Shunt für Amperemeter berechnen
Hallo zusammen,
ich habe folgendes Problem zu dem ich fachliche Hilfe bräuchte:
Bei meinem Ford F100 (Bj. 68) ist ein Amperemeter verbaut. Bei Ford wurde damals der Widerstand für das Amperemeter irgendwo im Kabelbaum verbaut. Manche hatten gar keinen Shunt, hier wurde der Widerstand einfach mittels eines genau definierten Kabels erzeugt. Soweit so gut.... oder auch nicht.... Das Amperemeter (ist aber eins von Ford für dieses Fahrzeug) wurde nachträglich verbaut, und war nie angeschlossen. Der dazu benötigte Kabelbaum mit dem Shunt fehlt also. Dieser würde ja aber, wenn ich das richtig verstanden habe, eh nicht mehr stimmen, da die jetzige Lichtmaschine 130 Ampere liefert.
Wie kann jetzt berechnet werden, welchen Widerstand ich brauche, damit mein Amperemeter richtig anzeigt?? Ein anderes Amperemeter möchte ich keinesfalls verbauen, da das Fahrzeug in einem originalen Zustand ist, welchen ich auch nicht verändern möchte.
Gruß vom Ranchero65 der auf euer Fachwissen setzt.
Beste Antwort im Thema
Zitat:
@Bopp19 schrieb am 25. November 2016 um 10:37:37 Uhr:
Im übrigen wird ein schunt niemal in Reihe geschaltet (widerstandskabel) ,dies würde ja im Umkehrschluss bedeuten ,dass der Messstrom über da Messgerät fliessen würde und dieses zum Toaster umfunktioniert.
Mit dieser Aussage liegst du exakt falsch, und zwar deshalb, weil du den Shunt und das Messgerät durcheinander wirfst.
Ein Shunt wird in Reihe geschaltet. Immer. Man trennt die Leitung, deren Stromfluss gemessen werden soll, auf und klemmt den Shunt zwischen die beiden Enden der Trennstelle. Dadurch bildet man eine Reihe zwischen der Stromquelle, dem Shunt, und der Stromsenke. Das eigentliche Anzeigeinstrument, mit dem die am Shunt abfallende Spannung dann angezeigt wird, schließt man dann allerdings gerade nicht in Reihe, sondern parallel zum Shunt an.
Ob man am Ende die ganze Konstruktion nun so betrachtet, dass das Strom-Messgerät in Reihe oder parallel angeschlossen sei, hängt im allgemeinen Fall vor allem davon ab, ob man den Shunt als inneren Bestandteil des Messgeräts auffasst (wie z.B. bei einem analogen Multimeter mit umschaltbaren Strom-Messbereichen), oder als externes Messhilfsmittel, das aus einem Voltmeter ein Amperemeter macht.
Wir betrachten aber nicht den allgemeinen Fall, sondern den speziellen eines Ladestrom-Amperemeters im Auto. Dabei wäre es schon gefährlicher Irrsinn, diese hundert oder mehr Ampere, und auch die dafür benötigten Kabelstärken, vom Motorraum bis nach innen in den Schutzraum des Fahrers und wieder zurück umzuleiten. Also schaltet man dort vernünftigerweise einen separaten Shunt vorne in Reihe zwischen die dicken Kabel, und kann dann, mit sehr viel filigraneren Kabeln, und enorm reduzierter Brandgefahr im Innenraum, die Anzeige parallel zu diesem anschließen.
Das selbe gilt, wenn man ein schon vorhandenes Kabelstück als Shunt benutzt: der Einbau des Ampermeters besteht dann zwar vermeintlich im Herstellen einer Parallel- statt einer Reihenschaltung. Das bedeutet aber keineswegs, dass der Shunt nicht in Reihe geschaltet ist. Er war dann die ganze Zeit schon in Reihe; er hat nur bis dahin nicht als Shunt fungiert, sondern als Kabel.
95 Antworten
Naja, es ist ein Gerät, welches eine Tendenz (ob positive oder negative Ladung) anliegt, aber keine Werte.
Wie Du berichtest, soll der Shunt schon im Auto verbaut sein, ist der denn bei Dir vorhanden ?
