Warum parken Kfz bei einer Radspur und einer Kfz-Spur immer auf der für die Radfahrer vorgesehenen?
Berlin, Kantstraße, zweispurige Fahrbahn pro Richtung. Seit Corona: ein Fahrstreifen für Kfz, einer für Radfahrer. Warum parken/halten Kfz immer auf dem für Radfahrer vorgesehenen Fahrstreifen?
Ein ewiges Ärgernis für mich. Jedesmal muss ich mich in den für den Kfz-Verkehr vorgesehenen Fahrstreifen einordnen und werde dabei häufig auch noch angepöbelt.
Ich würde mir wünschen, dass der Kfz-Führer mutig ist und mit seinem Fahrzeug auf dem ihm zugeordneten Fahrstreifen anhält/parkt und seine "Besorgungen" macht.
Interessant wäre, was passieren würde.
354 Antworten
Zitat:
@Moers75 schrieb am 10. Juli 2024 um 09:34:19 Uhr:
Das sehen zum Glück viele anders. 😉
Wer sind die "Vielen"?
Es ist auch in den Städten nicht die Mehrheit.
Zitat:
@Moers75 schrieb am 10. Juli 2024 um 09:34:19 Uhr:
Im Kurzstreckenverkehr kann das Rad sehr wohl einen (zweit)wagen ersetzen wenn man will.
Und was ist, wenn man Radfahren nicht kann oder will?
Definiere Kurzstrecke!
1 km? Da läuft man lieber.
5 km? Bis ich das Rad aus'm Keller raus habe, bin ich mit dem Auto und vor allem mit dem Motorrad schon längst da.
10 km? Kommt auf die Richtung an.
Fahr ich raus aus die Stadt zu meiner Arbeitsstelle, wäre ich gut 30 min unterwegs (schneller geht es gesundheitlich nicht). Mit dem Mopped 'ne knappe Viertelstunde, mit Aute 'ne gute Viertelstunde.
Würde ich nach München die gleiche Strecke reinfahren, bin ich über eine Stunde unterwegs.
Man muss halt fit genug sein, die Ampelphasen für die Radfahrer abzupassen.
Das ist die Crux bei den Radfahrern:
Die Unterschiede bei den Geschwindigkeiten sind noch deutlicher. Hier hat man zwischen 10 km/h und 35 km/h alles mögliche. Wie will man das regeln?
Zitat:
@Moers75 schrieb am 10. Juli 2024 um 09:34:19 Uhr:
Weniger Stau, weniger Verkehrsraum, weniger Parkplätze, gibt genug Städte die zeigen dass es geht. In anderen Ländern wie den NIederlanden sieht man noch deutlicher wie viel Verkehr man auf das Fahrrad verschieben kann wenn man will. Wer vernünftige Radwege sät wird Radverkehr ernten - und das auch zum Vorteil der Autofahrer, werden die meisten leider nie begreifen.
Der Stau verlagert sich hin zu den Radfahrern, was man ja schon jetzt tw. in der dänischen Haupstadt beobachten kann. Also müssen hier die Radwege ausgebaut werden.
Es gibt keine allgemeingütige Regel.
Es wird IMMER Konflikte geben, solange es VT gibt, die sich nicht an die Regeln halten (wollen).
Das Problem in Deutschland?
Hier wird alles immer ideologisch aufgebauscht. Jeder hat Recht und übersieht dabei seine eigenen Fehler.
Dass der TE hier über die ach so bösen Autofahrer herzieht, sieht man doch eindeutig an der Überschrift. Er sieht aber nicht, dass er keinen Deut besser ist.
VG
Zitat:
@berlin-paul schrieb am 10. Juli 2024 um 10:11:04 Uhr:
dann ordnen wir als dem Auto Vorrang ein.
Tun wir das? Im Klimakonzept der Bundesregierung ist die Verdreifachung des Radverkehrs bis 2035 fest einkalkuliert, sonst haut es nicht hin. Wo soll der denn stattfinden, wenn der Autoverkehr das Hauptanliegen in den Städten bleibt?
