Rechtsfahrgebot heute noch zeitgemäß?
Ich wollte jetzt nicht im Aufreger thread darüber diskutieren.
Ich habe ein wenig das Gefühl, dass das Gesetz mit dem Rechtsfahrgebot aus einer Zeit stammt, als die Straßen noch wesentlich leerer waren. Da war es auch noch wesentlich leichter umsetzbar, schön rechts fahren, für schnellere mal kurz nach rechts gehen und dann gleich wieder nach links...
Mittlerweile habe ich eher das Gefühl man sollte ab einer gewissen Verkehrsdichte mehr auf die gleichmäßige Auslastung aller Fahrspuren achten anstatt die linke(n) Spuren nur für Überholvorgänge freizugeben.
Wäre es nicht besser den Verkehr auf zwei oder drei Spuren mit gleichmäßiger Geschwindigkeit durvhzubringen als das heute übliche immer mal wieder ein paar überholen weil man meint auf der anderen Spur, etwas schneller zu sein, was sich meistens eh nur als kurzes Glück herausstellt.
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Wenn ich Tempo X fahre und rechts sind keine adäquaten Lücken, dann habe ich rechts nichts zu suchen. Alles andere ist Wunschdenken der Schnellwoller, was jetzt nur in das Kleid des "Miteinander" gepackt wird.
Solange ich dem Schnelleren nicht direkt vor die Karre ziehe und er aus der Ferne auf mich aufläuft, ist das noch nicht mal eine Behinderung. Man muss immer und überall damit rechnen, langsamere VT vor sich zu haben. Ein Recht auf ständig freie Fahrt in Wunschgeschwindigkeit gibt es nicht.
Zitat:
@PHIRAOS schrieb am 30. April 2021 um 14:48:19 Uhr:
Wenn ich Tempo X fahre und rechts sind keine adäquaten Lücken, dann habe ich rechts nichts zu suchen. Alles andere ist Wunschdenken der Schnellwoller, was jetzt nur in das Kleid des "Miteinander" gepackt wird.
Solange ich dem Schnelleren nicht direkt vor die Karre ziehe und er aus der Ferne auf mich aufläuft, ist das noch nicht mal eine Behinderung. Man muss immer und überall damit rechnen, langsamere VT vor sich zu haben. Ein Recht auf ständig freie Fahrt in Wunschgeschwindigkeit gibt es nicht.
Aus formaler Sicht hast du völlig Recht.
Leider bist du damit aber auch in der Realität recht ignorant unterwegs.
Und nein, ich bin kein Schnellwoller. Meine Reisegeschwindigkeit liegt bei 120-130. Da fährt mein Wagen am sparsamsten.
Nur ab und an, möchte ich eben auch mal Gas geben. Und dann bin ich froh, wenn die anderen Fahrer sich mir genauso rücksichtsvoll gegenüber verhalten, wie ich es bin, wenn ich nur meine Reisegeschwindigkeit fahre. Denn es dauert gefühlt ewig, bis ich mal mehr als 180 auf'm Tacho habe.
Edit: Einen Fehler hast du aber formal auch: Du darfst auch gern jederzeit nach rechts, wenn du dafür bremsen musst. Das ist nicht verboten.
Zitat:
@Luke1637 schrieb am 30. April 2021 um 15:03:00 Uhr:
Edit: Einen Fehler hast du aber formal auch: Du darfst auch gern jederzeit nach rechts, wenn du dafür bremsen musst. Das ist nicht verboten.
Nein. Aber damit forderst Du ihn auf, seinen Geschwindigkeitsüberschuss bzw. seine Wunschgeschwindigkeit aufzugeben um Dir Deine Wunschgeschwindigkeit zu ermöglichen. Warum sollte Deine Wunschgeschwindigkeit wichtiger sein als seine?
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Das ist genau der Punkt. Keine der Geschwindigkeiten ist "wichtiger".
Aber im Zuge des Miteinanders kann man ja mal selbstlos entscheiden, dass es für mich einfacher ist eben 10km/h aufzugeben, damit der hinter mir nicht 60 oder noch mehr aufgeben muss.
Und wohlgemerkt, ich selber befinde mich häufiger in der Position des Langsameren. Also es geht mir nicht darum, mir hier meine Rechte zu erstreiten.
Von Rasern und Dränglern halte ich nichts. Die lasse ich auch gern mal hinter mir versauern.
Zitat:
@Luke1637 schrieb am 30. April 2021 um 15:22:25 Uhr:
Das ist genau der Punkt. Keine der Geschwindigkeiten ist "wichtiger".
Aber im Zuge des Miteinanders kann man ja mal selbstlos entscheiden, dass es für mich einfacher ist eben 10km/h aufzugeben, damit der hinter mir nicht 60 oder noch mehr aufgeben muss.
