Unfall mit Motorradfahrer nach "Vorfahrsmissachtung"

Nabend,

hatte heute einen Unfall. Ich schildere einfach mal kurz die Situation: Ich möchte nach links auf die Vorfahrtsstraße einbiegen, halte vorschriftsmäßig an dem Stopschild, warte bis der Verkehr ein gefahrloses Einfahren ermöglicht, nun ist aber auf der linken Seite eine rech unübersichtliche Straßensenke sowie Bäume usw. wodurch ich einen Motorradfahrer nicht gesehen habe. Mit eben diesem bin ich dann auch kolidiert.

Polizei usw hat dann alles aufgenommen und wird wohl gegen mich eine "Anzeige wegen fahrlässiger Korperverletzung" einleiten.

Gesagt sei dabei das der Motorradfahrer eine erheblich höhere Geschwindigkeit draufhatte als die erlaubten 50km/h, sowie dass ich weniger als 40cm auf seiner Fahrbahn stand als der Unfall passierte und er einfach wegen der erhöhten Geschwindigkeit nicht ausweichen konnte...

Bin ich jetzt der schuldige? Kenne mich leider so garnicht damit aus :-(

Hab mal nen sehr sporadisches Bild angehängt um die Situation zu veranschaulichen

Beste Antwort im Thema

Lieber Ghiz, Du bist hier in ein Forum geraten, in dem es keine Leute gibt, die Fehler selbst begehen. Deshalb haben diese Leute auch hier null Verständnis für Deine Situation, genauso wie sie die auch nicht in dem vergleichbaren Thread hatten.

Wenn Du meinen Rat hören möchtest: Suche Dir einen guten Rechtsanwalt. Den wirst Du bei der Schwere des Unfalls sowieso brauchen. Hier wirst Du für solche Dinge sowieso niemand finden, der Dir handfeste juristische Ratschläge geben kann.

Es tut mir leid für Dich und vor allem auch für den verletzten Motorradfahrer. Aber das ist eben ein Unfall, wie er alltäglich irgendwo passieren kann.

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Spricht für einen regelmässig Fahrenen der das seit vielen Jahren macht. Anfänger sind in aller Regel deutlich Jünger und Wiedereinsteiger oder Spätberufene eher Älter.
Fahrer um die 40 aben dann aber selten Mopeds der Anfängerklasse sondern welche die mit Fahrer auf rund 300kg kommen,bei deinem Schaden würde ich dann auf flotte Schrittgeschwindigkeit 😁 tippen,wäre er deutlich über 50 gefahren hätte dein Subaru keinen Vorbau mehr.

Meine Vermutung,du hast zwar geschaut aber dummerweise das Fahrzeug das direkt vor der Nase war übersehen.Kommt häufig vor und ist wohl menschlich bedingt und daraus dreht einem selten einer einen Strick.

Sensationell:

Zu diesem Fall war wirklich auf der ersten Seite bereits alles gesagt, was es zu sagen gab. Und dann kommen 5 Seiten Spekulationen und Gelaber.🙄😁

Aber ganz bezaubernd finde ich, wie naiv manche in Bezug auf die Fähigkeiten von Sachverständigen und Anwälten sind.

Nochmal: Wenn die Polizei nicht die erforderlichen Fakten gesichert hat (und das tut sie nur, wenn sie Anlass dafür hat), wird kein Sachverständiger eine vernünftige Angabe zu den gefahrenen Geschwindigkeiten machen können.

Die reinen Beschädigungsbilder sagen dazu sogut wie nichts aus.

Aber ist doch auch nett, wenn so viel Vertrauen in diese Berufsstände besteht...😁😁

So, und dann noch eine Quizfrage für die Hobby-Spekulanten:

Wenn die Beschädigungen am TE-Fahrzeug fast vollständig an der Front sind und der Krad-Fahrer offensichtlich nicht seitlich in das Fahrzeug eingeschlagen ist: Wie soll sich denn bitte seine Geschwindigkeit auf die Vermeidbarkeit auswirken?
Na, kommt jemand drauf?

😁

Hafi

Ich hab schon bei den Skizzen mit der Lage der Fahrzeuge nach dem Unfall gezweifelt, nach den Beschädigungsspuren am Auto ist es mir klar. Der Moppedfahrer ist nicht in das stehende Fahrzeug gerauscht sondern wurde von einem langsam rollenden Fahrzeug umgenietet.

Das soll jetzt kein schwerer Vorwurf sein, aber die kinetische Energie die ein Mopped hat wenn es noch eine gewisse Geschwindigkeit hat ist so hoch, das es anschließend noch Meter weit über die Fahrbahn rutscht. Für mich hatte das Mopped eine Geschwindigkeit gegen Stillstand. Übersehen kann man uns leicht.

