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wollvo22

Belangloses von unserem perlblauen Babybenz und achatgrauen Audi.

14.01.2022 11:47    |    wollvo22    |    Kommentare (7)    |   Stichworte: 1.8, 190E, 190er, A4, A4B5, Auto, Mercedes-Benz, Youngtimer

Vor kurzem hat der digitale Kilometerzähler in unserer neusten Anschaffung die 180.000 km überschritten. Wir haben ihn jetzt gut fünf Monate und sind so schon mehr als 6.000 km gefahren. Den ganz überwiegenden Teil davon hat meine Freudin zurückgelegt - kein Wunder, ist ja auch ihr Auto. Sie ist also mehr zwischen Weimar und Magdeburg gependelt, so dass mein/unser 190er entsprechend die meiste Zeit in der Garage stand, so wie dies auch angedacht war, schließlich wird er in diesem Jahr 30 Jahre alt. Zudem wird die Pendelei ab Februar wegfallen, da auch ich dann nach Weimar ziehen werde.

 

 

Zeit also, ein erstes Zwischenfazit zu ziehen!

 

Erste Eindrücke im Alltag

In den zurückliegenden Monaten hat uns der A4 keine Probleme gemacht. Meine Freundin hat ihn vor allem Überland und auf der Autobahn bewegt. Mit ihren Schwestern stand alsbald nach der Anschaffung auch eine Tour nach Prag an, die er ebenfalls ohne Probleme bewältigt hat.

In der letzten Woche konnte ich ihn dann auch selbst auf längerer Strecke bewegen, weil der Mercedes zur Inspektion in der Werkstatt war und ich muss zugeben, dass ich mich mehr mit ihm anfreunden konnte, als ich zunächst dachte. Klar, rein optisch macht er weniger her als der alte Benz. Doch auch ich kann nicht abstreiten, dass mindestens eine ganze Auto-Generation zwischen den beiden Fahrzeugen liegt. Der A4 fährt sich bequemer, die Lenkung ist direkter und gibt eine spührbare Rückmeldung - etwas was ich in dem Maße vom 190er nicht wirklich kenne. :D

 

Innenraum

Der Innenraum fühlt sich auch nach nunmehr fast 22 Jahren Nutzung sehr wertig an und auch die Stellen mit dem bekannten VAG Softlack sind nicht allzu in Mitleidenschaft gezogen. Da ich als andere Vergleichsgröße von Fahrzeugen, die ich regelmäßig bewege, noch unsere beiden Golf 6 Variant Dienstwagen Baujahr 2012 habe, kann ich zudem sagen, dass die Qualitätanmutung des A4 auf dem gleichen Niveau liegt wie beim 13 Jahre jüngeren Gölfen. Lediglich die Sitze im A4 sind genau wie jene im Golf nach meinem Empfinden zu straff und auf längeren Fahrten für mich zu unkomfortabel: Kann ich auf dem Gestühl im 190er locker 800 km verbringen, so bin ich nach 200 km zwischen Magdeburg und Weimar im A4 schon dankbar, dass ich nicht mehr länger Fahren muss. Dabei sind die Einstellungsmöglichkeiten im Mercedes rudimentär und das Lenkrad im Audi lässt sich in alle Dimensionen bewegen.

 

Hingegen ist die zweite Reihe deutlich geräumiger und komfortabler als im Benz. Für die umklappbare Rückbank bin ich im aktuellen Teil-Umzug auch sehr dankbar, da hier echt viel rein geht (Wobei ein Avant der Baureihe natürlich noch besser gewesen wäre, aber den gab es leider zur Zeit unserer Suche nicht wirklich in geografischer Reichweite).

Die Ausstattung empfinde ich als nicht wirklich veraltet: Klimaautomatik, Sitzheizung, Parkpiepser hinten und Automatik machen das Fahren sehr angenehm. All das hat der Benz nicht und auch die beiden Gölfe haben nicht mehr an Bord.

 

Antrieb und Verbrauch

Der turbolose 1.8er an sich ist wahrlich keine Rennmaschine und bewegt sich gefühlt auf einem ähnlichen Niveau wie der alte 2.0 im 190er, wobei dieser aufgrund von weniger Gewicht und mehr Hubraum etwas spritzger ist. Für unseren Alltag uns unser Fahrprofil passt er jedenfalls.

 

Erfreut bin ich auch über den Verbrauch in Verbindung mit der alten 4-Gang-Automatik. Hier hatte ich zunächst Bedenken, dass wir uns nahe der 10 Liter auf 100 km bewegen - manche Kommentare und der Spritmonitor lässt dies ja bei den 5-Ventilern vermuten. Mit unserem Fahrprofil (ca. 80% Überland / Autobahn, 120 - 130 km/h maximal und 20 % Stadt) und der nicht mehr ganz frischen Ganzjahresbereifung, die momentan aufgezogen ist, hatte ich bisher jedoch nie eine 9 vor dem Komma. Erst gestern habe ich ihn wieder getankt und hatte einen Verbrauch von 36 Liter auf 444 Kilometer, was 8,1 Liter auf 100 km entspricht. Der 190er verbraucht mit seinem älteren Motor, etwas mehr Hubraum, 5-Gang-Handschaltung und mit weniger Ausstattung / Gewicht in etwa genau so viel.

Da der Wagen zukünftig innerstädtisch kaum noch bewegt werden wird (macht im kleinen Weimar keinen Sinn) und auch die monatliche Laufleistung aufgrund des Wegfallens der Pendelei sinken wird, bin ich damit sehr zufrieden. Auch weil ich vor kurzem einen Test zum neuen Renault Kangoo 1.3 TCe mit 102 PS (ja, der Vergleich mit dem A4 hinkt etwas...) gelesen habe, der in der Realität auf einen ähnlichen Verbrauch von 8,2 Liter kam. Da stellte sich bei mir schon die Frage, ob neue Autos (auch hinsichtlich der Mehrausstattung) im realen Fahrbetrieb in den letzten 20 Jahren wirklich sparsamer geworden sind. Aber hier bin ich ja eh mit meiner Präferenz von Autos vor den 2000er Jahren sichtlich voreingenommen und das soll hier auch nicht wirklich Thema sein.

 

Zwischenfazit

Wir sind bisher rundrum zufrieden mit unserem grauen Earl. Und dabei soll nicht vergessen werden, dass er uns in der Anschaffung 1.500€ gekostet hat. So hoffen wir, dass er uns mit entsprechender Pflege zukünftigt weiterhin so gute Dienste erweisen wird. Ich halte euch jedenfalls weiter auf dem Laufenden. :)

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23.08.2021 13:20    |    wollvo22    |    Kommentare (24)    |   Stichworte: A4, Audi, B5/8D

Normalerweise schreibe ich hier in den Sommermonaten über unseren Urlaub mit dem Perlblauen, berichte von unseren Fahrten nach Polen, Koratien oder (meine Lieblingsdestination) die Alpen. Doch weil wir unseren Urlaub immer zu Weihnachten buchen und im letzten Jahr gänzlich unklar war, ob man überhaupt ins Ausland fahren kann, sind wir damals auf Nummer sicher gegangen und haben eine Woche Sächische Schweiz gebucht. Dementsprechend gibt es nichts wirklich Erwähnenswertes von der dreistündigen Hin- bzw. Rückfahrt zu berichten.

 

Damit ihr hier aber trotzdem etwas interessantes zu lesen bekommt, möchte an dieser Stelle einen Faden aufnehmen, der seit November 2019 hier lose im Blog lag.

 

Wunschvorstellungen - Die Vorgeschichte

 

Im Spätsommer 2019 waren meine Freundin und ich intensiv auf der Suche nach einem zweiten Auto. Sie hatte gerade begonnen, den deutschen Führerschein zu machen und beim Perlblauen rückte der 30. Geburtstag immer näher.

Einsprechend meiner Präferenz den bisher sehr komfortablen Fuhrpark durch etwas Sportliches zu erweitern, war dies schon der zweite Anlauf. Ganz zu Anfang, zum Jahresbeginn 2018 war ich noch auf der Suche nach einem 924, der mir aber preislich immer mehr in Sphären entschwand, die mir den Rahmen sprengten. Also wurden MX-5, Barchetta und 306 Cabrio anvisiert. Hier kann ich schon vorwegnehmen, dass wir davon letztlich keinen wirklich gefahren sind...

 

Die Odysse - Wie es weiterging

 

Da meine Freundin den Wagen hauptsächlich bewegen soll, ihr es aber ohne Führerschein nicht wirklich möglich war, die Wagen probezufahren, blieb es zunächst bei der digitalen Suche und einer wie sich herausstellen sollte sehr langfristigen Marktbeobachtung.

