Wird mit Strom fahren teurer im Verhältnis zu Sprit? : Was mich bewegt
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17.09.2022 09:58    |    notting    |    Kommentare (26)    |   Stichworte: BEV, Kosten, Spitzenglättung, Strompreis

In den meisten Fällen werden in den nächsten paar Jahren in der Praxis die Betriebskosten von

Wird mit Strom fahren teurer im Verhältnis zu Sprit?Wird mit Strom fahren teurer im Verhältnis zu Sprit?

Hallo!

 

Die EU hat sich mal wieder was ausgedacht. Könnte sein, dass der Strom für die meisten E-Auto-Fahrer teurer wird im Verhältnis zum Sprit.

 

Die Bundesregierung hat bereits alle noch nicht durchgeführten CO2-Preiserhöhungen um ein Jahr nach hinten verschoben, was die geplanten Spritpreis-Erhöhungen reduziert. Die EEG-Umlage auf Strom müssen die Kunden seit 1.7.22 auch nicht mehr zahlen. Jetzt hat die EU eine neue Idee: https://www.heise.de/.../...-und-Uebergewinne-abschoepfen-7264595.html

Es geht um generelles Strom sparen, aber auch um Spitzenglättung. Die Details könnte ihr in dem Heise-Link bzw. der dort verlinkten EU-Pressemeldung nachlesen.

 

Stromverbrauch generell senken

Wie kann eine Regierung dafür sorgen, dass generell weniger Energie verbraucht wird? Richtig, man holt die große Keule raus und macht Energie einfach teurer, siehe z. B. auch die o.g. CO2-Steuer. Ob hinterher tatsächlich weniger Energie verbraucht wird, ist da meist Nebensache :rolleyes:

Man kann natürlich auch insb. mit großen Energie-Verbrauchern reden, ob die auf einen anderen Energieträger umstellen können (z. B. von Gas auf Heizöl, was aber den Verbrauch von „von außen“ herangeschaffter Energie nicht verringert), mehr Sonnenenergie auf dem eigenen Gelände „einfangen“ können (senkt aus Sicht des Netzes nur den Energieverbrauch, wenn der Verbraucher auch nahe z. B. bei der Solaranlage ist, also z. B. auf dem selben Gelände) oder „... bestimmte Branchen einfach erst mal aufhören zu produzieren.“ (Zitat vom Wirtschaftsminister Habeck (Grüne), siehe z. B. https://www.spiegel.de/.../...k-a-24d007ed-0e05-414f-bac3-b2831706fa65).

 

Könnte aber von der EU auch so gemeint sein, dass Solarenergie die nicht durch die Netze fließt in diesem Sinne zu einer Energieeinsparung führt. Die Bundesregierung hat am 14.9.22 verkündigt, sie möchte steuerliche und bürokratische Hürden abbauen, nicht nur bei Anlagen <10kWp, für die bereits die etwas bürokratie-reduzierende Liebhaberei-Regelung gilt: https://...undesfinanzministerium.de/.../...-weitere-entlastungen.html

 

Solarenergie sorgt aber tendenziell dafür, dass sie aus der Sicht von Privatleuten die sich sowas auf’s Dach machen wollen und aber arbeiten gehen müssen (kein Home-Office) die Energie in der Hauptsache dann kommt, wenn sie sie nicht brauchen. Stromspeicher brauchen Platz und sind recht teuer. Vor allem wenn die Auslegung nicht stimmt, weil sich z. B. die Rahmenbedingungen deutlich geändert haben. Z. B. Home-Office, arbeitslos, längere Krankheit und Elternzeit vs. tägl. Pendeln. Oder BEV vs. Verbrenner-Auto. Oder Änderungen bei der Anzahl der Personen im Haus durch Ein-/Auszug von Partner/Kindern oder die Oma die’s immer recht viel gekocht und gebacken hat und es warm haben wollte stirbt oder muss ins Heim. Oder herkömmliche Heizung vs. Wärmepumpe (selbiges für evtl. vorhandene Mietwohnungen, die eher auch mal ganz leerstehen können).

 

Deswegen bedeutet eine private Solaranlage tendenziell, dass sie im Verhältnis zum Gesamtverbrauch den Spitzenverbrauch aus Netz-Sicht erhöht, weil wenn’s hell ist, ist eher kein Licht in der Wohnung an, selbst wenn man da ist. Bzw. selbst wenn man da ist und z. B. elektrisch kocht, braucht man aus Netz-Sicht eher keinen Strom. Aber am Stromverbrauch wenn’s dunkel ist und man deswegen das Licht an macht, weil man wieder von der Arbeit zurück ist und dann gleich das E-Auto geladen wird, ändert das nix. Damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt.

