Welches Motoröl?

Hallo,

würd mal wissen wollen, was das beste Motoröl ist? Welche Erfahrungen habt ihr im Bezug auf Motoröl gemacht?

Gruß Gorge

Beste Antwort im Thema

Also ich bin mal vor vielen Jahren einen alten Opel Rekord meines Bruders gefahren, der hatte die 100.000er Grenze längst überschritten. Als ich Öl nachkippen wollte, konnte ich vor lauter Siff die Gleitflächen der Nockenwellen kaum noch erkennen. Um meinem Bruder, bzw. seinem Wagen was Gutes zu tun, habe ich an der Tanke irgendein Vollsynthese-Zeugs gekauft und einen halben Liter reingeleert. Der Wagen lief daraufhin weicher und leiser. Ein paar Wochen später schraubte ich wieder den Öleinfülldeckel auf - und siehe da, die Nockenwellen waren so sauber, als ob der Motor fabrikneu wäre. Die Additive in diesem halben Liter Öl hatten gereicht, um alle Ablagerungen zu lösen.
Seitdem schwöre ich auf Vollsynthetik.

Meine Favoriten: Mobil 1, Shell Helix Ultra, Aral Supertronic und Total Quartz 9000, und zwar jeweils in der Visko-Klasse 0W-40 bzw. 5W-40.

Aber Achtung, nicht jedes Vollsynthetische ist gut:
Ich hab mal den Fehler gemacht, Poweroil aus dem Baumarkt zu kaufen, weils so schön billig war und hab damit einen Ölwechsel bei meinem damaligen Auto (Fiat Panda) gemacht. Obwohl vollsynthetisch, bildeten sich schwarze Schlieren im Öl als Vorläufer von Schwarzschlamm!

Das war mir eine Lehre, beim Öl spart man immer am falschen Ende.

Die Vorteile von Vollsyntheseöl liegen darin, dass es langlebiger ist als Mineralöl, seine guten Qualitäten länger behält, auch in Extremsituationen.
Diese Qualitäten wären z.B. eine bessere und schnellere Schmierwirkung, bessere Reinigungswirkung, besserer Oxidationsschutz des Motors vor aggressiven Säuren, die bei der Verbrennung entstehen und vieles mehr. Die Mehrkosten bei der Anschaffung haben sich manchmal innerhalb eines Ölwechselinvertalls amortisiert, da der Ölverbrauch geringer ist und man meist kein Öl nachfüllen muss zwischen den Ölwechsel.

Ich kenne einen, dessen Wagen soff 1 Liter Öl auf 1000 km, d. h. bis zu seinem Ölwechsel bei 15.000 km hat er 15 Liter Öl nachgekippt. Hauptsache, billiges Öl. Die Umwelt dankt! :-(

Ich konnte ihn nicht davon überzeugen, mal was anderes als 15W-40 zu probieren, weil das in seinem Handbuch stand. Und da stand auch, dass bis zu einem Liter pro 1000 Km normal sind. Also hat er fleissig nachgekippt. Manchen ist eben nicht zu helfen.

Um auch mal gleich mit ein paar weitverbreiteten Irrtümern aufzuräumen, sei noch erwähnt, dass man sehr wohl vollsynthetisches mit mineralischem Öl mischen kann, genauso wie verschiedene API- oder ACEA-Spezifikationen und auch verschiedene Viskositätsklassen. Ebenso stimmt es nicht, dass man bei Motoren nach einer gewissen Zeit nicht mehr von mineralisch auf vollsynthetisch umsteigen kann.

Wichtigtuer setzen eine Menge Hoaxes diesbezüglich in Umlauf, dahingehend, dass Motoren dann reihenweise an verstopften Ölleitungen eingehen oder sturzbachmässig das Öl verlieren, weil sich Dichtungen in Nichts auflösen, etc.
Naja, wer es glauben mag... der wird dann wahrscheinlich auch voller Dankbarkeit gute Bewertungen abgeben. Only bad news are good news.

