Ölbadzahnriemen
Hallo zusammen,
aus eigenem Interesse habe ich eine Frage an euch.
Bei vielen 1.0 Liter Turbomotoren verschiedenster Hersteller gibt es ja diesen Ölbadzahnriemen der zu Auflösung neigt wenn falsche Öle verwendet werden.
Gibt es eigentlich schon Riementechnologien auf dem Markt denen das Öl egal ist, also Riemen die widerstandsfähiger sind oder sich gar nicht auflösen - vielleicht von Tuningteileherstellern oder Zulieferen? Manche Hersteller z.B. Gates bietet ja verstärkte Zahnriemen an etc...
Würde gern hier mal wissen zusammentragen.
Grüße euer
TripleX
149 Antworten
Sehr geehrter Herr Zimmxxxx
entschuldigen Sie bitte die späte Rückmeldung, da ich in den letzten Tagen dienstlich unterwegs war.
Mittlerweile sind die nassen Zahnriemen seit ca. 15 Jahren auf dem Markt. Zunächst nur eingesetzt im Ölpumpenantrieb, sind sie jedoch seit nunmehr 10 Jahren auch als Antrieb für den Ventiltrieb gängig. Die Motorhersteller verschiedener Marken haben dabei viel dazugelernt und neben konstruktiven Merkmalen auch die Spezifikationen für die Schmierstoffe entsprechend angepasst und die Anforderungen speziell für im Ölbad laufende Zahnriemen berücksichtigt. Hier war stets die Gefahr gegeben, dass ein nicht zum Material des Zahnriemens passender Schmierstoff diesen vorschnell verschleißt und somit den Ölfluss blockierende Ablagerungen verursachte oder der Zahnriemen auf Grund des vorangeschrittenen Verschleißes reißen konnte.
Zusammenfassend lautet meine Erfahrung: wenn ein der geforderten Spezifikation entsprechendes Motoröl eingesetzt wird, die wichtigen Verschleißteile wie z.B. der Zahnriemen Originalqualität besitzen und die Service-Intervalle eingehalten werden, ist ein Motor mit nassem Zahnriemen nicht auffälliger als mit konventionellem, trockenem Zahnriemen, obwohl das Intervall für den Zahnriemen länger ist. Ein Öl, welches definitiv der Hersteller-Spezifikation entspricht, erkennen Sie an der Herstellerfreigabe. So ist beispielsweise unsere Sorte WOLF OFFICIALTECH 0W30 MS-BHDI seitens PSA für die Spezifikation PSA B71 2312 freigegeben, welche auch bei Opel mit PSA-Motor vorgegeben wird. Im Zweifelsfall können Sie sicher den Servicebetrieb Ihrer Wahl auf die Freigabe des verwendeten Öles ansprechen.
Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben und verbleibe
Med venlig hilsen, mit freundlichen Grüssen, With kind regards, Met vriendelijke groeten, Sincères salutations,
Volker Clasen
Technical Sales Engineer
WOC logo
Ich habe seit einem Jahr einen Opel Combo Life 1.2/110 PS und habe vor dem Kauf von der Problematik gewusst. Ich habe unzählige Informationen zu diesem Thema gesammelt und spanische, englische, deutsche und argentinische Foren durchforstet und viele Gespräche mit Werkstätten geführt, die diese Motoren warten. Mein Resümee ist, dass man das Problem bei den aktuellen Motorenversionen in den Griff bekommen hat. Das setzt natürlich den Einsatz des richtigen Öls voraus und die Einhaltung der Wechselintervalle. Ich hoffe die Kritiker liegen für die Zukunft falsch, denn der EB2 Puretech ist ein Motor mit einer vernünftigen Laufkultur und einen sehr gutem Leistungsspektrum. Die Zukunft wird es zeigen.
und aus welchem Laden ist dieser ehrenwerte Volker Clasen, Herr Zimmxxx (wie mag dieser Name wohl weitergehen? 😁)?
