N55 Motor: Welches Öl ist am besten ?
Servus Leute ,
ich bin seid einem halben Jahr stolzer Besitzer eines BMW 6er Gran coupes als 640i.
Jetzt steht mein Ölwechsel an und ich wollte wissen welches Öl am besten ist für den 640 i mit dem n55 Motor.
Aktuell ist 5w 30 drin .
Ich freue mich auf paar gute Tipps
65 Antworten
Da von dir hier nichts konstruktives kam, soll es gern so sein und dein Fernbleiben nimmt dir keiner übel.
Oder habe ich deinen Beitrag, der dem TE beim Beantworten seiner Frage hilft überlesen?
Viel geschwollenes Geschwurbel, aber nichts zum eigentlichen Thema.
Also um mal ein paar Ölfakten in den thread zu bringen:
Das bei BMW standardmäßig verwendete 5W-30 (LL04) ist ein Rationalisierungsprodukt um für alle Fahrzeuge (Diesel und Benziner) mit nur einer Ölsorte auszukommen. Damit verbunden ist die Anforderung an wenig Gehalt an Sulfatasche um bei den Dieseln die Partikelfilter zu schonen. Dummerweise verbessert aber der Sulfatgehalt die Schmiereigenschaften des Öls und wo beim Diesel deswegen ein Kompromiss zwischen gerade noch ausreichender Schmierung und möglichst geringem Aschegehalt gefunden werden muss, sollte man bei Benzinern eher auf ein aschereicheres Öl zurückgreifen.
Bei der Viskosität ist die 30 (fürs heiße Öl) ebenfalls ein Kompromiss zwischen Schmierstabilität und innerer Reibung im Öl was den Benzinverbrauch beeinflusst. Wer viel Vollgas auf der Autobahn fährt ist somit mit einem 40er (oder gar 50er oder gar gar 60er) Öl also besser bedient was die Stabilität des Schmierfilms angeht.
Allerdings muss man auch wissen, dass die Angaben zur Heißviskosität nur für das neue Öl gelten. Ein 40er hat nach 10.000 km vielleicht nur noch 30. Ein 30er vielleicht sogar nur noch 20. Das kommt daher weil die meisten Öle aus niederviskosen Grundölen bestehen und mit Viskositätsverbesserern dann auf die hohe Viskosität (z.B. 40) gepusht werden. Viskositätsverbesserer sind Moleküle, die im kalten Zustand klein sind und deswegen die Kaltviskosität (das ist das 0W oder 5W) nicht verschlechtern. Das heißt im kalten Zustand ist das Öl ausreichend dünnflüssig um beim Kaltstart eine schnelle Durchölung des Motors zu gewährleisten. Im heißen Zustand quellen oder falten sich diese Moleküle dann auf und bewirken durch ihre Größe dann eine Erhöhung der Viskosität, die bei heißem Motor ja gewünscht ist. So lange das Öl neu ist funktiniert das auch, aber durch die mechanische Belastung der das Öl ausgesetzt ist zerbrechen dies Moleküle im Laufe der Zeit und die Bruchstücke, weil eben viel kleiner, erhöhen dann nicht mehr die Viskosität und diese fällt langsam auf die Viskosität des Grundöls zurück.
Abhilfe schafft da nur häufigerer Ölwechsel - ich wechsle alle 15000. Und/Oder man fährt z.B. ein Öl dessen Grundöl bereits eine höhere Grundviskosität hat und unter der Zerstörung der Viskositätsverbesserer nicht so stark leidet. Mein Favorit ist da zur Zeit das Ravenol VST 5W-40 mit USVO-Technologie was ein smarter Marketingname für genau das ist was ich beschrieben habe - nämlich schon als Basisöl ein hochviskoses zu nehmen, das dann in der Viskosität über die Zeit hinweg stabil bleibt.
Es gibt tatsächlich Hersteller, die ihre Motoren vom Nordkap bis zu death valley testen, über mehrere Hunderttausend Kilometer und dann noch so freundlich sind, Empfehlungen zu der zu verwendeten Ölsorte in die Bedienungsanleitung zu geben, und wenn sie ganz nett sind, sogar für verschiedene Anwendungen weitere Empfehlungen geben. Warum fragt man dann bei einem solchen Brot-und Butterantrieb wie den N55, bei mir steht er in Form eines M2 in der Garage, nach der Ölsorte.
Es muss schon erlaubt sein, sich Gedanken zu machen und Herstellerempfehlungen sind nun mal oft genug marketinggetrieben und/oder getrieben vom Rationalisierungsgedanken z.B. im Werkstattbetrieb. Natürlich wird ein seriöser Hersteller keinen völligen Mist empfehlen, aber es muss auch nicht unbedingt das Optimum unter dem Gesichtspunkt der besten technischen Eignung sein.