 

Spitzenglättung beim Strom

Die Spitzenglättung wurde bereits auch in Deutschland schon diskutiert und festgelegt, dass die BNetzA die Details ausarbeiten darf: https://www.motor-talk.de/.../...laettung-zurueckgezogen-t7025517.html (siehe auch meine Ergänzung dort vom 08.07.2022 17:00).

 

Was kann man tun, um die Nachfrage-Spitzen beim Strom zu glätten?

Es gibt bereits die Möglichkeit, daheim E-Autos so zu laden, dass das Laden bei Bedarf vom Strom-Netzbetreiber gedrosselt bzw. abgeschaltet werden können. Das wird i.d.R. durch niedrigere kWh-Preise kompensiert. Die Nachteile sind:

  • Nicht an öffentlichen Ladesäulen nutzbar, nur wenn man z. B. daheim einen festen Stellplatz hat, der nahe genug am Stromzähler-Schrank ist.
  • Benötigt einen eigenen Stromzähler, was im ersten Schritt Installationskosten verursacht.
  • Dieser benötigt Platz im Stromzähler-Schrank, der meist nicht dafür ausgelegt ist, insb. in Mehrfamilienhäusern oder wenn noch eine Wärmepumpe und sowas dazukommt.
  • Die Hausanschlüsse haben meist auch nur eine techn. begrenzte Leistung (ich meine nicht die „künstliche“ Begrenzung mit den Sicherungen im Hausanschlusskasten wo man gegen Geld (für den BKZ) ein relativ einfaches Upgrade bekommen kann, wenn eben die Leitung und das Stromnetz dahinter mitspielt.
  • Zusätzlicher Stromzähler heißt zusätzliche Messstellen- und Stromtarif-Grundgebühr.
  • Eine reduzierte Leistung ist besonders dann schlecht, wenn man recht weit pendeln muss oder mehr E-Autos als Stellplätze mit einer Wallbox die an so einem Stromzähler hängt hat.
  • Man braucht eine passende evtl. etwas teurere Wallbox und eine Datenverbindung dorthin, also zusätzlicher Aufwand.

Kurz: Lohnt sich nur, wenn man auch in der Praxis viel dort laden kann. Also man nicht ständig woanders ist und nicht ständig der Strom gedrosselt wird.

 

Beim Arbeitgeber laden kann aus ähnl. Gründen wie oben problematisch sein. Also insb. Stichwort genügend Parkplätze und Hausanschluss-Leistung. Außerdem gäbe es dann quasi pro E-Auto zwei Wallboxen, was resourcen-techn. auch nicht sonderlich sinnvoll ist. Zumal der eine oder andere dann doch eher daheim lädt, weil großer Akku und kurze Pendelstrecke, sodass am Wochenende laden reicht (wobei der i.d.R. nicht zu Spitzenzeiten laden dürfte).

 

Man kann auch „einfach“ das Grundprinzip der schwankenden Spritpreise „dank“ Smart-Meter & Co. auf den kompletten Haushaltsstrom übertragen. Doppeltarif-Zähler wo jeden Tag zu immer gleichen Zeiten zwischen Hoch- und Niedertarif umgeschaltet wird, wäre ja zu einfach (wobei zumindest bei uns als ich zuletzt geschaut habe die Tarife die 24/7 den selben kWh-Preis haben unterm Strich immer billiger waren).

D.h. man „motiviert“ die Leute gewissen Dinge die einiges an Strom brauchen nach Möglichkeit außerhalb der Lastspitzen laufen zu lassen. Doof wenn man z. B. tagsüber auf Arbeit ist, nachts z. B. ohne Waschmaschinen-Geräusche in der Wohnung schlafen will bzw. wenn z. B. Wasser aus der Waschmaschine läuft während man nicht da war die Versicherung für die Schäden an den Wohnungen und der Bausubstanz nicht zahlt...

 

Wann sind denn z. B. in Deutschland die Spitzenlasten im Stromnetz?

Das hat man natürlich längst erforscht: https://de.wikipedia.org/wiki/Standardlastprofil mit Erklärungen zu https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Lastprofil_VDEW_H0_Winter.png was das Standardlastprofil H0 nach VDEW von Strom-Haushaltskunden im Winter-Halbjahr zeigt, also eher den schlechteren Fall für’s Stromnetz. Diese Kurven dürften mit einem sehr geringen E-Auto-Anteil erstellt worden sein.