Ich verlange von niemandem, in (zu) enge Lücken zu stoßen. Erst wenn sich ungenutzte Lücken auftun, in die der Vordermann wechseln könnte und ich ihn überholen, ohne dass auch nur einer bremsen müsste, dann steigt der Blutdruck etwas. Mit zunehmendem Alter aber immer weniger...
Naja, was "zu enge" Lücken sind muss man eben selber entscheiden.
Ich finde halt nur beide Seiten falsch. Die die meinen "Ich fahre nun mal jetzt mit 110 links, egal was hinter mir ist" genauso wie die "Wenn ich schneller fahren will, hat der vor mir Platz zu machen".
Gegenseitige Rücksichtnahme sollte doch möglich sein. Und dazu gehört für mich auch mal etwas langsamer zu fahren, als eigentlich gewünscht. Ich verliere doch nichts dadurch.
Aber gut, da beginnen wir uns im Kreis zu drehen.
Zitat:
@PHIRAOS schrieb am 30. April 2021 um 13:13:05 Uhr:
Jeder der langsamer fährt als du hat also die Spur zu räumen, auch wenn er dadurch langsamer fahren muss als er will.
Wenn er dabei nicht überholt? Ja, natürlich.
Zitat:
@PHIRAOS schrieb am 30. April 2021 um 13:55:18 Uhr:
Rechte Spur fährt 100km/h, ich in der Mitte 140km/h. Dann gehe ich nicht nach rechts und verzögere auf 120km/h, nur damit der, der 160km/h fahren will, seinen Willen bekommt.
Und schon gar nicht, wenn links noch eine dritte Spur vorhanden ist.Ich gehe natürlich von entsprechender Verkehrsdichte auf der rechten Spur aus. Weder blockiere ich bei FREIER rechter Spur die Mittelspur, noch Wechsel ich im 5s Takt zwischen Mitte und rechts. Ich fahre grundsätzlich nicht mit Stoppuhr.
Na dann überholst du ja auch, vollkommen legitim.
Grundlegend: Wenn ich rechts überholen könnte, hat der auf der mittleren / linken Spur gepennt.
Das Rechtsüberholverbot könnte dann auch endlich abgeschafft werden.
Zitat:
@Hannes1971 schrieb am 30. April 2021 um 15:25:40 Uhr:
Zitat:
@Luke1637 schrieb am 30. April 2021 um 15:22:25 Uhr:
Das ist genau der Punkt. Keine der Geschwindigkeiten ist "wichtiger".
Aber im Zuge des Miteinanders kann man ja mal selbstlos entscheiden, dass es für mich einfacher ist eben 10km/h aufzugeben, damit der hinter mir nicht 60 oder noch mehr aufgeben muss.Ich verlange von niemandem, in (zu) enge Lücken zu stoßen. Erst wenn sich ungenutzte Lücken auftun, in die der Vordermann wechseln könnte und ich ihn überholen, ohne dass auch nur einer bremsen müsste, dann steigt der Blutdruck etwas. Mit zunehmendem Alter aber immer weniger...
Ich verlange das, weil ich es selbst auch so mache. Dabei ist mir klar, dass das natürlich nicht jeder so sieht und es manchmal nicht klappt. Aber ich schaue selbst bei 250 noch in den Rückspiegel, denn manchmal gibt es dann doch den einen 270 Fahrer, der vorbei möchte. Und dann sehe ich dazu, dass ich rechts rüber komme, sofern ich nicht gleich auf 90 runter muss. Denn so ginge es für alle etwas entspannter. Aber 10km/h runter zu gehen scheint für Dich ja ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, da es da wohl irgendwie so einen kranken Gedanken gibt, dass sich damit der andere irgend etwas unrechtmäßig erstritten hat oder so. So voll wie es im Straßenverkehr ist, gibt man nie demjenigen, von dem man nimmt. Ein 1:1 Ausgleich ist unrealistisch. Aber wenn alle das geben und nehmen praktizieren, gleicht sich das insgesamt aus, auch wenn hin und wieder mal einer etwas mehr bekommt, oder man einfach mal Pech hat und etwas mehr aufgibt.
Man man man... kannst Du nicht einfach mal zurückstecken? Denn andere tun das hin und wieder für Dich, auch wenn Du das anscheinend nicht merkst. Der Schnellfahrer hat so dieses Mal freie Bahn, und ein anderes Mal zieht er dafür zurück. Gehst Du automatisch davon aus, dass jeder, der mehr als 130 fährt ein absoluter Egoist ist und niemals zurücksteckt?
Schönes (=erbärmliches) Menschenbild.
Eben, es erscheint, dass diese Themen immer aus egoistischen Gründen herauskommen.
