Warum will mir kein Händler ein Auto verkaufen?

Hallo zusammen,
-vorweg- ich weiß, dass ich in dieses Forum nicht 100%ig reingehöre, hab aber kein passenderes gefunden.

Mein Geschichte: ich bin zur Zeit auf der Suche nach einem Kompakten oder Mittelklasse, ein bis drei Jahre alt, leistungsstark und mit überdurchschnittlicher Ausstattung. Es soll nichts in Zahlung gehen und ich werde bar bezahlen.
Da ich zeitlich nicht unter Druck stehe und mich auch auf keine Marke festgelegt habe, hab ich mittlerweile einige Objekte gefunden, die mich interessieren würden (z.B. Ford Focus, Citroen C4 Coupe oder den Alfa GT, Kostenpunkt zw. 12t und 15t €).
Ich spreche also mit den Händlern/Verkäufern, kläre ab, ob das jeweilige Objekt auch wirklich zu mir passt und sobald alles geklärt ist, versuche ich über den Preis zu sprechen. Aber trotz Zusage, dass ich sofort und in bar bezahlen möchte, hat mir bisher noch keiner mehr als 100-300€ Nachlass eingeräumt.
Ich bin dagegen der Meinung, dass in dieser Preisklasse, bei Fahrzeugen, die wochen-, manchmal monatelang angeboten werden, zudem mit relativ hohem Spritverbrauch, 1000€ drin sein müssten (was ich aber nicht ausspreche). Also drehe ich mich um und gehe. Was mich nun wundert: nicht einer versucht mir ein besseres Angebot zu machen oder mir ein anderes Fahrzeug anzubieten. Wollen die nichts verkaufen oder wollen sie nur "mir" nichts verkaufen? (Ich habe keinen Ausschlag, bin gewaschen und höflich - ich schwör's!)
Ich verstehe ja, dass mancher seine Gebrauchtwagen wirklich und echt kalkuliert, so dass er wirklich nicht mehr runtergehen kann, aber alle?
Die Schwacke-Liste habe ich natürlich konsultiert, musste aber feststellen, dass es abhängig vom Modell doch ganz schöne Abweichungen zur Realität (=autoscout oder mobile ;-) gibt.

Welche Erfahrungen habt Ihr beim Gebrauchtwagenkauf habt, wie kalkulieren die Händler, wie verhandelt man geschickt?

Für Eure Antworten schon mal vielen Dank!

Beste Antwort im Thema

Moin,

hast du dem Händler auch deine Preisvorstellung gesagt? Wenn 13.8 T dransteht und er sagt dir, na gut, 13.6 T für dich, musst du ihm sagen, dass du bereit bist ihm z.B. genau 13 zu geben. Oder für die 13.6 noch einen Satz neuer Winterreifen. Oder oder...
Wenn er "nö" sagt (warum soll er dir auch ein Auto verkaufen, dass er wem anders für mehr verkaufen kann?), sagst du halt "schade, dann nicht" oder "kann man da echt nix mehr machen?". Wenn er verneint, ist das halt Pech.

Wenn du aber wirklich Zeit und hast und weißt, dass das Objekt deiner Begierde da schon länger steht, dann geh' nach einiger (!) Zeit nochmal hin und teile dem Händler mit, dass dein Angebot von vor drei Monaten immer noch steht und dass er froh sein kann, dir den Wagen verkaufen zu können. Vielleicht erinnert er sich an dich und ist froh, die Karre vom Hof zu haben; oder er wird stinkig und jagt dich ohne Auto vom Hof - dann geh' acht Wochen später wieder vorbei 😁

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Zum Thema exorbitante Margen kann ich nur eine Zahl nennen: durchschnittlich 0,4% Umsatzrendite in 2007 bei ALLEN Händlern in Deutschland, also 40 Cent Gewinn bei 100 Euro Umsatz. Im Vergleich dazu: Tagesgeld liegt bei 4 Prozent und mehr, BMW und Co peilen Umsatzrenditen von 10 und mehr Prozent an. Die Banken lassen die Autohäuser nur deshalb nicht reihenweise sterben, weil man lieber die Zinsen kassiert als Immobilien zwangszuversteigern, für die es kaum eine andere Nutzungsmöglichkeit gibt. Und die Nachfrage nach Autohäusern ist derzeit nicht hoch.

