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Zombie-Banken, Zombie-Unternehmen, Zombie-Privathaushalte?

Themenstarteram 8. November 2018 um 19:12

Über Zombie-Banken und Zombie-Unternehmen hat man ja inzwischen genug gelesen. Ich stelle mir die Frage, ob die Situation nicht auch auf Privathaushalte übertragbar ist, sprich, ob es nicht inzwischen auch viele Privathaushalte gibt, die sich finanziell nur noch deshalb über Wasser halten können, weil das Zinsniveau aktuell so niedrig ist. Was passiert, wenn die Zinswende kommt und Zinsbindungen bei Hausfinanzierungen auslaufen und Umschuldungen anstehen oder Fahrzeuge abbezahlt sind und durch neue - finanzierte - Fahrzeuge ersetzt werden müssen? Wenn es bei gleicher Rate dann nur noch für einen Wagen in einer kleineren Klasse reicht? Ich frage mich, ob verschuldete Privathaushalte dann tatsächlich ihren Konsum einschränken wollen oder können.

Wie seht Ihr das?

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154 Antworten

Zitat:

@Lattementa schrieb am 13. November 2018 um 15:56:32 Uhr:

Auch bei den zur Zeit hohen Preisen kann es sinnvoll sein, eine selbst bewohnte Immobilie zu erwerben. Nämlich dann, wenn diese nicht mehr verkauft werden soll (also Jobsicherheit besteht, Immobilie groß genug für Familienpläne etc).

So war es bei uns letztes Jahr. Wir haben zu einem recht hohen Preis gekauft, dafür sind die Zinsen extrem günstig. Wir haben nicht vor, jemals wieder zu verkaufen. Deshalb wäre es mir recht egal wenn die Immopreise doch sinken würden (was ich nicht glaube, da extrem gefragte Lage), denn ich will ja nicht wieder verkaufen. Die Finanzierung ist mit langer Zinsbindung und hoher Tilgung. Risiko also gering.

Anders sieht es natürlich dann aus wenn das Objekt nicht selbst bewohnt werden soll, sondern vermietet wird.

Jetzt das Ersparte in Devisen anzulegen scheint mir jedenfalls keine risikoärmere Alternative zu sein, zumindest wenn du nicht ordentlich streuen willst oder kannst. Bei der jetzigen weltpolitischen Lage weiß doch keiner was z. B. Dem Trump noch einfällt und was der Dollarkurs dann macht...

Kann man so sehen, muss man aber nicht.. hohe Tilgung ist sicherlich löblich, fragt sich natürlich was eine hohe Tilgung ist. Mich persönlich würde es schon stören, wenn ich 150 - 200k zu viel bezahlt hätte, weil damit Familienvermögen verloren geht... auch wenn ich das Haus im Idealfall nicht wieder verkaufen würde.

Zitat:

@KelleOne schrieb am 13. Nov. 2018 um 18:27:33 Uhr:

Kann man so sehen, muss man aber nicht.. hohe Tilgung ist sicherlich löblich, fragt sich natürlich was eine hohe Tilgung ist. Mich persönlich würde es schon stören, wenn ich 150 - 200k zu viel bezahlt hätte, weil damit Familienvermögen verloren geht... auch wenn ich das Haus im Idealfall nicht wieder verkaufen würde.

Genau so sehe ichs auch.

Und da ich viel Eigenkapital mitbringe sind mir die Zinsen Wumpe. Ganz im Gegenteil ich würde hurra schreien wenn die Zinsen wieder auf über 5 Prozent ansteigen und die Welt wieder zurück ins Gleichgewicht kommen könnte. Mann wird ja heutzutage schon dämlich angeguckt wenn man sein Auto nicht finanzieren will und nach Barzahler rabatt fragt. Da kann man froh sein wenn man den gleichen Satz kriegt wie der Finanzierer, verdient die Bank ja sonst nichts mehr dran

Jungs, es ist doch Wurscht ob ich nun heute 500k fürs Haus und über die gesamte Laufzeit 100k Zinsen an die Bank zahle oder vor zehn Jahren 300k fürs Haus gezahlt hätte und 300k Zinsen über die Laufzeit an die Bank ;-)

Wenn das Darlehen über die volle Laufzeit ohne Sondertilgung usw. abbezahlt wird, ist es wurscht, da hast Du Recht.

