Problem bei Fahrzeugkauf in Übersee
Guten Abend zusammen.
Nach langer langer Suche habe ich endlich den passenden Wagen in Kanada entdeckt. Seit geraumer Zeit bin ich mit einer Firma in Kontakt die Importe aus Kanada und den USA abwickelt und eine Person vor Ort hat die das Fahrzeug überprüft. Nach Recherchen im Netz und aus unseren Gesprächen heraus scheint der Chef kompetent, sympathisch und seriös zu sein. Ich habe ihm sofort geschrieben als ich den Wagen entdeckt habe, da andere Fahrzeuge die ich favorisiert hatte teilweise innerhalb von wenigen Stunden bereits verkauft waren. Er hat sich sofort daran gesetzt und über das Fahrzeug recherchiert. Ich habe den carproof (kanadisches carfax) und die warranty history. Der Wagen scheint was das anbelangt tip top. Nun zu meiner eigentlichen Frage. Er wollte von mir eine Anzahlung, damit er in Kanada (Verkäufer dort ist ein autohause) gleich eine Anzahlung machen damit der Wagen nicht weg ist. Gesagt getan. Am nächsten Tag hat er mich dann aufgefordert die volle Kaufsumme auf sein Konto in Kanada zu überweisen, da nach 7 Werktagen die Anzahlung bei dem dortigen Autohaus verfallen würde, sofern der Verkäufer nicht die volle Summe erhalten hat. Über seine Anzahlung dort habe ich einen Beleg sowohl vom Autohaus, als auch seine Quittung. Sie ist also gemacht worden. Die inserate des Fahrzeuges sind beim Händler auf der Homepage gelöscht und bei autotrader steht das es verkauft wurde. Das ist also alles tatsächlich passiert. Ich habe allerdings große Skepsis und Bauchschmerzen die volle Summe nach Kanada zu überweisen ohne irgend etwas in der Hand zu halten. Sprich, keine Rechnung oder Kaufvertrag. Ich habe gehört das komplette Vorkasse nicht unüblich ist, aber für mich als Geschäftsmann ist es unvorstellbar eine solche Summe einfach mit blinde Vertrauen ins Ausland zu schicken. Wie seht ihr die Sache?
Vielen Dank!
Beste Antwort im Thema
Zitat:
@Speedya386 schrieb am 22. März 2018 um 11:29:01 Uhr:
Er ist ja nicht in Kanada und auch kein Kanadier. Er ist Deutscher mit einer Firma hier in Deutschland. Einen mir zugesichert en Kaufvertrag habe ich nicht, eine Rechnung habe ich nicht und ich bekomme ihn nicht ans Telefon. Er geht auf die Mails die ich schreibe nicht ein und weist mir die volle Schuld zu sollte der Kauf scheitern - was bedeutet er will die 3000€ Anzahlung behalten. In meinen Augen ist er aber nicht seinen Verpflichtungen nach gekommen und setzt mich massiv unter Druck das Geld nach Kanada zu schicken, oder auf die 3000€ zu verzichten.
Du rückst aber seeeehr spät mit allen Infos raus.
In dem Fall kann man Dir nur viel Glück wünschen.
Ich würd unter diesen Umständen auch nichts mehr überweisen,
sondern den Händler direkt kontaktieren und fragen was Sache ist.
Und dann entscheiden.
Verhält sich der Händler hilfsbereit, flieg hin und mach den Deal.
Shipper gibts genug.
Da brauchts nicht den jetzigen.
Viel Erfolg.
21 Antworten
Dazu wollte ich was schreiben:
Zitat:
das solch ein Geschäft nur im Vertrauen laufen kann
Nehmen wir an, ein ehrlicher Verkäufer (privat oder Händler) in den USA oder Kanada hat ein ordentliches Fahrzeug zu einem fairen Preis zu verkaufen. Also das, was alle möchten.
Jemand aus Deutschland/Europa meldet sich bei ihm und möchte das Fahrzeug kaufen und hierher exportieren.
Wenn er sich auf ein solches Geschäft überhaupt einlässt (auch er will ja nicht betrogen werden und hat seine eigenen Vorbehalte!) - durch wie viele Reifen wird er springen, bis er lieber auf einen lokalen Käufer wartet und mit jemandem das Geschäft macht, der sich mit den örtlichen Gepflogenheiten auskennt und keine "Sonderwünsche" hat?
"Käuferschutz" in dem Sinne wie es hier beim Gebrauchtwagenkauf üblich ist, wird es transatlantisch nicht geben. Die Gesetze und Vorschriften sind anders, die Ansichten über Qualität und Erhaltungszustand sind verschieden, der Umgang mit Fahrzeugen und ihre Pflege ist nicht derselbe... Und selbst wenn man objektiv einen Anspruch begründen könnte, müsste man den auf der anderen Seite des Planeten immer noch durchsetzen. Und niemand ausser dem hiesigen Käufer wird das Risiko dafür übernehmen - es sei denn, er lässt es sich sehr auskömmlich bezahlen.
Darum braucht man Vertrauen in das Geschäft und eine realistische Sicht auf das damit verbundene Risiko. Das Vertrauen kann man auf verschiedene Weise erlangen, z.B. durch (vertrauenswürdige) lokale Agenten; indem man selbst hinfährt oder andere geeignete Massnahmen. Offene und zeitnahe Kommunikation und das Übersenden von Fotos und Dokumenten gehören sicher dazu, ebenso dass alle Angaben logisch stimmig sind, verifizierbar und richtig wo möglich, und keine "roten Flaggen" auftauchen.