Bei der ganzen Preis- und Rabattdiskussion vergessen einige Kunden, dass die Gebrauchten ja auch irgendwo herkommen müssen. Und ein günstiger Gebrauchter setzt auch immer eine günstige Inzahlungnahme voraus. Und da niemand freiwillig sein altes Auto bei Neukauf verschenkt, damit der Nächste 2.000 Euro Rabatt erhält, ist diese ganze Diskussion um Rabatt bei Gebrauchten doch hinfällig. Und man muss das Thema nicht an einem Fahrzeug bei einem Händler festmachen. Wenn bei einem Händler die durchschnittlichen Standtage der Gebrauchten im Lot sind, dann kann er auch ein, zwei zu teuer eingekaufte Langsteher verrtragen. Und da wird halt gewartet, bis man den Preis erzielt den man braucht.

@synallagma

[ironie an]

Du hast die Zeichen der Zeit noch nicht verstanden.

Ein guter Autohändler muss heutzutage
1) einen Glaspalast hinstellen, weil es der Hersteller so vorschreibt
2) auf einen Neuwagen 20% Rabatt gaben
3) dafür den Gebrauchten mit 3.000 Euro über DAT in Zahlung nehmen
4) sich an den günstigen Zinskonditionen für den Neuwagen beteiligen
5) den Gebrauchten dann aber günstig anbieten, damit er nicht so lange auf dem Hof rumsteht
6) Nach der 2jährigen Gewährleitungszeit noch 3 Jahre alles auf Kulanz repapieren
7) für alle Werkstattaufenthalte einen Ersatzwagen bereithalten
8) als guter Chef natürlich 20% über Tarif zahlen.

[ironie aus]

@alpini

Sorry aber jetzt werde ich einmal ausfallend.

Was ist das denn für eine gequirlte Sch.... ?

Exorbitante Margen???? Wach mal auf!! HAAAALLLLLOOOOOO !!!! Jemand zu Hause????

Jeder zweite Händler macht den Laden zu weil nix mehr übrig bleibt!!!! Das ist die REALITÄT!!!!!

Wenn ich solche Äußerungen lese werde ich stinksauer, da es immer Leute gibt die dass glauben.

Ich möchte mal wissen wie man auf die Idee kommt hier so einen Quatsch zu veröffentlichen ohne auch nur einen Funken Wissen über den Autohandel zu haben.

Ganz direkt: Solche " Kunden" wie dich schmeiße ich raus!

Falls du jetzt sagst: " Wenn du kein Geschäft machen willst!" dann empfehle ich Dir im Duden mal nachzuschlagen was die Definition eines Geschäftes ist.

Ein Geschäft ist dann gut wenn beide Parteien ein zufriedenstellendes Ergebnis finden.

Tip: Mach doch einfach dein eigenes Autohaus auf und lass bitte alle Autoverkäufer dieser Welt in Ruhe, denn keine Provision der Welt könnte mich davon abringen einen solchen Kunden wie dich rauszuschmeißen.

Wir sind in Deutschland! Was für Kulturkreise meinst du eigentlich.

Und jetzt noch etwas zum nachdenken. Nur etwas lustiger:

"Ich bin für jeden gerne Psychiater, Detektiv, Anwalt, Seelsorger und Mutter Teresa.
Gerne helfe ich beim Abbau langfristig aufgestauter Aggressionen.

Ich ernähre mich buchstäblich von Druck von allen Seiten, falschen Anschuldigungen
und Beleidigungen und bin mental darauf angewiesen, komplett von Allen runtergeputzt
zu werden. Schließlich habe ich dem Kunden das Auto nicht nur verkauft, sondern ich
habe es auch konstruiert, zusammengebaut, lackiert, finanziert, versichert und
kaputt gemacht.

Ich bin in der Lage, gleichzeitig drei Telefonate anzunehmen, eine Bestellung
aufzunehmen, dabei eine E-Mail zu verschicken und die komplette Ausstattung eines
vor fünf Jahren ausgelieferten Fahrzeugs auswendig aufzusagen. Ganz nebenbei kann
ich zwei Kollegen Auskünfte erteilen, die Auslieferung von drei Fahrzeugen
koordinieren, die Einhaltung aller Termine sichern und ein Leasingangebot erstellen.

Ich besitze die Fähigkeit, die Kunden am Telefon auch nach mehreren Jahren an der
Stimme zu erkennen und mittels meinen außergewöhnlichen Talenten die Wünsche des
Kunden in Bezug auf das gewünschte Fahrzeug, Baureihe, Farbe, Motorisierung und
Ausstattung zu erkennen, ohne daß er mir diese mitteilen muss.