Teilsynthetischen Ölen traue ich allein schon deswegen nicht über den Weg, weil sich rein theoretisch jedes Mineralöl, in dem sich auch nur ein einziger Tropfen Vollsynthetisches Öl befindet, teilsynthetisch nennen darf. Wie gross der jeweilige Anteil ist, steht nämlich wohlweisslich nirgends. Das riecht mir sehr nach Bauernfängerei.

Zu den API- und ACEA-Klassifikationen nur so viel: Ich halte sie für korrupt. Eine API-, genauso wie eine ACEA-Klassifikation ist käuflich. Beim American Petroleum Institiut z.B. bekommt man für 600 $ + Umsatzbeteiligung am Ölverkauf die Klassifikation verkauft. Zitat:

"Die Schmierstoffhersteller prüfen in Eigenverantwortung (Selbstzertifizierung) Ihre Produkte ab. Eine Listung bei API ist gegen Bezahlung entsprechender Lizenzgebühren (min. 600$ + Umsatzbeteiligung) möglich, und erlaubt die Nutzung des API-„Donut“. Eine Überprüfung der Schmierstoffqualität durch API wird im Unterschied zu den meisten Fahrzeugherstellerfreigaben aber nicht durchgeführt!", nachzulesen hier:

http://www.transalp.de/.../KFZ_schmierstoffe.pdf

Selbst die Schmierstoffhersteller machen kein Geheimnis daraus:

"Die Auslobung der API- und ACEA-Klassifikationen erfolgt weitestgehend in einem sogenannten Selbstzertifizierungssystem. Dem Schmierstoffhersteller wird es dabei selbst überlassen, die in eigener Regie durchgeführten Teste auszuloben.", nachzulesen hier:

http://www.castrol.de/.../m_klassifikation_3.html

Das erklärt auch, wie Billigsvollsynthesetöle (z.B. Poweroil aus dem Baumarkt) zu ihren API SL-Qualifikationen kommen.* (Fortsetzung im 2. Teil)

Eins vorneweg: Ich bin kein reicher Snob, sondern fahre jetzt eine 13 Jahre alte Klapperkiste (Citroen BX 16), gekauft vom Schrotthändler, doch mit 2 Jahren TÜV - und solange sollte das Teil noch halten. Dennoch, oder gerade deswegen, habe ich mal Mobil 1 ausprobiert.

Aber der Reihe nach: Der Motor hatte beim Kauf schon über 157.000 KM und die rabenschwarze Brühe tropfte kaum noch vom Ölmessstab, so sehr war sie eingedickt.
Also als erstes Öl gewechselt. Dazu kaufte ich für 22 € das LiquiMoly 10W-40 (Finger weg!) im 5 Literkanister. Der Motor klapperte ab und zu, und schon nach 5000 KM hatte sich am Öleinfülldeckel eine helle, wachsartige Schicht gebildet.

Jetzt kommts:
Da ich nach 5000 KM eh Öl nachfüllen musste und die freie Tankstelle dieses Mobil 1 (0W-40) für 12,50 € in der Literdose anbot, welches ich kurz vorher bei Esso für 19 € nochwas gesehen hatte, griff ich kurzentschlossen zu und kippte einen Liter in den Motor, um ihm was Gutes zu tun.
Was dann geschah, hat mich zuerst erschrocken: Auf dem Nachhauseweg qualmte mein Auto so stark aus dem Auspuff, dass ich dachte: "Na klasse, jetzt wird das gute teure Öl einfach verbrannt, vielleicht war es doch zu dünn?"
Aber am nächsten Tag hat sich das Qualmen nach dem Warmfahren gelegt und mir fiel auch auf, dass der Motor gar nicht mehr klapperte. Und je länger ich fuhr, umso weicher schien der Motor zu laufen. Nach ein paar Wochen öffnete ich den Öleinfülldeckel - und siehe da: Die helle, wachsartige Schicht war weg!
Das würde auch das kurzzeitige Qualmen erklären: Die Additive in dem guten Öl haben die Ablagerungen aufgelöst und diese wurden verbrannt.