Fakt ist wohl, das kein Hersteller einen Ölbadriemen verbaut, weil er irgendwelche technischen Vorteile hätte. Das wird vor allem wegen den EU Emissionsvorgaben verbaut. Es ist halt ein bisschen leiser und hat ein bisschen weniger Reibung = weniger Verbrauch = weniger CO2 = weniger Strafsteuer. Ansonsten nehme ich lieber einen trockenen Riemen oder eine Kette. Kann auch kaputt gehen aber es ist halt eine Fehlerquelle weniger im Vergleich zum Ölbadriemen.
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@ draine
ich wollte es gerade schreiben...
Man muss sich bei solchen Dingen immer nur die richtigen Fragen aus Kundensicht stellen um zu wissen ob eine "neue" Konstruktion irgendeinen Sinn ergibt. In dem Fall wurde mit viel Tamtam die Reibungsarmut & die damit verbundene Kraftstoffersparnis/CO2 Reduktion propagiert.
Dazu der angebliche Spareffekt beim Bauraum.
Was kommt unterm Strich heraus? eine recht empfindliche Kombination aus Öl & "Gummi" die in der Praxis völlig ohne Not Schwierigkeiten bis zum Motorschaden macht > die vorher nie da waren (!)
Eine Konstruktion die kaum Störeinflüsse erlaubt , weder in Punkto Öladditivierung sprich der genauen Sorte noch beim Intervall oder dem Kraftstoffeintrag.
Diese Variablen lassen sich aber über eine längere Laufzeit in Kundenhand nicht exakt kontrollieren & alleine die Wahrscheinlichkeit einer "Fehlnachbefüllung" mit falschem Öl trotz richtiger Viskoklasse ist hoch> und das wiederrum zeigt ja auch die Praxis.
Ein kleiner Fehler an der Tanke - vielleicht ganz ohne Absicht -der bei anderen Motoren weder zu Problemen geschweige denn zum kapitalen Schaden ohne Vorankündigung führt.
und selbst bei freigegeben Sorten lösen sich die Riemen immer wieder auf und verstopfen Ölsiebe.
Die Verbrauchsersparnis exisitiert vielleicht auf dem Papier sprich als Messgröße beim Hersteller , im Alltag ist schon der Fahrstil 10x entscheidenter für den letzten halben Liter Sprit.
Unterm Strich aus Verbrauchersicht von vorne bis hinten unnötig wie sonstwas.
Jede Neuerung hatte seine Probleme bei Akzeptanz. Das war bei Trockenzahnriemen auch so. Die meisten wollten damals lieber Kette oder Stirnradantrieb. DSG Getriebe, funktioniert das?? Eingefleischte Automatikfahrer wollten Wandlergetriebe. Dieselmotor im PKW, das geht doch garnicht? Und heute ist Diesel kein Thema mehr. Turbolader gehen immer kaputt, in den 70gern ein Argument gegen ein Turbomotor.
Was der Bauer nicht kennt, muß erstmal sich beweisen und lange am Markt sein, bevor es alle akzeptieren, selbst, wenn sie es trotzdem nicht kaufen würden.
Zitat:
@85mz85 schrieb am 1. Dezember 2023 um 21:52:49 Uhr:
Jede Neuerung hatte seine Probleme bei Akzeptanz.
ist schon richtig , man kann das immer von 2 Seiten sehn😉
in dem Falle war aber der über Jahrzehnte bewährte ZR Trieb schon da & dann mischte man eine Komponente mit bei die man in der Praxis nicht wirklich unter Kontrolle hat. Niemand kann für richtiges Öl, das maximale Intervall bzw. das Fahrprofil & damit die Ölqualität in Kundenhand die Hand ins Feuer legen. Ein kleiner Fehler hat kurz/mittelfristig eine große Wirkung. Dann hätte man von Anfang an einen ZR entwickeln müssen der gegenüber den gebräuchlichen Ölsorten an sich & dem max. möglichen Abbau an Ölquali standhält. Hat man aber nicht.
Klar..vor dem Hintergrund der Kettenproblematik und vielen anderen Dingen die heute für früher undenkbare Ausfälle sorgen.. fällt diese Glanzleistung auch nicht mehr auf. 😮😉
Normal setzt sich das günstigste, beste, langzeithaltbarste durch.