Ich erkenne den Anspruch an einen guten Verkäufer an, daß wenn der Kunde einen
Termin für Mittwoch hat, klar ist, daß er eigentlich viel lieber Donnerstag gekommen
wäre und natürlich auch kommt - wobei ich selbstverständlich auch am Freitag und
Samstag zur selben Zeit zur Verfügung stehe.

Ich habe jedes erdenkliche Auto schon mal über längere Zeit privat gefahren und beim
Zusammenbau aller dieser Autos assistiert. Aus diesem Grunde habe ich natürlich die
Baupläne und Bedienungsanleitungen aller aktuellen und aller älteren Modelle bis
Baujahr 1948 im kopf und ich weiß zu jedem erdenklichen Fehler mindestens drei
verschiedene Möglichkeiten, diesen zu beheben. Die verbale Beschreibung eines
Fehlers genügt und führt somit automatisch zur Lokalisierung des defekten Teils.

Ich bin alleinverantwortlich für nicht erfolgte Rückrufe unseres Servicebereichs und
unseres Teiledienstes, für die telefonische Nichterreichbarkeit der Bank, des
Mietwagenunternehmens oder der Versicherung, für jeden Fehler am Fahrzeug, für die
permanent schlechte Wirtschaftslage, für die aktuelle Bundesregierung, für die
letzten Bundesligaergebnisse und natürlich für das schlechte Wetter.

Ich kann singen, schauspielern und tanzen, ersetze nicht nur den Infoschalter,
sondern auch Post, Telefonauskunft und Internet. Ich kenne keine freien Tage und
arbeite sehr gerne so gut wie unentgeltlich - am liebsten nach 19.00 Uhr oder
Samstagnachmittags. Persönliche Freizeit ist für mich schier unerträglich und
Freunde, Verwandte und Hobby oder gar ein intaktes Familienleben stören mich nur.

Kurz, ich bin Ihr Autoverkäufer. "

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und wo ist das lustige?

Zitat:

Original geschrieben von synallagma


Zum Thema exorbitante Margen kann ich nur eine Zahl nennen: durchschnittlich 0,4% Umsatzrendite in 2007 bei ALLEN Händlern in Deutschland, also 40 Cent Gewinn bei 100 Euro Umsatz.

Angesichts der Bilanzkosmetik, die einige Zeitgenossen betreiben, darf man diesen Durchschnittswert aber auch nicht allzu ernst nehmen.

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke



Zitat:

Original geschrieben von synallagma


Zum Thema exorbitante Margen kann ich nur eine Zahl nennen: durchschnittlich 0,4% Umsatzrendite in 2007 bei ALLEN Händlern in Deutschland, also 40 Cent Gewinn bei 100 Euro Umsatz.
Angesichts der Bilanzkosmetik, die einige Zeitgenossen betreiben, darf man diesen Durchschnittswert aber auch nicht allzu ernst nehmen.

Angaben des ZDK.

Den Wert kann ich bestätigen; heute kann wahrscheinlich keiner mehr freiwillig ein Autohaus. Entweder Familie oder eben beteiligt und dann mit den Schulden daran gebunden...

Aber bei den KD, wie man hier teilweise sieht, möchte man wirklich lieber etwas anderes betreiben. Und die Margen haben die Hdl. leider nicht. Im Gegenteil, die Fzg. müssen teilweise unter Einstand (der durch versch. Aktion oder Druck einfach oft zu hoch war) verkaufen, dazu natürlich alle Gemeinkosten (an die kein Prozentejäger denkt) abdecken.

Hallo liebe und ich betone liebe Forumsmitglieder wie z. B. Nr. 5 lebt oder nun auch Durchschnittstyp,

ich weiß jetzt leider nicht warum Ihr so persönlich angreifend reagiert, wenn man den derzeitigen Istzustand im KFZ-Handel beschreibt. Wenns so ist, dass die Margen auf den von Euch beschriebenem Niveau sind, dann ists wie mit dem Milchpreis oder mit den Waren aus Fernost und sonst noch wo man hinschaut. Anscheinend wird in Deutschland dann für ein Butterbrot und ein Ei gearbeitet. Oder es sind genügend Leute an den Erträgen beteiligt. Warum kostet ein VW im europ. Ausland weniger wie bei uns?? Warum Ihr mich jetzt angreift naja das muss Euer Ding sein. Ich kann auf alle Fälle noch viele Beispiele an Autos bringen und zwar egal ob BMW, Mercedes oder VW/Audi hier lief es immer gleich. Das ist kein Einzelfall, mein Beispiel mit dem Coupe.