Allerdings ist der Effekt einer Sondertilgung bei hohen Zinsen ungleich höher, weil die Zinsersparnis deutlich höher ist.

Muss man aus irgendwelchen Gründen (Scheidung, Berufsunfähigkeit usw.) das Haus weit vor Ende der Finanzierung abgeben, steht bei der hohen Kreditsumme ein deutlich höherer Betrag als Restschuld und der Vorteil des niedrigen Zinses ist ja dann weg.

Und NIEMAND kann heute mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass sich seine familiären, beruflichen uns sonstigen Voraussetzungen, nicht so stark ändern, dass er sich evtl. umorientieren muss.

XF-Coupe

Vor solchen Veränderungen ist man natürlich nie völlig sicher. Dann kann man die Immobilie aber (wenn die Lage passt) auch einfach vermieten und muss nicht unbedingt verkaufen.

7 mio. in Deutschland sind überschuldet. Haben die jedenfalls heute im Radio durchgesagt.....

 

Überschuldet bedeutet, dass die Raten nicht mehr pünktlich oder überhaupt nicht mehr bezahlt werden können. Das sind ja, warte mal, 7 Mio? Das sind weit über 10 % aller Berufstätigen und Rentner.

Wo wir wieder beim Thema wären, womit sich der Kreis schließt. Und hey.. wir haben in Deutschland so wenig Arbeitslose wie seit 30 oder 40 Jahren nicht mehr. Wenn sich der Wind dreht, und das wird er wohl, dann wird's sicherlich nicht besser mit den "Zombihaushalten". Vor allem wenn man von den 80 Mio. noch die rd. 15 Mio. Minderjährigen abzieht.

Zitat:

@KelleOne schrieb am 13. November 2018 um 18:27:33 Uhr:

Zitat:

@Lattementa schrieb am 13. November 2018 um 15:56:32 Uhr:

Auch bei den zur Zeit hohen Preisen kann es sinnvoll sein, eine selbst bewohnte Immobilie zu erwerben. Nämlich dann, wenn diese nicht mehr verkauft werden soll (also Jobsicherheit besteht, Immobilie groß genug für Familienpläne etc).

So war es bei uns letztes Jahr. Wir haben zu einem recht hohen Preis gekauft, dafür sind die Zinsen extrem günstig. Wir haben nicht vor, jemals wieder zu verkaufen. Deshalb wäre es mir recht egal wenn die Immopreise doch sinken würden (was ich nicht glaube, da extrem gefragte Lage), denn ich will ja nicht wieder verkaufen. Die Finanzierung ist mit langer Zinsbindung und hoher Tilgung. Risiko also gering.

Anders sieht es natürlich dann aus wenn das Objekt nicht selbst bewohnt werden soll, sondern vermietet wird.

Jetzt das Ersparte in Devisen anzulegen scheint mir jedenfalls keine risikoärmere Alternative zu sein, zumindest wenn du nicht ordentlich streuen willst oder kannst. Bei der jetzigen weltpolitischen Lage weiß doch keiner was z. B. Dem Trump noch einfällt und was der Dollarkurs dann macht...

Kann man so sehen, muss man aber nicht.. hohe Tilgung ist sicherlich löblich, fragt sich natürlich was eine hohe Tilgung ist. Mich persönlich würde es schon stören, wenn ich 150 - 200k zu viel bezahlt hätte, weil damit Familienvermögen verloren geht... auch wenn ich das Haus im Idealfall nicht wieder verkaufen würde.

Du hättest aus Deiner Sicht ja nicht zu viel gezahlt, sonst hättest Du ja nicht gekauft. Es war dann zum Kaufzeitpunkt vielleicht teuer, aber aus Käufersicht immer noch preiswert.

Zitat:

@KelleOne schrieb am 13. November 2018 um 21:15:40 Uhr:

Wo wir wieder beim Thema wären, womit sich der Kreis schließt. Und hey.. wir haben in Deutschland so wenig Arbeitslose wie seit 30 oder 40 Jahren nicht mehr. Wenn sich der Wind dreht, und das wird er wohl, dann wird's sicherlich nicht besser mit den "Zombihaushalten". Vor allem wenn man von den 80 Mio. noch die rd. 15 Mio. Minderjährigen abzieht.