Das Öl hat mich voll überzeugt: Der Motor läuft leiser, der Ölverbrauch hat abgenommen (vorher 1 Liter auf 5000 KM, jetzt nur noch ca. ein viertel Liter auf die gleiche Entfernung), ich schone somit die Umwelt und meinen Geldbeutel und meinen Motor.
Und das lediglich durch das Auffüllen von nur einem Liter Mobil 1! Wers nicht glaubt, solls ausprobieren!

Nochwas:
Vor dieser Mobil 1-Ölkur lief mein Wagen mit Müh und Not 170 km/h, obwohl 176 km/h im Brief stehen, jetzt jedoch fast 180! Ich erkläre mir das dadurch, dass die Kolbenringe in der Kolbennut mit Ölkohle verbacken waren, was zu schlechter Kompression und somit Leistungsverlust führte, die Additive in dem guten Öl die Ölkohle jedoch auflösten, die Kolbenringe dadurch frei wurden und nun zur Zylinderwandung hin wieder richtig abdichten. Fazit: Mehr Leistung und geringerer Ölverbrauch.
Was viele Motorölzusätze nur versprechen: Dieses Motoröl hält es.

Übrigens:
Mobil 1 (0W-40) ist Erstbefüllöl bei Porsche, Aston Martin und AMG! Lasst euch also nicht kirre machen von Leuten, die Bedenken haben, dass bei so einem dünnen Öl der Schmierfilm reissen könnte.
Ebenso gehört ins Reich der Fabeln, dass man bei einem Motor mit hoher Laufleistung kein vollsynt. Öl benutzen sollte, wegen evtl. Verstopfung von Ölkanälen durch losgelöste Ablagerungen. Die gute Dispergierwirkung bewirkt eine Feinstverteilung, welche die Fremdstoffe in Schwebe hält und somit besteht diese Gefahr nicht. Ansonsten wäre Mobil (US-Firma) in den USA längst im Zuge von Schadensersatzprozessen Pleite gegangen.

Merke:
Kein Auto geht an zu gutem Öl kaputt, sondern an zu schlechtem – und kein Auto hat zu viele Kilometer, um ihm gutes Öl zu gönnen!

Im Gegenteil, je mehr Kilometer auf der Uhr stehen, umso nötiger ist gutes Öl, umso dankbarer reagiert der Motor darauf. Da kann das gute Motoröl dann zeigen, was in ihm steckt.

Und wenn jetzt der Einwand kommt:
„Aber im Handbuch meines alten Golf, meines Ford Granada, meines Opel Rekord, meines sonstwas steht doch 15W-40!!“, dann soll sich derjenige bitte mal daran erinnern, ob es damals, als diese Autos konstruiert wurden, es überhaupt 0W-40er Öle gab. Was es damals nicht gab, kann logischerweise auch nicht im Handbuch stehen! Das ist so, als würde ein Arzt es ablehnen, moderne Arzneimittel zu verschreiben, weil es zu Zeiten seines Studiums diese nicht gab.

Was ich auch nicht mehr hören kann, sind die gutgemeinten Ratschläge einiger selbsternannter Spezialisten: „Bleib einfach bei dem Öl, das vorher drin war“ (und wenn’s die letzte Brühe war…)

Ich jedenfalls habe es mir abgewöhnt, mit solch ewiggestrigen Zeitgenossen zu diskutieren, die nach dem Motto zu gehen scheinen: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“
Natürlich ist es diesen auch ein Gräuel, Vollsynthetiköl mit Mineralöl zu mischen, 10W-40er mit 0W-40er, verschiedene Güteklassen, etc.
Tja, was soll ich sagen, die scheinen ein ideologisches Problem damit zu haben, so in etwa: Nurr rrasserreines Öl darrf in meinem Motorr sein, jawollja!!!
Nun gut, ich glaube, ich schweife etwas ab... ;-)

