PKW-Maut

"Die CSU will die Einführung einer Pkw-Maut in Deutschland zum Wahlkampfthema machen und setzt die CDU damit weiter unter Druck. "Eine PKW-Maut sollte Bestandteil des gemeinsamen Wahlprogramms von CDU und CSU sein", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, der Rheinischen Post."
Quelle: Süddeutsche Zeitung 5.1.2013

Beste Antwort im Thema

Zum Thema "Feuerwehr" sei gerade hier im V&S an diesen Beitrag erinnert:

Zitat:

In der Zeit, die das Gehirn braucht, um beim Erwachen von totaler Entspannung auf Mindestbetrieb zu schalten, verpasse ich die ersten Silben der Alarmierung: .... Fahrtrichtung Bremen, schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen!“

Während ich im Dunkeln noch schnell horche, ob einer meiner Söhne bei der Alarmierung wach geworden ist, quittiere ich den Alarm des Funkmeldeempfängers, hüpfe in die Hose und raune meiner Frau ein „Bis gleich“ zu, das sie mit „Pass auf dich auf“ erwidert.

Ein Ritual, welches Vertrautheit in die unwirklichen Sekunden bringt, die man braucht bis man vollständig gewahr wird, was gerade passiert: Es ist mitten in der Nacht. Samstag nacht. Irgendwo auf der „Bahn“ hat es gekracht, mehrere Personen sind verletzt und im Fahrzeug eingeklemmt.

Die Feuerwehr ist gefragt. Und im Gegensatz zu den vielen Bränden und einfachen Hilfeleistungen, bei denen es nicht ganz so kritisch ist und man auch ab und zu Kurioses oder gar Amüsantes erlebt, weiß man sofort, dass dies jetzt nicht der Fall sein wird.

Im Gegenteil, es stellt sich eine massive Anspannung im Verbund mit tiefer Besorgtheit ein: Da kämpft jemand um sein Leben. Nicht irgendwo im Fernsehen, sondern ein paar tausend Meter entfernt in der Nacht. Und gleich wird man bei ihm sein und versuchen „den Unterschied“ zu machen. Jetzt gleich.

Im Feuerwehrhaus angespannte Gesichter. Kein flapsiger Spruch, kein Geläster über zerknitterte Gesichtsausdrücke und wilde Frisuren. Das Löschfahrzeug wird besetzt – Maschinist, Gruppenführer und 3, 5, 6 Mann – komplett. Der Gruppenführer dreht sich um, unsere Blicke treffen sich kurz. Ein kurzes Nicken. Ich bin der einzige mit rettungsdienstlicher Ausbildung. Die wird gebraucht werden, ganz sicher. „53-10, Ausfahrt“.

Tiefblaue Blitze machen aus den Leitplanken und Bäumen am Rand der Autobahn eine Diashow. Ein Blick in den Mannschaftsraum: Viele alte Hasen, die schon viel Blut auf Blech gesehen haben, aber auch ein „Neuer“.

Immer noch Totenstille und Anspannung. Jeder horcht in den Funkverkehr: Ist der Rettungsdienst schon da, sind die vielleicht doch nicht eingeklemmt, ist der Rüstwagen schon ausgerückt?

Nichts. Wir werden die ersten sein. Mein Job wird es vermutlich sein, auf Biegen und Brechen ins Innere des Fahrzeuges vorzudringen. Egal wie es da drinnen aussieht, wie der PKW liegt oder was sonst so mit ihm ist. Drinnen ist der Verletzungs- und Einklemmungsgrad zu erkunden, die Personen zu betreuen und als Bindeglied zwischen Feuerwehr, Rettungsdienst und Patient zu fungieren. Kein Verdrücken, keine Pause möglich.

„Da isses“. Nur Warnblinker im Dunkeln, kein Blaulicht. Polizei ist also auch nicht da. Der Maschinist blockt mit dem 14 Tonnen schweren Fahrzeug die Unfallstelle gegen den fließenden Verkehr – zur Sicherheit.

Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand in eine hell beleuchtete Einsatzstelle brettert. Als das Fahrzeug steht, springe ich mit Notfalltasche, Lampe und Decke vom Fahrzeug und laufe dem Gruppenführer hinterher. Nasser, kalter Dezemberregen. Mehrere PKW stehen unbeleuchtet oder mit Warnblinker auf der rechten Fahrbahn. Da stehen Leute am Waldrand, Fahrzeugteile liegen auf der Bahn, die Leitplanke ist durchbrochen. Aus den Büschen neben der Autobahn ragt ein Fahrzeugheck. Irgendwas gelbes mit Heckspoiler. Etwas älteres.

Ein schneller Blick nach vorne: Der ist frontal vor einen Baum. Muss schnell gewesen sein, wo früher das Getriebe ansetzte, ist jetzt Baum. Die Tür hinten geht auf, also ich schlüpfe auf die Rücksitzbank. Zwischen Glassplitter, Stofftiere und CD-Hüllen. Fahrer und Beifahrerin. Beide sehr jung. „Hallo! Hier ist die Feuerwehr. Können sie mich verstehen?“ Ein stimmloses Ja von rechts, nichts von links. Kurze Schrecksekunde, aber links hat einen einigermaßen tastbaren Puls.

Während ich den Warnblinker anschalte, Scheiben herunterfahre und dann die Zündschlüssel abziehe fange ich an zu erzählen. Einfache Sätze, nichts kompliziertes: „Du hattest einen Unfall und bist eingeklemmt. Wo tut es dir weh? Wir müssen dich rausschneiden, dass kann einen Moment dauern. Wie heißt du?“ ... und so weiter. Deine Stimme muss präsent sein, dass ist das einzige, an dem der Junge sich orientieren kann. Also reden, reden, reden.

Nebenher versuche ich genauer zu erkunden, wie schwer die beiden verletzt sind und wie sie eingeklemmt sind: Der Motor hat auf der Fahrerseite den Vorderwagen; Lenkrad und das Armaturenbrett weit in den Fahrgastraum geschoben. Die Beifahrerin, Steffi, wie ich jetzt weiß, ist zwar eingezwängt, aber nicht direkt eingeklemmt. Ein paar Schnittwunden sehen dramatisch aus, werden aber bald vergessen sein. Da ihr aber der Hals weh tut, werden wir trotzdem etliches an Blech entfernen müssen, um sie möglichst schonend aus dem PKW zu heben. Eine Querschnittslähmung aufgrund eines gebrochenen Halswirbels wollen wir nicht riskieren.

Den Fahrer hat es wirklich schlimm erwischt. Scheiße, scheiße. Er stöhnt auf als ich ihn abtaste. Das Armaturenbrett hat Knie und den Oberschenkelknochen in zahllose Splitter aufgespalten und durch die Muskulatur getrieben. Blut, viel Blut sickert in das Gewebe und fehlt woanders. Die Unterarme sind links und rechts gebrochen bei dem Versuch, sich beim Aufprall abzustützen. Links ragt ein Splitter aus dem Sweater, rechts liegt der Unterarm im rechten Winkel über der Handbremse. Der Brustkorb hat beim Aufprall auf das Lenkrad dieses verbogen, was meistens bedeutet, dass die Lunge durch gesplitterte und gebrochene Rippen verletzt ist. Luftnot ist die Folge. Das ist wie Verschlucken, dauert nur ewig. Vermutlich sind die Unterschenkel auch weich wie Pudding.

Was mit den inneren Organen wie Gehirn, Leber etc. ist, die wie ein Punchingball im Körper vor- und zurückgeschleudert worden sind, kann man nur vermuten. Ein Riß in der Leber, und er verblutet innerlich. Ein geplatztes Blutgefäß im Gehirn und er könnte den Rest seines Lebens an die Decke im Pflegeheim starren. Auch ohne Diagnose durch den Notarzt (wo bleibt der eigentlich?) wissen wir, das wir uns beeilen müssen.