Die Bundesregierung äußert hin und wieder durchaus lustige Ideen, insbesondere dann, wenn es darum geht, das Regierungshandlen als "alternativlos" und/oder "erfolgreich" darzustellen. Wir erinnern uns: (Repräsentative) Demokratie ist der Volkswille im Vierjahresabstand, und in diesen Intervallen denkt eine Regierung.
Zitat:
@Blubber-AWD schrieb am 10. Juli 2024 um 10:17:26 Uhr:
im Vierjahresabstand, und in diesen Intervallen denkt eine Regierung.
Bei der Klimageschichte stehen der Vierjahresdenke allerdings internationale Verträge im Wege, die sehr hohe Kosten im Fall der Nichterfüllung nach sich ziehen. Dem kann sich keine Regierung entziehen, welcher politischen Ausrichtung sie auch ist.
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Eigentlich ist es ganz einfach. Das Auto bedeutet schnelle Mobilität. Wir sind (relativ) unabhängig vom Wetter und anderen äußeren Einflüssen, (relativ) unabhängig von der eigenen Fitness, wir können Personen und Dinge transportieren, es dienstlich und privat nutzen... Es hat nur einen Nachteil. Es braucht ein bissel mehr Platz als andere Verkehrsmittel. Wenn wir dem Auto weniger Platz einräumen, wird der Verkehr langsamer und/oder weniger komfortabel.
Das mag in vielen Fällen gerechtfertigt sein, weil nicht genügend Platz da ist, der Platz zu teuer ist usw. Man sollte die Diskussion aber ehrlich führen. Weniger motorisierter Verkehr bedeutet mehr körperliche Anstrengung, mehr Planung für einzelne Mobilitätsaufgaben, mehr äußeren Einflüssen ausgesetzt zu sein und in vielen Fällen auch langsamer...
Zitat:
@mecco schrieb am 10. Juli 2024 um 10:20:41 Uhr:
Bei der Klimageschichte stehen der Vierjahresdenke allerdings internationale Verträge im Wege, die sehr hohe Kosten im Fall der Nichterfüllung nach sich ziehen. Dem kann sich keine Regierung entziehen, welcher politischen Ausrichtung sie auch ist.
Stimmt, und auch die ist die Regierung eingegangen in der Hoffnung, zum Wahlzeitpunkt als besonders klimafreundlich und "progressiv", mithin als besonders bevorzugt wählbar dazustehen.
Aber sei's drum: Die Klimaziele sind hier nicht das Thema.
Ich bin immer wieder irritiert, wie militant und unversöhnlich die Radfahrerfraktion auftritt. Sicher muss der Radverkehr gefördert werden, aber eben da, wo er sinnvoll ist. Selbst die größten Radelfetischisten haben mittlerweile eingeräumt, dass auf dem platten Land ohne funktionierenden OePNV ein Automobilverbot zugunsten des Radfahrens nicht zielführend und höchstwahrscheinlich nicht einmal machbar ist.
Und da, wo es machbar wäre, nämlich insbesondere in (inner-) städtischen Ballungsräumen und für körperlich fitte Menschen, da will man alle Rechte, ohne die eigenen Pflichten zu akzeptieren. Da werden immer wieder die Niederlande und Dänemark zitiert ohne zu berücksichtigen, dass dort auch Radler drakonisch gestraft werden, wenn sie sich fehlverhalten. In Amsterdam werden falsch oder verbotswidrig abgestellte Fietsen einfach entfernt, die können dann gegen Gebühr eine Zeit lang im Verwahrdepot ausgelöst werden, danach sind sie weg.
Warum macht man das so? Weil auch die Umweltfreundlichen, die ökologisch Korrekten sich an Regeln halten müssen, die ein Zusammenleben einer Vielzahl von Menschen nun einmal erfordert.
Wenn diese Erkenntnis auch hierzulande einmal breite Verbreitung findet, dann ist dem Radverkehr schon sehr viel weiter geholfen und seine Akzeptanz auch um Welten besser.
Zitat:
@mecco schrieb am 10. Juli 2024 um 10:14:37 Uhr:
Zitat:
@berlin-paul schrieb am 10. Juli 2024 um 10:11:04 Uhr:
dann ordnen wir als dem Auto Vorrang ein.Tun wir das? Im Klimakonzept der Bundesregierung ist die Verdreifachung des Radverkehrs bis 2035 fest einkalkuliert, sonst haut es nicht hin. Wo soll der denn stattfinden, wenn der Autoverkehr das Hauptanliegen in den Städten bleibt?