Dass aber auch schnellere Rechte haben wird nie erwähnt. Dass man aber alleine in dem Moment links schon als schnellerer gilt wird da absolut ignoriert.
Ich seh das gar nicht so als "Recht". Ich gebe unseren Verkehrserziehern ja in diesem Punkt uneingeschränkt Recht, dass es kein Recht aufs Schnellfahren gibt. Wenn ich jedoch Bock habe Gas zu geben, verändern sich einfach die Parameter. Es ist eine andere Interaktion, denn wenn man mit 200 an einem vorbei ballert, der 100 fährt, ist klar dass das für den nicht gerade angenehm ist. Wenn aber die Autobahn komplett frei ist und nur er da lang zuckelt, fahr ich halt trotzdem mit 200 an ihm vorbei. Auf der anderen Seite fahre ich ja auch oft langsam bzw. ganz entspannt. Schnell fahren ist die Ausnahme. Und dann ist es für mich auch ok, wenn da ein anderer n bisschen Gas geben will. Meine Augen sind alle paar Sekunden kurz im Rückspiegel. Und wenn dann einer angeschossen kommt und ich rüber gehen kann (falls ich da nicht sowieso schon bin) dann macht das auch nix, wenn ich mal 10 oder 20km/h langsamer werden muss. Meistens ist ja so viel Zeit bis der Heizer da ist (ja man erkennt den Geschwindigkeitsunterschied sehr gut und recht früh wenn man sich auch einmal mal n bisschen dafür interessiert, was hinter einem passiert statt wie ein Esel nur nach vorne zu starren), dass ich mir die passende Lücke rechtzeitig suchen kann.
Das klappt zu 99%. Dass ich mal einen behindert weil ich kurz gepennt habe und nicht schnell genug die Spur freigab, ist die absolute Ausnahme. Zumal ich nicht ohne Gas geben überhole. Wenn ich 100 fahre und n LKW überholen will, huste ich das Gas eben einfach mal kurz an, wenn die Linke Spur recht voll ist. Wo ist das Problem?
Zitat:
@Gurkengraeber schrieb am 30. April 2021 um 16:01:50 Uhr:
huste ich das Gas eben einfach mal kurz an, wenn die Linke Spur recht voll ist. Wo ist das Problem?
Ferkel, immer noch nichts gelernt? Gehustet wird gefälligst in die Armbeuge. Ansonsten sofort danach anhalten, aussteigen, Gaspedal desinfizieren, Auto durchlüften und dann weiter 😛 😁
Zitat:
@Gurkengraeber schrieb am 30. April 2021 um 15:37:34 Uhr:
Zitat:
@Hannes1971 schrieb am 30. April 2021 um 15:25:40 Uhr:
Ich verlange von niemandem, in (zu) enge Lücken zu stoßen. Erst wenn sich ungenutzte Lücken auftun, in die der Vordermann wechseln könnte und ich ihn überholen, ohne dass auch nur einer bremsen müsste, dann steigt der Blutdruck etwas. Mit zunehmendem Alter aber immer weniger...
Ich verlange das, weil ich es selbst auch so mache. Dabei ist mir klar, dass das natürlich nicht jeder so sieht und es manchmal nicht klappt. Aber ich schaue selbst bei 250 noch in den Rückspiegel, denn manchmal gibt es dann doch den einen 270 Fahrer, der vorbei möchte. Und dann sehe ich dazu, dass ich rechts rüber komme, sofern ich nicht gleich auf 90 runter muss. Denn so ginge es für alle etwas entspannter. Aber 10km/h runter zu gehen scheint für Dich ja ein Ding der Unmöglichkeit zu sein, da es da wohl irgendwie so einen kranken Gedanken gibt, dass sich damit der andere irgend etwas unrechtmäßig erstritten hat oder so. So voll wie es im Straßenverkehr ist, gibt man nie demjenigen, von dem man nimmt. Ein 1:1 Ausgleich ist unrealistisch. Aber wenn alle das geben und nehmen praktizieren, gleicht sich das insgesamt aus, auch wenn hin und wieder mal einer etwas mehr bekommt, oder man einfach mal Pech hat und etwas mehr aufgibt.
Man man man... kannst Du nicht einfach mal zurückstecken? Denn andere tun das hin und wieder für Dich, auch wenn Du das anscheinend nicht merkst. Der Schnellfahrer hat so dieses Mal freie Bahn, und ein anderes Mal zieht er dafür zurück. Gehst Du automatisch davon aus, dass jeder, der mehr als 130 fährt ein absoluter Egoist ist und niemals zurücksteckt?
Schönes (=erbärmliches) Menschenbild.
Welch frustriertes Geschreibsl...😁