Ihr könnt ja Euer Verdientes gerne zu den Preisen ohne zu verhandeln dem Händler hinschmeisen, dass bleibt Euch doch frei überlassen. Und wenn ich so eine gequirlte xxxxx verzapfe, na dann ists doch gut. Dann ist doch alles in bester Ordnung. Nur die Kleinwagen- und Kompaktwagenklasse haben trotzdem die Zuwächse und die Mittel- und Oberklasse bricht ein. Warum nur??? Weil anscheinend die Leute jetzt lieber freiwillig kleine Autos kaufen. Aha das wird jetzt wohl stimmen. Man möchte derzeit eben keine größeren Autos denke ich, dass hat ja nach Euren Aussagen nichts mit dem Preisniveau zu tun.

Also, wenn Ihr Euch jetzt durch meine Aussagen beleidigt fühlt, dann entschuldige ich mich bei Euch eben und stecke Eure persönlich beleidigenden Angriffe weg und sage danke. Achja und zum Psychologen gehe ich deswegen auch nicht. Aber den Autohändlern werfe ich mein Geld auch nicht einfach ohne Verhandlung hin und freue mich dann über ein überteuertes Premiumprodukt. Ihr wisst ja "Geiz ist Geil".

Also noch einen schönen Sonntag. Ich hoffe es regt sich wegen diesem Posts jetzt nicht nochmal wer auf, da ich doch sehr brav war oder??

Peace!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Gruß

alpini

Zitat:

Original geschrieben von Durchschnittstyp


Ein Geschäft ist dann gut wenn beide Parteien ein zufriedenstellendes Ergebnis finden.

Stimmt. Nur haben das viele Händler bzw. Verkäufer leider noch nicht richtig verinnerlicht und sind nicht bereit, dem Kunden auf ernst zu nehmende Weise entgegenzukommen, weil sei befürchten, dabei auf einen Teil ihre Marge/Provision verzichten zu müssen.

Das weniger Marge immer noch besser ist als gar keine, merken viele dieser Zeitgenossen leider erst, wenn ihnen der Insolvenzverwalter die Last eigener Entscheidungen abnimmt...

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke



Zitat:

Original geschrieben von Durchschnittstyp


Ein Geschäft ist dann gut wenn beide Parteien ein zufriedenstellendes Ergebnis finden.
Stimmt. Nur haben das viele Händler bzw. Verkäufer leider noch nicht richtig verinnerlicht und sind nicht bereit, dem Kunden auf ernst zu nehmende Weise entgegenzukommen, weil sei befürchten, dabei auf einen Teil ihre Marge/Provision verzichten zu müssen.

Das weniger Marge immer noch besser ist als gar keine, merken viele dieser Zeitgenossen leider erst, wenn ihnen der Insolvenzverwalter die Last eigener Entscheidungen abnimmt...

Viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeellllllllllllllllllleeeeeeeeeeeeeeeeeeeennnnnnnnnnn Dank Drahkke,

Du beschreibst in wenigen aber richtigen Worten, wie die Lage derzeit ist. Danke nocheinmal. So und nur so ist es derzeit. Die Händler haben immer wieder lieber die Tauben auf dem Dach als die Spatzen in der Hand. Das kann und will ich nicht anzweifeln. Meine Eindrücke sind genau so. Auch wenn hier im Forum Leute meinen, auf solche Kunden wie ich (und damit sprechen Sie sehr viele Leute hier im Forum an) würden Sie verzichten wenn Sie Autoverkäufer wären. Aber vielleicht sind ja genau meine Kritiker hier im Forum diese besagten Autoverkäufer die es nicht haben können, wenn Autokäufer mit offenen Augen durch die Welt gehen.

Super Drahkke ich kann Deine Eindrücke nur bestätigen.