Um 19h herum ist eigentlich jeden Tag eine Lastspitze. Sonntags etwas weniger stark als unter der Woche, dafür samstags deutlich mehr. Um die Mittagszeit ist es am Sonntag ähnl. stark ausgeprägt wie Samstag Abend. Unter der Woche ist die Mittagsspitze eher klein. Samstags ist sie dazwischen.

Wie bereits angedeutet kann man tagsüber den eigenen Verbrauch mit einer Solaranlage reduzieren, wenn nicht das Wetter gerade einen Strich durch die Rechnung macht. Um 19h ist das insb. im Winter-Halbjahr schwierig bis unmöglich. Da dürften aber auch in der Summe die meisten BEV noch laden.

 

Wenigfahrer bzw. wenn man einen im Verhältnis zu dem was man am Tag fährt recht großen Akku hat, dürfte das an sich weniger jucken. Aber auch bei ihnen kann die Situation daheim so sein, dass kein getrennter Stromzähler möglich ist, wo man günstiger Strom bekommen und im Gegenzug vom Netzbetreiber auch mal gedrosselt werden darf. Wie gesagt, das verursacht zusätzliche Kosten und lohnt sich nur, wenn man eher viel dort lädt.

Zudem fahren Wenigfahrer momentan gerade wenn sie gebrauchte Autos kaufen unterm Strich mit einem Verbrenner recht wahrscheinlich günstiger: https://www.motor-talk.de/.../...enner-phev-und-bev-2022-t7338105.html

 

Vielfahrer wären logischerweise besonders davon betroffen, insb. wenn sie sich keinen so großen Akku leisten können. Dann kommt vielleicht noch ein Stromausfall in der Nacht dazu und schon ist der Akku am nächsten morgen nicht voll genug, weil das Auto nur mit max. 11kW laden kann (Ladeverluste und Vorklimatisierung auch am Ziel wo man ggf. nicht laden kann nicht vergessen) und recht viel verbraucht, z. B. wegen dem Autobahn-Anteil. Wenn die wegen solcher Beschränkungen zur Sicherheit auf dem Heimweg am HPC schon mal etwas laden zur Sicherheit, wird das das Stromnetz unterm Strich noch mehr belasten, weil noch höhere Spitzenlast – wenn man nicht auch die HPC drosselt, wo dann ganz viele Leute frustriert sein werden, insb. die, die daheim nicht laden können. Also dürfte die „Alternative“ mal wieder einfach teurer machen sei :rolleyes:

 

Wie schätzt ihr die Folgen des EU-Vorschlags ein?

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Ergänzung von notting am 20.09.2022 19:21

https://www.heise.de/.../...h-im-Idealfall-nur-verdoppeln-7269261.html

Zitat:

Für die Verbraucher könnte das im kommenden Jahr teuer werden – wenn der Strommarkt bis dahin nicht reformiert worden sein sollte. Die Stromkosten könnten sich "für Privatkunden im Idealfall nur verdoppeln", heißt es nun beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Dann würde die Kilowattstunde (kWh) Strom etwa 60 Cent kosten – es seien aber auch höhere Preise möglich.

[...]

Denn zum Jahreswechsel sollen die Netzentgelte angehoben werden, berichtete die Bild-Zeitung am Samstag. Um sechs Cent je kWh sollen sie steigen; aktuell liegen sie bei etwa drei Cent je kWh.

Das mit den Netzentgelten wird alle betreffen, wo nicht eine entspr. Preisgarantie greift. Soweit ich das sehe, sind solche Preisbestandteile häufig von der Preisgarantie ausgenommen.

 

Dort steht auch, dass geplant ist einen gewissen Grundverbrauch (Höhe getrennt nach Single/Familie) auf einen gewissen kWh-Preis zu begrenzen. Dürfte in der Praxis aber eher keine Auswirkungen auf die E-Auto-Fahrenergiekosten haben wg. dem Grund-Stromverbrauch daheim.

 

notting

17.09.2022 10:30    |    Dr. Shiwago

Autofahren wird generell teurer werden. Aber mit Strom fahren wird auf jeden Fall billiger bleiben als mit fossilem Treibstoff. Um Lastspitzen zu vermeiden, werden die Strompreise für den Endkunden über den Tag variieren.