Die Gesellschaft vergreist in den kommenden 30 Jahren immer stärker. Die Alten freuen sich bestimmt darauf, dass sie endlich die Rollatoren und Rollstühle gegen Fahrräder tauschen dürfen. Meine persönliche Prognose tendiert eher in die Richtung, dass die Planer zum Teufel gejagd werden. Aber ich kann mich natürlich irren und die erhoffte Altersfitness bricht aus und an der Wahlurne sorgt die Euphorie des Jungbrunnens für eine Bestätigung des Schwachsinns. Nichts ist unmöglich! (Toyota baut bestimmt auch Fahrräder 🙂 )
Zitat:
@berlin-paul schrieb am 10. Juli 2024 um 10:30:03 Uhr:
...
Die Gesellschaft vergreist in den kommenden 30 Jahren immer stärker. Die Alten freuen sich bestimmt darauf, dass sie endlich die Rollatoren und Rollstühle gegen Fahrräder tauschen dürfen. Meine persönliche Prognose tendiert eher in die Richtung, dass die Planer zum Teufel gejagd werden. Aber ich kann mich natürlich irren und die erhoffte Altersfitness bricht aus und an der Wahlurne sorgt die Euphorie des Jungbrunnens für eine Bestätigung des Schwachsinns. Nichts ist unmöglich! (Toyota baut bestimmt auch Fahrräder 🙂 )
YMMD. Ich hätte es nicht besser schreiben können.
Zitat:
@berlin-paul schrieb am 10. Juli 2024 um 10:30:03 Uhr:
Die Gesellschaft vergreist in den kommenden 30 Jahren immer stärker. Die Alten freuen sich bestimmt darauf, dass sie endlich die Rollatoren und Rollstühle gegen Fahrräder tauschen dürfen.
Der Trend geht zum Laufrad. Habe ich leider zu spät gesehen für meinen Schwiegervater. Wenn ich dran denke, wie der sich mit dem doofen Rollator herum gequält hat. Mir wird das aber nicht mehr passieren.
Wenn zweistellige Entfernungen in der Stadt zurückzulegen sind, wirst du für den Vorschlag mindestens enterbt. Für den kleinen Einkauf mag es als Ergänzung taugen. Gabs übrigens schon vor dem eigentlichen Fahrrad.
Zweistellige Kilometer macht auch mit dem Rollator keiner. Und auch ein solches Laufrad passt prima in einen Kofferraum oder die Straßenbahn. Für Zweirad-affine Leute jedenfalls das Ding schlechthin fürs Alter. (Ja, gab's schon, wird ja auch nur gerade wiederentdeckt.)
Und weiterentwickeln lässt sich das auch noch, z.B. mit einem zulassungsfreien 6 km/h E-Antrieb. Kommt bestimmt noch und dann sind auch weitere Entfernungen kein großes Problem mehr, wenn man genug Zeit oder keine Alternativen hat.
So, hier mal ein Link zum als so fahrradfreundlich genannten Utrecht (Allgemeen Dagblad vom 21.11.2016 (sic!)).
Dort wurde es nun eben zuviel...
https://www.ad.nl/.../?referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F
Zitat:
@mecco schrieb am 10. Juli 2024 um 10:49:35 Uhr:
Zweistellige Kilometer macht auch mit dem Rollator keiner. Und auch ein solches Laufrad passt prima in einen Kofferraum oder die Straßenbahn. Für Zweirad-affine Leute jedenfalls das Ding schlechthin fürs Alter. (Ja, gab's schon, wird ja auch nur gerade wiederentdeckt.)
Fällt dir der logische Kurzschluss deiner Argumentation selbst auf oder muss der Defi ran?
Zitat:
@berlin-paul schrieb am 10. Juli 2024 um 10:53:11 Uhr:
....Fällt dir der logische Kurzschluss deiner Argu,mentation selbst auf oder muss der Defi ran?
Mit Logik haben es einige der Protagonisten hier nicht so. Das lässt sich durch den ganzen Fred bestens beobachten.