Als dann im Frühjahr 2020 die Pandemie ausbrach, die Fahrschulen bis auf weiteres den Betrieb einstellten, gab es eine weitere Verzögerung. Von der Fahrschule in Weimar wechselte sie dann zu mir nach Magdeburg, um dort unter den neuen Bedingungen die Praxisstunden fortzusetzen. Dann kam ein zweiter Lockdown, ein Jobangebot der TU Dresden, der Wechsel dorthin, ein dritter Lockdown und im Frühling diesen Jahres die Erkenntnis, dass fast schon zwei Jahre seit Beginn der Ausbildung vergangen waren. Überschreitet man die zwei Jahre, muss man die theoretische Prüfung nocheinmal ablegen. Dies wollten wir natürlich vermeiden und gingen auf eine intensive kurzfristige Suche nach einer Fahrschule in Dresden, die noch freie Kapazitäten hatte. Obwohl alle quasi überbucht waren, fanden wir jedoch Uwe's Fahrschule, die sie aufnahm und innerhalb von einem Monat erfolgreich durch die praktische Prüfung brachte. Besonderes Schmankerl dabei: Nachdem Sie ihre Schaltkompentez für die Führerscheinklasse B nachgewiesen hatte, ging es fortan mit einem ID.3 weiter. Nicht mein Ding, aber sie fand es super.

 

Die anschließende Umstellung auf unseren Perlblauen, muss sich für sie dann jedoch angefühlt haben wie eine Reise ins Mittelalter. Auf unserem besagten Sommerurlaub in der Sächsichen Schweiz wechselten wir uns auch ab, aber es war abzusehen, dass wir realtiv zeitnah einen zweiten Wagen brauchten: Weil sie an "meinem" Mercedes nichts kaputt machen wollte und sie mittlerweile wieder zurück in Weimar ist und dort arbeitet.

 

Schon vorher hatten wir sporadisch weitere Wagen alternativ zu den Oben-Ohne-Varianten ins Auge gefasst, weil zwei Sitze dann doch zu wenig waren. Dabei ging es munter durch alle Fahrzeugklassen: Mercedes C-Klasse T-Modell, Rover 75, Mini Clubman, BMW 3er, etc. Mit dabei sollte immer eine Klimaanlage und eine Automatik sein.

 

Ich suchte also Abends von der Couch fleißig im Netz und schickte ihr Angebote. Grenzte die Suchradien auf die Umgebung von Weimar und Magdeburg ein. Anfang der letzten Woche machte ich dann den ersten Termin zur Probefahrt aus. Mehr als Orientierungspunkt geplant, von dem aus wir dann weitersuchen, vergleichen und das beste Angebot heraussuchen würden.

Letzten Freitag saß ich dann mit Fahrzeugschein und -biref in der Zulassungsstelle... :D

 

Höchst zufrieden mit grauem Stufenheck

 

Hier darf ich ihn nun offiziell Vorstellen: Unseren Audi A4 B5 1.8 Automatik, 2. Hand, 174.000 km, Checkheft immer bei Audi, Climatronic, Sitzheizung und innen wie außen grau, HU/AU bis August 2023 für 1.500 € - wir finden's super. :D

 

Ganz ehrlich: Hätte man mir ganz zu Anfang der Suche, im Februar 2018 gesagt, dass ich die damals begonne Suche zweieinhalb Jahre später zufrieden (!) mit einem grauen Audi abschließe, hätte ich gesagt, dass das nur ein Fehler sein kann.

 

Wie kam es dazu?

Besagter Verkäufer ist Angestellter eines großen markenübergreifenden Autohauses im Norden von Magdeburg. Sein Sohn und seine zukünftige Schwiegertochter hatten genau eine Woche bevor ich den A4 zugelassen habe, einen Neuwagen im Autohaus übernommen und den A4 bei ihm gelassen, weil er diesen über das Autohaus nur zu einer sehr geringen Ablöse hätte in Zahlung nehmen konnte und zudem der Meinung war, das er nicht gen Osten verschwinden, sondern hier jemand glücklichen machen sollte.

 

Wir waren also am Donnerstagabend kurz vor Feierabend dort und haben uns spontan super verstanden - "Klasse, ein 190er! Tolles Teil. Ich hatte bis vor kurzem einen Dodge RAM...." - den Wagen von Außen, Innen und Unten auf der Hebebühne ganz genau ansehen können, meine Freundin ist Probegefahren und anschließend haben wir uns über Gott und die Welt unterhalten. Der Verkäufer hat uns ehrlich gesagt, was die (kosmetischen) Schwachstellen sind, und was wahrscheinlich zur nächsten Hauptuntersuchung gemacht werden müsste. Obwohl er es Anfangs gar nicht vor hatte, hat er kurz vor unserer Besichtigung aufgrund der netten Kommunikation (korrekte Interpunktion, höfliche Anreden, kein "Was letzte Preis?") doch nocheinmal einen TÜV-Prüfer den Wagen begutachten lassen. Nachdem ein Spurstangenkopf erneuert wurde, gabs eine frische Plakete - lediglich der ölfeuchte Motor wurde angemerkt. Aber ganz ehrlich, welcher 22 Jahre alter Motor schwitzt nicht?

Vor Ort haben wir dann noch den Kaufvertrag unterschrieben, den Kaufpreis von 1.500 € bezahlt (das ist die Hälfte von dem, was ich 2016 für meinen W201 mit mehr Laufleistung und deutlich weniger Ausstattung bezahlt habe) und sind zufrieden nach Hause gefahren.

Keine 24 Stunden später standen wir dann wieder auf dem Hof und haben den Wagen abgeholt. Als Abschluss gabs noch ein kleines Video für den Sohn, dass der A4 in gute Hände gekommen ist und die Bitte, von der nächsten Sommertour ein Bild zu schicken.

 

 

Am Samstag durfte ich mich dann auch mal hinter das Steuer setzen und war beeindruckt, vom der Solidität die der Wagen vermittelt.

Klar ist uns bewusst, dass es in Zukunft die ein oder andere Reparatur geben wird, aber unser eigentliches Budget lag deutlich über dem Kaufpreis, so dass genug Puffer da ist.

 

Und so kommt es, dass ich mit dem Ergebnis der langjährigen Suche, einem grauen Audi, rundrum zufrieden bin und mich auf die Fahrten als Beifahrer freue!

 

Mein Favorit bleibt natürlich der Babybenz. Der wird aber zukünftig in den kalten Monaten geschont und darf sich nun seinen Alter entsprechenden Aufgaben widmen - wie an diesem Samstag der Teilnahme an der ADAC Youngtimer-Rallye in Frankfurt.

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07.12.2020 15:45    |    wollvo22    |    Kommentare (33)

OM 662 (Quelle: Wikipedia)OM 662 (Quelle: Wikipedia)

Seit geraumer Zeit sind wir nun schon in der Findungsphase, welcher Zweitwagen (bzw. Erstwagen, da er den Perlblauen etwas entlasten soll) es im kommenden Jahr werden soll.

 

Irgendwo zwischendrin in diesem Prozess richtete sich mein Fokus auf die Motoren an sich. Klar, wir reden häufig von ingenieurtechnischen Sahneschnitten wie dem M102 mit Cosworth Zylinderkopf, 2JZ Hochleistungsmaschinen oder - auf modernere Jahrgänge bezogen - Motoren zwei- oder vierfacher Aufladung. Doch wenn wir ehrlich sind, fährt die Masse auch mit Massenmotoren. Zweiliter-Motoren die ihre Kilometer abspulen, wenig Aufsehen machen und keine größeren Emotionen wecken - wie im Fall von meinem W201.

 

Mich würde interessierten, welche Motoren euch dazu einfallen - also alles zwischen 2.0 Liter Benzinern, angeblichen unkaputtbaren 1.9 TDI's oder VTEC-Kilometerfressern. Einziges Kriterium wäre dabei eine "unaufgeregte Zuverlässigkeit" - quasi das Gegenteil von 1.4 TSI Steuerkettenzerstörern. :D

 

Ich freue mich auf eure Vorschläge/Beipiele/etc.!