Der Gruppenführer erscheint am Fenster. „Und?“ „Fahrer zuerst und mit Crash, Beifahrerin schonend. Zweiten Doktor“. „Vorschläge beim Fahrer?“ „Tür weg und A-Säule hochdrücken muss reichen. Wenn wir Zeit haben, das Dach noch.“ Während wir uns besprechen wackelt das Auto unmerklich. Rüstholz wird untergelegt, damit uns die Kiste beim Auseinanderschneiden nicht plötzlich zusammenklappt, wenn die Türen und das Dach plötzlich fehlen.

Der Notarzt kommt. Kurze Atempause während er von der Seite aus den Fahrer untersucht. Mehr als Schmerzmittel, Infusionen, Sauerstoff geben und ihm eine Halskrause verpassen kann er aber in dieser Lage auch nicht. Der Junge muss in kürzester Zeit ins nächste Krankenhaus, um die inneren Blutungen zu stoppen. „Zackig. Es eilt.“ ist seine Anweisung.

Jetzt sind die Kameraden draußen dran. „Kai, wir schneiden dich jetzt raus. Es wird ein paar mal laut knallen, aber das ist nicht so schlimm. Gleich ist es vorbei.“ Wenn wir Pech haben ist das gelogen, aber was soll ich ihm sonst sagen? Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht weiß, ob er mich überhaupt versteht. Mit einem durchsichtigen Kunststoffschild schirme ich ihn ab, vor den Sachen, die da kommen: TWÄNKK - die verkeilte Fahrertür wird mit eine lauten Schlag aufgespreizt und einem weiteren Schlag los geschnitten. Kai stöhnt, er merkt jede Bewegung des PKW.

Es wird vermutlich im Fußraum mehrere Stellen geben, wo Fleisch und Knochensplitter direkten Kontakt mit Metall haben. Nächster Schlag, die A-Säule ist oberhalb des Armaturenbrettes durchtrennt. Für die nächsten Schritt an der A-Säule im Fußraum wird der Schutzschild vorsichtig zwischen das Bein und das Metall geschoben. Kai stöhnt wieder. Der Schild geht nicht tiefer. Vermutlich wird das Bein so kräftig gegen die A-Säule gedrückt, das es nicht weitergeht. Kurze Besprechung mit dem Arzt – weitermachen. Konzentriert setzt der Geräteführer die Rettungsschere an. 600 bar Öldruck pressen die Scherenspitzen mit 100 Tonnen zusammen. Durch Metall, Kunststoff – oder Knochen wenn man nicht aufpasst. In diesem Momenten ist der Bedienknopf scheinbar glühend heiß. Schneiden, Stopp, Kontrolle, Schneiden, Stopp, Kontrolle.

Der nächste Schlag – die Säule ist durch. Lautes Stöhnen. Das gleiche noch einmal und in die ausgeschnittene Stelle kann der Spreizer gesetzt werden, um das Armaturenbrett nach oben zu drücken. Es gibt nur ein Problem: Wenn Körperteile, die zusammengedrückt werden, mit einem Schlag entlastet werden, können innere Blutungen wieder auftreten, die vorher durch den Druck abgedrückt wurden. Der Arzt befürchtet dies auch und legt eine weitere Infusion. Verhindern kann man es nicht. Sackt der Blutdruck nach dem Hochdrücken des Armaturenbrettes massiv ab, muss er sofort raus und unters Messer.

„Kai, das wird vermutlich noch einmal weh tun, aber danach ist es besser.“ Wem erzähle ich da was - ihm oder mir? Das Leben des Jungen hängt mit seinen zerschmetterten Knochen an einem seidenen Farben. Zum ersten Mal Zeit für Mitgefühl: Komm, Junge, zieh. ZIEH. Noch 5 Minuten, dann ist es vorbei. ZIEH. Kai stöhnt. Schneller.

Das Anheben des Armaturenbrettes ist ähnlich schwierig wie das vorherige Einschneiden. Technisch ist es kein Problem, mit 10 Tonnen Druckkraft das Metall auseinanderzudrücken, aber keiner weiß, ob die Reste der Unterschenkel nicht irgendwie mit dem Metall verhakt sind. Keiner will dem Jungen noch weitere Verletzungen zufügen.