Gruß

alpini

Zitat:

Original geschrieben von alpini



Zitat:

Original geschrieben von la merde


aufgestanden, ausgelacht, gegangen
Komisch dass es Dir dann auch schon so ergangen ist, dass man als kaufswilliger Kunde von einem Verkäufer ausgelacht wird. So gings mir auch schon.

da hast du was missverstanden: ICH bin aufgestanden, ICH habe ihn ausgelacht, ICH bin geganken.

bin doch nicht so blöd und lasse mich vom verkäufer auslachen. ehrlich, wo lebst du?

-wenn der verkäufer 20.000 haben will und du bietest ihm 15 tsd. an, dann muss man sich nicht wundern, wenn man nicht für ernst genommen wird.

für mich kommts auch drauf an, was das fürn händler ist: irgendsoeiner, welcher ein paar autos auf dem kiesplatz abgestellt hat und den man dann per handy herbeirufen muss, der muss den wagen unter vertragshändlerpreisen anbieten. da geht bei mir sonst nichts

die oberklasse ist doch nicht eingebrochen, dass kommt erst, wenn das leasing dieser karren steuerlich nichtmehr dick sinnvoll für firmen wird.

Ich bin definitiv kein Autoverkäufer.

Beruflich habe ich Einblick in die Geschäftsunterlagen von 7 Betrieben, die als Haupt- oder Nebengeschäft neue und/oder gebrauchte Fahrzeuge verkaufen. Denen geht es so gut, dass die Werkstattangestellten teilweise mehr Geld zur Verfügung haben als der Geschäftsinhaber. Und ich sehe auch die Preise, zu denen die Fahrzeuge in Zahlung genommen werden und für welches Geld sie wieder rausgehen.

Die Margen kann man bezeichnen wie man will, exorbitant ist aber die Eigenschaft, die am wenigsten zutrifft.

Lest euch doch nochmal den Thread durch.

Die Einen kaufen ein Auto nur, wenn sie mindestens 10%-15% vom aufgerufenen Preis runterhandeln können. Die Anderen wollen dass gleich der "Endpreis" draufsteht, damit sie besser vergleichen können. Ja wie machts denn der böse Verkäufer jetzt richtig?

Wer von denen, die sich "nicht verarschen lassen" würde denn einen (evtl. sogar privaten) Verkäufer darauf hinweisen, dass er das Fahrzeug viel zu billig anbietet?

Zitat:

Original geschrieben von Nr.5 lebt


Ich bin definitiv kein Autoverkäufer.

Beruflich habe ich Einblick in die Geschäftsunterlagen von 7 Betrieben, die als Haupt- oder Nebengeschäft neue und/oder gebrauchte Fahrzeuge verkaufen. Denen geht es so gut, dass die Werkstattangestellten teilweise mehr Geld zur Verfügung haben als der Geschäftsinhaber. Und ich sehe auch die Preise, zu denen die Fahrzeuge in Zahlung genommen werden und für welches Geld sie wieder rausgehen.

Die Margen kann man bezeichnen wie man will, exorbitant ist aber die Eigenschaft, die am wenigsten zutrifft.

Lest euch doch nochmal den Thread durch.

Die Einen kaufen ein Auto nur, wenn sie mindestens 10%-15% vom aufgerufenen Preis runterhandeln können. Die Anderen wollen dass gleich der "Endpreis" draufsteht, damit sie besser vergleichen können. Ja wie machts denn der böse Verkäufer jetzt richtig?

Wer von denen, die sich "nicht verarschen lassen" würde denn einen (evtl. sogar privaten) Verkäufer darauf hinweisen, dass er das Fahrzeug viel zu billig anbietet?

Hallo Nr. 5 lebt,

jetzt nochmal ganz ganz langsam zum mitschreiben eh mitlesen. Ohne, dass ich hier jetzt jemanden angreifen oder unter die Gürtellinie schlagen will. Folgendes:

Ich rede nicht von den Margen, die die Händler tatsächlich verdienen. Ich meine die Margen, die die Händler verdienen wollen, die sind exorbitant. Da sind wir uns einig, dass beim Autohandel derzeit nicht mehr viel verdient ist. Geld wird im Service vielleicht noch gemacht aber nicht im Verkauf der Autos.

Ich will keinen Streit das ist mir fern (wenn ich auch etwas über die letzten Angriffe enttäuscht bin).

