ForumXC90 2, S90 2, V90 2
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Auto
  4. Volvo
  5. XC90 2, S90 2, V90 2
  6. Praxistest und direkter Vergleich der beiden Familienkutschen: Audi Q7 3,0TDI vs. Volvo XC90 D5

Praxistest und direkter Vergleich der beiden Familienkutschen: Audi Q7 3,0TDI vs. Volvo XC90 D5

Volvo XC90 2 (L), Audi Q7 2 (4M)
Themenstarteram 14. Oktober 2015 um 12:49

Hallo Q7 und XC90 Interessierte bzw. Gemeinde;),

vor kurzem hatte ich die Möglichkeit einen Volvo XC90 II D5 und einen Audi Q7 II 3,0 TDI kurz hintereinander ausgiebig zu testen.

Fazit für Schnellleser:

Beide sind gute SUVs die sich nicht viel nehmen, jedoch sollte man nicht alles glauben was in diversen deutschen Automagazinen zu lesen ist, sonst könnte man enttäuscht sein.

 

Für diejenigen, die es gerne etwas ausführlicher haben:

Ich werde hier meine Eindrücke wiedergeben, nicht (geschönte) Zahlen von den Prospekten oder „Werbetexte“ von diversen Zeitschriften. Mein Auto muss im Alltag funktionieren, Spaß machen und mich schnell von A nach B bringen.

Meine Anforderungen an ein SUV:

Geschäftstermine, Einkaufswagen, Kindertaxi, Hobbies (z.B. Skifahren oder auch mal nach ´ner längeren Partynacht spontan im Auto übernachten), Baumarkt, Urlaubsfahrten…

Vorausschicken möchte ich, dass ich aus vielen (tausend) Kilometern den XC90I, ML, Q7 I, SQ5, X5, Range Rover Sport, Jeep Grand Cherokee usw… kenne und mir somit ein ganz ordentliches Bild der verschiedenen Modelle machen kann. Weiter sind mir beide Marken überaus sympathisch was mir aber einen umso kritischeren Blick erlaubt (nix mit rosarote Brille ;))

 

Die beiden Testautos:

Audi Q7, 3,0 TDI, S-Line, 20´ Räder, Luftfederfahrwerk, Testwagenpreis 97.000€ (Siehe Bild Preisliste)

Volvo XC90 D5, Inscription, 19´Räder, Standartfahrwerk, Testwagenpreis ca. 80.000€

 

1. Karosserie

Wie immer kommen meine Testautos zuerst auf unsere Fahrzeugwaage:

Der Audi ist noch immer ein schwerer Brocken: Audi Q7 2300KG ( Tank ¾ ohne Fahrer Werksangabe 1995KG ;)) Volvo XC90 2055KG (Tank ½ ohne Fahrer, Werksangabe 2003KG)

Das Raumangebot auf den vorderen Sitzen unterscheidet sich kaum voneinander. Auf den Rücksitzen herrscht auch in etwa Gleichstand, wobei ich (184cm und 75kg) im Q7 in der zweiten Reihe etwas bequemer sitze. An den Sitzkomfort der zweiten Reihe des alten XC90I kommt keiner der Beiden heran. Die dritte Sitzreihe geht ganz klar an den Volvo. Im Q7 können selbst etwas größere Kinder (ab ca. 150cm) nicht mehr vernünftig sitzen. Die dritte Sitzreihe ist im Q7 eher für´s Prospekt und echt schlecht von Audi konstruiert. Schon das elektrische Ausklappen der Sitze ist total nervig, da es ewig dauert. Im Volvo XC90I geht das mechanisch binnen 3-5 Sekunden. Leider habe ich vergessen zu testen, ob drei Kindersitze nebeneinander bequem montiert werden können (brauche ich glücklicherweise nicht mehr;)).

Das Kapitel Kofferraumvolumen geht lt. Prospekt und Autozeitschriften ganz klar an den Audi. Tja, mein Eindruck und mein Meterstab bestätigte wieder mal, dass nicht nur bei den Abgasen und Fahrleistungen getrickst wird: Der XC90 hat in allen Konfigurationen einen größeren Kofferraum (siehe Bild grobe Bemaßung). Die Variabilität ist bei beiden ähnlich (XC90 I Besitzer werden den klappbaren Beifahrersitz und die zweigeteilte Heckklappe vermissen).

Die Beiden zeigen mir wieder mal deutlich wie überragend das Karosseriekonzept des XC90 I war – unerreicht in der SUV-Klasse.

Die Anhängelast geht klar an den Audi (3,5t). Schade Volvo (2,7to), die geringe Anhängelast kostet Dich Kunden (ich kenne mindestens einen)

 

2. Qualität, Verarbeitung, Materialeindruck

Da sollte eigentlich lt. dt. Autopresse die große Stunde des Audi schlagen. Mit entsprechenden Erwartungen (die unser A7 und SQ5 derzeit nicht zu 100% erfüllen können) begutachtete ich den Audi.

Da ich meine Testwagen ausgesaugt wieder zurückgebe fallen mir auch Dinge auf die auf den ersten Blick nicht zu sehen sind. Meiner Meinung nach sieht man den Roststift inzwischen auch bei Audi.

Die Materialqualität geht kontinuierlich seit Jahren in manchen Bereichen zurück (fahren seit knapp 15 Jahre auch Audi). Nach kurzer Zeit Klappergeräusche in der Türe. Erste Ursache hatte ich gleich gefunden: Das Hartplastik in den Türfächern ist nicht mit Filz beschichtet/beflockt, so dass sich der Eiskratzer lautstark bemerkbar machte. Nachdem der Eiskratzer ins Handschuhfach verbannt wurde war die Türe trotzdem nicht ganz geräuschlos.

Weitere Dinge die Audi nicht gut zu Gesicht stehen:

Motorhaubenentriegelungshebel in Fiat Uno Qualität, Armauflage in den Türen aus Plastik, Mittelarmlehne billiges Kunstleder, perforierter Teil des Lenkrades sehr hart und das Material eher Plastikleder als echtes Leder, einige Verkleidungen nicht 100% passgenau (siehe Bild Einstieg, Armaturenbrett), der Kofferraumboden weist einen sehr breiten Spalt auf ( 5cm Fuge zur dritten Sitzreihe – siehe Bild). Eine Frage der Zeit bis hier Kleinteile in das Bodenfach verabschieden…Ach so, das Bodenfach – nicht zu gebrauchen. Durch die beiden Sitze im Kofferraum weitere Spalte und breiten Fugen und in den unteren Bereichen genau so viel Hartplastik wie bei der Konkurrenz.

Die Sitze sind sauber genäht, das Alcantara ist wie es eben ist, jedoch war das Leder nach 6TKM an den Seiten beider Vordersitze schon wellig.

Noch immer ein Genuss: sauber rastende Drehregler und die top ausgeführten Bedienknöpfe.

Audi kann es also, habe das Gefühl, Audi probiert aus wie viel die Kunden mitmachen – ähnlich BMW vor ein paar Jahren, als die Materialqualität kontinuierlich in den Keller ging.

