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Wie Turbobenziner in den Bergen fahren?

Themenstarteram 25. August 2021 um 17:11

Moin,

man sehe mir meine Unkenntnis bitte nach, ich komme ausm flachen Norden und fahre normalweise Saugbenziner.

Derzeit sind wir mit dem Kuga meiner Frau in den Mittelgebirgen im Urlaub. 1,5 liter, 120ps, Handschaltung.

In der Ebene alles kein Problem, man kann früh schalten und schaltfaul fahren, weil dank Turbolader das maximale Drehmoment früh anliegt.

Wie macht man das in den Bergen, bzw. beim bergauf fahren?

Hoher Gang, niedrige Drehzahl und viel Gas, so dass der Turbo ordentlich ackern muss?

Oder kleinerer Gang, mehr Drehzahl (dass man schon aus dem Fenster mit dem maximalen Drehmoment raus ist) und dafür weniger Gas?

Es fühlt sich für mich komisch an, den Motor mit viel Gas und wenig Drehzahl den Berg hochzujagen, aber vielleicht weil ich es einfach nicht gewohnt bin.

Fährt man von der Ferienwohnung weg (Motor kalt) geht es gleich ziemlich steil bergauf.

Dem Turbo soll man ja kalt nicht allzuviel abverlangen. Soweit klar, aber wie?

Zweiter Gang, Drehzahl unterhalb dem Punkt wo der Turbo loslegt? Da quält sich der kleine und kalte Motor turbolos mit hoher Last bergauf.

Mehr Gas und mehr Drehzahl, dann muss der Turbo trotz kaltem Motor gleich gut loslegen.

Nach meinem Gefühl ist mittlere Drehzahl und nicht zuviel Gas am besten, da man dann vorankommt, Drehzahl und Last erträglich sind und der Turbo nicht voll gefordert wird.

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39 Antworten

Hallo!

Wie schnell muss den Berg denn rauf?

Mal eine andere Frage: Welche EZ hat dein Kuga?

Denkst du das der Lader immer aktiv volle pulle mit arbeitet? Bei leichten Beschleunigungen und konstanter fahrt tut der so gut wie nix.

Zitat:

@fehlzündung schrieb am 25. August 2021 um 17:11:07 Uhr:

....

Nach meinem Gefühl ist mittlere Drehzahl und nicht zuviel Gas am besten, da man dann vorankommt, Drehzahl und Last erträglich sind und der Turbo nicht voll gefordert wird.

Dein Gefühl weist den richtigen Weg.

Bei den seit ca. den letzten 15 Jahren auf den Markt gekommenen Turbobenziner-PKW setzt die Turboaufladung spätestens bei 1500-1600 U/min ein und diese Fahrzeuge erreichen oft schon vor 2000 U/min ihr maximales Drehmomentplateau.

Bei modernen turbobefeuerten Benzindirekteinspritzern setzt die Turboaufladung i.d.R. bereits ab ca. 1000-1100 U/min merkbar ein, so dass bei einem> 120 PS starken Kompakt-Direkteinspritzbenziner 2200-2600 U/min ausreichen, um zügig eine 10-12 % Steigung hochzukommen. Ob das dann im 3. 4. oder 5. Gang beim Handschalter ist, hängt neben dem Gesamtgewicht des Fahrzeugs von der Anzahl der vorhandenen Gänge und deren Übersetzung ab.

Themenstarteram 25. August 2021 um 20:05

@eddy_mx

Naja, die Straße ist am Ortsausgang. Es geht bergauf aus dem Ort raus.

Daher wäre es natürlich schön, zumindest auf Ortstempo zu beschleunigen.

Der ist Juni oder Juli 2019 gebaut. Ich weiss auch, worauf du hinaus willst, weiss aber nicht, ob der schon den neuen Block hat.

@carbonix

Nein, denke ich nicht, sonst wäre die Frage ja hinfällig. Es ging ja darum, ob es sinnvoller ist, den Lader voll drehen zu lassen oder mehr Motordrehzahl zu haben. Da das Drehmoment mit steigender Drehzahl abnimmt, gehe ich davon aus, dass der Lader dann weniger arbeitet. Also am meisten in dem Bereich arbeiten muss, wo das höchste Drehmoment anliegt und man Vollgas gibt.

Daher wollte ich ja auch wissen, wie man den kalten Motor am besten beschleunigen lässt, ohne den Lader stark zu belasten.

@Volvoluder

So in etwa. Ich meine, der Bereich des höchsten Drehmoments liegt von 1750 bis 2400 Umdrehungen an.

Wenn man den kalten Motor also zwischen 2000 bis 3000 drehen lässt beim bergauf fahren, sollte das von Drehzahl, Last und Turbobeanspruchung (bei nicht zuviel Gas) wohl am besten passen.

Zitat:

@fehlzündung schrieb am 25. August 2021 um 20:05:02 Uhr:

@eddy_mx

Naja, die Straße ist am Ortsausgang. Es geht bergauf aus dem Ort raus.

Daher wäre es natürlich schön, zumindest auf Ortstempo zu beschleunigen.

Der ist Juni oder Juli 2019 gebaut. Ich weiss auch, worauf du hinaus willst, weiss aber nicht, ob der schon den neuen Block hat.

Wenn das wirklich das Baudatum und nicht die EZ ist, dann solltest du auf der sicheren Seite sein - Glück gehabt.

Grunsätzlich belaste ich einen Motor so, dass das Verhältnis zwischen Drehzahl, Gaspedalstellung und Motorlast stimmig ist. Mit 2000-2500u/min bis 50% Gaspedalstellung sollte bei der Drehmomentkurve deines Motors gut passen.

Schön, dass du dir über sowas Gedanken machst!

