Spezialprojekt, Golf 2 Dieselmotor als Antrieb für Hydraulikpumpe(n)

VW Golf 1 (17, 155)

Hallo alle zusammen.

Habe hier einen 2 er Golf Diesel stehen der von der Karaosserie her sehr schlecht ist aber einen top Motor hat.
Da ich sehr viel im Bereich Brennholz mache habe ich mir folgendes überlegt.

Benötige einen Antrieb für eine große Hydraulikpumpe. Der Motor müsste mindestens 25 kw aufbringen. Je mehr desto besser.
Da dachte ich mir ich nehme als Antrieb den Motor des besagten Golf´s .
Habe dazu ein paar Fragen .

1 ) Die leistung von 40 KW hat der Motor ja erst ab einer bestimmten Drehzahl , weiß jemand die ungefähre Leistung bei a) 800 U/min , b ) bei 1500 U/min sowie bei 2000 U/min

2 ) Könnte ich eventuell eine Hydraulikpumpe anstelle der Lichtmaschine einbauen und diese dann über den Riemenantrieb antreiben ? Reicht die Leistung an dieser Stelle oder würde die Pumpe bzw der Widerstand den die Pumpe bei Betrieb aufbringt irgendwas zerstören ? Anstelle der Riemenscheiben wäre auch ein Kettenantrieb denkbar .

3 ) Würde es sinnvoller sein den Motor auszubauen , auf einem Gestell wieder einzubauen , eine Antriebswelle festzuklemmen und an der anderen Antriebswelle die Pumpe anzutreiben ?

4 ) Oder wäre es gar besser den Motor auszubauen , wiederrum auf ein Gestell zu bauen , die Kupplung sowie das Getriebe zu demontieren und direkt an die Welle die Pumpe anschließen ?

Vielleicht hat einer so ein Projekt mal gemacht und hat paar Tips für mich. Wäre super

Die Hydraulikpumpe soll nachher einen Kran sowie diverse Förderbänder und einen Holzspalter antreiben.

Gruß Dirk

24 Antworten

Aber da gibt es auch was mechanisches, siehe hier

Das silberne teil vorne, mit der scharzen Stange dran.

http://superbasti1.de/Golf/km5.JPG

MFG Sebastian

Zitat:

Original geschrieben von Merlin666


auf einer seite des differenzials wird schwer gehen, wenn du die andere seite nicht blockierst. so bleibt dir dann die seite, die belastet wird stehen, und die andere wird hochdrehen.

Was wäre wenn du direkt die Hydraulikpumpe an den motor flanscht (wie auch immer), ohne dem zapfwellengetriebe? Dann bekommst den motor in einem drehzahlbereich, wo es halbwegs sinn macht und er leistung hat (nur musst wie gesagt, auf die kühlung auch schauen, da wird ziemlich sicher jeder serienkühler zu klein sein, weil du den motor im Auto nicht am stand auf nennleistung bringst.

Das wirkliche problem ist wie schon gesagt, das du die drehzahl regeln musst. theoretisch wäre es ja möglich, einen Tempomat einzubauen, der die Drehzahl an der Kurbelwelle abgreift über einen Induktiven sensor (Waeco MS 50 würde mir da auf die schnelle einfallen, kostet etwa 120€ oder so).
nur die frage ist, ob er so starke laständerungen ausreichend ausregeln kann. normalerweise hast ja im auto nie eine schlagartige änderung, und die steuerung braucht halt doch eine gewisse zeit, um anzusprechen usw.

Hallo ,

super für deine ausführliche Antwort. Bin jetzt um einiges schlauer

Generell wollte ich eigentlich erreichen das der Motor im unteren Drehzahlbereich laufen soll . Zum einen wegen dem Lärm , zum anderen wegen de Spritverbrauchs , daher die Idee mit dem Zapfwellengetriebe.

Und halt auch der Vorschlag mit dem Golfgetriebe und der Antriebswelle um flexibel , je nach dem im welchem Drehzahlband der Motor akzeptable Leistung bringt .

Hmm , theoretisch könnte man sagen das der Motor generell zu klein bzw zu schwach ist um den Anforderungen zu entsprechen.
Jetzt bliebe halt die Frage ob es sinn machen würde auf einen größeren Motor auszuweichen , z.b. den 2,4l Diesel aus dem E30 oder den 3 Liter aus dem W123
Denke wenn ich wüßte bei welcher Drehzahl wieviel Leistung anliegt könnte man abschätzen in wie weit der Golf Motor tauglich ist.

