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el lucero orgulloso

10.02.2012 21:28    |    el lucero orgulloso    |    Kommentare (43)

FahrschuleFahrschule

Seit mittlerweile fast 4 Monaten darf ich nun Auto fahren. Die Zeit und die Km gehen furchtbar schnell rum, und am Steuer der Sterne macht es viel Spaß, den Straßenverkehr zu erkunden. Wer weiß, vielleicht wird es dazu auch noch einen Blog geben? ;)

 

Um aber endlich mal (nach einer wahren Ewigkeit!) dem Wunsch des Users anntike nachzukommen, der sich mal einen Artikel über meine Fahrlehrer wünschte, habe ich mich mal an die Arbeit gemacht.

Jetzt, da ich mit der Fahrschule an sich fast durch bin (fehlt nur noch die Prüfung kurz nach meinem 18. Geburtstag), kann ich mir auch selbst ein hinreichendes Bild machen.

 

 

 

Ich werde statt der Namen Buchstaben verwenden, die nicht den Anfangsbuchstaben der Namen der Fahrlehrer entsprechen. ;)

Vielleicht noch ein kleiner Hinweis meinerseits: Der Artikel ist wohl nicht furchtbar spannend, nicht so mit sprachlichen Auffälligkeiten gespickt wie einige meiner anderen Artikel. Doch wollte ich einfach einem Wunsch eines treuen Lesers nachkommen und bei der Gelegenheit auch für mich selbst ein kleines Resumée zu machen. ?

Aber nu‘ geht‘s los!

 

 

Ladies first, ich fange mit meiner Fahrlehrerin „Q“ an, die mich auch bei meiner "Évaluation de départ" , also der allerallerersten Fahrstunde begleitet hat. Sie war ein wirklich sehr angenehmer Mensch und eine angenehme Fahrlehrerin. Ich hatte immer das Gefühl, gut mit ihr lernen zu können und auch bei Fehlern nicht direkt angeschnauzt zu werden. Zudem war Q im Prinzip die einzige, die während der Fahrt gerne zu Gesprächen über außerfahrschulische Themen abschweifte. Wir redeten über Familie oder unsere Herkunft. Die Fahrlehrerin war ebenfalls bei meinen letzten 2 Fahrstunden dabei, als mein Vater auch schon als Beobachter und Fragesteller auf der Rückbank saß. Zunächst noch behauptend kein Deutsch zu können, entwickelte sich mit der Zeit eine fröhliche multikulturelle und bilinguale Gesprächsrunde. Da versuchte mein Vater französisch, und Q konnte plötzlich deutsch. Das hat Spaß gemacht! Insgesamt gibt‘s also eigentlich nur Gutes zu berichten, und nach kleinen anfänglichen Schüchternheiten, „öffneten“ wir uns zunehmend. Fahren habe ich ganz nebenbei auch noch mit ihr lernen können und an sich schien es auch als ließe sich Q einfach nicht aus der Ruhe bringen, was ich auch gut fand.

Alors une bonne monitrice!

 

Machen wir weiter mit dem Chef der Fahrschule, mit „D“. Anfangs in der Theorie fand ich D sehr nett und hörte auch nur positive Meinungen über ihm. Er nahm mich nach der Stunde auch oft mit und fuhr mich nach Hause, weil wir im selben Dorf wohnen. Als ich jedoch die erste Fahrstunde mit ihm hatte, änderte sich der positive, sehr freundliche Eindruck etwas. Schon am Anfang nach der ersten Kurve redete er ununterbrochen, wie ich meine Hände am Lenkrad halten sollte, obwohl wirklich alles im dunkelgrünen Bereich war. Ununterbrochen schien er etwas zu sagen zu haben, immer waren es irgendwelche Bemerkungen zu irgendwelchen teilweise wirklich entbehrlichen Unsauberkeiten. Okay, fairerweise muss ich dazu sagen, dass er, nach meiner ersten Stunde, in der ich urplötzlich selbst schalten musste, in mein Fahrschuldossier „Bon élève!“ (guter Schüler) hinein geschrieben hat, was er laut den anderen Fahrlehrern recht selten macht, doch trotzdem war ich vor Fahrstunden mit D immer am nervösesten. Gewiss machte ich nicht alles perfekt und fehlerfrei, und das eine oder andere Mal war es ein tatsächlich groberer Fehler der sich eingeschlichen hat, doch irgendwie fühlte ich mich nach einer anschließenden Predigt von ihm mehr als unwohl, was auch nicht zu einer gesteigerten Konzentration beitrug, um die Fehlerquote zu senken. Bestimmt habe ich auch viel mit ihm gelernt, doch so furchtbar wohl war mir dabei selten.

Kurzes, knackiges Schlusswort: Bof!, würde der Franzose sagen...