Mit Schweiß auf der Stirn setzt der Truppführer das 30kg schwere Gerät wie eine Pinzette an. Nachdem die Spitzen erst mal „Masse“, richtige Ansatzpunkte gefunden haben, bewegt sich das Armaturenbrett laut knackend und knirschend nach oben. Ich versuche das Schutzschild nachzuschieben. Kurz bevor das Armaturenbrett Dachhöhe erreicht, stöhnt Kai auf und sackt in sich zusammen: Bingo. „Der muss raus. Jetzt“ sagt der Arzt. Eher sich als uns.

Ein Blick in den Fußraum bestätigt unsere Befürchtung: Die Unterschenkel sind blutig und „matsche“, der linke Fuß ist vom Bodenblech förmlich umschlungen. Doch keine Zeit mehr. Der klobige – Gott sei Dank klobige - Turnschuh wird aufgeschnitten, ich ziehe den Fuß mit einem kräftigen Ruck raus. „Patient frei“ höre ich mich rufen.

Dann wird Kai mit der Hilfe von vielen Händen auf ein Spineboard, eine körperlanges Brett gezogen. Ich versuche dabei, die Beine einigermaßen zu führen, was mir aber nur teilweise gelingt. Das dabei entstehende Geräusch und das Gefühl, Beine mit mehrfach gebrochenen Knochen bewegen zu müssen, wird mich die nächsten Tage begleiten, dessen bin ich sicher. Ich gebe den Schutzschild an den Kameraden vom Rüstwagen weiter, ich bin „raus“. Steffi wird von einer anderen Crew gerettet.

Es ist totenstill, als ich meinen Hausflur um 5 Uhr morgens betrete. Aufgewühlt. Zwar hat Kai das Krankenhaus lebendig erreicht, aber der Arzt rief auf der Feuerwache an und teilte uns mit, dass er eine äußerst schlechte Prognose hat. Als ich mich vorsichtig ins Bett lege, kommt mir nun die stille und friedliche Welt des Schlafzimmers unwirklich vor. „Wie wars?“ murmelt meine Frau. „Nicht so schlimm“, lüge ich. Ich werde das morgen mit ihr besprechen. Es reicht, wenn einer nicht schlafen kann.

Und so liege ich hellwach da und starre die Decke an. Zeugen haben gesagt, der gelbe Wagen sei an ihnen vorbeigeschossen und dann plötzlich ins Schleudern gekommen. Zu schnell gefahren. Heizer. Blödmann. Wenn der schon nicht an sich oder an seine Freundin, denkt, könnte er doch wenigstens an uns denken. Der Gedanke ist natürlich absurd.

Der nächste Gedanke, dass in ein paar Jahren meine Söhne mit Papa’s Auto loswollen ist es nicht und bricht in die aufziehende Selbstgerechtigkeit. Wie bringe ich sie dazu, nicht zu heizen? Wie dazu, dass sie meine Warnungen nicht in den Wind schlagen. Was wäre gewesen, wenn Kai dein Junge gewesen wäre...

Nach 5 Uhr morgens wieder einschlafen ist eh nicht gut.

 

Bitte denkt an uns!

 

(Orginal von Jan Südmersen)

Quelle

So long

Ghost

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Auch ich bin für die Maut.
Ähnlich wie das Schweizer Modell.
Wer nach Deutschland rein kommt, kauft ein Vignette
Für die deutschen Autofahrer, die ja eh schon die KFZ-Steuer in Deutschland zahlen,
kommt die Vignette mit dem Bescheid vom Finanzamt.

Es gibt doch kaum noch ein Nachbarland, in dem wir nicht zahlen.
Warum also nicht auch anders herum?

Sehe das wieder der Schreiber über mir, es kann sich jeder an den Kosten beteiligen.

Zitat:

Original geschrieben von xmisterdx



Zitat:

Original geschrieben von FabJo


Bevor man sowas fordert und schreibt sollte man erst mal über die Folgen nachdenken.
Danke gleichfalls...