Wieviel würde die angesprochene Pumpe ungefähr fördern wenn man den Golfmotor auf maximal 1500 U/Min dreht und die Pumpe über die Antriebswelle und dem passenden Gang auf ca 2000 U/Min bringt ?

Gruß Dirk

Mechanisch kann man die Drehzahl mit einem Fliehkraftregler regeln.
Das Regelverhalten ist meistens nicht besonders gut (Trägheit, Überschwinger, Instabilität).
http://de.wikipedia.org/wiki/Fliehkraftregler

Eine 55cm³-Pumpe fördert bei 1000 U/min ca 55 l/min, bei 2000 U/min ca. 110l/min
Mit steigendem Druck und Drehzahl nimmt die Fördermenge ab (innere Leckage).
Bei 200 bar wird nur noch ca. 70% davon aus der Pumpe rauskommen.
also ca. 40 l/min bei 1000 U/min und unter 80 l/min bei 2000 U/min.

Zitat:

Original geschrieben von Dunkelbazi


...

Eine 55cm³-Pumpe fördert bei 1000 U/min ca 55 l/min, bei 2000 U/min ca. 110l/min
Mit steigendem Druck und Drehzahl nimmt die Fördermenge ab (innere Leckage).
Bei 200 bar wird nur noch ca. 70% davon aus der Pumpe rauskommen.
also ca. 40 l/min bei 1000 U/min und unter 80 l/min bei 2000 U/min.

Meinst du der besagte Motor würde die benötigte Kraft aufbringen um die 40 Liter bei 1000 U/min sowie die knapp 80 Liter bei 2000 U/Min zu bringen.

Falls ja wie hoch müsste der Motor schätzungsweie drehen ?

Gruß Dirk

Ähnliche Themen

Wie gesagt, bei 200bar nimmt die 55cm³-Pumpe ca. 180Nm auf.

Verdrängungsvolumen pro Umdrehung mal Druck durch 2 pi = Drehmoment.
55cm³ * 200bar / 6,28 = ca. 180Nm

Bei 2000 U/min sind das etwa 38kW/51PS, was die Pumpe an Leistung zieht.
Mit Getriebewirkungsgrad von ca. 95% wären das unter 55PS.
Dafür würde der Diesel theoretisch ausreichen, würde aber bei relativ hohen Drehzahlen laufen müssen, also etwa Nenndrehzahl.
Kommt auch drauf an wie oft der Motor voll belastet wird.

Beim Spalter zieht die Pumpe je nachdem wieviel Kraft der Holzklotz entgegensetzt ein dementsprechend hohes Drehmoment.
Bevor der Spalter den Holzklotz berührt brauchst du nur ca. 20bar um die Reibung im Zylinder usw. zu überwinden.
Da zieht die Pumpe nur ca. 18Nm, also bei 2000 U/min ca. 6PS - Pipifax für den Golf-Diesel.
Außerdem fährt man nicht mit voller Geschwindigkeit in den Holzklotz.
Vom Motor wird also selten Volllast abverlangt. Bei Volllast sollte der Motor aber auch nicht abgewürgt werden.

Ich würde für deine Anwendung einen größeren Dieselmotor empfehlen mit mindestens 3 Liter, besser noch einen großen Traktordiesel mit Getriebe und Zapfwelle.
Vielleicht kommst du an einen billigen, alten Traktor ran.

Die Hydraulik muss auch gekühlt werden. Also ein Ölkühler und ein großer Ausgleichsbehälter ist bei 100 L/min Pflicht.
Die Pumpe darf keine Luft ansaugen, es darf im Behälter kein Saugtrivchter entstehen --> Schwallbleche.

Zitat:

Original geschrieben von Dunkelbazi


Wie gesagt, bei 200bar nimmt die 55cm³-Pumpe ca. 180Nm auf.

Verdrängungsvolumen pro Umdrehung mal Druck durch 2 pi = Drehmoment.
55cm³ * 200bar / 6,28 = ca. 180Nm

Bei 2000 U/min sind das etwa 38kW/51PS, was die Pumpe an Leistung zieht.
Mit Getriebewirkungsgrad von ca. 95% wären das unter 55PS.
Dafür würde der Diesel theoretisch ausreichen, würde aber bei relativ hohen Drehzahlen laufen müssen, also etwa Nenndrehzahl.
Kommt auch drauf an wie oft der Motor voll belastet wird.

