wann und warum finanziert man sich teure Neuwagen???
Hey Leute,
ich hatte am WE mal Gelegenheit über meine Autovergangenheit nachzudenken, und zwar darüber, warum ich mir mir bisher immer Autos gekauft habe, die im Schnitt 5 Jahre alt sind und um die 20t EUR gekostet haben. Das sind dann schon Autos, die mal als Neuwagen so im Bereich 40-50t gelegen haben. Das mache ich dann immer so alle 3-4 Jahre und hole mir einen "neuen" Gebrauchten, denn wenn sie älter werden, fangen die teureren Reparaturen an. Aktuell habe ich einen 2006er 320CDI mit allem Schnickschnack.
Frage ist, lohnt sich das? Mache ich dadurch nicht viel mehr Geld kaputt, als wenn ich mir einen Nagelneuen holen würde und diesen fahre bis er >10 Jahre ist?
Ich weiss auch nicht, wie andere das machen? Ist den Neuwagenfahrern das viele Geld egal, oder verdienen diese Leute so extrem viel, dass ein Neuwagenkauf nicht die Bilanz stört? Was ist viel, was muss man verdienen? Über Geld spricht man nicht, aber ich sags einfach mal so heraus ohne Hintergedanken: Ich habe etwa 3000EUR netto/mtl., meine Frau hat zusätzlich einen Minijob und wir haben zwei Kinder, eine Eigentumswohnung die noch abbezahlt wird usw., also alles Normalokrimskams. Ist es denn Zeit für einen Neuwagen? Oder findet Ihr, dass das unnötig ist. Ich weiss es nicht...vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich so langsam an die 40 hingehe und mitansehen muss, wie jeder zweite Führerscheinneuling einen dicken vom Daddy finanzierten Q7 fährt und ich mir sowas bisher nicht leisten wollte (konnte?, was kostet der überhaupt)?...ich weiss nicht, aber irgendwas passt doch da nicht?
Um es kurz zu sagen: ich würde gerne, aber ich weiss nicht ob es vernünftig wäre.
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von RED 20V Turbo
Hey Leute,ich hatte am WE mal Gelegenheit über meine Autovergangenheit nachzudenken, und zwar darüber, warum ich mir mir bisher immer Autos gekauft habe, die im Schnitt 5 Jahre alt sind und um die 20t EUR gekostet haben. Das sind dann schon Autos, die mal als Neuwagen so im Bereich 40-50t gelegen haben. Das mache ich dann immer so alle 3-4 Jahre und hole mir einen "neuen" Gebrauchten, denn wenn sie älter werden, fangen die teureren Reparaturen an. Aktuell habe ich einen 2006er 320CDI mit allem Schnickschnack.
Frage ist, lohnt sich das? Mache ich dadurch nicht viel mehr Geld kaputt, als wenn ich mir einen Nagelneuen holen würde und diesen fahre bis er >10 Jahre ist?
Ich weiss auch nicht, wie andere das machen? Ist den Neuwagenfahrern das viele Geld egal, oder verdienen diese Leute so extrem viel, dass ein Neuwagenkauf nicht die Bilanz stört? Was ist viel, was muss man verdienen? Über Geld spricht man nicht, aber ich sags einfach mal so heraus ohne Hintergedanken: Ich habe etwa 3000EUR netto/mtl., meine Frau hat zusätzlich einen Minijob und wir haben zwei Kinder, eine Eigentumswohnung die noch abbezahlt wird usw., also alles Normalokrimskams. Ist es denn Zeit für einen Neuwagen? Oder findet Ihr, dass das unnötig ist. Ich weiss es nicht...vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich so langsam an die 40 hingehe und mitansehen muss, wie jeder zweite Führerscheinneuling einen dicken vom Daddy finanzierten Q7 fährt und ich mir sowas bisher nicht leisten wollte (konnte?, was kostet der überhaupt)?...ich weiss nicht, aber irgendwas passt doch da nicht?
Um es kurz zu sagen: ich würde gerne, aber ich weiss nicht ob es vernünftig wäre.
Ob es vernünftig ist kannst du vergleichen wenn deine Frau alle 10 Jahre eine neue Einbauküche um die 50k€ haben möchte und du bereit bist das Geld dafür auszugeben. Grundsätzlich ist ein Auto erst einmal ein Fortbewegungsmittel um von A nach B zu kommen, wenn ich nun bedenke das die Kiste von 24 std am Tag 23std 20min dumm herumsteht kommt die Frage auf was braucht man und wieviel will man dafür ausgeben?
Wenn du bei deinen bisherigen gebrauchten bei 20k€ im Einkaufspreis lagst und den 5 Jahre gefahren bist so wird dieser im Wiederverkaufswert noch +- geschätzte 10k€ bringen. Folglich hast du einen linear gerechneten Wertverlust von 2k€ p.a. was für ein solches Auto durchaus günstig ist.