 

Dann kommen wir doch schnell zu meiner „Number One“ was die Fahrlehrer angeht: K! Mit K hat‘s Fahren lernen richtig Spaß gemacht. Schon allein der Anfang, als er mir sagte, dass er mir das Autofahren beibringen würde und ich ihm bei seinem ohnehin schon recht guten Deutsch weiterhelfen könnte, war mir überaus sympathisch. Dass er es jedoch schaffte, mir ein weitläufiges saarländisches Vokabular näher zu bringen, war Spitze. Ohne ihn wäre mir das Wort „Schaffbrot“ (belegte Schnitte die man sich mit auf die Arbeit nimmt) immer noch fremd. Er nannte mich von Anfang an immer entweder Monsieur + Nachname, selbstverständlich mit herrlichem französischen Akzent ausgesprochen, oder einfach „Mon Grand“ (mein Großer). Herrlich! Also erklärte er mir, wie ich das und das machen soll, gleich mal zweisprachig und ich korrigierte ganz subtil seine Fählärschen in där schwärän Deutschän Sprachä. Falls ich doch mal etwas falsch machte, dann konnte er mir in einem ganz normalen, seinem typisch ruhig-leisen Tonfall sagen, was es war, sodass wir die Übung einfach noch mal wiederholen konnten und ich es besser machen konnte. Zwischendurch mixte K auch gerne mal irgendeinen „Mineralien-Cocktail“ oder was auch immer das für ein Pulver war, welches er da in seine Milch mischte... Aufgrund seiner sportlich-muskulösen Statur habe ich einfach mal die Vermutung aufgestellt. Eine beeindruckende und einmalige Szene bot sich auch, als sich mal ein hinter mir fahrendes Fahrzeug traute, zu hupen. Ich fuhr in ganz normalem Tempo auf einen Kreisverkehr zu, schaltete wie gewohnt runter und war für den Hinterherfahrenden anscheinend nicht schnell genug. Das Gehupe wollte K jedoch nicht akzeptieren, übernahm die Pedale, blieb mitten in der Zufahrt auf den Kreisverkehr stehen, stieg aus und redete ein Wörtchen mit dem Fahrer. Ich blieb sitzen und konnte nur durch das beim Fahren immer geöffnete Fenster und den Außenspiegel beobachten was da so ungefähr vor sich ging. Hinterher erklärte mir mein Fahrlehrer, er hätte den Mann gefragt ob er denn nicht sehen könne, dass das eine Fahrschule sei, was der Mann bejahte und erklärte, dass es rechts doch auch Pedale gäbe. „Ja soll ich denn lernen oder mein Schüler?“, fragte K und nach dem Austausch einiger Sätze fragte mein Fahrlehrer einfach, ob wir das denn da hinten im Wald klären sollten. Das lehnte der Fahrer hinter mir ab und es ging weiter...

Lauter solche Sympathiepunkte sammelte der gute Mann, daher das knackige und eindeutige Fazit: Bravo! :)

 

Zu guter Letzt kommt noch der unauffälligste Fahrlehrer, T. Er war während der Fahrt wirklich sehr sehr still und ich weiß nicht, ob ich das positiv deuten soll (--> ich habe sehr wenige Fehler gemacht) oder negativ (--> er wollte mich nicht zuquatschen, weil er merkte, dass ich kein französischer Muttersprachler war). Fast schon symptomatisch, dass er den einzigen Peugeot 207 mit dem 75-PS-Diesel hatte, und ich gerade mit ihm die Lektion „Autobahn“ durchgenommen habe. So viel Vollgas wie damals bin ich noch nie gefahren! Konstante Steigungen gingen einfach nicht anders. Da spürte man doch recht deutlich die fehlenden 15PS, über die alle anderen 207er verfügten. Ansonsten war T ein wirklich so unauffälliger Fahrlehrer, dass es mir schwer fällt, hier noch großartige Ausführungen zu machen. Einmal, als ich vor einer Doppelstunde noch eine Fahrschülerin nach Hause bringen musste und nach einer Kurve und der darauffolgenden Steigung nicht mehr aus dem Drehzahlkeller des 2. Ganges herauskam, entlockte ich ihm doch ein dickes Lob für mich: „Guck, der hat sofort reagiert, hat direkt runtergeschaltet als er merkte er schafft‘s so nicht. Der kann ja schon fahren!“, „Dann schreib‘s doch in mein Buch und wir fahren gleich wieder nach Hause.“, entgegnete ich nur. Aber da hatte er zum Glück was dagegen, denn es machte an sich doch viel Spaß, mit T ein paar Runden zu drehen. Am Ende der Autobahn-Doppelstunde fuhren wir noch mal durch die Stadt und er meinte: „So, jetzt fährst du dich nach Hause.“ Ich wusste nur dummerweise gerade im Dunkeln in dem Moment nicht wo wir waren, seine Antwort: „Oh! Perdu!! (Verloren!)“ Er gab jedoch zu, er würde sich am liebsten auch noch ein Navigationssystem an die Scheibe pappen um sich noch etwas sicherer zu fühlen.

Resumée: Nicht dumm, etwas stumm, und der Peugeot ohne Wumm(s). ;)

 

 

 

Habt ihr, liebe Leser, irgendwelche besondere Erinnerungen an euere Fahrlehrer oder irgendeine, vielleicht außergewöhnliche oder witzige Geschichte von eueren Fahrlehrern?

Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen! :)

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