17.09.2022 11:19    |    notting

Zitat:

@Dr. Shiwago schrieb am 17. September 2022 um 10:30:34 Uhr:

Autofahren wird generell teurer werden. Aber mit Strom fahren wird auf jeden Fall billiger bleiben als mit fossilem Treibstoff. Um Lastspitzen zu vermeiden, werden die Strompreise für den Endkunden über den Tag variieren.

Aktuell scheint der Haushaltsstrom selbst ohne Anteil an der Grundgebühr oder an der eigenen Ladeinfrastruktur mind. 0,60EUR/kWh zu kosten., zumindest wenn man mind. 1 Jahr Preisgarantie will. Solche Preise kann man insb. von DC-/HPC-Ladesäulen schon länger, d.h. die werden auch noch steigen bzw. steigen wieder nach und nach (siehe z. B. https://www.electrive.net/.../ auch wenn in der Praxis eher mit EnBW und Maingau geladen wird, die wohl _noch_ nicht betroffen sind).

 

Der ADAC Ecotest sagt für den Megane E-Tech Electric EV60 220hp 19,2kWh/100km. Also mit Haushaltsstrom und ohne auch mal bei Ionity ad-hoc laden 11,52EUR/100km _ohne_ Anteil an der Grundgebühr bzw. eigenen Ladeinfrastruktur. Aktuell sind die Spritpreise bei E5 knapp unter 2EUR/100km. Dadurch kostet das Fahren mit dem Megane TCe 140 aktuell kaum mehr (6,4l/100km -> <=12,80EUR/100km). Denke das was die EU vor hat, wird den Spritpreis höchstens indirekt betreffen.

 

notting

17.09.2022 12:18    |    wirme

Nein !

 

Ich beschäftige mich täglich mit dem Thema.

 

Die hohen Strompreise sind der aktuellen Situation geschuldet. Die wird sich auch wieder ändern.

 

In den letzten Monaten musste ich einen Teil des Stromes (insg. 900.000 kWh pro Jahr) an der Börse kaufen. Im August waren es 27.000 kWh für 0,67 €/kWh inklusive MwSt. Im Frühjahr lag der Preis unter 0,30 €/kWh. Die Preise an der Strombörse sind in den letzten Tagen wieder stark gesunken, weil viel Windstrom zu Verfügung steht. Wenn das so bleibt, wird der Preis im September unter 0,40€/kWh brutto liegen. Feste Verträge für solche Mengen bekommt man aktuell nicht unter 0,90 €/kWh. Das macht also keinen Sinn.

 

Gewerbestrom hat zu normalen Zeiten vor Entfall der EEG Umlage 18 Cent inklusive MwSt gekostet. Im privaten Bereich 27 Cent inklusive MwSt.

 

Ich gehe für die nächsten Jahre von < 25 Cent (Industrie) und < 35 Cent (privat) aus.

17.09.2022 13:19    |    notting

Zitat:

@wirme schrieb am 17. September 2022 um 12:18:22 Uhr:

Die hohen Strompreise sind der aktuellen Situation geschuldet. Die wird sich auch wieder ändern.

Du meinst also, dass die von dir genannten Faktoren die Teuerung durch die von mir genannten Faktoren überkompensieren werden?

 

notting

17.09.2022 13:54    |    Dr. Shiwago

Ich hoffe doch, dass der Ausbau der Erneuerbaren endlich in Schwung kommt. Das wird den Strompreis nach unten drücken.

17.09.2022 14:04    |    notting

Zitat:

@Dr. Shiwago schrieb am 17. September 2022 um 13:54:25 Uhr:

Ich hoffe doch, dass der Ausbau der Erneuerbaren endlich in Schwung kommt. Das wird den Strompreis nach unten drücken.

Gerade der Ausbau der Erneuerbaren wird immer häufiger dafür sorgen, dass Angebot und Nachfrage stärker auseinander driften, insb. wenn z. B. abends die Leute von der Arbeit heimkommen und kochen, E-Auto laden und ggf. noch das Licht anmachen weil's dunkel ist, was gleichzeitig bedeutet dass die Solaranlage(n) nix liefern kann.

 

notting

17.09.2022 14:21    |    Dr. Shiwago

Wie schon gesagt, man kann den Stromverbrauch im gewissen Maße über den Preis steuern. Man muss das Auto ja nicht gleich laden, wenn man von der Arbeit nach Hause gekommen ist. Man muss auch nicht jeden Tag laden. Wenn der Wetterbericht am Montag, für den Freitag Sonne voraussagt, gibt es Freitag billigen Strom und man verschiebt das Laden auf Freitag. Auch den Betrieb anderer Geräte kann man durchaus in Billigstromphasen verlegen. Irgendwann wird in jedem Haushalt ein Batteriespeicher stehen, der auch möglichst in den Billigstromphasen geladen wird.