Berechne das einfach mal anhand eines Neufahrzeuges von 50k€ der dann nach 10 Jahren vielleicht noch 15k€ bringt so hättest du einen Wertverlust von 3,5k€ im Jahr ( Linear über die gesamte Laufzeit gerechnet) oder anders 1500 € im Jahr mehr als im Moment was im Monat etwas mehr als nen Hunderter ausmacht.
Zum Vergleich ich habe meinen jetzigen Seat neu als EU Modell gekauft und kalkuliere mit einem Wertverlust von +-1500 € im Jahr ( bei 10 Jähriger Laufzeit)
p.s. Was die anderen fahren Q7, A8, what ever ist mir so was von schnurz piep egal😉
Zu deiner Ausgangsfrage : Warum sich so viele Neuwagen finanzieren? Die meisten sind selbstständig und es sind eben steuerliche Gründe.
78 Antworten
Zitat:
@gttom schrieb am 29. September 2015 um 12:10:04 Uhr:
Oft geht es nicht darum die Liquididät zu brauchen ... sondern sie zu haben für unvorhergesehene wichtigere Dinge als ein Auto.
Natürlich geht es um brauchen, auch wenn man die Liquidität nicht unbedingt nutzt, so braucht man sie doch.
Unvorhergesehene wichtige Dinge gehören in einem gewissen Maß zum Leben dazu. Dafür braucht man etwas auf der hohen Kante. Wer sich die Reserve und ein Auto nicht ohne Kredit leisten kann, der hat schlicht und einfach das Geld für ein Auto nicht.
Ich glaube, einen Kredit "umsonst" aufnehmen ist in dem Sinne nicht möglich. Die Kreditnehmer, die eher ein größeres Sicherheitsbedürfnis haben, sind auch gewillt, sich dies über den Zeitraum etwas kosten zu lassen.
Gleiches kann man doch über Spar-/Investitionsvolumen sagen. Manche investieren einen Großteil ihres Bargelds richtig riskant, um mit Glück an der Börse zu verdienen, währenddessen Andere mit "sicheren" Zinsen vom Tagesgeld zufrieden ist. Beide Extreme kann man kritisieren, aber sollte sie nicht verteufeln.
Konkretes Beispiel als Denkanstoß: Nehmen wir an, ich kaufe diese Woche ein Fahrzeug für ca. 35TEUR und habe 45T auf einem Tagesgeldkonto (~1% Zinsen *yay*). Selbst mit weiteren anstehenden Kosten wie Winterreifen und neuer Versicherung i.H.v 2TEUR hätte ich noch richtig viel Geld auf diesem Konto als Notnagel. Ich weiß jedoch auch, dass in meinem beruflichen Umfeld mal eine Flaute einsetzen kann, in der 4, 5 Monate oder länger nicht viel Geld reinkommt - der Notnagel von verbleibenden 8TEUR wird dann schnell sehr dünn. Würde ich nun einen Kredit über 3 Jahre über 15TEUR aufnehmen, kostet mich der Kredit konkret 700-1.000 Euro, aber meine Ersparnisse sind weiterhin sehr sicher und ein paar Euro bekomme ich auch weiterhin als TG-Zins. In dieser Situation gibt es kein richtig oder falsch, nur konservativ oder weniger konservativ. Erst in 3 Jahren werde ich mit Sicherheit sagen können, welche Entscheidung besser gewesen wäre.
Noch mal ein weiter Denkanstoß an diejenigen die sich am Kreditthema so hochziehen:
Nicht jeder Autokäufer ist zu jeder kaufsituation schon länger auf dem finanziellen Level das er langfristig haben wird (z.b. Gerade Ausbildung fertig, Jobwechsel, Beförderung). Aus eben jenem Grund habe bspw. auch ich gerade ein Auto geleast obwohl mir das Kaufen an sich auch besser gefällt. Ich bin aber JETZT fertig geworden und möchte mich JETZT dafür belohnen, das Ganze mit einem Auto das langfristig gesehen vollkommen unproblematisch zu finanzieren/unterhalten ist, aber eben genau JETZT noch nicht bar bezahlt werden kann. Solange es einem Käufer also wert ist diesen Zeitgewinn zu bezahlen in Form von Zinsen bei Finanzierung oder Leasing sagt das doch nichts darüber aus ob sich jemand ein Auto leisten kann.
Ich weiß das ist für die vielen erzkonservativen Moralapostel schwer zu verstehen, aber es gibt eben nicht nur geringverdiener die sich ein Auto finanzieren was sie sich eigentlich nicht leisten können. Es gibt auch durchaus sehr gut verdienende Menschen die eben nicht noch ein paar Monate warten wollen.
