veränderung / Verbesserung, die zur Folge hatte, dass ich umgezogen bin: vom Rande des Thüringer Waldes ging es wieder zurück an die Elbe. Gleichzeitig musste ich aufgrund des Umzuges meine 924er Pläne ersteinmal auf Eis legen. Zu groß ist aktuell noch die Lücke, die doppelte Miete und die übrigen Umzugskosten hinterlassen haben. Auch wenn ich weiß, dass der 924 mitnichten billiger wird, werde ich wohl dieses Jahr nochmal etwas ansparen, um mich im Herbst/Winter erneut auf die Suche zu begeben.

 

Frühlingsfrische

 

Mittlerweile hat "die Saison" 2018 ja längst begonnen und nachdem es am Karfreitag, kurz nach Wechsel auf Sommerpneus noch einmal geschneit hat, ist das Schiebedach nun bei nahezu jeder Fahrt wieder offen.

 

Mein Innenraum habe ich gründlich gereinigt und Anfang der Woche bekam der Perlblaue eine umfassende Lackaufbereitung. Als ich ihn vom Aufbereiter abgeholt habe, sah er in der Halle quasi wie ein Neuwagen aus.

1 - Werksauslieferungszustand beim Aufbereiter1 - Werksauslieferungszustand beim Aufbereiter

Wer im Raum Magdeburg wohnt, dem kann ich die Fahrzeugaufbereitung Heuer nur empfehlen: Vorab wurde sich der Wagen und die kritischen Stellen sehr genau angesehen. Der Aufbereiter selbst hat ebenfalls ein Faible für Young- und Oldtimer und hat sich bei meinem W201 sichtlich ins Zeug gelegt. Der Preis war zudem fair, hier hat man mir nicht die teuerste Versiegelung aufgeschwatzt, weil im Vorgespräch klar war, dass der Wagen den großen Teil seiner Zeit in einer Tiefgarage steht und den Witterungseinflüssen weniger stark ausgesetzt ist als ein Laternenparker.

 

2 - Wieder in der Tiefgarage2 - Wieder in der Tiefgarage

Da sich jedoch bereits ein Gewitter ankündigte, beeilte ich mich mit der Heimfahrt vom Aufbereiter in die eben genannte heimische Garage - und stand prompt im städtischen Feierabendverkehr. Jedoch mit einem breiten Grinsen, da der Benz gestrahlt hat wie frischt aus den Werkshallen in Sindelfingen gerollt.

 

 

 

Die Nachbarschaft

 

Nebenbei bemerkt ist der Perlblaue wieder in sehr guter Nachbarschaft: Im selben Stadtteil finden sich ein hellblauer 260 SE (W126) und ein ebenfalls hellblaues T-Modell der W123 Baureihe. Leider parken die beiden nicht immer zusammen und ich habe es noch nicht geschafft, einen Hattrick zu machen und sie mit meinem W201 auf ein Bild zu bekommen. :D

 

3 - Himmelblaue Nachbarschaft3 - Himmelblaue Nachbarschaft

 

Zudem macht der W126 auch einen ziemlich lädierten Eindruck, wenn man sich ihn aus der Nähe ansieht. Hier scheint es sich wohl eher um ein Arbeitstier zu handeln, das am Laufen gehalten aber nicht unbedingt gepflegt wird. Der W123 hingegen sieht zum Anbeißen aus: Metallic-Lack und Leder im Innenraum - alles mit etwas Patina versehen.

 

 

 

 

 

Sommerpläne

 

Im sich ankündigen Sommer sind auch wieder größere Urlaubsfahrten geplant. Anfang Juli wird es für eine Woche erneut nach Österreich in die Alpen gehen und quasi gleich im Anschluss für ein paar Tage nach Schleswig-Holstein an die Ostsee. Wir freuen uns schon sehr darauf wieder mal länger mit dem Benz on the road zu sein.

 

Mittlerweile bastle ich auch schon wieder an diversen Playlists für den USB-Anschluss in meinem Nachrüstradio. Das Pioneer-Teil ist zwar nicht ganz so hässlich wie viele andere, aber mir immer noch ein Dorn im Innenraum. Leider habe ich bisher noch einen Ersatz gefunden, der ähnlich multimediafähig ist und mir kein Loch ins Porte­mon­naie reißt - Stichwort Becker Mexico. Für sachdienliche Hinweise eurerseits wäre ich echt dankbar!

