Pressefahrzeug

Porsche

Hallo,
in einem süddeutschen PZ hab ich einen 2 Jahre alten Gebrauchtwagen gekauft, bei dem trotz sehr weniger Km erstaunlich viele Verschleißteile getauscht werden mussten.
Nun habe ich erfahren, daß dies ein Pressefahrzeug ist, das ihn Spanien von Journalisten auf der Rennstrecke getestet wurde. Davon haben die vom PZ aber nichts erzählt geschweige denn in den KV geschrieben.

Ist ein Pressefahrzeug mit einem Mietwagen vergleichbar. Hat da jemand einschlägige Erfahrungen oder juristische Erkenntnisse?

Beste Antwort im Thema

Hallo

erst mal eine Klarstellung:

Echte Motorjournalisten kaufen die Testfahrzeuge beim Händler
und zu den selben Bedingungen wie Otto Normalkäufer.

Schliesslich will man verhindern ein "Testfahrzeug" zu bekommen.

Die meisten Hersteller "ködern" Journalisten mit einem
fetten Preisnachlass in der Hoffnung die "Testwagen"
vorher zu erkennen.
Journalisten die mit Nachlass kaufen sind aber meist aus
der eher alsBoulevard zu bezeichneten Ecke oder kaufen sowieso
alles mit Journalistenrabatt obwohl die am Ende nur
Leserbriefe oder Werbetexte schreiben.....

Porsche hat einen Pool Pressefahrzeuge die auf Anfrage an die
Presse oder auch an andere Interessierte Personen übergeben
werden. Normalerweise bespricht man mit der PR Abteilung
was man wie lange und wie Intensiv testen will und bekommt
ein passendes Fahrzeug mit einem Nutzervertrag und einer
Versicherung.
Tendenziel darf man mit dem Fahrzeug nur das selbe machen wie
mit allen Porsche Serienfahrzeugen sprich auf die Rennstrecke
solange man auf Serienreifen bleibt und keinen Wettbewerb.
Anderst gesagt das schnelle fahren auf der Rennstrecke ist für einen
Porsche der selbe Normalzustand wie das parken vor der
Dorfdisko wobei letzteres bestimmt riskanter ist.

Will man mehr als Otto Normalfahrer testen arangiert
Porsche meist einen Rennstreckentermin und passende
Begleiter in Form von "Fahrlehrern" und einem Boxenteam.

Natürlich kann man sich die Fahrlehrer sparen wenn HvS
einen "Supertest" fahren will.

Nach dem Test muss man an die Presseabteilung einen ausführlichen Testbericht einreichen und auch Fahrtenbuch wird meist gefordert.
Tut man dass nicht wird aus der Testwagenanfrage in Zukunft
ein Verweiss zur Mietwagenagentur oder zum nächsten Händler.

Es ist anzunehmen das Porsche nach jedem Test die Fahrzeuge penibel
durchsieht und auf den nächsten Pressetester vorbereitet zur Not über Nacht oder am Wochenende. Dabei werden schon mal Datenlogger verbaut und Steuergeräte sehr genau ausgelesen.
Bei exessivem Verschleiss oder mitgelogten Überdrehern wird halt
das Aggregat kurz gegen ein gleichwertiges aber halt neuwertiges getauscht.
Andere Mängel werden natürlich auch beseitigt und bei Bedarf
gibt es neue Sitzbezüge oder Neulack.
Neue Reifen gibt es selten die Reifensätze werden zuvor von einem
versierten Fahrer optimal "angefahren"

Wenn die Autos aus der PR Abteilung dann in den Ruhestand gehen werden die meist nochmal komplett aufgearbeitet.
Ca 90% der PR Testautos sind übrigens weit weg vom Normalausstatter und wer z.B einen dunkelgrünmetallicfarbenen
Boxster mit einer bestimmten Ausstattungskombination fahren will
bekommt oft das Auto von Frau Wiedeking.
Ein grosser Teil der PR Autos wanderd übrigens in die Garagen von
Porsche Mitarbeitern oder Freunden des Hauses nur die "Normalausstatter" sickern in die Aussenwelt durch.