Auch im Volvo wurde für meinen Geschmack hier und da etwas zu viel gespart. Auffallend auch da die kleinen Spalte durch die dritte Sitzreihe im Laderaum (das war im XC90 I besser gelöst), Getränkehalter dritte Sitzreihe - sieht aus wie vergessen und nachträglich reingepfuscht, Gurthalterun bei Nichtgebrauch dritte Sitzreihe, nicht ausreichend verkleidete Sitzschienen und ein paar nicht sauber verlegte Kabel (Bereich Rücksitze). Sehr gut dagegen die Materialanmutung vieler Kunststoffteile, des Holzes und der Aluminiumeinlagen. Auch das Inscriptionleder der Sitze und des Lenkrades einschließlich der Armauflagen machte einen sehr wertigen Eindruck. Der XC90 war absolut klapperfrei. Überraschenderweise würde ich dem Volvo, trotz deutlich geringerem Preis, in diesem Kapital mehr Punkte als dem Audi geben.

3. Bedienung / Funktion / Alltag

Die nicht beschichteten Türfächer im Audi erwähnte ich bereits, jedoch nicht, dass die Türfächer im Volvo und Audi nicht sonderlich groß sind. Im Audi fehlt dazu noch ein großes Fach unterhalb der Armauflage. Der Volvo verfügt über mehr an kleinen und großen Fächern/Ablagen was im Alltag sehr nützlich ist. Im Audi stört zudem dass einige Fächer offen sind (direkt vor der Armauflage und Becherhalter). Beide Vordersitze verfügen an der Rückseite über ein Netz (was leider bei allen anderen SUVs auch so ist). Warum gibt es keine richtigen Taschen aus dickem Leder mehr (wie XC90 I)?

Das Bodenfach im Kofferraum des Volvo ist sehr gut nutzbar und groß (trotz 7 Sitze). Im Audi ist es nicht zu gebrauchen, schon der „läpprige“ Deckel ist eines Audi nicht würdig.

Schade dass Volvo die ausklappbare „Trennwand“ im Kofferraum nicht aus dem XC90I übernommen hat. Beim Audi stört zudem die noch weiter herausragende Stoßstange beim Beladen. Dafür macht man sich die Hosenbeine beim Einsteigen nicht schmutzig, da der Schweller ein Teil der Türe ist. Sehr gut!

Die Bediensysteme im Volvo und Audi sind sehr unterschiedlich. Seit Jahren kenne ich das MMI (aktuell aus dem SQ5 und A7) und trotzdem finde ich es zu ablenkend und umständlich. Das Lenkrad ist mit Knöpfen, Regler und Hebel völlig überladen, zusätzliche Knöpfe und Touchpad vor dem Schalthebel und Armaturenbrett usw…

Beim Volvo bin ich hin- und hergerissen. Ich kam eigentlich innerhalb kürzester Zeit gut mit der Touchbedienung zurecht. Trotzdem halte ich diese radikale Form im Straßenverkehr für nicht 100% zufriedenstellend. Warum streichen und wischen um einen Sender zu wechseln, die Heizung ein Grad höher zu stellen oder die Sitzheizung anzuschalten? Ein Knopf oder ein Drehrad ist innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde gedrückt – ohne hinzusehen.

Eine kombinierte Touch – Knopfbedienung, wie sie teilweise im Golf oder Range Rover umgesetzt wird, halte ich für das Beste. Beim Volvo ist die Grafik des Touchscreen zwar schick, jedoch zu unübersichtlich. Bedienung per Spache nervt mehr als dass es was bringt. Wer möchte schon ständig die Musik oder die Unterhaltung im Auto für Sprachbefehle unterbrechen??? Zudem macht diese Technologie seit Jahren kaum Fortschritte (Befehle werden nicht/falsch verstanden), und ist eher zur Belustigung der Mitfahrer zuständig.

 

4. Multimedia / Navi / Assistenzsysteme

Ich lege großen Wert auf eine gute Audioanlage im Auto. Dass man nicht immer nach Namen gehen kann zeigt die BOSE in unserem A7 (klingt nicht gut und hat keine Reserven). Ich fand die BOSE im Q7 (558Watt, 19 Lautsprecher, 1.150€) aber deutlich besser. BOSE-Typisch etwas basslastig und zu wenig differenziert und klar (für Elektro reicht es;)). Leider scheint der Verstärker (oder die Boxen) etwas unterdimensioniert zu sein, da ab 50% Lautstärke die Qualität stark nachlässt. Klassik bzw. E-Musikgenießer sollten deshalb etwas mehr Geld in die Hand nehmen und sich die B&O Anlage gönnen.

Im Volvo ein ähnliches Bild. Ausgestattet war der XC90 mit der HP Anlage (High Performance) mit 330W und 10 Lautsprechern (Serienmäßig). Hier ist auffallend, dass die hinteren Lautsprecher schlecht sind, vorne ist alles ok (gemessen am Preis) und ordentlicher Sound möglich – etwas unter dem BOSE Sound, aber nicht so schlecht wie erwartet. Auch hier gilt: Musikgenießer sollten auf die teure jedoch sehr gute „Premium“ Soundanlage gehen (B&W).

Die Fahrassistenten funktionieren bei beiden hervorragend.

Das Navi dient mir ausschließlich um von A nach B zu kommen, deshalb bin ich hier anspruchslos. Trotzdem ist die Kartendarstellung im XC90 ein schlechter Witz (es werden kaum Orte dargestellt, schlechte Grafik usw…) hier muss Volvo mittels Update schnell nachbessern. Die Routenführung usw. war bei Beiden sehr gut, die Bedienung im Volvo einfacher, bis auf das Zoom das ich gerne per Drehrad wie im Audi bedienen würde.

 

5. Fahrkomfort / Fahrwerk / Fahrdynamik / Lenkung

Wie schon erwähnt sitzt man vorne in beiden Autos gut.

Die S-Line Sitze (Q7) sind relativ hart, aber nicht unbequem. Sie geben guten Seitenhalt. Insgesamt nicht überragend aber ok. Die Seriensitze des Inscription (XC90) sind ein wenig weicher und bequemer, jedoch fehlt es ihnen etwas an Seitenhalt (ich bin 184cm groß und 75kg schwer). Empfehlen würde ich hier die verstellbare Beinauflage. Als Erwachsener sitzt man in der zweiten Reihe im Q7 etwas bequemer als im Volvo.

Beim Geräuschkomfort schlägt die große Stunde des Q7.

Ausgestattet mit Akustikverglasung (hatte der Volvo nicht) ist er deutlich leiser als der XC90 (mit Normalglas). Nicht der Motor ist leiser sondern vor allem die Wind- und Fahrgeräusche. Von der Federung hört man im Audi nichts (Q7 Luftfahrwerk, XC90 Stahlfeder/Blattfeder), das Serienfahrwerk des Volvo rumpelt bei schlechten Straßen hörbar. Auch Wind- und Abrollgeräusche sind deutlich hörbarer.