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25.08.2020 15:44    |    wollvo22    |    Kommentare (26)    |   Stichworte: 190E, 190er, Mercedes, Mercedes-Benz Museum, Perlblauen, Rückblick, W201

Kontinuitäten

 

Kontinuitäten haben dieser Tage fast schon Seltenheitswert. 2020 hat das Leben gemeinschaftlich ziemlich durcheinander gewirbelt. Das ist mir zuletzt unter der Überschrift Mobilität aufgefallen, als ich einen unserer beiden Dienstwagen in der letzten Woche aus der Tiefgarage geholt habe, um zu einem Termin zu fahren. Der gute Golf ist laut Fahrtenbuch das letzte Mal im April bewegt worden, als er auf Sommerreifen gewechselt wurde, einen neuen Service und HU/AU bekommen hat.

 

Unser Perlblauer wurde in den zurückliegenden Monaten auch weniger bewegt, was jedoch nicht an den öffentlichen Einschränkungen lag, sondern der Verlagerung des Wohnsitzes meiner Freundin von Weimar zu mir nach Magdeburg. Damit entfällt nun das regelmäßige Pendeln am Wochenende auf der Strecke Magdeburg - Weimar - Magdeburg. Das hat der Babybenz zwar die letzten zwei Jahre ohne Aus- oder Unfälle stets treu bewältigt, doch mit dem immer nährerrückenden Datum, welches das 30. Jubiläum der Erstzulassung markiert, wollen wir den Benz etwas schonen. Die Anschaffung eines Alltagswagens für meine Freundin, der zum Pendeln zur Arbeit oder für die täglichen Besorgungen genutzt wird, ist unlängst geplant.

Dem "Alltagsklassiker" W201 kommen dann neue Aufgaben zu, die mehr in Richtung "Klassiker" als "Alltag" gehen. Geplant war in diesem Jahr das erste Mal die Teilnahme an einer Youngtimerrallye des ADAC Hessen in und um Frankfurt, die wir aufgrund einer Erkrankung in der Famlie leider absagen mussten.

Das H-Kennzeichen werde ich wohl auslassen, einerseits weil es steuerlich eine Verschlechterung darstellen würde, andererseits weil ich an meinem Kennzeichen aus Weimar hänge, welches einem "MD" (für Magdeburg) weichen müsste. Zu viele sich spontan ergebene Gespräche hatte ich an Tankstellen, Parkplätzen oder in Staus auf der Autobahn, die nach folgendem Schema abliefen: "Schöner 190er...und noch aus Weimar!". Insofern bleibt der moderne Klassiker jener kleinen Stadt treu, die wie kaum eine andere Klassik und Moderne in sich vereint.

 

Weil all dies noch in der Zukunft liegt, haben wir den Benz auch in diesem Jahr wieder als Urlaubsreisemobil verpflichtet. Mit Blick auf die Sommer der letzten Jahre lassen sich einige Parallelen ausmachen: Es ging wieder nach Süden gen Alpen, der Benz war wieder zuverlässig und genügsam...und die fehlende Klimaanlage wurde wieder moniert. Ebenso was die Destination(en) der Reise anging, bewegten wir uns auf bekannten Terrain.

 

Wieder in der Wiege des Automobils

 

Da wir in diesem Jahr zwei Wochen Urlaub gebucht hatten und die erste Woche im Montafon verbrachten, ging die Anreise über Stuttgart mit Station bei meinem Bruder und natürlich dem obligatorischen Besuch im Mercedes-Museum. Ich freute mich auf all die Klassiker, meine Freundin über die Architektur und das Ausstellungsdesign.

 

 

Im Gegensatz zu vor drei Jahren, als ich das erste Mal dort war, hat sich nicht allzu viel verändert. Das stellt jedoch keinen Nachteil dar. Lediglich die Sonderausstellung zur G-Klasse war neu und nicht minder interessant als das restliche Museum. Kurzum: Wer noch nicht dar war - es lohnt sich. Und wer schon da war - es lohnt sich immer wieder. Als Mitglied in einem der zahlreichen Mercedes-Clubs bekommt man zudem freien Eintritt.

 

 

Die Fahrt mit dem Benz lief gewohnt entspannt. Auf der Fahrt nach Stuttgart flossen 6,7 Liter pro 100 km durch die KE-Jetronic. Ein Missgeschick beim Tanken, welches mir erst später auffiel, erweiterte auf der Fahrt ins Montafon meinen Horizont: Beschwingt vom tollen Verbrauch war ich während der Fahrt auf der Autobahn mit einem kurzen Stau und etwas Stop-and-Go um den Bodensee herum ziemlich irritiert, als die Tanknadel sich sichtlich schneller bewegte, als ich es bis dato gewohnt war - gerade weil das Fahrprofil kaum von jenen zwei Tage zuvor abwich. Die Auflösung gab es dann in unserer Pension in Tschagguns, als ich mir die Tankquittung aus Stuttgart näher ansah: Statt Super E5 hatte ich E10 getankt. Bis dato hätte ich es nicht für möglich gehalten, aber der dann ermittelte Verbrauch beim nächsten Mal Volltanken (E5 natürlich mit dreimal an der Säule nachgucken, ob ich auch den richtigen Einfüllstutzen gewählt hatte :) ), zeigte fast 8,5 Liter auf 100 km - nahezu 2 Liter mehr als zuvor.

 

 

Mein Mechaniker hat mir mal gesagt, dass Benziner ziemliche Mimosen sein können, wenn es um Spritqualität geht und dies scheint auf meinen M 102 wohl zuzutreffen. Befüllt mit der gewohnten Spritqualität und dem entspannten Fahren bei 120 km/h auf den österreichsichen Autobahnen stand dann schnell wieder eine 6 vor dem Komma und auch nach der Ankunft in der Heimat, waren es 6,9 Liter für 3 Personen mit Urlaubsgepäck.

 

Auf der Silvretta

 

Da dies hier ja kein Reiseerfahrungsblog ist, klammere ich umfassende Beschreibungen unserer Wanderungen mal aus. Nur so viel: das Montafon ist klein und pitoresk. Es gibt zahlreiche schöne Täler die von hohen Gebirgszügen getrennt werden, malerische Wanderwege und Panoramas sowie stets und überall freundliche Gastgeber.

 

 

Einen kurzen Abstecher nach Vaduz, Liechtenstein, das quasi um die Ecke liegt, gab es auch - inklusive des Remakes eines Foto mit Benz anno 2017.

 

Ebenso stand die Silvretta-Hochalpenstraße wieder auf dem Plan. Eintausend Höhenmeter von der Maustelle Paternen bis zur Passhöhe Bielerhöhe mit 34 Kurven auf 22,3 Kilometern Länge- ein Traum! Obgleich wir keinen MX-5 oder 911er die Passstraße hinaus pilotiert haben, lies uns jede Kehre mehr lächeln. Jedenfalls bis wir hinter einem Bus aus Tschechien mit drei Achsen und einer Druchschnittgeschwindigkeit von irgendwas um die 30 km/h hingen. Wir ägerten uns nicht lange, fuhren an die Seite und nutzen die Gelegenheit für eine kurze (Foto-)Pause.

 

Herunter ging es dann, nachdem wir nocheinmal zu Fuß etwas mehr als 700 Höhenmeter hinter uns gebracht hatten und den Gletscher am Vermunt-Pass (Grenze Österreich-Schweiz) bestaunt hatten, auf dem selben Weg. Doch wie beim Bergsteigen macht es mehr Spaß rauf als runter, jeder Höhenmeter weniger geht auf die Füße bzw. Bremsen. :)

 

Leben mit dem Limit

 

Weiter ging es am Sonntag quer durch Österreich und einem kurzen Schlenker durch Bayern in die Steiermark. Dort verbachten wir mit der Schwester meiner Freundin und der Familie meines Bruders eine weitere Alpenwoche. Ebenso wie die Jahre zuvor machen mich die Autobahnen außerhalb Deutschlands zu einem Fan einer Maximalgeschindigkeit. Bei 120/130 ist es einfach so entspannt und gleichzeitig schnell, wie es sich dort reisen lässt. Besonders deutlich wurde dies, als wir zur Reise nach Linz, um dort die Schwester meiner Freundin abzuholen, kurz durch Deutschland gefahren sind und gleich hinter der Grenze der PS-Krieg ausgebrochen ist. Fairerweise muss man sagen, dass dort unabhängig der Nationalität kräfig Kraftstoff durch die Brennräume fließt. Ebenso bemerkenswert ist, wenn man dann den Schlagbaum nach Österreich passiert und sich alles innerhalb weniger hundert Autobahnmeter entspannt.