Kettenprobleme gab es, Trockenzahnriemenprobleme, Stirnradprobleme, Ölbadzahnriemenprobleme und jetzt??!! Bleibt nur Zweitakter fahren oder BEV. Die haben das nicht, dafür andere Probleme. Also gar kein Auto fahren?? Auch keine Lösung. Der Kunde will ein sparsames, kostengünstige Fahrzeug mit wenig Wartung und am besten keiner Reparatur. Der Hersteller hat den Zielkonflikt. Und es geht immer in Wellen. Qualität toll, dann kommt der Rotstift, weil man merkt, das hält 400000km. Die meisten fahren aber nur 250000km bis zum Schrottplatz. Also Teil günstiger machen, sodaß es 250000km hält. Meist schießt man übers Ziel hinaus und die Kiste hat nach 80000km einen Schaden. Kommando zurück, Teil verbessern usw. usw..
Der Streit zwischen Kundenforderung, Entwicklungsabteilung und der Rotstift der Finanzabteilung stehen immer und dauerhaft im Clinch. Meist klappt es doch einigermaßen, manchmal kommt auch der größte Murks dabei raus.
Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten, als die Zahnriemen (trocken) am laufenden Band in den Foren für Ärger sorgten. Mittlerweile hört man da aber nicht mehr viel Negatives und die Zeit- und km Intervalle zum Wechseln sind echt lang geworden.
Man wollte anscheinend auch Motorkonstuktionen beglücken bei denen man eine innenliegende Kette recht einfach ersetzen kann. Übrigens finden sich mittlerweile auch Reparaturvideos im Netz in denen sich vorschriftsmäßig gewartete Riemen beginnen aufzulösen. Leider finde ich das Interview nicht wieder in welchem ein hochrangiger Mitarbeiter von einem renomierten Riemenhersteller sein Ölbaddprodukt mit den Ketten verglichen hat und von Testreihen mit Ältölen schwafelte die so schlecht waren, daß die angeblich sogar die Ölwannen beschädigten. Die Riemen hätten das ausgehalten.
Testreihen können ein Langzeitverhalten im Feld eben nicht ganz abbilden. Im Speziellen wenn es um Kunststoffalterung unter Temperatureinflüssen und aggressiven Medien geht
Bestenfalls kann man den aktuellen Entwicklungsstand als unausgereift bezeichnen. Vielleicht gibt es irgendwann haltbare und unempfindliche Umsetzungen, aber wer sich jetzt schon für so einen Motor entscheidet ist eben ein Early-Adopter. Wie heißt es so schön: Wer zu früh kauft, kauft zweimal. (Oder so ähnlich.)
Das Problem an der richtigen Ölqualität ist doch das man die im Betrieb gar nicht so genau vorausberechnen kann. Je nachdem ob viel Kurz- oder Langstrecke gefahren wird und je nachdem welcher Sprit getankt wird, ob man eher niedertourig oder hochtourig fährt, je nachdem hat man auch unterschiedliche Ablagerungen im Öl.
Ich denke daß hier eher das große Ölangebot das Problem ist und dieses totale Chaos bei den Herstellerfreigaben. Das überblickt doch keiner mehr. Ein völlig unkalkulierbares Risiko für Gebrauchtwagenkäufer wenn hier über die Jahre einmal ein nicht freigegebenes Öl gefahren wurde.
Ich glaube nicht das der Ölbadriemen eine Zukunft hat. Ich weiß es zwar nicht genau, die Hersteller werden sich aber davor hüten so etwas in die USA zu verkaufen, aus bekannten Gründen.
Eine großte Gefahr entsteht natürlich auch durch Kurzstrecke und der damit verbundenen Ölverdünnung, aber wer kauf sich so einen 1.0er mit 100PS, um auf der Autobahn zu gondeln.
Das Problem ist nat. wenn man gerne mit Additiven fährt oder einige Sachen in dieser Richtung ausprobiert.
( Motorreiniger, Zusatzadditiv für Motorenöl ) das würde ich mich bei so einem Riemen im Öl nicht trauen.
Am besten nicht so ein Auto kaufen.
Ich bin Mitglied im Ölforum, was da veranstaltet wird, zeugt von den absoluten Ölfetischisten ............grins.
MfG. Franky