Ölbadzahnriemen
Hallo zusammen,
aus eigenem Interesse habe ich eine Frage an euch.
Bei vielen 1.0 Liter Turbomotoren verschiedenster Hersteller gibt es ja diesen Ölbadzahnriemen der zu Auflösung neigt wenn falsche Öle verwendet werden.
Gibt es eigentlich schon Riementechnologien auf dem Markt denen das Öl egal ist, also Riemen die widerstandsfähiger sind oder sich gar nicht auflösen - vielleicht von Tuningteileherstellern oder Zulieferen? Manche Hersteller z.B. Gates bietet ja verstärkte Zahnriemen an etc...
Würde gern hier mal wissen zusammentragen.
Grüße euer
TripleX
149 Antworten
Beim Opel Astra K Facelift ab ca.9/19 gibt es ja auch nur noch den 3 Zylinder mit Ölbadzahnriemen.Opel gibt das Wechselintervall mit 15 Jahren oder 240t Km an.Der GM Motor hat übrigens nichts mit dem PSA Motor gemeinsam,obwohl sich die Leistungsdaten sehr ähneln.Ich bin gespannt,ob der Zahnriemenhersteller(Conti ?)das Geheimrezept gefunden hat.
Kann man den Zahnriemen in Öl eigentlich von außen prüfen ohne das Fahrzeug zu zerlegen? Wahrscheinlich nicht, oder? Ich gehöre nämlich zu den Leuten, die den Zahnriemen einmal im Monat einer Sichtprüfung unterziehen. Das ist normalerweise ziemlich einfach: Plastikdeckel ab, gucken und wieder drauf. Benötigtes Spezialwerkzeug: eine 1€-Münze. Ich mache das, weil ich jetzt schon 30.000 km überzogen habe, der Riemen aber noch aussieht wie neu. Die reißen ja normalerweise nicht spontan ohne dass man es ihnen vorher ansehen würde. Aber bei den Ölriemen im Motorgehäuse gekapselt geht das wohl nicht.
Die reißen auch ohne vorherige Anzeichen von Verschleißspuren.
Bei einer Sichtprüfung erkennt man halt auch leider nicht bei jedem Fahrzeug, ob die Zähne auch der Riemeninnenseite noch i.o. sind.
Auch wie erheblich das Gewebe innen mürbe ist und sich der Riemen in seiner Schichtstruktur Stückweise auflöst.
Zustände die man augenscheinlich nur schwer beurteilen kann.
Den Wechselinterval erheblich überziehen und sich rein auf eine Sichtprüfung verlassen?
Würde ich niemanden zu raten.
Da sind schon Profis mit auf die Nase gefallen.
Der Motor ist ja nur ein 8-Ventiler, also halbe Last auf dem Riemen. Nach dem Abnehmen der Plasitikkappe kann ich ihn gut von allen Seiten betrachten, Spannung fühlen und Zähne angucken. Von Monat zu Monat keine Veränderung und kein Abrieb im Plastikdeckel. Ich glaube einfach nicht, dass er mir spontan reißt ohne dass er sich vorher irgendwie verändert.
Aber eigentlich wollte ich ja nur wissen, ob man Riemen in Öl auch irgendwie prüfen kann.
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Zitat:
@mecco schrieb am 19. Mai 2023 um 15:07:30 Uhr:
Aber eigentlich wollte ich ja nur wissen, ob man Riemen in Öl auch irgendwie prüfen kann.
In der Regel nicht da alles abgedichtet ist,Endoskopkamera soll bei gewissen Motoren möglich sein.
Theoretisch könnte man auch einmal jährlich das Ölsieb prüfen aber öfterer wohl nicht.
Gerissene Zahnriemen kenne ich nur bei Dieselmotoren und bei groben Fehlern an Rollen oder Wapu oder Fremdteilen im Zahnriementrieb. Benziner kündigen sich normalerweise durch Risse an.
Wenn halt ein Stein reinfällt oder sich eine Rolle auflöst, ist der Schaden sofort da.
Zitat:
Ich glaube einfach nicht, dass er mir spontan reißt ohne dass er sich vorher irgendwie verändert.
Bei deinem Motor läuft der Zahnriemen über die Wasserpumpe.
Frisst das Lager der Wasserpumpe und geht fest, ist der Zahnriemen zahnlos, egal wie toll der Zahnriemen vorher ausschaute. Das Lager der Wasserpumpe lässt sich nicht von außen prüfen.
So sieht das dann aus wenn die Wasserpumpe den Zahnriemen frisst.
https://blog.buschecker.de/.../...gerissen-Schadenbild-Nahaufnahme.jpg
Wenn du jetzt denkst ich habe kein 2,5tdi, dann sei dir gesagt das gleiche system ist in deinem Motor auch verbaut.
Dein 8v Motor (rechts neben der spannrolle sitzt die Wasserpumpe)
Normal kündigt sich auch ein Lager durch Geräusche an. Abhören ist meist schwierig. Eigentlich sagt sich der Konstrukteur, wenn der Zahnriemen z.B. nach 120000km gewechselt wird, muß die Rolle, Wapu usw. auch nicht länger halten, wenn sie von Zahnriemen angetrieben wird.