17.09.2022 15:15    |    wirme

Zitat:

@notting schrieb am 17. September 2022 um 13:19:41 Uhr:

Zitat:

@wirme schrieb am 17. September 2022 um 12:18:22 Uhr:

Die hohen Strompreise sind der aktuellen Situation geschuldet. Die wird sich auch wieder ändern.

Du meinst also, dass die von dir genannten Faktoren die Teuerung durch die von mir genannten Faktoren überkompensieren werden?

 

notting

Ich habe mit einigen größeren Stromeinkäufern gesprochen. Die waren alle dieser Meinung. PV- oder Windstrom ist jetzt schon günstiger wie konventioneller Strom. Der aktuelle Börsenpreis basiert leider immer auf dem teuersten Erzeugungspreis. Das ist zur Zeit Strom aus Erdgas. Der macht aber nur ein paar Prozent aus. Hier der aktuell realisierte Strommix:

 

https://www.smard.de/home

 

Ab 135 kVA Einspeisung ist man verpflichtet den Strom an der Börse zu verkaufen. Auch die PV- und Windstrom Erzeuger verkaufen dort. Die erzeugen der Strom für unter 10 Cent/kWh und verkaufen ihn für das mehrfache. Dadurch entstehen die Übergewinne. Das wird sich ja in Kürze ggf. ändern.

17.09.2022 15:39    |    jennss

Zitat:

@notting schrieb am 17. September 2022 um 14:04:14 Uhr:

Gerade der Ausbau der Erneuerbaren wird immer häufiger dafür sorgen, dass Angebot und Nachfrage stärker auseinander driften, insb. wenn z. B. abends die Leute von der Arbeit heimkommen und kochen, E-Auto laden und ggf. noch das Licht anmachen weil's dunkel ist, was gleichzeitig bedeutet dass die Solaranlage(n) nix liefern kann.

Erneuerbare brauchen Speicher. Warum sollte man darauf verzichten? Plant die Regierung den Ausbau ohne Speicher?

j.

17.09.2022 15:53    |    notting

Zitat:

@Dr. Shiwago schrieb am 17. September 2022 um 14:21:10 Uhr:

Irgendwann wird in jedem Haushalt ein Batteriespeicher stehen, der auch möglichst in den Billigstromphasen geladen wird.

=es wird unterm Strich teurer, insb. wenn die Auslegung nicht mehr passt, weil sich durch die örtl. Rahmenbedingungen das Verbrauchsprofil geändert hat.

 

notting

17.09.2022 15:55    |    notting

Zitat:

@jennss schrieb am 17. September 2022 um 15:39:29 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 17. September 2022 um 14:04:14 Uhr:

Gerade der Ausbau der Erneuerbaren wird immer häufiger dafür sorgen, dass Angebot und Nachfrage stärker auseinander driften, insb. wenn z. B. abends die Leute von der Arbeit heimkommen und kochen, E-Auto laden und ggf. noch das Licht anmachen weil's dunkel ist, was gleichzeitig bedeutet dass die Solaranlage(n) nix liefern kann.

Erneuerbare brauchen Speicher. Warum sollte man darauf verzichten? Plant die Regierung den Ausbau ohne Speicher?

Ich wüsste keine Aussage der aktuellen Bundesregierung, die auf eine geplante Förderung privater Akkuspeicher hindeutet. Finde es auch besser, wenn man nicht ineffizient überall kleine Akkuspeicher hinstellt, sondern das netzseitig mit großen Energiespeichern macht (inkl. z. B. Stauseen).

 

notting

17.09.2022 16:40    |    jennss

Ich meinte ja auch große Speicher, also Pumpspeicherkraftwerke, Druckluftspeicherkraftwerke, Hubspeicherkraftwerke, Wärmespeicher, Biogasspeicher und sowas. Die sind doch sicher auch in der Planung beim Ausbau der Erneuerbaren und gehören in meinen Augen einfach zum System der Erneuerbaren. Das muss nicht alles über private Speicher laufen. E-Autos als Netzspeicher zu verwenden begeistert mich wg. Akkuverschleiß auch nicht besonders.

j.

