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WLTP und NEFZ - Was die Hersteller so treiben ;) - (Stammtisch)

Themenstarteram 18. März 2015 um 11:54

Hallo in die Runde!

Da das Thema langsam heiß wird, tauchen auf einige Fragen die ersten, vorsichtigen Antworten auf.

Beispiel: "Ist der WLTP-Verbrauch höher?"

Antwort gemäß TÜV SÜD: Ja und nein. :eek:

 

17.03.2015, Pressemeldung TÜV SÜD: Ein Zyklus für alle - Auszug:

"Ergebnisse ganz unterschiedlich

Blick in die Testresultate: Im direkten NEFZ-WLTP-Vergleich fallen die Ergebnisse sehr unterschiedlich aus. So bleibt bei einem 5 Gang manuell geschalteten Benziner der Verbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß beim WLTP beinahe gleich, wohingegen ein Dieselfahrzeug mit einem 6-Gang-Automatikgetriebe mit WLTP sogar Punkte macht: mit einem Minderverbrauch von einem guten halben Liter auf 100 Kilometern. Bei vielen Schadstoffen schneiden die Autos beim WLTP schlechter ab – Beispiel Kohlenmonoxid: Bei einem gemessenen 5-Gang-Benziner lagen die CO2-Emissionen um 87 Prozent höher, beim 6-Gang-Automatik-Selbstzünder um 20 Prozent. Höhere Werte auch bei den Stickoxiden: beim Benzinerbeispiel mehr als doppelt so hoch, beim Diesel um das Dreieinhalbfache. Dazu Mast: "Die Ergebnisse zeigen, dass der WLTP nicht automatisch zu höheren Verbräuchen führt.“"

 

Was sagt Ihr dazu? Habt Ihr dies erwartet?

VG myinfo

 

PS: Wer interessante, aktuelle Meldungen und Artikel zum Thema hat, darf sie gerne hier verlinken: WLTP und NEFZ - Aktuelle Meldungen und Artikel - Linksammlung

Beste Antwort im Thema

Zitat:

@bbbbbbbbbbbb schrieb am 18. März 2015 um 16:16:57 Uhr:

Zitat:

[Nimm Dir mal ein Leistungs / Drehmomentdiagramm zur Hand und sieh Dir exemplarisch den Drehmomentverlauf eines sehr kleinen Turbomotors und eines relativ großen Saugmotors (Spitzenleistung identisch) an, dann wirst Du verstehen, was ich meinte.

Ich weigere mich halt immer so unterschiedliche Sachen zu vergleichen. Ich versteh schon, was du meinst. Ein großer Saugmotor hat schon auch seine guten Seiten.

Aber wenn ich einen 2l Saugbenziner und einen 1,6l Turbobenziner in derselben Leistungsklasse vergleiche, dann fällt mir kein Grund ein, wieso man sich für den Sauger entscheiden sollte.

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Sehr interessante Informationen! Dass der Verbrauch teilweise sogar sinkt, habe ich so nicht erwartet.

Ich habe gerade nur einen Bericht im ZDF gesehen. Das Gewicht der Klimaanlage wird berücksichtigt, angeschaltet wird sie nicht. Ein gewisser Herr Prof. D. - der anscheinend seinen Rüssel in jede Kamera halten muss - sieht darin einen großen Fortschritt.

Ich habe nur mit einem Ohr hingehört aber irgendwie war das schon wieder genug Fortschritt für heute.

mfg

Zitat:

@Go}][{esZorN schrieb am 18. März 2015 um 14:12:25 Uhr:

Das Gewicht der Klimaanlage wird berücksichtigt, angeschaltet wird sie nicht.

Wurde die Klimaanlage früher etwa ausgebaut? :D

Zitat:

Ein gewisser Herr Prof. D. - der anscheinend seinen Rüssel in jede Kamera halten muss - sieht darin einen großen Fortschritt.

Lass mich raten, das war bestimmt der da.

Wenn man sich den WLTP mal genauer anschaut dann sieht man das die Unterschiede zum NEFZ eher marginal sind. Minimal mehr Last, ähnliche Geschwindigkeiten, etwas längere Testfahrt. Der WLTP kann sich sogar positiv auf den Verbrauch auswirken, da einige neue Parameter verbrauchsverbessernd sind. Dazu gehören die fahrzeugspezifischen Schaltpunkte (anstatt starre (ineffiziente) Schaltpunkte für alle), die längere Testfahrt (Motor wird richtig warm und arbeitet länger im warmen Zustand), etwas mehr Last (besserer Wirkungsgrad), weniger Standzeiten (weniger Anfahren). Insgesamt wird sich durch den WLTP am Verbrauch wenig ändern. Größere Motoren werden aber eher etwas profitieren, sodass der Vorteil von den Downsizing Motoren etwas kleiner wird. Wer wegen dem neuen Zyklus auf eine Renaissance der Sauger hofft, wird aber enttäuscht werden.

