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Porsche 911 8 (992) 3.0 Carrera S Test

16.11.2023 20:07    |   Bericht erstellt von Triax

Testfahrzeug Porsche 911 8 (992) 3.0 Carrera S
Leistung 450 PS / 331 Kw
Hubraum 2981
HSN 0583
TSN ALI
Aufbauart Sportwagen/Coupe
Kilometerstand 18000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 6/2020
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von Triax 3.5 von 5
weitere Tests zu Porsche 911 8 (992) anzeigen Gesamtwertung Porsche 911 8 (992) (seit 2018) 3.5 von 5
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Einleitung

Im Feb 2023 habe ich mir das Fhz mit 15.000 km auf dem Tacho über ein PZ angeschafft. Bis Mitte 22 fuhr ich einen Carrera S mit dem 3,8 Ltr Sauger. Wollte dann ein größeres Fhz und kaufte den neuen M3 Comp von BMW mit 510 PS. Leider war das - für mich - ein Fehlkauf. Der BMW war schon ein gutes Auto, aber halt kein Porsche! ;-)

Galerie

Karosserie

2.0 von 5

Der Porsche 911 ist als typischer 2+2 Sitzer so wie erwartet/ bekannt! Platzangebot für Fahrer und Beifahrer ist i. O.!

Hinten möchte kein Mensch sitzen der größer als max 140cm ist! ;-)

Aber als Platz für mehr Gepäck als das, was man im Kofferraum unterbringen kann, gut geeignet.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Gute Qualitätsanmutung

Antrieb

4.0 von 5

Dank 90 Liter Tank gute Reichweite. Der Turbo verbraucht aber im Verhältnis zu meinem Vorgänger Carrera S mit dem 3,8 Ltr Sauger mehr Sprit als ich dachte bzw erhofft hatte. Für die Leistung ist das zwar oK! Aber ein BMW M3 Comp mit 510 Turbo PS, den ich zwischenzeitlich fuhr, war tatsächlich bis zu einem Liter auf 100 km sparsamer. Und das bei mehr Leistung und - spürbar - besserem Drehmoment als der Carrera S. Es wäre also möglich.

 

Mit dem Vorgänger Modell 991 war es im manuellen Modus des PDK möglich, im 2. Gang anzufahren. Mein 992 lässt das nicht mehr zu.

Ebenfalls nahm dieses Vorgänger PDK im manuellen Modus nach dem Kaltstart jeden Hochschaltbefehl an. Jetzt muss man den Motor anfangs (UNNÖTIG) höher drehen, bevor man hochschalten kann bzw im Automatik Modus hochgeschaltet wird!

Als Fahrer fühle ich mich durch die Technik/ Elektronik bevormundet.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Der Motor ist eine Wucht. Leistung, Ansprechverhalten, da passt alles.

Fahrdynamik

5.0 von 5

Hier gibt es für mich nichts zu meckern. Der 911er ist in meinen Augen immer noch DER Sportwagen mit gleichzeitiger Alltagstauglichkeit! Vom gemütlichen Bummeln bis zum Kurvenräubern: da passt einfach alles.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Ein Sportwagen wie er sein muss mit, wie ich finde, trotzdem guter Alltagstauglichkeit
  • - Etwas heikel bei Nässe. Aber duch die elektronischen Helferlein doch gut zu beherrschen.

Komfort

3.0 von 5

Mich nervt die Bedienung. Man muss - wie leider mittlerweile bei den meisten Herstellern üblich - auch im 911er viel touchen, sich durch Menus und dann noch Untermenüs "durchkämpfen". Nach dem Motto: warum einfach wenns auch kompliziert geht.

Die Druckknöpfe von früher waren einfacher zu bedienen, mann musste nicht erst aufs Display schauen um die Funktion zu aktivieren. Das war doch einfach intuitiver!

Warum muss ich, wenn ich die Klima einzuschalten will, erst das Menu Klima aufrufen und kann erst danach ein- und auch ausschalten? Für die Luftverteilung muss man dann in ein Untermenu um die div. Ausströmer auszuwählen.