 

Das unser Benz dabei auch durchaus von Hubraum- und PS-starken Boliden Anklang findet hat eine Begegung in einer Baustelle kurz vor der Grenze Österreich-Deutschland deutlich gemacht: Neben uns fuhr ein Jaguar F-Type mit V8 Moto und Berliner Kennzeichen, dessen Fahrer uns bedeutete das Fenster runter zu krubeln und dann feststelle, "was für einen gleilen 190er" wir da haben. :D

 

 

Die Woche in der Steiermark nutzen wir den Benz dann für eine kleine Offroad Etappe und Tagestouren. Denn anders als im Vorjahr, gab es bei meinem Bruder nicht mehr die Möglichkeit im klimatisierten Sharan mitzufahren. Dieser wurde durch einen Peugeot Rifter mit langen Radstand ersetzt, der nun keine sieben Sitze mehr hat und zudem einen weiteren Kindersitz beherbergt.

 

Nachlese und Nachlackierung

 

Es gibt also nicht wirklich neues zu berichten. Aber die eingangs erwähnte Kontinuität ist ja dieser Tage eine willkommene Abwechslung.

 

Was den Perlblauen betrifft, gab es nach dem Urlaub eine kleine Frischzellenkur. Lange schon - also ehrlich gesagt schon seit dem Kauf - gab es eine Roststelle auf dem Dach auf der Fahrerseite am Schiebedach. Die hatte ich kurz nach dem Erwerb des Perlblauen mit meinem Vater eher amateurhaft "repariert", doch nach fünf Jahren drückte der Rost wieder am Gummi des Schiebedachrahmens und zusammen mit einer Roststelle an der C-Säule Fahrerseite sowie eines Parkremplers hinten links, entschloss ich mich, nachdem ich im letzten Jahr schon die Beifahrerseite habe teillackieren lassen, dies nun auch der Fahrerseite zukommen zu lassen. Ferner gab es am Kühler ein kleines Leck und die Umlenkstange der Lenkung an der Beifahrerseite hatte zuviel Spiel und klapperte fleißig auf unebener Fahrbahn.

Das hat zwar wieder eine Stange Geld gekostet, doch die finale Summe lag deutlich unter dem, was wir eingangs kalkuliert hatten (ja, auch das scheint es noch zu geben) und so steht der Perlblaue jetzt aufgefrischt und trocken unten in der Tiefgarage und wartet auf die nächste Ausfahrt. Die wird wohl ganz unspektakulär der Wochenendeinkauf oder ein Kurzbesuch bei den Eltern sein. Aber auch hier gilt: Kontinuitäten sind willkommen. :D

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15.01.2020 10:55    |    wollvo22    |    Kommentare (19)    |   Stichworte: 190er, Mercedes, W201

Das letzte Jahr war mittlerweile schon das fünfte mit dem Perlblauen. Bis auf einen ungeplanten (kosmetischen) Werkstattaufenthalt gab es technisch nichts wirklich gravierendes zu berichten. Trotzdem war es das bisher kostenintensivste Jahr. Zeit also, um eine kleine Rückschau finanzieller Natur auf 2019 zu unternehmen.

 

Teure Kosmetik

 

Im Februar war mir im Dunkeln auf einem Parkplatz ein weißer Transporter oder SUV in die rechte Seite gefahren, was ich erst später in der heimischen Tiefgarage bemerkt habe. Das Ganze hat mich nicht nur sehr geärgert, sondern war auch die bisher teuerste Reparatur am Benz und auch der Grund dafür, weshalb 2019 so viel Geld in die Erhaltung floss. Da ab Beifahrertür alles neu lackiert, ausgebessert und neue gebrauchte Sacco-Bretter besorgt werden mussten, lag die Rechnung hier für bei gut 1.600 Euro.

 

Asymmetrisches Gummi

 

Beim Wechseln von Winter- auf Sommerbereifung im April auf dem elterlichen Grundstück und dem eher versehentlichen Tausch der Achsen (Vorn nach Hinten und umgekehrt) fiel mir bei der Probefahrt auf, dass in Rechtskurven sich eine deutliche Unwucht vorne rechts bemerkbar machte. Nachdem ich die Achsen wieder getauscht hatte, lief es wieder.

Trotzdem war ich verunsichert und suchte nach meiner Rückkehr meine Werkstatt auf. Dabei wurde schnell klar: Spur war in Ordnung und die Aufhängung ebenfalls.

Die eigentliche Grund: Die Sommerreifen hatten ein asymmetrisches Profil, was bei weniger modernen Aufhängungen wir der meines W201 dazu führt, dass die Reifen unregelmäßig abgefahren werden. Ein Tasten über die Laufflächen machte dies deutlich spührbar. Als ich mir 2016 die Gullideckelfelgen gekauft hatte und meine Werkstatt in Erfurt diese nebst neuer Pneus aufzog, hatte man davon wohl schlichtweg keine Ahnung und so wurden neue Reifen fällig. Kostenpunkt: 350 Euro.

 

Neue alte Kardanwelle

 

Da ich 2019 ja eh schon in Geberlaune war und mich die knarzende Kardanwelle auf unserer Tour nach Koratien, die ohne Probleme verlief (meine Freundin würde jetzt sagen, dass die fehlende Klimaanlage ein Problem war, aber was nicht da ist, kann nicht kaputt gehen...), entschied ich mich nach Ersatz für die Kardanwelle Ausschau zu halten. Bei der HU/AU im März hatte ich das schonmal angesprochen. Technisch gab es nichts auszusetzen, aber wenn mir eine Kardanwelle über den Weg liefe, solle ich mal zuschlagen.

Also hab ich mich an Oliver Stork in der Rödermark gewandt. Wie es der Zufall wollte, hatte er gerade einen W201 mit meiner Motor-Getriebe-Kombination geschlachtet. Für einen Hunderter gab's die Welle. In der Werkstatt wurde diese überarbeitet und eingebaut. Was jedoch leichter geschrieben ist, als es tatsächlich war. Das Problem war, dass der Lochkreis des hinteren Teils der Kardanwelle nicht zu dem Lochkreis des Differnzials passte. Kurzerhand machte mein Werkstattmeister aus zwei Kardanwellen eine, nahm den vorderen Teil der "frischen" Welle und den hinteren Teil meiner "alten", auswuchten - fertig. Kostenpunkt 250 Euronen.

 

 

Service bei 264.000km

 

Die Weihnachtsfeiertage verbrachten wir wieder bei meinen Eltern, was Anlass für mich war, den Benz zum fälligen Service zum bringen. Die kleine Ein-Mann-Werkstatt am Ortseingang mit dem Kfz-Meister und Elektriker in Personalunion hatte ja Ende letzten Jahres schon den Fehler im Zündsystem gefunden, den selbst zwei Mercedes-Meister überfordert hatten und diesen für knapp 200 Euro erfolgreich behoben.

Daher brachte ich den Benz zum Service dorthin. Der Meister öffnete dafür und für einen Bora aus meinem Familienkreis extra am Freitag zwischen Weihnachten und dem Silvesterwochenende. Wagen einmal druchgeprüft, Flüssigkeiten getauscht und eine Stelle am Unterboden entrostet macht 160 Euro.

Nach der Probefahrt, bot mir dann der Meister an den Wagen zu kaufen, sollte ich mit dem Gedanken spielen. Ich lehnte dankend ab und ernetete Verständis, würde er auch nicht tun. :)

 

Was hat's nun gekostet?

 

Ziehe ich einen Strich unter die Kosten, addiere noch die HU/AU, kommere ich auf gut 2.500 Euro. Lässt man die Lackerung außen vor, die erstmal nicht technischer Natur war, ergeben sich 900 Euro, die notwendig waren, um den Perlblauen am Laufen zu halten.

Das finde ich für eine Jahreslaufleistung von gut 12.000 km für ein 28 Jahre altes Auto eigentlich ganz in Ordnung.

 

Was sagt ihr dazu? Beziehungsweise, welche Kosten steckt ihr jährlich in den Erhalt eures Young- oder Oldtimers?

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12.11.2019 12:56    |    wollvo22    |    Kommentare (12)

Eurer Favorit

Rückblick auf einmal Probesitzen

 

Im Februar 2018 hatte mich der Drang nach einem sportlichen Zweitwagen gepackt. Wechsel des Arbeitgebers verbunden mit etwas mehr Lohn und wohl auch etwas lange Weile hatten dazu geführt, dass ich die fixe Idee hatte, einen Porsche 924 anzuschaffen. In der Nähe des Wohnorts meins Bruders stand zufällig einer - ähnlich wie drei Jahre zuvor auch schon der Perlblaue Babybenz.

