Sicherheit vor Kilometermanipulation bei Gebrauchtwagenkauf

VW Golf 4 (1J)

Hallo,

da bei meinem alten Golf II Benziner zur Zeit das Gebtriebe schlapp macht (hat 340 000 runter), habe ich mich entschlossen, mir einen Golf IV TDI, 100 PS zuzulegen. Nun meine Frage, was kann ich tun, um beim Gebrauchtwagenkauf nicht mit der Kilometerangabe total über den Tisch gezogen zu werden. Laut ADAC Zeitung (Gebraucthwagen) sind gut 1/3 der Gebrauchten Kilometermanipuliert. Da Diesel ja bekanntlich häufig von Vielfahrern verwendet werden, sollte ja hier die Quote generell noch höher liegen. Ist man in der Hinsicht besser beim Händler oder bei Privat aufgehoben. Vorwürfe in der Hinsicht soll es ja bei beiden geben. Die Vorlage eines Scheckheftes ist sicherlich ein Ansatz, sagt aber letztendlich auch nicht viel aus. Vielen Dank für die Antworten im Vorraus.

12 Antworten

- Scheckheft (ich denke nicht das dies oft gefälscht wird?)

- Autohaus Deines Vertrauens

- Vorbesitzer anrufen

-VW-Händler die Fahrgestellnummer checken lassen (ich glaub die Kilometerstände sind zumindest bei Garantiesachen zentral gespeichert)

- Glück haben ;-)

Ich denke man kann auch zusätzlich auf typische Gebrauchspuren schauen, da muss man dann aber ein "Gefühl" dafür haben:

-Abnutzung Innenbereich, Pedale
-Einschläge (kleine) auf Frontscheibe und Lampen
-Einschläge auf Motorhaubenspitze
-Motoroptik
-bei recht neuen Fahrzeugen Reifenoptik

etc......

Ist klar, Manipulationen im kleineren erkennt man da nicht, aber wenn einer 50Tkm wegdrücken will könnte man evtl. tutzig werden.

Viel Erfolg

Ich würde auf jeden Fall beim Händler kaufen und zwar bei einem namhaften Händler und nicht bei einer umfunktionierten Tankstelle. Von dem kann man sich auch vertraglich zusichern, daß der ausgewiesene Kilometerstand auch stimmt.

Das Scheckheft ist natürlich ein gutes Hilfsmittel. Dieses sollte man sich aber dann auch genau ansehen und im Zweifel genauestens prüfen. Die Dinger kann man ja bei jedem Hersteller günstig blanko erwerben und ganz fluchs ein Scheckheft nach eigenen Vorstellungen kreieren - passende Stempel kosten auch nicht die Welt.

Ich meine, es gibt Urteile, in denen klar gesagt wird, dass ein Haendler den Kilometerstand zu kennen hat. Auch eine kleine Werkstatt, die Autos verkauft, steht mit Ihren Angaben im Vertrag gerade. Da ist kein Unterschied zwischen nahmhaft und nicht nahmhaft.
Geben nicht auch Tuevberichte und Inspektionsrechnungen Auskunft ueber die Kilometerstaende bei den letzten Vorfuehrungen? Kann man nicht auch ueber moegliche bezahlte Versicherungsschaeden an dem Auto Infos bekommen? Hier wird ja auch ein Kilometerstand festgehalten worden sein.

Gruss Christian

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hab mich auch schon einige male damit befasst...

am besten ist du setzt eine art verpflichtserklärung auf, in der sich der verkaüfer dazu verpfilchtet, dass der kilometerstand seine richtigkeit hat und falls nicht er alle daraus resultierenden schäden am pkw übernimmt...... beim kauf von privatpersonen zu empfehlen, wenn dann wirkl. jmd. den stand manipuliert hat wird er dir das best. nicht unterzeichnen.

ansonsten gibts noch beim tüv oder in ner seriösen werkstatt die möglichkeit den wagen kurz durchchecken zu lassen, die können dir dann mit ziemlicher genauigkeit auch sagen ob der kilometerstand manipuliert wurde oder nicht, zumindest wenn es sich um "hohe" manipulationen im 10000km > bereich handelt.

Zitat:

Ich meine, es gibt Urteile, in denen klar gesagt wird, dass ein Haendler den Kilometerstand zu kennen hat. Auch eine kleine Werkstatt, die Autos verkauft, steht mit Ihren Angaben im Vertrag gerade. Da ist kein Unterschied zwischen nahmhaft und nicht nahmhaft.

Diese Urteile würden mich aber mal interessieren, denn auch "nahmhafte" Werkstätten sichern sich gerne mit "Nach Angabe des Vorbesitzers" ab.