Kommen wir zu den "Rudeltests".

Bei grossen PR Neu-Vorstellungen werden ganze Fahrzeugflotten
an besonders schönen Locationen aufgefahren.

Die Journalisten haben dort meist Gelegenheit auf einer Rennstrecke
ohne Risiko die Limits des Autos oder auch deren eigenen genau auszuloten.
Dafür werden meist Fahrzeuge aus der Vorserienproduktion verwendet.

Nach Abschluss der Veranstaltungen werden diese Fahrzeuge oft nochmal zerlegt und ausgewertet oder für Crashtests verwendet.
Ansonsten werden Vorserien inzwischen verschrottet ( Früher
wurde sowas innerhalb der Familie oder an WA verkauft ).

Porsche kann übrigens vom Band nicht einfach Fahrzeuge an Tester vergeben. Sämtliche Autos die vom Band purzeln sind laut Porsche
verkauft ( es wird nicht auf Halde produziert ).
Man kann nur Fahrzeuge aus dem Bestellpool der Importeuere
rausziehen.
Deswegen muss die PR Abteilung ja selbst Porsche Fahrzeuge
für Testzwecke bevorraten und ein grosser Teil der Testflotte
sind Leihfahrzeuge die normalerweise von Mitarbeitern der
gehobenen Ebene genutzt werden.
(Porsche Tradition, die früher verwendeten Testfahrzeuge waren meist die "Privatfahrzeuge" von Ferry Porsche oder Familienmitgliedern sowie von RvF oder HvH.

Für echte dass heisst über jedem Limit bewegte Testfahrzeuge
kann man Masstäbe wie für Fahrzeuge mit Sondernutzung ( Taxi, Mietwagen ) ansetzten diesbezügliche Preisabschläge findet man im
Schwacke, bei Eurotax oder beim nächsten Gutachter.

Noch ein Hinweiss:
Die bei Porsche von der PRAbteilung verwendeten Kennzeichen sind
"fest" und werden wiederverwendet dass heisst wenn man die
Nummer der Zulassung im Brief hat und ein Bild von einem
Auto mit dem selben Kennzeichen dann muss es nicht das identische
Auto sein.
Damit die Nummer zur Not über Nacht frei wird kann das bisherige
das Kennzeichen tragende Fahrzeug einfach auf einen anderen
Zulassungsort angemeldet oder stillgelegt werden.

Früher wurden aus S-PR of BB-PW oder LB-PL

Grüsse

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Zitat:

Original geschrieben von edgar



da wurde glatt behauptet das die messtoleranz dicke 10 % sind + schlupf ....was beim ( damals beispielsweise ) 380 ps starken rs 4 dann eben mal 40 ps hin oder her sind und das es dann " normal " währe denn die dinger um dann insgesamt 80 ps schwanken ....also von " serien ! 380 ps währe es " normal " das die presse fahrzeuge theoretisch auch 420 ps haben könnten und die kundenwagen 340 ....völlig normal ...
ja ne ....is klar .... ich habe aktuell für die zulassung ein leistungsgutachten erstellen lassen und bei dem mittelwert aus 10 messungen haben wir ne maximal abweichung bei nem endwert von 267 ps von 2.2 ps gehabt ....unter normbedingungen .
ergo ....glatte absicht zu lügen und den leser für blöd zu verkaufen , was mir aber vorher schon klar war .

10% Leistungsabweichung sind in der Tat rechtlich zulässig. Zudem würde mich doch sehr interessieren, wie ihr eure Messungen vorgenommen habt. Und was es nun generell für eine Bedeutung haben soll, dass EIN Fahrzeug nur 2,2 PS von der angegebenen PS-Leistung entfernt war.

Normalerweise werden die Leistungsdaten in PS als reine Motorleistung im nicht eingebauten Zustand (sprich: ohne Verlustleistung) angegeben. Ein Fahrzeug, dessen PS-Angabe bei 344 PS liegt (Audi S4 B6), kann also durchaus auch mal 315 PS haben und liegt somit in der Toleranz (wie ich selbst bereits erfahren musste).