Das Luftfahrwerk des Q7 hat einen großen Verstellbereich zwischen Komfort und Sport – sehr gut. Jedoch störte mich in allen Fahrmodis das künstliche entkoppelte Lenkgefühl. Die Lenkung hat ein gutes Ansprechverhalten aber sie fühlt sich an, als sitze man im Fahrsimulator. Insgesamt hatte ich vom Audi die Erwartung, dass er noch dynamischer um die Kurven flitzt (was man ja aus diversen Test in Zeitschriften entnehmen konnte). Ich denke da schlägt sich das Leergewicht von 2300kg nachteilig zu Buche.

Das Fahrwerk im Volvo ist aus ganz anderem Holz geschnitzt: Als wolle der XC90 neue Rundenbestzeiten für SUVs aufstellen geht er um die Kurven. Man merkt dem Volvo an, dass er deutlich leichter als der Q7 ist (2055kg). Selbst Opas ehemaliger X6 hätte da das Nachsehen. Fahrdynamisch also eher ein BMW als ein Cruiser. Wobei das Fahrwerk Schlaglöcher und Teerflicken sehr trocken und hart weitergibt.

Die Lenkung trifft eine sehr gute Balance.

Leider passt das Fahrwerk nicht zum Motor des XC90 – der eher zum gemütlichen Cruisen animiert. Hier sollte Volvo eine komfortablere Grundabstimmung anbieten, und ein Sportfahrwerk optional anbieten. Wie sich das Luftfahrwerk verhält konnte ich noch nicht „erfahren“.

Über die Bremsen der Beiden brauche ich nichts zu sagen – mein Porsche bremst nicht viel besser.

 

6. Motor / Getriebe

Vorgenommenes Fazit: Nicht so gut als gedacht und nicht so schlecht als erwartet.

Ich kenne den 3,0TDI aus dem Audi von verschiedenen selbst gefahrenen Audis. Die Spitze ist zweifelsohne der Motor im SQ5 TDI. Unheimlich leistungsstark und sparsam. Leider konnte der Test Q7 nicht ganz die Erwartungen erfüllen.

Klar, dem 4 Zylinder im Volvo in Sachen Fahrleistungen und Tonlage spürbar überlegen, jedoch wunderte ich mich über folgende Dinge im TDI:

Ich brauchte relativ viel Diesel, etwa 1,5 Liter mehr als im Volvo D5 (bei etwa gleicher Fahrstrecke und Geschwindigkeit). Flott auf der Landstraße (kurvig, Berge und Täler) und im Stadtverkehr gingen 12 Liter durch die Einspritzpumpe. Unter 10 Liter waren bei meiner "normalen" Fahrweise kaum möglich.

Unseren SQ5 fahre ich mit beinahe 1,5 Liter weniger. Einzig auf schnellen Autobahnetappen war der D5 im Volvo etwas durstiger (Volvo 14,5 Liter). Der Volvo glänzt mit super geringen Verbräuchen beim Cruisen, aber auch schnell gefahrene Landstraßen lassen sich sparsam bewältigen.

Was mich im Audi viel mehr störte als der Verbrauch ist ein Leistungsloch beim plötzlichen Gasgeben. Situation wie sie täglich vorkommt:

Bummelfahrt und dann kurz Vollgas um noch in der Gelbphase über die Kreuzung zu kommen.

Oder Kolonnenfahrt auf der Landstraße und plötzlich die Gelegenheit zum Überholen --> Vollgas…es kommt erst mal 1-2 Sekunden gar nichts, erst danach geht es druckvoll nach vorne. Das kenne ich von unseren anderen Audis ganz anders. Bei meinen Handgestoppten 0-100km/h Messungen erreichte der Q7 nicht mal annähernd die Werksangabe (um die 8 Sekunden, 7,7 die Bestzeit).

Das Getriebe ist gewohnt sehr gut.

Tja XC90, was soll ich sagen...? 4Zylinder Diesel bleibt 4Zylinder Diesel.

Im XC90 ist aber ein richtig guter 4-Zylinder verbaut. Nicht lauter als die 6-Zylinder der Konkurrenz, aber leider macht ja der Ton die Musik, und das was noch zu hören ist, ist eben nicht schön. Sorry.

Der VW Caddy des Postboten hört sich von außen genauso an. Im Stadtverkehr ist der Motor immer hörbar, beim Cruisen im Landstraßentempo dafür kaum zu hören.

Erstaunlich gute Fahrleistungen stehen dem angestrengten Ton bei Leistungsanforderung entgegen.

Sehr gut ist das spontane und kraftvolle Ansprechverhalten des Motors. Gaspedalbefehle werden umgehend und kraftvoll umgesetzt. Bis 170-180 km/h geht es flott voran, danach wird es zäh. Bis ca. 150 km/h kann der Audi (gefühlt) keinen großen Vorsprung herausfahren. Unter dem Strich ist der 3,0TDI trotzdem deutlich souveräner und passender für ein goßes SUV.

 

7. Optik

Eigentlich wollte ich nichts dazu schreiben da Geschmackssache. Trotzdem mein Senf dazu:

Beim XC90 hätte ich mir noch mehr Mut gewünscht Designinhalte der wunderschönen Studien umzusetzen. Trotzdem ist der XC90 sehr gefällig, wirkt edel und zeitlos. Der Innenraum ist aufgeräumt und bis ins Detail mit viel Liebe gezeichnet und von guter Qualität.

Audi machte sich vor Jahren mit vielen toll aussehenden Modellen einen Namen (TT, A7, A5, A6…) Als aber die ersten Bilder des neuen Q7 zu sehen waren hatte ich Tränen in den Augen (wg. der Front).

In Natura ist es nun glücklicherweise doch nicht so schlimm. Seite und Hinterteil sind unauffällig, die Front mehr als nur gewöhnungsbedürftig. Hoffe mal auf das erste Facelift;).

Irgendwie sieht der Q7 nicht mehr wie ein großer kraftvoller SUV aus (was mir am Q7 I sehr gefallen hat), sondern eher wie ein dicker Kombi. Der Innenraum ist ok (bis auf die Passatlüftungsdüsen), Audi sollte aber mal wieder etwas kreativer werden.

Pflicht bei Beiden sind große Räder. Die 19Zöller am XC90 sehen schon sehr mickrig aus.

 

Fazit:

Wie immer ist vieles Geschmackssache. Jeder tickt anders und hat andere Dinge auf die er achtet.

Beide Autos sind nicht schlecht (wie übrigens der RRS, X5, GLE…auch), haben aber auch jede Menge Platz für Verbesserungen.

Unter dem Strich konnte aber der Q7 meine Erwartungen nicht erfüllen (Verarbeitung, Materialanmutung im Verhältnis zum Preis, Motor/Getriebecharakteristig bei plötzlicher Leistungsanforderung).