Mehr als ein kurzes Probesitzen war aber aufgrund eines Schadens am Kühler nicht möglich. Kurze Zeit später war der 924 verkauft und ich hatte meine bessere zweite Hälfte gefunden. Die Prioritäten änderten sich etwas und ein zweiter Wagen rückte in die Ferne.

 

Hinzu kommt, dass mein Arbeitgeber hält am Ort zwei Dienstwagen vor, die sich auch mal für einen Ikea-Besuch entführen lassen - und dieser ist mit einem Golf Varinat zwar deutlich langweiliger als mit dem Benz oder gar einem 924, aber um sprichwörtliche Längen praktischer.

 

Zweiter Anlauf für Nummer Zwei

 

Mit Blick auf das nächste Jahr sieht es nun wieder so aus, dass eine Nummer Zwei in greifbare Nähe kommt. Der Grund hierfür: Meine Freundin erwirbt gerade die Lizenz auch in Deutschland ein Auto fahren zu dürfen. Da sie nicht aus dem EU-Ausland kommt, muss dafür die Fahrschule besucht werden.

 

Ein 924 wird es wohl nicht werden, aber wir wollen in der sportlichen Richtung bleiben. Seit geraumer Zeit suchen wir unregelmäßig nach möglichen Kandidaten. Als Rahmen soll es ein Wagen oben ohne sein, vier Sitze wären toll und Klimaanlage. Das Budget liegt bei maximal 3000€.

 

 

Bisher haben wir drei Modelle herausgefiltert, die wir mangels des noch ausstehenden Führerscheins aber noch nicht probegefahren sind. Es macht wenig Sinn, wenn sie selbst vor dem Kauf nicht fährt.

 

Klarer Favorit ist ein MX-5. NA gefällt uns mit den Klappscheinwerfern am besten, hinsichtlich der Features tendieren wir allerdings zum NB.

 

Nummer zwei auf der Liste ist ein Peugeot 306 Cabrio. Hat zwar keinen Heckantrieb, dafür aber zwei Sitze mehr und liegt preislich etwas unter dem Mazda.

 

Als dritte Varinate hat sich vor kurzem der Fiat Barchetta ins Blickfeld verirrt. Der hat zwar weder Heckantrieb noch vier Sitze, gefällt aber optisch.

 

Erste Recherchen zu Schwachstellen gab es schon, trotzdem würden uns eure Meinungen zu den Modellen beziehungsweise auch Alternativvorschläge (gern in die Kommenatare) interessieren. :)

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22.08.2019 19:43    |    wollvo22    |    Kommentare (2)    |   Stichworte: 190E, 190er, Mercedes, Perlblau, W201

Seitdem ich den Perlblauen habe, bin ich im Sommer regelmäßig auf großer Tour mit ihm. Erst Polen, dann zweimal Österreich und in diesem Jahr ging es noch weiter über die Alpen gen Süden - Kroatien hatten wir uns für den Sommerurlaub 2019 auserkoren. In Kamanje gleich hinter der Grenze zu Slowenien am Grenzfluss Kupa hatten wir ein nettes Holzhaus mit einem großen Pool und einem Garten voller Gemüse gebucht.

 

15 Stunden auf dem Bock

 

Los ging es um halb drei nachts in Weimar. Kalt duschen, Gepäck ins Auto laden und den USB-Stick mit Musik ins Radio gesteckt. Mit meinem Bruder hatten wir eine Raststätte hinter München als Treffpunkt ausgewählt. Insgesamt sollten es an diesem Tag knapp 1.000 km Strecke werden.

 

Auf der freien Autobahn kamen wir schnell bis nach München, umfuhren einen Stau und waren um kurz nach sieben am Treffpunkt. Ab dann wurde es wärmer und staulastiger. Etwas unglücklich hatten wir den Samstag als Reisetag ausgewählt - Ende Juli in der Hochzeit der Ferien. Dementsprechend staute es sich auf dem Weg gen Süden.

Zur Entspannung trug dann jedoch wie auch schon die beiden Jahre zuvor die österreichische Autobahn bei. Mit Tempo 130 und bei strahlendem Sonnenschein genossen wir das Alpenpanorama und brachten uns in Urlaubsstimmung. Wohlfühlstimmung auch für den Perlblauen, der sich an diesem wie auch dem Tag der Rückreise mit 6,4 l/100km zufrieden gab.

 

Unangenehm waren an diesem Tag jedoch zwei Tatsachen. Zum einen war es die heißeste Woche des Jahres (und wir kamen mit 34°C noch glimpflich davon). Mangels fehlender Klimaanlage war es also gut warm in Benz, was meiner Freundin trotz ihrer Herkunft vom indischen Subkontinent zu schaffen machte - "Nächstes Jahr mit Klimaanlage!". (Fußnote: Heißt ein zweites Auto, aber dazu in einem der nächsten Beiträge mehr ;) ).

Auf der anderen Seite staute es sich kilometerlang vor den Mautstationen für die Transitstrecken durch die Alpenrepublik. Durch den Karawankentunnel an der slowenischen Grenze ging es in diesen Tagen sogar nur einspurig durch eine Röhre. Entsprechend lang war der Stau vor dem Tunneleingang.

 

Ins Slowenien selbst war es nach wie vor heiß ,doch die Autobahn war (stau-)frei. Die Fernstraßen sind dort ebenfalls mautpflichtig. Allerdings ist die Vignette in Österreich 10 Tage gültig, in Slowenien nur 7, was zu Folge hat, dass man sich für einen 7-tätigen Urlaub zwei Vignetten kaufen muss.

 

Als Schmackl gab es gewissermaßen als Ausgleich vor der kroatischen Grenze zwischen dieser und Novo mesto eine sehr kurvig und schön durch Hügel und Dörfer verlaufende Strecke. Auch die nahm der Benz bis auf ein bisl Geruch von den Bremsscheiben am Ende ohne Murren.

Nach einer Passkontrolle an der Grenze (ja Koratien gehört zur EU, wendet Schengen aber nicht voll an), einen Stempel in den Reisepass meiner Freundin und einer kleinen Odysse bei der Suche nach dem Feriendominzil, erreichten wir nach gut 15 Stunden Unterwegssein unser Ziel.

 

Die Woche in Kroatien stand der Benz dann bis auf den letzten Tag. Der Sharan meines Bruders hat sieben Sitze und Klimaanlage - was für sechs Personen mehr als ausreichend und zudem sehr kühl ist. Während unserer Touren in der Woche, bei denen eine uns nach Zargreb (sehr, sehr zu empfehlen!) führte, konnte ich dann gegenüber des Museum Of Broken Relationships (ebenfalls sehr zu empfehlen) noch ein Schnappschuss einen Ponton ergattern.

 

A Stop in München

 

Der Rückweg bestand dann in zwei Etappen. Auch wieder an einem Samstag, dafür mit weniger Stau, erträglicheren Temperaturen dank Wolkendecke über den Alpen und als Ziel München. Dort haben wir Freunde von uns besucht und konnten standesgemäß in der Tiefgarage neben einem R109 SL und einem 911 G-Modell parken. Wir waren uns schnell einig, dass diese Kombination unserer Traumgarage sehr nahe kommt.

 

Einen Abstecher ins BMW Museum gab es auch noch. Es ist nicht ganz so opulent wie das Mercedes-Pendant, aber einen Besuch in jeden Fall. Es gibt dort zahlreiche tolle Exemplare der Bayern zu sehen. Mir hat insbesondere natürlich alles mit Baujahr vor 1990 gefallen. Vor allem die die Farbenpalette der 70er lange vor der grau-schwarzen Leasingzeit ist grandios. Da ist der Abteilungsleiter dann einfach mal im orangen oder giftgrünen 3er zur Arbeit gefahren. :D

 

Zurück ging es am Montag unter grauer Wolkendecke, Regen und Berufsverkehr zurück. Nicht spannend aber zügig. Wieder daheim stand nun eine größere geplante Reparatur an.

 

Auf der Suche nach der perfekten Welle

 

Vor etwas weniger als einem Jahr hat der Perlblaue angefangen, beim Schalten bei niedrigen Geschwindigkeiten und Drehzahlen ab und an vom Mitteltunnel her zu schnarzen. Außerdem gab es ein schepperndes Geräusch, wenn ich über unebenen Grund fuhr. Fahrtechnisch hatte all das keine Auswirkungen - es klang nur nicht nett. Nachdem das Schnarzen dann auch Lastwechseln ab und an zu hören war, bin ich zu meiner Werkstatt in der Nachbarschaft gefahren, die sich seit Anfang des Jahres liebevoll und preislich fair um den Benz kümmert.

