Mercedes baut eigenes Schnellladenetz

Mercedes EQV 447

In der Presse wird berichtet, dass Mercedes "bis Ende des Jahrzehnts" ein eigenes Ladenetz aufbauen will, hier mal zwei Quellen:

Zitat:

Geplant ist, bis Ende des Jahrzehnts weltweit mehr als 10?000 Ladepunkte zu installieren.

Wobei "Weltweit" hier Nordamerika, China und Europa meint.

Die Ladesäulen sollen 350kw können, sollen für Mercedes-Fahrer vorab reservierbar sein aber grundsätzlich allen Marken offen stehen.

Man will sich wohl absichern, dass die Kunden auch Laden können - schließlich will man künftig nur noch Elektroautos verkaufen.

Soviel zu den Fakten. Mich interessiert nun: was haltet ihr davon? Ist das ein Mehrwert für die Kunden oder braucht es das nicht? Sind Ladesäulen eher wie Tankstellen oder ist das sinnvoll?

59 Antworten

Zitat:

@holgor2000 schrieb am 10. Januar 2023 um 19:30:22 Uhr:



Zitat:

@cheffe76 schrieb am 10. Januar 2023 um 09:05:06 Uhr:


...Eine Karte eines anderen Anbieters (z.B. EnBW) zu hinterlegen ist meines Wissens nicht möglich.

Genau das ist in der ISO 15118 vorgesehen. Dann setzte Mercedes die ISO also noch immer nicht um.

Also so stimmt das auch wieder nicht. Es wurde ein Teil der ISO Norm nicht umgesetzt bzw. dem Benutzer nicht freigeschalten, und zwar das manuelle hinterlegen eines alternativen Anbieters (welche großen Anbieter außer Mercedes gibt es die das Unterstützen?)...
Die ISO 15118-20 die mehrere Verträge erlauben würde, ist (Stand sept. 21) noch nicht finalisiert.

Ich weiß schon, für den Benutzer ist unerheblich ob die Norm nicht implementiert wurde oder ob nur teile nicht freigeschalten wurden. Er merkt nur, dass er den Vertrag nicht ändern kann.
Dem kann man aber entgegen halten, dass EnBW nur AutoCharge (kein Plug & Charge, die halten das für Übertrieben) auf Basis der MAC Adresse des Autos unterstützt, und das geht sogar beim EQC (Aussage EnBW, konnte ich noch nicht testen, da in AT AutoCharge nicht verfügbar ist), der kein Plug and Charge kann. Für den Benutzer macht es keinen Unterschied ob AutoCharge oder Plug & Charge. Einstecken und laden, fertig....

Zitat:

@Peter_AT schrieb am 11. Januar 2023 um 07:07:23 Uhr:



Zitat:

@holgor2000 schrieb am 10. Januar 2023 um 19:30:22 Uhr:



Genau das ist in der ISO 15118 vorgesehen. Dann setzte Mercedes die ISO also noch immer nicht um.

Also so stimmt das auch wieder nicht. Es wurde ein Teil der ISO Norm nicht umgesetzt bzw. dem Benutzer nicht freigeschalten, und zwar das manuelle hinterlegen eines alternativen Anbieters (welche großen Anbieter außer Mercedes gibt es die das Unterstützen?)...
Die ISO 15118-20 die mehrere Verträge erlauben würde, ist (Stand sept. 21) noch nicht finalisiert.

Ich weiß schon, für den Benutzer ist unerheblich ob die Norm nicht implementiert wurde oder ob nur teile nicht freigeschalten wurden. Er merkt nur, dass er den Vertrag nicht ändern kann.
Dem kann man aber entgegen halten, dass EnBW nur AutoCharge (kein Plug & Charge, die halten das für Übertrieben) auf Basis der MAC Adresse des Autos unterstützt, und das geht sogar beim EQC (Aussage EnBW, konnte ich noch nicht testen, da in AT AutoCharge nicht verfügbar ist), der kein Plug and Charge kann. Für den Benutzer macht es keinen Unterschied ob AutoCharge oder Plug & Charge. Einstecken und laden, fertig....