17.09.2022 18:07    |    Dr. Shiwago

Ausgediente Fahrzeugakkus taugen durchaus noch für viele Jahre als Stromspeicher.

17.09.2022 18:41    |    notting

Zitat:

@Dr. Shiwago schrieb am 17. September 2022 um 18:07:58 Uhr:

Ausgediente Fahrzeugakkus taugen durchaus noch für viele Jahre als Stromspeicher.

Akkus, deren Chemie besser zu den Anforderungen an einen Stromspeicher passt (geringere Ent-/Ladeleistungen, etwas geringere Anforderungen an die Energiedichte, geringere Anforderungen an die Klimatisierung ist auch gut), müssen nur 1x in den Stromspeicher eingebaut werden und verbleiben viel länger dort -> weniger Energieaufwand um sie herumzutransportieren.

 

notting

20.09.2022 00:04    |    BEV

Vor allem werden die Vielfahrer unter den Verbrennern demnächst trocken fallen. Denn AdBlue ist alle. Da haben es sogar die Tesla-Fahrer mit ihren jetzt 71c/kWh noch besser. Mein Taycan kostet übrigens bei Ionity weiterhin 33c/kWh. Und das wird auch nächstes Jahr so sein.

20.09.2022 04:07    |    cdti19

Sowohl der Strom- als auch die Kraftstoffpreise sind keine freien Marktpreise, sondern politisch geregelt. Und was die Politik in zukunft regelt, kann niemand wissen.

 

Ich denke, wenn der Spritpreis teurer wird, verärgert die Regierung die Autofahrer, wenn der Strompreis teurer wird, die gesamte Nation, denn Strom braucht fast jeder, Sprit nicht. Von daher ist es m. E. eher unwahrscheinlich, dass Strom teurer als Kraftstoff wird. Und falls doch, würde sofort ein neuer Markt entstehen: Sprit verbrennen um Strom zu erzeugen.

 

Kaum jemand kauft sich ein Auto aufgrund von Preisprognosen. Außerdem: Ein Auto ist schnell verkauft und schnell neu gekauft. Sollte E-Autofahren teurer werden, lasse ich mein E-Auto einfach in der Garage stehen und fahre mit dem Verbrenner weiter.

20.09.2022 04:13    |    cdti19

Zitat:

@jennss schrieb am 17. September 2022 um 15:39:29 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 17. September 2022 um 14:04:14 Uhr:

Gerade der Ausbau der Erneuerbaren wird immer häufiger dafür sorgen, dass Angebot und Nachfrage stärker auseinander driften, insb. wenn z. B. abends die Leute von der Arbeit heimkommen und kochen, E-Auto laden und ggf. noch das Licht anmachen weil's dunkel ist, was gleichzeitig bedeutet dass die Solaranlage(n) nix liefern kann.

Erneuerbare brauchen Speicher. Warum sollte man darauf verzichten? Plant die Regierung den Ausbau ohne Speicher?

j.

Offensichtlich. Das tut sie schon die ganze Zeit. Die Regelung besteht darin, dass sie bei Überproduktion den Strom für viel Geld ins Ausland verklappt und bei Mindererzeugung Strom teuer aus dem Ausland kauft. So wird Politik gemacht. ;-)

20.09.2022 09:08    |    jennss

Die werden das schon abschätzen können, ob das der günstigere Weg ist. Speicher sind ja auch nicht so billig (Pumpspeicherkraftwerk etc.). Ich denke, von außen lässt sich das nicht wirklich beurteilen. Hauptsache es funktioniert.

j.

20.09.2022 17:37    |    notting

Zitat:

@cdti19 schrieb am 20. September 2022 um 04:07:20 Uhr:

Sowohl der Strom- als auch die Kraftstoffpreise sind keine freien Marktpreise, sondern politisch geregelt. Und was die Politik in zukunft regelt, kann niemand wissen.

 

Ich denke, wenn der Spritpreis teurer wird, verärgert die Regierung die Autofahrer, wenn der Strompreis teurer wird, die gesamte Nation, denn Strom braucht fast jeder, Sprit nicht. Von daher ist es m. E. eher unwahrscheinlich, dass Strom teurer als Kraftstoff wird. Und falls doch, würde sofort ein neuer Markt entstehen: Sprit verbrennen um Strom zu erzeugen.

Nicht direkt, weil dazwischen noch ein größerer Wirkungsgradunterschied liegen dürfte und man den Stromerzeuger kaufen muss.