Fakt ist, alle Motoröle sind miteinander mischbar, und Fakt ist, dass beim Auffüllen mit besserem Öl sich die Qualität verbessert und beim Mischen mit schlechterem Öl sich verschlechtert. Klar, eine komplette Füllung mit besserem Öl ist das Optimum. Aber in meinem Fall ist das eh nicht nötig, denn ich fahre keinen Aston-Martin Sportwagen, sondern eine alte Franzosenschaukel.
Und dafür reichen die Additive, die in einem Liter Mobil 1 drin sind. Und dafür reicht auch mein Geldbeutel.** (-->)

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Zitat:

Original geschrieben von MA8


Naja wer weiss wann der Vorbesitzer von meinem Kübel zuletzt mal nen Wechsel gemacht hat (auch wenn der "erst" 110tkm runter hat)... nach langem Rumlesen und abwägen hab ich mich jetzt doch für Valvoline SynPower 5W-40 entschieden. Bei dem Preis denke ich geht das Zeug schon klar.

Hallo MA8,

welchen Preis hast Du denn für das Valvoline SynPower 5W-40? 😕 Das sehr empfehlenswerte Mobil 1 0W-40 bekommt man seriös im Internethandel für etwa € 7,50 per Liter.

Gruß CVM.

Servus,

das 4-Liter-Gebinde schlägt mit 17,99€ zu Buche.
Da ich noch einige Teile (wie weiter oben erwähnt) bestelle, komme ich portofrei davon. Ich denke, bei 4,50€ pro Liter kann man eigentlich nicht meckern.

Zitat:

Original geschrieben von MA8


Servus,

das 4-Liter-Gebinde schlägt mit 17,99€ zu Buche.
Da ich noch einige Teile (wie weiter oben erwähnt) bestelle, komme ich portofrei davon. Ich denke, bei 4,50€ pro Liter kann man eigentlich nicht meckern.

Hi MA8,

der Liter-Preis von € 4,50 für das Valvoline SynPower 5W-40 ist aus meiner Sicht in Ordnung, falls das 'HST' gemeint ist. Dieses ist gemäß meiner Recherche kein Low-SAPS-Öl.

www.valvoline.com/products/Synpower.pdf

Das Valvoline-Öl HST 5W-40 erreicht aber z. B. nicht die Performance des Mobil 1 0W-40. Wegen 3 Euro Preisunterschied per Liter würde ich deshalb hier nicht zum Valvoline tendieren.

Gruß CVM.

Zitat:

Original geschrieben von Sir Donald



😁 Wo kann man dieses Öl kaufen,im Märchenland?

Mobil 1 Rallye SHC 0W50 aus dem Märchenland.

Den Golf-II fuhr ich von 1986-1991! Die Brühe gibt es wahrscheinlich nicht mehr!??

Gruss Jakker

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Zitat:

Original geschrieben von Polofreak1979


Hi einen Taboldfilter hast du drin , dann muß man doch nur noch alle 200000 oder so das Öl wechseln oder wie jetzt????

Hallo Polofread1979,

eigentlich sollte gar kein Ölwechsel mehr statt finden. Nur den Feinstfiltereinsatz alle 15-20.000km und gelegentlich einen Blick auf den original Ölfilter, da der verbaut bleibt.

Hallo Grossvater18, ChromeVanadiumM,

ist schon korrekt; 200.000km kein Ölwechsel gemacht; nur Filterwechsel und Nachfüllen (6,5Ltr. auf 200tkm)

Gruss Jakker

Du bist der Albtraum aller Gebrauchtwagenkäufer... 😁

Wie viel kostet eigentlich so ein Filtereinsatz?

Und welche Information erhält man durch den Blick auf den Originalfilter? Ob er noch anwesend ist?

Zitat:

Original geschrieben von Jan0815


Du bist der Albtraum aller Gebrauchtwagenkäufer... 😁

Wie viel kostet eigentlich so ein Filtereinsatz?

Und welche Information erhält man durch den Blick auf den Originalfilter? Ob er noch anwesend ist?

