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Methoden zur dauerhaften Falz-Rost-Beseitigung gesucht

Themenstarteram 19. April 2009 um 23:02

Hallo,

eigentlich beschäftige ich mich ja weniger mit historischen Fahrzeugen. Meine Frage bezieht sich auch auf eigentlich weniger historische Fahrzeuge - die aber rosten wie ein Franzose aus den 70ern...

Auf den Bildern erkennt man wie es aus dem Falz herausrostet. Dieser Falz stellt die Überlappung dar, mit welcher Teile eines Radhauses zusammengepunktet sind. Vermutlich sind auch an einigen Stellen nicht nur 2, sondern mehrere Bleche zusammengebruzzelt. Und dann wurden besonders dick und auch formvollendet diverse Lagen Karrosseriedicht- und Antidröhnmassen draufgeschmiert. Serienmässig.

Nun ist die Frage was zu machen ist, um die Karre langfristig zu erhalten.

Reisse ich mit einer rotierenden Drahtbürste erst den ganzen Batz weg, bürste und schleife dann so gut es geht den Rost weg ? Dann bleibt immer noch Rost zwischen den Blechen im Falz. Behandle ich die mit Wachs oder Fett (Mc Sanders oder sowas), macht die anschliessende Lackierung gar keinen Spass.

Wie ist es mit Fertan etc. ? Das Zeug muss ja nach dem wirken wieder weg. Wie bekommt man es dann aus dem Falz raus ?

Wenn ich den Falz aufmache, auftrenne, um jeglichen Rost zu entfernen, dann ist ja der ganze Vorderwagen eine Baustelle. Viel Zeug muss raus - wenn nicht der ganze Motor. Und entweder ich mache es schrittweise oder die Kiste muss auf einer Karrosseriebank fixiert werden.

Egal wie, eine Freude ist es sicher nicht. Vielleicht habt Ihr einige Vorschläge für mich...

 

Der Rost-Parker

PS: Der Datenaufkleber wurde aus Höflichkeit gegenüber dem Fahrzeughersteller, diesem Sauladen, unkenntlich gemacht. Erst mal.

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11 Antworten

Wenn im Blech zuviel Kupfer ist, dann ist alle Mühe vergebens. Interkristalline Korosion. Eisen wandert zum Kupfer und der ganze Kram zerbröselt. Fertan u.A. vertane Zeit & Geld. Schon vor -zig Jahren habe ich alle verfügbaren Mittel an Opel Record oder Ro80 getestet, um festzustellen: Vergiß es !!!

5%-ige Phosphorsäure, wandelt Rost in Eisenphosphat um, hilft eine Weile. Aber der Zerfall ist im Material programmiert. Da hilft nur der totale Neubau. Zur Zeit schweiße ich mal wieder in großem Stil am Rost-Ro. 0,8mm Rep-Blech verzinkt. Läßt sich gut verarbeiten, hat wenig Kohlenstoff und brennt daher nicht schnell weg. Über die Haltbarkeit wird die Zeit endscheiden. Nur weiß ich, daß nicht eher Ruhe ist, bis der komplette Unterboden erneuert worden ist. Bei früheren Reparaturen wurden miese Bleche verwendet und mit duchgehender Naht verschweißt. Übel, übel! Da hilft nur die Radikalkur: Raus und alles in Neu. Wer nicht die nötige Grundausbildung hat und mit MIG/MAG keine Erfahrung hat, der hat ein echtes Problem. Rostschutz/Umwandler, das ist das Gleiche, wie anti-aging-cremes. Die bewirken was - nix !

Gruß mm

Bei genauerem Hinsehen erkenne ich die gleiche Misere wie beim Ro80. Diese Sch--- Beschichtung! Darunter ist rostmäßig der Teufel los. Hilft nur die mühsame Methode mit Heißluft und Spachtel den ganzen Modder zu entfernen. Als Student hatte ich mir mein Studium mit Lüftungsbau- und Montage finanziert. Schweißstellen wurden mit einer schweren Zinkfarbe überstrichen. Scheint sinnvoll zu sein, denn wie mir neulich ein alter Seefahrer berichtete, verwendet man zur Rostbekämpfung bei Schiffen, Zink-Annoden. Sogenannte "Opfer-Annoden".

