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Saab plant Kooperation mit Tankstellen!

Themenstarteram 7. April 2008 um 14:06

Die GM-Marke Saab will künftig in Deutschland mit Tankstellen zusammenarbeiten, um die Infrastruktur für den Bio-Kraftstoff E85 zu verbessern. Dadurch erhoffen sich die Schweden eine höhere Nachfrage für die E85-Versionen des 9-3 und des 9-4.

Saab will in Deutschland verstärkt mit Tankstellen-Ketten zusammenarbeiten, um die Infrastruktur von Bio-Ethanol (E85) zu verbessern. "Wir führen Gespräche mit verschiedenen Unternehmen wie Avia", sagt Willi Fey, Geschäftsführer Saab Deutschland, gegenüber der Automobilwoche auf der AMI in Leipzig. "Künftig soll in jedem Ort, in dem es einen Saab-Händler gibt, auch die Möglichkeit bestehen, E85 zu tanken", erklärt Fey. Dadurch wollen die Schweden die Verkäufe ihrer mit Bio-Ethanol betriebenen Versionen der Modelle 9-3 und 9-5 ankurbeln. "Bislang beträgt der Anteil von E85-Modellen an unseren Gesamtverkäufen rund 15 Prozent", sagt Fey.

Wie weit sich dieser Anteil noch erhöhen lässt, wollte Fey nicht präzisieren. "Wir befinden uns erst in der Anfangsphase der Gespräche", sagt Fey. Die größte Hürde für die Tankstellenbetreiber ist dabei laut Saab Deutschland das aufwendige Genehmigungsverfahren durch die Behörden. "Technisch ist die Umrüstung einfach zu realisieren", so ein Unternehmenssprecher. Fey bekräftigt, dass Saab auch seine Händler "finanziell unterstützen" werde, um zur Verbesserung der E85-Infrastruktur beizutragen. Einige Händler haben bereits eine E85-Zapfsäule auch auf ihrem Betriebsgelände.

MfG

Saabski ;)

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Zitat:

Original geschrieben von Exschwede

Z.Zt. könnte das Saab-Image durch E85 mehr Schaden nehmen, als zu einem Erfolg zu werden.

Das inzwischen 37 Ländern von der Nahrungsmittelkrise betroffen sind, hören wir täglich in den Nachrichten und macht nachdenklich.

Die Teuerungswelle für Nahrungsmittel begründet sich unter anderem auch mit der zunehmenden Nachfrage nach Biokraftstoffen. Die dafür benötigten Anbauflächen fehlen jetzt bekanntlich bei der Produktion von Grundnahrungsmitteln.

Das der Biokraftstoff die Lebensmittelpreise in einigen Ländern um ca. 70 % verteuert ist ein Hammer.

Täglich hören wir, dass es in Afrika und Asien erste Unruhen wegen der rasant gestiegenen Preise gibt. Das in Pakistan und Thailand sogar das Militär eingesetzt werden muß, um zu verhindern, dass Lager geplündert werden und Getreide von Feldern gestohlen werde, zeigt wie angespannt die Lage inzwischen ist.

Die Gründe dafür werden uns stündlich in den Nachrichten präsentiert: Es sind die Nahrungsmittelpreise, die sich in den vergangenen drei Jahren weltweit um 83 Prozent erhöhten, Weizen verteuerte sich sogar um 181 Prozent !

Denke mal, dass die E85-Werbung von einigen Saab-Vorführwagen erst mal wieder verschwinden wird.......:rolleyes:

Erst Tisch dann Tank !

Naja, dieser scheinbare kausale Zusammenhang zwischen Bio-Ethanol und Lebensmittelpreisen - ist, mit Verlaub, Blödsinn. Problematischer ist da eher die Rodung von Naturwäldern in Südamerika und Asien, um neue Anbauflächen für Mais zur Ethanolerzeugung zu gewinnen.

Zu den Lebensmitteln: Die Verknappung und Teuerung liegt vor allem daran, dass 1,3 Mrd. Chinesen anfangen, Milch zu trinken und Royal TS gut zu finden. Schon mal Quellen gesucht und gefunden, in denen aufgezeigt wird, wieviel Anbaufläche benötigt wird, um 1 kg Rindfleisch zu produzieren? Würden die sogenannten Zivilisationsgesellschaften ihren Fleisch- und Wurst- sowie Milchkonsum halbieren, wären genug Anbauflächen da, die Weltbevölkerung satt zu bekommen UND alle PKW mit Bio-Ethanol zu betreiben.

