Sperrung der A45 bei Lüdenscheid - wer ist wie betroffen?
Hallo Gemeinde,
mit großem Erstaunen habe ich am vergangenen Donnerstag gelesen, dass die Autobahn 45 bei Lüdenscheid zwischen zwei Abfahrten auf nicht absehbare Zeit gesperrt wurde wegen Mängeln an einem Brückenbauwerk. Ich habe 50 Jahre in der Nähe der Brücke gewohnt und kann mir kaum vorstellen, was das für Pendler, Berufskraftfahrer und Anwohner bedeutet. Neben einem kleinen bisschen Schadenfreude, weil ich wohl rechtzeitig weggezogen bin *), bedaure ich alle, die jetzt in den kommenden Jahren darunter zu leiden haben werden, dass hier wider besseren Wissens versäumt wurde, die Brücke instand zu halten bzw, zu erneuern. Der Lokalpresse war zu entnehmen, dass seit 2014 Mängel bekannt waren und ab 2019 ein Ersatzneubau geplant war, welcher aber dann auf 2026 verschoben wurde. Jetzt haben wir den Salat.
Ich hoffe sehr, dass den Verantwortlichen ein Plan B einfällt.
Wer ist aktuell betroffen und möchte sich äußern?
Grüße aus Schweden
SpyderRyder
*) dafür werden wir hier gerade mit dramatischen Preissteigerungen beim Strom gegenüber dem Vorjahresmonat gequält. Aus 0,22 Kronen je kWh wurden an der Börse zuletzt 6,49 ....
268 Antworten
Zitat:
@Manitoba Star schrieb am 20. Januar 2022 um 18:09:30 Uhr:
Aber ich denke, daß das hier nur so schnell und pragmatisch geht, weil es eben aktuell einen mächtigen Wirbel um die Brücken der A45 gibt. Wenn der fehlt, liegen zig unspektakuläre, aber dennoch wichtige Projekte auf Eis. Im Hamburger Süden kommt man seit 25 Jahren nicht richtig mit dem Bau der A26 und deren Zubringern voran, auch - aber nicht nur - weil dort im Großraum ein seltenener Vogel auftaucht, der sog. "Wachtelkönig". Er wird aber schon mal jahrelang nicht gesichtet, rastet nur vereinzelt dort oder - ja, brütet auch mal.
Taucht der sagenumwobene, seltenst gesichtete Wachtelkönig nicht überall auf, wo ein größeres Bauvorhaben stattfinden soll? Dann kann er aber so selten nicht sein...
Das erinnert mich an das Umsiedlungsprojekt der ach so seltenen Eidechsen bei Stuttgart 21. Kostet 2.000 bis 4.000 Euro pro Eidechse. Vorschlag: ich bringe welche aus meinem Garten nach Stuttgart, die gibt es da in Massen. Zum Schnäppchenpreis von nur 1.000 Euro pro Eidechse.
Zitat:
@Hannes1971 schrieb am 21. Januar 2022 um 11:03:10 Uhr:
Taucht der sagenumwobene, seltenst gesichtete Wachtelkönig nicht überall auf, wo ein größeres Bauvorhaben stattfinden soll? Dann kann er aber so selten nicht sein...
😁
... die lesen auch Planfestellungsverfahren und Ausschreibung und finden das so interessant das sie sich als Beobachter einfinden. Wenn nun Jahre lang nichts passiert ziehen sie gelangweilt wieder um ... "ab zum nächsten Fall".
Vorsicht, Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten.
Zitat:
@Daemonarch schrieb am 21. Januar 2022 um 10:45:56 Uhr:
Hab letztens gelesen, der Vogel wird umgesiedelt. Der Ernst der Lage scheint also grundsätzlich erkannt...
Umgesiedelt?
Da wird es doch wohl einen zuständigen Förster geben, der das Problem effektiv lösen kann.
Ziehen die nicht von alleine um, wenn es vor Ort zu laut bzw. zu unangenehm wird?
Wow, diesem Land geht es echt noch viel zu gut.
Ähnliche Themen
Zitat:
@Verkehrserzieher schrieb am 22. Januar 2022 um 17:40:14 Uhr:
Umgesiedelt?Da wird es doch wohl einen zuständigen Förster geben, der das Problem effektiv lösen kann.
Es gibt durchaus Gegenden auf der Erde, wo das so gehandhabt wird. Nur liegt dort meist nicht nur das Tierwohl im Argen.
Zitat:
@verkehrshindernis schrieb am 23. Januar 2022 um 08:54:27 Uhr:
Zitat:
@Verkehrserzieher schrieb am 22. Januar 2022 um 17:40:14 Uhr:
Umgesiedelt?Da wird es doch wohl einen zuständigen Förster geben, der das Problem effektiv lösen kann.
Es gibt durchaus Gegenden auf der Erde, wo das so gehandhabt wird. Nur liegt dort meist nicht nur das Tierwohl im Argen.
Hier geht es aber um das Gemeinwohl von zigtausenden Autofahrern.
Was ist schlimmer für die Natur? Ein toter Vogel oder Millionen gefahrene mehr km inkl. dem zugehörigen Schadstoffausstoß weil die Brücke nicht fertig wird und große Umwege gefahren werden müssen?
Damit ich nicht falsch verstanden werde: Rücksichtnahme auf bedrohte oder auch nicht ganz so bedrohte Tierpopulationen ist absolut wichtig und notwendig. Auch ist es notwendig, ein für bestimmte Tierarten in einer bestimmten Gegend erforderliches und unersetzliches Habitat zu schützen.