Überdenke mal die Folgen, wenn der Wahnsinn auf den Autobahnen weitergeht und der LKW-Verkehr immer weiter zunimmt. Dann kannst du eine asphaltierte Autobahn bald alle 5 Jahre grundsanieren. Mit den entsprechenden Folgen:

- Baustellen
- Staus
- Kosten

Treffer, versenkt? Ich denke schon 😉

PS:
Du stehst in 10 Jahren vorm Regal und ärgerst dich, weil die Milch 2 Cent teurer geworden ist... ich stehe auf der Autobahn im Stau und ärgere mich, weil die A7 schon wieder abgefräst und neu asphaltiert werden muss, weil die mittlerweile zugelassenen 60-Tonner die Straße so schnell kaputtfahren, dass man dabei zusehen kann...

Bitte genauer informieren: Die Gigaliner dürfen auch keine 60 t wiegen (zumindest nicht hier in Deutschland).

Und beim Gigaliner ist die Achlast deutlich weniger als bei Standard-LKW.

Liegt an dem mehr an Achsen logischerweise.

Folglich sind die Straßenschonender!!!!

Zitat:

Original geschrieben von xmisterdx


Im Grunde brauchst du auch keinen Käse. Es reicht Wasser, Brot... eigentlich nichtmal Brot, man kann auch Tiere im Wald jagen und Beeren pflücken...
Willst du dich zu den alten Germanen zurückentwickeln😁 Von wegen Tiere jagen: Vegan ist angesagt😉

Zitat:

Original geschrieben von xmisterdx


Wieso sollten die Lieferzeiten länger werden, wenn der LKW auf der Autobahn mehr Maut bezahlen muss?
Weil man um die höhere Maut zu kompensieren noch mehr auf die volle Auslastung der LKWs gucken muss.

Wie gesagt...
Eine Erhöhung der LKW-Maut würde sicherlich einige Waren verteuern. Andererseits hat es auch positive Effekte, denn der Irrsinn des "Wir karren Waren von A nach B, weil dort die Löhne 2 EUR/h geringer sind, fahren es nach C, dann vielleicht noch nach D und dann gehts erst in den Laden...

Eine höhere Maut wird wohl alle Sortimente betreffen - für manchen mag es ein willkommener Vorwand sein😉
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Zitat:

Original geschrieben von 18.430


[....

Bitte genauer informieren: Die Gigaliner dürfen auch keine 60 t wiegen (zumindest nicht hier in Deutschland).
Und beim Gigaliner ist die Achlast deutlich weniger als bei Standard-LKW.
Liegt an dem mehr an Achsen logischerweise.

Folglich sind die Straßenschonender!!!!

Die Gigaliner mögen pro Rad eine geringere Last auf die Straße bringen, haben insgesamt aber dennoch ein höheres Gewicht und deutlich größere Abmessungen und erfordern daher erhebliche Investitionen, um die vorhandene, für die derzeitigen 40-Tonner-Lastzüge und Sattelschlepper gerade noch so taugliche Infrastruktur umzubauen und zu ertüchtigen.

Von diesen Kosten will die Transport-Lobby aber nichts wissen, die soll lieber die Allgemeinheit tragen.

Die Schweiz argumentiert ja ganz offen mit der "Gigaliner-Flut" und den dadurch erwarteten Umbaukosten für die Schweiz, wenn sie die drastische Erhöhung der dortigen Vignettenkosten ab 2015 rechtfertigen soll.

Zitat:

Original geschrieben von Blubber-AWD


Die Gigaliner mögen pro Rad eine geringere Last auf die Straße bringen, haben insgesamt aber dennoch ein höheres Gewicht und deutlich größere Abmessungen und erfordern daher erhebliche Investitionen, um die vorhandene, für die derzeitigen 40-Tonner-Lastzüge und Sattelschlepper gerade noch so taugliche Infrastruktur umzubauen und zu ertüchtigen.