Ein Lichtblick: der tatsächlich noch herrlich analoge Drehzahlmesser. :-)

Für den, der es mag, (Stichwort Handygeneration) mag es ja oK sein, wenn alles digital über Touchfelder geht. Aber mir kann keiner erzählen, dass das praktischer ist. Von der Ablenkung will ich gar nicht erst reden.

Daher wäre es mir persönlich viel lieber, wenn es auch weniger digital ginge und die Haptik mit Druck- oder Drehschaltern wieder mehr zurück käme. Das wird aber Wunschtraum bleiben, da in jedem Werk die Contoller das letzte Wort haben und mechanische Bedienungen einfach zu teuer sind. So wird man einfach schon länger von allen Herstellern mehr oder weniger gezwungen.

Nur, warum das überhaupt zulassungsfähig ist, erschließt sich mir nicht. Das Handy darf man nur mit Freisprechanlage nutzen! Aber ständig aufs Fhz- Display glotzen und zu touchen ist legal. Verstehe wer will.

Testkriterien
Federung (sportlich): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Für einen Sportwagen wird noch ein recht guter Komfort geboten!

Emotion

5.0 von 5

Hier gibt es nichts zu meckern. Unverwechselbare Optik und typischer Porsche Sound. Obwohl der Sound in der Vor- Turbo Zeit noch markanter war. Auch wenn es heutzutage eher leise sein muss. ;-)

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (sportlich): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Der 911er ist einfach seit Jahrzehnten eine Sportwagen Ikone.

Unterhaltskosten

KFZ-Steuer pro Jahr 300-400 Euro
Verbrauch auf 100 km über 10 Liter
Haftpflicht bis 200 Euro (30%)
Vollkasko 400-600 Euro 30%

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Wer ein sportliches, aber trotzdem komfortabeles und trotzdem noch recht alltagstaugliches Auto sucht, sich dabei mit dem nicht üppigen Platzangebot abfinden kann, ist beim 911er genau richtig. Es macht einfach Spaß, mit diesem Auto zu fahren.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Man muss ihn mögen, darf aber nicht die Preisgestaltung hinterfragen. Nicht umsonst ist Porsche die Cash Cow im VW Konzern. Außerdem sollte man resistent sein gegen spezielle Andeutungen von Mitmenschen. Da hat ein Porsche bei vielen Zeitgenossen kein gutes Image.

Zur Technik: Motor- und Fahrwerkstechnisch ist der 911er über jeden Zweifel erhaben.

Was die digitale Kompetenz angeht hinkt zumindest mein Fhz weit hinterher. Man merkt, dass das nicht die Kernkompetenz von Porsche ist. Denn leider ist das ältere PCM, wie es in meinem Modellbaujahr noch verbaut ist, eine große Enttäuschung. Es ist zwar "erst" 3 Jahre alt, hat aber m. M. nach ein Niveau, das andere Hersteller schon vor 5 - 8 Jahren hatte. Die Ladezeiten sind schlecht, manchmal musste ich schon bis zu 2 Minuten fahren, bis alle Funkionen auf dem Display verfügbar waren. Auch die Umsetzung von Sprachbefehlen braucht ebenfalls teilw. sehr lange. Da sind die neueren PCM anscheinend viel besser.

Und seit mittlerweile 9 Monaten bekomme ich keine aktuellen Navidaten aufgespielt, obwohl ich extra das Paket Navi & Infotainment für ein Jahr gekauft habe. Etwas verkaufen und dann nicht das liefern, für was der Kunde gezahlt hat, geht gar nicht. Aber s. o.: Porsche und Digital ist wohl nicht die beste Kombination. Vielleicht sind die neueren Jahrgänge besser, aber ein gerade mal 3 Jahre altes Auto sollte schon ein besseres Niveu haben!

Gesamtwertung: 3.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.5 von 5 möglichen Sternen
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