Zitat:
@Goreone schrieb am 29. September 2015 um 14:48:55 Uhr:
Solange es einem Käufer also wert ist diesen Zeitgewinn zu bezahlen in Form von Zinsen bei Finanzierung oder Leasing sagt das doch nichts darüber aus ob sich jemand ein Auto leisten kann.
Nein, das hat auch niemand behauptet.
Es ist nicht das gleiche, ob man sich ein Auto leisten kann oder nicht oder treffend feststellt, wer finanziert hat die Kohle aktuell nicht an der Hand.
Ähnliche Themen
Zitat:
@Jupp78 schrieb am 29. September 2015 um 15:21:53 Uhr:
Nein, das hat auch niemand behauptet.Zitat:
@Goreone schrieb am 29. September 2015 um 14:48:55 Uhr:
Solange es einem Käufer also wert ist diesen Zeitgewinn zu bezahlen in Form von Zinsen bei Finanzierung oder Leasing sagt das doch nichts darüber aus ob sich jemand ein Auto leisten kann.
Es ist nicht das gleiche, ob man sich ein Auto leisten kann oder nicht oder treffend feststellt, wer finanziert hat die Kohle aktuell nicht an der Hand.
Blödsinn!
Ich habe vor Jahren einen neuen Golf finanziert, obwohl ich ihn Bar hätte locker kaufen können. Aber das Geld ging eben als EK in die ETW.
Dann habe ich dieses Jahr eine Anschlussfinanzierung der Wohnung gemacht, obwohl ich mehr Vermögen auf der hohen Kante habe als die Restschuld betrug. Im Gegenteil, ich ging sogar soweit, dass ich meine mtl. Rate für den Kredit halbierte und so nun noch weitere 10 Jahre eine Wohnung finanziere, die ich längst abzahlen könnte. Ich musste aber auch nicht lange überlegen bei 1,19% Zins hat mir die Bank das Geld praktisch geschenkt.
Die andere Hälfte der bisherigen Kreditrate wird nun angelegt. Selbst bei Festgeld würde ich mehr als die 1,19% bekommen, da ich aber zu 100% in Aktien investiere, wird der Unterschied noch viel größer sein. Und bevor einer kommt und meint, dass ich nun mehr Zinsen wegen der höheren Laufzeit zahle, dann stimme ich dem zu. Aber allein die realisierten Kursgewinne in diesem Jahr sind höher als der gesamte Zinsbetrag der nächsten 10 Jahre, von daher bin ich entspannt 🙂.
Finanzierung kann bedeuten, dass man sich etwas leisten will, was man nicht kann, oder aber, dass man sich Geld für wenig Gebühr leiht, weil das eigene Geld einen deutlich höheren Ertrag einbringt 😉. Idealerweise bekommt man dazu noch für das geliehene Geld einen höheren Ertrag, sprich man steigert das eigene Vermögen gehebelt (durch Fremdkapital). Ich habe daher auch die Bank gefragt, ob ich nicht noch mehr Geld für 1,19% leihen könnte. Das wurde aber leider abgelehnt, nicht von der Summe her, sondern vom Zins und 3,99% war mir dann doch etwas zu hoch für Fremdkapital.
Klar kann man, zockt man mit dem Geld, durchaus mit geliehenem Geld, Geld machen. Denn nichts anderes tust du.
Das ist aber alles andere als ein Muss oder gar zuverlässig.
Ich hoffe in den letzten Wochen hast du nicht zu viel Verlust gemacht 😉.
Erwirtschaftet das eigene Geld mehr als das Fremdkapital kostet,
erkauft man sich den evtl. Gewinn mit:
RISIKO
unterm Strich bleiben Schulden eben Schulden. Nichtsdestotrotz gibts viele Ausnahmen zu finanzieren,
z.B: alter hochverzinster Sparvertrag, oder familiäre Gründe.
Aber bzgl. der Ausgangsfrage: Neuwagenfinanzierungen sind m. Mng. pure Verlustgeschäfte
Zitat:
@tdi josi schrieb am 29. September 2015 um 21:01:55 Uhr:
Aber bzgl. der Ausgangsfrage: Neuwagenfinanzierungen sind m. Mng. pure Verlustgeschäfte
... und ein bar bezahlter Neuwagen wäre dann kein Verlustgeschäft?
Grüße
Der Chaosmanager
Zitat:
@Chaosmanager schrieb am 29. September 2015 um 21:27:28 Uhr:
... und ein bar bezahlter Neuwagen wäre dann kein Verlustgeschäft?Zitat:
@tdi josi schrieb am 29. September 2015 um 21:01:55 Uhr:
Aber bzgl. der Ausgangsfrage: Neuwagenfinanzierungen sind m. Mng. pure VerlustgeschäfteGrüße
Der Chaosmanager
Der Wortklauber ist wieder da!