Hallo Jan0815,

bin für keinen Gebrauchtwagenkäufer ein Albtraum, da mein Auto nie Selbigen sehen wird. 🙂

Wegen Preise; guckst Du: http://trabold.de/hp2.htm

Spätestens wenn das Teil anfängt zu rosten, sollte er getauscht werden. Sicher ist es auch beruhigend, beim Blick drauf fest zu stellen, dass er noch da ist 😁 😁 😁

Gruss Jakker

Und was macht der Trabold Filter mit den gebrochenen und oxidierten Molekülketten sowie verbrauchten Additiven und dem Viskositätsabfall durch Verschleiß des VI-Verbesserers? Zaubert er neue hinzu? 🙄 Vielleicht kann das ja das oben genannte Mobil 0W-50 aus dem Märchenland 😁

Hier paar sinnvolle Beiträge zu dem Trabold Schwachsinn:

Zitat:

Original geschrieben von Sterndocktor


Halte davon überhaupt nichts! Weil Motorenöl nicht nur deshalb gewechselt werden muß, weil irgendwann das Schmutztragevermögen erschöpft ist.

Wie sollte lediglich das Filtern von kleinsten Feststoff-Teilchen die oxidative (Reaktion mit Sauerstoff) und thermische (Zerfall der Verbindung durch Hitze) Alterung verlangsamen? Oder den Abfall der Hochtemp.-Visko durch mechanischen Verschleiß des VI-Verbessers verhindern? Und den Eintrag von flüssigen Verunreinigungen und sauren Reaktionsprodukten aus der Verbrennung verhindern? Eben. Überhaupt nicht!

Und das mit dem "Lasttragevermögen"? Hierfür müßte sich die Molekularstruktur des Öls entsprechend verändern. Oder plötzlich Hochdruck-Additive aus dem Nichts auftauchen, die vorher noch nicht enthalten waren. Und dass das mit dem lediglich filtern von kleinen Feststoffteilchen nicht möglich ist, braucht man, denke ich, nicht näher erklären.

Grüße

P. S. Bei einem Otto kommt das Öl meistens dünnflüssiger als im Neuzustand aus dem Motor. Wenn anhand der Fahrgewohnheiten bei einem bestimmten Motor eine Ölverdünnung durch Kratfstoff-Eintrag aber überhaupt kein Thema ist, und das Öl thermisch überbelastet wird, bzw. viel zu lange nicht gewechselt wird, dann wird es mit der Zeit jedoch sogar immer zähflüssiger. Im Endzustand gleicht es dann einer teerähnlichen Masse. Besser wird es dadurch aber logischerweise nicht.

Zitat:

Original geschrieben von Sterndocktor


Zu solchen "Reibetests" generell: Mit dem was in einem Motor passiert, hat das ja nicht viel zu tun. Solche Dinge macht man nur um Laien zu beeindrucken. Sei es z. B. irgend einen Ölzusatz zu verkaufen, oder etwas anderes. Das einzige was hier zählt, ist a) eine möglichst hohe Visko bei Umgebungstemp. ("Test" wird ja nur bei dieser und nicht etwa bei 100 o. 150 Grad gemacht) und b) möglichst gute EP-Eigenschaften des Öls - und sonst nichts!

Deshalb ist es am Besten wenn man für einen solchen "Test" ein vollsynth. Höchstdruck-Getriebeöl nimmt. Am Besten also ein SAE 75W-140 GL5. Ich würde da das Castrol "SAF-XJ" nehmen, und um auf Nummer sicher zu gehen noch eine Extra-Portion gute EP-Additive dazu geben. Und wenn es ein gebrauchtes Motorenöl "darstellen" soll, dann würde ich noch etwas Ruß dazu geben. Und mit diesem "Altöl" lasse ich dann jedes Motorenöl schlecht aussehen. Auch das 5W-50er M1 und auch das, welches wir bei den F1-Motoren verwenden!

Bzw. wenn man den Leuten einen Ölzusatz verkaufen will, nimmt man für den Test erstmal ein sehr einfaches - am besten ein ganz unlegiertes (sagt aber das dies ein gutes wäre). Und da gibt man dann nachher den Zusatz dazu, der EP/AW-Additive enthält. Und schon sind die Leute wieder vom Unterschied beeindruckt. So einfach ist das.