Das hört sich ziemlich kompliziert an, ist es aber in der Praxis eigentlich nicht. Wenn mir jemand zeitnah bestimmte Detailfotos schicken kann, und ein Foto des Titles, wenn das Carfax stimmt, dann sagt das schon eine Menge. Wenn ich dann noch ein paar Mails austausche oder Telefonate führe, der VK z.B. eine länger eingeführte, im WWW gut bewertet Firma in einer kleinen Gemeinde auf dem Land hat, dann kann ich mir einigermassen sicher sein, dass er das Auto wirklich hat und dass es in etwa in dem Zustand ist, den er mir aus seiner Sicht mitteilt. Springen muss ich dann aber irgendwann, wenn ich die Karre haben will.
Der TE hat ja auch versucht, alles richtig zu machen. Ich weiss zu wenige Deteils, um da eine klare Meinung zu haben. Ich drücke einfach mal die Daumen, dass sich das alles noch auflöst. 3000 EUR sind eine Menge Lehrgeld, wenn sie denn weg wären.
Wie schon mehrfach gesagt wurde:
Ruf den Autohändlern der das Auto hat direkt an und frag ob er die Anzahlung bekommen hat.
Dann weißt du schon mal ob dein Importeur das Geld abgeliefert hat, oder ob er es behalten hat ind jetzt auf mehr wartet.
Ist dein Englisch gut genug für so nen Anruf? Ansonsten kennst du vielleicht jemanden der das für dich machen kann.
Aber das wäre mal ein guter und direkter Weg um zumindest einen Anhaltspunkt zu bekommen.
Von welcher Gesamtsumme reden wir denn? Ist das ein Oldtimer?
Warum nennst Du hier nicht mal Ross und Reiter ?
Offenbar hast Du Manschetten, selbst in den USA aktiv zu werden.
Was kannst Du tun ?
In Begleitung zum Deutschen hinfahren und Druck machen, der 1. Eindruck ist entscheidend,
zum Anwalt mit Deiner Geschichte und Deinem Überweisungsbeleg gehen und auf Rückabwicklung drängen, wenn der Deutsche nicht aus seiner Ecke kommt,
in den U.S.A. über Internet eine Pre Purchase Inspection (PPI) buchen, dann hast Du zumindest Gewißheit, dass das Auto existiert und in welchem Zustand es sich befindet, kostet natürlich weiteres Geld aber Du kannst zuhause bleiben.
Es wäre natürlich schon gut, der Kanadier würde Dir bestätigen, daß das Fz bis zum Abschluss der PPI für Dich reserviert bleibt.
Schau ob es auf google oder ebay Bewertungen des Deutschen gibt, wenn Du den Namen kennst, kannst Du eine Schufa-Auskunft über ihn oder eine Creditreform-Auskunft über seine Fa. einholen.
Wichitg für den Anwalt wäre, daß Du alles, was bisher gelaufen ist, nach bestem Wissen protokollierst (Gedächtnisprotokoll) und einen genauen zeitlichen Ablauf präsentierst. Unternimm weitere Anrufe in Gegenwart von Zeugen !
Vielleicht können Dir auch die Kfz-Innung oder bei einer GmbH die Industrie- und Handelskammer zur Seite stehen.
Ich wünsche Dir viel Glück !
Guten Morgen zusammen.
Ein kleines Update: nach etwas Druck gestern und Fristsetzungen kam am Abend dann doch eine Rechnung.
Kurz darauf ein Telefonat. Man hat sich besprochen und das Geschäft läuft nun weiter.
Wenn ein Händler dort die Möglichkeit hat einen Gebrauchten ins Ausland zu verkaufen, dann birgt das ja nicht nur Risiken für ihn, sondern auch die Sicherheit das der Käufer ihn nicht für Mängel oder Garantieansprüche ranziehen kann. In meinem Fall verkauft er das Fahrzeug ja nicht mal ins Ausland, sondern an eine kanadische Firma. Insofern trägt er keinerlei Risiko.
Dass das Fahrzeug existiert hab ich nie bezweifelt. Ich habe den Wagen ja selbst über Autotrader gefunden, hatte kontakt mit dem Autohaus und habe den Carproof direkt vom Autohaus bekommen. Einen Zahlungsbeleg und eine Quittung des Autohauses über die Einzahlung hatte ich auch. Nur als ich ohne vorher eine Rechnung zu bekommen zu der Partnerfirma ins Ausland überweisen sollte gingen bei mir die Alarmglocken an.
Auf jeden Fall danke das ihr euch Gedanken dazu gemacht habt. Ab jetzt heißt es abwarten und Tee trinken.
In schätzungsweise vier Wochen bin ich entweder happy, oder lauf die Wand hoch. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Ähnliche Themen
Ein Ford pick-up. F150 supercrew mit der 2m Pritsche. Wenn der Wagen vor mir steht poste ich euch gerne ein paar Bilder.
Kannst Du uns den Händler nennen?
Offenbar klappts ja doch.
Heutzutage erwartet man ja oft, dass die Leute permanent erreichbar sind (Internet, Smartphone usw) und wenn sie es dann mal nicht sind, weil die noch mit Papier und Stift arbeiten oder einfach viel zu tun haben, dann gehen die Gedanken mit einem durch.
Aber es scheint ja so, als ob das alles Hand und Fuss hat.
Daher würde mcih der Händler interessiere, falls ich auch mal einen Wagen aus Kanada holen möchte.
Danke und Gruss,
Dieter