Beim Spalter zieht die Pumpe je nachdem wieviel Kraft der Holzklotz entgegensetzt ein dementsprechend hohes Drehmoment.
Bevor der Spalter den Holzklotz berührt brauchst du nur ca. 20bar um die Reibung im Zylinder usw. zu überwinden.
Da zieht die Pumpe nur ca. 18Nm, also bei 2000 U/min ca. 6PS - Pipifax für den Golf-Diesel.
Außerdem fährt man nicht mit voller Geschwindigkeit in den Holzklotz.
Vom Motor wird also selten Volllast abverlangt. Bei Volllast sollte der Motor aber auch nicht abgewürgt werden.

Ich würde für deine Anwendung einen größeren Dieselmotor empfehlen mit mindestens 3 Liter, besser noch einen großen Traktordiesel mit Getriebe und Zapfwelle.
Vielleicht kommst du an einen billigen, alten Traktor ran.

Danke für die Antwort ,

glaube habe jetzt den zusammenhang zwischen literleistung , Druck und Leistungsbedarf verstanden .
Alles in allem würde es wohl doch am sinnvollsten sein wieder einen alten ZT300 zu nehmen mit 100 PS.
Wollte dies zwar aus Platzgründen vermeiden aber nützt ja nichts wenn ich Geld und zeit in den Golfmotor investiere und beim ersten versuch geht der Motor aus und ich stehe da ...

Der Vorteil der der große Traktor hat ist das 3 komplette Hydraulikkreisläufe vorhanden sind . Glaube 160 Liter , 80 Liter und 25 Liter
Leider steht dem aber ein Eigengewicht von 5 Tonnen gegenüber.

Ich lasse mir das ganze mal durch den Kopf gehen . danke nochmals für den Einblick in die Hydraulik

Gruß Dirk

Schlepper ist schon mal eine gute Basis
der ZT300 (so wie ich gelesen habe)hat eine Doppelpumpe drin. eine für die Lenkung und eine für die Arbeithydraulik
da du 3 Sachen mehr oder weniger gleichzeitig betreiben möchtest brauchst du auch mehr als eine Pumpe . Nach meinem wissen kann man immer nur einen Zylinder in einem Kreislauf betreiben.
alternativ zum Schlepper wäre im Bereich Baumaschinen(Minibagger)/Mähdrescher oder Maishäcksler zu suchen
Standmotoren sind etwas anders Aufgebaut. Da sie immer auf einer Drehzahl laufen und dadurch die Kurbelwelle in tödliche Schwingungen gerät sind bei 3 und 4 Zylindermotoren Tilgegewichte in der Ölwanne verbaut

Zitat:

Original geschrieben von luser0815


Schlepper ist schon mal eine gute Basis
der ZT300 (so wie ich gelesen habe)hat eine Doppelpumpe drin. eine für die Lenkung und eine für die Arbeithydraulik
da du 3 Sachen mehr oder weniger gleichzeitig betreiben möchtest brauchst du auch mehr als eine Pumpe . Nach meinem wissen kann man immer nur einen Zylinder in einem Kreislauf betreiben.
alternativ zum Schlepper wäre im Bereich Baumaschinen(Minibagger)/Mähdrescher oder Maishäcksler zu suchen
Standmotoren sind etwas anders Aufgebaut. Da sie immer auf einer Drehzahl laufen und dadurch die Kurbelwelle in tödliche Schwingungen gerät sind bei 3 und 4 Zylindermotoren Tilgegewichte in der Ölwanne verbaut

hmm warum sollte man nur einen Zylinder je Kreislauf bedienen können ?

Hatte einen Kran am ZT laufen gehabt und dieser hat zeitgleich geschwenkt , Mast auf und ausgeschoben.

Die einzelnen Funktionen haben sich zwar verlangsamt desto mehr gleichzeitig bedient wurden aber generell funktioniert es schon.

Hatte ebenfalls am ZT einen Spalter über den großen Hydraulikkreislauf bedient und ein Förderband über den mittleren , hat auch beides zeitgleich funktioniert .