Niedriglöhner, Aufstocker und Kranke werden fleißig rausgerechnet, würde man die Lage realistisch betrachten (kann ich von einem Job in Vollzeit meine Familie ernähren?), dann sähe diese Zahl meiner Meinung nach ganz anders aus.

Zitat:

 

Mann wird ja heutzutage schon dämlich angeguckt wenn man sein Auto nicht finanzieren will und nach Barzahler rabatt fragt. Da kann man froh sein wenn man den gleichen Satz kriegt wie der Finanzierer, verdient die Bank ja sonst nichts mehr dran

Wenn es so weiter geht mit den Zinsen und der Inflation ist finanzieren bald effektiv günstiger als das Geld anzusparen.

In ein paar Jahren ist die Inflation vielleicht höher als die Zinsen bei einer Fahrzeugfinanzierung, dann wäre es teurer das Geld anzusparen über ein paar Jahre anstatt zu finanzieren :D

Zitat:

 

Und NIEMAND kann heute mit absoluter Sicherheit davon ausgehen, dass sich seine familiären, beruflichen uns sonstigen Voraussetzungen, nicht so stark ändern, dass er sich evtl. umorientieren muss.

XF-Coupe

Das konnte noch nie jemand. Früher hatten die Leute ziemliche Sicherheit in Punkto Familie, die Scheidungsrate bei der heutigen 60+ Generation ist ja eher gering, dafür war die Jobsicherheit gefühlt etwas schlechter, wobei das absolut Branchenabhängig ist.

Heute in Zeiten von hohen Scheidungsraten ist dafür in den meisten Branchen eine starke Jobsicherheit da, durch den akuten Fachkräftemangel.

Wenn man aber nach sowas geht, dann dürfte man nie eine Immobilie anschaffen, denn keiner weiß was Morgen oder in zehn Jahren ist.

Der Immobilienkauf ist auch immer eine Lifestyle Entscheidung, zusätzlich zur finanziellen Entscheidung.

Zitat:

ist dafür in den meisten Branchen eine starke Jobsicherheit da, durch den akuten Fachkräftemangel.

Das halte ich für ein Gerücht. Die Digitalisierung greift immer mehr um sich. Ich habe dies in meinem Blog thematisiert. Vor allem einfache Tätigkeiten werden künftig entfallen. Es setzt jetzt bereits eine Bildungsinflation ein. Das Abitur ist praktisch nichts mehr wert. Die jungen Menschen werden dazu genötigt Hochschulabschlüsse zu absolvieren, da sie sonst im Laufe ihres Berufslebens auf der Strecke bleiben. Künftig werden beinahe nur noch komplexere Tätigkeiten übrig bleiben.

Eine Hilfe könnte Augmented Reality darstellen, weil auf absehbare Zeit menschliche Hände durch nichts zu ersetzen sind um komplexe Reparaturen durchzuführen etwa.

https://www.motor-talk.de/.../...ung-auf-die-arbeitswelt-t6355382.html

@strykaar: Manchmal habe ich den Eindruck, wir leben in unterschiedlichen Welten.

Früher war es eher die Regel, dass man von der Ausbildung bis zur Rente bei einem Arbeitgeber bleibt, heute ist es eher die Ausnahme.

Heute lautet, wenn man nicht gerade wie Du im öffentlichen Dienst ist, das Zauberwort Flexibiltät. Und eine Immobilie macht, wie der Name schon sagt immobil.

Lifestyle ist die Art, wie man wohnen möchte. Ob man kauft oder mietet, ist eine rein finanzielle Entscheidung.

XF-Coupe

Zitat:

@XF-Coupe schrieb am 13. November 2018 um 10:46:20 Uhr:

... wenn man nichts zu verlieren hat ...

Wie sang schon Janis Joplin: "Freedom´s just another word for nothing left to loose" ;)

Nee, die sang was anderes.

Aber Du meinst, Freiheit wäre ein anderes Wort für wenn nix locker sondern schön fest ist?

:D

Die Frau sang, dass man ihr doch bitte einen Mercedes kaufen sollte, weil ihre Freunde Porsches fahren. Und drei Tage nach der Aufnahme des Songs verstarb sie.

Moral von der Geschicht', träume nicht von Dingen, die zu teuer sind, sonst gehst du einen Pakt mit dem Teufel ein (extrem freie Interpretation).

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