Allerdings haben sich in Deutschland hier wohl ein wenig die Maßstäbe verschoben. Aus lauter Angst, in einem Shitstorm unterzugehen, man habe sich über Tierwohl und Lebensinteressen eines Tieres hinweggesetzt, macht man als Verwaltung die wunderlichsten Dinge - die bereits oben erwähnte Stuttgarter Eidechsen-Umsidelung beispielsweise, langer Baustop wegen eines einzigen Brutvogels, Nichtinbetriebnahme der Hermann-Hesse-Bahn, weil Fledermäuse in einem Bahntunnel gesichtet wurden. Usw. Und all diese Dinge kosten endlos Zeit, endlos Geld, und verlagern die Problematik auf andere Gebiete. Wir sollten uns davor hüten, Tierschutz (oder was manche darunter verstehen) über alles andere zu stellen, und insbesondere sollten wir uns davor hüten, das Tier romantisch zu verklären und zu vermenschlichen. Jedes Tier hat sein Recht zu leben, sicher. So aberwitzige Aktionen wie etwa die Stuttgarter Eidechsenumsiedlung (in ein letztlich völlig ungeeignetes Gebiet, wie sich herausgestellt hat, trotz aller wissenschaftlicher Begleitung) sollten aber nicht mehr vorkommen.
Zitat:
@Hannes1971 schrieb am 21. Januar 2022 um 11:03:10 Uhr:
Taucht der sagenumwobene, seltenst gesichtete Wachtelkönig nicht überall auf, wo ein größeres Bauvorhaben stattfinden soll? Dann kann er aber so selten nicht sein...
In anderen Teilen der Erde gibt es Wachtelkönige wie in deutschen Innenstädten Nagelstudios und Handyläden.
Blubber hat schon recht. Man muss sehr genau schauen WAS für ein Tier denn da den Bau behindert.
Wenn da das letzte Einhorn der Erdkugel seinen Nachwuchs auf der A1 aufzieht, kann man da mal eine Ausnahme machen. Aber ein Vogel der in Europa selten ist, aber in Asien in Massen rumfliegt, da hört es dann auf.
Bei Bären, die die bayrische Landesgrenze überqueren war man auch nicht so zimperlich.
Wenn wir es mit Tierschutz ernst meinen dann sollten wir aufhören Tiere in Zoos und Zirkussen auszustellen.
Mit welchem Recht halten wir Tiere in Gefangenschaft?
Zitat:
@AvensisDCAT schrieb am 23. Januar 2022 um 12:20:58 Uhr:
Wenn wir es mit Tierschutz ernst meinen dann sollten wir aufhören Tiere in Zoos und Zirkussen auszustellen.
Mit welchem Recht halten wir Tiere in Gefangenschaft?
Darum geht es hier gar nicht.
Zitat:
@Blubber-AWD schrieb am 23. Januar 2022 um 11:54:49 Uhr:
Damit ich nicht falsch verstanden werde: Rücksichtnahme auf bedrohte oder auch nicht ganz so bedrohte Tierpopulationen ist absolut wichtig und notwendig. Auch ist es notwendig, ein für bestimmte Tierarten in einer bestimmten Gegend erforderliches und unersetzliches Habitat zu schützen.Allerdings haben sich in Deutschland hier wohl ein wenig die Maßstäbe verschoben.
Kluge und richtige Aussage. Es gibt halt leider Fälle in denen der Tier- bzw. Artenschutz instrumentalisiert wird um Interessen durchzuboxen. Da läuft man dann natürlich Gefahr, der eigenen Sache einen Bärendienst zu erweisen. Andererseits bleibt halt oft wenig Möglichkeit zum Widerstand gegen eine übermächtige Lobby. Siehe S21.
Was gerne aus dem Blickfeld gerät ist, daß viele Tiere auch sog. Kulturfolger sind und sich z.B. Bauwerke der Menschen gezielt zu Nutze machen. Der Fall des Wanderfalken an der A45-Brücke ist exemplarisch; er brütet in einem vom Menschen geschaffenen Bauwerk. Ja, und nun muß er den Platz mal räumen und umziehen. Dafür entsteht ja ein neues Bauwerk.
Für viele Greifvögel und Eulen wäre es schlecht, wenn sie nicht in Alten Häusern, Kirchtürmen oder Ruinen wohnen könnten. Da kann man einwenden, daß das auch eine Folge knapper werdenden natürlichen Lebensraumes für sie ist. Aber, es passt ja im Ergebnis für beide, Mensch & Tier.
Zitat:
@Manitoba Star schrieb am 24. Januar 2022 um 10:29:35 Uhr:
Für viele Greifvögel und Eulen wäre es schlecht, wenn sie nicht in Alten Häusern, Kirchtürmen oder Ruinen wohnen könnten. Da kann man einwenden, daß das auch eine Folge knapper werdenden natürlichen Lebensraumes für sie ist. Aber, es passt ja im Ergebnis für beide, Mensch & Tier.
Weiteres schönes Beispiel: Schwalben. Seit der Nachbar die Stallhaltung von Rindern und Schweinen eingestellt hat, sehe ich bei uns kaum noch welche.
Bin gespannt
A45-Vollsperrung in NRW: Zehn-Punkte-Plan zündet Turbo für die BaustelleZusätzliche Belastung A1,A3,A4Zitat:
Nach Angaben der Autobahn GmbH hat besonders der Lkw-Verkehr auf den Ausweichrouten A1, A3 und A4 seit der Sperrung zugenommen. Im Vergleich zu den beiden Kalenderwochen vor der Sperrung nahm der Schwerverkehr in der ersten Woche nach der Sperrung um rund 13 bis rund 18 Prozent zu
Und es ist eine Frage der Zeit, wann die Straßen der Ausweichrouten auch unter den täglich zusätzlichen 6.500 LKW ebenfalls kaputtgehen.