Themenstarteram 25. August 2021 um 22:39

Ich hatte mal nachgesehen anhand der FIN, aber war mir dann nicht ganz sicher. Muss ziemlich zum Wechsel auf den neuen Block rum gebaut worden sein.

Der neue Block wäre natürlich beruhigend, aber auch beim alten geht ja nicht jeder kaputt. In Relation zu den verkauften Fahrzeugen sind das sicher auch nur ganz wenige. Aber klar, ein blödes Gefühl fährt dann mit.

Jedenfalls wurde er Ende 2019 vom Autohaus zugelassen als Tageszulassung und wir haben ihn Anfang 2021 übernommen mit null Kilometern.

Ja, grundsätzlich interessiert mich Autotechnik und Turbo ist für mich was neues. Daher wollte ich auch mit dem Kuga in den Urlaub fahren, statt mit dem Forester mit Saugbenziner. Um mal die Unterschiede auf der Autobahn und auf bergiger Strecke zu erfahren.

Und es ist irgendwie ein Spleen von mir, ich versuche immer möglichst materialschonend unterwegs zu sein, dabei aber normal zu fahren, ohne andere dabei zu behindern.

Zitat:

@fehlzündung schrieb am 25. August 2021 um 17:11:07 Uhr:

 

Wie macht man das in den Bergen, bzw. beim bergauf fahren?

Ganz normal, sowie Du es vom Flachland her gewohnt bist. Du kannst auch das Gaspedal bis zum Anschlag durchtreten. Dafür ist es gemacht. Drehzahl geht bis zum roten Bereich.

Wenn es nach Fahrtbeginn bergauf geht ist das ganz nett für Deinen. Otwor. Da wird er schneller warm und die Kaltlaufphase verkürzt sich. Schleichfahrt ist unnötig und behindert nur den Verkehr hinter Dir.

Zitat:

@fehlzündung schrieb am 25. August 2021 um 20:05:02 Uhr:

@eddy_mx

 

Da das Drehmoment mit steigender Drehzahl abnimmt, gehe ich davon aus, dass der Lader dann weniger arbeitet. Also am meisten in dem Bereich arbeiten muss, wo das höchste Drehmoment anliegt und man Vollgas gibt.

Daher wollte ich ja auch wissen, wie man den kalten Motor am besten beschleunigen lässt, ohne den Lader stark zu belasten.

Hier muss man grundsätzlich unterscheiden: klar im Bereich des höchsten Momentes liefert der Lader auch den maximalen Ladedruck (in der Regel).

Schaut man auf die Drehzahl des Laders, ist die aber nicht im Bereich des höchsten Ladedruckes am höchsten, sondern meistens eher Richtung Nennleistungspunkt, da hier auch der größte Massenstrom durch den Verdichter gehen muss.

 

Also wenn man die ersten Minuten nach Kaltstart gemäßigt fährt, also sowohl ganz niedrige Drehzahl und hohe Last als auch niedrige Last aber 6.000rpm vermeidet, macht man nichts verkehrt.

 

Generell ist der Zustand hohe Last und niedrige Drehzahl (<1500rpm) eher schädlich als eine etwas höhere Drehzahl zu wählen.

Themenstarteram 25. August 2021 um 23:13

Das ist alles klar. Es ging mir mehr darum, ob man sich sinnvollerweise eher im niedrigen aber drehmomentstarken Drehzahlbereich aufhält, wo man das Gas voll durchtritt und der Turbo voll dreht oder eher im hochtourigen Bereich, wo die Last und Turbobeanspruchung geringer sind.

Das stimmt, Motor wird da schnell warm, während die Erwärmung beim Bergabfahrt stagniert oder sogar rückläufig ist.

Das stimmt natürlich, denn je höher die Motordrehzahl, desto höher die Menge der benötigten Luft und dafür muss der Lader schneller drehen. Die meisten Turbomotoren erreichen ihre maximale Leistung früher als im Fahrzeugschein angegeben bzw. kommt bspw. bei der 150PS-Version ab 4500u/min nur noch wenig Leistungszuwachs bis 5500u/min.

Themenstarteram 25. August 2021 um 23:31

Danke, dann habe ich es instinktiv ja richtig gemacht.

Früher habe ich den Sauger auch kalt recht früh geschaltet und mehr Gas gegeben, weil ich dachte, möglichst wenig Drehzahl bei kaltem Motor.

Bei meinem Subaru mit Automatik ist es aber eher andersrum. Der erhöht im Kaltlauf die Drehzahl und vermeidet Last.

Fazit: kann man im Grunde immer so handhaben, egal ob Turbo oder Sauger, mittlere Drehzahl und nicht zuviel Last in der Warmlaufphase.

Ich danke euch für die Infos.

Mehr nicht, aber irgendwo legt er nicht mehr nach wg VTG.

Genau, 2500 +/- U/min und nicht so viel Last ist passend.

Gruß, der. Bazi

Zitat:

@fehlzündung schrieb am 25. August 2021 um 23:31:52 Uhr:

Fazit: kann man im Grunde immer so handhaben, egal ob Turbo oder Sauger, mittlere Drehzahl und nicht zuviel Last in der Warmlaufphase.

Eigentlich richtig, wobei man immer irgendwo dazwischen liegt. Bei niedrigen Drehzahlen werden die Pleuellager stärker belastet. Dafür bekommt der Turbomotor wärmere Luft, was wiederum den Kaltlauf verkürzt. Höhere Drehzahl bringt mehr Verschleiß, entlastet die Lager und der Turbo langweilt sich. Dafür braucht der Motor mehr Sprit.

Meine Erfahrung ist die, dass die Motoren und die Peripherie das dauerhaft aushalten, egal wie man fährt. Daher steige ich in den Wagen und fahre so wie immer, egal ob kalt oder warm.

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