Die Gigaliner haben zwar insgesamt ein höheres Gewicht als normale LKW, aber transportieren auch mehr Nutzlast. Wenn diese zusätzliche Nutzlast von einem zusätzlichen normalen LKW transportiert werden müsste, würde weit mehr "totes" Gewicht herumgefahren. So gesehen sind Gigaliner Umwelt (und Straßen) schonender. Die nötigen Adaptierungen der Straßen (so sie wirklich nötig) könnte man im Zuge der normalen Instandhaltung erledigen, wenn man sich beizeiten dazu durchringen würde damit anzufangen.

Zitat:

Original geschrieben von elwood123



Zitat:

Original geschrieben von Blubber-AWD


Die Gigaliner mögen pro Rad eine geringere Last auf die Straße bringen, haben insgesamt aber dennoch ein höheres Gewicht und deutlich größere Abmessungen und erfordern daher erhebliche Investitionen, um die vorhandene, für die derzeitigen 40-Tonner-Lastzüge und Sattelschlepper gerade noch so taugliche Infrastruktur umzubauen und zu ertüchtigen.
Die Gigaliner haben zwar insgesamt ein höheres Gewicht als normale LKW, aber transportieren auch mehr Nutzlast. Wenn diese zusätzliche Nutzlast von einem zusätzlichen normalen LKW transportiert werden müsste, würde weit mehr "totes" Gewicht herumgefahren. So gesehen sind Gigaliner Umwelt (und Straßen) schonender. Die nötigen Adaptierungen der Straßen (so sie wirklich nötig) könnte man im Zuge der normalen Instandhaltung erledigen, wenn man sich beizeiten dazu durchringen würde damit anzufangen.

Stimmt in der Theorie allemal.

Nur: So wird es nicht sein. Es wird alsbald eine ähnlich große Anzahl an LKW geben, aber nun vorwiegend Gigaliner (je nachdem, wie schnell die älteren Kisten abgeschrieben und schrottreif oder reif für den Auslandsverkauf sind).

Denn: Man darf nicht davon ausgehen, daß eine gegebene Menge an Gütern X nun mit weniger LKW herumgefahren werden wird, sondern vielmehr drängen immer mehr Güter auf die Straße, für die die vorhandene Ladekapazität Y eben nicht ausreicht. Es werden daher mehr große LKW herumfahren, um mehr Güter auf der Straße zu bewegen (zwischenzulagern...), und nicht weniger.

Zitat:

Original geschrieben von Dr.Mabumsen


Socialism is a philosophy of failure, the creed of ignorance, and the gospel of envy, its inherent virtue is the equal sharing of misery. - Winston Churchill

The inherent vice of capitalism is the unequal sharing of blessings; the inherent virtue of socialism is the equal sharing of miseries. - Winston Churchill

Die 2 Zitate treffen es auf den Punkt!

Beides muß Churchill vor Existenz der DDR gesagt haben.

Ungleiche Verteilung mancher Segnungen, gab es auch im real existierenden Sozialismus - und das Elend war durchaus nicht gleichverteilt.
😉

Ich halte übrigens viel von Churchill.

Zitat:

Original geschrieben von Blubber-AWD


... Das soll nicht dem Sozialismus das Wort reden, beileibe nicht. Aber es soll aufzeigen, dass der ungebremste Ellbogen-Liberalismus (der das Hohelied der vorgeblichen individuellen Begabung, die sich schon durchsetzen wird und die ihren Lohn im Leben erhält) ebenso ein Irrweg ist.

Sicher, jeder ist seines Glückes Schmied. Soweit die anderen ihn lassen. 😉

Wer wird denn nicht gelassen? 😕

Ggf. müssen sie die, mit einer schlechteres Ausgangslage mehr anstrengen.

Es müssen sich aber auch die, mit weniger Talent mehr anstrengen.

Normal

Zitat:

Original geschrieben von warnkb


Hätte ich kein Problem mit, LKW-Maut ist zweckgebunden und verschwindet nicht so ohne weiteres in irgendwelchen anderen Töpfen.

Hast du dir schon

den

Politiker ausgeguckt, der dir die Garantie für eine

zweckgebundene LKW-Maut

gibt? Wurden schon Zahlen offengelegt? Wenn ja, lass' es mich bitte wissen😉

Zitat:

Original geschrieben von Swallow


....
Wer wird denn nicht gelassen? 😕

Ggf. müssen sie die, mit einer schlechteres Ausgangslage mehr anstrengen.