 

Bleibt zum Abschluss nur noch eine Frage:

Welche Touren habt ihr diesen Sommer mit euren Schätzen geplant?

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01.04.2018 11:30    |    wollvo22    |    Kommentare (1)    |   Stichworte: 190er, Mercedes, W201

In der vergangenen Woche ging es für den Perlblauen und mich zurück an die Elbe. Zusammen mit einem Sprinter als temporären Companion haben wir den Umzugstress gut überstanden. Angeschlossen an meine neue Bleibe gab es einen Tiefgaragenstellplatz gleich unter dem Wohnkomplex für den Benz dazu.

 

Einmal komplett, bitte.Einmal komplett, bitte.

Die Osterfeiertage ging es wie gewohnt zu den Eltern und ich habe die Zeit genutzt, um den kleinen mal wieder ordentlich zu putzen und gleich die Reifen zu wechseln; von O bis O halt. Außerdem stehen ihm die Gullideckelfelgen einfach besser.

Karfreitag bot dazu passendes Wetter, so dass ich am darauffolgenden Samstag gleich eine kleine Tour in den Harz unternehmen wollte.

 

"That's not gone well.""That's not gone well."

Doch der Morgen sah dann eher nach Weihnachten als nach Frühling aus - auf dem Auto lag eine ordentliche Schneedecke. So blieb der Benz wo er war und die Tour zum Osterfeuer wurde mit einem noch wintertauglichen Passat unternommen.

Für die nächsten Tage hat sich zum Glück besseres Wetter angekündigt. Dann wird also die Heimfahrt zurück an die Elbe die erste Tour im Frühlingsdress.

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14.02.2018 16:33    |    wollvo22    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: 190, 190E, 190er, Garage, Mercedes, Mercedes-Benz, Nachbarschaft, Stellplatz, W201

Heute gibt es mal wieder eine kleine Rückschau von mir und dem Perlblauen.

 

Als ich den 190er neu hatte, stand er die erste Zeit bei Wind und Wetter draußen auf der Straße. Nach einem Umzug einige Monate später nutzte ich die Gelegenheit und ging auf die Suche nach einem geeigneten Stellplatz. In der Erfurter Innenstadt waren und sind diese heute noch vielmehr Mangelware. Auf ebay Kleinanzeigen stieß ich dann im Herbst 2016 auf eine kleine Announce für einen Stellplatz unweit von meiner Wohnung.

 

Die Besichtigung ergab, dass es sich dabei um einen Volltreffer handelte: Mehrfamilienhaus, abschließbarer PKW-Fahrstuhl, Rampen-System der Stellplätze und gut belüftet. Alles für 40 EUR im Monat. Als ich mich mit dem Besitzer am Objekt traf, fuhr ich in meinem W201 und er in seinem W211 vor - wir waren uns gleich sympathisch.

 

Seitdem steht der W201, wenn er nicht gefahren wird - was die meiste Zeit der Fall ist - dort sicher und in bester Nachbarschaft: einen Platz weiter hat ein seltener E30 318is in Daytona Violett Quartier bezogen.

 

Auch sonst parke ich den Perlblauen gern mal in guter Gesellschaft wie die kleine Galerie zeigt.

Nicht selten ergeben sich auch in temporärer Nachbarschaft - vorzugsweise an Zapfsäulen oder Waschboxen - nette Gespräche.

Mein 190er kann dabei immer mit seinem Innenraum punkten. Vergangenen Sommer hat ein R129-Liebhaber das Karomuster mit einem breiten Lächeln bedacht. Er selbst fuhr einem BMW Fünfer der vorletzten Baureihe (E61). Eigentlich sammelt er Mercedes, der 5er wäre bloß für den Alltag, zum "Runterrocken" da. :D Vor ein zwei Wochen habe ich an gleicher Stelle einen Audi Schrauber und seinen A4 (B5) getroffen, der die Reparaturfreundlichkeit der "alten Kisten" gelobt hat.

 

Die Gespräche und Begegnungen sind also vielfältig. Eins bleibt jedoch immer gleich: Als W201-Fahrer grüßt man sich unterwegs mit einem Zwickern der Scheinwerfer und dem Daumen nach oben.

 

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