Beim Volvo bin ich hin- und hergerissen. Top Design (innen und außen), gutes Karosseriekonzept. Jedoch passt der Motor irgendwie nicht zum Fahrwerk… Wäre schön wenn Volvo bei Audi den Motor des SQ5 TDI einkaufen würde… das wäre dann mein eindeutiger Punktsieger und käme als neue private Familienkutsche in Frage ;)

Gruß Daniel

Kofferraum Q7
Schlecht eingepasste Verkleidung Q7
Koffboden Q7
+7
Beste Antwort im Thema
Themenstarteram 14. Oktober 2015 um 12:49

Hallo Q7 und XC90 Interessierte bzw. Gemeinde;),

vor kurzem hatte ich die Möglichkeit einen Volvo XC90 II D5 und einen Audi Q7 II 3,0 TDI kurz hintereinander ausgiebig zu testen.

Fazit für Schnellleser:

Beide sind gute SUVs die sich nicht viel nehmen, jedoch sollte man nicht alles glauben was in diversen deutschen Automagazinen zu lesen ist, sonst könnte man enttäuscht sein.

 

Für diejenigen, die es gerne etwas ausführlicher haben:

Ich werde hier meine Eindrücke wiedergeben, nicht (geschönte) Zahlen von den Prospekten oder „Werbetexte“ von diversen Zeitschriften. Mein Auto muss im Alltag funktionieren, Spaß machen und mich schnell von A nach B bringen.

Meine Anforderungen an ein SUV:

Geschäftstermine, Einkaufswagen, Kindertaxi, Hobbies (z.B. Skifahren oder auch mal nach ´ner längeren Partynacht spontan im Auto übernachten), Baumarkt, Urlaubsfahrten…

Vorausschicken möchte ich, dass ich aus vielen (tausend) Kilometern den XC90I, ML, Q7 I, SQ5, X5, Range Rover Sport, Jeep Grand Cherokee usw… kenne und mir somit ein ganz ordentliches Bild der verschiedenen Modelle machen kann. Weiter sind mir beide Marken überaus sympathisch was mir aber einen umso kritischeren Blick erlaubt (nix mit rosarote Brille ;))

 

Die beiden Testautos:

Audi Q7, 3,0 TDI, S-Line, 20´ Räder, Luftfederfahrwerk, Testwagenpreis 97.000€ (Siehe Bild Preisliste)

Volvo XC90 D5, Inscription, 19´Räder, Standartfahrwerk, Testwagenpreis ca. 80.000€

 

1. Karosserie

Wie immer kommen meine Testautos zuerst auf unsere Fahrzeugwaage:

Der Audi ist noch immer ein schwerer Brocken: Audi Q7 2300KG ( Tank ¾ ohne Fahrer Werksangabe 1995KG ;)) Volvo XC90 2055KG (Tank ½ ohne Fahrer, Werksangabe 2003KG)

Das Raumangebot auf den vorderen Sitzen unterscheidet sich kaum voneinander. Auf den Rücksitzen herrscht auch in etwa Gleichstand, wobei ich (184cm und 75kg) im Q7 in der zweiten Reihe etwas bequemer sitze. An den Sitzkomfort der zweiten Reihe des alten XC90I kommt keiner der Beiden heran. Die dritte Sitzreihe geht ganz klar an den Volvo. Im Q7 können selbst etwas größere Kinder (ab ca. 150cm) nicht mehr vernünftig sitzen. Die dritte Sitzreihe ist im Q7 eher für´s Prospekt und echt schlecht von Audi konstruiert. Schon das elektrische Ausklappen der Sitze ist total nervig, da es ewig dauert. Im Volvo XC90I geht das mechanisch binnen 3-5 Sekunden. Leider habe ich vergessen zu testen, ob drei Kindersitze nebeneinander bequem montiert werden können (brauche ich glücklicherweise nicht mehr;)).

Das Kapitel Kofferraumvolumen geht lt. Prospekt und Autozeitschriften ganz klar an den Audi. Tja, mein Eindruck und mein Meterstab bestätigte wieder mal, dass nicht nur bei den Abgasen und Fahrleistungen getrickst wird: Der XC90 hat in allen Konfigurationen einen größeren Kofferraum (siehe Bild grobe Bemaßung). Die Variabilität ist bei beiden ähnlich (XC90 I Besitzer werden den klappbaren Beifahrersitz und die zweigeteilte Heckklappe vermissen).

Die Beiden zeigen mir wieder mal deutlich wie überragend das Karosseriekonzept des XC90 I war – unerreicht in der SUV-Klasse.

Die Anhängelast geht klar an den Audi (3,5t). Schade Volvo (2,7to), die geringe Anhängelast kostet Dich Kunden (ich kenne mindestens einen)

 

2. Qualität, Verarbeitung, Materialeindruck

Da sollte eigentlich lt. dt. Autopresse die große Stunde des Audi schlagen. Mit entsprechenden Erwartungen (die unser A7 und SQ5 derzeit nicht zu 100% erfüllen können) begutachtete ich den Audi.

Da ich meine Testwagen ausgesaugt wieder zurückgebe fallen mir auch Dinge auf die auf den ersten Blick nicht zu sehen sind. Meiner Meinung nach sieht man den Roststift inzwischen auch bei Audi.

Die Materialqualität geht kontinuierlich seit Jahren in manchen Bereichen zurück (fahren seit knapp 15 Jahre auch Audi). Nach kurzer Zeit Klappergeräusche in der Türe. Erste Ursache hatte ich gleich gefunden: Das Hartplastik in den Türfächern ist nicht mit Filz beschichtet/beflockt, so dass sich der Eiskratzer lautstark bemerkbar machte. Nachdem der Eiskratzer ins Handschuhfach verbannt wurde war die Türe trotzdem nicht ganz geräuschlos.

Weitere Dinge die Audi nicht gut zu Gesicht stehen:

Motorhaubenentriegelungshebel in Fiat Uno Qualität, Armauflage in den Türen aus Plastik, Mittelarmlehne billiges Kunstleder, perforierter Teil des Lenkrades sehr hart und das Material eher Plastikleder als echtes Leder, einige Verkleidungen nicht 100% passgenau (siehe Bild Einstieg, Armaturenbrett), der Kofferraumboden weist einen sehr breiten Spalt auf ( 5cm Fuge zur dritten Sitzreihe – siehe Bild). Eine Frage der Zeit bis hier Kleinteile in das Bodenfach verabschieden…Ach so, das Bodenfach – nicht zu gebrauchen. Durch die beiden Sitze im Kofferraum weitere Spalte und breiten Fugen und in den unteren Bereichen genau so viel Hartplastik wie bei der Konkurrenz.

Die Sitze sind sauber genäht, das Alcantara ist wie es eben ist, jedoch war das Leder nach 6TKM an den Seiten beider Vordersitze schon wellig.

Noch immer ein Genuss: sauber rastende Drehregler und die top ausgeführten Bedienknöpfe.

Audi kann es also, habe das Gefühl, Audi probiert aus wie viel die Kunden mitmachen – ähnlich BMW vor ein paar Jahren, als die Materialqualität kontinuierlich in den Keller ging.

