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el lucero orgulloso

12.04.2012 20:10    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (24)

FahrschuleFahrschule

Und noch mal ein Fahrschulblog...

 

 

...ich kann mir gut vorstellen, dass einige das Bildchen mit dem Fahrschulschild nicht mehr sehen können, und zwar nicht, weil sie die Tage hinter so einem rollenden Ungeheuer herumtuckerten, sondern weil ich bereits den einen oder anderen Artikel zu dem Thema geschrieben habe.

 

Für alle Interessierten werde ich nun aber hier mein erstes Zwischentreffen, das „Rendez-Vous Pédagogique“ (kurz RVP) beschreiben. Glaubt mir, allzu eintönig war es nicht.

 

 

 

 

Doch erst mal der Hintergrund: Für alle, die in Frankreich das begleitete Fahren (AAC = Apprentissage anticipé de la conduite) in Frankreich machen, gilt, dass nach der grundsätzlichen Ausbildung mit Theorie , erster Fahrstunde , der normalen Ausbildung und zwei Abschlussstunden bis zum 18. Lebensjahr und damit bis zur Prüfung noch 2 Treffen stattfinden müssen. Diese „Zwischentreffen“ haben den Sinn, den Schüler während seiner begleiteten Fahrkarriere mal zu überprüfen und zu schauen, wie viel vergessen wurde, was man noch alles beherrscht oder wo sich eventuell doch noch Schwierigkeiten ergeben haben. Bei diesen Zwischentreffen sitzt auch immer ein Elternteil auf der Rückbank.

 

Ich muss zugeben, ich war ziemlich angespannt und wusste nicht recht, ob ich das alles so schaffe, wie ich mir das vorstelle. Hoffte natürlich nicht zu viel Haue zu bekommen und eine anständige Fahrt hinzulegen.

 

Falls es euch interessiert: Die Fahrstunde wurde mit Fahrlehrer Q abgehalten. ;)

 

Zu der Geschichte gehört auch ein Fragenteil, der im Wesentlichen mit den recht fantasielosen Fragen „Wie viel bist du gefahren?“ (fast 2200 Km), „Hattest du Schwierigkeiten?“ (keine Feststellbaren) gefüllt wird. So was in der Art eben.

 

Dann ging es auch schon los, und ich muss sagen, nach 6 Monaten Mercedes war der Peugeot 207 mit 75 PS eine deutliche Umstellung. Schon beim Einsteigen dachte ich: „Oha, der Sitz ist aber weit vorne, hoffentlich stoße ich mal nicht ans Lenkrad.“ Einmal eingestiegen, durfte ich feststellen, dass der Sitz bereits in seiner hintersten Position war. (Zur Info: Ich bin etwa 1,84m.) Na denn, Spiegel eingestellt, Gurt angelegt, Motor angelassen, und in den moderaten Mittagsverkehr rein. Die Richtungen in der Stadt kannte ich natürlich noch.

 

Die Fahrt war eigentlich denkbar unspektakulär. Ich stellte nur, jetzt nach einer langen Zeit Mercedes-Fahrens fest, dass der 207 doch kein wirklich großes Auto ist. Dicke A-Säule in meiner Kopfnähe, schräge Windschutzscheibe, in der mir dank eines zusätzlichen Spiegels für den Fahrlehrer noch weniger Sichtfeld zu Verfügung stand. Ansonsten wurde halt gefahren, und der Fahrlehrer meinte, er würde eine Art Prüfungs-Parcour fahren.

 

Spannend wurde es erst wieder bei Einparkmanövern. Da ich in den zurückgelegten 2200 Km nicht sehr viel Strecke in der Stadt gefahren bin und die wenigen Parkplätze, die ich dadurch anfahren musste recht mühelos anfahren konnte, da entlang der Straße an den Orten nie jemand stand, hatte ich wenig Praxis, was das klassische Einparken angeht. Diesbezüglich holte ich mir ganz entspannt noch mal ein paar Tips ein. Leider lernt man die Manöver in der Fahrschule sehr schematisch und sie funktionieren genau so vermutlich nur am Peugeot 207, nach dem Motto „Wenn das Bändchen der Hutablage am Bordstein ist, musst du die Lenkung anders herum einschlagen.“ Für die Prüfung ist eine solche Info jedoch durchaus nützlich.

 

Nach einem Einparkmanöver kam dann noch mal ein klein wenig Theorie ins Spiel, denn zur Prüfung gehören in Frankreich auch zwei mehr oder weniger technische Fragen. Also übten wir das auch. Die erste Frage war: „Welche Kontrollleuchte zeigt an, dass der Fahrersitzgurt nicht angelegt ist?“ Ich schnallte mich also ab, 2 Leuchten leuchteten auf, ich zeigte auf sie. Die 2. Frage war dann schon eine Spur anspruchsvoller: „Zeige an, wo man am Motor den Ölstand misst und auf welcher Höhe er optimalerweise sein sollte!“. Motorhaube auf, Ölpeilstab gesichtet, herausgezogen, an der Messstelle bis auf 2/3 Höhe ölig (Papier zum Abwischen war natürlich keines da), alles okay. Haube angelegt und mit der flachen Hand zugedrückt. „Halt! Falsch!“ Ich wusste nicht so wirklich, was los war. „Halte die Motorhaube auf einem Drittel Höhe fest, und lasse sie fallen, komm ich zeige es dir.“ Ich verdrehte fast die Augen, wusste ich natürlich, dass man die Motorhaube auch so zubekommen hätte. Da will man ein Mal ein malträtiertes Fahrschulauto schonen und ein bisschen den Connaisseur spielen, und schon wird man schuldig bestraft...

Dass der Fahrlehrer sich wunderte, dass ich mich erst mal einen kurzen Moment am Motor zurecht finden musste (Stab für die Motorhaube etc.), da ich im 207 noch nie die Motorhaube offen hatte, war dann da eher nebensächlich.

 

Dann musste ich ein Mal in drei Zügen wenden und ein kurzes Stück Autobahn fahren. Tragischerweise fuhr ich bereits mit 70 Km/h und nicht erst mit 80 Km/h auf die komplett leere Autobahn auf. :eek:

Im Ernst, ein kleiner Fehler und für mich nicht so schwerwiegend.

 

Als weiteres und eigentlich letztes Erlebnis kann ich noch erzählen, dass mir, nachdem ich in eine große Straße eingebogen bin, ein Audi A3 vor die Nase aus einer Parkbucht herausgefahren ist. Natürlich wurde sofort stark gebremst, nur meine Mutter fragte hinterher noch „Wer hat gebremst?“, ich entgegnete „Eher ich, oder?“, der Fahrlehrer „Wohl wir beide.“

 

Und dann war die Fahrt auch schon zu Ende. Ich fragte den Fahrlehrer, ob ich die Prüfung bestanden hätte. „Wahrscheinlich schon, aber schwierig, knapp,“, meinte er, „du bist immerhin nur mit 70 statt mit 80 auf die Autobahn aufgefahren.“ Das war jetzt nicht ganz das, was ich hören wollte, aber bestanden wäre immerhin bestanden. :D ?Er schrieb 2-3 Bemerkungen in mein Büchlein und nach einem Händeschütteln war ich froh, die Sache hinter mir gelassen zu haben.

 

Schließlich lagen 80 Kilometer im riesigen, satt fahrenden S124 vor mir und meiner Mutter. Ich ließ mich durch Deutschland chauffieren, wir diskutierten über die Stunde.

 

Schön ist‘s, auf weitere problemlose Kilometer! :)

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