Wenn ich mir nur überlege, wie oft ich obwohl meine Fahrweise defensiv ist in der Stadt schon von Blechdosenfahrern übersehen wurde, dann gesteh ich das jedem zu.

Für mich ist die Schuld hier eindeutig, 100% Autofahrer. Nur mal zur ergänzung, ich wurde schon mal mit meinem Auto wegen Missachtung der Vorfahrt verurteilt. Der Richter begründete es damit, dass wenn ich die Straße nicht einsehen kann, dann müsse ich mir jemand suchen der mich einwinkt.

Gruß Frank

Zitat:

Original geschrieben von Hafi545


Wenn die Beschädigungen am TE-Fahrzeug fast vollständig an der Front sind und der Krad-Fahrer offensichtlich nicht seitlich in das Fahrzeug eingeschlagen ist: Wie soll sich denn bitte seine Geschwindigkeit auf die Vermeidbarkeit auswirken?
Na, kommt jemand drauf?

😁

Mit dieser, Deiner Einschätzung liegst Du falsch.

Ist zwar nicht die Antwort, die Du hören wolltest. Ist mir aber egal. 😁🙂

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Stimmt. Ist mir zu wenig, um beeindruckt zu sein.
😁

Und dabei wolte ich mich doch eigentlich an den Spekulationen zum Mitverschulden gar nicht beteiligen. Hätt ich mir doch den letzten Absatz verkniffen...

O.k., war allzu kryptisch. 😁

Ich versuch´s mal so: Wahrscheinlich würdest Du dem Ansatz folgen wollen, dass das Motorrad beim Unfall nicht so dolle schnell war.
Sehr wahrscheinlich ist es aber auch nicht nicht so dolle schnell längs des Weges dahergekommen. Was uns aller Voraussicht nach dazu führt, dass es vor dem Unfall noch dolle gebremst hat. Die Kardinalfrage wird sein: Wie lange hat es gebremst?

Und nun stellen wir uns vor, es hatte sich anfänglich mit 55km/h genähert. Diese Zahl geben wir dann hier ein. Zudem noch eine Reaktionszeit von 1s und eine Verzögerung von 7m/s² sowie eine Hindernisentfernung von 30m. Und dann belassen wir alles so und geben alternativ nur eine 5km/h niedrigere Ausgangsgeschwindigkeit von 50km/h ein. Et voilá: Mopped steht vorm Unfall. 😁😉

Hmm.
Da hatte ich jetzt mehr befürchtet. 😁

Zunächst: Der Rechner ist für  die Füße, weil die Werte nicht auf ein Krad passen. Das Bremsverhalten ist völlig anders.

Aber gehen wir davon aus, wir hätten jetzt die  Möglichkeit, für ein Krad zu rechnen.
Dann stellen sich doch für die Frage des Verschuldens zwei Frage:

1. Was hätte der PKW-Fahrer tun müssen, um den Unfall zu vermeiden?
2. Hatte der Krad Fahrer die Möglichkeit, den Unfall (räumlich / zeitlich) zu vermeiden.

Im Rahmen der ersten Fragen müssen wir wissen:
- wie weit war das Krad entfernt, als der PKW-F es zum frühesten Zeitpunkt erkennen konnte?
- hatte sich der PKW-F zu diesem Zeitpunkt bereits entschlossen, in die Kreuzung einzufahren und wie weit war er bereits gekommen. Dazu trägt der TE hier selbst immer tapfer vor, dass er nur 40 cm weit war.😉

Daher habe ich geschrieben, dass ohne Vermessung der Unfallstelle die Frage schon ausdiskutiert ist.
Hier wird das Ergebnis -vermutlich- sein, dass der PKW-F sich gegen das Anfahren hätte entscheiden müssen, um den Unfall zu vermeiden.

Für die zweite Frage müssen wir wiederum wissen,
- wie weit das Krad vom PKW entfernt war, als es erkannte, dass der PKW losfährt und
-wie schnell das Krad an diesem Punkt war

Dazu müssen wir noch wissen,
-ob es vorkollisionäre Bremsspuren gibt;
-wo das Krad am Ende lag
-wie viel Energie durch den Aufprall am Auto abgebaut wurde und
-wie viel Weg es für die Verzögerung auf 0 km/h braucht (Nur dafür nützt uns Dein Rechner was)

Wenn wir das alles wissen, können wir errechnen, ob das Krad tatsächlich hätte anhalten können.

So, aber jetzt kommt der Clou:

Selbst wenn wir errechnen könnten, dass der Krad-Fahrer 10 km/h schneller als erlaubt war, nützt das dem TE nix.

Warum?
Weil daraus nicht folgt, dass der Unfall bei 10 km/h weniger vermeidbar gewesen wäre.
Denn:
Wir wissen von den ganzen Dingen oben praktisch nichts außer, dass die Kollision an der Front des PKW und seitlich am Krad stattfand. Das steht fest.