Auch im Volvo wurde für meinen Geschmack hier und da etwas zu viel gespart. Auffallend auch da die kleinen Spalte durch die dritte Sitzreihe im Laderaum (das war im XC90 I besser gelöst), Getränkehalter dritte Sitzreihe - sieht aus wie vergessen und nachträglich reingepfuscht, Gurthalterun bei Nichtgebrauch dritte Sitzreihe, nicht ausreichend verkleidete Sitzschienen und ein paar nicht sauber verlegte Kabel (Bereich Rücksitze). Sehr gut dagegen die Materialanmutung vieler Kunststoffteile, des Holzes und der Aluminiumeinlagen. Auch das Inscriptionleder der Sitze und des Lenkrades einschließlich der Armauflagen machte einen sehr wertigen Eindruck. Der XC90 war absolut klapperfrei. Überraschenderweise würde ich dem Volvo, trotz deutlich geringerem Preis, in diesem Kapital mehr Punkte als dem Audi geben.

3. Bedienung / Funktion / Alltag

Die nicht beschichteten Türfächer im Audi erwähnte ich bereits, jedoch nicht, dass die Türfächer im Volvo und Audi nicht sonderlich groß sind. Im Audi fehlt dazu noch ein großes Fach unterhalb der Armauflage. Der Volvo verfügt über mehr an kleinen und großen Fächern/Ablagen was im Alltag sehr nützlich ist. Im Audi stört zudem dass einige Fächer offen sind (direkt vor der Armauflage und Becherhalter). Beide Vordersitze verfügen an der Rückseite über ein Netz (was leider bei allen anderen SUVs auch so ist). Warum gibt es keine richtigen Taschen aus dickem Leder mehr (wie XC90 I)?

Das Bodenfach im Kofferraum des Volvo ist sehr gut nutzbar und groß (trotz 7 Sitze). Im Audi ist es nicht zu gebrauchen, schon der „läpprige“ Deckel ist eines Audi nicht würdig.

Schade dass Volvo die ausklappbare „Trennwand“ im Kofferraum nicht aus dem XC90I übernommen hat. Beim Audi stört zudem die noch weiter herausragende Stoßstange beim Beladen. Dafür macht man sich die Hosenbeine beim Einsteigen nicht schmutzig, da der Schweller ein Teil der Türe ist. Sehr gut!

Die Bediensysteme im Volvo und Audi sind sehr unterschiedlich. Seit Jahren kenne ich das MMI (aktuell aus dem SQ5 und A7) und trotzdem finde ich es zu ablenkend und umständlich. Das Lenkrad ist mit Knöpfen, Regler und Hebel völlig überladen, zusätzliche Knöpfe und Touchpad vor dem Schalthebel und Armaturenbrett usw…

Beim Volvo bin ich hin- und hergerissen. Ich kam eigentlich innerhalb kürzester Zeit gut mit der Touchbedienung zurecht. Trotzdem halte ich diese radikale Form im Straßenverkehr für nicht 100% zufriedenstellend. Warum streichen und wischen um einen Sender zu wechseln, die Heizung ein Grad höher zu stellen oder die Sitzheizung anzuschalten? Ein Knopf oder ein Drehrad ist innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde gedrückt – ohne hinzusehen.

Eine kombinierte Touch – Knopfbedienung, wie sie teilweise im Golf oder Range Rover umgesetzt wird, halte ich für das Beste. Beim Volvo ist die Grafik des Touchscreen zwar schick, jedoch zu unübersichtlich. Bedienung per Spache nervt mehr als dass es was bringt. Wer möchte schon ständig die Musik oder die Unterhaltung im Auto für Sprachbefehle unterbrechen??? Zudem macht diese Technologie seit Jahren kaum Fortschritte (Befehle werden nicht/falsch verstanden), und ist eher zur Belustigung der Mitfahrer zuständig.

 

4. Multimedia / Navi / Assistenzsysteme

Ich lege großen Wert auf eine gute Audioanlage im Auto. Dass man nicht immer nach Namen gehen kann zeigt die BOSE in unserem A7 (klingt nicht gut und hat keine Reserven). Ich fand die BOSE im Q7 (558Watt, 19 Lautsprecher, 1.150€) aber deutlich besser. BOSE-Typisch etwas basslastig und zu wenig differenziert und klar (für Elektro reicht es;)). Leider scheint der Verstärker (oder die Boxen) etwas unterdimensioniert zu sein, da ab 50% Lautstärke die Qualität stark nachlässt. Klassik bzw. E-Musikgenießer sollten deshalb etwas mehr Geld in die Hand nehmen und sich die B&O Anlage gönnen.

Im Volvo ein ähnliches Bild. Ausgestattet war der XC90 mit der HP Anlage (High Performance) mit 330W und 10 Lautsprechern (Serienmäßig). Hier ist auffallend, dass die hinteren Lautsprecher schlecht sind, vorne ist alles ok (gemessen am Preis) und ordentlicher Sound möglich – etwas unter dem BOSE Sound, aber nicht so schlecht wie erwartet. Auch hier gilt: Musikgenießer sollten auf die teure jedoch sehr gute „Premium“ Soundanlage gehen (B&W).

Die Fahrassistenten funktionieren bei beiden hervorragend.

Das Navi dient mir ausschließlich um von A nach B zu kommen, deshalb bin ich hier anspruchslos. Trotzdem ist die Kartendarstellung im XC90 ein schlechter Witz (es werden kaum Orte dargestellt, schlechte Grafik usw…) hier muss Volvo mittels Update schnell nachbessern. Die Routenführung usw. war bei Beiden sehr gut, die Bedienung im Volvo einfacher, bis auf das Zoom das ich gerne per Drehrad wie im Audi bedienen würde.

 

5. Fahrkomfort / Fahrwerk / Fahrdynamik / Lenkung

Wie schon erwähnt sitzt man vorne in beiden Autos gut.

Die S-Line Sitze (Q7) sind relativ hart, aber nicht unbequem. Sie geben guten Seitenhalt. Insgesamt nicht überragend aber ok. Die Seriensitze des Inscription (XC90) sind ein wenig weicher und bequemer, jedoch fehlt es ihnen etwas an Seitenhalt (ich bin 184cm groß und 75kg schwer). Empfehlen würde ich hier die verstellbare Beinauflage. Als Erwachsener sitzt man in der zweiten Reihe im Q7 etwas bequemer als im Volvo.

Beim Geräuschkomfort schlägt die große Stunde des Q7.

Ausgestattet mit Akustikverglasung (hatte der Volvo nicht) ist er deutlich leiser als der XC90 (mit Normalglas). Nicht der Motor ist leiser sondern vor allem die Wind- und Fahrgeräusche. Von der Federung hört man im Audi nichts (Q7 Luftfahrwerk, XC90 Stahlfeder/Blattfeder), das Serienfahrwerk des Volvo rumpelt bei schlechten Straßen hörbar. Auch Wind- und Abrollgeräusche sind deutlich hörbarer.