Natürlich meint er "Geldverbrennung", aber ja, gemäß Juristendeutsch war das sicher nicht 1a formuliert!
Zitat:
@Jupp78 schrieb am 29. September 2015 um 21:01:04 Uhr:
Klar kann man, zockt man mit dem Geld, durchaus mit geliehenem Geld, Geld machen. Denn nichts anderes tust du.
Das ist aber alles andere als ein Muss oder gar zuverlässig.
Ich hoffe in den letzten Wochen hast du nicht zu viel Verlust gemacht 😉.
Und genau so ist in den USA die Immobilien Blase geplatzt und wurde zur Immobilien Krise.
Zitat:
@Chaosmanager schrieb am 29. September 2015 um 21:27:28 Uhr:
... und ein bar bezahlter Neuwagen wäre dann kein Verlustgeschäft?Zitat:
@tdi josi schrieb am 29. September 2015 um 21:01:55 Uhr:
Aber bzgl. der Ausgangsfrage: Neuwagenfinanzierungen sind m. Mng. pure VerlustgeschäfteGrüße
Der Chaosmanager
In dem Fall fällt das "pure" weg😁😁
Zitat:
@Pepperduster schrieb am 29. September 2015 um 21:42:56 Uhr:
Und genau so ist in den USA die Immobilien Blase geplatzt und wurde zur Immobilien Krise.Zitat:
@Jupp78 schrieb am 29. September 2015 um 21:01:04 Uhr:
Klar kann man, zockt man mit dem Geld, durchaus mit geliehenem Geld, Geld machen. Denn nichts anderes tust du.
Das ist aber alles andere als ein Muss oder gar zuverlässig.
Ich hoffe in den letzten Wochen hast du nicht zu viel Verlust gemacht 😉.
Jlagreen wäre nicht der Erste, der es in den Sand setzt.
Aber ok, an der Börse gibt es immer wieder Gewinner und Verlierer, genauso wie das in der Spielbank der Fall ist oder bei den Lottospielern.
P.S.:
Vernünftig Aktien kaufen ist durchaus sinnvoll, aber immer nur mit Geld, welches einem selbst gehört!
Alles andere ist Zockerei!
Zitat:
@Jlagreen schrieb am 29. September 2015 um 20:23:53 Uhr:
Aber allein die realisierten Kursgewinne in diesem Jahr sind höher als der gesamte Zinsbetrag der nächsten 10 Jahre, von daher bin ich entspannt 🙂.
Aber auch das ist eine Milchmädchenrechnung.
Was nützt dir ein Kursgewinn? Erstmal gar nichts. Du müßtest ihn erstmal realisieren.
Wenn du 5 Jahre hintereinander 5% Kursgewinn deiner Aktien verzeichnest und nach 5 Jahren ein Einbruch um 30% in kürzester Zeit erfolgt, ist deine Aktie genau so viel wert wie zum Zeitpunkt des Kaufs. Sprich: wenn du sie nun verkaufst, bekommst du genau so viel Geld wie beim Kauf zurück.
e.g. der DAX hat allein in diesem Monat fast 10% verloren. Der Goldpreis im letzten halben Jahr ebenso 10% im Minus.
Erinnert sich noch jemand an die Telekomaktie? Die Volksaktie!?
Wer damals bei 50, 70 oder 90 Euro eingestiegen ist, dürfte heute mit einem Kurs von 15 € ziemlich dämlich da stehen.
Reale(!) Zinsen an die Bank zahlen und sich über imaginäre(!) Gewinne freuen, ist nicht sonderlich clever und alles andere als sicher.
Aber sicher bist du ein ganz cleveres Mädchen, das natürlich nur Aktien hat, die nie sinken. Sinkende Aktienkurse verzeichnen nur all die anderen Flachzangen, die da an der Börse handeln. 😁
Zitat:
@Bert1956 schrieb am 30. September 2015 um 07:29:46 Uhr:
e.g. der DAX hat allein in diesem Monat fast 10% verloren.
Weshalb der DAX aktuell verloren hat, wissen wir doch alle. Wenn sich ein wichtiger DAX-Wert (VW) im freien Fall nach unten bewegt, beeinflusst dies natürlich auch den Index ...
Zitat:
Erinnert sich noch jemand an die Telekomaktie? Die Volksaktie!?
Wer damals bei 50, 70 oder 90 Euro eingestiegen ist, dürfte heute mit einem Kurs von 15 € ziemlich dämlich da stehen.
Daran erinnere ich mich noch gut und ebenso gern - damals hatte ich da einen guten Schnitt gemacht, allerdings hatte ich bei 85 verkauft und nicht gekauft ...
Gruß
Der Chaosmanager