Deswegen ist mein Wahlspruch: Mitdenken erlaubt! Und wer dafür zu träge ist, der kippt rein was im Handbuch steht. So einfach ist das.
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Zitat:
@ghm schrieb am 14. Januar 2021 um 01:07:35 Uhr:
Es muss schon erlaubt sein, sich Gedanken zu machen und Herstellerempfehlungen sind nun mal oft genug marketinggetrieben und/oder getrieben vom Rationalisierungsgedanken z.B. im Werkstattbetrieb. Natürlich wird ein seriöser Hersteller keinen völligen Mist empfehlen, aber es muss auch nicht unbedingt das Optimum unter dem Gesichtspunkt der besten technischen Eignung sein.Deswegen ist mein Wahlspruch: Mitdenken erlaubt! Und wer dafür zu träge ist, der kippt rein was im Handbuch steht. So einfach ist das.
Ich lasse kippen, und mach mir dazu nun wirklich keine Gedanken, was die NL da reinschüttet. Aber meine Autos befinden sich auch meist im Garantiefenster.
Das Lob nehme ich natürlich gerne entgegen 🙂
Obwohl die meisten Ölthreads ja immer die gleiche Richtung nehmen und einfach nur langweilen, ist das Thema Motoröl eben doch ziemlich interessant. Wer wie harald335i Neufahrzeuge im Garantiefenster bewegt muss sich natürlich keine Gedanken machen. Werkskundendienst ist da eh Pflicht und man hat im Endeffekt keinen Einfluss darauf was der Freundliche einfüllt - aber das ist eben nicht immer unbedingt der beste Saft für den Motor, sondern oftmals optimiert auf möglichst geringe Lagerhaltung. Die Garantiezeit wird damit locker absolviert und im statistischen Durchschnitt auch noch weit weit darüber hinaus.
Meist denkt man bei schlechtem Öl an Kolbenfresser oder Lagerschaden und dann kommen die Leute und sagen "ich fahre seit 200.000 km mit dem 15W-40 aus dem Baumarkt für 2 Euro den Liter und mein Motor läuft super". Ja mag sein, aber die statische Wahrscheinlichkeit, dass es da zu ölbedingt erhöhtem Verschleiß kommt ist halt trotzdem deutlich höher und kann sich z.B. auch in gelängten Steuerketten oder defekten Hydrostößeln manifestieren.
Also ich bin eigentlich mit dem Ravenol VST 5W-40 LL-01 sehr zufrieden. Der Motor wird schneller warm, als beim BMW Standard-Shell 5W-30, läuft dabei sehr ruhig (Wolframadditiviert) und behält, entgegen dem Shell Helix Ultra 5W-40 LL-01 auch über die Nutzungszeit seine Visko.
Ich fahre ja nun meinen N55 schon eine Weile, daher folgende Erfahrungen:
Castrol Edge Titanium FST 0W-30 LL-04:
Damit war ich sehr zufrieden. Kaum Ölverbrauch (0,06-0,3 l/1000km). Allerdings hat das Öl mit der Testumstellung für die BMW-Freigaben auf den N20 seine Freigabe verloren, so dass es für mich herausgefallen ist. Und das 0W-40 ist schon seit einigen Jahren nur noch ein HC - und auf ein PAO lege ich (mit den BMW-5W-30-Ausnahmen) schon wert.
BMW/Shell 5W-30 LL-04:
Jetzt durch den letzten BMW-Ölservice, bei dem ich kein Öl mitgebracht habe, das zweite Mal drin. Ölverbrauch ok (0,05-0,07l/1000km), jedoch wird das Fahrzeug wesentlich später warm, als bei allen anderen Ölen. Bin froh, wenn das demnächst wieder raus kommt.
Im Übrigen sind die SAE-Klassen groß wie Scheunentore und gerade die Kaltvisko nur nach einem Punkt bei -40, -35... Grad definiert (Mindestpumpbarkeit).
BMW Shell M 0W-40 LL-01:
Das war das ungünstigste Öl, welches ich gefahren habe. Verbrauch fast 1 Liter (0,18-0,91 l/1000km; dachte schon der Motor hätte einen Defekt), den größten Rußabtrag an den Endrohren und auch mechanisch war der Motor am lautesten. Einen solch hohen Ölverbrauch hatte ich in der Folge nicht wieder.
Shell Helix Ultra 5W-40 LL-01:
Öl war die ersten paar Tausend km einwandfrei, Motor war nach dem M 0W-40 wieder ruhiger, aber nach ein paar Tausend Kilometer hat es sich dem M 0W-40 in seinen Eigenschaften angenähert. Motor wurde akustisch lauter (0,07-0,12 l/1000km). Die Ölanalyse ergab, dass das Shell 5W-40 bereits nach 8tkm seine Warmvisko um eine Klasse verloren hat (nun 5W-30).