Das stimmt, jedoch kann ich Stand heute nicht "meinen" Vertrag mittels der ISO 15118 einsetzen.
Aus meiner Sicht ist die entscheidende Stärke der ISO 15118 die Möglichkeit dem Auto eine eigene "Identität" zu geben mit der es sich an Ladesäulen anmeldet und danach abgerechnet wird. Man denke nur an die ganzen Firmenwagenfahrer, welche damit eine Ladekarte auf die Firma hinterlegen könnten. Das geht Stand heute weder bei Mercedes EQ, noch bei diesem MAC-Adressen basierten System von EnBW.

Wir sind jetzt technisch abgedriftet. Mir ging es mit meiner Aussage darum, dass ich es persönlich nicht sinnvoll erachte, wenn Mercedes mit eigenen Ladeparks nun ein weiteres "me too" Produkt anbietet, welches Ionity, EnBW, fastned und viele andere auch schon anbieten. Das bringt uns als Verbraucher nicht weiter, da die Mehrwerte äußerst gering sind oder gar verwirren. Was man an den Diskussionen zu verschiedenen Tarifen, Apps und Freischaltoptionen immer wieder im Forum sieht.
Was uns wirklich weiter bringen würde, weil es eine neue Custoemr Experience wäre, wäre die echte Integration vom Fahrzeug in ein Ladekonzept. Dazu zähle ich auch, aber nicht nur, die ISO 15118 und entsprechende Services dahinter. Dazu zähle ich aber auch Vehicle-2-X und andere Services, ohne dies nun weiter vertiefen zu wollen.

Zitat:

@holgor2000 schrieb am 11. Januar 2023 um 08:52:25 Uhr:



Zitat:

@Peter_AT schrieb am 11. Januar 2023 um 07:07:23 Uhr:


Also so stimmt das auch wieder nicht. Es wurde ein Teil der ISO Norm nicht umgesetzt bzw. dem Benutzer nicht freigeschalten, und zwar das manuelle hinterlegen eines alternativen Anbieters (welche großen Anbieter außer Mercedes gibt es die das Unterstützen?)...
Die ISO 15118-20 die mehrere Verträge erlauben würde, ist (Stand sept. 21) noch nicht finalisiert.

Ich weiß schon, für den Benutzer ist unerheblich ob die Norm nicht implementiert wurde oder ob nur teile nicht freigeschalten wurden. Er merkt nur, dass er den Vertrag nicht ändern kann.
Dem kann man aber entgegen halten, dass EnBW nur AutoCharge (kein Plug & Charge, die halten das für Übertrieben) auf Basis der MAC Adresse des Autos unterstützt, und das geht sogar beim EQC (Aussage EnBW, konnte ich noch nicht testen, da in AT AutoCharge nicht verfügbar ist), der kein Plug and Charge kann. Für den Benutzer macht es keinen Unterschied ob AutoCharge oder Plug & Charge. Einstecken und laden, fertig....

Das stimmt, jedoch kann ich Stand heute nicht "meinen" Vertrag mittels der ISO 15118 einsetzen.
Aus meiner Sicht ist die entscheidende Stärke der ISO 15118 die Möglichkeit dem Auto eine eigene "Identität" zu geben mit der es sich an Ladesäulen anmeldet und danach abgerechnet wird. Man denke nur an die ganzen Firmenwagenfahrer, welche damit eine Ladekarte auf die Firma hinterlegen könnten. Das geht Stand heute weder bei Mercedes EQ, noch bei diesem MAC-Adressen basierten System von EnBW.

Aber diese ganzen Möglichkeiten (und da bin ich voll bei Dir, dass da vieles möglich wäre) sind unabhängig ob Plug&Charge oder AutoCharge verwendet wird. Einzig die höhere Sicherheit bei Plug&Charge macht da einen unterschied.
Es bringt keinen eine Norm, die keiner der großen Player (Ladesäulen Betreiber) umsetzen will, weil es eine technisch einfachere Lösung gibt...