Dass Pressefahrzeuge meist manipuliert sind, ist allgemein bekannt und kein Porsche-Phänomen.

Bzgl. PS Angaben der Hersteller: Hersteller dürfen im 10% bereich von den Daten aus den Prospekten abweichen (meine ich gelesen zu haben). Da gab es mal die Homepage "Nie wieder BMW".
Der Eigner beschwerte sich, dass seine Heizöltanker nicht die ausgewiesene Geschwindigkeit erreichte und wollte einen Wandel erzwingen.

Wie Ascomp geschrieben hat sind die Meßverfahren unterschiedlich. Der Rollenprüfstand mit Leistungsauswertung hat nicht unbedingt was mit dem Motor direkt zu tun. Hier sind PS Schlickende Aggregate/Bauteile zu berücksichtigen.
Der Motorenprüfstand misst direkt am Motor

Wenn also die F1 sagt, dass Ihr Motor X-PS hat, so ist das sehr wahrscheinlich am Motorenprüfstand gemessen und nicht auf nem Rollenprüfstand.

Zitat:

Original geschrieben von AScomp



Zitat:

Original geschrieben von edgar



da wurde glatt behauptet das die messtoleranz dicke 10 % sind + schlupf ....was beim ( damals beispielsweise ) 380 ps starken rs 4 dann eben mal 40 ps hin oder her sind und das es dann " normal " währe denn die dinger um dann insgesamt 80 ps schwanken ....also von " serien ! 380 ps währe es " normal " das die presse fahrzeuge theoretisch auch 420 ps haben könnten und die kundenwagen 340 ....völlig normal ...
ja ne ....is klar .... ich habe aktuell für die zulassung ein leistungsgutachten erstellen lassen und bei dem mittelwert aus 10 messungen haben wir ne maximal abweichung bei nem endwert von 267 ps von 2.2 ps gehabt ....unter normbedingungen .
ergo ....glatte absicht zu lügen und den leser für blöd zu verkaufen , was mir aber vorher schon klar war .
10% Leistungsabweichung sind in der Tat rechtlich zulässig. Zudem würde mich doch sehr interessieren, wie ihr eure Messungen vorgenommen habt. Und was es nun generell für eine Bedeutung haben soll, dass EIN Fahrzeug nur 2,2 PS von der angegebenen PS-Leistung entfernt war.

Normalerweise werden die Leistungsdaten in PS als reine Motorleistung im nicht eingebauten Zustand (sprich: ohne Verlustleistung) angegeben. Ein Fahrzeug, dessen PS-Angabe bei 344 PS liegt (Audi S4 B6), kann also durchaus auch mal 315 PS haben und liegt somit in der Toleranz (wie ich selbst bereits erfahren musste).

Dass Pressefahrzeuge meist manipuliert sind, ist allgemein bekannt und kein Porsche-Phänomen.

nene ...jungs ....das habt ihr falsch verstanden .

ich wollte damit nicht auf die serienstreuung hinweisen . sondern auf die messgenauigkeit moderner prüfstände .

und die abweichung von 2.2 ps maximal war nicht eine abweichung vom " serienwert " .....der motor ist extrem stark modifiziert und ( 2 liter 16 v mit einzeldrossel ....was man so beim bergrennen so findet ) .und nach dem abstimmen war die leistung " UNBEKANNT " .

und aus den 10 messungen auf einem modernen prüfstand war von der geringesten bis zur höchsten leistung 2.2 ps unterschied .
meistens hat das ergebnis sich aufs ps genau eingependelt .

ich wollte damit drauf hinweisen das die sportauto sich mti dem ammenmärchen messtoleranz bei fahrzeugen rausreden will , mann kann SEHR WOHL mit nem modernen Prüfstand leistungsgesteigertet oder aussortierte fahrzeuge erkennen . das war nur die leser für dumm verkauft und sonst nix

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