 

Zitat:

Kaum jemand kauft sich ein Auto aufgrund von Preisprognosen. Außerdem: Ein Auto ist schnell verkauft und schnell neu gekauft.

Nein, ein Auto ist definitiv nicht schnell ver- und wieder gekauft, vor allem wenn man sich nicht über den Tisch ziehen lassen will.

 

Zitat:

Sollte E-Autofahren teurer werden, lasse ich mein E-Auto einfach in der Garage stehen und fahre mit dem Verbrenner weiter.

Dann verbrennst du Geld mit zwei Autos, die nie gleichzeitig gefahren werden...

 

notting

20.09.2022 19:01    |    wurst1

Das einzige was vielleicht zum Thema passt, ist das die örtlichen Netze von ihrer Infrastruktur sowieso limitiert sind. Mein Monteuer machte mich schon darauf aufmerksam, dass irgendwann mit der Installation von Wallboxen im Stadtgebiet Schluss sein könnte, wenn die Leistung der vorhandenen Netze nicht mehr ausreicht.

 

Den Stromverbrauch endlos über den Preis zu limitieren wird aus sozialen Gründen nicht funktionieren, weil die Versorgung mit Energie ein Grundbedürfnis ist. Eine Bundesregierung die eine Grundversorgung nicht gewährleisten kann ist doch schnell weg vom Fenster, das wissen auch die verantwortlichen Politiker.

 

Der einzige Fakt für mich ist, das Ende von fossilen Brennstoffen aller Art ist eingeläutet. Strom kann Europa aus Wind, Sonne, Wasserkraft und in ferner Zukunft Fusion.

 

Öl und Gas werden bestimmt nicht billiger, eine Abkehr ist richtig, das Resultat von Abhängigkeiten erleben wir zur Zeit alle.

21.09.2022 22:52    |    cdti19

notting, der Wirkungsgradunterschied liegt aber zu Ungunsten der Verbrennung im Verbrennungsmotor. Der Wirkungsgrad jedes Heizkraftwerkes liegt mehr als Doppelt so hoch, da der Verbrennungsmotor nur bei einer bestimmten Drehzahl und Lastabnahme sein Optimum erreicht. Fährt man etwas schneller oder langsamer fällt der Wirkungsgrad rapide ab. Steht man an der Ampel und bewegt man sich gar nicht, während der Motor läuft, ist der Wirkungsgrad sogar 0, also unendlich schlecht. Gemittelt erreicht ein moderner Dieselmotor Wirkungsgrade von lediglich 13-15%. Deswegen kommt ein E-Auto mit 9kWh Energie auch weiter (nämlich 50-75km) als jeder Verbrenner mit der gleichen Energie in Form von Kraftstoff. (Anm.: 1l Sprit entspricht ca. 9kWh)

 

Zweitens: Wenn hier von "schnell" die Rede ist, dann ist ein Zeitraum gemeint, der kürzer ist als die Umsetzung der meisten politischen Maßnahmen, die zuerst im Bundestag diskutiert werden, durch's Parlament und die Ausschüsse, dann darüber abgestimmt, dann erst verabschiedet werden müssen, vom Präsidenten gezeichnet werden und dann erst im Gesetzblatt veröffentlicht werden können. Dieser Prozess dauert meist ein Jahr. Suche dir ein paar Angebote bei mobile etc. heraus, verfolge sie und du wirst feststellen: Die meisten verschwinden bereits nach weniger als 3 Monaten, sofern man keine Fantasiepreise erwartet und sich in dem Preissegment bewegt, in dem sich die untere Hälfte bewegt.

 

Gekauft ist ein Auto noch schneller. Angebote gibt es genug. Feilschen ist ja nicht Pflicht.

 

Wieso verbrennt man Geld mit zwei Autos, wenn man nur eines fährt? Das, was nicht fährt, verbrennt in diesem Zeitpunkt genau null. Das wird in die Garage gestellt und abgemeldet. Fertig.

Übrigens "verbrennt" auch jetzt schon jeder Geld, der mehr als ein Fahrzeug zugelassen hat. Das ist eine persönliche Entscheidung, welche bereits vorher getroffen wurde und nicht nicht erst dann gefällt wird oder wurde, wenn die Energiepreise erhöht werden.

22.09.2022 07:07    |    pcAndre

Zitat:

@cdti19 schrieb am 20. September 2022 um 04:07:20 Uhr:

Zitat:

@notting schrieb am 20. September 2022 um 17:37:36 Uhr:

Sollte E-Autofahren teurer werden, lasse ich mein E-Auto einfach in der Garage stehen und fahre mit dem Verbrenner weiter.

