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W246 B200 Kühlwassertemperatur zu hoch / Fehleranalyse / Thermostat defekt?

Mercedes B-Klasse W246

Hallo Experten aus dem Motor-Talk Forum,
ich habe seit vergangener Woche ein Problem mit dem Kühlsystem an meinem W246 B200, BJ 2012, 142.000km Laufleistung, M270 Motor.
Nach einigem Einlesen zu dem Thema und recherchieren im Forum bin ich nun soweit, mein Problem mit euch zu teilen.
Auf dem Rückweg von der Arbeit (15km, ca. 20 Minuten, davon ca. 50% Anstiege ) ist die Kühlmitteltemperaturanzeige auf 120°C+ gestiegen und die Warnung im KI kam: Motor ausschalten, Kühlmittel.
Daraufhin angehalten, Motor abkühlen lassen und anschließend die letzten 2 Minuten nach Hause gefahren.
Abends ca. 1cm Wasser im Ausgleichsbehälter nachgefüllt. Habe dieses Jahr aber auch noch nicht nach dem Kühlmittelstand geschaut, da alles einwandfrei funktioniert hat.
Am nächsten Tag auf dem Weg zur Arbeit (entsprechend 50% bergab, viel Schubbetrieb, ca. 5°C Außentemperatur) kam der Motor nach 20 Minuten laut Kühlmitteltemperaturanzeige auf rund 90°C.
Auf dem Heimweg wieder das selbe Fehlerbild inkl. Meldung im KI wie am Vortag.
Abends <5mm Kühlmittel nachgefüllt.
Bei Kurzsteckenfahrten im Ort ist das Problem nicht aufgetreten, auch hat kein Kühlmittel mehr gefehlt.
Aufgrund der kurzen Belastungsdauer aber auch plausibel.
Motorkontrolleuchte ist aus. Fehler ist keiner hinterlegt, soweit ich das mit dem OBD Adapter und Torque auslesen kann. Vielleicht sitzt da auch was tiefer, das ich nicht erkennen kann.
Daraufhin habe ich mein OBD Adapter mit der App Torque mitlaufen lassen.
Auf dem nächsten Weg zur Arbeit bei defensivem Fahren kam ich maximal auf 92° nach den 20 Minuten.
Beim Rückweg steigt die Temperatur dann wieder auf 110°C/ 115°C, da habe ich dann aber rechtzeitig angehalten um das Auto abkühlen zu lassen bevor die 120°C erreicht werden.
Testweise hab ich das Auto im Stand (bei 3°C Außentemperatur) mal laufen lassen, um ein paar Daten zu sammeln:
Der Kühler springt erst bei einer Kühlmitteltemperatur von 105°C im Stand an, dreht dann aber eigentlich direkt auf maximum hoch. Meinem Gefühl nach zu spät. Dabei wird das Kühlmittel kaum runtergekühlt und die Kühlmitteltemperatur geht nur sehr sehr langsam auf <100°C zurück, auf die ca. 90°C schon garnicht. Kühlmittel im Ausgleichsbehälter um ca. 1cm gestiegen, leichter Druck entweicht beim vorsichtigen Aufschrauben des Deckels. Bei laufendem Motor keine Bewegung im Ausgleichsbehälter erkennbar. Ausgleichsleitung vom Motor zum Kühlmittelbehälter ist warm, Ausgleichsleitung vom Kühler zum Kühlmittelbehälter eher kühl.
Kühlerschlauch vom Motor zum Kühler heiß/warm, vom Kühler weggehend in Richtung Motor deutlich kühler bis kalt.
Der Lüfter ist bei eingeschalteter Klimaanlage aus geblieben.
Lüfter läuft nach dem Abschalten des Motors noch so lange auf höchster Stufe nach, bis ca. 100/105°C erreicht sind.
Weitere Beobachtungen:
Heizung funktioniert
Wenn ich beschleunige (Teil/Volllast), sinkt die Kühlmitteltemperatur direkt um ein paar grad ab, geht aber wieder zurück wenn ich das Gas wegnehme. Vielleicht hängt das mit dem heizelementgesteuerten Thermostat zusammen. Ob das allerdings so schnell reagieren kann, weiß ich nicht.
Das zweimal fehlende Kühlwasser setze ich mal mit der Übertemperatur >120°C in Zusammenhang, das bei zu hohem Druck über den Ausgeichsbehälter entweicht oder verdunstet. Vielleicht war davor auch schon etwas weniger drin. Undichtigkeiten sind mir keine aufgefallen. Nachdem ich bei ca. 110°C/115°C angehalten habe, war kein weiterer Kühlmittelverlust erkennbar. Daher würde ich Undichtigkeiten im System eher mal ausschließend.
Dass das Kühlwasser auf dem Weg zur Arbeit bei viel Schubbetrieb gerade so auf die 90°C kommt. klingt für mich erstmal nicht verwunderlich. Dass erst auf dem Rückweg mit mehr Verbrennung und Abwärme das Kühlsystem dann dieses Problem aufzeigt, auch plausibel.
Mir stellt sich nun natürlich die Frage, wo das Problem liegt.
Erste Vermutung wäre natürlich das Thermostat. Da allerdings der Schlauch zum Kühler dann warm wird, muss das Thermostat ja in irgendeiner Form reagieren. Soweit ich es gelesen habe, schaltet es bei 97°C. Vielleicht aber nicht einwandfrei oder nur reduzierter Durchfluss, sodass nicht genug Kühlmittel durch den Kühler gelangen kann und dadurch nicht ausreichend zurückgekühlt werden kann. Aufgrund des doch recht hohen/komplexen Arbeitsaufwands habe ich das nun noch nicht getauscht ohne eine weitere Meinung zu hören. Sonst wäre das meine erste Vermutung. Aber es hat aus meiner Sicht nicht den klassischen Fehler, dass es garnicht reagiert, d.h. entweder im geschlossenen oder offenen Zustand verbleibt.
Alternativ hab ich mal noch weitere Verdächtige mit aufgenommen:
Wasserpumpe: Da die Heizung funktioniert, hätte ich es erstmal ausgeschlossen. Laut Wärmemanagement Diagramm vom M270 ist aber auch noch extra eine zusätzliche Umwälzpumpe Kühlmittel verbaut ist, die direkt im kleinen Kühlkreislauf vor dem Heizungswärmetauscher sitzt. Könnte das also sein, dass selbst mit defekter Wasserpumpe die Heizung funktioniert? Oder würde bei defekter Wasserpumpe der Motor sehr schnell überhitzen oder sich an anderen Stellen bemerkbar machen?
Temperatursensor: Liefert eigentlich Plausible Werte, zudem Volumenausdehnung bei der hohen Temperatur im Ausgleichsbehälter zu erkennen.
Keilriemen ist i.O. und läuft.
Lüfter/Lüftersteuerung: Dass der Lüfter erst bei 105°C angeht, macht mich etwas stutzig. Wenn er angeht, dann auch immer im hohen Drehzahlbereich (meiner Schätzung nach 80%-100%).
Die Kühlerjalousie ist im Stand bei Laufendem Motor geöffnet.
Ich hoffe, dass ich euch das Fehlerbild nun ausführlich genug beschrieben habe und ich hier noch die ein oder andere Meinung/Einschätzung zu meinem Fehlerbild bekomme, bevor ich am kommenden Woche mit der Reparatur (Austausch des Thermostats) beginne.
Das ist seit beginn der Lebenszeit dieses Autos das erste "Problem", sonst lief es absolut störungsfrei.
Im Anhang mal noch das PDF zum Wärmemanagement des M270 Motors, habe ich in einem anderen Thema hier im Forum gefunden.
Herzliche Grüße und vielen Dank vorab!