Das Luftfahrwerk des Q7 hat einen großen Verstellbereich zwischen Komfort und Sport – sehr gut. Jedoch störte mich in allen Fahrmodis das künstliche entkoppelte Lenkgefühl. Die Lenkung hat ein gutes Ansprechverhalten aber sie fühlt sich an, als sitze man im Fahrsimulator. Insgesamt hatte ich vom Audi die Erwartung, dass er noch dynamischer um die Kurven flitzt (was man ja aus diversen Test in Zeitschriften entnehmen konnte). Ich denke da schlägt sich das Leergewicht von 2300kg nachteilig zu Buche.

Das Fahrwerk im Volvo ist aus ganz anderem Holz geschnitzt: Als wolle der XC90 neue Rundenbestzeiten für SUVs aufstellen geht er um die Kurven. Man merkt dem Volvo an, dass er deutlich leichter als der Q7 ist (2055kg). Selbst Opas ehemaliger X6 hätte da das Nachsehen. Fahrdynamisch also eher ein BMW als ein Cruiser. Wobei das Fahrwerk Schlaglöcher und Teerflicken sehr trocken und hart weitergibt.

Die Lenkung trifft eine sehr gute Balance.

Leider passt das Fahrwerk nicht zum Motor des XC90 – der eher zum gemütlichen Cruisen animiert. Hier sollte Volvo eine komfortablere Grundabstimmung anbieten, und ein Sportfahrwerk optional anbieten. Wie sich das Luftfahrwerk verhält konnte ich noch nicht „erfahren“.

Über die Bremsen der Beiden brauche ich nichts zu sagen – mein Porsche bremst nicht viel besser.

 

6. Motor / Getriebe

Vorgenommenes Fazit: Nicht so gut als gedacht und nicht so schlecht als erwartet.

Ich kenne den 3,0TDI aus dem Audi von verschiedenen selbst gefahrenen Audis. Die Spitze ist zweifelsohne der Motor im SQ5 TDI. Unheimlich leistungsstark und sparsam. Leider konnte der Test Q7 nicht ganz die Erwartungen erfüllen.

Klar, dem 4 Zylinder im Volvo in Sachen Fahrleistungen und Tonlage spürbar überlegen, jedoch wunderte ich mich über folgende Dinge im TDI:

Ich brauchte relativ viel Diesel, etwa 1,5 Liter mehr als im Volvo D5 (bei etwa gleicher Fahrstrecke und Geschwindigkeit). Flott auf der Landstraße (kurvig, Berge und Täler) und im Stadtverkehr gingen 12 Liter durch die Einspritzpumpe. Unter 10 Liter waren bei meiner "normalen" Fahrweise kaum möglich.

Unseren SQ5 fahre ich mit beinahe 1,5 Liter weniger. Einzig auf schnellen Autobahnetappen war der D5 im Volvo etwas durstiger (Volvo 14,5 Liter). Der Volvo glänzt mit super geringen Verbräuchen beim Cruisen, aber auch schnell gefahrene Landstraßen lassen sich sparsam bewältigen.

Was mich im Audi viel mehr störte als der Verbrauch ist ein Leistungsloch beim plötzlichen Gasgeben. Situation wie sie täglich vorkommt:

Bummelfahrt und dann kurz Vollgas um noch in der Gelbphase über die Kreuzung zu kommen.

Oder Kolonnenfahrt auf der Landstraße und plötzlich die Gelegenheit zum Überholen --> Vollgas…es kommt erst mal 1-2 Sekunden gar nichts, erst danach geht es druckvoll nach vorne. Das kenne ich von unseren anderen Audis ganz anders. Bei meinen Handgestoppten 0-100km/h Messungen erreichte der Q7 nicht mal annähernd die Werksangabe (um die 8 Sekunden, 7,7 die Bestzeit).

Das Getriebe ist gewohnt sehr gut.

Tja XC90, was soll ich sagen...? 4Zylinder Diesel bleibt 4Zylinder Diesel.

Im XC90 ist aber ein richtig guter 4-Zylinder verbaut. Nicht lauter als die 6-Zylinder der Konkurrenz, aber leider macht ja der Ton die Musik, und das was noch zu hören ist, ist eben nicht schön. Sorry.

Der VW Caddy des Postboten hört sich von außen genauso an. Im Stadtverkehr ist der Motor immer hörbar, beim Cruisen im Landstraßentempo dafür kaum zu hören.

Erstaunlich gute Fahrleistungen stehen dem angestrengten Ton bei Leistungsanforderung entgegen.

Sehr gut ist das spontane und kraftvolle Ansprechverhalten des Motors. Gaspedalbefehle werden umgehend und kraftvoll umgesetzt. Bis 170-180 km/h geht es flott voran, danach wird es zäh. Bis ca. 150 km/h kann der Audi (gefühlt) keinen großen Vorsprung herausfahren. Unter dem Strich ist der 3,0TDI trotzdem deutlich souveräner und passender für ein goßes SUV.

 

7. Optik

Eigentlich wollte ich nichts dazu schreiben da Geschmackssache. Trotzdem mein Senf dazu:

Beim XC90 hätte ich mir noch mehr Mut gewünscht Designinhalte der wunderschönen Studien umzusetzen. Trotzdem ist der XC90 sehr gefällig, wirkt edel und zeitlos. Der Innenraum ist aufgeräumt und bis ins Detail mit viel Liebe gezeichnet und von guter Qualität.

Audi machte sich vor Jahren mit vielen toll aussehenden Modellen einen Namen (TT, A7, A5, A6…) Als aber die ersten Bilder des neuen Q7 zu sehen waren hatte ich Tränen in den Augen (wg. der Front).

In Natura ist es nun glücklicherweise doch nicht so schlimm. Seite und Hinterteil sind unauffällig, die Front mehr als nur gewöhnungsbedürftig. Hoffe mal auf das erste Facelift;).

Irgendwie sieht der Q7 nicht mehr wie ein großer kraftvoller SUV aus (was mir am Q7 I sehr gefallen hat), sondern eher wie ein dicker Kombi. Der Innenraum ist ok (bis auf die Passatlüftungsdüsen), Audi sollte aber mal wieder etwas kreativer werden.

Pflicht bei Beiden sind große Räder. Die 19Zöller am XC90 sehen schon sehr mickrig aus.

 

Fazit:

Wie immer ist vieles Geschmackssache. Jeder tickt anders und hat andere Dinge auf die er achtet.

Beide Autos sind nicht schlecht (wie übrigens der RRS, X5, GLE…auch), haben aber auch jede Menge Platz für Verbesserungen.

Unter dem Strich konnte aber der Q7 meine Erwartungen nicht erfüllen (Verarbeitung, Materialanmutung im Verhältnis zum Preis, Motor/Getriebecharakteristig bei plötzlicher Leistungsanforderung).