Zitat:

@RedRunner10 schrieb am 18. März 2015 um 14:31:13 Uhr:

Wer wegen dem neuen Zyklus auf eine Renaissance der Sauger hofft, wird aber enttäuscht werden.

Wer sollte denn auf sowas hoffen?! :confused:

Zitat:

@Marco1991 schrieb am 18. März 2015 um 14:45:08 Uhr:

Wer sollte denn auf sowas hoffen?! :confused:

Fahrer zum Beispiel, die nicht so auf eine künstliche Leistungscharakteristik stehen.

Zitat:

@Marco1991 schrieb am 18. März 2015 um 14:45:08 Uhr:

Zitat:

@RedRunner10 schrieb am 18. März 2015 um 14:31:13 Uhr:

Wer wegen dem neuen Zyklus auf eine Renaissance der Sauger hofft, wird aber enttäuscht werden.

Wer sollte denn auf sowas hoffen?! :confused:

Es gibt hier auf MT viele, die was gegen die Turbobenziner haben und argumentieren, dass mit einem neuen Verbrauchszyklus die Sauger weniger verbrauchen werden als die Turbos. Dafür sind die Geschwindigkeiten im WLTP aber immer noch viel zu niedrig.

Zitat:

@bbbbbbbbbbbb schrieb am 18. März 2015 um 14:15:33 Uhr:

Zitat:

@Go}][{esZorN schrieb am 18. März 2015 um 14:12:25 Uhr:

Das Gewicht der Klimaanlage wird berücksichtigt, angeschaltet wird sie nicht.

Wurde die Klimaanlage früher etwa ausgebaut? :D

Zitat:

@bbbbbbbbbbbb schrieb am 18. März 2015 um 14:15:33 Uhr:

Zitat:

Ein gewisser Herr Prof. D. - der anscheinend seinen Rüssel in jede Kamera halten muss - sieht darin einen großen Fortschritt.

Lass mich raten, das war bestimmt der da.

Ich glaube eher er meinte den da! :D

Zitat:

@bbbbbbbbbbbb schrieb am 18. März 2015 um 14:54:32 Uhr:

Zitat:

@Marco1991 schrieb am 18. März 2015 um 14:45:08 Uhr:

Wer sollte denn auf sowas hoffen?! :confused:

Fahrer zum Beispiel, die nicht so auf eine künstliche Leistungscharakteristik stehen.

Schon die Wortwahl...

Als ob an einem Sauger irgendwas "natürlich" wäre.

Ich versteh das immer nicht so ganz, aber scheinbar ist das auch eine Glaubensfrage.

Warum soll man einem Motor selber Luft holen lassen, wenn man ihm die Luft doch auch gewaltsam zuführen kann. Turbomotoren sind meiner Meinung nach wesentlich angenehmer im Alltag zu fahren, weil das maximale Drehmoment schon so früh anliegt. Das ist doch viel zu nervig, den Sauger immer so hoch zu drehen, dass mal ordentlich Drehmoment anliegt. Aber ok.

Grundsätzlich ist die Umstellung auf den WLTP nicht so schlecht. Aber man muss sich trotzdem von der Vorstellung verabschieden, dass die ermittelten Verbräuche vom Normalfahrer erreichbar sind. Da scheitert ja schon oft daran, dass viele gar nicht wissen, was sie da an ihrem Schalthebel machen. Braucht man ja nur dran denken, wie oft man als Fußgänger innerorts Autos rumfahren hört, die offensichtlich im 2. oder 3. Gang 50 +x km/h fahren. Immerhin scheint ja der WLTP etwas schärfere Anforderungen an Beschleunigung etc. zu stellen, als der NEFZ.

Interessant ist eigentlich der US06 Zyklus. Der ist meiner Meinung nach wesentlich realitätsnäher, weil die Motoren mit wesentlich mehr Last betrieben werden. Beim NEFZ wird das Gaspedal mehr oder weniger nur gestreichelt.

Naja, nicht jeder findet es angenehm wenn er erst einmal drauflatschen muss bis der Motor reagiert ;) Da kann ich die Saugerfans schon verstehen. Dazu fahren sich die meisten Turbomotoren sehr unspektakulär und die gewisse Gedenksekunde die ein aufgeladener Motor immer hat kannst du auch mit modernen Ladern nicht komplett eliminieren.