Feinstfilter: Diese gibt es schon so lange, wie ich mich zurück erinnern kann. Sinnvoll sind und waren die bei solchen Motoren, welche noch keinen Hauptstrom-Ölfilter hatten. Ersetzt diesen zwar nicht, weil diese Feinsfilter eben nur ca. 10% der Ölmenge im Nebenstrom filtern, ist aber besser als gar nichts. Allerdings muß gewährleistet sein, dass auch dann noch bei allen Betriebsbedingungen ein ausreichender Öldruck gegeben ist - weil ein Nebenstromfilter ja sozusagen etwas vom Öldruck abzwackt. Damit konnte man dann bei solchen Motoren die Ölwechsel-Intervalle etwas verlängern, sofern das Öl von den anderen Eigenschaften her das mitgemacht hat.

Bei einem aktuellen Motor kann mit einem Nebenstrom-Zusatzfilter unter gewissen Umständen das Intervall verlängert werden. Und zwar wenn es sich um einen Diesel handelt, der überwiegend auf längeren Strecken bewegt wird, und deshalb in kurzer Zeit viele km abgespult werden, und dabei das Öl aber auch thermisch nicht sonderlich beansprucht wird. Und das verwendete Öl auch entsprechend hochwertig und langzeitstabil ist. Und da durch den Nebenstromfilter auch die Ölmenge vergrößert wird, wird es deshalb auch noch thermisch und spezifisch weniger belastet. Und tankt man wie in D üblich ausschließlich schwefelfreien Diesel kann es sein, dass es so 100tkm durchhält.

Aber selbst dann sollte wenigstens das Additiv-Paket bei jedem Filterwechsel aufgefrischt werden. So wie das bei dem System der Fall war, welches die AB getestet hat. Da wurde alle 30tsd km der Haupt- und Nebenstromfilter gewechselt und auch das Additiv-Paket aufgefrischt. Bei diesem Traboldfilter wird dagegen nicht einmal das gemacht.

Und trotzdem soll es dann gleich 300tkm durchhalten? Und lt. Trabold muß es dann noch nicht mal ein hochwerrtiges Öl sein? Ist natürlich nicht mgl. und Humbug. Das geht nichtmal bei LKWs, welche ein Zentrifugal-Filtersystem habem und mit speziellen LKW-Ölen laufen. Selbst da kann man max. 100 bis 120tkm mit der gleichen Ölfüllung fahren. Und wenn es kein besonders gutes ist, wäre das schon lange vorher zu Teer geworden.

Für einen Diesel-PKW rechnet sich ein solcher Nebenstromfilter meistens auch aus finanzieller Sicht nicht. Jedenfalls dann nicht, wenn man das Öl selbst wechselt und dieses aus einer günstigen Quelle bezieht. Und aus Umweltsicht bringt es auch nichts. Der Anteil am Gesamt-Rohölverbrauch, der für Schmieröle benötigt wird, ist einmal eh verschwindend gering. Dann kann man den Rückstand, der ganz unten im Hauptturm zurückbleibt (nachdem man alle anderen Fraktionen herausgetrennt hat), eh nur noch zur Herstellung mineralischer Schmieröle verwenden. Für HC-Öle ist das Ausgangsprodukt auch nur ein Abfallprodukt, welches bei der Raffination anfällt. Und die Front- u. Heckschürzen, welche hauptsächlich aus Altölen hergestellt werden, brauchen wir ja trotzdem. Würde noch weniger Altöl anfallen, müsste man zur Herstellung von diesen eben frische Raffinate verwenden.

Oder kurz gesagt: Dem Einzigen dem so ein Nebenstrom-Feinstfilter wirklich nützt, ist der, der diesen (für viel Geld) verkauft!