Beim Volvo bin ich hin- und hergerissen. Top Design (innen und außen), gutes Karosseriekonzept. Jedoch passt der Motor irgendwie nicht zum Fahrwerk… Wäre schön wenn Volvo bei Audi den Motor des SQ5 TDI einkaufen würde… das wäre dann mein eindeutiger Punktsieger und käme als neue private Familienkutsche in Frage ;)

Gruß Daniel

+7
303 weitere Antworten
Ähnliche Themen
303 Antworten

Hmmm.... - ich habe das JETZT noch im Auto. In einem.

Ich kenne das nur aus dem Filmklassiker "Convoy" :D

Pah, Manfred Krug hatte "Auf Achse" auch immer Funk an Bord

Zitat:

@stelen schrieb am 29. November 2018 um 12:25:13 Uhr:

Pah, Manfred Krug hatte "Auf Achse" auch immer Funk an Bord

Stimmt!

Zitat:

@stelen schrieb am 29. November 2018 um 12:25:13 Uhr:

Pah, Manfred Krug hatte "Auf Achse" auch immer Funk an Bord

„Teddybär 1-4“ auch.

Jemand irgendwo meinen Rollator gesehen? Ohne Brille...

:-((

Mit sowas scherzt man in unserem Alter nicht ;)

Ich darf da noch drüber scherzen. Convoy und auf Achse sind bei mir noch Kinderzeit. Und natürlich wollte ich LKW-Fahrer werden. :D

Na ... mit so einem schweren SUV ist man(n) dann ja gar nicht so weit weg vom Kindertraum ;).

Mit dem anderen Wagen bin ich näher dran. Da ist ja auch die Funke drin und ich fahre damit gelegentlich im Konvoi. ;)

Img-9041

Ich habe mir überlegt, meine neuen Eindrücke vom Volvo in den entsprechend existierenden Threads zu platzieren um den „Modelljahr 20-Thread“ nicht zu verwässern, zumal ja etwaige Änderungen einerseits schon final thematisiert wurden und andererseits für mich zwar neu, aber für viele altbekannt sind.

Lassen wir dem MY20-Thread also mehr Raum für die bald kommenden T8, da gibts ja einiges zu berichten.

Heute berichte ich meine jungen Erfahrungen mit der generellen Praktikabilität, insbesondere zum Vorgänger Q7 und meine dass es hier gut reinpasst. Auch weiss ich, dass ein paar Q7er auf ihren XC90 warten.

Ich denke das geht ok.

Aus Fahrersicht habe ich ja die gummierte Ablagefläche zwischen Mittelkonsole und Schaltkulisse (siehe Foto) geliebt. Hat der Volvo leider nicht. Dort lagen das Schlüsselbund, Kulis, Kippen+Feuerzeug, etc.pp und sie war immer voll. Die Mittelkonsole beherbergte dann eher Dinge, die ich nicht immer brauche, aber auch in Reichweite haben wollte. Diese Dinge sind auch im Volvo wieder dort, weshalb ich auch bewusst auf den CD-Wechsler, der dort mMn nichts zu suchen hat, verzichtet habe. Die Konsole bietet an sich schon recht wenig Platz, mit Wechsler nochmal weniger.

Es klingt nach Banalität, aber oft sind es Kleinigkeiten, die das Leben vereinfachen oder eben erschweren. Sind es dann gleich mehrere, dann freut oder ärgert es einen umso mehr. Ein Beispiel: Der Volvo hat, das hatte ich aus den Probe90ern noch gut in Erinnerung, eine geschlossene Griffschale an der Tür, die der ultimative Aufbewahrungsplatz für den Schlüsselbund ist. Nimmt kein Platz weg und ist beim Ein- wie Aussteigen an der exakt richtigen Stelle untergebracht.

Die passende Realanekdote dazu..... Genau DAS muss sich aber noch einspielen....lol..... am WE ist es mir trotzdem passiert, dass ich aufgrund einer Ungeschicklichkeit in Kombination mit Zeitnot vergass den Schlüssel mitzunehmen, DER lag noch am Tisch, während ich schon unwissend unterwegs war. Ihr ahnt, was passierte. Genau: Nach Zündung aus, war es das dann - nix geht mehr, außer dass mir der Kamm schwillte. Dann guckt man richtig dumm aus der Wäsche, aber ich hatte das Glück, dass mir das zufällig beim Volvo.Händler passierte, dem dieses Problem nur allzu gut bekannt war und mir freundlicherweise einen V90 gab, um den Schlüssel zu holen.

Ist mir im Audi auch schon passiert, allerdings meckerte der übers Cockpit, wenn keine Funkreichweite des Schlüssels festgestellt wird. Leider warnt der Volvo nicht! Finde ich nachlässig!

Deswegen mein Tipp, jedenfalls habe ich das prompt gemacht: Verstaut den kleinen wasserdichten Schlüssel griffbereit im Auto. Meiner liegt in der kleinen gummierten Ablage, die bei der Raucherausführung der Ascher ist. Die habe ich eh stets geschlossen - und nebenbei zur gut erreichbaren Brillenablage (endlich habe eine!) getauft.

Ich habe die Angewohnheit meinen Geldsack stets im Auto zu bunkern. An einer Stelle, wo ich ihn immer sehen kann. Im Audi lag er drei Jahre lang im (natürlich ansonsten unbenutzten) Aschenbecher, wo das Lederknäuel geraaade so reinpasste und was ich immer gehasst habe. Ein Extrafach wie im Volvo gabs nicht, Das Fach befindet sich „vor dem linken Knie“ und eignet sich nun hervorragend als „Safe“. Es ist mit einer Klappe verschliessbar, und beim Ein- wie Aussteigen gut erreichbar. Perfekt für mich!

Da ich in aller Regel alleine unterwegs bin, benötige ich nur einen Cupholder. Der andere dient als Ablage für Kippen&Co. Passt alles soweit ganz ok und ich komme gut zurecht.

Fein auch, die mittlerweile spendierte Netztasche auf der linken Beifahrerseite. Diese steht sogar ein wenig ab, so dass ich das Ipad bequem einhändig reinschieben kann - mit angeschlossenem Ladekabel. Vorbei die Zeiten, das Teil zwischen Beifahrersitz und Tunnel einzuklemmen.

Die nicht verstellbare Armauflage ist für mich genau richtig in Höhe und Länge designed. Glück gehabt!

Das Handschuhfach und die Türtaschen hingegen fallen nicht so geräumig wie im Q7 aus. Pech gehabt!

Im Leih-V90 vom WE konnte ich mich nochmal überzeugen, wie sehr mir die alte Schaltung mit ihren Wegen missfällt, gerade auch deshalb, weil ich eine Shift.by.Wire-Schaltung mit P-Taste schon aus den BMWs und natürlich auch aus dem Audi kannte. Die T8ler hatte sie ja schon immer. und ich glaube in den kleineren XCs gibts sie auch schon. Im B5 ist ein neues Aisin-Getriebe verbaut, was eine (längst überfällige) elektronische Schaltung ermöglicht, wenn nicht sogar erfordert.