Und wie gesagt, wenn der Teil des manuellen Zertifikatsuploads (was im Prinzip dein Vertrag ist) nicht für den Kunden offengelegt wird, heißt das noch lange nicht, dass die Norm nicht implentiert wurde.
Wenn zb. Sixt zig Tausend Fahrzeuge bei Mercedes ordern würde, mit der Bedingung dass sie ihren eigenen Ladevertrag aufspielen können, kann es schnell passieren, dass das plötzlich auf die eine oder andere Art freigeschalten wird (vielleicht nur für Großkunden/Flottenbetreiber), weil technisch kein sooo großer Aufwand mehr 😉
eine neue Norm würde Mercedes wegen die paar Fahrzeuge wohl eher nicht entwickeln wollen...
Ich hoffe Du verstehst was ich meine.

Ich verstehe was du sagst. Die Frage ist, was bringt uns Kunden wirklich einen Vorteil?
Wenn ich als Kunde heute schon bei Ionity, EnBW, Aral Pulse, FastNed, etc. laden kann, teilweise samt WC und Kaffee, was bringt mir dann ein weiteres Me-Too Produkt mit dem Mercedes Stern vorne an der Ladesäule?

Ich sehe da keinen Fortschritt. Was mir fehlt, ist echter Fortschritt mit einer besseren User Experience. Dazu zähle ich offene Schnittstellen und integrierte Systeme. Die (vollständige) Umsetzung der ISO wäre für mich so eine Möglichkeit unter vielen anderen Möglichkeiten.

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Der Vorteil der Mercedes-Lösung wird neben der garantierten Überdachung/Bewirtschaftung die Vorreservierung der Ladesäule sein, wie auch immer das technisch realisiert werden soll. Lassen wir uns überraschen.

Zitat:

@holgor2000 schrieb am 11. Januar 2023 um 10:01:02 Uhr:


…, was bringt mir dann ein weiteres Me-Too Produkt …

immer diese Autokorrektur!

Ich kann die Diskussion gut nachvollziehen und bin ganz bei holgor.
Obwohl meCharge deutlich günstiger ist, kann ich es als Flottenkunde nicht nutzen, da ich auf die Ladekarten aus dem Flottenvertrag gebunden bin - außer natürlich ich bezahle den Strom selbst, was keinen Sinn macht, weil ja im Vertrag inklusive.

Ich lade grundsätzlich immer mit ShellRecharge (funktioniert ausgezeichnet, egal ob bei Ionity oder sonst wo), und hätte daher auch gerne den Vertrag im MBUX hinterlegt - inkl. Anzeige der Ladekosten, Filter/Navi nach ausschließlich „Partnersäulen“, AutoCharge, etc.

Zum Thema eigenes MB Ladenetz wäre es für mich auch zwingend erforderlich das dort mit nicht-MB Karten geladen werden kann bzw. dann auch die MB-Markenvorteile erhalten bleiben.

Zitat:

@MT89 schrieb am 11. Januar 2023 um 20:41:10 Uhr:


Ich lade grundsätzlich immer mit ShellRecharge (funktioniert ausgezeichnet, egal ob bei Ionity oder sonst wo), und hätte daher auch gerne den Vertrag im MBUX hinterlegt - inkl. Anzeige der Ladekosten, Filter/Navi nach ausschließlich „Partnersäulen“, AutoCharge, etc.

Naja ich glaube nicht dass die ISO Norm auch die Anzeige der tatsächlichen Ladekosten im Navi beinhaltet 😉
Hat ShellRecharge Plug&Charge schon implementiert? wenn nein, bringt es auch nichts wenn es das Auto kann...
Für die User Experiance ist es egal ob "autoCharge" (also auf basis der MAC Adresse) oder Plug&Charge verwendet wird. Beide male muss man nur einstecken und das wars. Da ich ShellRecharge nicht verwende weiß ich nicht ob die AutoCharge können, aber da wird halt die Der Vertrag mit der MAC Adresse deines Autos verknüpft. Wie gesagt die Anzeige der Ladekosten ist sicher nicht in der ISO Norm enthalten, daher gibt es 0,0 unterschied wie die Identifizierung an der Ladesäule passiert (gesichert wie bei SIO oder weniger Sicher wie bei AutoCharge)...

btw. schon in der Vergangenheit, hat sich nicht immer die technisch beste Lösung durchgesetzt...