Nach einigen Mutmaßungen (Hardyscheiben, Getriebe,...) nahm sich der Meister etwas Zeit und kam zu dem Ergebnis, dass der vordere Teil der Kardanwelle die Ursache sei. Er meinte, ich solle mir keine Sorgen machen, in den Urlaub fahren und mich dann um Ersatz bemühen.

 

Nachdem der Urlaub ohne Probleme verlief, begann die Suche nach einer geeigneten Kardanwelle für den Perlblauen: 5-Gang, M102, Bj 1992. Dank Hilfe vom vdh ging ich mit der Teilenummer auf die Suche und wurde bei Oliver Stork in Rödermark fündig.

Bestellt, geliefert und am Dienstag zur Werkstatt gebracht. Teil sollte passen. Heute habe ich den Benz abgeholt und er läuft 1A. Trotzdem hat die Welle dem Meister einige Kopfschmerzen bereitet: Der hintere Teil der Welle passte nicht in das Diff, der Lochkreis war ein anderer. Also hat er die Welle wieder ausgebaut und kurzerhand aus zwei Wellen eine gemacht und nur den vorderen Teil - der auch der Grund des Übels war - ersetzt.

 

 

Demnächst müsste der Perlblaue mal zum Lackierer, eine Roststelle an der C-Säule behandeln. Und Mike Sanders soll eigentlich auch noch in die Hohlräume...es gibt immer was zu tun! :D

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02.04.2019 17:03    |    wollvo22    |    Kommentare (16)    |   Stichworte: 190E, 2.0, Mercedes, Mercedes-Benz, Perlblau, W201, Youngtimer

Die Uhren wurden zurückgedreht und mittlerweile hat "die Saison" begonnen. Dieses Jahr sind wieder einige Touren mit dem Perlblauen geplant, doch zuvor soll ein kurzer Blick zurück geworfen werden:

 

Auch wenn ich in den vergangenen Monaten nicht allzu viel mit dem Benz unterwegs war, gibt es doch einiges zu berichten.

 

 

250.000 KM und Pannendienst...

Im Oktober hatten wir die 250.000er-Marke geknackt. Um den Benz etwas zu schonen hatte ich mich entschlossen, ihn im Winter nur selten zu bewegen - außerdem ist die Strecke Magdeburg - Weimar - Magdeburg, die ich zumeist an den Wochenende fahre mit dem Zug kaum langsamer als mit dem PKW. Zudem lief er bei niedrigen Temperaturen und feuchten Wetter spührbar schlechter und hatte den ein oder anderen Aussetzer.

 

Anfang November startete er dann morgens in der Tiefgarage auch nicht mehr. Also den Pannendienst angerufen und den Benz in einer spannenden Aktion aus der Tiefgarage geschleppt, die nur über eine enge Kurve nach unten befahrbar ist. In einer freien Werkstatt, die von zwei ehemaligen Mercedes-Mechanikern betrieben wird, tauschte man ein Relais, führte gleich noch einen Service durch und der Benz lief wieder - vermeintlich. Später sprang er nämlich ein weiteres Mal nicht an, erst nach längerem Warten lief der M102 wieder.

 

Um die Weihnachtsfeiertage dann wieder das selbe Spiel, nur ohne Erfolg. Wieder Pannendienst gerufen und in einer ähnlich spannenden Aktion den Benz durch die enge Zufahrt des Hauses meiner Eltern rückwärts zum Abschleppwagen geschoben.

Wie es dann manchmal so spielt, fand sich dann in meiner ehemaligen Heimatstadt eine kleine Ein-Mann-Werkstatt mit einem sympathisch schrulligem Schrauber, der sowohl KFZ-Mechaniker wie auch Elektriker ist. Dieser fand dann auch relativ schnell das eigentliche Problem: Teile der Zündanlage waren porös und Wasser sammelte sich im Zündverteiler. Die Zündanlage wurde komplett ersetzt und seitdem läuft der M102 wieder top.

 

Das wird teuer

Dies waren noch alles kostengünste Reparaturen. Die kostspieligste gab es dann vor gut einem Monat. Die Crux - ohne diese würde der Benz immer noch so gut laufen wie vorher. Der eigentliche Grund für diese war ein Rempler auf einem Parkplatz, den wir erst später bemerkten.

 

Die Folge war, dass die gesamte rechte Fahrzeugseite ab Fahrertür neu lackiert werden musste. Ich habe nicht schlecht geguckt, als ich erfahren habe wieviel die Plastikpins kosten, die die Saccobretter an der Karossiere halten! Das Saccobrett an der Hecktür musste komplett ersetzt werden. Glücklicherweise habe ich bei ebay ein günstiges ergattern können, das wir dann passend lackiert haben. Nun ist mein Konto um eine kleine vierstelle Summe kleiner und erstrahlt der Benz wieder in alter Frische - jedenfalls von Steuerbord aus. :D

 

 

(Fast) Bereit für 2019!

Letztes Wochenende gab's dann die erste Frühlingswäsche (natürlich mit Hand!) und nächste Woche bekommt er frisch HU/AU, zu Ostern werden dann die Gullideckel aufgezogen - damit sind wir bereit für den Sommer. Es steht nicht nur ein Urlaub in Kroatien an, sondern der Perlblaue wird im Juni zum ersten Mal Hochzeitswagen sein. Mein bester Kumpel hat sich entschlossen, im Babybenz vom Standesamt zu fahren und den Benz auf dem ein oder anderen Hochzeitsfoto zu verewigen.

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15.09.2018 14:24    |    wollvo22    |    Kommentare (10)    |   Stichworte: 2 (5J), Autokauf, Chevrolet, Fabia, Gebrauchtwagen, Kalos, Skoda

Im Fahrzeugschein steht "Blau metallic", doch wenn man ihn im Licht betrachtet ist er ziemlich Orange - "Sunset Orange" um ganz genau zu sein. Die Klima funktioniert nicht und das Lenkrad steht immer schief. Die Vorderachse poltert eigentlich ständig, der Reifen hinten rechts ist merklich abgefahren und das Getriebe hakelt.

 

Fehlkauf

 

Eigentlich könnte man an dieser Stelle den Satz "Und trotzdem wird ihm das alles verziehen!" erwarten. Doch das ist nicht wirklich der Fall. Der schrecklich orange Chevrolet Kalos, den meine Mutter nach dem Tod meiner Großerltern übernommen hat, war schon von Anfang an ein Fehlkauf.

 

Jahrelang waren meine Großeltern mit einem silbernen Suzuki Baleno der ersten Generation unterwegs. Stufenheck, kleiner 1.3 L Motor und mit mehr als genug Platz für zwei Personen das ideale Rentnerauto für Touren zum Garten, in den Harz oder zum Einkaufen. Nach einem Unfall beim Ausparken, bei dem eine Dame den Baleno mit gut 30 km/h erwischt hatte, war er jedoch ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Mein Opa, der stets großen Wert darauf legte, mobil zu sein, kaufte sich umgehend einen "neuen" Wagen beim Stamm-Autohaus. Das dachte sich wahrscheinlich: halbwegs solventer Rentner, braucht unbedingt ein Auto, dem drehen wir einen Wagen an, der unbedingt weg muss. Das Ergebnis war dann der orange Kalos, mit eben jenen schon genannten Mängeln, die kurz nach Kauf schon sicht- und erfahrbar waren. Der Preis von gut 10.000 EUR damals anno 2010 war - man kann es nicht anders sagen - unverschämt.

 

So sollte also der Kalos bis zum Tode meiner beiden Großeltern ihr letzter Wagen sein, der dann 2013 an meine Mutter vermacht wurde und diese ihn - mehr aus Sentimentalitätsgründen - im Alltag fuhr. Seit 2015 liegen mein Bruder und ich ihr in den Ohren, doch bitte einen vernünftigen und zuverlässigeren Wagen zu kaufen, anstatt jedes Jahr gut 500 - 800 € in Reparatur und Instandhaltung zu stecken. Wir suchten und fuhren Probe. Anfang diesen Jahres fiel nun auch bei meiner Mutter der Entschluss, einen neuen Gebrauchten zu kaufen. Zu unpraktisch wurde der Dreitürer, zu teuer die Reparaturkosten.