Aber mit dem Imageschaden für SAAB in Deutschland, da gebe ich Dir recht. Bild, ADAC und Ernährungsindustrie reden gewichtige Worte mit in diesem Land und verwirren die Leute.

EDIT:

Auf einem Hektar Anbaufläche können 50kg Rindfleisch produziert werden oder 8.000kg Kartoffeln...

Oder: Würde man komplett auf Fleischproduktion verzichten, könnte die Menschheit mit 1/4 der heutigen Anbaufläche versorgt werden.

Würde man auf 17% der heute verfügbaren Anbaufläche Zuckerrohr zur Erzeugung von Bio-Ethanol anbauen, könnten damit 25% der heutigen Kraftstoffnachfrage ersetzt werden.

(Quelle: Biomass for food or fuel: Is there a dilemma? Louise O. Fresco. Universität von Amsterdam).

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Zitat:

Original geschrieben von Exschwede

Stopp !!

Will hier keine Grundsatzdiskussion über E85 auslösen. Der Grundgedanke ist schon ok !

Nachdenklich macht es mich halt nur, wie bei Saab die E85-Technologie angepriesen wird. Laut dem sehr bemühten Verkäufer ist es "die" Lösung für den Klimaschutz.

Dass der Anbau von Biomasse für die Gewinnung von Agrarkraftstoff mithilfe der gegenwärtigen Technologien z.Zt. leider mehr negative als positive Folgen für die Umwelt und insbesondere für den Klimaschutz hat, ist aber nicht mehr wegzudiskutieren.

Mit diesen Vorwürfen muß man z.Zt. halt auch bei Saab leben.

Wenn man Modelle ab 180 PS und mehr für den Einsatz mit Bioethanol anbieten und dann auf die positiven Umweltaspekte hinweist, begibt man sich zwangsläufig auf sehr dünnes Eis.

...schon klar, dass wir uns im Kern einig sind. Ich wollte nur darauf hinweisen, wie oben von Dir angedeutet, dass es prinzipiell keine 100%ige Lösung für das Klimaproblem geben wird. Im übrigen auch nicht durch Wasserstoff. Da kommt es auch sehr genau darauf an, wie der Wasserstoff für die Brennstoffzelle gewonnen wird. Alles andere als Verwendung regenerativer Energiequellen führt dort auch zu einer miesen Gesamtumweltbilanz.

Deinem letzten Satz betreffs Umwelt und 180+ Ps kann ich voll und ganz zustimmen. Aber gerade die Misserfolge von VW Lupo und Audi A2 haben eigentlich gezeigt, dass sich Sparfahrzeuge nicht verkaufen lassen, wenn sie nicht auch noch was für das "Bauchgefühl" bieten. Die Kombination mehr Leistung und gleichzeitig weniger CO2-Belastung von Saab war zumindest Marketingtechnisch schon ein besserer Ansatz als damals von VW & Audi. Die Hungerproblematik hat die ganze Sache jetzt allerdings (nicht ganz zu unrecht) in zwielichtem Licht erscheinen lassen. Hätte man in den Medien nur gesagt, dass Regenwald abgeholzt wird, wäre es den Leuten wahrscheinlich egal gewesen. Das hat man ja mittlerweile schon soooo oft gehört...das nimmt kaum noch einer ernst, oder es wird gleich wieder verdrängt. Traurig, aber wahrscheinlich wahr.

Gruß,

nibohr

Zur Auflockerung dieses an sich ernsten Themas hätte ich da noch einen nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag um dem negativen Image entgegen zu wirken.

Einfach den Aufkleber einer bekannten Biermarke neben das Bio-Power-Emblem kleben. Damit kann man dann dokumentieren, dass man trotzdem was für den Regenwald tut. ;)

Gruß Ded2

am 16. April 2008 um 14:17

Ich glaube man darf sich hier nichts "in die Tasche" lügen:

Autofahren ist schön und macht Spaß!! Aber Umweltfreundlich ist es überhaupt nicht - in keinster Weise! Da kann man nochsoviel "Bio" überall draufschreiben.