Es müssen sich aber auch die, mit weniger Talent mehr anstrengen.

Normal

Nicht verallgemeinern, was ich da so kurz und knapp geschrieben habe.

Gemeint ist: Jeder, der sich aus einer schlechteren Ausgangsposition heraus "nach oben arbeiten" will, muß sich mehr anstrengen, so wie du völlig richtig schriebst.

Nur: Nicht jeder mit einer solchen schlechteren Ausgangslage hat genug Skrupellosigkeit und Kaltschnäuzigkeit, die er dafür an den Tag legen müßte, um seinen "Fehlstart" wieder wettzumachen.

Die, die recht wenig Empathie zeigen und sehr konsequent und egozentrisch ihre eigenen Interessen verfolgen, die kommen unzweifelhaft weit, wenn sie es nur wollen. Aber die etwas sympathischeren Charaktere bleiben doch gerne mal auf der Strecke. Leider.

Zitat:

Original geschrieben von Blubber-AWD



Zitat:

Original geschrieben von Swallow


Ggf. müssen sie die, mit einer schlechteres Ausgangslage mehr anstrengen.

Es müssen sich aber auch die, mit weniger Talent mehr anstrengen.
...

Nicht verallgemeinern, was ich da so kurz und knapp geschrieben habe.

Gemeint ist: Jeder, der sich aus einer schlechteren Ausgangsposition heraus "nach oben arbeiten" will, muß sich mehr anstrengen, so wie du völlig richtig schriebst.

Nur: Nicht jeder mit einer solchen schlechteren Ausgangslage hat genug Skrupellosigkeit und Kaltschnäuzigkeit, die er dafür an den Tag legen müßte, um seinen "Fehlstart" wieder wettzumachen.

Die, die recht wenig Empathie zeigen und sehr konsequent und egozentrisch ihre eigenen Interessen verfolgen, die kommen unzweifelhaft weit, wenn sie es nur wollen. Aber die etwas sympathischeren Charaktere bleiben doch gerne mal auf der Strecke. Leider.

Na ja, es gibt Untersuchungen darüber, dass Psychopathen - die zweifellos die notwendige Skrupellosigkeit besitzen - beruflich oftmals besonders erfolgreich sind.

http://www.pressetext.com/news/20130902003

Das ist aber doch unabhängig vom jeweiligen Gesellschafts- und Wirtschaftssystem.

Bin zudem der Meinung, daß die Bereitschaft zur Anstrengung und Kaltschnäuzig-/ Skrupellosigkeit völlig verschiedene Charakterzüge sind.

Wer es nicht verstanden hat:

Ich habe eine kleine Vorhersage der Zukunft gemacht, mit den 60-Tonnern. Oder glaubt hier ernsthaft Jemand, dass es bei dem explodierenden LKW-Aufkommen bis in alle Ewigkeit bei 40 Tonnen bleiben wird? 😁

Zitat:

Original geschrieben von xmisterdx



Ich habe eine kleine Vorhersage der Zukunft gemacht, mit den 60-Tonnern. Oder glaubt hier ernsthaft Jemand, dass es bei dem explodierenden LKW-Aufkommen bis in alle Ewigkeit bei 40 Tonnen bleiben wird? 😁

Dann müssen erst einmal nahezu alle Brücken abgerissen und mit einer entsprechenden Reserve an Tragkraft neu gebaut werden. Und sie werden wohl unsere kleinstrukturierten Ortschaften nur tangieren können, es sei denn sie dürfen per Ausnahmegenehmigungen geradeaus über die Verkehrskreisel fahren😁

Gestern hat Mutti beim Treffen mit Steinbrück das Kommen der Maut laut und deutlich verneint. Um sie evtl. in einer Großen Koalition uns dann doch aufs Auge zu drücken (s. MWSt-Erhöhung).

Ich bin auf alles gefasst😉

Das war damals die SPD die umgekippt ist, auch wenn man es gerne der CDU in die Schuhe schieben will!

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