 

Orange zu Grün

 

Der finale Hammer fiel letzte Woche, als ich zusammen mit ihr und meiner Freundin in Halberstadt zwei Händler abfuhr. Die erste Händlerin war so freundlich (oder wohlmeinend) und bot uns noch vor genauerer Inspektion des orangen Deliquenten an, diesen mit 600 EUR zu vergüten und vom Kaufpreis des anvisierten Dacia Duster abzuziehen. Während dieser stellten sich graviernde Mängel heraus, die ihr eigentlich erlaubt hätten, die 600 EUR nocheinmal nach unten zu revidieren. Nach der Probefahrt stand für meine Mutter jedoch fest, dass es der Duster nicht sein sollte. Es war ein Raucherfahrzeug, im Innenraum sichtlich mitgenommen und das Geräusch beim Schließen der Türen lies mir als W201 Fahrer wohl zu sehr die Gesichtszüge entgleißen.

 

Also weiter zum nächsten Händler, der sich auf Skoda Neu- und Gebrauchtwagen sowie Ladas spezialisiert hatte. Auf dem Hof ignorierte meine Mutter ersteinmal alle Fabias, die ich eigentlich in die nähere Auswahl gefasst hatte und lies sich vom Händler in einen Yeti setzen, weil das Modell ihr bei der Recherche schon sehr zugesagt hatte. Der lag natürlich weit über dem Budget und im Preisrahmen lag eigentlich nur ein Uniblauer Yeti, den weder der Händler noch ich ihr empfehlen konnten. So gingen wir dann doch zu den Fabias über. Nach kurzem hin und her, ob Fließheck, Kombi oder nicht doch Roomster entschieden wir uns einen Artic Grünen Fließheck Fabia Baujahr 2013 mit knapp 49.000 KM auf dem Uhr, Klima, Sitzheizung, großem Radio, Parkpiepsern und dem 1.2 TSI mit 86 PS probezufahren - mit dem Ergebnis, dass es an dem eigentlich nichts auszusetzen gibt und meine Mutter während der Fahrt beschloss, der solle "es werden"!

 

Die anschließende Verhandlung mit dem Händler war kurz: Der Fabia würde frische Inspektion und HU/AU bekommen, Kleinigkeiten werden repariert, ein frischer Satz Winterreifen kommt hinzu, der Kalos wurde mit 500 EUR großzügig verrechnet und meine Mutter unterschriebt den Kaufvertrag in Höhe von knapp unter 8000 EUR. Der Händler kümmerte sich weiterhin um Zulassung und eine Woche später sollte der Fabia abholbereit sein.

 

Finales Goodbye

 

Gestern war es dann soweit: Die letzte Tour im Orangen-Fehlkauf führte uns zum Händler. Ich durfte als letzter nochmal in den Genuss des schief stehenden Lenkrads kommen, bevor Goodbye sagten und meine Mutter die Heimreise mit ihrem Neuen antrat - sichtlich begeistert und zufrieden.

Es ist schließlich das erste Auto, dass sie sich selbst ausgesucht und gekauft hat.

 

Entsprechend pfleglich wird er in den nächsten Jahren umsorgt werden. Heute morgen habe ich ihn dann selbst das erste Mal kurz bewegt, als ich von der Garage zum Haus meiner Eltern gefahren bin. Der kleine Tscheche fährt sich super und insbesondere der 1.2 TSI macht echt Spaß. Dem Vormittag über gab es eine kleine Einweisung rund um die diversen Funktionen im Innenraum bis hin zu wichtigen Dingen unter der Haube, am Nachmittag gab es dann eine kleine Tour durch den Harz.

 

In den nächsten Jahren können meine Geschwister und ich also wieder beruhigt sein, wenn es darum geht, dass die eigenen Eltern sicher unterwegs sind. Ich ich freue mich schon, den Kleinen das ein oder andere Mal zu bewegen - auch wenn nach wie vor im Grunde genommen nichts über den perlblauen Benz geht. :D

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29.08.2018 17:03    |    wollvo22    |    Kommentare (20)    |   Stichworte: 190E, 190er, Babybenz, BER, Berlin, Flughafen, fünfskommasechs, Mercedes, Mercedes-Benz, W201

Berlin, 25.08.2018, 20.30 Uhr

 

Knapp 5.841.000.000,00 EUR hat der Ort bisher gekostet, an dem wir an diesem Abend mit dem Perlblauen ein paar Runden drehen - ich staunend über die leeren zwei- und dreispurigen Straßen, meine Freundin (Architektin) beeindruckt vom kolossalen Mismanagement. Das macht ungefähr 1.947.000 Mal den Preis von 3.000 EUR, welchen ich anno 2015 für meinen W201 bezahlt habe. Trotzdem (oder gerade deswegen) ist die Baustelle des BER einen Umweg wert.

 

(Fast) Postapokalyptische Ruhe

 

Unser Abstecher am Samstag dorthin war eher sponanter Natur. Nach dem Besuch einer Freundin in Berlin erinnerte ich mich an ein älteres fünfkommasechs Video das #mbpolarsun 2015 begleitet hat und in dem Herr Dreikommanull und Herr Fünfkommasechs mit einem weißen GLE Coupe auf dem Melli-Besse-Ring (benannt nach der ersten deutschen Frau, die anno 1912 einen Privatpilotenschein erwarb) vor dem Hauptterminal des BER standen. Also fiel der Entschluss, auf dem Heimweg einen Abstecher dorthin zu unternehmen - und um festzustellen, dass sich seitdem bisher rein optisch wenig verändert hat.

 

Die Anfahrt kennzeichnete sich dadurch, dass die sechsspurige Schönefelder Allee, die von der A113 zum BER führt, gänzlich leer war. Bei den Ausmaßen wird einem erst bewusst, mit wie viel Verkehr hier täglich gerechnet wird, wenn der Flughafen tatsächlich eröffnet wird.

 

Je näher man an das Hauptgebäude heranfährt, umso unwirklicher wird - jedenfalls bei einsetzender Dunkelheit - die ganze Szenerie: Alles ist hell erleuchtet, doch weder Personen, Flugzeuge oder irgendwelche Flughafenfahrzeuge sind auf den ersten Blick auszumachen. Nur ein paar mittelgroße Baumaschienen stehen verlassen am Rand, ab und dreht ein Kleinwagen einer Sicherheitsfirma seine Runden. Alles ist still. Etwas später fahren drei Autos auf den Vorplatz. Kofferräume werden geöffnet, Campinstühle aufgebaut und ein Bier in der untergehenden Sonne genossen.

 

Wir nutzen das schwindene Tageslicht, um ein paar Aufnahmen zu machen. Wirklich postapokalyptisch wirkt das ganze dennoch nicht. Dazu ist alles einfach viel zu aufgeräumt. Der Platz vor dem Haupteingang ist quasi besenrein, der Asphalt der Straße weist kaum Nutzungsspuren auf, das Terminal strahlt hell erleuchtet mit seiner sauberen Glasfassade in die aufkommende Nacht.

 

Nachdem wir zwei Runden auf dem Ring gedreht haben, parken wir den Benz vor dem Hauptterminal, machen mit dem Handy ein paar Bilder und wir begeben uns zu Fuß auf Erkundungstour: Alles sieht aus, als könnte es demnächst eröffent werden. Uns Steuerzahlern und dem Land Berlin wäre es angesichts der täglichen Kosten von etwa 1,3 Millionen Euro zu wünschen - doch der Brandschutz macht dem an sich sehr ästhetischem Bauwerk ein Strich durch die Rechnung.

 

Aktuell wird als wahrscheinlicher Eröffnungstermin der Oktober 2020 kommuniziert. Im Mai 2018 wurde jedenfalls bekannt, dass die Abnahme durch den TÜV Rheinland negativ verlief und 2020 auch schon wieder fraglich ist.

Man hat also mindestens zwei Jahre (...oder mehr) Zeit, dem größten Mismanagement-Wahrzeichen der Republik einen Besuch abzustatten.

 

Zwei Desaster an einem Ort

 

Während wir unsere dritte und vierte Runde drehen und ich versuche, die Navi-Haltung vom Handy dazu zu nutzen, um ein Video davon zu drehen, fällt mir auf, dass das Parkhaus 8 an der Nordseite des Gebäudekomplexes nahezu voll besetzt ist. Noch auffälliger ist jedoch, dass sämmtliche dort abgestellten Fahrzeuge mit weißen Schutzfolien versehen sind - und ein VW Logo haben.

 

VW hat aufgrund der Diesel-Krise Stellplatzprobleme für jene vorproduzierten Fahrzeuge, die das neue WLTP-Prüfverfahren schaffen, jedoch noch keine Zulassung haben. Für 1 Million Euro wurden daher die Stellplätze auf dem Gelände des BER angemietet. So hilft eins der größten wirtschaftlichen Desaster der deutschen Nachwendezeit ein anderes temoprär mitzufinanzieren. Die Zahlen dazu mag man sich gar nicht ausrechnen.