Aber wenn ich wie eben in unserer Region sehr üblich sehe, dass da viele Autos auf den Höfen mit Preisen stehen, die eben eine große Ertragsmarge beinhalten muss, da ja immer wieder Korrekturen nach unten vorgenommen werden. Und diese Gebrauchtwagen dann eben mit Preisen mit Abschlägen von 10 - 15 % oder auch noch mehr weggehen und über Monate aber versucht wird den ursprünglichen Preis zu relaisieren. Man dann noch Interessenten, die sich den Kauf zu "akzeptablen Konditionen" vorstellen können, von der Seite wirklich arrogant von Oben herunter anspricht, wenn man sich nur traut in eine Preisdiskussion einzusteigen, ja dann weiß ich warum der Threaderöffner solch ein großes Problem hat ein Auto von seinem Händler zu bekommen.

Mir ist auch klar, dass wenn man heute einfach den ausgezeichneten Preis auf den Ladentisch zahlt, dass ich dann ein sehr sehr bliebter und respektierter Käufer beim Autoverkäufer bin, dem man nach Vertragsabschluss beim Verlassen des Geländes wahrscheinlich noch nachsagen wird, "so wieder so ein - ich sag jetzt lieber keinen Ausdruck - den wir gemolken haben".

Das sehr hohe Margenerwartungen da sind ist doch nicht zu übersehen. Es werden doch die Händler Ihre Autos dann nicht mit 15 % + X verkaufen, wenn Sie dann draufzahlen. O. K. im Ausnahmefall ist das vielleicht möglich. Aber nicht bei der Menge an Autos, die ich jetzt im letzten Jahr verfolgte. Das kann nicht sein, sonst brauchen wir keine ARGE oder kein Sozialamt mehr, weil dann schicken wir alle Bedürftigen jetzt zu den Autohändlern, dies ja nur gut mit einem meinen und Ihre Ware verramschen.

Und darum stehe ich zu dem was ich meine, ich verstehe immer noch nicht, warum die gesamte Preiskalkulation egal ob bei Neu- oder Gebrauchtwagen nicht auf den Prüfstand gestellt wird und den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen endlich angeglichen werden.

Man sieht doch, bei Dacia und co gehts auch. Bitte jetzt nicht die ach so vielen Sicherheitsextras und sonstiges ins Feld ziehen. Zum teil mags stimmen. Aber mein Golf II von 1987 war ein gutes Auto wie auch men BMW e 30 von 1990 ein tolles Auto war. Beide hatten noch einen Gegenwert fürs Geld. Aber was jetzt beim Euro abgeht ist für mich nicht mehr rational erklärbar. Da verdienen sich ein paar (evtl. auch wenige) eine goldene Nase.

Und wenn man da einfach mitmacht na dann geht die Preisspirale in allen Bereichen nach oben. Ich glaube aber, dass wir als Einzelne da eh keine Chance haben etwas zu ändern. Aber ich meine man sollte vielleicht schon mal drüber nachdenken und seine Gedanken auch mal sagen dürfen ohne gleich angegriffen zu werden.

Ich hoffe nun, dass hier wieder etwas Ruhe reinkommt und eine objektive Diskussion weitergeführt werden kann.

Ich gebe Dir ja recht, dass die Händler derzeit nichts oder nur noch sehr wenig verdienen. Aber wenn Sie dem Käufer endlich wieder das Gefühl geben würden, dass man beim Anfragen jetzt von dem Tisch aufsteht und sich eben nicht benachteiligt sondern ernstgenommen fühlt, dann denke ich würden vielleicht wieder mehrer neue Neu- oder Gebrauchtwagen kaufen. Durch höhere Vertragsabschlussquoten würden wieder mehr Autos verkauft und der Ertrag wieder gesteigert werden.

Solange aber die Devise vorherrscht, dass man lieber an einem Kunden 5000,00 Euro verdienen mag anstatt an z. B. fünf Kunden jeweils 1000,00 Euro, solange sehe ich keine Änderung an der derzeitigen Entwicklung die da eben heißt:

Kaufzurückhaltung der Konsumenten

Und das gilt eigentlich in allen Branchen, egal ob Auto, Urlaub, TV/HIFI, etc..................

So jetzt hab ich mer nen Wolf geschrieben und mach mal wieder Pause.

Gruß

alpini

Ich würde es mal so zusammenfassen:

Wenn der Verkäufer verstanden hat, daß er sein Gehalt nicht vom Chef bekommt (der leitet es nur weiter), sondern vom Kunden, dann ist das schon eine ausgezeichnete Basis für ein gesundes Verhältnis unter Geschäftspartnern (als solche sollte der Verkäufer seine Kunden betrachten).

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