Befindet sich da, wo die Anzeige eingebaut ist ein Blindstopfen ?
Wird die Anzeige im KI verbaut oder einzeln im Amaturenbrett ?
Auf jedem Fall sollte der Shunt so abgeglichen werden, wie Ranchero beschrieben hat (Bild), halte ich für richtig.
Frag mal bei ka-ja Tachodienst nach, die können dir das Ding notfalls auch neu wickeln, soweit ich weiß. Dann müssten die das auch berechnen können. Und ja, es gab damals genug von den Dingern, wo außer dem Anlasser der ganze Strom durchging. Irgendwie brandgefährlich, aber halt üblich. Oder mal im Entenforum fragen, die hatten imho bis zum Schluss solche Dinger eingebaut.
mfg
Zitat:
@ranchero65 schrieb am 30. November 2016 um 14:43:20 Uhr:
So langsam bin ich es allerdings leid mich ständig wiederholen zu müssen dass das Teil keinen Widerstand hat.
Das musst du keineswegs wiederholen. Es zwingt dich wirklich niemand.
Ich würde genauer gesagt sogar darum bitten, dass du es lässt, denn es ist und bleibt falsch. Von wem auch immer das "durchgemessen wurde": er hat Mist gemessen. So ein Drehspul-Instrument hat immer mindestens einen Widerstand: den Innenwiderstand der Spule, deren Magnetfeld den Zeiger bewegt. Es hat nur keinen zusätzlichen Vor- Widerstand oder Shunt als separates Bauteil eingebaut.
Zitat:
Dann kann ich euch leider auch nicht helfen.
Mit Verlaub: das war uns auch so klar 😎
Zitat:
@Corsadiesel schrieb am 30. November 2016 um 18:27:54 Uhr:
Naja, es ist ein Gerät, welches eine Tendenz (ob positive oder negative Ladung) anliegt, aber keine Werte.Wie Du berichtest, soll der Shunt schon im Auto verbaut sein, ist der denn bei Dir vorhanden ?
Befindet sich da, wo die Anzeige eingebaut ist ein Blindstopfen ?
Wird die Anzeige im KI verbaut oder einzeln im Amaturenbrett ?Auf jedem Fall sollte der Shunt so abgeglichen werden, wie Ranchero beschrieben hat (Bild), halte ich für richtig.
Das Amperemeter, oder wie immer man das Anzeigeinstrument nennen möchte, war in einem anderen Kombiinstrument verbaut. Das unterscheidet sich aber nur dadurch, das im alten KI für Ladestrom und Öldruck eine Kontrollleuchte verbaut waren und jetzt eben Anzeigen dafür da sind.
Der Kabelbaum wurde auch an das neue KI angepasst und es funktioniert auch soweit alles. Für die Öldruckanzeige wurde natürlich ein Öldruckgeber verbaut.
@ Go}][{esZorN, den Gedanken hab ich auch schon gehabt. Aber Danke für den Tip.
@Corsadiesel, nein, der Shunt ist deswegen nicht verbaut, weil mein KI diese Anzeige nicht ab Werk drin hatte.
Hier Bilder vom KI
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Moin,
ich wärme das Thema noch mal auf weil ich das gleiche Problem habe, leider blicke ich immer weniger durch umso mehr ich lese.
In meinem Oldie ist eine identische Ladeanzeige verbaut, bisher auf 6 V mit einer Lima 25Ah.
Jetzt komplett neuer Kabelbaum mit 12V und 75Ah Lima.
Kann mir Laien jemand kurz und knapp erklären wie ich die Ladeanzeige korrekt anschließe und welche Bauteile dafür benötigt werden?
Grüße
Michael
Diese Frage kann mann so nicht beantworten,
Hierzu ist es erstmal nötig zu wissen was für ein Instrument vebaut ist/Bauform und welcher Strom bei Vollausschlag notwendig ist.
Zum Anderen war vorher wohl eine Gleichstromlima verbaut und jetzt eine Drehstromlima-
Ein Schunt ist hier mit Sicherheit nicht verbaut.
Sage mir die Daten vom Instrument und ich sage dir wie es zu beschalten ist.
B 19
Der gemessene Widerstand der Ladeanzeige ist 0,05.