Auch logisch ist, daß ein grober Fehler immer passieren kann und die Chance mit der Laufleistung und dem Alter steigt.
Zitat:
@Anarchie-99 schrieb am 19. Mai 2023 um 19:14:37 Uhr:
Bei deinem Motor läuft der Zahnriemen über die Wasserpumpe.
Restrisiko. Ich habe mir deswegen die meiner Ansicht nach beste Wasserpumpe (Hepu) eingebaut, die man dafür kaufen kann.
Der Hersteller schreibt übrigens kein festes Intervall für den Zahnriemen vor, sondern nur Sichtkontrolle alle 30.000 km ab 120.000 km. Ich mache also schon mehr als vorgeschrieben. Früher habe ich tatsächlich bei 120.000 km gewechselt und dann jedes Mal tiptop Spannrollen und Wasserpumpen in den Müll geschmissen. Nun ist erst mal Schluss damit.
Zitat:
@mecco schrieb am 19. Mai 2023 um 12:18:44 Uhr:
Kann man den Zahnriemen in Öl eigentlich von außen prüfen ohne das Fahrzeug zu zerlegen?
das tückische daran ist ja selbst wenn man mittels Endoskop hinkommt oder Ventildeckelseitig das Ding im kleinen Auschnitt begutachtet, ob sich bereits "Flusen" vor das Ölsieb gesetzt haben sieht man nicht...auch wenn der also noch recht gut aussieht - soweit man das mit dem Ölsiff drumherum beurteilen kann- ein Schaden kann trotzdem unabhänig davon auftreten.
& ganz ehrlich halb oder einjährig die Ölwanne runter zu bauen & neu einzudichten nur wegen solch einer Fehlkonstruktion....das sag ich selbst als motivierter Ratschendreher....nee Danke 😮
Wenn man also um die ganzen Problematiken weiß einfach einen großen Bogen um diese Motoren machen. Es gibt genügend Alternativen.
ps.
Zitat:
Ich mache das, weil ich jetzt schon 30.000 km überzogen habe,
bei nem Freiläufer wäre mir das auch egal & ja die Benziner Riemen leben teilweise utopisch lange 😉
hab selber schon welche im T4 gehabt mit 20 Jahren+...
trotzdem muss man kein Russisch Roulette spielen...unterm Strich bringts einfach nichts, Geld kostet der Riemensatz eh irgendwann ob nun 30tsd. früher oder später....nur ist das viel weniger wie wenn es erst Kopfsalat gibt...😉
Wie gesagt: Restrisiko. Es kann alles passieren. Einem Bekannten ist 2000 km nach dem Wechsel eine nagelneue Spannrolle zerbröselt. Hätte er mal besser die alte drin gelassen, sagte er später. Wenn man Angst haben will, findet man immer einen Grund.
Zitat:
Restrisiko.
Ich kann nur das Restrisiko nicht ganz nachvollziehen.
Das Material zum Kompletten Zahnriementausch mit Wapu kostet 80euro.
Der tausch des Zahnriemens ist an deinem Fahrzeug in jeder Hofeinfahrt innerhalb 45 Minuten ohne jegliches Spezialwerkzeug erledigt.
Zitat:
bei nem Freiläufer wäre mir das auch egal & ja die Benziner Riemen leben teilweise utopisch lange 😉
meccos 1,6l 8v ist leider kein Freiläufer (10,5:1) wie damals der Golf 2 1,8l RP (9:1).
Zitat:
Wenn man also um die ganzen Problematiken weiß einfach einen großen Bogen um diese Motoren machen. Es gibt genügend Alternativen.
absolut richtig.
Keine Angst, die 80€ werde ich auch wieder spendieren, nur eben nicht unnötig früh. Hast Du eigentlich gelesen, dass der Hersteller gar kein festes Intervall angibt sondern den Tausch erst verlangt, wenn bei der Sichtprüfung was auffällt?
bei meinem e kadett habe ich den riemen bei über 200tkm getauscht (plus wapu) weil die kopfdichtung hin war. die laufruhe danach war erschreckend, im positiven sinne. das ganze klonkern im leerlauf war wohl das wapu-lager.
sichtprüfung der ölbadriemen geht zumindest beim crossland x halbwegs durch den öleinfüllstutzen. dort wird ja auch das "spezialwerkzeug" zur kontrolle der breite eingefädelt.
beim ford motor soll der riemen von außen wohl nicht so einfach sichtbar sein, da muß man wohl die schlüssel schwingen.
das problem ist ja bekanntermaßen auch nicht, daß der riemen reißt, sondern sich der gummi langsam auflöst und der abrieb die ölpumpe mehr und mehr verstopft.
Zitat:
@mecco schrieb am 19. Mai 2023 um 12:18:44 Uhr:
Die reißen ja normalerweise nicht spontan ohne dass man es ihnen vorher ansehen würde.
Doch, genau das tun die. 😉
Heute: Sieht aus wie neu.
Morgen: Ventil begegnet Kolben.
Gruß Metalhead