Zitat:

@Peter_AT schrieb am 12. Januar 2023 um 10:41:00 Uhr:


...Für die User Experiance ist es egal ob "autoCharge" (also auf basis der MAC Adresse) oder Plug&Charge verwendet wird. Beide male muss man nur einstecken und das wars. ...

Bist du dir sicher? Ich dachte bisher, dass "autoCharge" (also auf basis der MAC Adresse) nur eine 1:1 Verbindung zwischen der Mac Adresse und einem einzigen Ladeanbieter ist, dem man vorher die Mac Adresse mitgeteilt hat, während Plug&Charge (also die ISO 15118) 1:n ist, da das Auto eine für mehrere Ladeanbieter verwendbare Identität mittels eines Zertifikats speichert.

Da kaum ein Ladeanbieter die ISO Norm unterstützt, ist das zur Zeit eine sehr theoretische Diskussion... Weil man im Prinzip eh nur zu IONITY fahren kann.
Ich behaupte es gibt ein größeres Ladenetz mit AutoCharge als mit der ISO Norm, obwohl diese bereits 2014 existiert.
Selbst Alpitronic hat die Ladesäulen erst ende letztes Jahres Zertifizieren lassen. Mal schauen bis wann und ob überhaupt alle Säule das Update bekommen...

Ich kenne da jetzt die ganzen Details nicht, aber es würde mich wundern, wenn man technisch gesehen die MAC Adresse des Fahrzeuges (welche halt statt des Zertifikats, die Fahrzeugidentität bestimmt) nicht genau so verteilen kann, wie den Vertrag per Karte 😉
Im Prinzip geht es ja nur darum, zu welchen Vertrag soll der Ladevorgang abgerechnet werden, ob die Identifikation per APP, Karte oder MAC-Adresse passiert ist technisch gesehen jetzt eher Pillepalle... Die API gibt es wegen APP oder Karte eh schon...

Wie gesagt, kann ich da nur als Techniker reden, dass die Juristen/Finanzler/Powerpoint-Heros das anders sehen kann leicht sein 😉

Zitat:

@Peter_AT schrieb am 12. Januar 2023 um 15:14:58 Uhr:


Weil man im Prinzip eh nur zu IONITY fahren kann.

Fast richtig. In Deutschland bietet Aral mit seinem Dienst Aral Pulse auch P&C an.

Zitat:

@Peter_AT schrieb am 12. Januar 2023 um 15:14:58 Uhr:



Ich kenne da jetzt die ganzen Details nicht, aber es würde mich wundern, wenn man technisch gesehen die MAC Adresse des Fahrzeuges (welche halt statt des Zertifikats, die Fahrzeugidentität bestimmt) nicht genau so verteilen kann, wie den Vertrag per Karte 😉

Ohne jetzt in die Details gehen zu wollen: Kann man nicht.

Das Verfahren mit der MAC Adresse hat noch weitere Nachteile. Einer ist, dass nicht mal alle Automodelle eine MAC Adresse preisgeben. Die MAC Adresse war nie dafür da damit zu laden.

Und als ITler muss ich ergänzen: die MAC-Adresse kann man auch fälschen. Ist also ne ziemlich dumme Idee, damit zu bezahlen. EnBW nimmt das wissentlich in Kauf, weil da bisher wohl wenig Unfug damit gemacht wird. Ich würde das aber nicht nutzen wollen. Das ist Plug&Charge schon deutlich besser.

Aber ich glaube die Diskussion zeigt trotzdem den Mehrwert der Mercedes-Ladestationen auf. Man kann dem Kunden sagen: Kauf einen Mercedes, Lade mit Me Charge bei Mercedes und alles tut.
Das ist jedenfalls deutlich werbewirksamer als "wir können bei Plug&Charge die Tankkarte von deinem Arbeitgeber hinterlegen" - auch wenn das vielleicht auch ein gutes Benutzererlebnis bieten würde

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