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1 Antworten

Hallo zusammen,
wollte das Thema hier mal noch abschließen und meine Erfahrung teilen:
Thermostat getauscht inkl. Kühlwasser komplett abgelassen und erneuert. Die Problematik mit der Überhitzung bestand danach aber leider noch immer. Das Thermostat sah soweit aber auch noch i.O. aus und kein mechanischer Defekt zu erkennen. War insgesamt eine ziemlich zeitintensive und knifflige Arbeit.
Bei weiterem Recherchieren u.a. hier im Forum bin ich auf ein Video zur Wasserpumpe gestoßen:
https://www.youtube.com/watch?v=si1SAai6Tfg ab 9:50 Min
Die Wasserpumpe besitzt auch nochmal ein Kugelventil, das in der Startphase zu macht und somit die Wasserzirkulation unterbricht. Im Video ist das Ventil im geöffnetem Zustand dauerhaft blockiert. Das Video ist vom CLA, ist aber auch der M270 Motor wie in der B-Klasse.
Das Ventil wird mittels Unterdruck angesteuert und macht dann ab einem definierten Punkt, wenn die Motortemperatur erreicht ist, wieder auf. Bei mir war es nun leider so, dass das Ventil in (fast) geschlossenem Zustand festgesessen ist. Selbst bei nicht anliegendem Unterdruck war es fest, dass die Rückstellfeder es nicht wieder zurückgedrückt hat. Dadurch stark reduzierter Durchfluss durch den Kühler und Abwärme konnte somit nicht über den Kühler abgeführt werden=>Überhitzung.
In der Datei Wärmemanagement M270, die ich dem Beitrag oben schon angehängt habe, ist das alles eigentlich auch schon beschrieben... Bin damals wohl aber nicht drauf gekommen, weil das Thermostat als erster Verdächtiger sofort ins Visier kam und zudem meine Heizung auch noch funktioniert hat, somit war ja auch ein Durchfluss vorhanden. Eben nur gering, ausreichend für die Heizung aber nicht, um viel Wärme über den Kühler abzuführen.
Die Wasserpumpe ist auch sehr zugebaut. Konnte aber mit einem langen Schraubenzieher das Gestänge der Unterdruckdose wieder rausdrücken und somit das Ventil manuell öffnen. Dazu musste ich oben den Luftkanal zum Luftfilter abnehmen. Den Unterdruckschlauch habe ich an einer gut erreichbaren Verbindung abgezogen und verschlossen, damit es nicht nochmal zu macht und verklemmt. Somit ist das Ventil jetzt dauerhaft offen, aber das Kühlsystem funktioniert wieder einwandfrei. Solange die Wasserpumpe noch ihren weiteren Dienst tut, werde ich die auch nicht tauschen. Habe erstmal genug von der Schrauberei...
(Während der Reparatur zudem noch festgestellt, dass im Stecker der Kurbelgehäuseentlüftung Öl stand. In dem Zug die Kurbelgehäuseentlüftung gleich mit getauscht und Öl-Stopp Kabel verbaut. Die Infos dazu habe ich an anderer Stelle hier im Forum abgegriffen. Durch die Hinweise im Forum auch noch die Nockenwellenmagnete kontrolliert - da stand auch in einem Stecker Öl. Diesen ebenfalls getauscht und für beide Nockenwellenmagnete Öl-Stopp-Kabel verbaut.)
Viel Zeit, viel Nerven, viele Schrammen aber viel gelernt und bestimmt einige hundert Euro im Vergleich zur Werkstatt gespart.
Vielleicht helfen die Infos dem ein oder anderen noch bei der Fehlersuche und Lösung des Problems.
Grüße

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