 

Alternative Nutzungsideen kommen uns in den Sinn, je länger wir vor Ort sind. Meine Freundin will das Terminal für Veranstaltungen nutzen, ich überlege, ob man den Ring nicht für Motorsport nutzen könnte... :D

 

Mit der Idee bald wieder zu kommen, machen wir uns auf den Heimweg.

Ob wir dann von dort aus fliegen werden? Eher unwahrscheinlich. Das nächste Mal haben wir eine Spiegelreflexkamera und eine Actioncam dabei - und vielleicht auch zwei Campingstühle!

 

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17.07.2018 22:36    |    wollvo22    |    Kommentare (80)    |   Stichworte: 190E, 190er, Babybenz, M102, Mercedes, W201, Youngtimer

Zwei moment- und kilometerreiche Wochen liegen hinter uns und dem perlblauen Babybenz.

Der diesjährige Sommerurlaub führte uns von der Mitte Deutschlands ausgehend in die Alpen und an die Ostsee – und damit einmal durch die Republik. Auch auf die Gefahr hin, dass der Spannungsbogen gleich wieder abfällt: alles verlief ohne technische Problem, lediglich einen Liter Motoröl wollte der Perlblaue auf der letzten Etappe nach gut 2500 Kilometern haben.

 

Wieder in die Berge...doch voher schnell in die USA

 

Nach Jobwechsel, Umzug und dem letzten richtigen Urlaub im Sommer des vergangenen Jahres legten meine Geschwister und ich vor den Weihnachtsfeiertagen fest, dass es mit unseren Familien und Partnern in die Alpen gehen sollte. Nach meinem letzten Trip dorthin habe ich fleißig Werbung gemacht, so fiel dann auch der Entschluss im Lungau gleich ein ganzes Ferienhaus zu mieten, schließlich sollten wir 7 – 8 Personen werden.

 

Ein gutes halbes Jahr später machte ich an einem Freitagmittag im Büro klar Schiff, packte Koffer und Wanderequipment ins Auto und fuhr zu meiner Freundin nach Weimar. Kurz vorher hatte es sich noch ergeben, dass ich am darauffolgenden Montag einer dienstlichen Einladung ins US-Konsulat nach Leipzig folgen durfte – der 242. Independence Day stand an und der Generalkonsul lud zur Sommerfeier. Also wurde der Benz nochmal gewaschen und wir legten die feine Garderobe zurecht.

 

Ohne Stern

 

Während des Wochenendes hatte ich den Benz unweit des Zentrums Weimars und der Bauhausuni geparkt. Dort stand er auch oft, als ich selbst noch in Weimar gewohnt habe und quasi bei jedem meiner Besuche in den letzten Monaten. Weil es am Montag nicht nur nach Leipzig, sondern von dort auch gleich mit meiner Schwester und ihrem Freund zu viert mit Gepäck nach Österreich gehen sollte, fuhr ich am Sonntagabend nochmal zur Tankstelle zum Tanken und Luftdruck erhöhen.

Dort stellten wir erschrocken fest, dass man mir in der Nacht zuvor mit viel roher Gewalt den Stern von der Haube geklaut hatte. Für mich war es das erste Mal. Mit Weimarer Kennzeichen und dem gehobenen Alter des Wagens habe ich bisher nie Neid auf mich gezogen. Nun war er aber weg – dafür hatte ich eine Schramme auf der Motorhaube. :/

 

Das konnte ich natürlich so nicht lassen! Ohne Stern auf der Haube die nächsten zwei Wochen mehr als 2000 Kilometer durch die Landschaft fahren! Also am Montag gleich in der Mercedes Niederlassung in Weimar angerufen und erfahren, dass der Stern auf Lager war – welch Glück! Bevor es also ins Konsulat nach Leipzig ging noch schnell Ersatz besorgt. In Anzug und Krawatte wurde ich vor Ort gut umsorgt; man bot mir sogar gleich an, den Austausch vorzunehmen.

Das nahm ich natürlich gern an. Mein Wagen stand „um die Ecke“ und vom Kundentresen nicht einsehbar. Ich denke man rechnete damit, dass ich in einer C- oder E-Klasse nicht ganz so alten Baujahres vorfahren würde. Das Lächeln des Werkstattmitarbeitern als ich mit dem Perlblauen vorfuhr, lies jedenfalls eine solche Vermutung zu.

 

Mit Stern und später auch zahlreichen Gepäck ging es dann voll beladen in der Nacht nach Österreich. Zuvor hatten wir uns beim Besuch des Konsulats noch mit Hamburgern und Süßspeißen gestärkt.

Das Fahren bei Nacht erwies sich dann als ganz eindeutiger Vorteil. Zwar sahen wir bei der Hinfahrt kein malerisches Bergpanorama, weil es schlichtweg zu dunkel war, aber dafür hatten wir auch keine Staus oder sonstigen Probleme bei den diversen Baustellen gerade um München herum.

 

Sichtlich müde aber zufrieden kamen wir dann gegen zwei Uhr nachts in St. Margarethen an. Mit knapp 800 Kilometern war dies meine bisher längste „Tages-Tour“. Insbesondere die Sitze und meine im letzten Jahr neu angeschaffte gebrauchte Armlehne haben mit und meinem Rücken bei dieser Fahrt gute Dienste geleistet.

Während des tollen Urlaubs dort fungierte der Perlblaue dann als zweiter Reisewagen wann immer der Sharan meines Bruders mit sieben Sitzen zu klein war.

 

Viel heiße Luft in Bayern

 

Auf der Rückfahrt am Sonntag waren Stau und Hitze die größten Ärgernisse. Für dieselbe Strecke wie am Montag brauchen wir nun neun statt sieben Stunden. Gleich zu Beginn standen wir aufgrund eines gesperrten Tunnels in Österreich im Stau. Bis zur Grenze ging es dann flüssig. Gänzlich überflüssig war im Anschluss jedoch die knappe dreiviertel Stunde Stop-and-Go vor der deutschen Grenze. Die Angst bayrischer Würdenträger vor illegal Einreisenden führte dazu, dass an diesem – und anderen Tagen – viel heiße Luft vor der bayrischen Grenze produziert wird: weder den genervten Autofahrern noch den in der der prallen Sonne schwitzenden Bundespolizisten scheint diese Situation sonderlich viel Spaß (und vielleicht auch Sinn?!) zu machen.

 

Für uns hieß es dann von Zeit zu Zeit die Fenster runterkurbeln, die Lüftung auf maximale Wärme stellen, um den Motor etwas zu entlasten. Dieses Spiel wiederholten wir dann einige Male, bis wir dann endlich auf der Höhe Ingolstadt auf der Autobahn fahren konnten, ohne alle paar Kilometer mit Schrittgeschwindgkeit voran zu kommen.

Auch die Rückfahrt lief damit ohne technische Probleme ab. Einzig bemerkenswert war der Spritverbrauch an diesem Tag: Einmal in Österreich vollgetankt haben wir die Strecke bis nach Weimar zu zweit samt Gepäck mit etwas mehr als einer halben Tankfüllung (der Perlblaue hat die SA des 70l Tanks) geschafft.

 

Sonne und etwas Öl

 

Die anschließenden Tage verbrachten wir in Weimar bevor es für das Wochenende als Urlaubsabschluss zu Verwandten an die Ostsee ging. Die Temperaturen waren mittlerweile gestiegen und im Stau vor Hamburg ging dann das bekannte Lüftung-an-Spiel wieder los. Ebenso wie auf der Rückfahrt. Hier melde sich dann nach knapp 2.500 Kilometern die Ölwarnleuchte und forderte Nachschub. Nach einer kurzen Auffüllpause in der schleswig-holsteinischen Pampa ging es ohne Probleme zurück nach Magdeburg.

Ganz besonders entspannend war dabei das nördliche Teilstück der A14, das wir fast für uns allein hatten. Bis der Anschluss durch den Norden von Sachsen-Anhalt an die bestehende von Süden kommende A14 geschafft ist, dürfte das wohl eine der einsamsten Autobahnen der Republik sein.

 

 

Was zum Schluss zu sagen bleibt?

Wohl dass auch die dritte Urlaubs-Saison mit dem Perlblauen ein Genuss war und die Erkenntnis immer weiter verfestigt, dass man mit einem 25 Jahre alten Youngtimer zuverlässiger, entspannter und nicht selten auch hübscher unterwegs ist, als mit einem jungeren Wagen.

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