Daraus folgt wiederum, dass der PKW-Fahrer in der Vorwärtsbewegung das Krad "abgeschossen" hat, nicht umgekehrt.

Und daraus folgt schlussendlich, dass die gefahrene Geschwindigkeit sich auf die Vermeidbarkeit für das Krad nicht mehr auswirken kann, denn es ist völlig egal, ob der PKW ein 30 km/h oder ein 100 km/h schnelles Krad abschießt. 

In beiden Fällen kommt der Impuls von der Seite und das Krad kann gar nicht anhalten.
Der PKW trifft eben beim Anfahren genau das kleine Zeitfenster, in dem das Krad sich vor seinem PKW befindet.

Die Geschwindigkeit entscheidet daher nicht mehr ob, sondern nur wie lange das Zeitfenster offen ist.
Gilt bei PKW-Kollisionen übrigens genauso. Daher sind die "der-war-viel-zu-schnell"-Debatten meist vergeblich...

Das ist jetzt alles stark vereinfacht. Jeder Unfallanalytiker möge mir verzeihen.
Aber besser kann der Jurist das technische Zeug leider nicht erklären...
😉
Hafi

Zitat:

Original geschrieben von Hafi545


Daraus folgt wiederum, dass der PKW-Fahrer in der Vorwärtsbewegung das Krad "abgeschossen" hat, nicht umgekehrt.

Und daraus folgt schlussendlich, dass die gefahrene Geschwindigkeit sich auf die Vermeidbarkeit für das Krad nicht mehr auswirken kann, denn es ist völlig egal, ob der PKW ein 30 km/h oder ein 100 km/h schnelles Krad abschießt. 

Schade, der Jurist hast das technische Zeugs nicht verstanden. 🙁

Das, was Du da oben schreibst, ist nach wie vor falsch.
Wenn das Krad zu schnell war, kann es durchaus sein - siehe Beispiel mit dem Bremswegrechner - dass es durch Wahl einer (ggf. nur geringfügig) geringeren Geschwindigkeit noch vor dem Unfallort zum Stehen gekommen wäre. Wer im Unfallzeitpunkt gegen wen stößt, ist unerheblich und sagt über die Ursächlichkeit gar nichts aus; wird von Laien aber immer wieder gerne ins Feld geführt. 😉

Zitat:

Original geschrieben von Elk_EN


ist unerheblich und sagt über die Ursächlichkeit gar nichts aus; wird von Laien aber immer wieder gerne ins Feld geführt. 😉

Dann schreiben aber ziemlich viele Laien unfallanalytische Gutachten.

Oder meinst Du ernstlich, ich hab mir das selbst überlegt?

Sorry, Elch, aber ich glaub, Du hast das noch weniger verstanden als ich...

😁😁😁

Du bist die Konifere!

😁😁😉

edit:
Wenn also der Pkw 3,8km/h anstelle 3,5km/h schnell gewesen und daher Millisekunden früher eingetroffen wäre, mit der Folge, dass das Krad im seitlichen Bereich gegen den Kotflügel gestoßen wäre, dann wäre das Krad der Unfallverursacher gewesen, ja?

@Elk_EN: Letztlich ist das aber auch völlig egal, wie wir beide das sehen, denn -und daran halte ich seit Seite 1 fest- gilt nur das da:

Zitat:

Original geschrieben von Hafi545


Nochmal: Wenn die Polizei nicht die erforderlichen Fakten gesichert hat (und das tut sie nur, wenn sie Anlass dafür hat), wird kein Sachverständiger eine vernünftige Angabe zu den gefahrenen Geschwindigkeiten machen können.

Und dann ist der Käs gegessen.

🙂

Hafi

Hm, ich wohne hier an so einer Stelle, die gerne benutzt wird um von Paderborn nach Hannover zu kommen oder andersrum, wenn man nicht die A2 nehmen will. Und hier fahren im Sommer SEHR viele Chopper-Fahrer ohne Helm vorbei... meistens mit Stirnband und Sonnenbrille^^

Zitat:

Original geschrieben von Hafi545


Nochmal: Wenn die Polizei nicht die erforderlichen Fakten gesichert hat (und das tut sie nur, wenn sie Anlass dafür hat), wird kein Sachverständiger eine vernünftige Angabe zu den gefahrenen Geschwindigkeiten machen können.

Und dann ist der Käs gegessen.
🙂
Hafi

Da wäre ich mir an Deiner Stelle mal nicht so sicher! 😉

Hmmm.
Da bin ich mir sogar ganz sicher.
Aber vielleicht erhellst Du mich ja noch?
Deine Beiträge sind heute wirklich sehr kryptisch...
😉

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