Wie das positiv wirkt, ist im Net nachzulesen. Ich versuche mal, ob das auf Dauer hilft.

Gruß mm

Themenstarteram 23. April 2009 um 10:49

Die Formstücke aus Kar.-Dichtmasse, vom Designer harmonisch in den Motorraum eingeplant, die müssen natürlich wie alles andere "Weiche" raus. So dass die punktgeschweissten, teilw. mehrlagigen "Nähte" freiliegen.

Aber das Problem ist ja, was dann ?

Ich komme ja nicht in den Falz rein. Man könnte alle Punkte aufbohren, den Falz etwas aufbiegen, drin herumschleifen und dann mit schweissbeständiger Rostschutzfarbe behandeln und wieder verpunkten. Oder mit einem mobilen System vorher elektrolytisch verzinken.

Sobald aber mehrere Bleche gefalzt sind und man nicht in jeden Zwischenraum kommt gehts nicht.

Ist echt schwierig.

Die Opferanoden verbaut man u. a. auch an Sportbooten. Ziel ist, dass die durch das Salzwasser initiierte elektrochemische Korrosion nicht die Metallteile (Wellen, Antriebe, ggf. Stahlrumpf) angreift, sondern das (unedlere) Metall der Opferanode zerfrisst.

Die Zinkfarbe wird ähnlich den Zinkchromat-Rostschutzgrundierungen gewesen sein, die es bei uns (in der Autotechnik) früher auch gab. Ist verboten wegen Umwelt. Aber ein Zaubermittel war es auch nicht.

Somit müssen wir weiter nach dem Zaubermittel suchen....

FP

Anoden fürs Boot:

http://www.svb.de/index.php?...

 

Hello!

Hab an meinem Käfer bei diversen Gebrauchttteilen ähnliche Einblicke erhalten.

Grundsätzlich hilft da wirklich nur ´ne Radikalkur: alles raus und neues rein!

Als Lösung auf Zeit oder auch zur Vorbeugung an typischen Roststellen hab ich in Abstimmung mit meinem Lackiere Urethankleber in die ritzen geschmiert. Der dichtet ab und nimmt auch keine Feuchtigkeit auf. Gubts zB bei ATU 8ohne dass ich die jetzt gut finde :rolleyes:)

Probiers mal aus!

MfG Ric

K-25c3-25a4fer-2520neu-2520001-5b1-5d-1

Nur, die interkristalline Korrosion, die ist auch damit nicht zu verhindern. Richtig geschrieben: Alt raus, Neu rein. Obwohl - Langzeitversuche mit dem neuen Material oder Blech liegen noch nicht vor. Macht nix, bin mal eben 65 geworden und werde in den nächsten 30 Jahren die Problematik im Auge behalten.

Was richtig schön, aber leider wutzig teuer ist: V2A-Blech. Läßt sich mit Argon-Arg bearbeiten und dann passiert nichts mehr. Schade, ich war nie im Vorstand einer Bank.

In diesem Sinne Gruß mm

Hallo,

vor ein Paar Jahren ( 3-4 ) im Frühjahr war ein Bekannter damit beschäftigt an seinem T2 den Rost aus den Falzen zu beseitigen

auf meine Frage wie oft er das macht - jedes Jahr.

Ich habe ihm dann angeboten mit einer routierenden Drahtbürste

aus VA die Falze zu bearbeiten.

Er hat es getan und soviel ich weiss hat er seitdem keine Probleme mehr

Grüsse aus Hamburg

Harald

Junger Mensch, mach das mal bei einem Auto der '60, '70 Jahre. NSU, Renault, Fiat und dergleichen mehr. Kaum ist die Bürste richtig in Rotation, schon hat die Karosse neue Luftzuführungen. Wie in dem alten Volkslied gesungen: " Es rostet die Mühle auch unter 'nem Dach, Knirsch Krack."