So wie ich das vermute kann man schon mehrere Zylinder an einem Kreislauf dranhängen jedoch teilt sich die Kraft bzw der Ölfluss wenn mehrere Zylinder gleichtzeitig bedient werden. Sonst müsste ja ein Autokran 10 oder noch mehr Hydraulikpumpen und Kreisläufe haben.

Richtig ist schon das der ZT eine Doppelpumpe hat , so wie ich es weiß hat er eine Doppelpumpe für die Arbeitshydraulik (Heckkraftheber , Hydraulikkreisläufe , eventuell Frontlader usw ) und eine seperate kleine einfache Hydraulikpumpe für die lenkung . Also alles in allem müsste er drei Pumpen haben ( 1 einzelne und 1 doppelte )

Gruß Dirk

Hallo zusammen ,

habe doch noch ne Frage bezügl. Hydraulik.

Nehmen wir mal an ich nehme eine Pumpe mit 44 ccm mit einer Leistung von 270 bar.
Einen Zylinder mit 145 mm durchmesser und 650 mm hub

Das ganze schließe ich an einen Traktor an über Zapfwelle.

Habe eine Seite im Netz gesehen die ein Rechenprogramm mit Leistungsbedarf und sowas bietet .

http://www.zapfwellengetriebe.de

Theoretisch müsste der Motor ja knappe 40 KW Leistung aufbringen wenn die Pumpe ca. 2000 Umdrehungen hat und 270 bar Druck aufbaut.

Der Zylinder sollte demnach eine Kraft von ca. 40 Tonnen bei 270 bar haben

Benötigt würden allerhöchstens 20 Tonnen bei der Art von Spalter wie ich sie mir vorstelle.

Ich stelle mir das ganze so vor .
Der Motor treibt die Pumpe an und diese fördert das Öl in den Zylinder . Der Zylinder läuft voll und die Pumpe arbeitet vorerst nur gegen den Reibwiderstand der Kolbenstange. Sobald der Zylinder gegen einen Widerstand stößt muss die Pumpe einen höheren Druck aufbauen um den Widerstand zu überwinden. Die Pumpe baut aber nur soviel Druck auf wie der Widerstand in der Lage ist entgegenzusetzen. d.h. wenn z.b. Holz gespalten wird das allerhöchstens 4 tonnen widerstand bildet wird der Druck nicht auf 270 bar steigen sondern vielleicht auf 100 bar oder so. Unmittelbar nachdem der Spaltkeit das Holz gespaltet hat fällt der Druck wieder zusammen und der Zylinder fährt komplett raus mit geringem Druck . Das würde doch auch heißen das die benötigte Antriebskraft in diesem Fall nicht bei 40 kw liegt sondern bei vielleicht 20 kw oder so.

Sollte das ganze so sein , wäre es möglich ein Druckbegrenzungsventil einzubauen mitdem man den Druck so einstellen kann das der Motor oder die Zapfwelle nicht überbelastet wird.
Ich sag mal das die Pumpe höchstens 100 bar rausgibt sodaß der Leistungsbedarf nur die 20 KW sind und der Motor nicht ausgeht bzw eine niedrigere Drehzahl haben kann.

Oder würde die Pumpe mit 270 bar gegen das Ventil drücken und das Ventil läßt nur 100 bar durch ?

Hmm , hoffe ich habe mich einigermassen nachvollziehbar ausgedrückt.

Gruß Dirk

Alles korrekt soweit wie du das geschrieben hast.

Mit einem Druckbegrenzungsventil kann die Last begrenzt werden. Die Pumpe sieht damit maximal den Druck, der durch das DBV eingestellt wurde.
Die Pumpe würde in deinem Fall maximal 100bar sehen und weniger Leistung aufnehmen, obwohl sie 270bar kann.
Viele Pumpen haben ein integriertes DBV um die Pumpe und alle Bauteile zu schützen.
Ein geplatztes Hydrauliksystem ist eine teure Sauerei (evtl. Feuerwehreinsatz wegen brennbarem Öl).

Allerdings fällt an dem DBV bei Überlast fast die gesamte Leistung der Pumpe ab. Wenn es zu lange oder zu häufig bei hohen Drücken öffnet, kann die Hydraulik überhitzen.
Deshalb sollte das Öl aus dem DBV am besten durch den Ölkühler fließen, und nicht gleich wieder in den Tank oder die Pumpe zurück geleitet werden.

Deine Antwort
Ähnliche Themen