Dann verbrennst du Geld mit zwei Autos, die nie gleichzeitig gefahren werden...

Morgen...!

Das Zauberwort heißt doch THG-Quote. ;) Wer den Platz hat, meldet dann das Fahrzeug nur für einen Saisonzeitraum mit minimalen Versicherungsumfang an. Schon verbrennst du kein Geld mehr, sondern "verdienst" noch welches. ;)

Es gab sogar mal nen Elektroroller bei ATU für um die 1.500 EUR, der die Quotenbedingung erfüllte. Es gab dann Leute, die sich einfach fünf von den Dingern in die Garage gestellt haben, nur um die THG-Quote zu kassieren. ;)

 

@cdti19

9 kWh (ohne Ladeverluste) habe ich im Schnitt auf 100 km während der letzten rund 3.700 km gebraucht.;)

 

MfG André

22.09.2022 19:20    |    cdti19

Zitat:

@pcAndre schrieb am 22. September 2022 um 07:07:13 Uhr:

Zitat:

@cdti19 schrieb am 20. September 2022 um 04:07:20 Uhr:

 

Dann verbrennst du Geld mit zwei Autos, die nie gleichzeitig gefahren werden...

Morgen...!

Das Zauberwort heißt doch THG-Quote. ;) Wer den Platz hat, meldet dann das Fahrzeug nur für einen Saisonzeitraum mit minimalen Versicherungsumfang an. Schon verbrennst du kein Geld mehr, sondern "verdienst" noch welches. ;)

Es gab sogar mal nen Elektroroller bei ATU für um die 1.500 EUR, der die Quotenbedingung erfüllte. Es gab dann Leute, die sich einfach fünf von den Dingern in die Garage gestellt haben, nur um die THG-Quote zu kassieren. ;)

 

@cdti19

9 kWh (ohne Ladeverluste) habe ich im Schnitt auf 100 km während der letzten rund 3.700 km gebraucht.;)

 

MfG André

Diese Aussage ist absolut nichtssagend, wenn du den Vergleich weglässt, wieviel die zurückgelegte Strecke mit einem Verbrenner-Pendant gekostet hätte. Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn man mit dem Fahrrad fährt, verbraucht man noch weniger.

 

Jo.

22.09.2022 19:29    |    pcAndre

Zitat:

@cdti19 schrieb am 22. September 2022 um 19:20:47 Uhr:

Zitat:

@pcAndre schrieb am 22. September 2022 um 07:07:13 Uhr:

Morgen...!

Das Zauberwort heißt doch THG-Quote. ;) Wer den Platz hat, meldet dann das Fahrzeug nur für einen Saisonzeitraum mit minimalen Versicherungsumfang an. Schon verbrennst du kein Geld mehr, sondern "verdienst" noch welches. ;)

Es gab sogar mal nen Elektroroller bei ATU für um die 1.500 EUR, der die Quotenbedingung erfüllte. Es gab dann Leute, die sich einfach fünf von den Dingern in die Garage gestellt haben, nur um die THG-Quote zu kassieren. ;)

 

@cdti19

9 kWh (ohne Ladeverluste) habe ich im Schnitt auf 100 km während der letzten rund 3.700 km gebraucht.;)

 

MfG André

Diese Aussage ist absolut nichtssagend, wenn du den Vergleich weglässt, wieviel die zurückgelegte Strecke mit einem Verbrenner-Pendant gekostet hätte. Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wenn man mit dem Fahrrad fährt, verbraucht man noch weniger.

 

Jo.

Morgen...!

Zumindest den Verbrauch kann ich aber auf die schnelle gerne nachliefern. ;) Der VW Up TSI (quasi der Bruder/ die Schwester meines Citogos) meiner Frau liegt im Jahresdurchschnitt bei 5,8l/100 km auf der selben Strecke. Tägliches Pendeln von insgesamt 50 km (hin und zurück).

Inklusive Ladeverluste lag ich im Jahresdurchschnitt bei rund 13,8 kWh/100km.

 

MfG André

22.09.2022 20:49    |    cdti19

Also bestätigt es das, was ich oben bereits schrieb: Ein Verbrenner verbraucht stets mehr als ein E-Fahrzeug. In diesem Fall also über 50 kWh/100km. Das verbraucht nicht einmal ein Model S bei 200 km/h.

Deine Antwort auf "Wird mit Strom fahren teurer im Verhältnis zu Sprit?"

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