Anzeigetafel steht im Ruhezustand in der Mitte und zeigt nach rechts Charge an, nach links Uncharge. Keine Werte (Zahlen) auf der Anzeige.
Die Originale alte Lima hatte 25Ah 6V
Die neue Lima 75Ah 12V
Lasse mir das mal durch den Kopf gehen,sehe aber da keine grosse Chance,bei 0,05 Ohm ist es mit sicherheit ein Drehspulinsrument mit 2 Magnetspulen.
Bei 75 A haste dann einen minni Toaster.
Hersteller /Automarke/Anschlussbezeichnung ?
B 19
Zitat:
@hgc.micha schrieb am 10. September 2019 um 14:38:21 Uhr:
Der gemessene Widerstand der Ladeanzeige ist 0,05.
Anzeigetafel steht im Ruhezustand in der Mitte und zeigt nach rechts Charge an, nach links Uncharge. Keine Werte (Zahlen) auf der Anzeige.
Die Originale alte Lima hatte 25Ah 6V
Die neue Lima 75Ah 12V
Der größte Stromfluss ist meist durch den Starter zu verzeichnen und nicht durch die Lichtmaschine.
Da i.d.R. auch der Starterstrom über so einen Shunt fließt, sollte dieser schon, natürlich abhängig von Motor und Batterie, für einen kurzzeitigen Maximalstrom von 200-300A ausgelegt sein.
Das Einfachste ist, wenn man sich einen kleinen Batteriemonitor zulegt, falls man nicht ewig herum probieren möchte und die Ungenauigkeit einer üblichen Eigenkonstruktion egal ist.
Von Victron gibt es z.B. den BMV-700, der inkl. 500A-Shunt knapp 150€ kostet und eine kleine runde Anzeige/Bedieneinheit mit 52mm Einbaudurchmesser hat.
Der ist sehr genau und sehr simpel, ohne weiteren Abgleich, ein zu bauen. natürlich kann der noch sehr viel mehr anzeigen usw., als nur die Stromstärke in beide Richtungen (übrigens auf 0,01A genau).
Wenn nostalgisches Aussehen Priorität vor der Funktion hat, ist so etwas natürlich nicht angesagt. Dann ist aber auch eigentlich recht egal, was angezeigt wird....spielt ja eh keine ernsthafte Rolle.
Der Anlasser hat ein eigenes dickes Kabel direkt von der Batterie, hat also nichts mit der Anzeige zu tun.
Ich muss die alte Ladeanzeige verwenden, die ist in der Tachoeinheit mit verbaut.
Was ist an R=U/I eigentlich so schwer? Den alten Shunt kennst du. Das "Amperemeter" misst vermutlich den Spannungsabfall über diesen Shunt. Doppelte Spannung ist bei gleicher Leistung eines verbrauchers also der halbe Strom, damit der halbe Spannungsabfall über den Widerstand und damit halber Zeigerausschlag. Wenn ich die schaltung richtig verstanden habe.
Zitat:
@hgc.micha schrieb am 10. September 2019 um 14:38:21 Uhr:
Die Originale alte Lima hatte 25Ah 6V
Die neue Lima 75Ah 12V
Diese Angaben sind beide fehlerhaft. "Ah", wie Amperstunden, haben Batterien, aber keine Lichtmaschinen. Das müssen "A" wie Ampere sein. Und wo das erklärt werden muss, ist es wirklich nicht allzu verblüffend, dass auch eine Shunt-Berechnung den Horizont weit hinter sich lässt😎
Ich hätte eine Bitte an euch:
Wer nichts zur Beantwortung meiner Frage beitragen kann oder will möchte doch bitte auf Beiträge verzichten.
Danke im Voraus.
Zitat:
@hgc.micha schrieb am 10. September 2019 um 20:05:54 Uhr:
Der Anlasser hat ein eigenes dickes Kabel direkt von der Batterie, hat also nichts mit der Anzeige zu tun.
Ich muss die alte Ladeanzeige verwenden, die ist in der Tachoeinheit mit verbaut.
Dann schließe es so an, wie es ist und es bei der 6V Anlage angeschlossen war, sollte passen. Shunt ist doch verbaut.