KAMPF DEM EISENWURM !

Nur wie, daß weiß keiner.

am 8. Mai 2009 um 2:51

ja das befürchte ich auch, das auf dauer nie Ruhe einkehrt, je tiefer die Ecken und Kanten desto schwerer sind sie zu erreichen... und der Rost blüht unaufhaltsam... da kann man nur "zuschmieren" und hoffen das es hält, oder letzendlich das einzg wahre Rostschutzmittel verwenden...

Flex und Schweissherät

und wenn man nicht ran kommt, dann muß halt noch mehr rausgeflext werden und neu eingeschweisst werden....

... ja meine beiden Babys haben es auch in sich, und mein Schweissgerät weiß das es so schnell nicht Arbeitslos wird...

Kann ich nur bestätigen, den Hantier. Habe mir nochmals 8kg Fülldraht zukommen lassen und 2qm Reparaturblech. Man muß die Konstruktionen außen im Detail nachbauen und dann wieder einfügen. Alles im Punktschweißverfahren natürlich. Reine Hobbyisten sind da überfordert, nur "Leute vom Fach" sollten sich an diese Arbeit wagen. Aber, es geht! Wer Schweißen gelernt hat, der kann eine morsche Karosse stabiler restaurieren, als das Ding im Original war. Der MG Metro eines Freundes, das Auto ist heute im Unterbodenbereich neuwertig. Aber da geht so manche Stunde drauf. Es freut dann doch den Mechaniker, wenn der TÜV'ler danach selbst mit dem 300 gr Hammer keine Schwachstelle mehr findet.

Vor Jahren gab es beim TÜV ein Heft, in dem genau beschrieben wurde, wie zB ein Schweller zu ersetzen ist. Ich halte mich an diese Vorschriften immer noch und es gibt keine Probleme. Nur viel Arbeit. Spachtel? Pfui Deibel! Metall und Kunststoff haben andere Ausdehnungsverhältnisse. Auf Dauer gibt das nichts. Noch eine Bemerkung zum Punktschweißen: Dampfkessel, Brücken und Wolkenkratzer werden mit Nieten befestigt. An Rändern von durchgehenden Schweißnähten entstehen Schwachstellen die zum Bruch führen. Zwischen den einzelnen Nieten oder Schweißpunkten kann das Material arbeiten. Denke aber, das ist unter alten Schraubern bekannt.

Gruß mm

am 9. Mai 2009 um 8:32

Beim "nur Punktschweissen" möchte ich widersprechen.

Ich habe bei meinen Restaurationsobjekten (Triumph Spitfire und Audi 80) letzlich die untere Schwellerkante voll durchgeschweisst (Argon Schutzgas), dann aus Reparaturblech ein U mit Schenkellänge 10 mm gebogen, das klemmend über der Kante hielt und auch dieses dann innen und außen durchgeschweisst. So entsteht eine schöne gleichmäßig abgerundete Kante und gleichzeitig ist dieser Bereich ordentlich verstärkt. Rost nach Fluten der Hohlräume mit Fertan und anschliessend mit Wachs meines Wissens auch bei den Nachbesitzern kein Problem mehr. Nicht vergessen in den Schweller die Ablauflöcher einzubringen. Ventilstopfen (die weichen mit dem kreuzförmigen Einschnitt erlauben Kondensatabfluß ohne dass von außen Spritzwassereindringen kann.

Reparaturbleche habe ich grundsätzlich stumpf zusammengeschweisst. Nach etwas Training kann mann auch dünnwandiges Blech so schweißen, daß die der Nahtbereich beim Schweißen voll glutflüssig ist und sich beim Abkühlen durch die Oberflächenspannung des flüssigen Metalls von selbst glatt zieht. Das ist zwar immer kurz vor Loch und ab und zu ist dann auch Loch, aber so lernt man auf dieselbe Methode Löcher ohne Zuhilfenahme von Blech fast unsichtbar wieder zuzuschweißen. ( Nichts für Anfänger, erstmal einige Meter Schweissnaht an Abfallblech üben, verlernt man aber nie mehr). Spart das Absetzen und man hat einen potentiellen Rostfalz weniger.