Ein Sauger reagiert deutlich spontaner. Natürlich bekommst du mit einem Turbo deutlich mehr Power aus dem gleichen Hubraum aber ein Sauger der ordentlich gemacht ist kann sich durchaus vernünftig fahren. Dazu kommt noch das Leistung alleine noch lange nichts darüber aussagt wie gut ein Motor geht. Wenn ich das Getriebe jetzt brutal lang übersetze kann auch ein 300PS Motor gefühlt ziemlich lahm sein. Die meisten Turbos die ich gefahren bin fuhren sich ziemlich unspektakulär und ich rede hier nicht von irgendwelchen Minimotoren mit weniger als 100 PS. Auch einen 200 PS Turbo musst du je nach Auslegung ordentlich treten damit da was kommt. So pauschal kann man das also nicht sagen.

Ich bin auch mal gespannt inwiefern der WLTP jetzt realistischer ist als der NEFZ. Die EPA Ratings der Amerikaner sind deutlich realistischer und im Alltag sind die Verbrauchsangaben auch problemlos machbar. Der einzige Vorteil an unserem NEFZ ist das er so unrealistisch ist das dadurch auch gleichzeitig die CO2 Emissionen die zur Berechnung der Steuer notwendig sind deutlich niedriger sind als in der Realität.

Zitat:

@martins42 schrieb am 18. März 2015 um 15:41:17 Uhr:

Schon die Wortwahl...

Als ob an einem Sauger irgendwas "natürlich" wäre.

Ich denke, Du bist intelligent genug, um zu verstehen, was ich damit gemeint habe. Ein 1.2 Liter großes Motörchen, das ab 1300 U/min. plötzlich durchzieht und ab 4500 U/min. wieder nachlässt, würde ich nicht unbedingt als "authentisch" bezeichnen. Ich mag es halt, wenn ein Motor je kräftiger ist, je höher er dreht. Hast Du da ein Problem damit?

Übrigens steht die Bezeichnung "NA" bei Saugmotoren nicht ohne Grund für "naturally aspirated". ;)

Zitat:

@Marco1991 schrieb am 18. März 2015 um 15:45:13 Uhr:

Turbomotoren sind meiner Meinung nach wesentlich angenehmer im Alltag zu fahren, weil das maximale Drehmoment schon so früh anliegt.

Was viele nicht zu verstehen scheinen: Es ist nicht relevant, wann das maximale Drehmoment anliegt, sondern wann wie viel Drehmoment anliegt. Das wurde mir gestern erst wieder aus der Praxis bestätigt, der Mazda 2.0 fühlt sich untenrum genauso kräftig an wie der 1.2 Turbo eines französischen Fahrzeuges mit etwa gleicher Spitzenleistung.

Zitat:

@bbbbbbbbbbbb schrieb am 18. März 2015 um 15:57:44 Uhr:

Was viele nicht zu verstehen scheinen: Es ist nicht relevant, wann das maximale Drehmoment anliegt, sondern wann wie viel Drehmoment anliegt.

Das mein ich doch gerade. Bei den Turbomotoren steigt das Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen relativ stark an und wird dann vom Wastegate "abgeschnitten", sodass sich ein Art Plateau bildet.

Beim Saugmotor steigt das Drehmoment langsamer, aber dafür länger.

Ein Bild zur besseren Darstellung:

http://www.cpa-chiptuning.de/images/diagramm_f/de/698_1.png

Das ist ein Turbomotor. Steiler steigt das Drehmoment bei einem Sauger doch auch nicht.

Zitat:

@Marco1991 schrieb am 18. März 2015 um 16:12:07 Uhr:

Das mein ich doch gerade. Bei den Turbomotoren steigt das Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen relativ stark an und wird dann vom Wastegate "abgeschnitten", sodass sich ein Art Plateau bildet.

Beim Saugmotor steigt das Drehmoment langsamer, aber dafür länger.

Nimm Dir mal ein Leistungs / Drehmomentdiagramm zur Hand und sieh Dir exemplarisch den Drehmomentverlauf eines sehr kleinen Turbomotors und eines relativ großen Saugmotors (Spitzenleistung identisch) an, dann wirst Du verstehen, was ich meinte. Klar liegen die rund 200 Nm eines 2 Liter Saugmotors erst ab ca. 4000 U/min. an, aber das ist doch ziemlich egal, wenn dafür z.B. bei 1300 U/min. ein ähnliches Drehmoment wie beim kleineren Turbomotor anliegt.

In der Praxis wirkt so ein großer Saugmotor schon im untersten Bereich wach und spricht präzise auf das Gaspedal an, während sich der Turbomotor erst hocharbeiten muss. Ändert freilich nichts daran, dass sehr kleine Saugmotoren natürlich keinen rechten Spaß im unteren Bereich machen, speziell dann, wenn diese auch noch, wie aktuell wieder üblich, aus Spritspargründen lang übersetzt werden.

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