Dafür ist der Motor in der kalten Jahreszeit wieder schneller warm geworden.
Ravenol VST 5W-40 LL-01:
Halte von Marketinggepluppere eigentlich nicht viel, aber der Motor war wirklich mit dem Wechsel merkbar smoother. Warm ist der Motor auch sehr bald geworden, aber der Verbrauch war etwas höher (0,10-0,44 l/1000km) und das Öl hatte über die Haltedauer seine Spezifikationen erhalten.
Das ruhigere Laufgeräusch ist übrigens über die Haltedauer gleich ruhig geblieben.
aktuell wieder
BMW/Shell 5W-40 LL-04:
Identische Erfahrung zum Herbst/Winter 2017 - das Öl wird spürbar später warm, aber der Verbrauch ist auch sehr niedrig. (ca. 0,05 l/1000km)
Im Übrigen sind die Verschleisswerte laut Labor völlig in Ordnung, es gibt keinen Kraftstoff- oder Wassereintrag.
Mein Motor sieht auch nach 145tkm richtig sauber aus und daher bleibe ich den frühen Ölwechsel, dem Ultimate und einem ausgesuchten Öl (weitgehend) treu.
VG
Chris
Aber nicht nur sulfatasche verbessert die schmiereigenschaft im öl. Wichtiger finde ich Bor und Molybdän. Davon hat Mobil1 am meisten in deren ölen.
Molybdän ist zwar ein Reibwertverminderer, aber lange nicht so wirkungsvoll, wie Wolframdisulfid oder organisches Wolframadditive. Es ist bloß wesentlich günstiger und wird bspw auch bei Shell (oder auch Ravenol) eingesetzt. Ungünstige Begleiterscheinung - es fällt bei hohen Temperaturen aus und bildet harte, verschleissfördernde Rückstände. Problematisch kann das bspw an der Gleitlagerung des Turbo werden, weswegen Mo jetzt nicht unbedingt als erste Wahl für Turbomotoren gilt.
Dort ist dann Kaltfahren und frühzeitige Wechsel umso wichtiger.
VG
Chris
Zitat:
@ChrisH1978 schrieb am 15. Januar 2021 um 05:59:19 Uhr:
[...BMW/Shell 5W-30 LL-04:
Jetzt durch den letzten BMW-Ölservice, bei dem ich kein Öl mitgebracht habe, das zweite Mal drin. Ölverbrauch ok (0,05-0,07l/1000km), jedoch wird das Fahrzeug wesentlich später warm, als bei allen anderen Ölen. Bin froh, wenn das demnächst wieder raus kommt.
[...]
Hast du eine Theorie wie das Öl und das langsamere Erreichen der Betriebstemperatur zusammenhängen? An einer unterschiedlichen Wärmekapazität des Öls kann ja kaum liegen.
Ich kann’s mir nur so erklären, dass die höhere dynamische Viskosität zu einem schlechteren Wärmetransport und somit zu einer schlechteren Wärmeverteilung bei gleichzeitig stärkeren Wärmenestern der Grund ist, aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
Halte ich für eher unwahrscheinlich, wenn ich ehrlich bin.
Gemessen wird ja eigentlich die Temperatur des Kühlwassers und das wiederum erwärmt sich schneller als das Öl, unter anderem weil es einen deutlich höheren Volumenstrom durch den Motor hat und deswegen mehr Wärme aufnehmen kann.
Insofern kann ich mir den Einfluss des Öls nicht wirklich erklären.
Bist du sicher, dass du in deiner Wahrnehmung nicht durch äußere Parameter wie Außentemperatur beeinflusst warst? Die Außentemperatur hat ja nicht nur unmittelbaren Einfluss auf die Motor-, Kühlmittel- und Öltemperatur sondern auch mittelbaren durch unterschiedliche Zeiten zu denen dann z.B. die Klimaautomatik durch Zuschaltung des Heizkreislaufs die Erwärmung des Kühlwassers (und damit auch des Öls) beeinflusst.
Mir ist die Kühlwassertemperatur, Außentemperatur oder ob der Motor dadurch mehr oder weniger Wärme aufnehmen kann oder nicht, völlig egal.
Mich interessiert auch kein Bor, Molybdän, Wolframdisulfid oder irgend welche Wolframadditive oder sonstiges Zeug.
Ich habe früher Castrol Edge Professional 0W30 in den Motor geschüttet und jetzt MAPO Carbon EXTRA C 3 SAE 0W30 und ich weiß daß der Motor läuft ohne Zusätze und ohne Probleme. Ölverbrauch seit etlichen hundertausend Km im Durchschnitt 1 Liter auf 10 - 12.000 Km.
Was will ich mehr beim hurtigen dahineilen auf der Autobahn. 😁😁