Grüße

Zitat:

Original geschrieben von Sterndocktor


@Pit 32:

Hallo, alles richtig! Aber das Hauptproblem wurde dabei noch nicht einmal angesprochen. Und zwar der Viskositätsabfall durch Verschleiß des VI-Verbesserers.

Ein Mehrbereichsöl entsteht ja erst durch Zugabe eines solchen. Ein 10W-40er z. B. entsteht, indem man einem 10W-Einbereichsöl eine solche Menge an VI-Verbesserern zugibt, dass daraus eben ein 10W-40er wird (Bei einem typischen Mehrbereichsöl beträgt der Anteil ca. 10% des Gesamtvolumens)!

VI-Verb. sind sozusagen lange Moleküle, welche in kaltem Zustand stark zusammengeknäult sind, u. sich mit zunehmender Temp. immer mehr entknäueln u. dann im Öl ein Netz bilden, welches die Bewegung der Ölmoleküle abbremst.

Oder einfacher gesagt: Dieser bewirkt, dass das Öl mit zunehmender Temp. nicht so stark ausdünnt. Und das Problem: Mit der Zeit wird der VI-Verb. geschert, also mechanisch verschlissen.

Und nach einer bestimmten Zeit wird dann aus dem 10W-40er ein 10W-30er, dann ein 10W-20er, u. wenn der VI-Verb. ganz kaput ist, ist es dann nur noch ein 10W-Einbereichsöl. Und kein Filter dieser Welt kann das verhindern - nicht einmal verzögern!

Nur weil man noch etwas mehr der festen Partikel rausfiltert, wird der VI-Verbess. halt auch nicht wieder ganz. Alleine deshalb muß das Öl schon (egal ob mehr oder weniger verschmutzt) nach einer bestimmten Laufleistung gewechselt werden.

U. wenn nicht, ist irgendwann die nächste längere Autobahnfahrt dann die letzte für diesen Motor gewesen!

Grüße

P. S. Bei einem hochwertigen vollsynthetischen Öl dauert es zwar deutlich länger bis es kaput ist, da diese von Haus aus schon einen höheren VI haben, u. der in solchen enthaltene VI-Verb. auch vergleichsweise robust ist. Dies hat aber nichts mit der Filterung zu tun, sondern liegt alleine am Öl! Aber auch diese halten nicht ewig u. müßen rechtzeitig gewechselt werden.

Grüße

Theo

Zitat:

Original geschrieben von Jakker63


Mobil 1 Rallye SHC 0W50 aus dem Märchenland.

Den Golf-II fuhr ich von 1986-1991! Die Brühe gibt es wahrscheinlich nicht mehr!??

Da man selbst 2008 kein 0W50 käuflich erweben kann da diese Viskosotätslage nicht herstellbar ist,zumindest nicht zu einem bezahlbaren Preis,ist es mehr als unwahrscheinlich das man dazu in den 80ern in der Lage war.Wird wohl eher ein 10W50 gewesen sein.Selbst Mitte der 90er waren vollsyntetische Öle noch meistens 5W40 und Standart war 10W40.

Zitat:

Original geschrieben von Sir Donald



Zitat:

Original geschrieben von Jakker63


Mobil 1 Rallye SHC 0W50 aus dem Märchenland.

Den Golf-II fuhr ich von 1986-1991! Die Brühe gibt es wahrscheinlich nicht mehr!??

Da man selbst 2008 kein 0W50 käuflich erweben kann da diese Viskosotätslage nicht herstellbar ist,zumindest nicht zu einem bezahlbaren Preis,ist es mehr als unwahrscheinlich das man dazu in den 80ern in der Lage war.Wird wohl eher ein 10W50 gewesen sein.Selbst Mitte der 90er waren vollsyntetische Öle noch meistens 5W40 und Standart war 10W40.

Dafür, daß man es nicht käuflich erwerben kann, wird es aber zahlreich angeboten! Ich muß mir direkt irgendwo einen Liter organisieren und einmal messen, ob es tatsächlich ein 0W-50 ist.

Bei meinem Auto (BJ 1990!) rät die Betriebsanleitung von 0W-50 Ölen definitiv ab (nur im Notfall zum Nachfüllen, bei nächster Gelegenheit Öl wechseln!)