Sehr sehr bequem, der unauffällige, kleine Knauf, den man nur zwei mal vor- oder zwei mal zurücktippen muss um in D oder R zu landen. Perfekt!

Aus der zweiten Sitzreihe erhielt ich beim ersten Familienausflug vom Nachwuchs keine Reklamationen, da schein alles soweit in Ordnung zu sein, auch wenn die zweite Sitzreihe beim 5-Sitzer leider nicht längsverschiebbar ist. Zumindest lässt sich die Lehnenneigung einstellen.

Zum Gepäckabteil:

Die wirklich grosse Stauwanne (alt. Parkposition der 3.Sitzreihe) bleibt mir durch dort platzierte Kisten für den Schnellzugriff leider versperrt. Bei längeren aber eher seltenen Ausflügen nehme ich diese fix raus. Dort parke ich fürs erste das Trennnetz und die Originalstoffmatten (durch Gummimatten ersetzt), damit sollten sie zum Leasingende nicht verlustig gehen ;).

Der Gummimattensatz ist übrigens (anders als im Audi) 5-teilig und berücksichtigt praktischerweise auch den Getriebetunnel in der zweiten Sitzreihe. Wer kleine oder heranwachsende Kinder hat, die sich mit Schnick-Schnack-Schnuck zweimal neu sortieren und die Seiten wechseln wird das zu schätzen wissen! ;)

Berufsbedingt fahre ich permanent solche Schubladenkisten durch die Gegend. Diese passen auch hier höhenmässig exakt unter das Rollomagazin, dass sie gegen Verrutschen nach vorn fixt. Wieder Glück gehabt! So bleibt mir für den täglichen weiteren Ladebedarf nur die übrige Fläche bis zur Heckklappe z.V.

Der Audi ist mit 5,05m ganze 10cm länger als der XC90. Die kleine Kiste links (siehe Foto) konnte ich im Audi trotzdem nur quer unterbringen! Für mich wertvolle Fläche gewonnen und wieder die Erkenntnis, dass der Volvo trotz konträrer Werksangaben real ergiebiger ist. Unser Forenkollege Daniel Bullinger hat das schon vor langem in einem Test untersucht und richtiggestellt. Der Platz zwischen Rücksitzen und Rollomagazin ist auch nicht kleiner als im Audi, falls das jemand annimmt.

Zudem bietet der Volvo auch noch ein weiteres, deutlich flacheres Staufach im hinteren Bereich, wo allerdings auch das Notrad etc. untergebracht ist. Diverse Utensilien bekommt man da auch noch rein. Im Audi no way...alles voll mit Verstärkern, Reifenpannenset etc.

Der V90 hat es zwar bereits, der XC90 jedoch auch im MY20 noch nicht. Eine elektrische Laderaumabdeckung. Unverständlich, weil insgesamt in dieser Klasse längst Standard und ich war skeptischer Erwartung, ob mir das zu einem tagtäglichen Nachteil gereicht, weil ich oft ran muss. Also ans Gepackabteil :D

Ich kann sagen, dass es schnell und gut händelbar ist - macht mir keine Arbeit! Durch die abgedunkelten Scheiben lass ich es auch oft halb eingerollt. Passt!

Unnötig finde ich, dass Volvo auf ein kleines Staunetz in der Seiteneinbuchtung verzichtet hat. Hat sich da jemand etwas selbst ergänzt und hat einen Tipp? Ich würde dort gewohnheitsgetrieben gerne kleine Messgeräte unterbringen, zumal der Platz so verschenkt ist.

Alles in allem kann ich mit dem Volvo an diversen, für mich wichtigen Stellen also noch etwas mehr anfangen, als mit dem Audi, sei es, weil es stellenweise besser gelöst ist oder eben es an der richtigen Stelle das Quentschen mehr Platz hat. Welten nehmen sich beide aber auch nicht ab. Schön, dass der Volvo dabei aber auch noch kürzer ist.

G
J
H
+1

Kurze Antwort und nur zu ein paar Details der tollen Betrachtung:

Der Q7 war vom Sondermodell VTOL, oder? :D:D

Zum Schlüssel: In meiner Türtasche ist das hintere Stück genau so groß wie mein Schlüsseletui und auch dort sehr gut untergebracht, da ich im Grunde es so mache wie Du, was Ablagematerial angeht. Im Kofferraum habe ich auf der linken Seite ein Netz und auf rechten Seite eine kleine Kunststoffwanne, in der echt Zurgurte liegen habe. da könnten auch Messinstrumente einen Platz finden. Das Erste-Hilfe-Material ist dann hinter der Verkleidung "versteckt".

Danke für deine Erfahrungen Wolfgang. Wie bist du mit dem Motor zufrieden? Ich war gestern wieder mit dem Q7 in einem engen Parkhaus und habe dank der Allrad Lenkung keine Probleme. Auf der anderen Seite hatte ich bei meinen vorherigen SUV`s keine und habe die auch nie vermisst. Man gewöhnt sich wahrscheinlich an alles ;)

Der Kofferraum war auch bei mir das entscheidende Kriterium. Wie Daniel damals in seinem Vergleichstest schon sehr schön herausgearbeitet hatte, ist er vom Aufbau her einer der Größten seiner Klasse. Gerade die Breite "machts". Dafür hat der Rücksitz nicht die Beinfreiheit wie beim X5, GLE oder Q7.

Ich habe aus Sicherheitsgründen das Gitter. Das nimmt von der Tiefe her etwas Platz. Ich nutze den Raum zwischen der Rückenlehne und dem Gitter für meine Arbeitsjacke und den Sitzschonbezug. So komme ich schnell an die Sachen ran, wenn der Kofferraum voll Werkzeugkisten und Ersatzteile ist. Rücklehne umklappen, schon habe ich die gelbe Jacke. Die beiden Unterböden nutze ich voll. Im Abteil vorne sind KFZ-Sachen untergebracht, die man nicht so oft braucht, etwa "Wintersachen" wie Schneebesen, Neopren-Arbeitshandschuhe & Frostschutzmittel. Im hinteren Fach die "absolute Notfall-Ausstattung" wie etwa Starthilfe-Kabel, Abschleppseil , Panzertape und Klappsparten und eine Decke. Also Dinge, die man hoffentlich nie braucht, aber im Falle eines Falles einem gute Dienste leisten.

Das Rollo habe ich ausgebaut. Ich habe die schon oft zitierten "Pornoscheiben", um neugierige Blicke abzuhalten.

@moellerfm Schneebesen? So ein Teil: https://de.wikipedia.org/wiki/Schneebesen ?? :confused::D

:) :) :)

Ja genau, für Smörrebröd, römpömpömpömp ;)

Deine Antwort
Ähnliche Themen
  1. Startseite
  2. Forum
  3. Auto
  4. Volvo
  5. XC90 2, S90 2, V90 2
  6. Praxistest und direkter Vergleich der beiden Familienkutschen: Audi Q7 3,0TDI vs. Volvo XC90 D5