Wer immer ihn erhalten kann, sollte Zinkchromatprimer für die blanken Stellen verwenden. Vorsicht: das Zeug ist giftig. Insbesondere bei späteren Arbeiten Atemschutz beim Abschleifen unbedingt erforderlich.

Türen habe ich immer ausgebaut und die Karroserie an dieser Stelle mit einer selbstgebauten Spreizstange (1/2 Zoll Rohr mit aufgepunkteter Mutter und Gewindestange) zwischen Türscharnier und Schlossplatte (Fußblech an Stange punkten, Loch durch, an den Befestigungen von Türscharnier und Schlossplatte festschrauben) ausgesteift. Bockt man das Fahrzeug richtig auf (den spitfire an den Achsaufnahmen, den Audi zusätzlich in der Höhe der vorderen sitze innen), tendiert die Karosse dazu, sich an den Türen nach inne zu bewegen. Nun kann man mit der Gewindestange sehr schön das Spaltmaß der Türen korrigieren und beim Schweißen konstant halten. Maße an den ausgebauten nackten Türen abnehmen. Ich hab beim Cabrio an der Oberkante ein paar Millimeter zugegeben, weil sich bei diesem die Karroserie immer noch setzt (trotz Leiterrahmen). Mit etwas Korrekturarbeit (wobei als Spreizer die Stangen weiterhin hilfreich sind) bekommt man so Spaltmaße wie bei einem Neuwagen.

VA-Blech ist so teuer nicht. Allerdings möchte niemand, der entsprechende Pressformen hat diese mit VA Blech nutzen (habe ich beim Spitfire versucht). Grund: VA verfestigt sind beim Kaltverformen und die nicht zu ersetzenden Formen wären sehr schnell hinüber. Bei VA ist also Eigenarbeit angesagt. Dieses habe ich daher nur für Teile verwendet, die hoch belastet sind und die es sowieso selbst anzufertigen gilt (etwa der Spritzbereich der Räder oder die Steinschlagzonen des Unterbodens). VA kann man nach einiger Übung auch mit dem normalen Blech gut verschweissen. Wegen der korrosionsgefährdeten Mischnaht muß die Stelle aber gut zugänglich sein um guten Rostschutz aufbringen zu können.

Viele Wege führen zum Ziel......

Gruß SRAM

Themenstarteram 16. Mai 2009 um 19:03

Ach Kinder, Ihr habts einfach in Eurem jugenlichen Leichtsinn..... ;) Weil Ihr die Schweisserei wohl schon hinter Euch habt, zumindest ein rostbedingtes Schweiss Projekt.... (man weiss ja nicht was noch kommt bzw. was man sich noch alles antut)

In dem aktuellen Fall wegen dem ich das Thema angefangen habe ist es noch viel schlimmer gekommen als es am Anfang schon aussah. Hätte ich das vorher geahnt dann hätte ich wahrscheinlich gar nicht nach Mittelchen wie Fertun gefragt. Hättet Ihr mir auch gleich sagen können... Ach so, ja, stimmt, das habt Ihr ja irgendwie.... :):rolleyes:

Mittlerweile sind gut 25 Stunden Drecksarbeit erfolgt, viele Meter Schweissdraht und diverse Bleche (meist VA) be- und verarbeitet worden. Angesichts der konstruktions- und verarbeitungsbedingten weiteren Rosterei der übrigen Karosserie haben wir uns mental von einer endgültigen Lösung verabschiedet, und uns auf weitere Entrostungs-Arbeiten eingestellt. Eine 100%ige Lösung wäre nur durch Abrüstung der Karosserie, d. h. Totalzerlegung des Autos in Art und Weise einer Restauration möglich, wie man sie an hochwertigen historischen Autos macht.

Was ich an diesem und an anderen Kisten versuchen werde ist eine Behandlung mit MSKF o. ä. Also dieses Sander-bare, teils hochgelobte und getestete, aber nicht unumstrittene Fett.

Gruss

FP

 

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