LG Kurt Radowisch, Wien
k.radowisch@a1.net

Ich habe noch kein 0W50 gesehen,kannst du mal Links bringen?
irgendwo hat der Sterndocktor mal erwähnt das beim 5W50 bei Motorenölen das Ende der Viskositätsspanne liegt und mehr (noch) nicht geht.Laut Marketing gibts aber auch 10W60 und ähnliches.er hat aber noch nichts im Labor gehabt das eine größere Spanne abdeckte als das 5W50. 

Zitat:

Original geschrieben von Kurt Radowisch



Dafür, daß man es nicht käuflich erwerben kann, wird es aber zahlreich angeboten!
LG Kurt Radowisch, Wien
k.radowisch@a1.net

Zahlreich? Wo denn bitteschön? Mit Mühe findet man ein, zwei obskure Noname Öle, oder ein fürs Ausland produziertes Mopedöl von Aral, bei dem sie nicht wagen, es in D zu verkaufen.

@ Sir Donald:

Deinen Hinweis auf 10w-60 verstehe ich nicht.

Übrigens läßt sich schon ein höherer VI erreichen, als z.B. beim 5w-50, ein 0w-50 in entsprechender Qualität sollte durchaus möglich sein, aber das wäre so teuer, dass das niemand kaufen würde.

0W-50 ist für Motoröle nicht realisierbar, da es einen höheren VI als 190 hätte, bei Hydraulikölen gibt es aber sogar höhere:

Zitat:

Original geschrieben von Hans.EE


Guten Abend!

Ein 0w60er ist laut der Aussage von Sterndocktor definitiv NICHT möglich, da man den Viskositäts-Index nicht über 190 strecken kann. Es sind nur maximal die Viskositäten 0w40, 5w50 und 10w60.

Zitat von Sterndocktor:
"
Ein „0W-60er“ wäre keine schlechte Idee. Leider kann man den Visko-Bereich aber nicht so weit strecken. Weshalb es ein solches auch nicht gibt, u. wohl auch nie geben wird. Das höchste was bei Motorenölen möglich ist, ist ein Viskositäts-Index (VI) von knapp 190 (Haben die besten unter den 0W-40ern)!"
Quelle: http://www.pixelgate.info/privat/stefan/

mfg Hansi

Angebotene 0W-50 0W-60 sind von dubiosen Anbietern und wenn man deren Kenndaten anschaut auch keine.

Grüße

Theo

Zitat:

Original geschrieben von Sir Donald


Ich habe noch kein 0W50 gesehen,kannst du mal Links bringen?
irgendwo hat der Sterndocktor mal erwähnt das beim 5W50 bei Motorenölen das Ende der Viskositätsspanne liegt und mehr (noch) nicht geht.Laut Marketing gibts aber auch 10W60 und ähnliches.er hat aber noch nichts im Labor gehabt das eine größere Spanne abdeckte als das 5W50.

10W-60 ist realisierbar und hat auch keine grössere Spanne als 0W-40 oder 5W-50 und hat Sterndocktor auch nie angezweifelt (nur die 0W-50 und 0W-60).

Grüße

Theo

Zitat:

Original geschrieben von Jan0815



Zitat:

Original geschrieben von Kurt Radowisch



Dafür, daß man es nicht käuflich erwerben kann, wird es aber zahlreich angeboten!
LG Kurt Radowisch, Wien
k.radowisch@a1.net
Zahlreich? Wo denn bitteschön? Mit Mühe findet man ein, zwei obskure Noname Öle, oder ein fürs Ausland produziertes Mopedöl von Aral, bei dem sie nicht wagen, es in D zu verkaufen.

Beim Wühlen im I-Netz findest du einen Haufen Einträge (z.B. Mathy). In wie weit die alle seriös und vertrauenswürdig sind, kann ich von hier aus natürlich nicht beurteilen.

LG Kurt Radowisch, Wien
k.radowisch@a1.net

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