Hallo,

Bis jetzt gibts leider noch kein absolut sicheres System, wo sämtliche KM's eines Autos gespeichert werden können, alle Systeme wurden schon überlistet.
Ich denke mal am sichersten mit dem KM's kann man sich sein, wenn man z.B. bei einem VW-Händler ein Fahrzeg kauft, welches von einem Kunden stammt der dieses Fahrzeug dort als neuwagen gekauft hat und es dort hat lückenlos Scheckheftpflegen! In diesem Fall wäre die Manipulationsmöglichkeit sehr gering!
Ansonsten wirklich auf Verschleiss an Pedalen und Lenkrad, sowie der Sitze schauen, denn da hinterlassen die KM's doch ihre Spuren.
Ich hab auch schon mal gehört, das man anhand einer Untersuchung des Motoröls die etwaige Laufleistung eines Autos ermitteln kann...

in Deinem Szenario könnte eben dieser VW Händler ja einfach nur ein neues Service Heft schreiben. Er hat ja schließlich seine eigenen Stempel 😉

MfG

PS: Sag jetzt nicht, daß man allen VW Händlern vertrauen kann, es gibt überall schwarze Schafe

@tc579

Da würde aber immer noch der Griff zum Tel bleiben und den Vorbesitzer anrufen...

Allerdings geh ich jetzt mal davon aus, das nen gutes VW-Haus die KM-Stände nicht selber manipuliert...

Zitat:

Original geschrieben von Sensi777


die können dir dann mit ziemlicher genauigkeit auch sagen ob der kilometerstand manipuliert wurde oder nicht, zumindest wenn es sich um "hohe" manipulationen im 10000km > bereich handelt.

Können auch die nicht - nicht mal Nobelhobel Mercedes schafft das, obwohl einige Mercedes-Modelle zwingend an einen Diagnoserechner müssen, um eine Manipulation komplett abzuschließen - wozu kennt man den Werkstattmitarbeiter aus der Nachbarschaft, der das eben schnell erledigt?

Und die bekannten Gebrauchsspuren lassen sich ebenso wie Kilometerstand selber manipulieren.

Zitat:

Original geschrieben von tc579


in Deinem Szenario könnte eben dieser VW Händler ja einfach nur ein neues Service Heft schreiben. Er hat ja schließlich seine eigenen Stempel 😉

PS: Sag jetzt nicht, daß man allen VW Händlern vertrauen kann, es gibt überall schwarze Schafe

Also ich persönlich traue den wenigsten VW-Händlern. Auch die wollen alle nur unser Bestes.

Aber ist es nicht so, daß Inspektionen irgendwo in einem Zentralrechner erfaßt werden, so daß dir jede Vertragswerkstatt sagen kann, ob an 'meinem Golf' bereits der Zahnriemen von Vertragswerkstatt X getauscht wurde???

<Diese Urteile würden mich aber mal interessieren, denn auch "nahmhafte" Werkstätten sichern sich gerne mit "Nach Angabe des Vorbesitzers" ab.>

Ich bin nun kein Jurist und habe einfach mal etwas gesucht. Strafrechtlich kann man dem Verkaeufer wohl oft nicht beikommen, wohl aber zivilrechtlich, wenn ich das Urteil richtig verstand. Da scheint wohl auch die Angabe im Vertrag "vom Vorbesitzer angegeben" oder "abgelesender Tachostand" nicht immer zu ziehen?!

{Stimmt beim Kauf eines Gebrauchtwagen der Stand des Kilometerzählers nicht mit der wirklichen Laufleistung des Fahrzeugs überein und durfte der Erwerber von der Richtigkeit des angezeigten Kilometerstandes ausgehen, so ist der Kaufgegenstand im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches fehlerhaft und der Verkäufer zur Haftung verpflichtet.
Dies gilt zumindest dann, wenn der Autoverkauf gewerbsmäßig betrieben wurde und der Autohändler die Unrichtigkeit kennt oder zumindest für möglich hält, diesen Umstand dem Käufer jedoch verschweigt.}

{Bremen/Oldenburg (dpa/gms) - Gibt ein Gebrauchtwagenhändler einen falschen Kilometerstand an, muss er dem Kunden Schadensersatz zahlen. Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Bremen hervor, auf das die Rechtsanwaltskammer Oldenburg hinweist.
In dem konkreten Fall hatte ein Kunde von einem Autohändler für 11 000 Euro einen BMW erworben, die Gewährleistung wurde dabei ausgeschlossen (Az.: 1 U 40/03). In dem Kaufvertrag hieß es: «abgelesener Kilometerstand 123 000». Tatsächlich war der Wagen jedoch 284 000 Kilometer gelaufen.
Einen Monat vor Abschluss des Vertrages hatte der Händler den Pkw für 3500 Euro vom Vorbesitzer in Zahlung genommen. Der Händler behauptete später, er habe das Fahrzeug von einem Zwischenhändler erworben. Dies glaubten ihm die Richter jedoch nicht, da Beweise fehlten. Nach Angaben der Rechtsanwaltskammer nehmen Tacho-Manipulationen in jüngster Zeit deutlich zu. Sie ziehen einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs zufolge auch keine Strafbarkeit mehr nach sich. Zivilrechtlich sind sie allerdings sehr wohl noch von Belang.}

Gruss Christian

PS, haben Reifen nicht ein erkenntliches Herstellungsdatum? Anhand dessen und der Restprofieltiefe kann man vermutlich (zumindest bei neueren Autos mit dem "Erstreifensatz"😉 auch die Kilometerleistung abschaetzen?!

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