Es sind immer wieder irgendwelche "Marketing-Tricks", die einem weißmachen wollen, wie bemüht die Autoindustrie weltweit am Thema "Umweltschutz" arbeitet. Die meisten Konzepte sind von vor-vorgestern:

Bsp. Ethanol --> In Südamerika seit Jahren erprobt mit allen Vor- und Nachteilen. Technisch simpel - Ein alter Hut!

Bsp. "Drei-Liter-Auto" --> Bei VW fuhren die ersten Prototypen schon 1981 rum. Inkl. Benzindirekteinspritzung und Start-Stop-Automatik! Für diese letzgenannte "tolle Innovation" heimst BMW jetzt (fast 30 Jahre später) extra Umwelt-Preise ein?! Für eine Technologie, die es vor 15 Jahren schon im Ecomatic-Golf serienmäßig gab (den aber keiner haben wollte!).

Übrigens: Es ist bemerkenswert, dass auf einmal alle Autohersteller ganz plötzlich ihren Flottenverbrauch senken können. Eigenartig.

Und E85 dürfte sich ja dann sowieso bald erledigt haben, wenn die "Marktregulierung" greift: Teurere Lebensmittel bedeuten doch auch teures E85 (das z.Zt. sogar noch steuerlich subventioniert ist, eine Frage der nachfrage, bis der Staat eingreift). Ein Liter Ethanol ist m.W. für ca. 99ct. zu haben, der Liter Super aktuell für ca. 1,42 Euro. Rechnet man den Mehrverbrauch mit Ethanol dazu (der lt. Experten und berichten aus diesem Forum) bei ca. 20% liegt, holt das Ethanol preislich schon gewaltig auf. Eine kleinere Preiserhöhung, schon wäre Gleichstand erreicht und der wirtschaftliche Nutzen, mit dem Saab und andere Hersteller ihr Ethanol anpreisen, ist passe. Ein Herstellung von Ethanol aus Biomasse wäre ebenfalls aufwendiger und würde so ebenfalls auf die Preiskalkulation durchschlagen. Und: Woher soll die ganze eigentlich Biomasse kommen? Import?

Autos werden nicht nach rationalen Gesichtspunkten verkauft (dass weiß man hier doch wohl am besten), sondern über die emotionale Schiene, auf die auch ich (sic!!) immer wieder hereinfalle. Da wird an Motorsport-Traditionen angeknüpft, auf Sportlichkeit hingewiesen, und der Kunde bekommt Produkte schmackhaft gemacht, die er eigentlich gar nicht braucht. (Wie z.B. SUVs, die noch NIE im Geländeeinsatz waren oder einen Hänger ziehen mussten). Innovation im Automobilbau heißt: Mehr Leistung! Saab macht es beim Ethanol vor: In erster Linie ist es "Power", die den Käufer ansprechen soll, erst in zweiter Linie "Bio".

Ich falle ja selber immer wieder auf die Marketingmasche rein: Mein erstes Auto hatte 118 PS, der nächste 131 PS, mein jetziges 150 PS. In wenigen Jahren müsste dann auch ich die 200 PS-Marke überschritten haben. Ich kann doch nicht ehrlich die Meinung vertreten, dass das für die Umwelt gut ist.

Es verhält sich offensichtlich mit dem Auto, wie mit vielen Genußgütern: Schokolade ist lecker, macht aber dick, Rauchen entspannt, macht aber krank, usw.

Was Saab uns mit dem Biopower eigentlich verkaufen will ist so eine Art "light"-Produkt, also Schokolade, die eben nicht dick macht. Aber Autofahren ohne Reue gibt es halt nicht. Biopower ist eine Mogelpackung wie die Light-Chips an denen wir alle so gerne knabbern.

Für mich heißt die Lösung: Erstmal weiterhin Super verbrennen und das Auto so oft wie möglich stehen lassen. Das dürfte, zumindestens kurzfristig, die beste Lösung sein. Und Fahrradfahren ist doch auch gesund!

Gruß, Jan900

P.S. So eine hochkarätige, vielschichtige Diskussion liest man wahrscheinlich nur in einem Saab-Forum. :)

Ich frage mich ob es diese Kooperation wirklich bringt, denn immerhin ist die Saab Händlerdichte nicht überall wirklich berauschend und auch hat nicht jeder zwingend eine Tankstelle vor dem Haus, womit die Verbreitung von Ethanol-Säulen relativ überschaubar bleiben dürfte... Als Marketing-Instrument sicherlich ok, aber ökonomisch gesehen eher eine weniger rentable Investition...

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